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Die Stadt Tustcmowice wurde völlig vom Draht- verkehr abgefchnitten. Auf einzelnen Chausseen sind schwere Schneeverwehungen bis zu 5 Meter Höhe eingetreten. Bei Synowodzko fuhr ein Personenzug auf einen Güterzug, da der Sturm die Weichen verstopft und außer Betrieb gesetzt hatte. Zwei Personen wurden dabei schwer und 14 leicht ver­letzt.

Gold fällt vom Flugzeug ins 2Ueer.

Während des Fluges von Paris nach England fiel ein Goldbarrenpaket im Werte von 6000 Pfund, das in einem englischen Flugzeug transportiert wurde, ins Meer. Ueber dem Ka­nal hatte das Flugzeug gegen schweren Sturm zu kämpfen. Bei der Landung in Essex entdeckte man, daß durch den Sturm das Gepäckabteil eingedrückt worden war und so das Gold herausfallen konnte. Die englische Presse hat aber die Frage aufgewor­fen: Wo liegen die Goldbarren im tiefen Meer oder im Gemüsegarten eines Hauses in Südenaland, dessen Besitzer sich des Goldregens noch nicht be­wußt sind. Dies ist die Frage, die heute viele Ge­müter bewegt. Die Blätter geben die ganze Kette der Ortschaften an, die das Flugzeug auf seinem Wege von Le Bourget nach Abridge in Esser über­flogen hat, und Tausende von Menschen stöbern bereits in ihren Gärten herum und suchen wie nach Ostereiern die beiden Holzkistchen, die das wertvolle Metall enthalten. Dielleicht ist die Sache noch ro­mantischer, denn schon jetzt tritt die Vermutung auf, daß eine Bande internationaler Verbre­cher das Gold schon gestohlen hatte, bevor das Flugzeug Frankreich verließ. Sobald der Verlust gemeldet wurde, begaben sich Beamte der Geheimen Polizei von Scotland Parbs nach gewissen Schlupf­winkeln in London, um bestimmte Männer zu beobachten. Auch sind bereits Anweisungen an die Zollbeamten an der englischen Südküste ergangen, schärfste Ausschau nach kleinen Booten zu halten, die bei englischen Küstendörfern anlegen. Warnun­gen sind außerdem an Goldhändler, Pfandverleiher und andere möglichen Käufer von Goldwaren ge­sandt worden.

Lin deutscher Freiballon in Lettland gelandet.

Der deutsche FreiballonDeutschland", der in Dresden aufgestiegen war, ist bei Modohn in Ostlettland gelandet. Der Gondel ent­stiegen zwei Personen, die sich als die deutschen Reichsangehörigen Lau und Kauenhofen aus­wiesen. Die deutschen Luftschiffer erklärten, sie hät­ten die Absicht gehabt, sich nach Kleinasien treiben zu lassen, um einen neuen Streckenrekord zu erzielen. Eine Aenderung der Windrichtung habe sie dann in nordöstlicher.Richtung abgetrieben. Die Flieger klagten über die starke Kälte in den obe­ren Luftschichten, durch die die Hülle des Ballons vereist sei, so daß sie zu einer Landung gezwungen worden seien. Bei der Landung, habe der Ballon beinahe eine Hochspannungsleitung von 15 000 Volt berührt, was für die Luftschiffer verhängnisvoll ge­wesen wäre. Nach Erfüllung der amtlichen Forma­litäten dürften die deutschen Flieger zusammen mit ihrem bereits verpackten Ballon in den nächsten Tagen nach Deutschland zurückkehren.

Explosion und Großfeuer in einem Londoner Gaswerk.

Eine schwere Explosion ereignete sich in den Gaswerken von Wapping Wall im Osten Londons Sie entfachte einen heftigen Brand, der mit zwanzig Feuerspritzen bekämpft werden mußte. Die Explo­sionen wurden auf Kilometerentfernung gehört. Die Häuser in der Nähe des Gaswerks wurden so stark erschüttert, daß ihre Insassen entsetzt auf die Straßen eilten. Zwei Personen wurden verletzt.

Raubmord nach zehn Jahren aufgeklärt.

Auf der Bahnstrecke HatgerBetzdorf in der Nähe der Station Herdorf wurde vor etwa zehn Jahren der in Herdorf ansässig gewesene Rechtsan­walt Lauer tot aufgefunden. Damals nahm man Selbstmord an, aber im Laufe der Jahre wollte das Gerücht nicht verstummen, daß Rechtsanwalt Lauer eines gewaltsames Todes ge­storben sei. Kürzlich hat nun die Staatsanwaltschaft erneut Untersuchungen zur Klärung dieses Vorfalles ungeordnet, die jetzt zur F e st n a h m e von drei Männern aus Herdorf geführt haben. In dieser Angelegenheit war auch eine Frau verwickelt, die das Geständnis abgelegt hat, daß der Rechtsanwalt überfallen, beraubt und ermordet worden fei und daß man dann die Leiche vor den Zug

Frau Gcholz-Klinck spricht zu den Stahlhelm-Frauen.

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Berlin, 25. Jan. (DNB.) Der Stahlhelm- Frauenbund hielt im Kriegervereinshaus seine Generalversammlung ab. Die Führerin der NS. - Frauenschaft, Frau Scholtz- Klink, mit stürmischem Beifall begrüßt, sprach über die Arbeit der Frau an der Gesundung Deutschlands. In all den Aussprachen, mit den füh­renden Männern des Stahlhelms und mit Frau Bieluch sei immer wieder zum Ausdruck gekommen, daß der Stahlhelm-Frauenbund bei all seiner Ar­beit dasselbe wolle wie die NS.-Frauen- schäft. Warum sollten zwei, die dasselbe wollten, auf die Dauer getrennt marschieren? Das sehe sie nicht ein. Deshalb sei sie an die Bundesleitung des Stahlhelm-Frauenbundes herangetreten mit dem Er­suchen, eine Isolierung des Stahlhelm-Frauenbundes zu unterlassen. Nach der äußeren Geschlos­senheit, die nun erreicht sei, werde das neue Jahr auch die innere Geschlossenheit bringen. Man habe früher gesagt und sage es auch heute noch oft, die deutsche Frau sei eine unpolitische Frau. Sie verstehe nichts von Politik. Das sei nicht wahr. Die deutsche Frau habe in ihrer tiefsten Seele 14 Jahre Schmach in sich hineingeschluckt. Es sei daher ihre felsenfeste Ueberzeugung, daß die deutsche Frau mit zum wichtigsten Träger für die

Wiedergesundung des deutsch en Vol- k e s werden werde. Die deutschen Frauen und Mäd-1 chen hätten vor dem Leben und der Geschichte zu, beweisen, daß sie durch eigene Persön­lichkeit imstande seien, die Entwicklung so zu bestimmen, wie sie der deutschen Frau wür- d i g sei. Sie sollten beweisen, daß sie imstande seien, dem Staat, der Partei und dem Volke das Rück­grat zu bieten, das sie brauchten. Es sei eine Rie­senarbeit, die vor uns stehe, aber es sei völlig gleichgültig, wo die deutsche Frau diese Arbeit leiste. Wesentlich sei nur das eine, daß sie wisse, daß sie Deutschland zu dienen habe.Wir sollen in Kameradschaft arbeiten und in Treue dienen. Arbeite für dein Volk, adele dich selbst!"

Die Ausführungen wurden von der Versammlung mit stürmischem Beifall ausgenommen. Unser Bild zeigt die Reichsführerin Frau Scholtz-Klinck bei ihrer Rede. (Am Tisch von rechts nach links: Frau Fikentscher, die Gauamtsführerin der NS.-Frauenschaft Berlin-Brandenburg Oberst von Luck vom Landesverband Berlin-Branden­denburg des NSDFB. Frau B i a l u ch, die neu­ernannte Landesführerin Berlin-Brandenburg.)

geworfen habe, um so einen Selbstmord vorzu­täuschen

Blutiges Familiendrama. (Ein Toter, vier Schwerverletzte.

Aus bisher ungeklärter Ursache spielte sich in der Wohnung des Besitzers einer Autoreparaturwerk­statt in Eutin (Oldenburg), Herrmann M a s k o - lus, ein blutiges Familiendrama ab. Die Wohnungsnachbarn hörten plötzlich mehrere Schüsse. Die Polizei wurde verständigt und öffnete mit Ge­walt die Wohnungstür. Den Eintretenden bot sich ein erschreckendes Bild. Im Wohnzimmer lagen Frau Maskolus, ihre beiden Kinder und ihre Schwägerin mit schweren Bauchschußoerlet- z un gen am Boden. Maskolus selbst war tot. Er hatte sich ins Herz geschossen. Die Schwerver­letzten wurden in das Landeskrankenhaus über­geführt.

Tödlicher Anfall am Bahnübergang. Personenauto vom Güterzug ersaht.

Auf dem Bahnhof Arolsen (Waldeck) fuhr ein aus Richtung Corbach einfahrender Güterzug infolge starken Schneetreibens etwa 100 Meter über den üblichen Halteplatz und noch über den Bahnüber­gang, über den die Reichsstraße nach Marsberg

führt, hinaus. Hierbei wurde, da die Schranke nicht geschlossen war, ein von Dr. B ö n i n g, Arolsen, geführter Kraftwagen, in dem sich auch sein Schwiegervater, ein Obersorstmeister und sein Kind befanden, vom Zuge erfaßt und mitgeschleift. Der Oberforstmeister ist kurz nach seiner Einliefe­rung in das Krankenhaus seinen Verletzun­gen erlegen. Dr. Böning ist nur leicht verletzt. Das Kind blieb unverletzt.

Wettervoraussage.

Dhr heftige Vorstoß polarmaritimer Kaltluft nach Mitteleuropa hat sich inzwischen weiter ausgewirkt. Er gab nicht nur Anlaß zu einem erheblichen Tem­peraturrückgang, der seit Freitag etwa 10 Grad Cel- sius beträgt (Temperatur heute früh im Gebirge um8 Grad, in den Niederungen bei8 Grad), sondern auch zu verbreiteten und vor allem im' Ge­birge nicht unerheblichen Schneefällen. Die Kaltwet­terlage bleibt als solche erhalten, wobei zunächst eine Frostverschärfung, dann unter Schneefall eine vor­übergehende Frostmilderung erwartet werden kann.

Aussichten f ü r D i e n s t a g : Zunächst viel­fach aufheiternd und bei lebhaften nördlichen bis östlichen Winden Frostverschärfung, späterhin wie­der Neigung zu Schneefällen.

Aussichten für Mittwoch: Nach Schnee, fall und Frostmilderung voraussichtlich wieder Be­wölkungsrückgang und neue Kältezunahme.

Lufttemperaturen am 27. Januar: mittags0,7 Grad Celsius, abends1,5 Grad; "m 28. Januar: morgens3,3 Grad. Maximum 1,4 Grad, Mim« mum 4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Januar: abends 0,9 Grad; am 28. Januar: morgens 0,7 Grad Celsius. Niederschläge 0,6 mm.

Wintersport.

Rhön. Wasserkuppe: Nebel,8, 42 cm Ge- samtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut

Vogelsberg. Hoherodskopf: Bedeckt,10, 45 cm Gesamtschneehöhe, 15 cm Neuschnee, Pulver­schnee, Ski und Rodel sehr gut.

Sauerland. Winterberg: Bewölkt, 8, 50cm Gesamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Schwarzwald. Feldberg: Schneetreiben,9, 70 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. _, c

Alpen. Garmisch ° Partenkirchen: Schneefall, 6, 35 cm Gesamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pul­verschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Harz. Schierke: Bewölkt,9, 40 cm Gesamt­schneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Französische Reiter spenden für das deutsche Winterhilfswerk.

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Französische Offiziere, die an den Turnieren in Berlin teilnehmen, spenden einer hübschen Samm­lerin in der Tracht der lippeschen Bauern für das Winterhilfswerk.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'lche Universitäts-Buch' und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.

Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter

ist im Alter von 66 Jahren ganz unerwartet von uns gegangen.

Die Einäscherung findet in der Stille statt.

Dr. Gisela Thyriot, geb. Helmolt Dr. Hans Thyriot

Gießen, den 28. Januar 1935.

Frau Gertrud Helmolt, geb. Peter in Dresden

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Tante Lina Kalbfleisch, verw. Schneider geb. Schuchard

nach langem schweren Leiden, im Alter von 76 Jahren zu sich zu nehmen.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Gießen, Steinstr. 73, den 28. Januar 1935.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Januar, nach- mittags 3l/a Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

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