Donnerstag. 28.MStzM5
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Er. 74 Zweites Blatt
Aus der Provinzialhauptstadt
Das Sauerkraut.
trug den Mantel, wie er ging und stand, wieder in das „Geschäft für moderne Herrenkleidung zuruck und machte dort einen solchen Skandal, datz man ihm stillschweigend das Kleidungsstück wieder ab- nahm. _______
So arbeitet die Polizei in Shanghai.
schirm hervorzieht.
Versuche, das ganze Flugzeug mit ftilfe eines über den Tragflächen angebrachten Fallschirmes notfalls vor dem Absturz zu bewahren, haben sich nicht bewährt. Zudem rourt>e eine solche Rettungsmaßnahme im Falle eines Brandes — unb die Mehrzahl aller Flugzeugunfalle find ja auf Brände zuriickzuftihrsn — wirkungslos biet-
Llngetvöhnlicher Heiratsantrag - drei Jahre zu spät!
Marburg.
Die Oberschlesier pflegten die familäre Verbundenheit, hielten fest zusammen und sammelten die hier weniger zahlreichen Landsleute in Heimatabenden. Erst 1931 trat die Vereinigung heimattreuer Ober- schlesier unter Führung von Ernst Motz wieder öfters an die Oeffentlichkeit. Allerdings war der Wechsel der Mitglieder ein starker, da vor allem Studenten und junge Kaufleute der Vereinigung anaehörten.
Mit der Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus bekam die ganze Ostarbeit eine an-
nach München antraten. ,
Als die Volksabstimmung in Schleswig 1920 ! durch die Gleichgültigkeit der damaligen Regierung zum Verlust dieses deutschen Gebietes geführt hatte, sah sich die damalige Reichsregierung denn doch genötigt, dem Drängen der nationalen, heimatliebenden Kreise zu entsprechen und den Regierungsstellen im Lande die Förderung der Vorarbeiten für die weiteren Volksabstimmungen zu empfehlen. Apotheker W r o n k a in Grohen-Lmden hatte bereits in Oberhessen und in den preußischen Kreisen Fulda, Ziegenhain, Kirchhain, Marburg, Biedenkopf, Wetzlar und Weilburg die West- und Ostpreußen gesammelt. In Oberregierungsrat Weicker vom Kreisamt Gießen fand er jetzt einen weitschauenden, nationalgesinnten Helfer. Mit Unterstützung der Behörden konnte nun die systematische Sammlung der Abstimmungsberechtigten erfolgen und mit der Beschaffung der notwendigen Personalausweise begonnen werden. In dem Kaufmann Rudolf Poschmann fanden sie einen weiteren Helfer. In einer Zeit, da das Volk, durch internationale Phrasen eingeschüchtert, einer bangen Zukunft entgegensah, gehörte viel persönlicher Mut und starker Glaube an das deutsche Volk dazu, um dem Menschen im Westen, der keine Ahnung und keine Vorstellung von der hartbedrangten Lage seiner Volksgenossen im Osten hatte, die Bedeutung der Volksabstimmung klarzumachen. Die Schwierigkeiten in j)berhessen waren tragbar, da durch die Einquartierung junger Oberschlesier während des Krieges persönliche Beziehungen teilweise schon vorhanden waren: dennoch war es eine sehr schwere Aufgabe für den Tapezierer Ernst Motz, der mit Unterstützung des Oberregierungsrates W e Icke r die oberschlesische Abstimmung vorzubereiten hotte. Dank der durch die nationalen Kreise, die Industrie und später auch durch die Reichsregierung in die Wege geleiteten „Nationalen Opferspende" konnte für die in größerem Umfange als bei den bisherigen Abstimmungen in Betracht kommenden Over- fchlefier b-sfere Propaganda gemacht werden. Die Unsumme der Kleinarbeit, die physische und seelische Anstrengung kann nur der ermessen, der selbst in diesem Kampfe gestanden hat. Für die Leitung der Bezirksstelle Groß-Hessen, die auch die angrenzenden preußischen Kreise umfaßte, wurden Eisenbohn- sekretär i. R. H. Grisee gewomren. Bei der Abfahrt des Gießener Sonderzuges spielte das Mufik-
Schweben, weil die unter dem Schirm eingefangene Luft von allen Seiten gleich stark dieser Entweichungsmöglichkeit zuströmt und damit den Schirm stets prall und lotrecht hält.
Das schwierigste Problem ist das der Entfaltung. Da der Fallschirm selbstverständlich wertlos ist, wenn er sich im Gebrauchsfalle nicht entfaltet, da man ihn aber andererseits unmöglich in ausgespanntem Zustand mitführen kann, haben alle auf eine Verbesserung abzielenden Versuche stets die Erhöhung der Entfaltungswahrscheinlichkeit zum Gegenstand. Die modernen Fallschirme stellen denn auch bereits Rettungsgeräte dar, die eine weitgehende Sicherheit verbürgen und im Falle der Gefahr unbedenklich benutzt werden
schädlichen Darmbakterien im wahrsten Sinne des Wortes auffressen. Der berühmte Bakteriologe Prof. M e t s ch n i k o f f hat festgestellt, daß in Gegenden, wo öfters Sauerkraut auf dem Kochzettel steht, die Leute am ältesten werden. . ,
In den meisten Haushaltungen wird allfahrllch nur einmal, nämlich im Spätherbst, Sauerkraut eingeschnitten. Von den ersten Häuptern des Früh- trautes im Juni bis zu den zum Schießen neigenden Spätkrautköpfen im neuen Jahre kann Sauerkraut bereitet werden. Zu den aufgezahlten gesundheitlichen Werten des Sauerkrautes kommt noch seine Billigkeit. Schon aus diesem Grunde sollte es neben der Kartoffel zum Volksnahrungsmittel
werden.
Richtige Anschrift im Oiensiverkehr!
Die Pressestelle der hessischen Landesregierung
Dienstberichte an die Landesregierung sin^ nur an deren Adresse zu richten. Persönliche Anschriften an die einzelnen Referenten sind verboten. Briefe mit rein persönlichem Inhalt sind an die jeweilige Privatwohnung der Referenten zu richten.
RSBOT. (früher KDAZ).
Lreisamtsleitung Gießen.
1 Der Bund heimattreuer Oberschlesier (Deutscher Ostbund) Ortsgruppe Gießen, veranstaltet gemeinsam mit dem Reichsbund der deutschen Beamten, am Freitag, 29. Marz, 20.15 Uhr, im Cafe Leib einen F^mvortrag '^Ostpreußen ruft!" Die Mitglieder des> NSBDT. werden aufgefordert, diesen vaterländischen Vortrag zu besuchen. Eintritt 30 Pf.; Karten bet Vogt & Co., Seltersweg 44 (Herrn Kosub), oder am Vortragsabend. ,
2 Ab 1. April 1935 gehören alle P g. technischer Berufe ohne besondere Beitrags- leistung zum NSBDT. Die Eingliederung wird durch besondere Anmeldesormblntter, die den be- tressenden Pg. noch zugehen erfolgen.
3. Auf Anordnung des Führers des NSBDT., Pg Dr -Jnq. Todt, verbleiben ferner im NSBDT. alle bisherigen Mitglieder, die der SA., der SS., der SA -Reserve und der NSKOV. angehoren, auch wenn sie nicht Pg. sind. Die Übrigen bisherigen Mitglieder werden, soweit sie nicht Pg. sind, auch ferner zu allen Veranstaltungen des NSBDT. ern- geladen und als Mitarbeiter geführt werden, solange noch keine endgültige anderweitige Regelung
4. ^DiJ noch rückständigen Beiträge bis einschließlich März sind in bisheriger Höhe auf das alte
Der Fallschirm
Ein Jahrhunderte altes Problem.
Wie es undenkbar wäre, daß ein seetüchtiges Schiff ohne Rettungsboote, Schwimmwesten und Korkringe an Bord ausfahren würde, so ist es auch eine Selbstverständlichkeit, daß jedes Luftfahrzeug mit mindestens ebcnfoüiclen Fallschirmen ausgerüstet ist, wie es Fluggäste mitführt. Denn was für das Wasserfahrzeug das Rettungsboot ist, das stellt für das Luftschiff und das Flugzeug der Fallschirm dar. Er ist das einzige Rettungsinstrument, das dem Luftfahrzeuginsassen im Falle der Gefahr zur Verfügung steht, und da ihm dann auch keine Geschicklichkeitsleistung, wie es das Schwimmen barstellt, etwas nützen könnte, ist der Fallschirm eigentlich noch unentbehrlicher als die Ret- tunqsqeräte der Schiffahrt. Es ist daher auch kaum verwunderlich, wenn dem Problem der Rettung bei Fluqunfällen stets besondere Beachtung geschenkt worden ist und weiterhin geschenkt wird.
Als immerhin überraschende Tatsache muß vermerkt werden, daß der Fallschirm alter ist, als alle Flugapparate einschließlich des zuerst erfundenen und benutzten Luftballons Die erste Erwähnung von Fallschirmen findet sich m 600 Jahre alten Aufzeichnungen, in denen von stamestschen Gauklern die Rede ist, die sich einer Vorrichtung bedienten, mit der sie sich ungefährdet durch die Luft hätten fallen lassen können. Die erste europäische Beschreibung stammt von L e o n ar do d a Vinci und datiert aus dem Jahre 1495. Wirklich ernsthafte Versuche mit Fallschirmen wurden freilich erst 300 Jahre später von M o n t g o l - fier durchgesührt, und 1796 führte G a r n i e r den er ft en Absprung aus einem in größerer Höhe schwebenden Luftballon durch. Die bahnbrechende deutsche Erfindung stammt von der Ao- springerin Käthe Paulus, und der erste für Flugzeuge verwendbare Fallschirn wurde von dem Luftschiffer H e i n e ck e konstruiert.
15 Jahre ostdeutsche Heimattreue in Gießen
Bon H. Kostorz-Gießen.
Kleider machen Leute! Im Hinblick auf diesen alten Spruch hatte sich kürzlich ein junger Pariser in einem Geschäft einen Frühiahrsmantel gekauft, nach der neuesten Mode, wie ihm versichert worden war. Hoch erhobenen Hauptes trat der junge Mann in den schönen Frühlingstag finaus ließ die Hände lässig in die Manteltaschen gle en und zog mit einigem Erstaunen em kleines Zettelchen heraus. Mit zierlichen Buchstaben war darauf zu lesen- „Wenn der Käufer dieses Mantels Briefwechsel mit einer jungen Dame wünscht, spatere Heirat nicht ausgeschlossen, so möge er an die folgende Adresse schreiben." Und darunter standen Name und Anschrift der heiratslustigen Dame. Das konnte nur ein Wink des Schicksals fein, und wenn her junge Mann auch nicht erwartet hatte, daß der neue Mantel ihm so rasch Glück bringen wurde^ fo überlegt er doch nicht lange, sondern ging nach kaufe und schrieb einen vielversprechenden Uiebes= brief an die schöne Unbekannte. Noch hoher schlug sein Herz indes, als er nach einigen Tagen einen rosaroten Antwortbrief in Händen hielt. Der Inhalt war jedoch niederschmetternd: In höflichen Worten antwortete ihm die Unbekannte, daß er ein wenig zu spät komme. Seit drei Jahren sei sie bereits glücklich verheiratet, da sie nicht mehr habe annehmen können, daß jemand den ^zwischen mahl schon etwas unmodern gewordenen Mantel noch kaufen werde. Heber die Nachricht, daß die Unbekannte schon verheiratet war tröstete sich der junge Mann ziemlich bald, aber der Umstand, daß man ihm einen alten Ladenhüter als modernen Frühjahrsmantel angedreht hatte, empörte ihn. Er
dere Richtung. Die zahlreichen ostdeutschen Hei- matverbände wurden zunächst zu einer einheitlichen Organisation zusammengefaßt. Es entstand der Bund De usche r Osten, die auf nationalsozialistischer Weltanschauung aufgebaute Gemeinschaft deutscher Männer und Frauen die im Osten das Schicksalsland der deutschen Zukunf sehen Die Ausgabe des Bundes war, die Ostpolitik der Regierung in bezug auf die Besiedelung des spärlich bewohnten Ostens zu unterstützen, das deutsche Volk mit dem Gedanken der Sendung des deutschen Menschen zur Gestaltung des deutschen Ostens zu erfüllen, um so die willensmäßige Grundlage für eine aktive, im Gesamtvolk verankerte deutsche Ostpolitik zu bilden. Mit der Führung der aus den bisherigen Vereinen gebildeten neuen Ortsgruppe Gießen wurde von dem Ostreferenten der (Bauleitung der NSDAP., Herbert Wendt tn Frankfurt a. M., der bisherige zweite Vorsitzende der Oberschlesier H. K o st o r z beauftragt. Als dann die Ostpolitik der Reichregierung einen neuen Kurs erhielt, fand eine Umorganisation des Bundes Deutscher Osten statt. Es wurden drei Hauptgruppen, die der West- und Ostpreußen, der Posener und der Schlesier gebildet. Für Gießen wurde der Bund
Wenn ich rückschauend von der Heimattreue unsrer ostdeutschen Landsleute in Gießen schreibe, so fühle ich mich zunächst verpflichtet, jener Unterstützung unb Hilfsbereitschaft der Gießener Bürgerschaft und der Oberhessen zu gedenken, die uns in den schwärzesten Tagen des Vaterlandes die Volksverbundenheit ahnen ließ, die erst Adolf Hitler dem ganzen Volke ins Bewußtsein gerufen hat. Wir Ostdeutschen sind dankbar den Oberhessen und besonders den Gießenern, die uns Geld, und Matevialspenden zuwiesen, schon damals Urlaub unter Fortzahlung des Einkommens bewilligten und unsere Abstimmungszüge schmückten. Damals war ein großes, mächtiges Deutschland zusammengebrochen, galten Volksverbundenheit und Heimatliebe als reaktionäre und umstürzlerische Gesinnung, und über dem Volke schwebte die bange Frage: „Was nun? Was soll jetzt werden?" In jenen Tagen fanden wir auch großes Entgegenkommen bei dem inzwischen verstorbenen Oberregierungsrat Friedrich Weicker vom Kreisamt und bei dem früheren Oberbürgermeister Dr. Keller. Hervorragend betätigte sich die Universität Gießen und die Studentenschaft. Hunderte von Gießener Studenten beteiligten sich trotz größter Schwierigkeiten am Oberschlesischen Selbstschutz, einige tarnen krank und verwundet heim. Es waren vielfach dieselben Studenten, die 1923, verstärkt durch ihre ostdeutschen Kommilitonen unter Bob Zimmer, auf dem Umweg über Marburg den Marsch
heimattreuer Schlesier als bie Sammet» stelle aller Ostdeutschen in Gießen und dem nördlichen Oberhessen bestimmt. Die Ostbünde waren immer den Kampfbünden zugeteilt. Ihre Aufgabg ist es in erster Linie, das deutsche Volk dem deutschen Osten nahezubringen. Das geschieht durch otf Pflege der Heimatliebe, des Volkstums und durch die Förderung des Kultur- und Wirtschaftslebens der ostdeutschen Grenzlande, z. V. durch Kauf deutscher Erzeugnisse, Ferien- und Vaderrelsen nach dem Osten. Mitglied kann jeder deutsche Volks, genösse werden, der in den Ostlanden seine Heimai hat, verwandtschaftliche oder sonstige Beziehungen nach dem Osten besitzt, oder der ideenmahig Die Aufbauarbeit des Führers unterstützen will. Pflicht jedes Volksgenossen muß es sein, im Sinne Adolf Hitlers dem Aufbauwerk zu dienen, der in sei- nem Buche „Mein Kampf" die Richtung dafu< gibt, indem er schreibt:
„Wir Nationalsozialisten ziehen bewußt einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dern Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten.
können. „ . „ _
Bei dem früher angewandten „Reinecke-Sprung- Fallschirm" trug der Abspringende den Schirm in einem Verpackungssack, der mit einer langen Leine am Flugzeug befestigt war. Nach dem Absprung zog die Leine automatisch die Verpackungshülle ab und durch den Luftwiderstand wurde bann der an den Körper des Fliegers geschnallte Fallschirm zur Entastung gebracht. Dieses Verfahren hatte aber gewisse Nachteile, weil sich die — um den Entfaltungsprozeß erst in genügend großem Abstande vom Flugzeug wirksam werden zu lassen — verhältnismäßig lange Leine leicht verschlingen und die Oeffnung des' Fallschirmes dadurch verhindern konnte. Bei den heute vorwiegend verwendeten Fallschirmen löst der Abspringende während des Sturzes durch einen Zug an einem an ferner Schulter befestigten Ring die Oeffnungsklappen des Der- packungsföckes. Da er mit dem Flugzeug durch keine Leine die sich verfangen könnte, verbunden ist, ist eine wesentliche Gefahrenquelle aus- geschaltet. Nur darf der Abspringende natürlich nicht vergessen, den Auslösungsring zu ziehen! Das ist übrigens viel weniger aufregend als man gemeinhin denkt und mit ruhiger Ueberlegung durchaus zu meistern, weil die Fallgeschwindigkeit sich in den ersten drei Sekunden, während der jener Handgriff ausgeführt fein will, erst von 5 auf 25 m/sek. steigert. Ist der Auslösungsnng gezogen, so chießt aus dem Verpackungspaket zunächst ein kleiner (nur etwa ein Meter im Durchschnitt gro« her) Schirm, der in der vorbeiströmenden Luft Widerstand findet und dann den eigentlichen Fall
Viel zu wenig ist noch die heilkräftige Wirkung ; des Sauerkrautes bekannt. Schon vor einem halben , Jahrhundert führte der bekannte Pfarrer Kneipp aus: „Wenig bekannt und doch so bedeutend ist die vielfache Heilkraft des Sauerkrautes. Schon das grüne Blatt des Krautes ist, auf bie schmerzende , Stelle gelegt, ein bewährtes Mittel gegen Kopfweh. Viel größer noch und mannigfaltiger ist die Heilwirkung des Krautes als Sauerkraut. Es ist ein großer Irrtum, sich vom Genuß des Sauerkrautes zu enthalten, wenn saure Speisen verboten werden, da im Gegenteil gerade seine spezielle Wirkung auf den Magen zur Förderung einer guten Verdauung eine außerordentliche ist. Es leitet die krankhaften faulen Säfte und Gase aus, wirkt heilend auf Magengeschwüre, stärkt die Nerven und unterstützt die Blutbildung in bedeutender Weise so daß mancher seine blasse Gesichtsfarbe gerade infolge Genusses des Sauerkrautes einem ge unden Aussehen weichen steht. Viele sind der Ansicht, Sauerkraut erzeuge falsche Magensaure, doch ganz mit Unrecht. Man genieße es mäßig, ohne viel dabei zu trinken, und die Erfahrung wird bald das Gegenteil beweisen."
Was vor einem Menschenalter vielfach tauben Ohren gepredigt wurde, wird heute von der Wissenschaft anerkannt. Kein geringerer als Der berühmte Chirurg Professor Sauerbruch hat herausgefunden, daß Wunden bei reichlichem Genuß von Sauerkraut auffallend gut und schnell verheilen. Die Heilkraft beruht in erster Lime auf dem hohen Gehalt an natürlicher Milchsäure, die durch Gärung aus dem Zucker entsteht und den Faserstoff der Blätter derart angreift, daß eine Art Vorver- bauung geleistet wird. Auch bei Gicht, Rheumatismus Zuckerkrankheit, Arterienverkalkung unb chronischer Verstopfung leistet es ausgezeichnete Dienste. Der hohe Gehalt an mineralischen Nährsalzen, vor allem Kalk unb Natron, ist für ben Stoffwechsel ungemein wichtig. Ganz befonbere wertvoll ist ber große Vitamingehalt bes Sauerkrautes Das Sauerkraut besitzt in rohem Zuftanb ben höchsten Vllamtm qehalt unb ist, roh genossen, gesünber. Ganz falsch ist bie auf bem Lanbe weitverbreitete Meinung, baß Sauerkraut um so nahrhafter sei, je mehr es aufgewärmt würbe. Im Gegenteil, es wirkt bla- henb unb ist schwer verbaulich.
l Wenn kleine Kinber unter Würmern leiben, ver- i abreiche man ihnen Sauerkrautbrühe. Es ist dies nicht nur ein billiges, sondern auch ein unschad- - liches und darmreinigend wirkendes Mittel, da die : wertvollen Milchsäurebakterien im Sauerkraut die
Die Methoden der Gangster und Entführer find in China schon ftüher üblich gewesen als tn Amerika, denn besonders Entführungen Erwachsener sind in China ebenso an der Tagesordnung wie etwa in der Mandschurei. Allerdings mit dem Unter- schied, daß es in den großen chinesischen Hafenstädten eine moderne Polizei gibt, die es mit jeder europäischen aufnehmen kann. Das mußten auch in Shanghai chinesische Räuber zu ihrem Leidwesen erfahren. Innerhalb der europäischen Konzession, die Shanghai besitzt, wurde eine Chinesin, die sich auf dem Wege zur Kirche befand, von Räubern entführt. Nach den sofort aufgenommenen Untersuchungen hatte man Grund anzunehmen, daß Die Räuber die Chinesin über die Stadtgrenze geschafft hatten. Die weitere Umgebung wurde abgesucht, man fand jedoch keine Spur. Da meldete die Polizei von Sutschau, einer Stadt etwa 50 Meilen von Shanghai entfernt, daß sie eine Spur gefunden hätte. Kaum war das der Shanghaier Polizei bekannt geworden, als sie eine Anzahl Kriminalbeamte als Kulis und Hausierer verleidet nach Sutschau entsandte, um ben Aufenthalt ber Räuber genau auszukunbschaften. Nachbem bies geschehen mar, traf Polizei in Panzerautos in Sutschau ein, bas bezeichnete Haus würbe in aller Stille umstellt, und auf ein Signal erfolgte der Angriff. Das geschah nachts. Zunächst drehten die Räuber den Lichtschalter aus und eröffneten ein Schnellfeuer gegen die fioli» zei. Wo diese mit ihren Handlampen in das Gebäude hineinzuleuchten versuchten, wurden die Lampen ab- qeschossen. Die Verluste der Polizei waren sehr groß gewesen, wenn sie nicht Panzerwesten und Panzerschilde bei sich gehabt hätte. Da ^euer nn Hause ausbrach und somit die Polizei sthen konnte, gelang es den Beamten, mit ihren Maschinenpistolen bie Räuber in bie Enge zu treiben, bis sie am Enbe eines Ganges nicht weiter konnten. Man wagte aber nicht, bie Entführer zu beschießen well man befürchtete, babei auch bie Chinesin zu treffen. Die Räuber hatten eine schwere, gepanzerte Tur als Schutz vor sich aufgebaut und feuerten unaufhörlich. Es gelang aber der Polizei trotzbem, einige Tränengasbomben gegen bie Tür zu Werfen. Das wirkte Dagegen wußten bte Räuber kein Mittel, unb es gelang der Chinesin, aus dem Raum zu fliehen, ehe das Gas auf sie zu wirken begann. Die Räuber konnten nunmehr verhaftet werden.
ben. Da man durch eine drohende Katastrophe nervös gewordenen Flugzeugpassagieren schwerlich den Mut zum 'Sprung in die ungewisse Tiefe zumuten kann, und weil sie in der Aufregung wahrscheinlich vergessen würden, ben Auslösungsring zur rechten Zeit ober überhaupt zu ziehen, hat man neuer- bings Versuche mit folgenber Vorrichtung gemacht: man hat an jebern Flugzeugsitz, von außen gar nicht sichtbar, einen Fallschirm untergebracht. Im Falle ber Gefahr gibt ber Flugzeugführer ben Befehl an alle Fluggäste burch, von ben Anschnallgurten Gebrauch zu machen. Mit biesen Schnall- gurten befestigt jeber einzelne unbewußt einen Fallschirm an seinem Körper. Ein Druck bes Kapitäns auf einen Knopf: ber Flugzeugboben trennt sich vom Rumpf, saust in bie Tiefe — alle Insassen stürzen gleichzeitig mit, aber ber automatisch funftionierenbe Fallschirm läßt sie sicher zu Boben gleiten ... A-Schm"
Der normalerweise etwa acht Kilogramm fd)roere Fallschirm ist ein so bekanntes Gerät geworben, baß sein Aussehen nicht mehr beschrieben zu werben braucht. Zubern besagt ja auch ber Name schon, bah es sich um einen Schirm hanbelt, ber vermöge des burch ihn verursachten Luftwiberstanbes ben an ihm hängenden Abspringer nicht in die Tiefe stürzen, sondern mit einer Sinkgeschwindigkeit von fünf bis sechs Meter in der Sekunde hinunterschweben läßt. Erwähnenswert ist höchstens daß dieser Schirm nicht völlig „dicht" ist, sondern in der Mitte eine Kreisöffnung von etwa einem halben Meter Durchmesser aufrocift. Sie g-wöhrleistet em gleichmäßiges
korps der Reichswehr. Oberbürgermeister Keller rief den Heimattreuen die Grüße Gießens zu
Es kamen bann sehr ernste Zeiten für Oberschlesien. Der „Gießener Anzeiger" brachte zu jener Zeit Berichte aus meiner Feber. Es galt damals, viel Leib unb Not zu Imbern, unb auch bie Bezirksgruppe Groß-Hessen in Gießen war habet sehr erfolgreich tätig. In ben folgenben Jahren fiel ben Ortsgruppen ber West- unb Ostpreußen unb ber VV.-Oberschlesier bie Pflicht zu, für ihre heimatlos geworbenen Lanbsleute Arbeit unb Unterkunft zu besorgen unb ihre Entschäbigungsanspruche zu vertreten. Auch bem hiesigen Bezirk waren Flüchtlingsfamilien zur Betreuung zugewlesen. Die VDhO. bemühten sich ferner erfolgreich um bie Unterbringung oberschlesischer . Kinber, von benen zahlreiche in Oberhessen Aufnahme fanbcn.
Nach ben weiteren Ermübungserscheinungen tn allen Ortsgruppen rief erst am Geburtstage bes Generalfelbmarfchalls von Hinbenburg im Jahre 1926 Universitätsprofessor Dr. Specht m Gießen bie Ostbeutschen zusammen. Es würbe bie Ortsgruppe Gießen bes Deutschen Ostbunbes gegrünbct. An ber (Brünbung waren auch Bankbeamter H a u c n ft e i n unb Rubols Poschmann beteiligt. Der Deutsche Ostbunb hatte sich bie Pflege nationaler Gesinnung unb ber Heimatliebe sowie bie Betreuung unb Unterstützung hilfsbebürftiger Lanbsleute zur Aufgabe gemacht. Der neue Leiter brachte bie Ortsgruppe schnell zu Ansehen unb veranstaltete zahlreiche Vortragsabenbe. Zusammen mit bem Bunb ber Kolonialfteunbe, bem Marine-Verein, bem Frauenverein vorn Roten Kreuz für Deutsche Ueberfec, bem DbA. unb ber Kolonialgesellschaft bilbete er bie Arbeitsgemeinschaft für Grenz-, Außen- unb Kolonialbeutsche, bie im März 1927 gemeinsam eine Kunbgebung für ben beutschen Osten veranstalteten. Bei biefer Kunbgebung sprach bie einzige Frau in ber Plebiszitkommission Oberschlesiens, Frau Maria Lowack aus Gleiwitz. Bei einer Hinbendurg-Gebenkfeier im gleichen Jahre erlag ber Festrebner, Universitats- professor, Gymnasialbirektor i. R. Dr. Barge s , nach ber Ansprache einem Herzschlag. Der Ostbunb : verlor in ihm einen verbienstvollen Mithelfer an ber beutschen Sache bes Ostens, einen ausgezeich- s neten Kenner ber Grenzlande unb beren Vor- i kämpfer. Zusammen mit ber Arbeitsgemeinschaft für - bie Grenz-, Außen- unb Kolonialbeutschen fanb 1928 i noch eine Kunbgebung gegen ben Raub beutscher > Lanbe statt. Als Professor Dr. S p e ch t im Jahre i 1928 nach Frankfurt (Ober) berufen würbe, erlitt der Deutsche Ostbunb in Gießen einen herben Verlust, benn ber Scheibende hatte es verstanden, die Anerkennung seiner Landsleute zu gewinnen und dem deutschen Osten einen wertvollen Dienst zu leisten. Sein Nachfolger wurde zunächst Fabrikant Ra u t e n b c rg, später Postinspektor Kurt Beyer, der auch dem Vorstand des Landesverbandes Hessen- Nassau angehörte. Unter seiner Leitung fand die große Kundgebung mit bem ostbeutschen Schriftsteller unb späteren Führer bes Bunbes, Dr. Franz L ü b t k e, statt, bie' große Beachtung fanb. Im Jahre 1932 beteiligte sich die Ortsgruppe an ber ostbeutschen .Kunbgebung ber Marburger Stubenten- schaft unb an ber ©rünbung einer Ortsgruppe in


