„Haben Sie hier einen Hasen gesehen? „3a."
„Wo ist er hin?"
„Rechts in den Wald ist er gelaufen
Krauter macht nach. Sucht eine Stunde, sucht Zwei Stunden. Endlich kommt er zurück.
„Nicht zu finden!" seufzt er.
Der Bauer lächelt: „Das kann ich mir denken!"
„Wieso? Haben Sie ihn nicht selbst hier hinein- laufen gesehen?"
„Habe ich auch", nickte der Bauer, „aber das war schon vor zwei Jahren."
Flunker erzählt Jägerlatein.
„Voriges Jahr stand ich plötzlich einem riefigen Tiger gegenüber, keine zwei Meter weit — die Bestie setzt zum Sprung an — reiht den Rachen auf —
Atemlose Spannung.
„Und? Was haben Sie getan?"
„Ich habe mich ruhig umgedreht und bin weggegangen."
Ehrerbietig betrachtet man den kühnen Jäger.
„Wo war das? Im Dschungel?"
Flunker strahlte: „Unsinn! Im Zoologischen Garten natürlich."
*
Trostbock kommt von der Hirschjagd.
„Was getroffen, Trostbock?"
„Ja. Einen mächtigen Burschen."
„Gratuliere. Wo hast du ihn?"
habe ihn dem städtischen Krankenhaus geschickt.
„Du bist ein anständiger Kerl, Trostbock", lobt der Freund, „denkst an die armen Kranken, daß sie auch einmal etwas Besonderes zum Essen bekommen."
Trostbock guckt dumm: „Wieso? Ißt man Treiber?"
Die Inschrift.
Don Arthur Heinz-Lehman.
Als die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Ber- lm-Eharlottenburg gebaut werden sollte, kamen von überall her aus Deutschland große Geldspenden, mir die Stadt Berlin gab keinen Pfennig, weil die Kirche einige Meter jenseits ihrer kommunalen Grenze errichtet werden sollte.
Der Baumeister Schwechten aber, der Schöpfer der Kirche, zahlte der Stadt Berlin ihre Kleinlich- kelt heim. Er l^ß an einer schwer zugänglichen Stelle der Kirche oben ein Relief anbringen, das Rebekka darstellte, wie sie am Brunnen die Ka- mele trankt. Darunter ließ er Johannes Trojans Berse scheu, die der Dichter veröffentlicht hatte, als die Berliner Stadtverwaltung sich weigerte, dem
Fürsten Bismarck zum achtzigsten Geburtstag zu gratulieren:
Doch schade wär's, wenn ihre Namen Vergingen in der Zeiten Lauf, Man bring' sie unter Glas und Rahmen Und hänge sie am Rathaus auf, Damit auch noch Urenkel lesen, Wenn vieles sich geändert hat. Was für Kamele einst gewesen Die Väter uns'rer größten Stadt.
Die Stadt Berlin strengte Klage gegen den Baumeister Schwechten an, und er wurde gezwungen, die Inschrift entfernen zu lassen. Diesen denkwürdigen Vorgang hat wiederum Johannes Trojan in folgenden Versen festgehalten:
Vertilget ist nun ganz und gar, Was auf dem Steine stand geschrieben. Vernichtet ist die Inschrift zwar, Doch die Kamele sind geblieben!
Schluß der „e>eofon<
Die Londoner „Season" unterscheidet sich von den gesellschaftlichen „Saisons" anderer Länder dadurch, daß sie in den Sommer fällt. Im Sommer werden die Anwärterinnen der „Gesellschaft" der Königin vorgestellt, im Sommer sind die Theater und Opern am meisten gefüllt, und im Sommer finden die Garden-Parties der oberen Zehntausend statt. Die letzte Season war durch die Jubiläumsfeierlichkeiten des englischen Hofes zu einem beson- seren Glanzpunkt gesellschaftlichen Lebens geworden. Die zahlreichen prächtigen Umzüge des Hofstaates, die Abgesandten der Dominions und die Ausschmückung der ganzen Stadt hatten Hunderttausende von Engländern nicht nur aus allen Teilen des Jnselreiches, sondern auch aus den anderen britischen Ländern nach London gelockt. Dadurch wiederum gab es viel mehr private Bälle und Bankette, Empfänge und Gesellschaften aller Art als gewöhnlich, und die Hotels und Restaurants und die verschiedenen Klubs taten das Ihre, um den Londonern außergewöhnliche Veranstaltungen zu bieten. Es fand in der englischen Hauptstadt ein Warenumsatz statt, wie er lange nicht mehr beobachtet worden war, und die Lebenshaltung jedes einzelnen erhöhte sich in erstaunlichem Maße. Nur die Theater fajpen nicht so sehr auf ihre Kosten. Da sie hauptsächlich von dem Besuch des Mittelstandes existieren und dieser in den vergangenen Wochen und Mo- naten durch andere, einmalige Veranstaltungen vom Theaterbesuch abgehalten worden war, waren die Kassen der Theater nicht so gefüllt wie sonst. Die andere Seite der Jubiläumsfeierlichkeiten!
Träume, die Geld einbrachten.
Wie nutzbringend sich ein glücklicher Einfall im Traum verwerten laßt, zeigt die Geschichte eines Blei- giehers ausDristol. EinesNachts träumte seine Frau, er lei mit der Herstellung von Schrot beschäftigt, und zwar laste er es von der Spitze eines hohen Turmes herabfallen. Sie sah den ganzen Vorgang so deutlich, daß sie ihm eine besondere Bedeutung beilegte, und am andern Morgen ihrem Gatten den Traum ganz ausführlich erzählte. Äer Bleigießer hielt nun zwar viel weniger von Träumen als seine Frau, aber der in dem Traum gegebene Vorgang beschäftigte von nun an seine Gedanken, und mit einem Male hatte er die erlösende Idee. Er fand nämlich heraus, daß sich ausgezeichnetes kleines Schrot Herstellen laste, wenn man geschmolzenes Vlei durch ein Sieb aus einer gewissen Höhe in Wasser gieße. Er verwertete diesen Gedanken und gestaltete ihn zu einem Patent aus, für das ihm später die stattliche Summe von zehntausend Pfund ausgezahlt wurde. Don nun an hoffte er, daß seine Frau wieder einmal das Grundprinzip einer Erfindung träumen werde, aber bis zum heutigen Tag ist es ihm nicht wieder gelungen, zwischen ihren Träumen und seinen Erfinderplänen einen Zusammenhang herzustellen.
Aber nicht nur die Erfinder, auch die Dichter haben zuweilen im Traum besonders glückliche Einfälle gehabt. Man denke nur an Hebbel, an Otto Ludwig und Keller, die ihr Traumleben zu wundervollen Dichtungen zu gestalten wußten, und unter den mit» lebenden Dichtern haben Isolde Kurz, Friedrich Huch und andere wiederholt ihre Träume ausgezeichnet und sie in Arbeit umgemünzt, für die sie ein entsprechende- Honorar enthielten. Eins der schönsten englischen Gedichte, der .Kubla Khan" von Coleridge entstand aus einem Traum. Der Dichter las eine alte Reisebeschreibung und schlief in seinem Stuhl ein, als er gerade die Worte gelesen hatte: .Hier ließ Khan Kubla einen Balast errichten und einen stattlichen ©arten ringsherum.' Er schlief einige Stunden und träumte eine lange Reihe von seltsamen Begebenheiten, die er nach dem Erwachen sofort in einem Gedicht festhielt. Seinen größten Erfolg verdankte auch Hvrace Walpole einem Traum. Dieier geistreiche Schriftsteller des 18. Jahrhunderts hat einen vielgelesenen Ritterroman verfaßt, .Das Schloß von Otranto", in dem die Stimmung und Phantastik der Gotik zum ersten Mal dargestellt wurde und der in gewisser Hinsicht die romantische Bewegung einleitete. Ger Gedanke des in jener Zeit unerhörten und ganz neuartigen Themas lam ihm eines Morgens, als et aus einem lebhaften Traum erwachte. Das einzige, woran er sich noch erinnern konnte, war ein Gefühl des Grauens. Er hatte in der Halle eines alten Schlosse- gestanden und auf der steinernen Treppe war plötzlich eine riesige gepanzerte Frau aufgetaucht. Unter dem Eindrucks dieser Vision schrieb er den Roman, der ihm beträchtliche Honorarbeträge einbrachte.
tön- a n g
Erschaffung waren politischer und wirtschaftlicher Natur: einesteils wünschte Japan, in Mandschukuo sozusagen aus „zwei Beinen" zu stehen und den naturgemäß japanfeindlicheren Einfluß der chi. nesischen Bevölkerung des neuen Staates durch den japanfreundlicheren der Mongolen zu paralysieren. Andererseits war man bemüht, die ausgedehnten und vorzüglichen Weideländereien der Mongolen von chinesischer Kolonisation freizuhalten, um dort die Schaf- und Vieh» zücht zu fördern. Japan möchte sich nach Möglich- feit vom australischen Wollmarkt freimachen und hat zu diesem Zweck bereits mit der Züchtung eines für mongolische Verhältnisse besonders geeigneten Merinoschafs begonnen.
Mit der Schaffung von Hsingan hat Japan einen weiten Schritt mitten in die Angelegenheiten der Mongolei hinein getan, was schon aus der Tatsache ersichtlich sein dürfte, daß von den insgesamt 5 Millionen Mongolen zwei Millionen in Hsingan zuhause sind. Die Autonomie, die von japanischer Seite den hsinganer Mongolen zuteil wurde, hat auch schon einen lebhaften Widerhall in der angrenzenden Inneren Mongole geweckt. Bon China durch Einwanderung und von der Äußeren Mongolei durch revolutionäre Einflüsse bedroht.
Oie Mongolei zwischen Moskau un-Iapan
Japans politische Ziele auf dem asiatischen Festland.
Von <£. Freiherr« von Stael.
Owen ßattimore, ein anerkannter Kenner der Mandschurei und der Mongolei, hat in der Zeitschrift „Pacific Affaires" vor einiger Zeit einen Aufsatz veröffentlicht, der im Hinblick auf die Entwicklung im Fernen Osten von aktuellem Interesse ist. ßattimore beginnt mit einer Erwiderung auf einen Artikel des Grafen Carlo Sforza in der französischen Presse, in dem der ehemalige italienische Außenminister unter anderem den Ausdruck gebraucht, daß die Mandschurei den Balkan von heute darstelle und Wladiwostok das Serajewo von morgen werden könnte. Graf Sforza habe hier einen Umstand von grundlegender Bedeutung übersehen, so meint der Verfasser, nämlich daß für die Geschicke des Fernen Ostens die kontinentalen Einflüsse doch immer maßgebender gewesen sind als die maritimen. Als Westeuropäer trete der italienische Diplomat an das chinesische Problem nur von der Seeseite heran, unter Mißachtung der geschichtlichen Bedeutung, welche die Landesgren
zen zwischen der Großen Mauer und Sibirien stets für die Geschichte Chinas gehabt haben. Wenn daher die Schaffung Mandschukuos überhaupt einen Sinn gehabt hat, so den eines Versuchs, den maritimen Einfluß des Westens auf China durch eine kontinentale Macht z u ersetzen, deren Territorium die Länder nördlich der Großen Mauer bilden sollen. Das bedeutet ferner, daß die Wladiwostoker Grenze für Mandschukuo von geringerer Bedeutung ist als die mongolisch e. Es bedeutet, daß, wenn wirklich Wladiwostok das Serajewo von morgen darstellen würde, der Schall der an der Küste ertönten Detonation sich bis weit herein in die Mongolei fortpflanzen würde. Die mandschurische Frage hängt eng mit der mongolischen zusammen, und die eine ohne die andere lösen zu wollen, wäre nach Ansicht des Verfassers völlig sinnlos.
Ein kurzer Rückblick auf die chinesisch-mongolischen Beziehungen, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben: zwei Momente sind hierbei an erster Stelle von Interesse — bi e Eroberung Chinas durch die Mandschus und die nachfolgende Ausdehnung der Mand- schu-Herrfchaft über die Mongolen. Die Eroberung Chinas fand in Bundesgenossenschaft mit den östlichen Mongolenfürsten statt, und
die Jungens und jungen Männer, die durch die Schule Der nationalsozialistischen Organisationen gegangen sind, bringen bei ihrer Einstellung in das Heer eines mit, was nach unserer deutschen Auffassung weit wichtiger ist als eine vormilitärische Waffenausbildung: Eine glühende Liebe zum deutschen Volk und Vaterland und den unerschütterlichen Willen, für die Verteidigung der deutschen Heimat jederzeit ihr Leben einzusetzen. Die Erziehung zu diesem Willen, zu straffer Manneszucht, zum unbedingten Gehorsam und x\i treuer Kameradschaft über alle Standes» unterschiede hinweg, ist die beste Vorschule für bas Heer ber allgemeinen Wehrpflicht.
und technische Ausbildung, sondern in allererster Linie seine innere seelische Haltung, nicht bas W e h r w i s s e n, fonbern ber Wehrwille.
Und weil die Schule bei der gewaltigen geiftigen Erziehungsarbeit, die sie zu leisten hat, allein nicht imstande ist, diesen Wehrwillen so zu fördern, wie es im Interesse ber Wehrkraft unseres national- sozialistischen Volkes unb Staates bringenb geboten ist, beshalb wirb bie heutige deutsche Jugend in Verbänden zusammengefaßt, deren ausschließlicher Zweck die Erziehung zum völkischen Gemeinschaftsgedanken und zu den soldatischen Tugenden ist, bie seit den Zeiten Scharnhorsts, bes Begründers ber deutschen Wehrpflicht, der Stolz unb bie Ehre jedes deutschen Mannes sind. Alle
von dieser Bundesgenossenschaft ausgehend erlangte die Mandschu-Dynastie allmählich die Oberherrschaft über alle Mongolen, wobei ihr viel mehr die Rolle einer Teilnehmerin an den mongolischen Angelegenheiten, als die von Eroberern zufiel. Zwischen der Inneren und Meuteren Mongolei hat es seit jeher gewisse Unter» chiede infolge geographischer Lage unb (Stammes» verschiebenheiten gegeben, aber die eigentliche Zweiteilung flammt aus ber Manbschu-Zeit. insofern.
sehen bie Fürsten ber Inneren Mongolei neue Möglichkeiten, ihre konservativ-nationale Existenz unter ben Fittichen Japans unb unter Anlehnung an Hsingan weiterführen zu nen. Es ist vor allem der einflußreiche Te W von West-Sunnit, der diese Politik aktiv verficht und dessen Pläne sich noch weiter erstrecken: auch die Aeußere Mongolei unter einer Flagge
als bie Manbschukaiser erst bie Innere Mongolei zu ihrem Grenzschutz ausgebaut haben, um von hier aus fernerhin ihre Oberherrschaft auch auf bie Aeußere auszudehnen.
Mit dem Zusammenbruch der Mand- schu-Dynastie im Jahre 1911 machte sich bie Aeußere Mongolei felbftänbig und ist es auch bis auf eine kurze Episode in den Jahren 1919 und 1920 geblieben. Fraglos ist dort ber Einfluß Moskaus maßgebend. Trotzdem würde man zuweit gehen, wenn man sagen wollte, daß dieser Teil der Mongolei nunmehr vollständig von der SSSR. „absorbiert" worden wäre. Zwar sind im jungen Staatsgebilde die „Reformen" nach sowjetrussischem Beispiel durchgeführt worden, die Fürsten abgesetzt und die Besitzenden enteignet worden. Trotzdem aber stammt eine bemerkenswerte hohe Zahl der jetzigen jungen Führer gerade aus der alten Aristokratie. Die Aeußere Mongolei stellt einen streng nationalen Staat dar, in welchem das Volk erst allmählich an den Kommunismus gewöhnt werden soll, den man bisher noch nicht eingeführt hat.
Als im Jahre 1911 die chinesische Revolution ausbrach, machte sich der Unterschied zwischen Innerer unb Aeußerer Mongolei insofern besonders bemerkbar, als die Unabhängigkeitsbestrebungen in ber Inneren Mongolei nicht zu einer Loslösung von China geführt haben. Einerseits befürchteten bie innermongo» Uschen Fürsten, zu sehr Unter bie Oberhoheit ber mächtigen äußermongolischen zu geraten, unb andererseits hielt man es für weiser, bei ber chinesischen Republik zu bleiben, von ber man anneh- men konnte, baß sie ein schwächliches Gebilde dar- ' stellen würde. Hierbei jedoch hatte man zwei Faktoren mißachtet, nämlich moderne Waffen und Eisenbahnen. Den ersteren konnten die Mongolen nicht standhalten, und dank dem Bau der Eisenbahnen nahm besonders in der Mandschurei die seit Jahrzehnten begonnene chinesische Besiedlung mongolischer Ländereien einen erschreckenden Umfang an. Die Mongolen wurden überall zurückgedrängt und in ihrem Lebensraum beschränkt.
Die völlige Hilsslosigkeit der Mongolen der chinesischen Einwanderung gegenüber zeichnete ben Japanern den Weg für ihre Mongolenpolitik in Mandschukuo vor. Sie begannen damit, alle bisher von Chinesen noch unbesiedelten mongolischen Gebiete zu einem autonomen mongolischen Territorium westlich der ostchinesischen Bahn unter dem Namen Hsingan zusammenzufassen. Diese Provinz hat eine viel weitergehende Selbstverwaltung als alle übrigen Mand- schukuos und steht unter der Verwaltung ihrer eigenen Fürsten ober selbstgewählter Beamten. Sie Besitzt sogar das Recht, eigene Truppen zu halten. Hsingan ist die größte Provinz Mandschukuos und
mitzuvereinigen und dort die von Moskau protegierte Minderheitsregierung abzusetzen. Als Symbol dieser Einigung soll die T h r o n b e st e i g u n g Pu Y i's dienen, da in den Augen ber Mongolen die Mandschu-Dynastie nie die Rolle von Eroberern gespielt hat und bei den östlichen Mongolen ihre Bundesgenossenschaft mit den Mandschus bei ber Eroberung Chinas noch in ber Erinnerung fortlebt Auch würde ein Mandfchu-Kaiser, der Ejen Khagan der Mongolen, ein geeigneteres Oberhaupt für alle Mongolen abgeben als einer der eigenen Fürsten, die alle von Dschingiskhan abftammen und daher untereinander keinem den Vorrang gönnen. War doch die Oberherrschaft ber Manbschukaiser über bie Mongolen entstanden, um der Rivalität der einzelnen Fürsten ein Ende zu machen. Daher wird auch das mandschurische Herrscherhaus jetzt noch von allen konservativen Mongolen als ihr natürliches Oberhaupt angesehen.
Eine aktive kontinentale Politik Japans in Nord» china kann daher nicht vollendet werden ohne eine aktive Mongolenpolitik. Nachdem nun einmal Hsingan geschaffen wurde, kann Japan es nicht vermeiden, seine Interessen auch nach der Inneren Mongolei auszudehnen. Ein Zusammenstoß zwischen der Inneren und der Aeußeren Mongolei ist jedoch nur eine Frage der Zeit aus geographischen wie politischen Gründen: die Innere Mongolei umschließt bie Aeußere im Osten unb Süden. Ferner ist die Idee bes „konservativen Nationalismus" und der Restauration der unter Moskaus Einfluß abgesetzten alten Fürstenhäuser und ber Lama-Kirche noch unter der Mehrzahl ber Mongolen lebenbig unb könnte fraglos zum Zusammenstoß führen, bei ber bie Sowjetunion Partei ergreifen dürfte.
Sicherlich wünscht weder Moskau noch Tokio einen Krieg, aber, wird er sich oergiiben lassn? Die Gefahr liegt darin, daß beide Länder, auch wenn sie ben Krieg zu vermeiden wünschten, durch die Mongolei in ihn h e r e i n g e z o ge n werden könnten. Japan ist dazu gezwungen, die Mongolen Mandschukuos zu unterstützen und zu organisieren; es ist dadurch in die Angelegenheiten aller Mongolen hereingezogen worden. Die Sowjetunion ihrerseits kann die Aeußere Mongolei unter feinen Umständen preisgeben. Eine Mongolei unter japanischem Einfluß und von japanischen Truppen besetzt, wäre eine Bedrohung ganz Sibiriens, hinter welcher eine solche Wladiwostoks von Mandschukuo aus an Bedeutung weit zurück-
Jugend und Wehrpflicht
-bon Major a. T) von Reifer
Mit dem ganzen deutschen Volke ist vor allem die deutsche Jugend dem Führer und Reichskanzler zu tiefstem Danke verpflichtet für Die Diedereinführung ber allgemeinen Wehrpflicht. Durch Verbot ber „Sieger" war ihr in Versailles nicht nur bas Recht genommen, Volk und Vaterland mit der Waffe zu dienen, sondern sogar jede „Beschäftigung mit militärischen Dingen" untersagt. Die Befreiung von diesem Schandmal, das Recht und bie Pflicht jebes beut’ scheu Mannes, roieber wie seit Scharnhorsts Zeiten das Ehrenkleid des Soldaten zu tragen, ist von ber gesamten beutschen Jugenb mit einem Sturm ber Begeisterung begrüßt worben. Aber „Wehrpflicht" bedeutet mehr als ein Jahr aktiv zu bienen unb bann als Reservist zu einer Reihe von Hebungen eingezogen zu werden. Wehrpflicht ist „Ehrendienst am deutschen Volke", ein Dienst, dem nur der voll gerecht werden kann, der in körperlicher, geistiger, sittlicher und seelischer Hinsicht alle Bedingungen echter Wehrhaftigkeit erfüllt und, wie es in ben noch vom ver- ewigten Felbmarschall von Hindenvura herausgegebenen „Pflichten bes beutschen Soldaten" heißt, „dem ganzen Volk ein Voroild männlicher Kraft" ist. Um dieses hohe Ziel zu erreichen, muß unsere gesamte Jugenderziehung in allen ihren Zweigen entscheidend vom Wehrge- bauten beeinflußt werben, so daß bas aktive Dieustjahr nur die Krönung und Vollendung dieser Erziehung zur Wehrhaftigkeit bedeutet.
Die Erziehung ber Jugend zum Wehrgedanken ift für ben Erzieher insofern sehr erleichtert, als er bei aller gesunden Jugend mit einem kräftigen Ab- wehrwilleu unb Kampftrieb rechnen kann. Das wird sich besonders in der körperlichen Erziehung, in Sport und Spiel geltend machen, wo bie militärischen Grundbegriffe „Angriff" unb „Verteidigung" sich unmittelbar darstelleu lassen und wo der allen Lebewesen angeborene Selbstbehauptuugs- unb Siegeswille bie Grundlage bildet, auf der bie Wehrerziehung aufbauen kann. Erheblich schwieriger ist die Erziehung zum Wehrgedanken in g e i ft i g e r
unb seelisch-sittlicher Hinsicht, weil hier der Erzieher in der Art der Beeinflussung ber Gemüter sich mit seinem Verständnis ber Fassungskraft unb seelischen Aufnahmefähigkeit ber verschiedenen Altersstufen für den Wehr- unb Kampfgedanken anzupassen hat. Etwaigen falschen religiösen und Gewissensbedenken ist mit dem Klarmachen der sittlichen Berechtigung und gottgewollten Notwendigkeit des völkischen Daseinskampfes zu begegnen. Nicht mit allgemeinen Redensarten, nicht mit einem Hurrapatriotismus, ber oft mehr schadet als nützt, sondern indem der Lehrer die Jugend mit geopolitischem Denken vertraut macht, ihr anschaulich die Gefahren schildert, die mit Deutschlands außerordentlich ungünstiger Lage inmitten starker Mislitärmächte verbunden sind, und ihr an Hand ber deutschen Geschichte beweist, daß nur ein wehrhaftes deutsches Volk in Ehren leben kann, ein wehrloses aber in Knechtschaft unb Schanbe untergeben muß.
Eine Jugend, die diese Zusammenhänge zwischen deutschem Schicksal und deutscher Wehrhaftigkeit begriffen unb sich innerlich zu eigen gemacht hat, bie mit lebendigem Verständnis in die Heldengeschichte des deutschen Volkes eingedrungen ist, der wird soldatisches Denken und Fühlen eine Selbstverständlichkeit sein. Je mehr es ber Lehrer versteht, sich nicht nur an bie Verstandeskräfte ber Jungens zu wenden, sondern unmittelbar zu ihrem Gemüt zu sprechen, ihnen die großen Soldaten- aestalten aus deutscher Vergangenheit lebendig vor Augen zu stellen, Begeisterung und Liebe für Heimat, Volk und Vaterland zu erwecken, in desto höherem Grade wird der wehrfähig gewordene Jüpgling die gesetzliche Wehrpflicht auch als eine sittliche Pflicht empfinden, die er gern und freudig für die Volksgemeinschaft erfüllt. Und gerade darauf kommt es an: Ueber Den Kampf- wer^ine^Heere^nt^eide^n^^nu^di^akti^^
Kleine Iagdgeschichten.
Von Jo Hanns Rösler.
Horrido geht auf bie Jagd. Einen braven Bock 3u töten. Mitten vor dem Wald macht er Halt und «teilt sich, so groß und dick er ist, mitten auf die Wiese und wartet auf den Bock. Aber nichts rührt sich.
Kommt ber Forster bes Weges. „Warum nehmen Sie benn keine Deckung, Horrioo?" fragt er entsetzt.
Aber Horrido lächelt tapfer: „Deckung? Denken Sie, ich fürchte mich?" -
*
Horrido hat einen Hasen getroffen. Begeistert stürzt er sich auf die Beute.
„Das ist schon der zweite!" ruft er stolz.
„Der zweite? Heute?"
Horrido schüttelt den Kops: „Nein. Seit 1910." *
Nimrod ist ein übler Schießer. Was ihm vor die Büchse kommt, knallt er ab. Sonst hat er nichts für ben Wald und das Wild übrig.
Der alte Weidmann schüttelte den Kopf: „Immer nur auf die Tiere schießen — das ist Ihre ganze Kunst — mir sind die Bäume viel lieber, als Hasen und Rehe —"
Nimrod nuschelte: „Kunststück! Die sind auch viel leichter zu treffen!"
*
Semerle jagt Fasanen. Jemerle sitzt hinter einem Saum. Dor dem Daum sitzt ein Fasan. Jemerle hebt die Doppeldonnerbüchse.
„Flugwild nicht im Sitzen schießen!" schimpft der Förster.
Sagte Jemerle: „Warum? Wenn ich stehe, treffe ich auch nicht besser."
♦
Wulle trat in die Waffenhandlung: „Geben Sie mir ein Gewehr!"
„Welcher Art?"
Meint Wulle: „Geben Sie mir eine Repetier- büchse für einen Sechserbock."
♦
Kimme und Korn sind alte Jagdgenossen.
„Gibt es eigentlich bei Ammerland Hochwild?"
Kimme nickt: „Und ob! Ich habe selbst im vorigen Jahr beinahe einen Hirsch von drei Zentnern geschossen!"
„Gefehlt?"
„Im Gegenteil. Getroffen. Blatt."
„Wieso dann beinahe?^
Kimme lächelt: „Es war leider nur ein Ochse!"
Krauter schießt einen Krummen lahm. Der Hase lauft angeschweißt weiter. Krauter hinterher. Plötzlich ist der Hase verschwunden. Krauter sucht und sucht. Trifft einen Bauern


