Einzelbild herunterladen

Danzig zugesicherte volle Ausnutzung des Dan­ziger Hafens die Kaufkraft der Danziger Be- völkerung zu heben und damit uns die Illög- ttchkeil zu geben, unseren Warenbezug aus Voten in dem früheren Umfang wiederherzu- ftellen."

Präsident Greifer betonte dann, daß Danzig den Wunsch habe, in Verhandlungen über das Hafenabkommen eine Grundlage zu finden, die die Pflichten klar feststelll. Der Präsident ging dann auf die letzten Warschauer Verhand- tun gen ein. Es habe sich dabei erfreulicherweise zwischen Danzig und Polen Uebereinstimmung dar. über ergeben, daß im Transithandel und im Tran» sitverkehr der gegenwärtige Zustand befriedigend sei. lieber gewisse von der polnischen Regierung er- strebte Aenderungen in den Danzig-polnischen Wirtschaftsbeziehungen müßten bei der entscheiden« den Bedeutung dieser Fragen nähere Erörterungen in Danzig stattfinden. Präsident Greiser betonte dabei ausdrücklich, daß die Guldenbewirtschaftung selbst nicht zur Diskussion stehe, da sie von der pol« nischen Regierung für angezeigt anerkannt wor­den sei.

In den Verhandlungen werde es sich darum drehen, sich mit den Auswirkungen der Gut- denbewirlschaftung in einer Weise auseinander- zusehen, die den Interessen beider Staaten Rechnung trage.

Der Präsident schloß mit einem vom Volkstag begeistert aufgenommenen herzlichen Willkommen« grüß an den PanzerkreuzerAdmiral Schee r", der in den nächsten Tagen als Vertreter des neuen Deutschland zu einem mehrtägigen Be« such in Danzig eintrifft.

Im Anschluß an die Rede des Senatspräsidenten hatten die Oppositionsparteien Gelegenheit, in mehrstündiger Aussprache zur Regierungserklärung Stellung $u nehmen.

Der sozialdemokratische Redner wurde gegen Ende feiner Ausführungen wegen schwerer persönlicher Beleidigung eines nationalsozialistischen Abgeord­neten von der Sitzung ausgeschlossen.

Am Schlüsse der Sitzung ergriff Senatspräsident Greiser nochmals das Wort und wies die wenig sachlichen Einwände der Oppositionsredner kurz und wirkungsvoll zurück.

Vereinheitlichung des Sozialamtes der OAF.

Berlin, 26. Aug. (DRB.) Reichsorganisations« leiter Dr. Ley hat lautJndie" folgende Anord­nung getroffen:

Im Zuge der Durchführung der Leipziger Ver­einbarung vom 26. März 1935 wurde das Wiri­sch a f t s a m t der DAF. errichtet. Die Wirt- schasts- und Sozialpolitik ist damit in ein enges Zusammenwirken innerhalb der Organisation der Deutschen Arbeitsfront gebracht. Zum Zwecke der Vereinheitlichung der gesamten So­zialpolitik innerhalb der Deutschen Arbeitsfront übernimmt das Sozialamt der DAF. die Aufgaben, die von den bisherigen Aem- ternAmt für Arbeitspolitik" undAmt für So­zialversicherung und Arbeitsfürsorge" durchgeführt wurden. Die Leitung übertrage ich dem Pg. M e n d e. Pg. P e p p l e r steht zu meiner beson­deren Verfügung."

©er Bukarester Vertreter desV.B." auögewiesen.

Bukarest, 26. August. <DNB.) Der Der- treter desVölkischen Beobachters" in Bu­karest, Friedrich Weber, wurde in Kischinew auf dem Wege von seinem Hotel zu einer Ver­sammlung derLiga für national-christliche Ver­teidigung" verhaftet und über die unga­rische Grenze gebracht. Es wurde ihm nicht gestattet, sein Gepäck aus dem Hotel in Kischinew abzuholen. Desgleichen durfte er sich bei der Durchreise durch Bukarest nicht in seine Woh­nung begeben. Seiner Frau hingegen wurde ge­stattet, ihm das notwendige Reisegepäck auf den Bahnhof zu bringen.

polizeiliche Schließung eines Hannoverschen Großschlächterei­betriebes.

Die Firma Fritz A h r b e r g AG. in Hannover hat seit einigen Wochen die Preise für Fleisch und Fleischwaren eigenmächtig in die höhe ge­setzt und sich geweigert, diese nach der gutacht­lichen Ansicht des Schlachtviehverwertungsverbandes auch wirtschaftlich ungerechtfertigte Maßnahme rück­gängig zu machen. Der Regierungspräsident hat daher die Schließung der Verkaufsstellen der Firma Ahrberg bis auf weiteres ungeordnet. Diese Maßnahme war notwendig, weil das Vorgehen eine schwere Gefährdung der Durchführung der Regierungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung eines der Kaufkraft der Bevölkerung angemessenen Preis­standes darstellte. Im übrigen lagen die Preise dieser Firma schon vor der eigenmächtig vor­genommenen Erhöhung nicht unwesentlich über den Preisen der sonstigen Metzgereien, so daß aus München und Köln inzwischen Berufungen von Interessenten auf die höheren Preise der Firma Ahrberg hier behördlich zur Geltung gebracht wor­den sino. Auch hieraus ergibt sich deutlich die be­denkliche Auswirkung der Ahrbergschen Preispolitik.

Wetterbericht

des kreichswetterdienstes Ausgabeor» ^ranffuri

Während in Nord- und Ostdeutschland mit öst­lichen Winden noch immer heiteres und warmes Wetter andauert, hat sich die Tiefdruckeinwirkung auf die übrigen deutschen Gebiete erheblich ver­stärkt. Mit einer neuerlichen Zufuhr feuchter Meeresluft ist auch in unserem Bezirk in der Nacht zum Dienstag wieder Regentätigkeit aufgetreten, die besonders in Gebirgslagen sehr ergiebig war. Weitere Regengebiete folgen, so daß vorerst mit dem Anhalten der unbeständigen Witterung gerech­net werden muß.

Aussichten fürMittwoch: Nach verbreite­ter Regentätigkeit mehr wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern, bei lebhaft westlichen Win­den kühl.

Aussichten für Donnerstag: Bei Luft­zufuhr aus Norden bis Nordwesten unbeständiges, zu weiteren Niederschlägen neigendes Wetter.

Lufttemperaturen am 26. August: mittags 23,1 Grad Celsius, abends 18,9 Grad; am 27. August: morgens 16,1 Grad. Maximum 24,1 Grad, Minimum 14,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. August: abends 20,1 Grad: am 27. August: mor­gens 18,4 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 5,9 Stunden. Niederschläge 1 mm.

Der Mer an der LlnMsstelle in der Hermann-Göring-Siraße.

Der Führer und Reichskanzler besichtigte die Einsturzstelle an dem Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel in der H ermann-Göring-Straße in Berlin und ließ sich von dem Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant Daluege, Bericht erstatten. Links neben dem Führer sieht man Reichsmmifter Dr. Goebbels und vor ihm den Geheimen Baurat Dr. Schaper. (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.)

Mr

8

8 ;,«x i .. >'"W* >

OB

Bisher sieben Vermißte in Berlin geborgen.

Ein neuer amtlicher Bericht.

Berlin, 26. Aug. (DRV.) Am gestrigen Sonn­tag wurde mit derselben Beharrlichkeit und Energie an der Unfallstelle in der Hermann-Göring-Slraße weitergearbeitet. Auch während der Rächt ließen die Anstrengungen keine Minute nach. Es gelang, in den ersten Morgenstunden drei weitere Ar­beiter zu finden. Zwei von ihnen konnten bald geborgen werden, während der dritte um 8.05 Uhr an die Erdoberfläche geschafft wurde. Rach einer halben Stunde, um 8.35 Uhr, wurde durch den Lautsprecher wieder Arbeitsruhe zu Ehren eines weiteren geborgenen Opfers befohlen.

Wieder verstummte sofort aller Lärm, und wieder grüßten Hunderte von Männern mit erhobener Hand ihren toten Arbeitskameraden, der in den Ministergarten getragen wurde.

Es sind bisher 7 Vermißte geborgen worden. Die Freilegung des achten Verunglückten mußte noch hinausgeschoben werden, da das un­durchdringliche Trümmergewirr, das auf ihm liegt, wegen großer Rachsturzgefahr noch nicht beseitigt werden konnte. Rach ärztlichem Befund haben die bisher Geborgenen infolge der schweren Verletzungen sofort den Tod gefunden.

Der am Montagabend über den Stand der Bergungsarbeiten an der Einsturzstelle aus» gegebene amtliche Bericht besagt u. a. folgendes:

Der sieben Meter breite Sohlstollen in der Mitte der Einsturzstelle ist auf eine Länge von 35 Meter gebracht worden und wird weiter verlängert. Um

auf jeden Fall in der Feststellung von Verschütteten sicherzugehen, ist dieser Stollen noch tiefer als die ursprüngliche Sohle ausgehoben roortien. Außerdem ist mit eisernen Sonden von 1,50 Meter Länge ber^ Untergrund noch in größerer Tiefe genau abgetastet worden. An den Kopfenden der Einbruchsstelle zeigt die Baustelle ein völlig verändertes Bild. Die ans beiden Enden eingesetzten Großkrane haben schnelle Arbeit geleistet und die Trümmer bündelweise ge­fördert.

Um an den nunmehr freiligenden Kopfenden die Räumungsarbeiten bis auf die ursprüngliche Tun­nelsohle vorzutreiben, wird hier ein besonderes Ver­fahren angewandt, wodurch höchste Sicherheit ohne Beeinträchtigung der Schnelligkeit der Bergungs­arbeiten gewährleistet wird. Nach Fertigstellung ist nach menschlicher Voraussicht mit er Erreichung des Zieles dieser Arbeiten der Bergung aller Toten zu rechnen.

Redemptoristen wegen ©evisenverbrechen angeklagt.

400000 Mark ins Ausland verschoben.

Berlin, 26. Aug. (DNB.) Vor dem Berliner Sondergericht begann heute ein Prozeß gegen zwölf Mitglieder des katholischen Ordens der Redemptoristen.

Angeklagt sind der 49jährige Wilhelm Brink­mann aus Bochum, der 55jährige Wilh. Platte aus Bochum, der 66jährige Anton Walz aus Aachen, der 53jährige Wilhelm Mandel aus Bonn a. Rh., der 55jährige Bernhard Brink­mann aus Vaals (Holland), der 40jährige Karl Feldmann aus Trier, der 50jährige Johannes Kugel aus Heiligenstadt (Eichsfeld), der 51jährige Johann Peter Kox aus Heiligenstadt (Eichsfeld), der 32jährige Josef Oh rem aus Aachen (zur Zeit im Ausland), der 50jährige Josef Cremer aus Luxemburg (Stadt), der 45jährige Josef Kreutz aus Bonn (zur Zeit im Ausland) und der 51jährige Nikolaus Zoller aus Bonn a. Rh.

Sämtlichen Angeklagten wird Devifenver- brechen in zahlreichen Fällen vorgewor­fen. Dem Angeklagten Wilhelm Brinkmann wird außerdem noch schwere Urkundenfälschung zur Last gelegt, während sich die Angeschuldigten Bern­hard Brinkmann, Johannes Kugel und Josef Cremer auch wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung zu verantworten haben. Dem Angeschuldigten Feldmann wird neben der Anklage wegen Devisenverbrechens noch Begünsti­gung vorgeworfen. Dem Angeklagten Walz wird noch Volksverrat zur Last gelegt (Nichtanbietung von Forderungen in ausländischer Währung). Nach dem Ergebnis der (Ermittlungen der Staatsanwalt­schaft und der beteiligten Zollfahndungsstellen haben die Angeklagten, mit Ausnahme des ange­schuldigten Zoller, die Devisenzuwiderhandlun­gen nach einem einheitlichen Plan begangen, der unter Leitung der Mitangeschuldigten Cremer und Kreutz von den übrigen Angeklagten durch­geführt wurde. Diese haben wiederum unterein­ander teils selbständig, teils mit anderen gemein­schaftlich gehandelt. In der Anklageschrift wird fest- gestellt, daß es allen Angeklagten darauf ankam, unter bewußter Schädigung des Rei­ches ihreOrdensprovinz durch Ausnutzung der Verbindungen zu den ausländischen Klöstern zu bereichern. Die von den Angeklagten ins Ausland unmittelbar verschobene Summe beträgt nach der Anklage rund 400 000 Mark.

Die Verhandlung bringt sofort bei der Verneh­mung des 49jährigen Ordensgeistlichen Wilhelm Brinkmann aus Bochum aufsehenerregende Enthüllungen.

Der Angeklagte hat von dem flüchtigen Pater Josef Cremer aus Luxemburg (Stadt) laufend Schenkungen" erhalten. Zunächst will er sich in Unkenntnis der wahren Zusammenhänge über die Wertpapiere gefreut haben, die man ihm schenkungs­weise zukommen ließ. Er verkaufte wei­sungsgemäß die Papiere und war dann angeblich sehr überrrascht, als er nun dem groß­zügigen Spender den Verkaufserlös wieder aushändigen sollte.

Der Vorsitzende fragte den Angeklagten:Sind Ihnen denn da keine Gewissenskonflikte gekommen?"

Der Angeklagte schweigt.

Dorf.:Haben Sie von diesem auffälligen Ver­langen Ihren Vorgesetzten keine Meldung erstattet?"

Angekl.:Nein. Ich sehe jetzt allerdings ein, daß das ein Fehler war." Er fährt dann fort:Bei der zweiten Schenkung machte es Cremer wieder so und da war der Betrug fertig."

Im August 1934 traf dann der Angeklagte Brinkmann in Aachen mit dem gleichfalls flüch­tigen 45jährigen mitangeklagten Pater Kreutz zu­sammen, der damals noch im Kloster Vaals in Holland lebte. Kreutz fragte den Angeklagten, ob er für ihn nicht Devisen verkaufen wolle.

Der Vors.:Da hätten Sie doch nun sagen sollen, aha, Bruder Kreutz, ich kenne die Sache von Cre­mer, der schiebt genau so. Bei mir ist die Sache in guten Händen, ich schiebe nicht."

Der Angeklagte erhielt im Oktober 1934 durch einen als Bote dienenden Ordensbruder Wert­papiere mit einem Stempel. Brinkmann wußte nicht, was dieser Stempel bedeuten sollte. Er zögerte daher zunächst mit dem Verkauf der Papiere, führte ihn später aber doch durch.

Es kommt nun eine Angelegenheit zur Sprache, die an Frivolität und Pietätlosigkeit ihresgleichen sucht. Wie sich bei der weiteren Ver­nehmung herausstellt, hat der Angeklagte Brink­mann nämlich zum Zwecke des Verkaufes eine Schenkungsurkunde angefertigt und dabei bie Unterschrift eines inzwischen Der» ftorbenen 70jährigen Paters mißbraucht. Der greife Pater hatte kurz vor seinem Tobe eine Reise nach Rom angetreten unb bem Angeklagten einen herzlichen Abschiebsbries aus Vigo in Spanien geschickt. Auf biese Weise war Brinkmann in ben Besitz seiner Unterschrift gekommen. Er fälschte nun seinen Namenszug, um auf biefem Wege eine Schenkung bes bereits verstorbenen Pa­ters vorzutäuschen, unb brückte ber gefäschten Unter­schrift ben Klosterstempel bei.

Vorsitzenber:Warum haben Sie biesen pietät­losen Mißbrauch ausgeführt?"

Angeklagter:Weil ber Tote a l s Zeuge nicht mehr auftreten könnte."

Bei bem Verkehr mit ben Behörden hat der An- ge.Iagfe von dieser gefälschten Urkunde Gebrauch gemacht.

In der Nachmittagsverhandlung wurde der 55- jährige Ordensgeistliche Wilhelm Platte aus Bochum vernommen. Er bestritt, sich im Sinne ber Anklage schulbig gemacht zu haben. Er habe zwar Verkäufe von Wertpapieren getätigt, halte aber bie Schlußfolgerungen, bie bie Anklage baran knüpfe, für unzutreffenb. Auf Vorhalten bes Vorsitzenben mußte ber Angeklagte allerbings ein­räumen, baß er in feinem Orbenskleib Effekten im Werte von einigen taufenb Mark bei feiner lleberfieblung von Luxemburg nach Bochum mit über bie Grenze gebracht hat. Weiter find ihm von Pater Cremer im Oktober 1934 in einem Wertbriefe burch bie Post Effekten im Werte von 16 241 Mark nachgefanbt worben.

Der Erlös würbe ihm von bem Angeklagten Wilhelm Brinkmann ausgehänbigt. Brinkmann hat in feiner Vernehmung bereits zugegeben, baß das Geld ins Ausland verschoben worden ist. Auch der Angeklagte Platte will damals schon gerüchteweise gehört haben, daß Gelder ins Ausland verschoben würden. Der Vorsitzende fragte ihn, weshalb ausgerechnet an ihn die Effekten von Cremer geschickt worden seien. Der Angeklagte gibt zunächst ausweichende Antworten und behauptet dann, daß ihm das Geld als [ein persön­liches Eigentumzugeteilt" worben fei. Der Vorfitzenbe weift ihn barauf hin, baß er bas Armutsgelübbe abgelegt habe unb infolge­dessen kein Privateigentum haben könne. Spitzfindig erwidert ber Angeklagte:Kanonisch

unb kirchlich schon, z i v i l r e ch t l i ch ist bas aber anbers ! Wenn ein Geistlicher, ber zum Zölibat verpflichtet ist, heiratet, ist bie Ehe zivilrechtlich ja auch gültig."

Der Angeklagte machte einen überaus unsicheren Einbruck unb suchte ihm unangenehmen Fragen mehrfach mit ber Feststellung auszuweichen, daß er sich darüber schon während der Voruntersuchung geäußert habe und zu diesen Punkten nichts mehr erklären wolle.

Während ber Verhanblung suchte ber Angeklagte Wilhelm Brinkmann übrigens fein früheres Ge- ftänbnis einzuschränken unb erklärte, es bestehe doch bie Möglichkeit, baß bie ihm vom Angeklagten Platte überwiesenen 16 241 Mark nicht ins Äus- lanb verschoben, fonbern für ben Orben im In- lanb verbraucht moröen seien.

Wie sich weiter ergibt, hat Platte für Brink­mann auch noch 2000 Mark Ablösungsanleihe ver­kauft.

Anschließenb wurden bie Geschäfte erörtert, an benen ber 66jährige Anton Walz aus Aachen unb ber 53jährige Wilhelm Manbel aus Bonn be­teiligt finb. Die niederdeutsche Ordensprovinz hat in Holland in den Jahren 1925, 1928 und 1929 drei Anleihen ausgenommen in Höhe von 125 000 und zweimal 150 000 Gulden. Die Anleihebeträge dienten im wesentlichen zum Ausbau ber Klöster Heiligenstabt, Berlin-Marienfelde, Glogau, Gleiwitz und Luxemburg. -

Auch ber Angeklagte Walz hat, wie er im weite­ren Verlauf ber Verhandlung zugibt, fein Or­benskleib zu Devisenschiebungen in Höhe von runb 58 000 Gulben (über 100 000 M.) mißbraucht.

Die Anklage wirst bem Pater Manbel vor, baß er bem Mitangeklagten Walz bieses Gelb zur Verfügung gestellt habe, bamit er es über bie Grenze bringe. Manbel bestreitet jebe bewußte Beteiligung an ben Devisenschiebungen bes Paters Walz. Er will übrigens nurK o n t r i b u t i o - n e n" einzelner Klöster im Betrage von 10 000 Mark an ben Pater Walz ausgeliefert haben. Da­bei will er sich burch Rückfragen vergewissert haben, baß biese Summe tatsächlich im Inland Verwen­dung fand.

Die Verhandlung wurde sodann auf Mittwoch­vormittag vertagt.

Aus aller Wett.

Glückwunsch des Reichsverkehrsministers an die Lufthansa.

Der Reichspost- und Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach hat der Deutschen Lufthansa anläßlich der Vollendung des 10 0. Ozeanfluges im Südamerikabien st seine herzlichsten Glückwünsche unb feine befonbere Anerkennung ausgesprochen. Der Minister hat ba- bei hervorgehoben, baß bie Pünktlichkeit unb bie Regelmäßigkeit, mit benen ber Dienst burchgeführt wirb, von ber Umsicht und Tatkraft ber Leitung, ber Hingabe ber gesamten Gefolgschaft unb insbe- fonbere von bem hohen Können bes fliegerischen Personals zeugen. Er hofft mit Zuversicht auf eine weitere gute Entwicklung bes Verkehrs.

Graf Zeppelin* zur 11. Südamerikafahrt gestartet.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist heute (Dienstag) früh 5.47 Uhr unter Führung von Ka- pitän P ruß zu seiner 11. biesjährigen Südamerika- fahrt gestartet. Sämtliche Plätze finb ausverkauft. Der deutsche Kunstflieger Gert Achgelis in Reuyork.

Der deutsche Kunstflieger Gert Achgelis traf nach seiner erfolgreichen China-Tour an Bord seines FlugzeugesStieglitz" vom Flugplatz Newark kom­mend auf dem Bennett-Flugplatz in Neuyork ein« Eine große Menschenmenge bewunderte die Kunst­flugvorführungen unb fpenbete bem Flieger bet