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Montag, 28.Zanuar 1935

185. Jahrgang

tlr.23 Erstes Blatt

reich

Die Eröffnung der Grünen Woche

seinen ehemaligen Verbündeten t u nni) fann auch nichts logisch enb

w^n E- 'st .in einziges Wunder, -in

Erinnerung an denÄv.Fanuar

Göring über die Tage des Sieges der nationalsozialistischen Revolution.

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Deutschlands nach

Deutschlands Gleichberechtigung sichert den Frieden.

Ein Mitarbeiter Macdonalds über seine Eindrücke vom nationalsozialistischen Deutschland

Wunder, um das IV2 Jahrzehnte ein ganzes Volk gekämpft und gelitten hat. Heute nach zwei Jahren liegen diese Ereignisse bereits wie in weiter Ferne, so gigantisch ist die inzwischen geleistete Arbeit, so kühn das Erreichte. Für die Zukunft habe ich nur einen Wunsch, nur eine Gewißheit, daß das deutsche Volk immer in der gleichen leidenschaftlichen Liebe und Verehrung am Führer hängt. Das ist die sicherste Gewähr für die Durchsetzung des Nationalsozialismus auch auf dem letzten Gebiet deutschen Lebens."

Göring Iagdgast des polnischen Staatspräsidenten

Zu einer Jagd in den Forsten von Vialowiesch hat der polnische Staatspräsident den Minister­präsident und Reichsforstmeister Göring einge­laden. Ministerpräsident Göring wurde bei der An­kunft in Warschau vom deutschen Botschafter D o n M 0 ltke, von General Fabrycy, dem Kabinettschef des Außenministeriums D e m b i ck l und Grafen L u b i e n s k i vom diplomatischen Protokoll begrüßt. Nach kurzem Aufenthalt beim Botschafter unternahm Göring mit dem ihn be­gleitenden Generalforstmeister von Keudell eine Rundfahrt durch die Stadt. Anschließend folgte Göring einer Frühstückseinladunq beim polnischen Außenminister Oberst Beck. An dem Frühstück nahmen u. a. teil der deutsche Militärattache Gene- ralleutnant Schindler und der Chef des polni­schen Flugwesens General R a j s k i. Nach dem Frühstück erfolgte tue Abreise Görings und der ihn begleitenden Herren nach Vialowiesch.

Conbon, 28. Jan. (DRV. Funkspruch). Lord 1 Allen 0 f huriw 0 0 d, ein bekannter englischer 1 Politiker, ist nach einigen Tagen Aufenthalt in Ber­lin, bei dem er vom Führer, Rudolf heß und Dr. Goebbels empfangen wurde, und auch mit anderen maßgebenden Persönlichkeiten des deutschen öffentlichen Lebens in Fühlung getreten ist, nach London zurückgekehrt. ImDaily Tele­graph" saßt Lord Allen den Eindruck seiner Bespre­chungen folgendermaßen zusammen: De u t sch l a n d wünscht gegenwärtig leidenschaftlich den Frieden. Wenn wir Deutschland beim Wort nehmen und ihm die Stellung eines gleich­berechtigten souveränen Staates wie­der zuerkennen und zwar in einem Augenblick, wo infolge seines Mangels an Rüftun- gen keine Gefahrdarin liegt, seinen Worten Glauben zu schenken dann würde Deutschland seine Rolle bei der internationalen Zusammenarbeit wieder aufnehmen. In einigen Jahren wird es zu spät sein.

Lord Allen gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß Hitlers Stellung in Deutschland gegenwärtig unangreifbar sei. Der Kanz­ler sei von überwältigender Aufrichtig­keit. Aus den Unterhaltungen mit ihm bringe er die Ueberzeugung mit, daß der Kanzler ehr­lich den Frieden wünsche. Aber der Grund für die Haltung Deutschlands sei der Wunsch, eine gleiche souveräne Stellung wie die anderen Großmächte zu erhalten. Deutsch­land sei heute tief erregt und erbittert, daß es die einzige Ration ersten Ranges sei, die eine an­dere Behandlung als andere Länder erfahre. Man sei in Deutschland schwer gekränkt gewesen, als Frankreich das Rüstungskompro- miß verwarf, das eine Folge von Edens Be­such in Deutschland war. Deutschland könne auch nicht begreifen, warum es im Jahre 1935, wo es keine Waffen besitze, von feindlichen Bünd­nissen umgeben werde, ganz wie dies 1914 der Fall gewesen sei, als es schwer bewaffnet ge­wesen sei.

Ich glaube nicht", erklärte Lord Allen,daß Deutschland jemals wieder wie in den letzten Jahren bereit wäre, seine Rückkehr zur souveränen Gleichberechtigung mit Zugeständnissen zu erkaufen. Deutschland hat aber auch ebensowenig wie wir den Wunsch, seine Gleichberechtigung, wenn es sie erlangt hat, zu mißbrauchen." Sollte es sich nicht als möglich erweisen, Deutschlands Be- Ziehungen zu Frankreich zu klaren so werde Großbritannien eine entscheidende Rolle spielen können. Großbritanniens Ansehen in Deutsch­land sei gegenwärtig gewaltig. Eden habe den Lim druck hinterlassen, daß es Großbritannien ehrlich meine und daß es seinen Einfluß bei anderen Rationen geltend machen werde.

unter ^der einzigen 'Bedingung der Rückkehr Deutschlands nach Genf und seiner Teilnahme»an

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Frankreich wünsche mehr denn je eine Auslegung des Locarnovertrages, die Großbritannien stär­ker und endgültiger binde, als der jetzige Wortlaut. Da die mageren Jahre des französischen Mannschaftsersatzes bevorstehen, fühle sich Frank- von endgültiger militärischer

st and teil einer allgemeinen Verein­barung über die Begrenzung der Rüstungen, deren Abschluß nur bei Befriedung der berechtigten Wünsche Frankreichs und seiner Verbündeten nach Sicherheitsgarantien möglich werde. Die Bemühungen der britischen Regierung, den fran­zösischen Anspruch auf Sicherheilsbürgschaften an­gemessen zu berücksichtigen, scheine dahin ausgelegt zu werden, daß es sich um die ersten Anzeichen einer neuen Bereitwilligkeit handele, weitere Verantwortlichkeiten auf dem Festland zu übernehmen. Es sei zu befürchten, daß die französischen Hoffnungen enttäuscht werden würden.

Bekenntnis und Protest.

DasGiornale d'Jtalia", das halbamtliche Organ Italiens, schrieb zu der Saarabstimmung:Die Ab­stimmung hat sich eher in der Atmosphäre eines Festes als eines Wahlkampfes, abgespielt." Aus die­sem Urteil spricht nicht nur das Erstaunen über die hohe Zahl der Stimmen für Deutschland, mit der auch das faschistische Italien nicht gerechnet hatte. Aus diesem Urteil klingt ebenso ein Befremden dar­über, wie denn diese merkwürdigen Deutschen einen politischen Wahlakt vollziehen. So sehr alle Welt mit Ausnahme von einigen heillosen Emigran­ten den Ausfall der Saarabstimmung begrüßt hat, so rätselhaft blieb ihr doch zumeist das, wos sich am 13. Januar 1935 an der Saar abgespielt hat. Wie rätselhaft, zeigt eine tschechische Presse­stimme, die von einemSieg der Organisation und der Methode über die Ueberzeugung" fabelte. Denn gerade das Umgekehrte geschah an der Saar. Die deutschen Menschen dort vollzogen kein politisches Geschäft, sondern legten ein Be­kenntnis ab. Jedes Bekenntnis aber setzt eine festliche, eine feierliche Erhöhung über den Alltag, auch den politischen, voraus.

Aber nicht das ist im Grunde das für die Auslän­der Merkwürdige und für uns Wichtige. Vielmehr die ganz bestimmte Haltung, die wir Deutschen politischen Entscheidungen gegenüber einnehmen, jene Haltung, die ein seltsames Gemisch ist von tiefgründigem Ernst und grüblerischem Verantwor­tungsgefühl, von schlummerndem Instinkt unb heimlichem Widerwillen. Wir sind beinahe selbst überrascht, wenn wir politisch das Richtige tun, und wundern uns, wenn wir dafür auch noch gelobt werden, wenn die Presse der Welt voll ist von ehr­licher oder neidischer Bewunderung desdeutschen Patriotismus". Wir wollen gar nicht Patrioten heißen, sondern Deutsche schlechthin. Und gerade in dieser Haltung sind wir der Welt em Rätsel, dem nachzuspüren schon lohnt.

Man hat uns wohl früher gern unpolitisch genannt, und Generationen vor uns haben dieses Wort aufgegriffen und aus dem scheinbaren Man­gel eine falsche Tugend gemacht. In Wirklichkeit ist unser Volk ebenso politisch gewesen wie jedes an- dere. Nur feine Einftellung zu den Fragen und Dingen der Politik war und ist verschie- den von der anderer Völker. Im Zeitalter der Re. formatiert wurde das zum ersten Mal offenkundig. Während in Florenz Nicolo Machiavell der Lehre von der Staatsräson nachsann, in Frankreich Jean Bodin von der starren Rechtsidee aus das Wesen des Staates zu erfassen suchte, in England Thomas Morus seineUtopia" niederschrieb, verstrickte sich Deutschland um des Bekennt­nisses willen in einen über hundert Jahre währenden furchtbaren Glaubenskrieg. Waren die Deutschen so dumm, daß sie nicht sahen, in welches Unheil sie sich stürzten? Wußten sie nicht, was sie wollten? Der päpstliche Bibliothekar und Nuntius A l e a n b e r, der mit dem jungen Kaiser Karl den Rhein hinauf zum Reichstag nach Worms zog, be­richtete indessen der Kurie:Ich kenne ziemlich ge­nau die Geschichte dieser Nation, ihre Ketzereien, Konzilien und Schismen: noch niemals war die Lage so ernst. Damit verglichen war der Streit zwi­schen Heinrich und Papst Gregor VII. nichts als Veilchen und Rosen. Und diese tollen Hunde sind mit Wissenschaften und Waffen wohl gerüstet und wissen viel Rühmens zu machen, daß sie nicht mehr unvernünftige Bestien seien wie ihre Vorfahren, daß Italien das Monopol der Wissenschaften ver­loren und daß der Tiber sich in den Rhein ergossen habe." Dieser Nuntis Aleander nun, ein sonst recht gescheiter und gar nicht einmal böswilliger Mann, ein hervorragender Humanist und ein wirklich guter Kenner Deutschlands, kommt aber einfach von sei­nem politischen Denken nicht los, daß eigentlich ein jeder Mensch seinen Preis hat und jede Handlung aus den möglichst niedrigen Moti- oen erklärt werden könne. Er war durch die Schule

Berlin, 27. Januar. (DNB.) Der preußische Ministerpräsident Göring erklärte einem Bericht­erstatter desVölkischen Beobachters":

Am Vortage des 30. Januar waren wir alle er­füllt von höchster Spannung. Es schien, als ob noch im letzten Augenblick unsere mühsamen Vorberei­tungen gestört werden sollten durch einen Gew a l t- unb Intrigen st reich Schleichers. Am Nachmittag bes 29. Januar war alles genau fest­gelegt worben. Am Abenb jeboch hörten wir daß bie Reichswehr mobil gemacht werde und Schleicher eine Revolte plane, um die ordnungsmäßige Regierungsbildung zu verhindern Das bedeutete fteroenanipannung bis zum letzten. Der tfubrer aber sorgte dafür, daß die Ausführung bes Vorhabens unmöglich würbe.

Um 11 Uhr bes 30. Januar waren wir dann beim ehrwürdigen G e n e r a l f e l d m a r - schall, ganz kurz nur; die ganze Kabinettsbildung dauerte insgesamt nur sieben Minuten. Dann war es entschieden: Der Führer Kanz­ler des Deutschen Reiches Wie oft mar ich in der letzten Zeit Vermittler zwischen dem Reichspräsibentenpalais gewesen, bisher ohne Erfolg. Unb nun war es erreicht.

In ber Erinnerung an jene Tage kann ich nur feststellen: Man kann nichts erklären, man kann ' 1 V r, rr.......S niffCl koaliert ent-

Machiavells, der italienischen Renaissance gegan­gen, wie etwa heute Herr Knox burch bie Schule ber Demokratie. Unb deshalb hatten beide kein Organ für das Wesen der Deutschen und für deren Einstellung zur Politik.

Doch auch von der negativen Seite her kommen wir dem deutschen Rätsel näher. Als infolge ber Novemberrevolte von 1918 ber liberalistischen De­mokratie in Deutschlanb Tür unb Tor offenstanben, ba waren die Deutschen in einer schauerlichen Ver­legenheit. Denn jetzt plötzlich kam es in der Poli­tik nicht mehr auf das Bekenntnis an, sondern aus den politischen Kalkül. Schriftgelehrte unb ©innbeu- ter des Systems wunderten sich, baß sich bie Demo­kratie unb ber Parlamentarismus nichtein- fielen" wollten, baß biefe merfroürbigen Deut- chen selbst bas Abstimmungsspiel im Reichstag an- angs ernst zu nehmen suchten, baß für sie bas Hin- überwechseln von einer Partei zur anderen eine Frage der Weltanschauung sei, und was dergleichen Klagen mehr waren. Der Wunder größtes aber war, daß diese Deutschen einem Mann zu folgen sich anschickten, der nicht einmal die deutsche Reichs- angehörigkeit besaß, der von seinen Mitkämpfern Treue bis zum Tode forderte, zu dem s i ch be­kennen die Gefahr in sich schloß, ins Gefängnis zu wandern.

Da ist es nun sehr seltsam festzustellen, daß man diesem Manne gegenüber die gleiche Taktik anwen­den zu müssen glaubte wie das päpstliche Rom gegenüber Luther. Erst versuchte man, ihn tot* zuschweigen. Als das nichts fruchtete, v e r leumdete man ihn und seine Bewegung. Als dann der Erfolg ausblieb, suchte man ihm gol- deneBrückenzu bauen und mit der Beteiligung an der Macht lahmzulegen. Die Hüter der 23er- faffung, bie inzwischen längst ein Schatten gewor- den war wie das Rom der Borgias ein Schatten ber großen Päpste, hatten sich so weit von der

Wenig Aussicht auf eine Verständigung mit den Franzosen.

London, 28. Ian. (DNB.-Funkspruch.)Der »- L> V:

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Reichsbauernführer Reichsminister Walther Darre eröffnete in der Ehrenhalle auf dem Mesfegelande am Kallerdamm die diesjährige Grüne Woche. Der Festakt erhielt ein besonderes seprage durch die Rede des preußischen Ministerpräsidenten General G ö r i n g, ber m seiner Elg^lschast als N^chsMer meister ein neues Forstgesetz in Aussicht stellte. - Unser Bild zeigt General Goring am Rednerpult.

Unterlegenheit bedroht. Der Generalstab sei deshalb geneigt, sie durch eine Reorganisation einschließlich der Verlängerung der Dienst- pflicht auf zwei Jahre auszugleichen. Eine solche Reorganisation des französischen Heeres z u - jammen mit bem Abschluß des O st pak - t e s werbe in manchen französischen Kreisen als eine gute Einleitung ber Wiedereröffnung der Ab- rüstungsverhandlungen betrachtet. Großbritan­nien schlage vor,den aufgeregten Nationalsozia­lismus" durch ein zeitgemäßes Zuge­ständnis zu beschwichtigen. Frankreich erblicke nur in einer Machtkundgebung eine wirkliche Abwehr. Die französischen Minister, deren Stellung gegenüber Parlament und Land viel schlechter sei als die der britischen Regierung, seien vielleicht der Ansicht, daß, wenn wenig volkstüm­liche Zugeständnisse nötig seien, es angemessener wäre, daß sie von britischer Seite gemacht würben.

Lorb Allen of- Hurtwoob war Mitglieb ber Labour-Party und hatte als D i r e k t o r d e s Daily Herald" mehrere Jahre hmburch einen der wichtigsten Posten biefer Partei inne. Im Jahre 1931 gehörte er zu ber Gruppe, die mit Macbonalb zusammen bie National- Labour-Party grünbete und in Zu^m- menarbeit mit ber Konservativen Parte, die Re- aierunq bUbete. Lord allen of Hurtwoob ist an der Organisierung ber Zusammenarbeit biefer bei- den Dateien, die von so ver chiebenen Ausgangs­punkten Herkommen, maßgebend beteiligt gerne em Er hat feit 1919 nicht nur gegen Verseilles Stellung Genommen und die These von der Alleinschulb Deutschlanbs am Kriege energisch bekämpft, jonbern «»ck. konkrete Vorschläge zur Aenberung SB«»»«

r. «i.r.KWß.t b r "n8g 1° WE 5°uch 0,S «Hnder an' flennt- sen Einzelheiten Kritik üben mußte.

England wünscht keine neuen Bindungen.

Mehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen