Das Drama von Tschuschinia Von Konteradmiral a. O. Gadow.
Tokio, 27. Mai. (DNB.) 3n ganz Japan wird die 30jährige Wiederkehr des See-Sieges von Tfchu- s ch i m a feierlich begangen. Der Kriegs- Hafen von Tokio ist' festlich geschmückt; es finden große Paraden der Kriegsflotte sowie der Marine-Flieger statt. Der Kaiser wird persönlich an einer Gedenkfeier im Marine-Club teilnehmen, bei der 3 0 0 0 Mitkämpfer aus der Seeschlacht anwesend sein werden. Der Marineminister bezeichnete die Seeschlacht von Tschuschima als den Wendepunkt in der Geschichte Japans und als die Einleitung seiner Kontinentalpolitik, nachdem es von dem russischen Druck befreit worden wäre. Auch künftig müsse es das Ziel Japans sein, eine unbesiegbare Flotte zu haben, da von ihr die Zukunft des Reichs abhänge, das als' führende Macht der Friedensfaktor in Ostasien sei.
Vor 30 Jahren geschah an ferner Stelle, weitab vom sonst üblichen Schauplatz historischer Entscheidungen, ein S e e s i e g , der zu den bedeutendsten der Geschichte zählt und sich bis in die Gegenwart auswirkt. Der russisch-japanische Krieg von 19 0 4 —19 0 5 entsprang aus dem Vordrän- aen des kaiserlichen Rußland nach dem Fernen Osten, dessen Gestade Kosaken im 17. Jahrhundert zum ersten Male erblickt hatten. Rußland saß mit Port Arthur fest in der M a n ds ch u r e i und begann die Hand nach dem von Japan bereits durch- drünaenen Korea auszustrecken, England behauptete Den nordchinesischen Hafen von Wei-hai- w e i, Deutschland war in K i a u t s ch o u seßhaft geworden. Es war der Höhepunkt der westlichen Machtpolitik erreicht, die vor kurzem erst den Boxerfrieden in Peking diktiert und ihre Feldzeichen über der Kaiserstadt aufgepflanzt hatte. Mit diesem Kriege begann ihr Abstieg und Japans Aufstieg zur Groß- und asiatischen Vormacht. Jene Außenposten sind heute verschwunden, Rußland ist auf den Amur zurückgeworfen, England auf Hongkong, Amerika nur noch im zweifelhaften Besitz der Philippinen. Japan brach die Zange auf, die sein „Erbteil" umklammert hält, und Tschuschima war der Ort und der Tag, wo das geschah.
Was an diesem Kriege heute noch am stärksten fesselt, ist die Apathie und Energielosigkeit der Russen einerseits, die souveräne Beherrschung strategischer Lehren und die hemmungslose Tapferkeit der japanischen Führung und Wehrmacht andererseits. — Ich konnte draußen um jene Zeit viele solcher Eindrücke sammeln: das prahlerische und verschwenderische Gebaren russischer Offiziere, ihre bedenkenlose Lebensführung und Dienstauffassung am Vorabend ihrer Katastrophe stachen hart ab gegen die spartanischen Gegner, die schweigsam die letzte Hand an ihre Rüstung legten, dem Kaiser noch einmal Heer und Marine in Parade oorführten, um dann blitzartig am 8. Februar 1904 durch den Torpedobootangriff auf die Flotte in Port Arthur den Tanz zu eröffnen. Die Initiative blieb in ihrer Hand. Ungestört durch die immer noch stärkere russische Seemacht vollzogen sie den Ueber- gang der Armee, deren Nachschub und Versorgung die japanische Flotte bis Kriegsende zu sichern wußte. Der Belagerungsring um Port Arthur zwang die russische Flotte in See, sie wurde am 10. August 1904 bei Schangtungs Vorgebirge zersprengt und demoralisiert, der Rest fand heimgekehrt im Hafen ein unrühmliches Ende. Die erste tastende Seeschlacht mit Schiffen des 20. Jahrhunderts war geschlagen, ihre Erfahrungen verblieben dem Japaner. Waffentechnisch war das Gefecht auf große Entfernung mit schweren Geschützen entdeckt, Fehler in der Munition und im Verfahren konnten beseitigt werden.
Ende Mai 1905 ist dann d i e russische Ersatz f l o t t e aus Kronstadt heran, ein mühseliger Marsch unter tausend Widrigkeiten hat sie im Bogen um Südafrika geführt — der Suezkanal konnte eine Falle werden, England war feindlich — über französische Häfen des Ostens bis vor die Straße von Korea. Ihr Ziel, mit starrer Verbissenheit fest- gehalten, war W l a d i w o st o k, die Zuflucht ohne Sinn, denn Port Arthur war schon gefallen. Der Führer: Admiral Rojestwensky, ein persönlich tapferer und umsichtiger Mann, aber eng von Begriffen, ohne höhere Schulung, und vor allem ohne Vertrauen in seinen Auftrag, m sein Material und Personal, das er doch in rastloser Kleinarveit unterwegs auf Kriegsfuß zu bringen suchte. Die Schiffe: eine bunte Sammlung von einigen neuen, eilig fertiggestellten, kaum erprobten Linienschiffen, daneben altere bis völlig veraltete, ergänzt durch eine Verstärkung noch weniger geeigneter nachgesandter Küstenpanzer, von denen übrigens ein einziger später die Ehre der Andreasflagge wahren sollte. Das Ganze eine Probe schlechter Verwaltung, verantwortungsloser Entscheidungen, kopfloser Maßnahmen.
So tritt das russische Geschwader in die Schlacht ein mit dem kampferprobtesten Gegner, der zu die- 1er Zeit auf See zu finden war. Der russische Soldat steht fest, das haben alle seine Kämpfe erwiesen, aber was hilft Standfestigkeit gegen den Geschoßhagel aus modernen Rohren, der das alte und neue Material zersiebt und zerfetzt, bevor schwerfällige Führung und Abwehr mit Gleichem erwidern kann? Wir wissen aus russischer Schilderung von der Verzweiflung, die diese Besatzungen pakt über ihre schlechte Munition, die oft nicht einmal ins Geschütz paßt, über die rasende Zerstörung, den überall wütenden Brand, über den mangelnden Panzerschutz, über das ganze Elend ihrer Lage. Die Flotte ist verloren, der Führer fällt schwer verwundet in Gefangenschaft, ein Teil der Schiffe sinkt in den beiden Abschnitten der Tagesschlacht, einige im Torpedoangriff nachts, der Rest streicht die Flagge unter Nebogatoffs Führung am nächsten Tage. Nur jener schwache Küstenpanzer „Uschako ff" sinkt kämpfend mit wehender Flagge. Das Drama war aus, es bedeutete praktisch das Kriegsende. Sein Echo hallte über die Welt, fein Autor hieß Heihachi Togo, Admiral der japanischen Marine, vom Clan Satsuma, der später seinem Kaiser durch Selbstentleibung in den Tod folgt, die junge Generation aufzurutteln und an den „Weg des Ritters" zu mahnen.
Das kaiserliche Rußland hatte seinen vielen Niederlagen in der Weltgeschichte eine weitere hinzugefügt und war im Innersten erschüttert. Aus Der Revolution von 1905 spro sen die Thesen Lenins, die Kräfte des Bol chewismus. Die kaiserliche Polittk wandte sich vom Osten zurück zum Balkan und nach Konstantinopel, billigere Lorbeeren suchend, nichtahnend, daß sie im Westen i h r endgültiges Grab schaufelte. Der Weltkrieg zog näher unter ihrem Feuerblasen.
Prag vor der
Als zu Beginn der vorigen Woche der überwältigende Wahlerfolg der Sudetendeutschen Partei feststand, sandte Konrad Henlein an den greisen Präsidenten des tschechoslowakischen Staates em von höchstem Verantwortungsbewußtsein und politischem Rechtsgefühl getragenes Telegramm, in dem er die Hoffnung aussprach, daß die Wahlentscheidung eine erste Voraussetzung für das harmonische Zusammenleben der Völker „unseres Staates sein möge und in dem er ausdrücklich versicherte, daß er die ihm gestellte Aufgabe nur aus dem Boden der Verfassung zu losen bestrebt sei. Auf dieses großherzige Angebot zur Herstellung des inneren Friedens in der Tschechoslowakei ist dem siegreichen Führer der Sudetendeutschen Partei eine Antwort der Prager Regierung nicht zuteil geworden. Im Gegenteil: die vorliegenden Meldungen aus der Moldau-Stadt lassen erkennen, daß die Tschechen trotz des eindeutigen Ausganges der Parlamentswahlen nicht d a r a n d e n k e n , der neuen Mandatsverteiluna im Abgeordnetenhaus bei der Zusammensetzung des neu zu bildenden Kabinetts Rechnung zu tragen. Vielmehr heißt es, daß in den Beratungen eine Einigung darüber erzielt worden sei, daß in der kommenden Koalition alle alten Regierungsparteien oer- treten sein sollen. . .
Danach zu schließen, wurden also auch Die deutschenSozialdemokraten und Land- bündler, die soeben vernichtend geschlagen wurden, wieder als offizielle Vertreter der dreieinhalb Millionen Deutschen beglaubigt werden, obgleich ihr Anhang von rund 900 000 Stimmen auf etwadieHälfte zusammengeschmolzen ist. Dagegen hat man von einer Beteiligung der Sudetendeutschen Partei, bie unter Führung Konrad Henleins mit über 1 200 000 Stimmen zwei Drittel des Gesamt-
Entscheidung.
d e u t s ch t u m s hinter sich vereinigt, bisher nichts gehört. Sollten diese Pläne, hinter denen wohl in erster Linie auch der tschechoslowakische Außen- Minister Bene sch steckt, Gestalt gewinnen, so würde nicht nur das Zusammenleben der Völker im tschechoslowakischen Staatsverbande immer un- erträglicher werden, sondern es würde auch damit der Welt ein Schauspiel geboten, das die wah- r e n Z i e l e der tschechischen Außenpolitik vor aller Augen enthüllt. Wo bleiben die in Prag besonders laut gepriesenen Vorzüge der Demokratie, wenn ihre Einrichtungen von den Kapitolswächtern der Menschenrechte mißachtet und in den Dreck gezogen werden? Ist es für einen Staat von der eigenartigen Struktur der Tschechoslowakei nicht ein überaus bedenkliches Zeichen der Schwäche, wenn er seine Völker nur dadurch im Zaume halten zu können glaubt, daß er lieber mit den Verrätern als mit den Repräsentanten des Dolkswillens zusammenarbeitet?
Daß es eine Fehlspekulation ist, auf eine neue Zersplitterung im sudetendeutschen Lager zu Hof- fen, das mögen die tschechischen Machthaber aus dem Ergebnis der Wahlen zu den Landesund Bezirksvertretungen zur Genüge erfahren haben. Wiederum sind die Stimmzahlen für Konrad Henlein gestiegen, während die Christlichsozialen sowie die ehemaligen „deutschen" Regierungsparteien, Sozialdemokraten und Landbünd- ler, erneute Einbußen erlitten. So steht nun Prag vor der Entscheidung, ob es auch weiterhin die Gefahren einer Scheindemokratie auf sich nehmen will, oder ab es sich zu einem neuen Kurs entschließt, der in gemeinsamer Regierungsarbeit mit den berufenen Vertretern des sudetendeutschen Volkes endlich jene Versöhnungspolitik ermöglicht, die den Deutschen so sehr am Herzen liegt.
Neuer Alarmruf aus Memel!
Ungeheuerliche Wahlschiebungspläne der Litauer.
Von unserem -ie-.-Äerichierstatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tilsit, 25. Mai 1935.
Daß die Litauer sich die ungeheuerlichsten Vertragsbrüche und Schiebungen gegenüber dem Me- melland geleistet haben und daß ihnen zur Durchführung ihrer Litauisierungspläne jedes Mittel recht ist, hat die Welt in der letzten Zeit zur Genüge erfahren müssen. Schon das litauische Schreckensurteil — das durch die Umwandlung der Todesurteile nichts von seiner Ungeheuerlichkeit verloren hat —, zeigte, daß die litauische Skrupellosigkeit keine Grenzen kennt. Unter diesen Umständen wird man auch die Nachrichten aus dem Memel- gebiet — so unglaublich sie klingen mögen — durchaus ernst nehmen müssen. Danach verfolgen die Litauer den Plan, mit Hilfe neuer Dertragsverletzun- gen und durch offenkundige Fälschun- gen eine litauische Mehrheit für den am 29.September zu wählenden memelländischen Landtag zustande zu bringen!
Diese litauische Wahlschiebung beruht auf folgendem: Während Den Litauern völlige Hetzfreiheit ge- gegeben werden soll, will man sämtlicheWahl- Versammlungen der deutschen Memel- länder und jede Propagandatätigkeit auf Grund des Kriegszustandes und des sogenannten Staatsschutzgesetzes unterbinden bzw. mit den chärfsten Strafen belegen. Ein Verfahren, das bisher bereits jede freie Meinungsäußerung im Memelgebiet unterdrückt hat. Der Hauptfchlag soll von den aus Grohlitauen in Massen herangeholten Hilfstruppen geführt werden. Die litauischen Behörden arbeiten gegenwärtig mit Hochdruck daran, bis zum 29. September mindestens 15 000 Groß- titauer einzubürgern und ihnen das Wahlrecht zu verschaffen. Dabei wird selbst die im Wahlgesetz vorgesehene Voraussetzung für die Einbürgerung nämlich die einjährige A n - ässigkeit im Memelgebiet, außer Acht jelaffen; und man scheut sich auch nicht, solchen Per- onen das Wahlrecht zu geben, die es nicht einmal in Litauen besitzen! Da bereits vor der Wahl im Mai 1932 rund 10 000 ungesetzliche Ein
bürgerungen vorgenommen wurden, würde sich somit die Zahl der litauischen Hilfswähler auf 25 000 erhöhen.
Auf der anderen Seite bieten die Litauer natürlich alles auf, die deutsche Wahlfront zu schwächen. Zunächst einmal ist geplant, den Mitgliedern der als angeblich staatsfeindlich aufgelösten Parteien (Sozialistische Volksgemeinschaft und Christlich-sozialistische Arbeitsgemeinschaft) das aktive und passive Wahlrecht abzuerkennen! Das würde einen Verlust von rund 8500 Stimmen für das Memel- deutschtum bedeuten. Alles übrige soll bann der Terror besorgen, so daß man hofft, bei rund 70 000 Wahlfähigen eine knappe litauische Mehrheit herausholen zu können. Aber selbst für den Fall, daß dieser unerhörte Plan scheitern sollte, hat das Direktorium Bruvelaitis noch eine allerletzte Litaui- sierungsinstanz geschaffen, nämlich die nur aus Litauern zusammengesetzte „W ahlkreiskom- m i s s i o n", die darüber befinden soll, wer von den gewählten Abgeordneten i n d e n L a n d t a g einziehen darf und wer nicht. Voraussetzung ist, wie in litauischen Kreisen schon jetzt offen erklärt wird, staatsloyale Einstellung und Beherrschung der litauischen Sprache. Das heißt also, daß nach litauischer Muffaffung nur hundertprozentige Litauer in den Landtag hinein- bürfen!
Es braucht nicht erst gesagt zu werben, baß unter biefen Umstänben von einer wirklichen Wahl nicht mehr bie Rebe sein kann. Das ganze läuft vielmehr auf eine bisher einzig ba« stehenbe litauische Komöbie hinaus, bei ber bie Me- mellänber ben Litauern auch noch Statistenbienste leisten sollen. Schon bie späte Festsetzung bes Wahltermins ist eine schwere Vertragsverletzung. Die Garantiemächte bes Memelstatuts werben einsehen müssen, baß unter den geschilderten Umständen eine Wahl überhaupt nicht durchführbar ist, sondern daß zunächst einmal die W ahl- fr e i h e i t entsprechend dem Memelstatut gewährleistet werden muß!
Aushebung der Nira-Gesetze in USA.
Das Bundesobergericht erklärt die Nira-Gesetze für verfassungswidrig.
N e u y o r t, 28. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Leiter der Nira, Richberg, gab nach zweistündiger Besprechung mit Präsident Roosevelt bekannt, daß alle Nira-Codes sofort aufgehoben werden, und die Vorlage über bie Verlängerung ber Nira-Gesetze, bie heute im Unterhaus verhan- beit werben sollte, zurückgezogen werde.
Das Bundesobergericht in Washington hatte am Montag in einer Klage der Regierung gegen vier Geschäftsleute wegen Verletzung der Niraaesetze diese für verfassungswidrig erklärt und festaestellt, daß die in Abschnitt 3 des Nira-Gesetzes dem Präsidenten erteilte E r - m ä d) t i g u n g nicht genügend umgrenzt ober b e ft i m m t worben sei. In ber Emschei- bung bes Bunbesobergerichtes, bie einstimmig erfolgte, wirb auch bestimmt, baß in ben Fällen, in denen bie Transaktionen ben zwischenstaatlichen Hanbel nur inbireh berühren, bie Einzelstaa - ten bie Kontrolle auszuüben haben. Das Gesetz, wonach ben Lanbwirten ein fünfjähriges Moratorium zur Abtragung ber Farmhypotheken gewährt wirb, fei ebenfalls oerfajfungswibrig, ba es ben Hypo - thekengläubigern i h r Eigentum weg- nehme unb es ohne Entschäbigung ben Lanbwirten übergebe.
Diese Entscheibung bes höchsten amerikanischen Gerichtshofes hat in ben „New-Deal"-Kreljen
größte Bestürzung heroorgerufen. Sie bedeutet eine schwerwiegenbe Nieberlage für ben „neuen Kurs", nicht aber notwendigerweise für Präsibent Roosevelt selbst, ber versucht hatte, bas bisher inbivibualistisch organisierte Lanb in ein System geregelten Wettbewerbs mit sozialer Fürsorge umzubilben.. Die Nira-Gesetze sinb jetzt erledigt, soweit sie nicht ben rein zwischen staatlichen Verkehr betreffen. Diese Kennzeichnung ist aber erst bann gegeben, wenn bie Waren tatsächlich von einem zum anberen Staat versandt werden. Der Kongreß dürfte nunmehr eine rein für den zwischenstaatlichen Verkehr bestimmte Regelung beschließen und sich nach Erledigung anderer wichtiger Gesetze vertagen; das Hauptstreitobjekt ist nunmehr weggeräumt. Anscheinend beabsichtigt man eine wenigstens teilweise Rettung der Nira-Bestimmungen durch eine freiwillige Zusammenarbeit ber verschiedenen Jnbustriezweige zu erreichen. Die Neuyorker Morgenblätter begrüßen allgemein bie Entscheibung bes Gerichtes. „New Port Times" meint, baß bie Stellungnahme bes Gerichtes allge- mem Zustimmung gefunden habe. „Herold Tribüne" und „New York American" schreiben fast wörtlich übereinstimmend, der oberste Gerichtshof verdiene den Dank der überwiegenden Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung.
Japan sand draußen keine Gegner mehr, seine <5iegesfrüd)te blieben zwar vorerst bescheiden im Frieden von Portsmouth, sie anirben noch einmal beschnitten im N e u n m ö ch t e o e r- trag von Washington, Februar 1922, aber seine Dormachttolle war besiegelt unb setzte sich seit 1930 siegreich durch. Niemand weiß, ob unbestritten oder bestritten durch die angelsächsischen Mächte des Pazifik ober ein zurückgekehrtes Rußlanb, bas ben Osten braucht, zur farbigen Weltrevolution. Eine Nebenfalge war, daß E n g I a n b auf Grund ber Schlachtergebnisse von Tschuschima zur Baupolitik ber Dreabnoughtschifse überging und Damit das
Wettrüsten verschärfte unb beschleu- njgte feinesroegs nur mit Deutschland. So raaen die Aussttahlunaen dieses Seesieges bis in unsere 3eü und wahrscheinlich weit in bie Zukunft hinein.
Oie Türkei
sammelt für eine größere Luftflotte.
Jnstanbul, 28. Mai. (DNB. Funklnrnrhi Unter Führung bes Ministerpräsidenten hat ttn ganzen Lande eine rege Sammeltätigkeit zur beschleunigten Schaffung einer um 500 Flug- zeuge vergrößerten Kriegsluftflotte
eingesetzt. Die Minister unb alle Abgeordnete des Parlaments haben beschlossen, je einen Monat Gehalt für diesen Zweck zu opfern. Man er- wartet, daß ber L u s t f a h r t - V e r b a n d 150 000 neue Mitglieber der wohlhabenden Bevol- terungsteüe bekommen wird, bie pro Ko p f jährlich 40 Mark Beitrag zahlen müssen. UeberaU werben in ben Städten Einzeichnungs- listen aufgelegt. Auch bie Industrie wurde auf. gefordert, sich maßgebend an den Spenden zu beteiligen, da aus den laufenden Mitteln des Staats- Haushaltes die für den Ankauf von 500 Flugzeugen notwendigen Beträge nicht bestritten werden können.
«eiffampf im2(i(bSlm.=$empo.
Der ReichSverkehrsminister begrüßt die FJCM. in Berlin.
Die Föderation Internationale des Clubs Motor- cyclistes hält, einer Einladung der Obersten Nationalen Sportbehörde (ONS.) Folge leistend, am 27. und 28. Mai ihre Frühjahrs- t a g u n g in Berlin ab. Die Delegierten, bie auch beim Avusrennen teilnahmen, waren Gäste bes Präfibenten ber ONS. Nach einer Begrüßungsansprache bes Korpsführers Hühnlein sagte ber Veichsverkehrsminister Freiherr von Eltz- Rübenach u. a.: Wahrscheinlich haben Sie alle ben gestrigen Motorradrennen auf ber Avusbahn zugesehen. Mit einer gewissen Der- rounberung habe ich heute in ber Presse gelesen, baß bas gestrige Motorrabrennen ben Beweis bafür er« bracht habe, baß auch Motorrabveranstaltungen bas Interesse bes Publikums zu erringen vermöchten. Auch ich bin gestern unter ben Zuschauern gewesen. Ich muß sagen, daß ich mir keine ein« drucksvollereBersinnbildlichung eines t e ch n i s ch gesteigerten Lebens oorstellen kann, als solch ein Motorradrennen. Es ist die Kul- mination des Zusammenwirkens von Mensch und Maschine. Kann man wirklich noch von einem „Zusammenwirken" sprechen? Wer führt eigentlich in einem solchen Rennen, in welchem rechts unb links von einer schmalen Bahn ber Tob lauert? Ist es ber Mensch, ober ist es bie Maschine? E s ist ber Mensch! In ben schwarzen, zu einer geheimnisvollen Rune zusammenge- krümmten Gestalten, bie auf ben feuerfpeienben Rennern hocken, arbeitet inmitten bes Motorenge- heuls unb bes ßuftftroms, kalt und klar der Verstand, pulsiert heiß und leidenschaftlich der Wille. Männer im Wettkampf, Nationen im Wettkampf — unb alles im 200-Kllometer-Tempo! Trotzbem wickelt sich alles in gutem Geiste ab. Der Friebe über bem Kampf wirb gewährleistet burch bestimmte Regeln, nach benen sich jeber einzelne richtet, burch Gesetze, welche jebe Nation sich selbst gibt unb welche ein überstaatlicher Aeropag, Sie, meine Herren, international schützt, stützt unb zusammenflicht. Wer sollte Ihren verbienstvollen Arbeiten nicht besten Erfolg unb volle Autorität wünschen! Ich tue es namens ber Reichsregierung jebenfalls aus vollem Herzen unb gestatte mir, mein Glas auf bas Wohl ber FJCM. zu erheben.
Einschreiten gegen Terrorgruppen in München.
München, 27. Mai. (DNB.) Die Polizei» birektion München teilt mit: Unter ber Führung einer Reihe von verbrecherischen Elementen, von benen bie Haupträbelsführer ein gewisser Schmidt — ein früherer Stahlhel- mer — unb ein gewisser Karpf, ber im vorigen Jahr wegen Unterschlagung aus ber Partei ausgeschlossen worben ist, sinb, hatten sich in München Terrorgruppen gebildet, um, wie sie sich an. maßend ausbrückten, „bie antisemitische B e- wegung vorwärts zu treibe n". Sje haben es sogar verstanden, sich aus Münchener Ge. schäftskreisen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Geld für ihre Zwecke zu beschaffen.
Auf das Konto dieser Elemente sind die Vor- kommnisse der letzten 14 Tage, insbeson- bere bie Störungen am Samstag, 18. Mai unb Samstag, 25. Mal, zu setzen, bie vom Beschmieren ber Schaufen st er jüdischer Geschäfte bis zum gewaltsamen Einbrin » g c n in solche mit nachträglicher vorzeitiger Schließung führten. Ferner sind sie aller Wahrscheinlich- keit nach auch für das A b r e i ß e n der bei der Caritas-Sammlung vertriebenen Abzeichen und die Störung ber Ruhe im Katholi- scheu Vereinshaus in der Schommerstraße verantwortlich.
Die Polizei wurde bei Ausübung ihrer Pflicht da unb bort beschimpft, ja in einem Falls atlich angegriffen. — Die Schuldigen find rftgeftetlt, bzw. verhaftet. Ihnen wird wegen r J? n ™r •e e n 5 b r u d) s, Störung der öffent« ltd)en Ruhe, Sicherheit unb Drbnung, Beamtende- jeibigung ohne Rücksicht auf Person unb Parteizugehörigkeit ber Prozeß ge» macht.
Fuldaer Ordenspriester als Devisenschieber.
ri LPD. Fulda, 27. Ma!. Die I u st! z pre ss -» er rl c Gaffel teilt mit: Das Amtsgericht in Fulda hat am 24. Mai d. I. Haftbefehle erlassen gegen ben Orbenspriester Leo Boeschen, genannt jsater Epi pH an, in Fulda, Kloster Frauenberg, wegen Eusenschiebungen, begangen im Jahre 1932 unb 1933, unb gegen ben Klosterbruber Waldemar xöurtfy, genannt Bruber Pankratius, in Fulda, Kloster Frauenberg, wegen Devisenschiebungen, be- gangen im Dezember 1934 unb Januar 1935. Die beiben Genannten haben badurch gegen bas Gesetz über bie Devisenbewirtschaftung verstoßen, daß sie Devisen nachHollanb verschoben unb fie bort an bie Pater Wenbelin unb Gulgens ad- lieferten. Bei Pater Epiphan handelt es sich um eine Summe von 16 000 Mark, die Summe der durch Bruder Pankratius verschobenen Devi en steht nod) nicht fest. Pater Epiphan und Bruder Pan- kratius wurden in das Gerichtsgefängnis zu Fulda ei Nge l i e f e r t. Das »erfahren Segen bie Verhafteten, die dem Franziskanerarden angehoren, ist emgeleitet worden.
Der Führer und Reichskanzler bat bem fteUDertretcnben Präfibenten des Deutschen Roten Dbergruppenfül)rei. $r § a ch ei s e n , zu » ? “5? 51° 9 folgendes Glückwunsch.
Ihrem heutigen 65. Ge. nunn ald) 3^ncn in dankbarer Anerken.
aeletttÄn Dienl^!^ .Frieden dem Vaterlande


