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Berichtigung.

Wie der Scherl-Bildmaterndienst festgestellt hat, ist der Preis für dasBraune Band", dessen Ab­bildung wir gestern veröffentlichten, nicht vom Führer gestiftet, sondern von dem für die- ses Rennen eingesetzten besonderen Kura- t o r i u m. ______

Eine Reichsstelle für Raumordnung planmäßige Bodenwirtschast. Neue Aufgaben der Gezuvor.

Es ist verboten:

das Tragen von Uniformen (Bundes­tracht, Kluft ufw.), uniformähnlicher Kleidung und von Uniformstücken, die auf die Zugehörig­keit zu einem konfessionellen Jugendoerband schließen lassen. Hierunter fällt auch das Tra­gen von Uniformen oder zur lliflform gehöriger Teilstücke unter Verdeckung durch Zivilklei­dungsstücke (z. B. Mäntel) sowie jede s o n - stige einheitliche Kleidung, die als Ersatz für die bisherige Uniform anzu­

sehen ist.

das Tragen von Abzeichen, welche die Zugehörigkeit zu einem konfessionellen Jugend­verband kenntlich machen. (PT-, DJK.-Ab- ba? g e ossene Ausmarschieren, Wandern und Zelten in der Oeffent- lichkeit, ferner die Unterhaltung eige­ner Musik- und Spielmannszüge, das öffentliche Mitführen oder Zeigen von Bannern, Fahnen und Wimpeln, ausgenommen bei Teilnahme an altherge­brachten Prozessionen, Wallfahrten, Primiz, und anderen Kirchenfeiern, sowie Begräbnissen, jegliche Ausübung und Anleitung zu Sport und Wehrsport aller Art.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Reichsminister Kerrl erörterte vor einer Mitgliederversammlung derGe­zuvor" (Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichs­autobahnen, jetzt zur Vorbereitung der Reichspla­nung und Raumordnung) die Aufgaben der Reichs­stelle für Ra umordnung, deren Leitung ihm vom Führer und Reichskanzler übertragen wurde. Die Notwendigkeit für die Errichtung einer solchen Stelle wurde besonders von den Ressorts des Reichs­ernährungsministeriums empfunden. Die gewaltigen Aufgaben, die der nationalsozialistische Staat in seinem Aufbauwerk zu erfüllen hat, haben es mit sich gebracht, daß die verschiedenen Stellen der äs» fentlichen Hand zur Durchführung ihrer Aufgaben Teile des deutschen Lebensraumes in Anspruch nehmen mußten. Da die Planungen der einzelnen Dienststellen aber nicht in einer ober­sten Reichsbehörde verwaltungsmäßig zusammen­liefen und so nicht ausgeglichen werden konnten, überschnitten sich die Planungen an den ver­schiedensten Stellen. Es unterblieb die objektive Prü­fung, ob das geplante Werk mit Rücksicht auf eine planvolle Gestaltung des deutschen Lebensraumes nicht ebenso gut oder besser an anderer Stelle er­richtet werden konnte. Erst der nationalsozialistische Staat, der nicht mehr auf souveräne Länder Rück­sicht zu nehmen braucht, sondern ein einheitliches Ganzes darstellt, ist in der Lage, eine dem Aufbau von Volk und Staat entsprechende Raumordnung zu planen und ihre Durchführung veranlassen zu können.

Reichsminister Kerrl wies ferner auf die Tatsache hin, daß sich in den letzten 100 Jahren d i e Ein­wohnerzahl im deutschen Raum mehr als verdoppelt hat. Er sprach über die Landflucht und als deren Folge ein stetes Anwachsen der Mietskasernen in den Großstädten. Während 1§71 nicht einmal 5 v. H. der Bevölkerung in den Groß­städten lebten, leben heute in den Großstädten 30,2 v. H., in den Landstädten bis 5000 Einwohner 10,6 v. H. und in den Mittelstädten 26,2 v. H. Die ländliche Bevölkerung betrug im Jahre 1871 63,9 v. H. gegenüber nur 33 v. H. im Jahre 1933. Es ergibt sich aus diesen Zahlen, daß ohne eine vor­ausschauende zweckgestaltende Ordnung solche Gleichgewichtsverschiebungen schwere Krisen Hervor­rufen mußten.

Nachdem Reichsminister Kerrl die Beziehungen zwischen Raum und Volk, Raum und Wirtschaft,

Raum und Staat erörtert hatte, hob er das Ver­dienst unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler hervor, der die richtige Einsicht in die Feh­ler der Vergangenheit bewies und das deutsche Volk aufrief, daß das Wohl des Einzelnen wie der Stände ganz allein abhängig fei von dem Gesamt­wohl des Volkes. Diese Erkenntnis ergibt als ein­zigen Grundsatz der Staatskunst: Die Erhal­tung des Bestandes der Nation, ihres Volkstums und ihrer Rasse zu sichern.

Reichsminister Kerrl verglich die Tätigkeit der Reichsstelle für Raumordnung mit der des General­stabs, der nur da in die Einzelheiten eingreift, wo er für die Gesamtheit nützen und fordern kann. Durch die Reichsstelle für Raumordnung würden nicht etwa die Einzelplanungen der Ressorts über­flüssig oder gehindert, sondern im Gegenteil haben die Ressorts ihre Einzelfragen verantwortlich weiter­zuführen. Seine Tätigkeit sei darauf gerichtet, von einem übergeordneten, das Gesamte umfassenden Gesichtspunkte aus die Einzelplanungen zu fordern und, soweit sie zweckvoll und notwendig sind, ihnen alle entgegenstehenden Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Es soll sich also bei der Reichsstelle für Raumordnung nicht um eine Zentralisation, sondern um eine weitgehende Dezentralisation und eine enge Mitarbeit aller an den Planungs- und Ordnungs- fragen im deutschen Raum interessierter Stellen handeln.Meine Aufgabe für die Zukunft", fo be­tonte Reichsminister Kerrl,ist die, nur Deutsch­land und das deutsche Volk zu sehen und dafür zu sorgen, daß alle Einzelplanunaen den sich daraus ergebenden Zielen angepaßt sind."

Der Beauftragte des Generalinspekteurs Dr. Todt, Oberregierungsbaurat Schönleben, wies dar­auf hin, daß die muftergültige Planungsar­beit der®ejuDor auf dem Gebiete der Reichsautobahnen die Veranlassung zur Verbindung mit dem neuen Arbeitsbereich gegeben habe.

Die auf den erweiterten Zweck umgestellten Satzungen wurden einstimmig angenom­men; damit ging die Führung derGezuvor" auf Reichsminister Kerrl über. Zum Vorsitzen­den des Vorstandes ernannte Reichsminister Kerrl den bisherigen stellv. Vorsitzenden und ge­schäftsführenden Vorstand, Pg. Blocker, den er gleichzitig auch als feinen Vertreter in der Reichs­stelle für Raumordnung bestimmte.

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den großen Massen des Volkes. Die Person des Führers genieße eine geradezu unglaubliche Verehrung und Liebe, nicht zuletzt wegen feiner wohltuenden Einfachheit und Natürlichkeit. Diese Bewegung sei so gewaltig und anscheinend so fest im Sattel, daß man es als unvoreingenommener Kritiker nicht verstehen könne, daß sich gewisse Organe alle Mühe zu geben scheinen, das Große und Erhabene daran durch kleinliche Kritik herabzusetzen.

§ 3

Wer dieser Verordnung zuwiderhandelt, oder wer zu einer solchen Zuwiderhandlung auf« fordert oder anreizt, wird gemäß §§ 33, 55, 56 des Polizeiverwaltungsgesetzes m i t

Zwangsgeld oder Zwangshaft be­straft. Unerlaubt getragene Uniformstücke oder Abzeichen, unerlaubt mitgeführte Banner, Fahnen oder Wimpel sind einzuziehen.

Hindenburgs letzte Gmunden.

Die LondonerTimes" veröffentlicht einen, wie sie schreiben,rührenden Bericht des Professors Sauerbruch über d i e letz­ten Stunden Hindenburgs". In diesem Bericht heißt es:

Es war am Mittwoch, dem 1. August, nach- mittags; ich war im Schlafzimmer des Generalfeldmarschalls, der im Bett lag und es gern hatte, daß ich bei ihm war, auch, wenn er mich nicht brauchte. Der Feldmarschall hatte lange geschwiegen, wie er dies liebte, man durfte ihn bann nicht stören, und fo saß ich still am Fenster und sah in den Garten hinaus, auf den sich langsam die Dämmerung senkte.

Plötzlich rief der Feldmarschall:Sauerbruch, sind Sie noch da?" Und als ich mich an sein Bett setzte und fragte, ob er Beschwerde habe, da sah der alte Herr mich lange an und sagte bann:Sauer­bruch. Sie haben mir immer bie volle Wahr- he i t gesagt. Sie werben es auch jetzt tun. Ist greunb Hein bereits im Schloß unb wartet?" Es tnurbe mir sehr schwer, zu antworten: Ich nahm sein Hanb unb sagte:Nein, Herr. Felbmarschall, aber er geht um bas Haus herum." Hinbenburg schwieg eine Weile, bann sagte er:Ich danke Ihnen, Sauerbruch, und nun will ich mit mei­nem Herrn dort oben" er zeigte dabei zum HimmelRücksprache nehmen." Ich stand auf und wollte leise das Zimmer verlassen, aber Hindenburg sagte:Nein, Sauerbruch, Sie können ruhig bleiben, wenn ich ein wenig in der Bibel lese." Ich wollte dann den Fenstervorhang zurückziehen, um mehr Licht zu schaffen, aber der Felbmarschall sagte:Lassen Sie es nur so, Sauerbruch, was ich lesen will, weiß ich ja ausroenbig feit langer Zeit."

Der alte Herr nahm bas Neue Testament, das stets auf feinem Nachttisch lag, und blätterte unb las barin mit leiser, flüfternber Stimme, wohl eine Diertelstunbe lang. Dann legte er das Buch zurück unb rief mich an sein Bett unb sagte:Unb nun, Sauerbruch, sagen Sie Freunb Hein, er kann ins Zimmer kommen."

Am nächsten Morgen war der Generalfeldmar- schall tot.

Deutschlands neues Gesicht.

Eindrücke südamerikanischer Journalisten.

München, 26. Juli. (DNB.) Ein Vertreter des DNB. hatte Gelegenheit, sich mit Journalisten aus «Südamerika, die sich z. Z. auf einer Deutschland- Teife befinden, über ihre im neuen Deutschland gewonnenen Eindrücke zu unterhalten. Soweit die «Gäste Deutschland aus der Zeit vor der Machtergrei­fung kennen, sind sie alle überrascht von dem Wandel, der inzwischen nicht nur auf politischem, sondern auch auf wirtschaftlichem, kulturellem und sozialem Gebiet eingetreten ist und der dem Staat unb bem Volke ein ganz neues Gesicht ver- Hecht. Sie sprechen von einem Land berfSIrbeit des Friedens und der Ordnung und stimmen hierin auch mit ihren Berufskameraden überein, die zum ersten Mal nach Deutschland ge­kommen sind.

So erklärte Adolf A g o r i o, der Außenpolitiker der ZeitungLa Manana" in Montevideo; er habe ein Deutschland angetroffen, das durch feine Arbeit und seine Friedensliebe es verstanden habe, Sozialismus und Nationalismus zu vereinen. Be­sonders überrascht habe ihn, daß der Nationalismus in Deutschland keineswegs eine Zus am- nnenarbeit mit anderen Staaten aus- ch 1 ieße, insbesondere nicht mit Südamerika. Bei leinen Rundgängen durch Industrieanlagen und Arbeitsdienstlager habe er immer wieder feststellen können nicht nur eine wunderbare Schaffens­freudigkeit aller Deutschen, sondern auch den Willen zu einer verständnisvollen Zusam­menarbeit innerhalb sämtlicher Wirtschafts­zweige des neuen Deutschlands.

Matheus ba Fontoura, Berichterstatter der m Rio be Janeiro erscheinenben ZeitungCorreio »a Noite", erzählt, daß es geradezu erstaunlich sei, was unter Hitlers Regierung aus Deutschland und »einem Volke geworden ist. Er ist überzeugt, Haß Deutschland keinen Krieg wünsche, ionbern in Frieben seiner Arbeit nachgehen wolle. Der Journalist, ein eifriger Leser des Hitler-Werkes .Mein Kampf", will nach feiner Rückkehr in einem Luche feine Eindrücke wiedergeben, bie er in Deutschland gesammelt hat. Mit Worten höchster Anerkennung äußerte er sich über die Sicherheit unb Zuverlässigkeit ber beutschen Flugzeuge, vor allem cber über bie Reichsautobahnen, denen er »oraussagte, daß sie einmal das Vorbild für die Autobahnen der Zukunft abgeben werden.

Mehr Gerechtigkeit für Deutschland.

EinSchweizer appelliert an seine Landsleute

Basel, 26. Juli (DNB.) Im St. Gallener Tag- blatt ermahnt ein Kaufmann von St. Gallen, ber ton einer mehrwöchigen Reise burch Oeutschlanb zurückgekehrt ist, seine Schweizer ßanbsleute, mehr Gerechtigkeit itn ber Beurteilung des neuen Deutschlands an den £ag zu legen. Er erklärt neben einiger Kritik an liefer ober jener Sonderfrage, daß es nicht Auf­gabe des Schweizers fei, dem großen deutschen Volk Weisungen und Ratschläge zu erteilen, wie es sich jvlitisch zu betten habe. Die Beurteilung dürfe nicht nur nach gelegentlichen politischen Entgleisungen geschehen, auch wenn diese noch so sehr zu ver­urteilen wären, sondern es könne sich nur darum bandeln, ob ber politische Umschwung bem beut­schen Volke zum Segen gereiche ober cfcer besten Unglück bebeute. Diese Art ber JBeurtei- Iing entspreche auch vielmehr den eigenen wirtschaftlichen Interessen.

An Stelle von einem unglaublichen Lanbstrelcher- tam unb Verbrechertum herrschten in Deutschland wieder Ruhe, Ordnung und Sicherheit. >ie Geschäfte gingen wieder besser, wenn auch der Verdienst kärglich sei. Die Menschen hatten aber iurd) den langen Krieg, Hungersnot, fremde Be­sitzung, Bürgerkrieg, Inflation und Arbeitslosigkeit fo Furchtbares durchgemacht, daß die Massen heute ihr bescheiden unb anspruchslos geworben feien. 2 er Lebensunterhalt sei dem Geldwert und der 6 eldknappheit entsprechend und an Schweizer Ber- hättnissen gemessen, billig. Was noch hoch sei, das hien die Steuern unb bie sozialen Lasten. Damit nerbe aber so ungeheuer viel geleistet unb geschaffen nie in keinem anberen Laube. Deutschlanb sei heute E ozialstaat wie nie zuvor. Das neue 5}«gime habe einen gewaltigen Anhang und er- (gerne u n erschütterlich verankert tn

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nach ihrem Wohlbefinben fragte. Nachdem auch noch der Lagerplatz der HI. besucht worden war, die gerade bei Spiel und Sport wär, besich­tigte der Reichsjugendführer bas Gelände, wo dem­nächst bas Deutschlandlager der HI. er­stehen wird.

Die konfessionellen Lugend­verbände.

Einheitliche Regelung für ihre Betätigung.

Berlin, 26. Juli. (DNB.) In Ausführung und in Ergänzung des vom Reichs- und Preußi- chen Minister des Innern an die Landesregierun­gen gerichteten Ersuchens, allgemein ein unt­er m i e r t e s Auftreten der konfessio­nellen Verbände in der Oeffentlichkeit zu unterbinden, hat Reichssührer-SS. Himm­ler, der stellvertretende Chef und Inspekteur der preußischen Geheimen Staatspolizei und Politische Polizeikommandeur der übrigen Länder eine An­ordnung erlassen, die die Betätigung der konfessio­nellen Jugendverbände entsprechend den staatspo­litischen Notwendigkeiten allgemein auf das rein kirchlich-religöfe Gebiet beschränkt. Die Anordnung hat folgenden Wortlaut:

§ 1.

Allen konfessionellen Jugendverbänden, auch den für den Einzelfall gebildeten, ist jede Betäti­gung, die nicht rein k i r ch l i ch - r e l i g i ö - fer Art ist, insbesondere eine solche politi­scher, sportlicher und volkssportlicher Art untersagt.

§ 2.

Für bie konfessionellen Jugendverbände und ihre männlichen und weiblichen Angehörigen, einschließ­lich der sogenannten Pfarrjugeno, gelten folgende Bestimmungen:

Kunst und Wissenschaft.

Goethesllrgöh"

auf den Heidelberger Reichsfestspielen.

Goethes Urgötz, dieses Jugendwerk Goethes, aus dem uns bas Genie bes Dichters in seinem ganzen jugendlichen Ungestüm entgegenklingt, gelangte in ber großartigen Szenerie bes Schloßhofes zu einer überroältigenben Wirkung. Heinrich George und Albert F l o r a t h meistern als Leiter bes Spieles biefe einzigartige Naturszenerie. Neben bilbhaft schönen Massenszenen, wie ber Reichstag zu Augs­burg, ber Schloßbranb, bie Bauernkämpfe ober di­unheimliche Stimmung ber Fehmefitzung, stehen nicht minber einbrucksvoll Einzelszenen, so bie zwi­schen Götz unb Weißlingen ober bie erschütternde Schlußszene mit Götzens Tod. Freilich ist der Götz von Heinrich George auch schlechthin die ideale Verkörperung dieses kernhaften deutschen Ritters, in dem doch auch so viel Weiches, saft Kindliches schlummert. Paul Wagner nahm dem Weißlingen alles Weibische, mit dem meist diese Rolle behaftet wird, und stellte einen sympathischen, irregeleiteten Menschen dar. Elisabeth Stieler als Götzens Frau, Gefion Helmke als seine Schwe­ster, Clemens Hasse als Sickingen, Walter Wer­ner als Lerse, Else Petersen als Adelheid waren Trägerinnen dieses großen, künstlerischen Eindrucks.

Ein Bahnbrecher der chemischen Industrie.

Im Atter von 94 Jahren ist in Heidelberg ber Nestor ber deutschen chemischen Industrie und langjährige Aufiichtsratsvorsitzende der badischen Anilin- und Sodafabrik, Geh. Rat Dr. Carl ©la- s e r gestorben. Glaser, der 1841 als Sohn eines Arztes in Kirchheimbolanden geboren wurde, war ein SchülerLiebigs. Er war fünf Jahre Assi­stent bei Kekule in Bonn, 1867 trat er in bie Dienste ber Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen, wurde 1879 stellvertretender Di­rektor, 1883 Vorstandsmitglied, 1895 in den Auf­sichtsrat gewählt, dessen Vorsitzender er von 1911 bis 1929 war. Die Herstellung eines durch keine Konkurrenz zu überbietenden A l i z a r i n s war einer der größten Erfolge unter den vielen auf allen möglichen Gebieten seiner oielgeftaltigen Tätigkeit. Glaser hat der deutschen chemischen In­dustrie aus verhältnismäßig kleinen Anfängen den Weg zur wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Welt­geltung bereitet.

Schachturnier um die deutsche Meisterschaft.

Am Donnerstagoormittag wurden in Stachen die restlichen sieben Hängepartien erledigt. 21h ue s blieb über Weißgerber siegreich und schlichtet mit Koch, damit erreichte er acht Punkte aus elf Par­tien und ist der einzige Konkurrent des in Führung liegenden Richter. Der Rest des Aachener Kamp­fes wirb in der Hauptsache in einem Zweikampf dieser beiden Meister liegen. Allerdings hat Richter bessere Aussichten auf den Sieg, da er nur noch gegen Brinkmann und Koch anzutreten hat, wäh­rend Ahues noch die drei starken Spieler Engels, Elstner und Rellstab als Gegner hat. Michel schlug Bluemich unb eroberte sich bamit ben brüten Platz. Schoenmann remifierte mit Brinkmann und Schlage unb Elstner. Weißgerber teilte ebenfalls den Punkt. Durch einen Sieg über Rellstab schob sich Engels weiter nach vorn. Die Partie EngelsAhnes endete remis. In der 13. Runde mußte also Ahues den Punkt teilen, damit sind feine Aussichten schlechter geworden. Brinkmann verlor gegen Ernst, desglei­chen Schlage gegen Dr. Lachmann. Michel siegte über Schoenmann. Die Partien Koch Reinhardt, Weißgerber Bluemich unb Elstner Rellstab würben abgebrochen. Spielfrei war Richter. Stand vor der vorletzten Runde: Richter 9, Ahues 8*/s, Michel 8, Ernst 71/2, Engels 7, Elstner 6 und Hängepartie, Rellstab 51/? und Hängepartie, Dr. Lachmann, Schlage und Brinkmann je 5*/,, Schoenmann 5, Weißgerber 4*/- und Hängepartie, Reinhardt 4 unb Hängepartie, Koch 31/» und H., Bluemich 3 und Hängepartie. Nur Rellstab und Brinkmann waren noch nicht spielfrei, diese haben mithin 13 Partien gespielt.

Aus aller Wett.

Zwei Münchener Bergsteiger im Matterhorn-Gebiet tödlich verunglückt.

Die beiden etwa 20 Jahre alten Münchener Tou­risten Fritz Geiger unb Ab. Raff waren ohne Führer aufgebrochen, um bas Matterhorn über ben Zrnutt-Grat zu besteigen. Diese Partie ist in diesem Jahre erst einmal unb in Beglei­tung einesFührers ausgeführt worden. Eine andere Touristengruppe, die sich auf dem gewöhn­lichen Wege zum Matterhorn, dem sog. Schweizer Grat, befand, bemerkte plötzlich, wie die beiden Münchener Touristen, bie bereits zwei Drittel des Aufstiegweges hinter sich hatten, ab stürzten. Einer Rettungskolonne gelang es, die Leichen der beiden zu bergen.

Die JachtStörtebecfer In kiel.

Die Hamburger JachtStörtebecker", die an dem Atlantikrennen nach Bergen teil­genommen hatte und längere Zeit als verschal- l e n galt, traf in Kiel ein, wo die Besatzung von einem Offizier ber Kriegsmarine empfangen würbe, ber auch bie Willkommensgrüße bes Kommanbie- renben Abrnirals ber Marinestation der Ostsee übermittelte. Die Abfahrt der JachtStörtebecker" erfolgte am 16. Juli bei stürmischem Wetter von Bergen. Am 19. Juli wurde Haugesund angelaufen, unb am 23. Juli traf das Schiff in Mandat ein. Dort wurde von ber gesamten Besatzung unter Führung bes Kapitäns bas Grab GorchFocks mit Blumen geschmückt. Am gleichen Tage wurde bei wiederum stürmischem Wetter die Weiterfahrt angetreten.

Millionenschiebungen

beim Wiederaufbau der Kirchen von Amiens.

Im Kirchenspiel Amiens, das eine besondere 23er- roaltungsabteilung für den Aufbau ber im Kriege befähigten Kirchen eingesetzt hatte, sinb schwere Unterschlagungen festgestellt worben. In der Kasse dieser Aufbauabteilung fehlen 1 3 0 0 0 0 0 Franken. Gegen ben Leiter, ber von seinem Amt zurücktreten muß, ist Klage erhoben worben.

Schwere llnwetterschäden in Moskau.

Ein starker Wolkenbruch richtete in Moskau er­heblichen Schaben an unb fetzte in zahlreichen Stra­ßen nicht nur Kellerwohnungen, fonbern z. T. auch Parterrewohnungen unter Wasser. Das in Röhren gefaßte unterirdisch durch das Stadt­zentrum fließende Flüßchen Nieglinka ergoß sich teil­weise durch Abflußschächte auf die Straßen. Zeitweise muhte der Sttaßenbahnverkehr eingestellt werden.

Der ostpreußische Stahlhelm aufgelöst.

Königsberg, 26. Juli (DNB.)Auf Anord­nung der Staatspolizei st eile Königs­berg als Leitstelle für die Provinz Ostpreußen ist auf Grund des § 1 der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit § 4 des Polizeiverwaltungsgesetzes vom 1. Juni 1931 der Landesverband Oft- preußen bes Nationalsozialistischen Deutschen F r o n t k ä m p f e r b u nd e s (Stahl- Helm) einschließlich seiner Unterglieberungen mit sofortiger Wirkung aufgelöst, unter gleichzeiti­ger Beschlagnahme bes Vermögens.

In ber Begrünbung werden einige beson­ders krasse Vorfälle mitgeteilt: Trotz der Auflösung bes Stahlhelm-Studentenringes im Dezember 1933 bestand diese Organisation unter der Leitung des Hochschulgruppenführers Bistrick fort und arbeitete im engsten Einvernehmen mit der Landesleitung Ostpreußen des NSDFB. weiter. Daß bas Ziel nur allgemeine Zersetzung der Volks- aemeinfaft fein konnte, trat am deutlichsten zu Tage bei bem Besuch biefer Führerclique in Arnau, wo die Fahnen bes aufgelösten Stubentenringes aufgestellt sind. Der B e r i ch l der sogenannten Füh­rer über diesen Besuch lautet:Die Trauerflore von unseren Fahnen wurden nicht abgenommen. Es wurde gesagt, wir hätten keinen Grund, wir warteten bis auf andere Zeiten. Den Befehl, die für Versailles angebrachten Trauerflore abzuneh­men, hat Seihte bei ber Wiedereinführung ber Wehrpflicht gegeben, aber von biesem Verräter haben wir uns getrennt. Leider würbe auch darauf verzichtet, bie nazistischen Fahnenbänder zu entfer­nen. Nach bem Gottesdienst fuhren wir in die Stadt unb tranken unb aßen in einem schönen alten Weinlokal. Wir tranken uns gehörig fest. Die toll­sten Witze des Dritten Reiches und "die bittersten Vorwürfe gegen das System erfüllten unser Zim­mer. Es war eine seltene Einheitlichkeit." Ihre Ansicht über den Muttertag gaben diese Führer wie folgt kund:Von der organisierten Mutterliebe hatte ich nichts. Ich möchte meine Empfindungen an keinen von ber Reichsgeltungsbebürfnisanstatt fest­gesetzten Tag des Jahres binden." Der Sozialis­mus dieser Herren geht aus folgendem Ausspruch hervor:Wenn ich so häßlich und klein wäre, würde ich auch Sozialis sein." lieber die Fliegerei des Deutschen Reiches äußerten sich diese Nationalisten wie folgt:Ich bin mir zu schade, als daß sich über meine Leiche die deutsche Luftfahrt emporschwingen sollte. Doch gut, daß es auch Draufgänger gibt, die bas Gelb und das Spiel mit dem Schicksal lockt." Den Film des Reichsparteitages , Triumph des Willens" bezeichnet diese Führer- s'chicht alseklatanten Fall von religiösem Wahn­sinn."

Oer Reichsjugendführer im Hochlandlager.

Reichsjugendführer Baldur von Schirach stat­tete zusammen mit Stabsführer Hartmann Lauterbacher bem Hochlanblager in Leng­gries einen Besuch ab. Der Reichsjugendführer besichtigte eingehenb alle Zelte, vor denen die Pimpfe angetreten waren, sowie die verschiedenen Einrichtungen im Lager. Besonderen Gefallen fand die sehr zweckmäßige Küchenanlage und die S a n i t ä t s b a r a ck e, in der sich der 9teid)s= ugenbfüjjrer mit den Jungen unterhielt und sie