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Kr.Z4 Drittes Blatt Siebener Anzeiger «Senerai-Anzeiger für Gberheiien»____________vomer§tag,r8.Märri?rL

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Frankreichs afrikanische Gorgen

art, daß die Aufstände wohl erklärlich sind. Die algerischen Agrarprodukte, sind fast unabsetzbar, der algerische Wein ist unverkäuflich, und nur die we­nigen Erzeunisse der algerischen Industrie haben einen beschränkten Absatzmarkt.

Das gleiche gilt für Tunis, das unter einem französischen Residenten steht. Hier kam es bereits im vorigen Jahre zu Krawallen, denen sich auch die Italiener anschlossen. Von den 2,5 Millionen, die dieses französische Protektorat bewohnen, sind rund 100 000 italienischer Zunge. Tunis liefert hauptsächlich Getreide, Wein und Del. Es steht an vierter Stelle der Ausfuhr Frankreichs, an der zweiten nach Algerien, wenn man die französische Einfuhr betrachtet. Aber auch die Tunesier sind, zumal ihnen die Zollfreiheit fehlt, die Algerien vor ihnen voraus hat, unter einer unfähigen Verwal-

Volksgenossen, Turner und Turnerinnen! Der heutige Abend, an dem unser Turnverein in voller Stärke mit allen seinen Abteilungen auf den Plan tritt, soll ein turnerisches Bild der Ganzheit, der Geschlossenheit darstellen. Um das zu erreichen, muß auch einer neuen Seite des Turnbetriebes gedacht werden, der in den führenden Turn- und Sport­kreisen die allergrößte Bedeutung beigemessen wird. Es ist das D i e t w e s e n , das sich an die Volks­tumsarbeit, wie sie der neue Staat erstrebt, an­lehnt. Heimat und Scholle, Blut und Boden, Rasse, Sitten und Brauchtum unserer Vorfahren sind Be­griffe, in die der nationalsozialistische Staat seine Wurzeln schlägt und von wo er seine Kräfte holt.

An dem gewaltigen Erneuerungswerk Adolf Hitlers mitzuarbeiten, ist auch in hervorragendem Maße die Deutsche Turnerschaft berufen. Wer von uns das deutsche Turnfest in Stuttgart vielleicht das größte Volksfest, das je gefeiert wurde mib

krächzte er mißtönend, und das Horn begleitete feine Weizenweise mit abgerissenem Tuten.

Er eggte gemächlich die Saat ein, den schimmern­den Weizen, wühlte in die frischen Erde auch die goldenen Körner, ausgestreut von der Weltsäerin, der Sonne, und begrub die versprühten und ver­lorenen Wjldnistöne und Klangperlen der Vögel; im Sommer konnten sie wieder auferstehn, schwerer, reifer Weizen, volle Aehren, im Wind schwankend, das begrabene Licht leuchtet von neuem, angefacht in den Sternen der Ackerblumen, und über ihnen schwillt der Vogelgesang, schmetternd in Feld und Wald ...

eindruck auf sich wirken lassen. Die junge Schau­spielerin Camilla Horn gibt hier eine große Leistung, die erheblich über das hinausreicht, was man in früheren Rollen von ihr zu sehen bekam: sie hat diesmal mehr zu bieten als ein süßes Ge­sichtchen, sie spielt mit einer Uebersicht, einer wachen Konzentration und mit dem ganzen Einsatz eines starken Gefühls, den die Rolle von ihr fordert. Ivan P e t r o v i ch , groß, elegant und männlich, Offizier, Kavalier und Liebhaber in einem, ist ihr ein ebenbürtiger Partner. Ernst D u m ck e , vor­züglich in der Rolle des dekadenten Großfürsten, Winter st ein, Gülstorff und die S a n d r o ck heben sich aus dem figurenreichen Ensemble her­aus. Im Beiprogramm zu diesem vom Durch­schnitt erfreulich abweichenden Film bringt das Lichtspielhaus ein Lustspiel, einen interessan­ten BildberichtLeuchtende Fenster" und die neue Wochenschau der Ufa.

Chinesische Räuber modernisieren sich.

Zwar wird es einem ojm Räubern Ueberfallenen ziemlich gleichgültig fein, ob man ihn mit einer Lanze, einem Vorderlader oder einer Maschinen­pistole bedroht, doch darf er überzeugt sein, daß, wenn ihm ein solch peinlicher Augenblick in der Mandschurei oder in China zustößt, die Räuber mit den modernsten Waffen nicht nur versehen sind, sondern mit ihnen auch ausgezeichnet umzugehen verstehen. Vielleicht liegt es daran, daß cs sich bei den Banditen jener ostasiatischen Zonen fast immer um abgelohnte oder entlaufene Soldaten handelt, die nunmehr auf eigene Gefahr Krieg mit der Um­welt führen. Die Forderung eines hohen Lösegeldes wird zwar immer wieder bei reichen oder vor­nehmen Reichen versucht, aber bei der gegenwärti­gen Währungskrise, die auch Asien nicht werschont hat, weiß ein schlitzäugiger Räuber nie, welchen Kaufwert die Summe hot', die er fordert. So suchen sich die chinesischen Banditen mehr an Waren zu halten, wobei sie zuweilen eine große Vorliebe für die neuesten Errungenschaften der Technik zeigen. Der spanische Pater Lopez, der in einer chinesischen Provinz von Räubern Überfallen wurde, kann cm Lied davon singen. Bei dem Versuch, den Räubern zu entfliehen, brach er sich ein Vein und geriet in ihre Gefangenschaft. Als Lösegeld verlangten die Banditen von ihm zwei Kurzw.-llen-Radiosender, drei Empfänger, verschiedene Arznämittel und eine höhere Geldsumme. Lieber das Geld wollten sie noch mit sich reden lassen, auf die Lieferung der Radioapparate jedoch legten sie den größten Wert. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß sie die Apparate uir technischen Vervollkommnung ihrer Ueberfälle benötigen.

tung völlig verarmt und damit ist der Nährboden für Krawalle gegeben.

In Marokko schließlich ist zu den Leiden der übrigen eingeborenen Staaten noch die Tatsache zu verzeichnen,'daß es als Protektorat von unruhigen Grenzvölkern in Atem gehalten wird und daß sein Handelsverkehr mit Frankreich einem 12^2prozen- tigen Ausfuhrzoll untersteht, sodaß auch in diesem Lande im letzten Jahr ein Sinken des Warenver­kehrs zu beobachten war.

Kürzlich hielt Frankreich eine Reichskonfe­renz seiner Kolonien ab. Die Besprechungen ver­liefen ergebnislos. Es hat sich nichts an den Zu­ständen geändert, sie sind sogar noch schlimmer ge­worden, 'und Frankreich steht heute vor der Auf­gabe, seine Kolonialpolitik r e v i d i e r e n zu muffen. Der frühere Ministerpräsident D a l a d i e r will den Eingeborenen von Algerien das Bürgerrecht geben. Aber mit rein politischen Mitteln ist nicht mehr zu helfen.

Gegen RichardHofmann wurde ein Ama­teur-Verfahren eingeleitet, da er Fußballspiel und Geschäft in unzulässiger Weise verquickt haben soll.

Als Schiedsrichter des Wasserball-Länder­kampfes Deutschland Ungarn im Juli in Budapest wurde der Belgier D e l a h a y e bestimmt.

erlebt hat, weiß, welch erhebender Augenblick es war, als der Führer auf der Festwiese erschien und zu den 70 000 aufmarschierten Turnern und Turnerinnen sprach, besonders als er sagte:

Als Kanzler des deutschen Volkes und Reiches bewegt mich Freude und Stolz, in dief.er wun­derschönen Hauptstadt des Schwabenlandes deutsche Männer und Frauen begrüßen zu können, die als beste Repräsentanten der Lebenskraft unseres Volkes anzusprechen sind. Sie kommen von überall her, wo es Deutsche gibt. Sie künden als Angehörige aller Stämme uns die Einheit der großen Nation."

Das war ein festes Bekenntnis zur Deutschen Turnerschaft und eine Anerkenntnis ihrer Arbeit. Und als er zum Schluß die Worte sprach:Ich will nicht von Ihnen scheiden, ohne daß ich Sie

Europameister im Federgewichts- boxen wurde der französische Meister Maurice Ho l tz e r , der den Italiener T a m a g n i n i am Dienstagabend im Pariser Sportpalast über 15 Run­den nach Punkten schlug.

Aussaat im Frühjahr.

cm Friedrich Schn.ck.

Der Junge war mit dem Knecht ins Feld gefah­ren, das an den Saum eines Buchenwaldes grenzte. Im Waldesschweigen jubilierten Finken und Am­seln. Moosgerüche wallten aus den Gründen, der Helle Bach läutete durch die Wiese. Der Junge wollte sich auf eine besonnte Stelle am Bachrand niederlassen, da fiel ihm die Warnung seiner Mut­ter ein, es sei ungesund, in Monaten, deren Name den BuchstabenR" enthalte, sich auf die Erde.zu setzen, da man sonst krank werde. Man war noch im April. Er holte das Kutschbrett des Wagens und hockte sich darauf.

Dre Knecht stapfte in den Ackerfurchen. Er machte Frühjahrsbestellung. Abgemessenen Schrittes ging er in den Feldzeilen und warf die Körner aus sei­nem blauen Säerschurz. Der Junge sah ihm zu. Schimmernd schwirrte der Flug der Weizenkörner aus der fleißigen Hand. Die Sonne streute zu der Hellen Weizen'saat ihre goldenen Lichtkörner-, das ganze frühe Feld leuchtete. In den Lüften wirbelten die Vogeltöne, und die windflinken Amseln stoben von Waldflur zum Wald, von der Höhe zum Hang. Aus ihren Schnäbeln tropften Locktöne und Wild­nisklänge: Dogellieder säten sie in das weite Feld der Frühlingserde. Der Junge lauschte ihnen, die herbe Süßigkeit des Tages durchdrang sein Herz: der bittere Duft der Hölzer, der Rinden und der Waldkräuter umwogte ihn. Der Bach strudelte, die Wellen blitzten. Er rollte herab aus den Baum- flüften, wo die Buchen, die Linden und die Lärchen grünten. Was hatten die Wellen auf ihren Einsam­keitswanderungen erlebt? Den Tod eines ertrinken­den Käfers? Spinnen im Silbernetz, in der Frühe gesponnen und am Abend zerrissen durch die angst­volle Hast eines Hasen? Waren die Feuersalaman­der, seltsam gefleckt und abenteuerlich, schon aus ihren Erdlöchern gekrochen? Würde das Finger­hutkraut wieder so wild und giftig lodern wie im letzten Jahr, als er mit dem Vater zum PZald ging?

Er gab sich dem Klang des Wassers, der Wärme und seinen Träumereien hin. Unermüdlich säte der Knecht. Das Weizenfeld war groß und jeder Winter allzu lang. Der Sämann psal'modierte beim Schrei­ten feinen frommen Saatsspruch:

Ich säe meinen Weizen auf das Land Durch der Mutter Gottes ihre Hand, Ich säe meinen Weizen auf das Land Und nicht auf Brand,

Durch der Mutter Gottes ihre Hand. Gelobt \n Jesus Christus?

Mit berechtigter Sorge schaut Paris auf die U n- c ruhen in Nordafrika, die nur teilweise eine c Folge der Wirtschaftskrise sind. Nachdem ausgangs c des vorigen Jahres im fernen Indochlna, das i erst in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhun- « derts erworben wurde, blutige Aufstände ausbra­chen, die mit französischer Rücksichtslosigkeit nieder- i geworfen wurden, ist in Nordafrika ein dop- : netter Unruheherd entstanden. An und für sich i vetrachtet Frankreich Algerien als Fortsetzung i des französischen Mutterlandes. Es hat daher eine andere Verwaltung a l s Tunesien und vor allem Marokko, dessen Hauptstadt Fez noch bis heute unter Ausnahmezu- . stand steht. Die aufständische Bewegung wird ein­mal durch panislamitische Bewegungen hervorgerufen, die ihren Ursprung in den Sitzen des Islam, hauptsächlich in Kairo und Damas­kus haben. Diese Bewegung wendet sich vor allem gegen das Prinzip Frankreichs, die Araber oder die anderen Angehörigen der mohamedanischen Nation als Staatsbürger zweiter Klasse zu behandeln. Hinzu kommen vor allem in Algerien die Treibereien europäischer K o m m u n i st e n. Während Frankreich mit Moskau zur Niederhal­tung Deutschlands paktiert und offiziell im sowjet- russtsch-fran'.ösischen Vertrag ausgemacht war, daß der Bolschewismus sich jeder Propaganda auch in den französischen Kolonien enthalten wolle, ist es offenkundig, daß Moskaus Sendboten gerade die Eingeborenen gegen diebefreundete Macht" Frankreichs aufzustacheln bemüht sind.

Man vergißt immer, daß Frankreich heute die zweitgrößte Kolonialmacht der Welt ist, daß, nach­dem es durch England seine amerikanischen riesen­haften Besitzungen mit Kanada verlor, im vorigen Jahrhundert begann, sich diese neue Kolonialmacht zu errichten, von denen allein die 20 Millionen Jn- dochinesen rund ein Drittel der farbigen Franzosen ausmachen. Die wichtigsten Kolonien liegen aber in der nordafrikanischen Zone. Sie sind erkämpft wor­den zum größten Teil mit fremdem Blut, hauptsäch­lich deutschem, das in den Fremdenlegionen diente * und verblutete, während der Franzose selbst als gemeiner Soldat kein Bedürfnis hat, in-die Kolo­nien zu gehen. Als vor hundert Jahren unter dem Bürgerkonig Louis Philipp Algerien erobert wurde, konnte der französische Staatsmann Passy behaup­ten, und die Mehrheit der französischen Bevölkerung stimmte dem zu:Der Besitz von Algier ist für Frankreich eine Bürde und ein Schaden zugleich." Algier wurde direkt der französischen Jnnenver- waltung unterstellt. Erst später, nach 1870, wurde Tunis erobert und den Italienern geradezu vor der Nase weggeschnappt. Bei den Italienern stürzte darüber Cavour, in Frankreich der Staatspräsident Ferry. Die Opposition in der Kammer bekämpfte Tunis alsnationales Unglück" und besonders

alle bitte, eine Minute lang des Mannes zu ge­denken, der einst verkannt, verspottet und verfolgt, doch Vater war einer umwälzenden Bewegung, und dem wir auch dieses wunderbare Fest ver­danken: Ludwig Jahn!", da wußten wir, was ihm Jahn bedeutet. Da mußten wir begreifen, daß seine Ideen parallel mit denen von Turnvater Jahn liefen. Und seit dieser Zeit ist es uns imm:r klarer geworden, daß Jahns Leben, Streben, Rin­gen, Kämpfen und Arbeiten um und an Deutsch­land nichts anderes war als das, was unser großer Führer will. So ist uns Jahn heute näher ge­rückt, naher gerückt durch den Führer selb?!, so nahe wie er uns niemals war. Sein ganzes W'.rken soll deshalb Allgemeingut des deutschen Turners, der deutschen Turnerin werden. Er muß uns Muster und Vorbild, der Richtungspfeil auf unse­rem Marsch im neuen Vaterland sein. Auf ihn hm- zuweisen, seinen Geist lebendig werden zu lassen, sein Werken und Wirken im Rahmen der politischen Erziehung zu beleuchten, das ist mit Aufgabe des Dietwartes. .

Seit vorigem Jahre ist durch den Recchssport- führer v. Tschammer und O st e n das Dcet- wesen eingeführt und das Amt des D i e t w a r t s geschaffen worden. Jeder Turn- und Sportverein mußte einen solchen bestimmen. Was heißt biet? Aus dem 8. Jahrhundert stammt die lateinische Formtheodiske von dem althochdeutschen Wort: Theoda, das Volk. Mittelhochdeutsch heißt es diet, diutisk, deutsch.

Dietmar! bedeutet also Deutsch- oder Volks- wart, d. h. Erhalter, Pfleger, Erzieher zu all dem, was zum Volke, zum Volkstum, .zum

Deutschtum gehört.

Jahns Bedeutung liegt nicht nur darin, daß er in des Vaterlandes Notjahren das Turnen ernfuhrte, um junge Menschen wehrfähig zu machen. Nein, er war nicht nur Turnpädagoge, sondern er verband und das war ebenso wichtig mit dem, was er kurzTurnen" nannte, eine bestimmte Lebensfüh­rung, eine politische Zielsetzung. Nach sei­nen eigenen Worten sollten alle Leibesübungen T e i l' d e r V o l k s e r z i e h u n g, d. h. A n e r - Ziehung zum angestammten deutschen Volkstum sei n". Jahn war der erste, der vor­ausahnend erkannt hatte, daß die Weltanschauung aller einmal geeinten Deutschen nur eine völ­kische sein müsse. Deshalb ist er uns heute mehr als nur ein Vorbild der Turner; er ist zum Heros unseres gesamten Volkes geworden.

Damit rückt Jahn mit seinem gesamten Schrift­tum wieder mehr in unfef Gesichtsfeld. Wie kenn­zeichnet er den Geist der T u r n g e s e tz e? Er sagt:

.Gute Sitten müssen auf dem Turnplatz mehr wirken und gelten als anderswo weise Gesetze. Die höchste hierti verhängende Strafe bleibt immer der Ausschluß aus der Turngemein­schaft. Man kann es dem Turner, der eigentlich leibt und lebt und sich wahrhaftig erweiset, nicht oft und nachdrücklich genug einschärfen, daß keiner den Adel der Seele und des Leibes mehr wahren müsse, denn gerade er. Am we­nigsten darf er sich eines Tugendgebotes darum entheben, weil er leiblich tauglicher ist. Tugend- sam und tüchtig, rein und ringfertig, keusch und kühn, wehrhaft und wahrhaft fei fein Mandel.

Das andere entehrt, schändet auch ihn."

Unter dieser Urnreißung des sittlichen Gesetzes des Turnerturns legt Jahn fest die u n l ö s b a r e E i n- heit von Leib und Seele als jede Voraus­setzung menschlichen Persönlichkeits­wertes. Turner und Turnerinnen, das müßt ihr euch besonders einprägen: die Einheit von Leib und Seele, von Körper und Geist; .nicht einseitige Aus­bildung des Körpers, sondern auch Pflege der gei­stigen und sittlichen Kräfte. Daran habt ihr zu ar­beiten. Das erfordert Selbstzucht; dabei Hilst aber auch die Kameradschaft. Es ist eine Ehre, der deut­schen Turngemeinschaft anzugehören und damit eine Selbstverständlichkeit sich ihrer würdig zu erweisen.

Turnvater Lahns Bedeutung für den LurnSeirieö der Gegenwart. Ansprache des Dietwarts des Turnvereins Krofdorf bei einem Werbeabend.

durchführen, und der Sieger dieses Treffens würde mit Max Baer um den Titel kämpfen.

Kurze

Die Deutschen Kunstflug-Meister- schäften wurden vom 18. und 19. Mai auf den 11. und 12. Mai vorverlegt. Austragungsort bleibt Stuttgart-Böblingen.

Wales schlug Irland im Fußball-Länder­kampf am Mittwoch sicher mit 3:1 (2:1). Das Tref­fen, das vor 20 000 Zuschauern in Wrexham statt- fanb, wurde von dem deutschen Schiedsrichter Dr. Säumens in ausgezeichneter Weise geleitet.

Die Körner schwirrten, und die Finken schmetter­ten zuversichtlich Waldwirbel. Bis an die weißen Frühlingswolken empor schlug das lichte Grün des auf- und niedersteigenden Waldes; es war, als wollten die Berge mit breiten Laubflügeln in den Himmel fahren. Sie waren berückt.

Als der Junge Hunger verspürte, nahm er aus seiner Tasche ein großes Stück Bauernbrot, das ihm die Magd vor der Ausfahrt zugesteckt hatte. Ohne das Brot hätte er wahrhaftig Hunger leiden müssen, denn die frische Luft hatte seine Eßlust er­regt. Wunderbar schmeckte ihm das kräftige Brot. Den Geruch des Waldes er dazu, den Dunst der fruchtbaren Erde.

Inzwischen war der Knecht mit der halben Aus­saat fertig, er kam herhei und setzte sich zu ihm. Er kramte sein Brot hervor und frühstückte eben­falls. Einen Wolfshunger hätte er schon wieder, die Saat mache ihm Luft. Leider habe er nichts zum Brot, er müsse eben seinen Daumen als Fleisch darauflegen. Er lachte über seinen Witz und biß gie­rig. mit breitem Mund, in seinen Keil Brotes.

Glitzernd schoß das Bachwasser vorüber, hinein in die offene Welt. Am Waldweg standen die Kühe und beschnüffelten Grünes. Nach dem Frühstück kappte der Knecht mit bepi Brotmesser am Bach einen Weibenzweig, dessen glatte und durchsästete Rinde ihm zum Schneiden eines Kuhhorns, einer Art Hupe, geeignet erschien. Er löste die Rinde in einem breiten Streifen ab und brummte dazu den Bubenvers:

Pfeifchen, Pfeifchen; geh, Geh mit mir zürn See, Geh mit mir zum Brunnenhaus, Schaun drei schöne Jungfern raus: Die eine spricht leis, Die andre schwätzt weis, Die dritte spricht klar Das Pfeifchen ist gar ..

Fertig das Pfeifchen. Vergnügten Gesichts über­reichte der Pfeifenmacher dem Jungen die Rinden­schalmei, und dieser brachte einen Ton hervor, der dem Röhren eines Hirschen glich. Hohl warf der Wald das Echo zurück. Der Junge lief ein Stück in den Hag, durch die Bäume hallte sein Horn. Der Knecht lachte schrill und fuchtelte, dem Klange lau­schend, mit den Armen wie ein Erdgeist. Dann spannte er die Kühe vor die Egge und zog sie über bas halbe besäte Feld. Zum Schall des Kuhhorns trottete er hinter der Egge, sie mit dem Fuß zurechtstoßend, wenn sie aus der Zeilenbreite rutschte.

Meinen Weizen will ich eggen, Die Vögel sollen ihn nicht entdecken Amen! Amen! Amen!

Lippert, Gpielvereinigung 1900 spielt in Marseille.

Die Mannschaft

für den Kampf gegen Südoftfrankreich.

Für den am Sonntag in Marseille stattfindenden Fußballkampf zwischen Südostfrankreich und Süd- deutschland wurde jetzt die süddeutsche Els endgültig wie folgt aufgestellt:

Tor: Müller (Freiburger FC.);

Verteidigung: Conrad, liefe! (beide Ein­tracht Frankfurt);

Läuferreihe: Heermann (SD. Waldhof), Kiefer (Wormatia Worms), Lippert (Gießen 1900);

Sturm: Hessenauer, Wenzelburger (beide VfL. Neckarau), Damminger (Karlsruher FD.), Förschler (Feuerbach), Fath (Wormatia Worms).

Mannschaftsbegleiter sind Dr. R a ß b a ch (Wies­baden) und Bundesspprtlehrer O ß w a l d (Frank­furt.

(5dtme!in$ soü erst Braddock boxen.

Die Neuyorker Athletik-Kommission bestimmte auf einer Sitzung, daß als erster Anwärter auf die Schwergewichts-Weltmeisterschaft der Amerikaner James Braddock gelte. Der Madison Square Garden soll einen Kampf Schmeling Braddock

Georges Clemenceau tat sich dabei hervor. Aber die französische Kolonialpolitik, von Bismarck begün­stigt, kümmerte *sich nicht um die Kammer. Man nahm Madagaskar und Indo-China und gegen alles Recht Marokko. Die beiden Staaten Tunis und Marokko haben noch ihre Herrscherhäu­ser, ihren Sheriff und ihren Bey, sie sind aber nichts als Strohpuppen und unterstehen der fran­zösischen Kolonialverwaltung, die derartig büro­kratisch vorgeht, daß in Frankreich selbst die Kolo­nien sehr wenig populär sind und in den Kolonien die eingeborene Bevölkerung sich jetzt gegen die Willkürmaßnahmen auflehnt.

Dabei ist es bezeichnend, baß vor allem in Al­ge r i e n, also in einem Lanbe, das von den Fran­zosen als ein Teil Frankreichs bezeichnet wird, die Unruhen nicht aufhören wollen. Frankreich hat in Algerien den größten Abnehmer fei­ner Produkte. Im Jahre 1933 stand es mit über 650 Millionen an der ersten Stelle, während es 1913 erst an der oierten Stelle stand. Zwischen Algerien und Frankreich bestehen keinerlei Zoll­schranken, aber die Lage der Eingeborenen ist der-

Der letzte Walzer/'

Dieser Film, eine Produktion der wenig bekann­ten Gnom-Tonfilm G. m. b. H. in Berlin, ist nach der OperetteDer letzte Walzer" von Oscar Strauß gedreht worben. Aber es ist nicht nur nicht bas übliche konventionelle Klischee einer Filmoperette daraus geworben, überhaupt keine Operette außer einem russischen Solbatenchor wirb kein Ton gesungen, sondern ein ausgezeichneter, etwas romantischer und ungewöhnlich spannender Spielfilm: großzügig, stilvoll und sehr gepflegt in der Inszenierung wie in der Besetzung. Die Welt des alten Petersburg vor dem Kriege gibt der Handlung einen glänzenden Rahmen. Auf einem Ballfest mit großer Gesellschaftsszene, Ballett, Tanz, Flirt und oberflächlichen Gesprächen entspinnt sich eine Liebesgeschichte, die, noch kaum begonnen, zu einem unerhörten Skandal führt: als der Groß­fürst, d'-r -als Vertreter des Zaren bas Fest mit seiner Anwesenheit auszeichnet, ber jungen Dame zu nahe tritt, ber einer seiner beiden Adjutanten eben seine Liebe erklärt hat, kommt es zu einem bösen Austritt; ber junge Offizier läßt sich zu Tät­lichkeiten hinreißen unb bamit scheint, in mehr als einem Sinne, sein Schicksal besiegelt zu sein: es geht um Tob unb Leden, um Glück, Ehre und Freiheit. Sibirien ist das Mindeste, was den Ad­jutanten erwartet. Don dieser vzene ab erhält die Handlung ein unheimliches Tempo und eine -er­regende Spannuna;. ber Beschauer wird unwider­stehlich in einen Wirbel bewegter, schnell wechseln­den Szenen hineingerissen, deren innere Geladen- heit nichts mit den üblichen Effekten eines durch­schnittlichen Operetten-Librettos gemein hat. Es soll darauf verzichtet werden, zu beschreiben, wie diese wahrhaft ungewöhnliche Liebesgeschichte sich entwickelt, verwickelt, steigert und entwirrt: das ist vom Regisseur Georg Jacoby mit sicherem Blick unb sicherer Hanb gestaltet, und ber Beschauer sollte es sich nicht erzählen, sonbern im bewegten Augen-