Donnerstag, 28. Februar 1935
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen)
Nr. 50 Zweites Blatt
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Prinzessin Turandot/
Die weltliterarische Fabel von der Prinzessin Turandot ist bei uns seit langem bekannt durch Schiller, der den Stofs für seine Nachdichtung von Gozzi übernahm; neuerdings auch in musikalischer Form durch die Oper von Puccini. Nun hat sich auch der Film der Geschichte bemächtigt Was vor der Kamera daraus entstand, ist, wenn man aufs Ganze sieht, ein in großem Rahmen gemachtes Ausstattungsstück, wie wir es von der Ufa gewohnt sind in einem Stil übrigens, der szenenweise rote eine Burleske in fernöstlichem Stil anmutet; doch reden die Menschen hier rote in einem modernen Konversationsstück oder allenfalls in einer Operette, die, abgesehen von Kostüm und Architektur, roentg Märchenhaftes oder Romantisches an sich hat; an diese etwas nüchterne Prosa unserer eigenen Zett wird sich erst gewöhnen müssen, wer etwa beim Gedanken an Turandot noch den Schillerschen Vers oder die Melodien Puccinis im Ohr hat. Aber das Herzstück der Handlung bleibt freilich auch hier das echte und alte Märchenmotiv von den drei Rätselfragen, die der Freier der Prinzessin lösen muß, wenn er die Braut gewinnen will; löst er sie nicht, dann wird ihm der Kopf abgeschlagen und auf der Palastmauer aufgepflanzt. Der erste, dem es gelingt, ist der fahrende Vogelhändler Kalaf. Nun könnte schon das Spiel zu Ende sein, aber es führt noch weiter und könnte auf chinesisch etwa „Der Widerspenstigen Zähmung" heißen: hier wird das Rätselmotio wieder ausgenommen, und abermals ein feiner und ganz poetischer Zug findet sich in jener nächtlichen Begegnung zwischen Turandot und Kalaf, der nun seinerseits an der Reihe ist, ein Rätsel aufzugeben: es kann ihm aber nur eins ein« falten, wenn sein Wundervogel singt — man sieht, wie das Vogelhändler-Motiv weitergeführt wird —, und das winzige Flügelwesen in seinem Käfig beginnt nur zu singen, wenn zwei Liebende sich in einem Kuß finden. Mit diesem Kuß und dem tm
Eignungsprüfung für Angestellte im Gaststättengewerbe
brennen.
„Wir treiben ihn über Berg und Tal, Daß er nicht wiederkommen soll, Wir treiben ihn über die Heide, Düs tun wir den Schäfern zuleide."
Das Sterben des Winters ist in Sitten und
„Hier wird nicht getrommelt! Wenn du groß genug bist, dann kannst du Soldat werden ober meinetwegen auch Trommler! Aber nun mach', daß du —"
Christoph lief davon, jäh erwacht aus dem Traum. Die Soldaten standen alle in den Schränken wie immer, die Fahnen hingen an der Wand, steif und staubig und unberührt.
Schwer drehte sich das Tor hinter dem Jungen. Die Sonne blitzte ihm in die Augen, daß er ste schließen mußte; da sah er wieder den Heereszug, und er schwor, immer die Trommel zu schlagen, denn Holstein, das müsse marschieren, allen voran, zu Preußen, ins kommende Reich.
Trumrum, trumrum.
Immer rascher schlugen die kleinen Hande auf die Trommel. Alle sollten es hören. Holstein steht auf! Hört die Trommel, nehmt die Fahne und marschiert in die Freiheit, zu Preußen!
Und alle hörten es. Die Männer kamen aus den Schränken, die Ritter stiegen von ihren Sockeln, sie holten sich Waffen, die Fahnen wurden von der Wand genommen, ein Laufen und Drängen, ein Stampfen und Klirren entstand in den Räumen — das Zeughaus war auf einmal zur Kaserne geworden, und unten im Hof formierten sich die Regimenter. .
Draußen klangen Kommandos, etn Heer setzte sich in Bewegung, nach Süden, wo der Vater hinter der Grenze steht, wo Preußen ist und die
und die Sonnenstrahlen zuckten gleich gelben Blitzen durch die Fenster in den dämmrigen Raum.
Ja, eine Fahne müsse man haben, dachte Christoph. Von der Fahne hatte oft schon der Vater gesprochen. Sie weht voran und fuhrt zum Steg, wenn man ihr folgt mit Leib und Seele.
Ganz heiß wurde dem Jungen bei all den Gedanken. Wenn er nur eine Fahne hätte! Die drüben in Preußen hatten eine, es war die gleiche, die der Vater trug. u „
Als dann die beiden vor dem Waffenztmmer standen, blieb Christoph allein, der Wächter schlurfte an seinen Platz zurück. Der Junge ging an den Gewehrschränken entlang, drohend standen Hunderte von blanken Stahlläufen nebeneinander, endlose Reihen. Waffen! Was hatte doch der Vater 9ef UBtr müssen die Fahne nehmen wnb Waffen nehmen und mit den Preußen marschieren!"
Das würde er tun, er würde marschieren, allen voran. Oder auf einem Pferde würde er sitzen und durch die Gassen retten wie die Soldaten vorhin, trapprapp, trapprapp.
An den Schrankecken standen Trommeln, auf- gebaut zu Pyramiden. Eine besonders große stand allein. Das Kalbsfell war blank in der Mitte, die Farbe war abgesprungen, die Troddeln verblaßt.
Und wenn nun die Fahne weht, wer ruft die Männer zusammen? Trommeln müssen sein! So... Christoph schlug mit den Fingern auf das Fell, dumpf klang es durch den hohen Raum. Ja, so... So trappelten auch vorhin die Pferde.
„Strih, Strah, Stroh, der Summerdag is do, Der Summer und der Winter, Des sinn Geschwisterkinder.
Summerdag, Staab aus, Blost em Winter die Aage aus: Strih, Strah, Stroh, der Summerdag is do.
Ich hör die Schlisse! klinge, Was roeren se uns bringe? Roten Wein un Brezl drein. Was noch bazi^? Paar neue Schuh! Strih, Strah, Stroh, der Summerdag is do, Heut übers Jahr, so sinn mer roibr do. Oh, do alter Stockfisch, Wenn mer kommt, so hoscht nix.
Gibsch uns alle Jahr nix.
Strih, Strah, Stroh, der Summerdag is do."
Im Saale des Hotel Schütz wurde im Laufe des gestrigen Tages unter Leitung des Kreisfachgruppenleiters des Gaststättengewerbes in der Deutschen Arbeitsfront, Mühl, eine Eignungsprüfung für Servierdamen und Kellner abgehalten, die schon seit einiger Zeit im Gaststättengewerbe tätig sind, sich aber bisher noch keiner Prüfung unterzogen hatten. Der Sinn der Veranstaltung war, für das Gaststättengewerbe nur solche Kräfte in feste Stellungen zuzulassen, die in der Eignungsprüfung durch ihr Können Nachweisen, daß sie den Anforderungen entsprechen. Für die Prüfung hatten sich 14 Frauen und 4 Männer gemeldet, die aus den verschiedensten Orten des Kreisgebietes Gießen und Wetzlar
Aus der proviuzialhaupistadi. Winters Auszug - Frühlings Einzug in Sitten und Gebräuchen.
Von Hans H. Minsch.
Mit der neuerwachten Natur hängen allerorts eine große Menge Festsitten zusammen, die zum größten Teil in die Fastnachtszeit fallen. Eine Hauptrolle spielen dabei die Ueberbleibsel der alten Sonnenverehrung, und so sehen wir denn in überlieferter Weise um die Zeit der steigenden Sonne im Südwesten Deutschlands und in der Schweiz auf den Bergen die „Funkenfeuer" und „Fastnachtsfeuer" aufflammen. In früherer Zeit umtanzten alt und jung jubelnd und jauchzend das Bergfeuer, um dann unter Musikbegleitung in das Tal zu ziehen und diese Feier im Tanzsaal festlich zu beschließen.
Beliebt war das Scheibenschlagen. Die zu Ehren einer Person fortgeschleuderte glühende Scheibe sollte die Sonne versinnbildlichen, wobei die Jugend gabensammelnd durchs Dorf zog:
„Der Vater mit dem Krügchen, Der holt den kühlen Wein, Bringt viele Küchlein rein, Die Tochter mit ihren schwarzbraunen Haaren. Die denkt in ihrem Sinn:
Die Küchlein könnt man sparen, Di« Nacht ist noch nicht hin."
Wie die geschleuderten Scheiben, so sollen in anderen Gegenden mit Stroh umflochtene Wagenräder, die in der Dunkelheit brennend die Berge Herabgelaffen werden, ihren Zauber auf die Fruchtbarkeit der Felder ausüben.
Auch die sogenannten Haiefeuer (Hagelfeuer) und das „Hagelsengen", die Hagelschaden verhüten helfen, erinnern an ein Ende Februar stattgefundenes altheidnisches Fest.
Beziehen sich alle diese Feuergebräuche auf die Rückkehr des Frühlings, so versinnbildlichen andere das Sterben des Winters. In Thüringen, Meißen,
Ri, Ra, Ro,
De Summertag esch do,
De Fuchs, de springt ins Hühnerhaus, Lieft die schlauste Eier raus.
Eier raus! Eier raus!
Orrer ich schlag e Loch ins Haus!"
Nicht immer geht der Winter freiwillig oder läßt sich kurzerhand abschieben, oft verteidigt er sich hartnäckig, und es entsteht ein verzweifeltes Ringen nut seinem Gegner, dem Sommer Als sinnbildliche Andeutung dieses Kampfes wurde in früherer Zeit in rheinischen Gegenden, bei dem zwei dem Festzug vorangehende Knaben — der eine in Stroh gehüllt als Winter, der andere mit Efeu bekränzt als Sommer — mit Sträuchern aufeinander losschlugen.
„Stab aus! Stab aus!
Stecht dem Tod die Augen aus!" sangen dabei die Zugteilnehmer, bis der „Winter" unterlag.
Es ist zu verstehen, wenn man diese schonen Sitten und Gebräuche als edles Volksgut der Nach-
Vorführungen. Die Prüfungskommission setzte sich aus drei Betriebsführern (D ö r r e r, Kling l e r und Schwab), und aus drei Betriebsgefolgschafts- niitgliebern (Goldermann, Hübner und Birlenbach) zusammen. Der Prüfung wohnten am Nachmittag der Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront Pg.' Wag ne r^und der stellvertretende Kreiswalter Pg. Hahn bei. Den Abschluß der Prüfung bildete die Herrichtung einer Festtafel, die von einigen Frauen sehr gut aufgelegt wurde. Die Frauen bestanden die Prüfung sämtlich, die Männer dagegen nicht. _
Kreisfachgruppenwalter Mühl wies zum Schluß auf die Bedeutung der Prüfung hin, ermahnte, stets bemüht zu sein, sich weiter zu bilden und tue I Berufsehre schon allein von der Leistung her hoch-
Am Donnerstag, 28. Februar, abends 8 Uhr, im Ortsgruppenheim des Berufsgruppenamtes, Gießen, Lonyftraße 18, monatliche Zusammenkunft. Es spricht Dipl.-Jng. Schlechter, Wetzlar, über „Elektro-Wirtschaftsfragen". Anschließend Vorführung des Films „Die Zugspitzenbahn". Auch die Mitglieder des NS.-Bundes Deutscher Technik sind hierzu herzlichst eingeladen.
Sicherung des Steueraufkommens aus Hausschlachtungen.
Die Polizeidirektion Gießen teilt uns
Im Gegensatz zu dem seitherigen hessischen Recht unterliegen die Hausschlachtungen nach § 5 der Verordnung zur Durchführung des Schlachtsteuergesetzes vom 24. März 1934 der Schlachtfteuer. Nach den vom Herrn Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt gemachten Beobachtungen sind Anzeichen dafür vorhanden, daß zahlreiche Hausschlachtungen nicht zur Versteuerung angemeldet werden. Die steuerliche Erfassung sämtlicher Hausschlachtungen ist aber im staatswirtschaftlichen Interesse dringendes Erfordernis.
Es wird daher allen Personen, die Hausschlachtungen vornehmen, in ihrem eigenen Interesse dringend empfohlen, in jedem einzelnen Falle bie Hausschlachtungen zur Versteuerung anzumelbem
Neben ben Steueraufsichtsbeamten finb auch die Polizeibeamten angewiesen, auf bie Hausschlachtungen ein besonbers scharfes Augenmerk zu richten unb barüber hinaus festzustellen, ob sie auch steuerlich angemelbet worben finb. Wo nicht, werben un- nachsichtlich Strafanzeigen erhoben.
Wir finb ber Ansicht, baß biefer kurze Hinweis genügt, um nicht gegen Volksgenossen, bie hiergegen verstoßen, einschreiten zu müssen.
Vornotizen.
— Tageskalenber für Donnerstags Deutsche Arbeitsfront, Berufsgruppe ber Techniker,
Schlesien würbe eine Strohpuppe in einem kleinen Sarge unter Absingen von Melobien aus bem Dorf getragen, um sie auf einem Scheiterhaufen zu
Achtung, alle Zungen herhören!
Großer Etandortappell des Deutschen Jungvolks.
morgen, 1. märz, treten alle Jungen der beiden Gießener Stämme um 14.30 Uhr zu dem g r o ßen Appell des Standortes Gießen an.
Stamm Welfen (I) tritt auf dem Landgraf-Phi- lipp-Plah an.
Stamm Geusen (II) auf dem Brandplah.
Arbeitsvermittlung für Hausgehilfen jetzt nur noch durch die Arbeitsämter.
LPD. Zwischen der Deutschen Arbeitsfront, Reichsfachgruppe Hausgehilfen, und dem Deutschen Frauenwerk, Gau Hessen-Nassau, wird folgende Vereinbarung getroffen:
Mit sofortiger Wirkung wird die gesamte berufliche Vermittlung von Hausgehilfen in Privathaushalte im Gau Hessen-Nassau ausschließlich durch bie hierfür zustänbigen Arbeitsämter, bie bem Laubes- arbeitsamt Hessen unterstehen, vorgenommen. Damit ist für bie Tätigkeit irgenb welcher privaten Vermittlungsstellen ober sonstiger Stellen kein Raum mehr, unb biese haben sofort auf biefem Gebiet ihre Arbeit einzuftellen. . .
Zur Abwicklung ber laufenben Geschäfte wirb eine Frist von 14 Tagen gewährt.
Gez.: Brinkhof f
Gauamtsleiterin ber NS.-Frauenschaft unb Leiterin bes Frauenwerks im Gau Hessen-Nassau.
Gez.: Mann Gaufachgruppenwalter ber Reichsfachgruppe Haus-, gehilfen, Gau Hessen - Nassau.
Deutsche Arbeitsfront.
Verufsgruppe der Techniker. Fachgruppe Eisen und Uldall.
welt zu erhalten versucht. So ließ man m ber Stabt Heibelberg vor bem Kriege bas „Stab-aus-Fest
erstehen. Das babei gesungene Lieb lautete:
schau'n?"
Der Wärter staub hinter Christoph, alt uno freunblid), ein Veteran.
Er legte bem Jungen bie Hanb auf die Schulter und wies auf den nächsten Schrank:
..Da steht der Herzog Christian!"
So gingen die beiden durch die Halle. Der Alte erzählte und der Junge hörte zu. Die Figuren dort sind Soldaten gewesen, vor 50 Jahren, vor Jahren, vor 200 Jahren.
„Schau sie dir an, mein Sohn, dort hängen sie, Vie Fahnen, von Kugeln durchlöchert, vom Sturm- ^Da bewegten sich leise die alten Fahnentücher, wie Puloerdampf hing es zwischen den Wanden,
bräucheu mit dem Sterben des Todes identisch, daher die volkstümliche Redensart: „Den Tod austreiben", den „Tod verbrennen".
Oft wird, nachdem der Tob unter ben mannigfachsten Zeremonien außerhalb bes Dorfes verbrannt ober ertränkt wurde, sofort auf der Heimkehr der Frühling, in der diesbezüglichen Volkspoesie heißt es Sommer, mitgebracht, indem man mit einem geschmückten Tannenzweig singend ins Dorf einzog:
„Den Tod haben wir ausgetragen,
Den Sommer bringen wir wieder, Den Sommer und den Mai, Der Blümlein allerlei."
In Böhmen ertränkt man außer dem Tod auch seine Frau, die Tödin, oder er wird als winzige Strohpuppe in die Zweige eines geschmückten Tan- nenbäumcheus gesetzt.
In der Pfalz zogen die Kinder mit einem großen, an einer Stange befestigten und mit farbigen Bändern geschmückten Buchsbaumkranz durch die Dörfer und sprachen dabei:
„Stäb aus, Stäb aus.
’m Winter gehn die Aegn aus.
Veilche, Rose, Blume,
So hole mer de Summer.
Der Summer esch en guber Knecht, Der schmeißt be Winber in be Dreck.
Kein großes Gala-Diner — sonbern eine nur zum Zwecke der Eignungsprüfung hergenchtete Festtafel.
Holsteinische Trommel 1852.
von Werner Frank
Christoph, der blonde Dreikäsehoch mit den immer zerschrammten Waben, weiß, wohin ein Holsteiner in bieten Jahren ber Glücksburger Herrschaft gehört. Heute, ba er einen Brief vom fernen Vater in ber Tasche trägt, erst recht. Holstein gehört zu Preußen. Unb empört läuft ber Junge davon, als ihm nun auf bem Heimweg von ber Schule bämsche Reiter begegnen. Vor ihnen mußte sich ja ber Vater verbergen unb über bie Grenze flüchten. Sie waren bamals bes Nachts gekommen unb hatten nicht an bie Türe geklopft.
„Wo ist hier ber Vorsteher Jürgensen?"
Aber ber Vater war schon fort nach Preußen. Christoph lief. Die Mutter hatte ihm geboten, eine Begegnung mit ben Fremben zu meiben. Er war nun schon um mehrere Ecken gebogen unb bas Pserbegetrappel klang noch immer m seme Ohren. Vielleicht wollten sie ihn gefangennehmen? „Erwischen sollen sie mich nicht!
Mit aller Kraft stemmte er sich gegen em großes Eichentor, bas sich langsam in den blan en Angeln drehte. Eine dunkle Halle nahm ihn aust Wie von Geisterhand geführt, schloß stch'das Tor wieder dabei knurrte es leise wie ein schwer atmendes T.er Christoph war allein. Christoph wagte keinen Schritts weder vorwärts noch zurück. Erst als f d) dämmrige Licht gewöhnt hatte, drehte er den Hopf unb besah sich ben Raum. Ritterrüstungen stanbe an ben Wänben. Schränke waren aufgebaut roie Häuser. Straßen bazwischen, bie man e^tlangg h konnte. Glasscheiben wie Schaufenster. Dahinter stauben Menschen. Unbeweglich. Seltsame Kleiber hatten sie an. Kleine Schilber waren ihnen oor Die Füße gelegt. Unb nun las ber Junge unb wuh , daß er im Museum war, im alten Zeughaus.
„Na, Jung', magst bir unsere Solbaten an-
bie glückliche und märchenhafte Lösung nicht allein des vierten unb letzten Rätsels, sonbern auch ber Begegnung zwischen Kalaf unb Turanbot und der gesamten Fabel eingeleitet. Das Drehbuch schrieb Thea von Harbou. Die Spielleitung hat Gerhard Lamprecht; wir haben bereits angebeutet, auf welche Weise er seine Aufgabe bewältigt hat: große Ausstattung, viel Architektur unb Szenerie, viel Volk, Kostüm unb Maske, dazu eine fernöstliche Musik mit Gong unb Glöckchen (Franz D o e 11 e). Die barstellerisch wichtigste und persönlichste Erschei- nung ist Willy Fritsch in der Rolle des Vogel- Händlers Kalaf: er braucht sich keinen Zwang auf- zuerlegen und kann sich geben wie in einer Operette oder einem modernen Spielfilm, und er packt das schwierige Abenteuer um Kopf und Kragen mit erfrischender Herzhaftigkeit und männlicher lieber» legenheit an. Käthe v. Nagy hat es diesmal viel schwerer, denn sie hat im größten Teil des Films ein abscheuliches kleines Biest zu spielen, eine kleine chinesische Furie, bockig und bös und wutentbrannt — bis einer kommt, ihren Trotz überwindet und ihr Herz gewinnt. Das aus der Operette bekannte Dienerpärchen: Paul Kemp und Inge List, nicht minder komisch als das Kaiserpaar Leopoldine Konstantin und Willy Schaeffers; auch Aribert Wäscher und Paul Heidemann als Oberrichter und Prinz Samarkand spielen ihre Rollen angemessen und stilgerecht. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus Im Beiprogramm gibt es einen biebermeierlidjen Kostüm- schwank nach Ecksteins bekannter Pennälergeschichte „Besuch im Karzer"
Hockschulnachrichien.
Der zum 1. April 1935 an bie Rechts- und Staatswifsenschaftliche Fakultät ber Universität Marburg auf bie planmäßige Professur für Römisches, Bürgerliches, Wirtschafts- unb Arbeitsrecht sowie Rechtsphilosophie berufene unb gleichzeitig zum Direktor bes Juristischen Seminars ernannte Professor Dr. Gustav B o e h m e r wirb 'M Sommer noch in Frankfurt tätig bleiben und seine Lehrtätigkeit in Marburg erst im Herbst dieses Jahres aufnehmen.
Die Dermatologische Gesellschaft in Istanbul hat bem Direktor bes Hygienischen Institutes an ber Universität Freiburg, Professor Dr. Uhlenhut h, bas „Ehrenbiplom für auslänbische Forscher" verliehen. Die Ehrung erfolgte in Anerkennung der grunblegenben Forschungen Professor Uhlenhuths über bie Syphilis unb ihre Heilung durch organische Arsenpräparate. Professor Uhlen- Huth gehört zu den bedeutendsten Kapazitäten der Welt auf bem Gebiete ber Hygieneforschung und zu den eigentlichen Begründern der Arsenbehand- lung der Syphilis,
schwarzweiße Fahne.
Christoph schlug die Trommel, er war ganz benommen von dem dumpfen Gedröhn. Der Junge konnte auch noch nicht aufhören, denn da war noch ein Soldat, der kam immer näher, eilte durch die Säle. Da griff auch schon der Uniformierte nach der Trommel, und Christophs Hände schlugen m
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stammten.
Das Examen bestand in einer mündlichen und einer schriftlichen Prüfung, sowie in praktischen zuhalten.


