A
*
Wirtschaft
Schöffengericht Gießen
•>
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU.
Berlin
Frankfurt a. M
26 3
115
114,75
S
6% Deutsche Reichsanleihe v. 19271 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5'/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
100 %,25
102
111,7
99,6
97,75
97,25
100
114,5
97,25
99,8
100
97,5
97,5
105,9
100
96,25
102
111,75
99,4
98
100,2
97,5
97,5
105,9
100 96,25 102,25
111,7
99,4
98,25
100,25
97,5
97,5
105,9
0
10
0 4
0 0
100
96,25
102
111,65
99,4
98,25
97,25
100
93,9
0
0
6 0
0
0
12
38,5 140
110,4
121
88
120
113,5
103
150,5
123
Schlußkurs
34,5
28,9
35,75
81,65
109,25
83,25
85
85
158,75
4% Lesterrerchijche Goldrente.... 4,20% Lesterreichische Silbcrrente 4% Ungarische Goldrente .......
■4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4*4% oesgl. von 1913..........
6% abgesl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
Serie I.....................
A.E.G. Bekula
Norddeutscher Lloyd .........
A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft................
Dresdner Bank
Reichsbank ................ '
Buenos Aire. Brüssel .... Rio de Jan. Sofia ......
Kopenhagen. Danzig.....
London .....
Helsingfors.. Poris ......
Holland .... Italien Javan ......
Jugoslawien
Oslo.....:
Wien.......
Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag.......
Budapest ... Neuyorl...
4,5
6,65
4,1
34,13
Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
4 Yi% chem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
51/2% ehem. 4‘/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe.......
57i% ehem. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe
*7i% ehem. 8% Pr. Lanoespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4l/,% elicm. 7% Pr.Landespfand- briefansl., Gold Komm. LbLVl
Steuern.ltsch.Berrechnu»gsk. 35-39
Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr einen Monat Gefängnis.
Wegen Beleidigung des Reichsstatthalters und Verächtlichmachung verschiedener alter Kämpfer wurde der Karl Strauch aus Friedberg zu a ch t Tagen Gefängnis und 5 0 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Gefängnisstrafe gilt mit der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt. Den Beleidigten wurde auf Kosten des Angeklagten Publikationsbefugnis zugesprochen.
Der F. Sch. aus Salzschlirf wurde wegen Betrugs, Urkundenfälschung usw. zulJahröMo- naten Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte, dem auf zwei Jahre die Berufsausübung verboten wurde, bemühte sich in der Umgegend von Salzschlirf um die Bestellung von Hitlerbildern bei einer gewissen Anzahlung, obwohl er genau wußte, daß seine wirtschaftlichen Verhältnisse die Lieferung nicht zuließen. Um genügenden Absatz zu bekommen und sich das nötige Ansehen zu verschaffe^ gab er sich als Inhaber eines größeren Betriebs aus. Außerdem kaufte der Angeklagte von einem Zeugen ein Motorrad, das er sich übergeben ließ, ohne es bezahlen zu können, änderte die ccm-Zahl um und fuhr ohne Führerschein. Ende August 1934 mietete sich der Angeklagte schließlich in Hersfeld ein und verschwand dann, ohne seine Zechschuld zu bezahlen.
1,2
7,3
6,65
6,9
10,5
7,25
6,6
6,95
10,4
8,25
26,5
7,5
6,8
6,95
10,4
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 27. März. Am Getreide- großmarkt war das Geschäft weiter klein. Weizen fand zur Lieferung im Monat Juni/Juli in hochwertigen Qualitäten etwas Nachfrage, dagegen blieb Roggen sehr stark angeboten und ohne Interesse. Futtergetreide war nicht angeboten. In Futtermitteln bestand zwar noch Nachfrage, sie war aber unter dem Eindruck der wärmeren Witterung nicht mehr so dringend. Angebot in hochwertigen Futtermitteln fehlte jedoch weiterhin. Melassemischfutter konnte man ausreichend haben. Das Mehlgeschäft blieb schleppend.
Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 208, W XIII 212, W XVI 216, Roggen R IX 168, R XIII 172, R XV 176, Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 170/ G XI 173, G XII 175, Hafer H XIII 168, H XIV 170, Großhandelspreise ab Station. Bei Wasseroerladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200, Weizenmehl W XIII 27,60, W XVI 28,05, Roggenmehl R XIII 23,70, R XV 24,10 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W XIII 10,82, W XVI 11,02, Roggenkleie R XIII 10,08, R XV 10,32, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot m. M. 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber —, Trockenschnitzel 9,50, Heu 10,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt und gebündelt 5 bis 5,40 Mark.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 28. März. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Voraustrieb: 77 Rinder (9 Ochsen, 15 Bullen, 32 Kühe, 21 Färsen), 1026 Kälber, 113 Schafe, 392 Schweine. Es kosteten: Kälber 26 bis 55 Mark, Hämmel 35 bis 38, Schafe 25 bis 34, Schweine 45 bis 52 Mark. — Marktverlauf, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig.
93 nach 92,75.
U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,65, 5,5proz. Pounganleihe 102, 7proz. Stahlverein-Bonds 99,13, 4,5proz. Franks. Pfdbr. Bank KO. IV 95,25, 4proz. Ungar. Goldrente 7,25, Commerzbank 83,25,
Schweinemarkt in Nidda.
$ Nidda, 27. März. Zum heutigen Schweinemarkt waren 302 Ferkel aufgetrieben. Nach anfänglicher Zurückhaltung der zahlreich erschienenen Käufer entwickelte sich lebhafter Handel, so daß kaum Ueberstand blieb. Als Preise wurden festgestellt: für Ferkel im Alter von 6 Wochen 20 bis 22 Mark, von 8 bis 10 Wochen 24 bis 26 Mark, von 10 Wochen und darüber 30 bis 32 Mark.
Schweinemarkt in Friedberg.
LPD. Friedberg, 27. März. Auf dem heutigen Schweinemarkt wurden folgende Preise bezahlt: Bis sechs Wochen alte Tiere 14 bis 18 Mark, sechs bis acht Wochen alte 18 bis 22 Mark, acht bis zwölf Wochen alte Tiere 22 bis 26 Mark. Der Handel war sehr lebhaft. Es verblieb ein geringer Ueberstand.
26 |
7,4
7
10,65
8,25
Für Staatsfeinde nur noch Höchststrafen.
LPD. Worms, 27. März. Es gibt immer noch Menschen, die glauben, durch Verbreitung verleumderischer Behauptungen oder Schriften den nclliorml- sozialistischen Staat und die Volksgemeinschaft untergraben zu können. Ihnen wird in Zukunft mit der ganzen Strenge des Gesetzes zu Leibe gegangen, nachdem der neue Staat,zwei Jahre Milde walten ließ. Bei der Sitzung des Hessischen Sondergerichts in Worms betonte Staatsanwalt Weinheimer, daß er in Zukunft gegen solche Wühlmäuse nur noch die gesetzliche H ö ch st st r a f e, in Fällen kommunistischen Landesverrats und Hochverrats die zulässige Todes st rafe beantragen werde. Bis zum Jahre 1933 war der Angeklagte A. Tschibolski aus Worms Mitglied der SPD. Er hatte im Januar d. I. eine staatsfeindliche Zeitung weiterverbreitet, wofür er zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Ein „Ernster Bibelforscher", der 26jährige I. Degen aus Lorsch, hatte Schriften der verbotenen Vereinigung der „Ernsten Bibelforscher" vertrieben und wurde, da sein Vergehen vor dem letzten großen Prozeß gegen die Bibelforscher aus Worms lag, ausnahmsweise nur 3U. einem Monat Gefängnis verurteilt, zumal der Beschuldigte bisher unbestraft war.
Oie Lndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:
550: Devisenrechtliche Vorschriften über Abschreibungen und Rückstellungen auf Forderungen geaen Ausländer. Behandlung von Preisnachlässen.
551: Bestimmungen über die Liquidierung der Einfuhr nach Rumänien nach dem 10. März 1935.
552: Postalische Vorschriften in Schweden für die Behandlung von Paketen mit Filmen und Zelluloid.
553: Erleichterungen für nach Ungarn einreisende Kraftwagenfahrer.
554: Liste der erhöhten italienischen Einfuhrkontingente für Rohstoffe.
555: Devisenvorschriften im Versicherungsverkehr.
93,75
103
103.75
93,25
! 123,5
j 89,75
I 81,13
Hamburg-Amerika-Paket 0
Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0
26 3 | 27.3
97,5
99,9
100,25
97,5
97,5
105.9
Elektr. Lteferungsgeiellschaft... 5
Licht und Kraft ........... 6 7i
Felten & Guilleaume 0
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität 5 Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckert S Co...............4
Siemens L Halske 7
Lahmeyer L Co.............. 7
lüt.15® E
. J?4 Veila^"
* Notierung der konvertierten öffentlichen Anleihen ab 1. April. Die unter das Zinsermäßigungsgesetz bei öffentlichen Anleihen vom 27. 2. 1935 fallenden und seit dem 11. 3. 1935 an der Berliner und Frankfurter Börse als 4^-proz. einschl. Bonus gehandelten Wertpapiere werden vom 1. 4. 1935 ab mit Stückzinsenberechnung zu 4% v. H. ausschl. Bonus notiert. Bis zum 31. 3. 1935 einschl. sind die Stücke mit dem bisherigen Satz zu berechnen. Der Kurs erfährt einen Abschlag von 2 v. H. Bei allen vom aleichen Tage ab getätigten Geschäften hat der Käufer dem Verkäufer bis zur Fälligkeit des Kupons, mit dem der Bonus gezahlt wird, die 2 v. H. zu vergüten. Alle in diesen Wertpapieren laufenden Limite erlöschen mit Ablauf des 31.3.1935.
* Vereinigte Stahlwerke A G., Düs- iseldorf. In der HV. wurde von Generaldirektor Dr. V o e g I e r darauf hingewiesen, daß sich die Ertragsverhältnisse bei den Betrbebsgefellfchaften und den sonstigen Beteiligungen nach den vorliegenden Ziffern für das Zwischengefchäftsjahr (1. 4. bis 30. 9. 1934) nicht ungünstig gestaltet haben. Die Verwaltung habe es für ihre Pflicht gehalten, durch Erhöhung der Abschreibungen das Unternehmen zu stärken, und sie schlage deshalb vor, den nach diesen Abschreibungen sich ergebenden Reingewinn von 8,88 Mill. Mark zuzüglich des Gewinnvortrages in Gesamthöhe von 23,7 Mill. Mk. vorzutragen. Ueber die Geschäftslage im laufenden Geschäftsjahre führte Dr. V o e g I e r sodann u. a. aus, daß sich diese produktions- und ergebnismäßig bisher im allgemeinen weiterhin in ruhig aufsteigender Linie entwickele. Falls die Geschäftsbelebung im gegenwärtigen Umfange anhalte, werde die Gesellschaft wohl in der Lage sein, im Rahmsn der gegebenen Verhältnisse für 1934/35 einen angemessenen Gewinn auszuweisen. Die Ausfuhr der hochstehenden Sondererzeugnisse des Konzerns habe sich besonders günstig gestaltet. Die Aussichten für die nächsten Monate seien nicht ungünstig. Die GV. genehmigte den Abschluß.
Hhein Mamifche Mittagsbörse.
Uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 27. März. Bei freundlicher Grundtendenz verkehrte die heutige Börse in unein
heitlicher Haltung. Der Abschluß der Berliner Besprechungen befriedigte allgemein, eine stärkere Anregung ging aber nicht aus, zumal anderseits die unsichere Haltung des Belga als störend empfunden wurde. Auch das Urteil im Memelprozeß wurde stark erörtert. Vom Publikum lagen nur wenig Aufträge vor, auch die Kulisse ist mit Eigengeschäften sehr zurückhaltend geworden.
Die ersten Kurse am Aktienmarkt lagen überwiegend etwas niedriger, später setzten sich dann meist leichte Besserungen durch. In einigen Papieren erfolgten im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Quartalsultimo kleine Abgaben. Etwas Interesse zeigte sich am Elektromarkt für AEG. mit 37,40 bis 38 (37,40), ferner waren Siemens bei kleinen Umsätzen auf 149 bis 150 (148) erhöht. Leicht befestigt waren noch Schuckert mit 102,50 bis 103,50. (102,75), Gesfürel mit 120,40 (120), dagegen büßten Licht & Kraft 1,50 v. H. und Deutsch-Atlan- ten-Telegraph 1,25 v. H. ein. Sehr fest lagen erneut Chade-Aktien auf feste Schweizer Kurse: A bis C 233 (229), Lit. D besonders stark forciert auf 231 (224). Montanaktien eröffneten zumeist schwächer, so Stahlverein mit 82,13 (82,75), Mannesmann mit 81,13 (81,50), Klöckner mit 88,75 (89,50) und Buderus mit 93,50 (94,40). Besonders schwach lagen Rheinstahl mit 103,50 nach 105,25. Höher waren noch Harpener mit 103,13 (102,50). Am Chemiemarkt gingen IG. Farben anfangs auf 143 (143,75) zurück, später waren sie auf 143,50 erholt. Deutsche Erdöl verloren 0,65 v. H., Metallgesellschaft 0,75 v. H., Goldschmidt 0,50 v. H., Scheideanstalt lagen behauptet. Von Schiffahrtswerten gaben Nordd. Lloyd 0,90 v. H. nach, Hapag blieben mit 34,25 gehalten; das Geschäft ist stark zusammengeschrumpft. Sonst eröffneten u. a.: Deutsche Linoleum 151,13 (152,25), Daimler 93,25 (93,75), Zellstoff Aschaffenburg 81 (81,65), aber Waldhof unverändert 115. Etwas höher waren Reichsbank mit 159,25 (158,90). Hanfwerke Füssen, AKU. und Feinmechanik Jetter lagen unverändert.
Am Rentenmarkt blieb das Geschäft klein. Es eröffneten Altbesitz mit 111,65 (111,70), späte Reichsschuldbuchforderungen mit 98 (97,90), Zins- vergütungsscheine mit ca. 91,30 (unv.), Kommunal- Umschuldung ließen dagegen weiter etwas nach.
Im Verlauf blieb die Haltung uneinheitlich. Weiter erhöht waren AEG. auf 38,40, Siemens auf 152 nach 150. Im übrigen waren die ersten Kurse wenig verändert. Höher bezw. etwas erholt waren noch Stahlverein mit 82,65, Nordd. Lloyd mit 35,40 nach 35,13. Im weiteren Verlauf ergaben sich indes meist Rückgänge, so bei Siemens auf 151, AEG. auf 38,13, Stahlverein auf 82. Chade A bis C zunächst bis 234, dann 232. Rheinstahl blieben auf der ermäßigten Basis von 103,50 behauptet. Am Kassamarkt waren Franks. Hyp. Bank-Aktien angeboten 97 (98,50).
Am Rentenmarkt erfuhr das Geschäft bei ebenfalls uneinheitlicher Kursgestaltung keine Ausdehnung. Etwas schwächer lagen 6 v. H. Stahlverein mit 98,90 bis 99 (99,25), 5 v. H. do. mit 96,75 (97), Zinsvergütungsfcheine mit 91,20 (91,30). Am Pfandbriefmarkt ergaben sich bei kleinen Umsätzen nur minimale Veränderungen. Stadtanleihen lagen behauptet. Von fremden Werten notierten Anatolier mit 34,50 (34,25) und 4 v. H. Goldmexikaner mit 7,35 (7,25) etwas höher. — Tagesgeld war gefragt und wurde auf 3,25 v. H. (3 v. H.) erhöht.
Wegen Beleidigung des heutigen Staates wurde der 68jährige Konrad Schäfer aus Grünberg unter Anwendung des § 51 Absatz 2 an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zehn Tagen zu 5 0 Mark G e l d.st r a f e verurteilt.
Das Gericht befaßte sich sodann mit einem Autofahrer K. aus Friedberg wegen fahrlässiger Tötung. Der Verhandlung lag folgender Tatbestand zugrunde: Am 11. Januar dieses Jahres befand sich der Angeklagte, nachdem er vorher in einem hiesigen Lokal abgestiegen war, auf der Heimfahrt nach Friedberg. Auf der rechten Seite der Frankfurter Straße ging ein 15 Jahre alter Junge aus Klein- Linden mit feiner Schwester in Richtung Klein- Linden. Die Schwester ging auf dem Bürgersteig, während der Junge auf der Fahrbahn, jedoch unmittelbar am Bürgersteig, mit der rechten Hand fein Fahrrad schob. Etwa in der Nähe des Anwesens der Fa. Kahl fuhr der Angeklagte mit außerordentlicher Wucht den Jungen an, der mit einem schweren Schädelbruch und einer etwa acht Zentimeter langen Fleischwunde zu Boden stürzte. Der Tod des bedauernswerten Jungen trat auf der Stelle ein. Durch die gestrige Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Angeklagte einmal zu schnell gefahren ist, zum anderen der wenn auch verhältnismäßia geringe Alkoholgenuß für den Zusammenstoß ursächlich war, da die an und für sich breite Straße sonst keinerlei Verkehr aufwies. Das Gericht erkannte, entsprechend dem Antrag des Vertreters der Anklage, auf eine Gefängnisstrafe von drei Monaten.
Vor den Schranken des Gerichts stand dann der schon vorbestrafte W. G. aus Gießen, dem die Anklage Rückfallbetrug zum Vorwurf machte. Der Angeklagte'brachte es fertig, auf raffinierte Weife das Vermögen meist kleiner Leute empfindlich zu schädigen. So ließ er sich unter Vorspiegelung seiner Kreditfähigkeit bei einem Schneider einen Anzug anfertigen, obwohl er genau wußte, daß er wirtschaftlich niemals in der Lage sei, den Anzug zu bezahlen. In einem anderen Falle verkaufte der Angeklagte einem Feldwebel der hiesigen Garnison eine Schreibmaschine. Einige Zeit danach bat er den Käufer, ihm die Maschine zwecks Vorführung einmal zur Verfügung zu stellen. Der Angeklagte brachte die Maschine jedoch nicht wieder zurück, sondern verkaufte sie an .einen Dritten. Aehnlich verfuhr er mit einer Frau, der er seinen Staubsauger verkaufte, diesen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen wieder an sich brachte und weiter verkaufte. Der ersten Käuferin übergab er den ihm von der Fabrik zur Verfügung gestellten Vorführungsapparat. Die Frau mußte diesen Apparat jedoch der Firma zurückgeben und außerdem den Kaufpreis ihres ursprünglich abgeschlossenen Kaufes zahlen, ohne den Apparat erworben zu haben.
Abendborfe behauptet.
Mangels besonderer Anregungen und mit Rücksicht auf den bevorstehenden Vierteljahres - Ultimo verhielt sich die Kulisse auch an der Abendbörse sehr abwartend. Auch von der Kundschaft lag nur kleine Nachfrage vor. Das Geschäft erreichte auf keinem Marktgebiet besonderes Ausmaß. Die Stimmung blieb indes freundlich, und die wieder leicht erholten Mittagsschlußkurse blieben gut behauptet. Montan- werte allerdings bröckelten gegen den Berliner Schluß meist bis 0,25 v. H: ab, Stahlverein konnten sich unter dem Einfluß der Ausführungen auf der heutigen GV. voll behaupten. Ehade-Aktien waren wieder etwas gefragt und höher, so A—C mit 229,50 (228) und D mit 227 (225). Etwas schwächer lagen Daimler-Motoren, auch Adlerwerke Kleyer gingen auf 92 nach 92,75 zurück. Am Rentenmarkt herrschte bei unveränderten Kursen Geschäftsstille. Etwas höher tagen 4,5proz. Stadt Mainz v. 26 mit
Damit ist die Erziehung zum deutschen Volkstum klar und deutlich gekennzeichnet. Damit strömt der frische Quell turnerischen Duns und Denkens in die Bahn des heutigen auf die Volkstumswerte umgebauten Staates. Und damit wird die vom Führer an dem Tag von Potsdam dem deutschen Leben wiedergegebene Richtschnur befolgt:
„Wir wollen wahren die ewigen Fundamente unseres Lebens: Unser Volkstum und die ihm gegebenen Kräfte und Werte".
Alle Turner und Turnerinnen und Sportler sollen sich in echtem deutschen Geist zusammenfinden in der großen Erziehergemeinschaft des Reichsbundes für Leibesübungen, die — nach den Worten des Reichssportführers von Tschammer und Osten — „eine verschworene Gemeinschaft von Männern und Frauen werde, die in der Einsatzbereitschaft für Ehre und Freiheit des nationalsozialistischen Staates vorbildlich fein müssen".
Turner und Turnerinnen, ihr wißt von den sogenannten völkischen Aussprachen auf allen kommenden Turnfesten. Sie sollen ein Bild ergeben, inwieweit ihr in Adolf Hitlers und Jahns Ideen lebt und gefördert seid. Wohlan, seid auf dem Plan! Zeigt den festen Willen, an euch zu arbeiten, um vollwertige Glieder in der deutschen Volksgemeinschaft zu werden, die bestehen muß, wenn unser heißgeliebtes Vaterland in Ehren und Frieden leben soll!
Die Jahnschen Turngesetze verlangen weiter: Höchste Gleichmäßigkeit in der Aus- und Durchbildung des Körpers. „Nicht der Einzelturner, nicht der Spezialist, ist das Ziel der 'Ausbildung, sondern der in allen Sätteln gerechte wehrhafte Jüngling und Mann." Und das ist gegenwärtig besonders wichtig und geradezu notwendig, da durch die Wiedereinführung der All gemeinen Wehrpflicht am 16. März der Militärdienst eine Angelegenheit des gaftzen Volkes geworden ist.
Des weiteren kommt eine erzieherische Aufgabe und ein politischer Auftrag hinzu, was Jahn in die Worte kleidet:
„Des deutschen Knaben und Jünglings höchste und heiligste Pflicht ist es, ein deutscher Wann zu werden, und geworden, zu bleiben; um für
Volk und Vaterland kräftig zu wirken.
Alle Erziehung aber ist nichtig und eitel, die den Zögling in dem öden Elend wahngeschaftener Welt- büraerlichkeit als Irrwisch schweifen läßt, und nicht im Vaterlande heimisch macht. Wer wider die deutsche Sache und Sprache freventlich tut oder verächtlich handelt, in Worten und Werken, heimlich oder öffentlich, — der soll erst ermahnet, bann gewarnt, und so er von feinem undeutschen Wesen nicht abläßt, vor jedermann vom Turnplatz verwiesen wer- den. Keiner darf zum Turnplatz kommen, der wissentlich Verkehrer der deutschen Volkstümlichkeit ist, und Ausländerei liebt, lobt, treibt und beschönigt."
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Schluck. Abend- börse
27 3
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Von nun an i toi? ein HHaula b tturj, her feinet ö biy im Parlamc D Ätzer er unter fl feiner Politik w " fpielt er auf den o »erförpert er gc H sich selbst. Zuletz i an dessen Lippe ss Pakte konservati 11 sst, hangt.
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'Amerikanische Noten Belgische Noten..................
Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten
Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener
Datum
4% desgl. Serie II .............
5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 -t!4°<>Rumän.veretnl>.Rentev.1913 4% Rumänische verclnh. Rente ..
2 7t% Anatolier ...............
turfl börse
Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. O
Ilse Bergbau ...............8
3Ife Bergbau Genüsse 6
Klöcknerwerke .............2%
Mannesmann-Röhre« O
Frankfurt a. M. |
Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abend- börsc
Schlußkurs
Schlußk. Mittag- börse
Datum
26.3
27-3
26 3
27 3
Mansfelder Bergbau.......
. 8
97,5
96,5
97,5
96,4
Kokswerke................
. 5
—
—
105
105
Phönix Bergbau...........
. 0
—
—
—
—
Rheinische Braunkohlen ....
12
208,5
207,65
208
210
Nheinstahl................
S'/r
105,25
103
105
103
Vereinigte Stahlwerke......
. 0
82,75
81,75
82,65
81,65
Otavi Minen .............
.. O
12
12
12
12
Kaliwerke Aschersleben......
.. 5
107
108,5
107
Kaliwerke Westeregeln......
. -5
109
109
110
109
Kaliwerke Salzdetfurth.....
17z
147
149
147,5
149,5
I. G. Karben-Industrie.....
143,4
143,25
143,25
Scheideanstalt.............
.. 9
209
209
—
——
Goldschmidt ..............
.. O
101
100,25
100,75
100
Rütgerswerke.............
.. 4
—
107,5
107,5
108
Metällgesellschaft...........
.. 4
95,75
94,5
95,75
94,75
Philipp Holzmann .........
.. O
89,5
89
89,75
89
Zementwerk Heidelberg ....
.. 5
119,25
118,9
-
Cementwerk Karlstadt.......
.. 4
—
-
Schultheis Patzenhofer .....
.. 4
—
—
104
103,5
Aku (Allgemeine Kunstseide)
.. O
54,5
54,65
54,65
54,9
Bembcrg.................
.. 0
116,5
116
116
—
Zellstoff Waldhof ..........
.. O
115
115
115
114,5
Zellstoff Aschaffenburg .....
.. 0
81,65
31,5
81,5
81,5
Dessauer Gas .............
.. 7
—
—
124,75
124,75
Daimler Motoren..........
.. 0
93,75
94,13
93,5
94,4
Deutsche Linoleum.........
.. 6
152,25
150,75
152
151,5
Orenstein & Koppel ........
.. O
—
—
89,5
89,4
Westdeutsche Kaufhof.......
.. 0
37
36,65
36,65
36,75
Chade ....................
.. 0
229
229,5
228
228
Accumul atoren-Fabrik......
. 12
157,5
158,5
157,75
159,25
Conti-Gummi.............
.. 8
155,5
155,5
155,75
156
Gritzner..................
.. 0
| 38,4
I 38
1 38
1 37,5
Mainkraftwerke Höchst a.M.
.. <
94,5
94,5
—
—
Süddeutscher Zucker.......
.. e
1 165,25
l 166,5
1 165
1 166
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlußkurs
Schluß!. Abendbörse
Schluß- kurü
Schluß!. Millag« börse
Datum
26 3
27-3
26-3
27 3
26. März
27-März
Amtliche Notierung
Geld | Ärief
Amtliche Notierung
Geld | Brief
0,658
0,662
0,658
0,662
58,17
58,29
58,17
58,29
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0,203
0.201
0,203
3,047
3,053
3,047
3,053
53,14
53,24
53,29
53,39
81,22
81,38
81,24
81,40
11,895
11,925
11,935
11,965
5,255
5,265
5,275
5,285
16,41
16,45
16,41
16,45
163,20
163,54
168,20
168,54
20,72
20,76
20,72
20.76
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0,699
0,699
0,701
5,649
5,661
5,649
5,661
59,81
59,93
59,99
60.11
48,95
49,05
48,95
49,05
10,80
10,82
10,83
10,85
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61,48
61,54
61,66
80,72
80,88
80,72
80,88
33,98
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34,02
34,08
10,39
10,41
>0.39
10,41
— -
—
—
—
2,488
2,492
Banknoten
2,491
2,495
8,25
8,25
—
4,7
4,45
4,5
6,75
6,75
6,65
4,2
4,13
4,1
34,25
34,5
34,7
34,25
34.65
34,5
——
—
28,5
36
35,65
35,9
81,75
81.5
81,13
109
109
83,4
83,25
83,5
84,75
85
84,75
84,75
85
84,75
158,9
159,25
159,25
37.4
38,65
37,13
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139,75
140,75
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109,75
110
122,5
121
122,5
88,75
88
88
120
120
120
113
113,25
115
—
—
—
102,75
103,5
102,5
148
150
147,75
122,5
122,5
123
94,4
93,5
94,65
103,65
103
103,5
—
—
—
102,5
103,5
103
—
—
93,9
149
——
149
123,9
124
124
89,5
89,5
90,25
82
81
81,9
Anslos.-Nechten .....:.......
4l/i% Deutsche Reichsvostschatzan, Weisungen von 1934, I.......
6% ehem.8»/o Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............
*7i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........
67i% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ...
*7i% ehem. 8% Darmst. Komm.
Landesb.Goldschuldverichr. 91.6 Oberhessen 'Provinz-Anleihe mit
Auslos.-Rechten .............
Geld
Brie'
2,443
2,463
52,40
52,70
53,08
53,30
11,90
11.94
16,36
16,42
167,78
168,46
20,46
20,54
59,83
F0'07
___
61,33
C1,57
80,39
61,71
33,55
R0,69
—
33^


