Einzelbild herunterladen

Nr. 23 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)

Montag. 28.Zanuar 1955

tz j- '» v

i

i y

H

F U v " - » yX

>

Europameister Mühlberger.

Ueberlegungspause: Wie packt er ihn am besten?

Zweiter Kreisturntag Lahn-Dill in Gießen

Blick in dis geschmückte Turnhalle während bt» Kreistmntgge*,

zu besiegen. Im Standkampf konnte er sich noch güt behaupten. Am Boden erwies sich der Frankfurter als besser und drückt Emmerich in acht Minuten die Brücke ein. Gesamtergebnis 15:4 für Frankfurt.

tätigkeit entfaltet werden, damit jeder ländliche Turnverein über einen geeigneten Turnwart ver­fügen könne. Im kommenden Februar werde be­reits einer dieser Lehrgänge stattfinden. Den Fach­warten sei im vergangenen Jahre die Möglichkeit zu völlig freier Arbeit gegeben gewesen. Es sei viel Gutes geleistet worden.

In seinen weiteren Ausführungen betonte er, daß für die Veranstaltungen des Jahres 1935 ein etwas regerer Besuch zu wünschen wäre. Außerdem erhob er die Forderung zu vorbildlicher Disziplin. Schließ­lich berichtete er über die Erfolge der einzelnen Arten der Leibesübungen, wie sie im Kreise ge­pflegt werden. Beachtenswert seien hier besonders die Fortschritte im Frauenturnen. In den Hand­ball- und Faustballspielen seien hervorragende Er­folge erzielt worden, indem Mannschaften des Kreises Gaumeisterschaftsehren erringen konnten. Das Handballspiel habe zahlenmäßig einen sehr

Friedberg konnte dem Kreis Lahn-Dill beste Er­folge bringen; der Turnkreis Lahn-Dill sei am stärk­sten vertreten gewesen. Noch manches andere Fest sei erlebt worden: das Rhönbergfest, das Feldberg­fest, das Alterstreffen in Braunfels usw. Zu er­innern sei ferner an die Reichswerbewoche für deutsches Turnen, an die Werbewoche für Leibes­übungen der Frau und an die großartige Saar­treuestaffel. Gerade bei der Saartreuestaffel seien Volkstum, Deutschtum und Turnertum auf das glücklichste verbunden gewesen.

Die Dietarbeit der DT. sei zur Genugtuung aller Turner im Reichsbund für Leibesübungen bestim­mend eingesetzt worden. Die Leistung, der Geist und die Gesinnung sollten auch fernerhin unsere Arbeit regieren. _

In technischer Hinsicht habe das vergangene Jahr 1934 viel Mühe gebracht. Aber es sei gelungen, manchen Verein zu neuem Leben zu erwecken.

Allgemein fei ein Zuwachs im Mitgliederbe­stand der Turnvereine zu verzeichnen. Dieser Zuwachs könne uns mit Freude erfüllen und stelle eine Anerkennung der Arbeit der DT. dar.

14 Turnschwestern und -brüder nahmen an Lehr­gängen an der Deutschen Turnschule teil. Sie wer­den berufen fein, das Erlebte uneigennützig den Vereinen zur Verfügung zu stellen. Im vergangenen Jahre habe auch der Wintersport großen Auf­schwung genommen. Die Wintersportler schlossen sich in festen Riegen zusammem

Alles in allem gesehen, bedeutete das Jahr 1934 ein Jahr harter Ärbeit, aber auch ein Jahr des Glücks, der Zufriedenheit und schöner Erfolge. Das müsse für uns gleichbedeutend sein für Mut und Kraft zur Arbeit im laufenden Jahre.

Das neue Jahr müsse für uns im Zeichen des Wortes:Unsere Arbeit: Dienst am Volke! Unser Glaube: Deutschland! Unser ganzes

Vertrauen: dem Führer!- stehen.

(lebhafter, anhaltender Beifall!)

-Sodann erstattete

Kreisoberturnwart Schüler-Wetzlar ebenfalls seinen Jahresbericht. Der Erfolg aller Arbeit sei, so führte er u. a. aus, nicht ausae- blieben. Für die Zukunft werde eine intensive Lehr-

Kritischer Moment! Im Vordergrund der Schiedsrichter, der es ganz genau sehen muß.

Kämpfe aus der Maite.

Europameister Mühlberger m Gießen. Ringwettkampf Gießener Kraft- und Sport klub 1893-Athlettksportvereimgung 1886 Frankfurt 4:15.

rid) riß einarmig 130 Pfund, drückte beidarmig 150 Pfund und stieß 210 Pfund beidarmig. Auch B e I l o f f konnte rechts 120 Pfund reißen und links 130 Pfd. stoßen, im beidarmigen Stoßen kam er auf 180 Pfd. Die Federgewichtler Götz und Funk drückten beide 110 Pfd. und konnten auch beide 150 Pfd. stoßen. Mühlberger übertraf, ohne sich auszugeben, diese Leistungen ganz erheblich. Bei einem Körpergewicht von 125 Pfd. konnte er ein­armig 140 Pfd. reihen und 160 Pfd. beidarmig drücken. Im beidarmigen Reißen bewältigte er 180 Pfd. und zum Schlüsse konnte er, unter stürmischem Beifall, die enorme Last von 230 Pfund zweimal zur Hochstrecke stoßen.

©er Freundschastökampf im Hingen.

Jrn darauffolgenden Freundschaftskampf im Rin­gen stellten die Frankfurter ihre gute Klasse unter Beweis. Bei mehr Kampferfahrung würde aber auch bei den Gießenern der Erfolg nicht ausbleiben. Die Entscheidungen des Kampfgerichts waren nicht ungerecht, doch wird der Gieeßner Verein in Zu­kunft dafür Sorge tragen, daß auch bei Freund­schaftskämpfen neutrale Kampfrichter hinzugezogen werden.

Bantamgewicht: Der neue Mann der Gie­ßener, Klinger, führte sich durch einen präch­tigen Schultersieg über den Frankfurter Mink gut ein. 3:0 für Gießen.

Federgewicht: Funk (Gießen) und Sen­delbach (Frankfurt) liefern sich einen erbitterten Kampf, der unentschieden endigt. 4:1 für Gießen.

Leichtgewicht: Der bis Halbzeit in Führung liegende Gießener Klotz kommt in der Boden­runde einmal in die Brücke, wodurch der Frank­furter R i ch t b e r g knapper Punktsieger wird. 4:3 für Gießen.

Weltergewicht: Bopp (Frankfurt) ist gegen Tuzel körperlich im Vorteil und siegt durch Hamerlok in zwei Minuten. 6:4 für Frankfurt.

Mittelgewicht: Hartnäckig kämpfen B e l l o f f und Hillebrand um den Sieg. In der Bodenrunde fängt der Frankfurter einen Armzug Belloffs ab und drückt ihn auf die Schultern. Eine gute Leistung des 47jährigen Frankfurters. 9:4 für Frankfurt.

Halbschwergewicht: Der Gießener Wal­ther hielt sich gegen Kammerer sehr gutv In der fünften Minute siegt der Frankfurter durch Armfallgriff. 12:4 für Frankfurt.

Schwergewicht: Emmerich ist noch zu unerfahren, um einen Klassenringer wie Gerber

Die deutschen Skimeisterschasten.

Bei den Deutschen Ski-Meisterschaften in Gar­misch-Partenkirchen kam am Sonntag der 50-Kilo° meter-Dauerlauf zum Austrag. 69 Mann traten zu dieser Prüfung an und mußten fast auf der ganzen Strecke gegen einen schweren Schneesturm ankämpfen. Sieger wurde der Norweger Kaare Hattan in 3:38:46 Stunden vor seinem Lands­mann Trygve B r o d a h l und dem Finnen Klaes Karppinnen. Bester Deutscher war Josef Penn (Berchtesgaden), der in 4:01:17 Stunden einen sehr achtbaren 7. Platz belegte. Den SA- Patrouillenlauf gewann die unter Führung von Willi Bogner stehende erste Mannschaft des SS.- Oberabschnittes Süd in 1:30:38 Stunden für die 18 Kilometer. Im Hochschulsprunglauf erwies sich der Münchener Franz MechIer mit Weiten von 45 und 49 Meter als der Beste.

Weitere wichtige Ergebnisse im Wintersport.

Wichtige Ergebnisse des Wintersport-Sonntags waren: Grau-Brehme holten sich auf Bob DBV. die norddeutsche Zweierbob-Meisterschaft. Hauser (Oesterreich) wurde bei den in Spindelsmühl aus-

Zum zweiten Kreisturntag des Kreises Lahn-Dill (Kreis VIII) im Gau Nordheffen der DT. fanden sich am gestrigen Sonntag die Vereinsführer, Die Turn- und Dietwarte der Turnvereine im Kreise in der Turnhalle am Oswaldsgarten ein. Der Turn- tag fand einen sehr feierlichen Auftakt. Unter Den Klangen eines Marsches wurden alte, ehrwürdige Turnerfahnen eingebracht. Gemeinsam wurde dann das LiedTreu unserem Volke" gesungen. Kreis- fübrer Daupert (Wieseck) gedachte in kurzen Worten der teuren Toten, des Reichspräsidenten von Hindenburg und des früheren Vorsitzen- den der DT., Professor Dr. Berge r. In fern Ge- denken schloß er auch die Gefallenen nn braunen und im feldgrauen Ehrenkleid em. Wahrend das Lied vom guten Kameraden erklang, verharrte die Versammlung in stillem Gedenken.

Sodann trat man in die Tagesordnung ein.

Kreisführer Daupert-Wieseck stattete ,zunächst den Jahresbericht. Seme Aussührungen seien im Auszug wiedergegeben: Bon vielen Turnbriidern sei zu B-gmn des wahres1934 befürchtet worden, daß die Neuordnung im Turnen und im Sport ein Zerreißen der engen Serbin düngen in der DT. mit sich bringen werde E sii aber anders gekommen. Man habe sich Zur Au bau arbeit aesunden Alles habe sich aus das Beste geklärt. ^Was sich bildete, sei organ'sch g-wachl-n. Die Fragen der Zusammenarbeit nut der HI. seien geklärt Es bleibe nur der Wunsch, daß sich die neue Ordnung zu Gunsten des Vaterlandes aus­wirken möge. Im Turnen selbst seien große F schritte zu verzeichnen gewesen, insbesondere

^Die^Zusarnmenarbeit im Kreise geschah. nach- dem man sich gegenseitig kennengelernt si?be m glücklichster Weise. Der Turnkr-is habe sich ebenso sesier wie breiter Grundlage gesunden. TN Veranstaltungen bewiesen es immer au'sneurDas Juaendtreffen auf dem Schiffenberg habe die Ära! de? Jugend offenbart und die Begeisterung zur Turnfache erkennen lassen. Das Kreisfest tn G ßen-Linden sei in denkbar großzügigster Form ver- laufen Den Turnbrüdern von Großen-Linden ge bühre für ihre Arbeit herzlicher Dank. Das Frauen- turnen in Grünberg habe ebenfalls einen begeistern- d-n B-rlaus genommen. Da- B-zirk-turnsest m

Den Freunden des Kraftsportes des Gewicht­hebens und des Ringkampfes war am Samstag im Caf6 Leib eine gute Gelegenheit gegeben, aus­gezeichneten Sport auf diesen Gebieten zu sehen. Der 1. Gießener Kraft- und Sportklub von 1 893 hatte sich die Athletiksportvereinigung 1886 Frankfurt a. M. verschrieben und trug gegen deren Mannschaft einen Ringwettkampf über die sieben Gewichtsklassen aus. Ferner konnte man einen Wettbewerb im Gewichtheben verfolgen.

Der anregende Ahend wurde durch eine kurze Begrüßungsansprache des Vereinsführers der Gast­geber eingeleitet. Sodann sprach der Führer der Frankfurter Athletiksportoereinigung, Herr Rotter, der einen interessanten Ueberblick über das Wesen des Kraftsports gab und auf die Voraussetzungen hinwies, unter denen der Kraftsport nur betrieben werden kann. Er betonte, daß es, um im Kraftsport zum Erfolg kommen zu können, einer außerordent­lich langen Vorbereitungszeit und eines eisernen Willens des Betreffenden bedürfe, da mit roher Kraft allein überhaupt nichts zu erreichen fei. Er wies ferner darauf hin, daß ein Kraftsportler, wenn er eine bestimmte Leistung erreicht habe, aber auch lange Zeit aktiv (bleiben könne. In der Athletik­sportvereinigung stehe heute noch ein Mann mit 47 Jahren, der in jeder Hinsicht es mit jedem Jün­geren aufnehmen kann. (Der Abend brachte auch den Beweis dafür!) Nachdem der Redner noch auf die herzliche Kameradschaft hingewiesen hatte, die unter den Kraftsportlern herrsche, nachdem er seiner Freude Ausdruck gegeben hatte, gegen die in bestem Rufe stehende Mannschaft des Gießener Kraft- und Sportklubs kämpfen zu können, begannen die Wett­bewerbe.

Das Gewichtheben.

Der sportliche Teil des Abends wurde mit dem Gewichtheben eingeleitet. D§r Federgewichtstemmer, Weltrekordmann und Europameister 1931, mehr­facher deutscher Meister, Mühlberger (der der Athletiksportvereinigung Frankfurt angehört) stand im Wettbewerb mit den Gießener Gewichthebern Bellos f, Emmerich, Götz und Funk. Es wurde zunächst mit dem einarmigen Reißen begon­nen, bei dem Mühlberger feine Konkurrenten sehr bald hinter sich lassen konnte. Obwohl auch die Gießener Gewichtheber sehr ansprechende Lei­stungen zeigten, so konnten sie doch gegen den aus- gefeilten Techniker Mühlberger nicht lange im Wettbewerb bleiben. Der Schwergewichtler Emme­

tarken Aufschwung genommen. Mit der Jugend zu arbeien sei schwerer gewesen, als man es sich ge­wünscht habe. Für die Zukunft sei jedoch zu hoffen, daß auch dies besser werde. Nachdem der Redner noch kurz die Arbeit auf dem Gebiete des Schwim­mens und des Fechtens umriffen hatte, dankte er allen Helfern, die sich in den Dienst der Ertüchti- gung der Volksgemeinschaft stellten.

Im Anschluß daran erstattete der Kreisschatz, meister Tufnbruder Ritsert den Kassenbericht, der in Einnahmen mit 20 230,97 Mark, in Aus­gaben mit 19 494,17 Mark, also mit einem lieber- schuß von 736,80 Mark abschloß. Dem Schatzmeister wurde, nachdem der Bericht der Rechnungsprüfer gehört war, Entlastung erteilt.

An diese Berichterstattung schloß sich eine B e - s p r e ch u n g über

bevorstehende Veranstaltungen

an. Das Kreistreffen 1935 findet am 6. urib 7.Juli in Sinn statt. Das Alters­treffen wird in L i ch abgehalten, da der dortige Verein gleichzeitig die Feier feines 75jährigen Be­stehens damit verbinden will. Ferner ist ein B e r g - f e ft vorgesehen, das in Verbindung mit dem Turn- kreis Wetterau-Vogelsberg auf dem Hoherods- kopf abgehalten werden soll. In der Zeit vom 24. Februar bis 31. März sollen in allen Vereinen der DT. Winterhilfe-Veranstaltungen durchgeführt werden. Im Mittelpunkt des Jahres stehe aber, fo betonte der Kreisführer, das Gau - t u r n f e ft in den Tagen vom 2. bis 4. August in Gießen. Das Gauturnfest sei zwar von der Gießener Turnerschaft zur Ausrüstung übernommen worden, das Fest zu tragen müsse aber der ganze Kreis bereit und zum Feste selbst mit allen seinen Mit­gliedern vertreten sein. Alle Arbeit müsse schon heute auf dieses Gaufest zugeschnitten werden.

Der Turnkreis Lahn-Dill werde sich in diesen Augusttagen zu bewähren haben.

Von der Aufstellung eines Arbeitsplanes für Sit- jungen und Lehrstunden wurde abgesehen. Die 93er» einsführer. Turn- und Dietwarte sollen von Fall zu Fall verständigt werden.

In einem kurzen Referat beschäftigte sich im wei­teren Verlauf der Tagung der

Kreisdietwart Dr. Homer, Großen Linden

mit der Dietarbeit in der DT. und in den anderen sporttreibenden Verbänden. Er erinnert daran, wie der Führer Adolf Hitler das deutsche Volk zu Blut und Boden geführt habe, er erinnerte an die Saar- abftimmung als ein Bekenntnis zur Heimat und be­tonte, daß auch die DT. an diesem großen Erfolg teilhabe. Für die Zukunft habe die DT. in der Diet­arbeit eine volkstümliche Aufgabe zu erfüllen. Jeder Turner müsse vom nationalsozialistischen Gedankengut durchdrungen werden. Das werde uns nicht schwer fallen, denn wir brauchten nur im Geiste Jahns tätig zu sein. Jahn habe das Turnertum stets mit dem vaterländischen politischen Ziel verbunden. Die Sportverbände würden sich den Gedanken der Diet­arbeit nicht verschließen dürfen. Die völkische Aus­sprache, die in der Folge bei allen Veranstaltungen Teil des Programms sein solle, könne in der ver­schiedensten Form vor sich gehen. Es könne durch die Unterhaltung in kleinen Gruppen geschehen, es I könne geschehen durch einen Sprechchor, durch ein Lied usw. Jedermann werde hier zur Mitarbeit auf­gerufen. Durch Jahn und mit Adolf Hitler gehe man auf dem Wege zum neuen Volke.

Nachdem der stellvertretende Kreisvorfitzende Zobel- Haiger in kurzen Worten die außerordent­lichen Verdienste des Kreisführers Daupert Um­rissen und gewürdigt hatte, nachdem verschiedene rein geschäftliche Fragen Erledigung gefunden und nachdem der Kreisführer Daupert noch eine kurze begeisternde Schlußansprache gehalten hatte, klang die Tagung in einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemein­sam gesungenen Deutschland- und dem Horst-Wessel- Lied aus.