Kläranlage 64, ist erloschen.
Nachdruck verboten!
16 Fortsetzung
Die Lfflan-stöchter und ihre Kreier.
Vornan von 3- Schneider;?oerstl.
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ler in der Zubereitung vermieden wurden und Ne Brühe unbegrenzt haltbar bleibe. Durch Zusatz von Kalk feinster Mahlung sei ferner erreicht worden, daß ein Verstopfen der Spritzen nicht mehr vor* komme und der Strahl den Baum in feinster Der. teilung treffe. Zum Schluß gab der Redner noch Auskunft über die Zusammensetzung der Spritz- mittel und über das Ausmaß der geldlichen Aufwendungen. Der Preis, der für gutes Obst erzielt werde, wiege die Unkosten für die Schädlings- bekämpfung bei weitem auf. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache an, die noch eine ganze Reihe wichtiger Punkte berührte. Die übliche Gratisverlosung von Dahlien und Frühlingsblumen brachte für jeden Besucher einen Gewinn.
zu dürfen und folgte ihm. Waldl schnupperte an ihrem nassen Beinkleid und wedelte beifällig, als
gelingt, vom Dorf aus den Geist in der Stadt zu ändern, wird es auch in der Stadt ein Weiterleben
von auf den Ofen gelegt haben.
Pöttmes lag mit offenen Augen und wartete. Schon nach wenigen Minuten kamen ruhige, gleichmäßige Atemzüge zu ihm herüber. Langsam wandte er oen Kopf wieder nach der anderen Seite und blickte durch das Dunkel. Barthelmes Bett stand am Fenster und bekam etwas von der Helle des Schnees draußen ab. Nach einer Weile konnte Niels die Umrisse des Gesichtes drüben undeutlich erkennen. Das Haar, von dem es umrahmt wurde, erschien in dem fahlen Lichte beinahe weiß. Die Hände lagen über der Brust gekreuzt. Er mußte immerzu auf diese Hände schauen. Als ob sie aus Wachs wären, so still und reglos ruhten sie.
Das Mädchen mußte über die Maßen erschöpft fein, daß es so ohne weiteres eingewilligt hatte, mit einem fremden Manne das Zimmer zu teilen, nur erfüllt von dem einzigen Wunsche, sich ausstrecken zu können.
Don draußen kam jetzt kein Lichtstrahl mehr. Barthelmes hatte die Kerze gelöscht. Ein Hauch von vertropfendem Wachs wehte durch die Ritzen. ' Genau so hatte es gerochen, als sein Dater auf-
Blut und Boden!
Oer Landesbauernführer vor den oberhessischen Juristen
ie den Rucksack abnahm und auf die Bank gleiten ließ. „Ich habe nicht mehr geglaubt, daß ich es chaffe."
„Wann sind's denn weg unt'n in Bruck?"
„Um zehn Uhr vormittag."
„Und setzt is elfe nachts!"
Klaudine schauerte zusammen und zog den Hund, der neben sie auf die Bank gesprungen war, an sich, um dessen Wärme zu fühlen. Ihr Gesicht schimmerte weiß, und die Augen waren rot unterlaufen.
die Versammlung mit der geschäftl daß am 5. April auf dem (Bleib lungslager für z w e i 5™ wird, an dem sich nicht nur jüngere Juristen, sondern auch ältere Amtswalter des Bundes beteiligen ollen. Die Gebühren betragen 50 Pfennig bis 3 Mark. Für die Teilnahme am Kursus wird Urlaub gewährt, der nicht auf den ordentlichen Urlaub angerechnet wird. Jeder Bezirk muß zwei Vertreter entsenden, die sich freiwillig melden können. Nach einem besonderen Gruß sprach dann der in Begleitung des SS.-Standartenführers Jako- ber und seines Stabes erschienene
gebahrt war ... Trotz der vielen Jahre, die darüber vergangen waren, hatte Niels es noch klar in Erinnerung. Wie überhaupt alles, was sich an die- en Tag knüpfte: Bobs verzweifeltes Weinen, und wie der Bruder immer und immer wieder feinen Kopf mit dem verwirrten Haar an feinen Hals gedrückt hatte, als sollte er, der ältere Bruder, ihm nun den Toten ersetzen. Henriettes weißes, farbloses Gesicht, mit den rotgerandeten Augen. Und er elbft, sprachlos, noch ganz von der Unbegreiflichkeit des Geschehens erfüllt, daß dieser Mann, der noch gestern in aller Vollkraft des Lebens gestanden hatte, nun stumm und leblos auf dem Bette lag.—
Von Klaudines Lager herüber kam jetzt ein Stöhnen. Dann warf sich der Mädchenkörper nach bet* Seite. Das Gesicht war jetzt dem seinen zugekehr^ „Wissen Sie, wo die Karrer-Hütte liegt, Herr Dok« tor? — Danke!"
Niels lächelte nachsichtig. Toll, daß man in seinen Träumen so oft verriet, was man im Wachsein nie und nimmer preisgegeben hätte. Vielleicht sprach sie noch mehr.
Aber Klaudines Mund schwieg.
Unbewußt fielen auch Pöttmes die Lider zu.
Spritzung. Ferner hörte man von den Eigenschaften der Kupferkalkbrühe als Bekämpfungsmittel für eine Reihe von Krankheiten, von denen Stachelbeeren, Sellerie, Bohnen, Kartoffeln, Steinobst, Nüsse usw. befallen werden. Ein weiterer Grund, daß die Be- kämpfung der pilzlichen Obstbaumkrankheiten noch nicht Allgemeingut der Obstzüchter geworden sei, könne darin erblickt werden, daß die Herstellung der Brühe aus gelöstem Kupfervitriol und Kalk zur Neutralisierung zu umständlich sei. Diesem liebel= stand sei zur Zeit dadurch begegnet, daß die chemische Industrie Präparate herausgebracht habe, bei denen das Kupfer nicht durch Schwefelsäure umgesetzt werde. Man verwende hierfür Salzsäure und )abe damit erreicht, daß Verbrennungen durch Feh-
Die Finger sahen blau und steif aus.
Barthelmes bemerkte das alles und nickte grimmig: Das war nicht die erste, die so kam. Da meinte o ein Frauenzimmer, wenn es ein Paar Skier an die Füße schnallte, ging es schon auf und dahin. Ja, oder was! „Wa hab'ns denn so lang brauch'» könna, da herauf?" fragte er fast vorwurfsvoll.
„Ich glaube, ich habe unterwegs geschlafen ..." „Jesus Maria! Da is a Wunder, daß überhaupt wieder aufg'wacht san."
„Der Hund hat mich geweckt", sagte Klaudine und blickte sehnsüchtig nach der roten Glut des Herdes. Und auf dem Herde stand ein Topf voll Milch, dick und fett von einem unbestimmbar anheimelnden Geruch, der bis zu ihr herüberkam.
Barthelmes begriff sofort und holte eine Schale davon. „Is aber hoaß!" mahnte er, als das Mädchen diese gierig an die Lippen hob. „Möcht'ns a Stückerl Brot oazua?"
„Bitte."
Eben als ihre Zähne in die schwarze Rinde bissen, kam aus der Kammer nebenan ein Räuspern. Klaudine legte das Brot auf den Tisch und sah Barthelmes fragend an.
Der schluckte erst, ehe er Bescheid gab: „Hüttengast. Der hat sich den Fuaß broch'n und sonst noch allerlei Schrammen bei der Abfahrt g'holt. Do liegt er halt bei mir, bis er wieder talab kann. — Mög'ns noch a Schlückerl Milch? Is scho no ane do."
Klaudine schüttelte den Kopf und legte ihn bann befriedigt gegen die braune Holzwand. Dort drinnen lag also Niels. Und morgen würde sie ihn sehen. „Verlieb' dich nicht", hatte Luzie beim Abschied gesagt. Sie dachte gar nicht daran. Sie war lediglich gekommen, um Henriette einen Dienst zu erweisen.
Als Barthelmes wieder nach ihr hinsah, lehnte ihr Kopf noch immer gegen die Wand, aber ihre Lider waren herabgefallen: Sie schlief.
** Dien ft Jubiläum. Wie wir hören, beging in diesen Tagen der in weiten Kreisen bekannte Kas- ierer der Commerz- und Privat-Bank, Herr Georg F r u t i g , sein 25. Dienstjubiläum. Ebenso kann der Vorsteher der Zweigstelle Alsfeld dieser Bank, Herr Hans W i l l e , am 1. April d. I. diese Feier begehen.
**DieSperrzeitsürTauben. Im heutigen Anzeigenteil werden die Besitzer von Tauben von der Bürgermeisterei aufgefordert, während der Saatzeit vom 1. April bis I.Mai die Tauben in ihren Schlägen zu behalten, andernfalls die Tiere abgeschossen und die Besitzer bestraft werden.
** Erloschene Schweineseuche. Die Polzeidirektion Gießen teilt uns mit: Die Rotlaufseuche in dem Schweinebestand des Ernst W a l l -
Als Niels am anderen Morgen erwachte, war! von seiner Schlafgenossin nichts mehr zu sehen.
Aus der Stube aber tönte wieder die volle, dunkle Stimme, die er gestern nacht gelauscht hatte, und es war wieder dasselbe leise Singen in ihn» Nun lachte sie. Ein helles, unbeschwertes Lachen, Nicht zu laut, gerade so, wie es eben zu dieses Stimme paßte.
Barthelmes rauher Baß war heute, als hätte es Del getrunken. „Wann's aber jetzt nimmer auf- g'wacht wär'n, gestern nacht, und tät’n jetzt maus« tot unterm Schnee lieg’n, was mär’s nachher, ha?"
„Dann wär' es eben aus", sagte Klaudine. „Hiev habe ich ein Päckchen Tabak mitgebracht. Sie rauchen doch?"
Er nahm es mit einem Nicken langsam an sich^ „Rauch'n tua ich scho."
„Könnten Sie mich heute noch hier behalten? Ich bin so müde."
Barthelmes brummte ein halbes „Ja" und fragte dann: „Wird sich niemand forg’n, wann's net zur rechten Zeit eintreff'n?"
- „Niemand. — Mein Gott", sie machte einen Sprung nach dem Herd und zog die eben aufzischende Milch vom Feuer, bückte sich, und nahm einen Topf aus dem Geschirrkasten. Der Alte fand ihre Sicherheit nicht weiter verwunderlich. DaS mußte ein Frauenzimmer schon können.
Er breitete mittlerweile eine geblümte Decke über den Tisch, setzte zwei Tassen darauf, schnitt Brok und legte Zucker auf einen Teller. Als Klaudine ihn ablehnte, meinte Barthelmes, der Herr PöttmeS möchte, auch keinen. Dafür sei aber der Waldl eilt Schlecker. Der saufe keinen Tropfen Milli, rnenn'S chm nicht süß genug wäre. (Fortsetzung folgte
— im Sitzen! Mag' net wenig müad' sein, der Hascher." Ein Räuspern kam, und bann wurde Niels mit der Frage überrascht: „Tät's Eahna was ausrnach'n, wann's in mein’m Bett schlaf'n töt? — Bloß heut nacht, Herr Pöttmes."
Niels fühlte eine leichte Welle durch seinen Körper fließen. „Das geht doch nicht, Barthelmes!"
„I woaß net!, meinte der und schüttelte schon das rotgewürfelte Kissen seines Lagers auf. „I möcht' grab wiss'n, warum bös net geh'n soll! Geh'n tuat alls. Unb ba auf ber Hütt'n schert sich koa Mensch brum. Sie können Eahna ja eh net rühr'n mit Jhr'm Derbanb, und sie rührt si a net. Da is was gut dafür."
Schrecklich, dachte Pöttmes, es gab Situationen, die man sich nicht im Traum einfallen ließ. „Sie wird ja doch ,Nein' faaen", meinte er zu Barthelmes, der eben eine Decke aus der braungestrichenen Kommode nahm.
„Frag' i's halt."
Der Alte hatte einen kleinen, feinen Spott in den Augen, als er nach einer Weile wieder hereinkam und nun das Bett frisch überzog. „Ja", hat's gesagt, Herr Pöttmes! Es is ihr scho recht. Dreh'ns halt den Kopf geg’n die Wand, wann's Eahna geniert."
Tatsächlich, als Klaudine, die sich in der Stube noch umgetleibet hatte, jetzt in die Kammer trat, war Niels Gesicht der Wand zugekehrt. Sie lehnte die Tür leise zu unb streckte sich im Dunkeln auf auf bem Lager aus.
Niels hörte bas leise Knistern des Strohsackes, und wie das Kissen raschelte und seine Hand die Decke hinaufzog. Durch die Wandritzen drang der gelbe Schein der Kerze und durch die angelehnte Tür ein angenehmer Hauch von Wärme und Wacholder. Barthelmes mochte einige Körner da-
gewesen fein.
** Leichenländung. Gestern vormittag wurde die Leiche eines 18 Jahre alten Mädchens von hier in der Nähe des Rübsamenschen Grund- stücks aus der Lahn gelänget. Das Mädchen, das bereits feit 26. Februar vermißt wurde, hat ihrem Leben freimtUig ein Ende gemacht.
** Der Ob ft- und Gartenbau verein Gießen veranstaltete am Dienstagabend im Kaufmännischen Vereinshaus einen sehr gut besuchten Lichtbilder - Vortrag. Redner war Weinbaulehrer G l e s i u s aus Edenkoben (Pfalz), der es vortrefflich verstand, die Notwendigkeit der Schädlingsbekämpfung auch für den Obstbau darzulegen. Wenn der Winzer, so führte er u. a. aus, in der Bekämpfung der Krankheiten und Feinde seiner Weinberge lässig sei, so bedeute das die Vernichtung seiner Existenz. Wenn wir im Obstbau noch nicht so weit seien und bas Bedürfnis nach Aufklärung über wirksame Mittel zur Schädlingsbekämpfung hier weniger brennend empfunden werde, so liege das daran, baß der Obstbau einen landwirtschaftlichen ober gärtnerischen Nebenbetrieb darstelle. Durch schorfiges Obst entstehe jährlich ein Schaden von etwa 400 Millionen Mk. Diese Summe dem Vaterland erhalten zu helfen, sei Pflicht jedes Obstbaumbesitzers. In seinen weiteren Ausführungen bezeichnete der Redner die Kupferkalkbrühe als wirksamstes
Der Alte stand eine Weile unschlüssig und stapfte bann nach der Kammer, deren Tür er leise zudrückte. „Hab'ns eh alles g'hört, Herr Pöttmes, net? A büldsauberes Frau'nzimmer is bös! Haar, wia Flachs hat's. Die Hauptfach' aber is, daß so guate Aug'n hat! Grad wia a Reh! Ma mant, ma muaß all'weil neischau'n. — Fragt sich nur, wo i’s unterbring'?" Er kratzte sich verlegen hinter den Ohren und setzte dieses Kratzen dann in bem Stoppelfeld seiner Wangen fort „Jetzt jchlast's auf der Saitf1
Rosenkohl 35 bi, 40, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf-,der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 25 bis 35, Honig 40, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 35, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 bis 20 Pf.
Vornotizea.
— Tageskalender für Donnerstag: DAF. Amt für Berufserziehung, Fachgruppe Banken: 20 Uhr im Ortsgruppenheim, Lonystraße 18, monatliche Zusammenkunft. — Stadttheater: Deut- che Bühne 20 bis 22.15 Uhr „Der Traum ein leben". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der letzte Walzer". — Astoria-Lichtspielhaus, Seltersweg: „Der Fall von Baskerville". — Gießener Konzertverein: 20 Uhr Bach-Händel-Feier in der Stadtkirche. — Wasch-Vorführungen 15.30 und 17.30 Uhr im Cafe Ebel.
— Der Bezirksobstbauverband Gie- ß e n lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zur Hauptversammlung am kommenden Samstag, dem 30. März, 15 Uhr, im Katholischen Dereinshaus zu Gießen ein. U. a. wird ein Vortrag über „Umstellungen im Obstbau" gehalten werden. Näheres in der Anzeige.
Polzeidirektion Gietzen teilt um seucye in dem Schweinebestand ! d o r f II. in Gießen, Kläranla^ Die Gehöftsperre ist aufgehoben.
** Selb st Mordversuch. Heute früh brachte sich in einer hiesigen Gastwirtschaft ein 33 Jahre alter Mann aus Waldgirmes in selbstmörderischer Absicht mit einem Terzerol einen Schuß in die Schläfe bei. Der Mann wurde nach der Chirurgischen Klinik verbracht, wo er in ernstem Zustand barnieberliegt. Häusliche Zwistigkeiten sollen angeblich ber Beweggrunb zu bem Selbstmorbversuch
„Möchst' vielleicht was zum Fress'n han?" fragte ber Alte hohnooll. „Da bleibt dir aber da Schnabel sauber. Geh' — hoam, wann's Zeit is! A Bröckerl Brot vielleicht? — Ha, du Gauner?"
Der Dackel nahm das Brot mit gönnerhafter j Miene. Sein Hunger schien nicht sonderlich groß zu sein. Dann machte er plötzlich kehrt, lief wieder nach der Tür und sah sich um.
„Da bleib'st!" begehrte Barthelmes auf. „Auf bei Platzl geh'st! G'schlaf'n wird jetzt, daß bu’s woaßt, du Flanierer du!"
Aber der Waldl war nicht ber Meinung seines Herrn. Im Nu hatte er den Spalt erweitert, war hinausgeschlüpft unb winselte nun zum Steinerweichen.
Barthelmes wollte schon ein mächtiges Donner- weiter loslassen, als er das Schlürfen von Schritten vernahm. „Jetzt da schau' her!" rief er überrascht. „Bei derer Stockfinster'n. So verrückt is die G'soll- schast, als ob ehna die Berg' davonlauf'n tät'n, wann's erst bei Tag ’rauffeemat’n."
Mit einem Ruck flog die Hüttentür auf. Im selben Augenblick erschien eine Gestalt im Türrahmen.
„Danke!"
Es ließ sich nicht unterscheiden, wer größere Augen machte: Der Hund oder ber Barthelmes. Jedenfalls starrten beide stumm auf die unerwartete Erscheinung.
„Ich bin doch auf ber Karrer-Hütte?" fragte Klaudine, betroffen von diesem schweigenden Empfang. „Würden Sie mich für eine Nacht aufnehmen? — Ich kann nicht mehr!"
So, da hast' es schon, dachte der Barthelmes unb streckte unwillkürlich den Arm aus, um die schwankende Gestalt zu stützen. Die kleine Kerzenflamme, die in ber Mitte des Tisches brannte, flackerte unruhig unb warf eine rötliche Helle auf ben schmalen Vorplatz, wo bas Mädchen erschöpft gegen bie Wand lehnte. „Kommen's vom Grunbl-See?^ fragte der Alte interessiert und sah nach dem Blondhaar, bas naß und wirr aus der blauen Mütze hervorquoll.
„Von Bruck."
„Jesus Maria! — Ganz allani?"
„Ganz allein." Klaudine faßte des Alten Eintreten in die Stube als Zustimmung auf, bleiben
geben.
Um Blut und Boden zu fördern, ist auch die wirt- chaftliche Sicherstellung dieser Menschen notwendig. Darum mußte die liberalistische Wirtschaftsauffas- ung verlassen werden.
Der Mensch, als Vlulerneuerungsstrorn des Volkes, kann nur auf einer gesicherten Lebens- grunblage rassisch gesund erhalten bleiben.
Darum müssen Blut und Boden miteinander verbunden bleiben, damit Generationen weiterleben konnten, Im liberalistischen Staat mit seiner Auffassung, daß Boden Ware ist, war das nicht der Fall und tausende Bauern wurden von der Scholle gejagt. Darum schufen mir das Reichs-- erbhofgefetz. Boden ist damit nicht mehr „Preis und Angebot" unterworfen; denn Boden ist das heiligste Gut eines Volkes, da er nicht vermehrbar ist, und der Bodenspekulation ist jeglicher Grund entzogen. Die Schuldenverpslichtung bes Bodens beträgt 19 Milliarben Mark. Was soll bei solcher Belastung aus bem Boden zur Ernährung des Volkes noch herausgewirtschaftet werben? Die Frage eines gerechten Lohnes für ben Bewirtschafter des Bobens, ben Bauern und den gerechten Preis für den Käufer, den Verbraucher machte das Reichs- nährftandgefetz notwendig. Der Reichserbhof ist beschränkt auf die Ackernahrung. Die Frage des Pächters ist eine Blüte des Liberalismus und wird rasch geklärt werden.
2Ntt der Reichserbhof-Gesehgebung sind wir vollständig neue Wege gegangen und erst in zwei oder drei Generationen wird das Volk erkennen, welcher Segen ihm gegeben ist.
Durch das Reichsnährstand-Gesetz wird auch dis landwirtschaftliche Produktion bem liberalistischen Marktsystem entrissen. Bisher war der Preis für die Erzeugnisse bestimmt von jüdischen Händlern, jetzt wird dem Bauern ein volkswirtschaftlich gerechter Preis garantiert. Die nationalsozialistische Marktordnung bestimmt Preis und Weg seiner Ware. Sie richtet sich nach den Notwendigkeiten des Volkes. Der internationale Börsenhandel mußte ausgeschaltet werden und es wurden Hauptvereinigungen für die Erzeugnisse (Eier, Milch, Fleisch) gebildet. Erzeuger und Verteiler sitzen dabei nebeneinander.
Die Marktordnung ging von Hessen aus und zwar vom Milchmarkt her, zur Zeit als Dr. Wagner zum Staatskommissar für die Landwirtschaft ernannt wurde.
Der Dauer bekommt einen volkswirtschaftlich gerechten Preis und auch ber Verbraucher bekommt die Ware zu einem angemessenen Preis.
Nachdem Reichserbhof- und Reichsnährstand-Gesetz die Grundlagen geschaffen haben, ist nun die Er- zeugungsschlacht sm Gange. Durch sie sollen die 70 d, H. der Betriebe, die noch nicht einwandfrei be-
* Gießen, 28. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Eier (inl.), das Stück 8% bis 9, Wirsing, das Pfund 25 bis .....------------v x . ...
30, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 18 bis 25, Gelbe Mittel gegen den Schorf und erläuterte im einzelnen Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 die Form der Anwendung. Insbesondere gab er bis 22, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15 bis 20, ! Aufklärung über die verschiedenen Zeitpunkte der
Landesbauernführer Or. Wagner über das Thema: „Blut und Boden!", das er schon in gleichen Juristenveranstaltungen in Darmstadt unb Frankfurt a. M. behandelt hatte. Er erinnerte dabei an die Jahre des Kampfes, in denen man den jetzigen Reichsbauernführer R. W. D a r r 6 als Romantiker bezeichnet hatte, und doch birgt gerade diese grundsätzliche Frage von „Blut und Boden" Weg und Ziel. Wenn es heute schon so ist, daß weiteste Kreise erkannt haben, daß Blut und Boden zu den Grundthesen des Nationalsozialismus gehören, dann muß diese Auffassung Allgemeingut des ganzen Volkes werden. Unter diesem Begriff verstehen mir die Verbundenheit des Menschen mit seiner Scholle unter Berücksichtigung aller Imponderabilien.
Dieser mit der Scholle unb damit mit der unverbildeten Natur verbundene Mensch ist der ewige Vlutstrom, die Quelle ewiger (Erneuerung seines Volkes.
Unsere Aufgabe ist es, diesen Quell zu fördern und zu hüten, d. h. die Vermehrung der Volkszahl. einerseits und andererseits die Veredelung der Rasse anzustreben. Der Bauernstand hat immer 25 v. H. Geburtenüberschuß aufzuweisen gehabt. Die Vermehrung der Volkszahl ist ohne jedes Zutun des Staates bereits eine im Nationalsozialismus begründete Aufgabe des einzelnen. Andere Nationen, auf anderer Weltanschauung fußend, haben Gesetze erlassen müssen und z. B. Frankreich muß trotzdem durch die Aufnahme von Negern oder vorderasiatischer Volksstämme leine Volkszahl erhöhen, weil Gesetze nichts nützen. Frankreich richtet damit sein Volkstum zugrunde. Das ganze ist eine Folge des Liberalismus. An diesen Folgeerscheinungen der liberalistischen Weltanschauung erkennen wir treffend Verfall und Wert einer Weltanschauung. Die nationalsozialistische Weltanschauung, die sich nach dem Leben des Volkes richtet, hat in bezug auf die Volksvermehrung eine Umwälzung ohne Hilfe durch ein Gesen hervorgerufen.
Postscheckkonto 6469 Frankfurt M. der „SMQ. Bezirksleitung Gießen" einzubezahlen.
Deutsche Arbeitsfront.
Amt für Verufserziehung. — Fachgruppe Banken.
Die diesmonatliche Zusammenkunft der Fachgruppe Banken findet am Donnerstag, 28. Marz, um 20 Uhr, im Ortsgruppenheim des Amtes für Berufserziehung, Gießen, Lonystraße 18, statt. Es spricht Herr G ü n g e r i ch (Gießen) über „Kreditgeschäfte in den Banken".
Mißstände in Landarbeiterwohnungen wüsten beseitigt werden.
Lpd. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, SS.-Standartenführer Schwarz, erläßt folgende Bekanntmachung:
Bei mehreren in letzter Zeit durchgeführten Besichtigungen landwirtschaftlicher Betriebe habe ich feftgeftellt, daß sich vielfach die Wohnungen der Landarbeiter in einem verwahrlosten Zustand be- finden. Ich mache darauf aufmerksam, daß die Wohnung des Landarbeiters einen Teil des Lohnes darstellt. Die Gewährung einer schlechten Wohnstätte seitens des Bauern wird deshalb als bösroitzige Ausnutzung der Arbeitskraft angesehen, die gemäß des § 36 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit durch hohe Strafen vor dem sozialen Ehrengericht gesühnt werden kann.
Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Verfügung des Stellvertreters des Führers vom 9. Januar 1935, in welcher es unter Punkt 5b Wohnungsverhältnisse der deutschen Landarbeiter heißt:
„Der Reichsbauernführer i t gewillt, nach von seinen Organisationen durchge ührten Ueberprüfung der wirtschaftlichen Lage un ozialer Bauern, die trotz wirtschaftlichen Vermögens ihre Landarbeiter in menschenunwürdigen Wohnungen Hausen lassen, die Bauernfähigkeit abzusprechen.
Ich erwarte, daß alle Bauern und Landwirte in meinem Wirtschaftsbezirk sofort eine Ueberprüfung der Wohnungsverhältnisse ihrer Gefolgschaftsmit- alieder vornehmen und Mißstände unverzüglich beseitigen.
Kür ältere Herren.
Wenn der Liebe süße Pein dir nicht mehr am Herzen nagt, und wenn dich das Zipperlein mehr, als du verdient hast, plagt, fei kein angsterfüllter Tor.
Glaube mir, daß du dich irrst! Rede dir beständig vor, daß du hundert Jahre wirst!
Wenn bas Blut dir nicht mehr wallt, sei's im Glücke, fei's im Leid, bist du lange noch nicht alt, und zum Ende ist's noch weit.
Wenn dein Haar auch dünn und weiß, zeige dich als Optimist, das ist lang' noch kein Beweis, daß du altes Eisen bist!
Aber, wenn dir Freunde nahen: „Mensch, Sie machen sich heraus! Denn seit mir zuletzt uns sahn, sehen Sie viel jünger aus! ..." Dann rnird's langsam für dich Zeit, daß du strenger auf dich siehst und auch bei Gelegenheit die Bilanz des Lebens ziehst!
Puck.
Gießener Wochenmarktpreise.
In einer Versammlung des Bundes National- So ist auch die Verstädterung nicht die große Ge- ozialistischer Deutscher Juristen, Bezirk Oberhessen, fahr, sondern nur der Geist in der Stadt. Wenn es prach am Dienstagabend im Cafö Ebel der Lan- ™ ^nht in
resbauernführer. Für den verhinderten Bezirks- obmann Notar Luley eröffnete dessen Stellvertreter, Oberstaatsanwalt Dr. W o d a e g e (Gießen), ■ ■ ~ • - mit der geschäftlichen Mitteilung,
' " ' 5 e r g ein Sch u -
ungslager für zwei Wochen eröffnet


