Ausgabe 
27.3.1935
 
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Mittwoch. 27. MSrzMS

(85. Jahrgang

Nr. 75 Lrft« via«

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ittet Sammelnummer 2251

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General-Anzeiger für Oberhessen

richten: Anzeiger Sieben w ~ ______, . .

StoXrt'JÄn 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche Unioerfitätt-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Schristleitung und Seschästsftelle: Schulftrahe 7 M°ngen°b,chlüsi° s

Oie Berliner Besprechungen beendet.

Vollständige Klarstellung der beiderseitigen Auffassungen. - Sicherung des Friedens durch internationale Zusammen­arbeit. Nützlichkeit -er direkten Aussprache.

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Das Ergebnis der deuW-engWen Aussprache

Die Vormittagsbesprechungen.

Lebhafte Ovationen desPubikums für den

Führer und die englischen Gäste.

Berlin. 26. März. (DRV.) Am Dienstag um 10.15 Uhr wurden in der Reichskanzlei die Be­sprechungen milden englischen Regie- rungsvertretern im gleichen kreise wieder ausgenommen und fortgesetzt. Gegen 13.30 Uhr wurden die Besprechungen durch eine Mik­ko gs pause unterbrochen. Vom Publikum lahhaft begrüßt begaben sich Auhenminisler Sir

zeug .Delia" der Imperial Airways, das sie auch nach hier geführt hatte. Nach wenigen Minuten war das Flugzeug in der Ferne verschwunden.

Der Führer und Reichskanzler auf dem Wege zur englischen Botschaft; am Auto der Adjutant bes Führers, Obergruppenführer Brückner.

John Simon und Lordsiegelbewahrer Eden mit ihrer Begleitung in zwei Kraftwagen in die englische Botschaft, wo die Konferenzteil­nehmer das Mittagessen gemeinsam ein- nahmen.

Herren der britischen Botschaft und führende Per­sönlichkeiten der Reichsbehörden und der Partei mit ihren Damen.

6ben nach Moskau abgereist.

Berlin, 27. März. (DNB.) Lordsiegelbewährer Eden ist Dienstag 23.35 Uhr mit dem fahrplan- mäßigen O Zug vom Bahnhof Friedrichstraße nach Moskau abgereist. Don deutscher Seite hatten sich zu seiner Verabschiedung auf dem Bahnhof Staatssekretär von Bülow, Ministerialdirektor D i e ck h o f f, der Chef des Protokolls Graf Bas« sewitz und Ministerialdirektor Ritter eingefun- den. Ferner sah man mehrere Mitglieder der eng- lischen Botschaft, an der Spitze Botschaftsrat Newton.

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gnjVi®«r^00^1»rath, L englisch« Botfchaster Ar Eric Phipp» und der SonbtcfceauitKiflte für Slbrüftunflefragen von SUbbtnHop,

sprechungen sind Abweichungen in der Auf» fassung offenbar geworden; doch gerade aus dem Grunde sind direkte Verhandlungen wünschenswert, um solche Abweichungen auf­zuklären. Die Besuche Edens in Moskau und Warschau werden unter demselben Ge- sichtswinkel angesehen wie der Berliner Besuch, nämlich als Besuche zu Jnformations- zwecken. Man ist nicht der Ansicht, daß die Dinge bezüglich der europäischen Lage vor der Konferenz von Stresa feste Form annehmen kön­nen. Die amtlichen deutschen Kreise sind von dem Berliner Besuch ebenso befriedigt wie die britischen Kreise.

Die Rückkehr Sir John Simons.

London, 27. März. (DNB.-Funkspruch.) Heute vormittag hat der englische Außenminister die Rückreise nach London angetreten. Ge­gen 9.45 Uhr begab sich Sir John Simon vom Hotel Adlon aus nach dem englischen Botschaftsgebäude, um sich hier zu verabschieden. In Begleitung des englischen Botschafters Sir Eric Phipps trat Sir John Simon dann die Fahrt zum Berliner Zentralflughafen Tempelhoferfeld an, der Flaggenschmuck angelegt hatte. Die Flaggen des Reiches und die englische Flagge flatterten im Winde über dem Flughasengelände. Eine Abteilung der Leibstandarte Adolf Hitler war angetreten und er­wies den englischen Gästen militärische Ehren.

Wenige Minuten vor 10 Uhr trafen der eng­lische Außenminister Sir John Simon sowie der englische Botschafter und sämtliche Herren der eng­lischen Botschaft auf dem Flughasengelände ein. Von deutscher Seite hatten sich zur Verabschiedung eingefunden Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, als persönlicher Vertreter des Führers und Reichskanzlers der Staatssekretär der Präsi-, dialkanzlei Dr. Meißner, der dieAbschieds- grüße des Führers und Reichskanzlers und dessen beste Wünsche für eine gute Reise über­mittelte, Staatssekretär von Bülow, der Chef des Protokolls, Graf Basse witz und Ministe­rialdirektor Dieck hoff. Nach kurzen Worten der Verabschiedung bestiegen Sir John Simon und seine Begleiter das startbereit liegende Sonderflug.

Vor der Reichskanzlei und dem Propaganda- Ministerium hatte sich eine große Menschen­menge angesammelt. Alltägliche Vorgänge wie das Emrücken eines SS.-Sturmes der Leibstandarte in die Reichskanzlei oder das Ablösen der Reichs­wehrwache boten willkommenen Anlaß zu lebhaften Gesprächen. Als gegen 12.45 Uhr Reichsminister Dr. Goebbels vom Propagandaministermm aus im Auto durch die Wilhelmstraße fuhr, wurde er mit Heil-Rufen begrüßt. Kurz vor 13.30 Uhr beim Erscheinen der englischen Mini st er im Vorgarten der Reichskanzlei ging eine Bewegung durch die Menge. Die' inzwischen angetretene Ehrenkompanie präsentierte, und während sich die Hände der Tausende zum Hitler-Gruß em­porreckten, fuhren die englischen Gäste in zwei Kraftwagen zu ihrer Botschaft. Auch vor der Bot chaft hatten sich inzwischen größere Menschen- mas en eingesunden, von der die zum Lunch ein­treffenden deutschen Minister und andere bekannte politische Persönlichkeiten immer wieder mit be- geisterten Heil-Rufen empfangen wurden. Als als letzter der Wagen des Führers anrollte, wollten die Ovationen kein Ende nehmen, und die Polizei hatte Mühe, die Menge zurückzuhallen. Während der Mittagszeit blieb die Botschaft tn Weitem Umkreis dicht von Menschenmengen umlagert, die der Abfahrt der Minister bei­wohnen wollten. Auch die zahlreich bereitstehenden Kraftwagen der Kameraleute und der Wochen schauen sowie viele andere Kraftwagen deutete au ein nicht alltägliches Ereignis hin. Kurz vor 15 Uhr erschien dann, jubelnd empfangen, als erster der Führer. Unter stürmischen Heil-Rufen der Menge fuhr der Führer in die Reichskanzlei zurück.

Der Abschluß der Vesprechungen

Berlin, 26. März. (DNB.) Gegen 16 Uhr fuhren der englische Außenminister Sir John Simon und der Lordsiegelbewahrer Eden von der englischen Botschaft zur Reichskanzlei, wo die Besprechungen nach einer kurzen Mittags­pause wieder ausgenommen wurden. Die Besprechungen waren gegen 18.45 Uhr b e - endet. Unmittelbar darauf verließen die Minister das Gebäude der alten Reichskanzlei. Eine große Menge wartete auf die Abfahrt der Minister, die mit erhobener Hand begrüßt wurden. Die Minister begaben sich in die englische Botschaft, vor der sich ebenfalls eine größere Menschenmenge zu ihrer Begrüßung eingefunden t)atte. Bald danach verließ auch Aeichsauhenminister Freiherr von Neu­

rath die Reichskanzlei und begab sich zu Fuß in das Auswärtige Amt.

Abendtafel

zu Ehren der englischen Minister.

Berlin, 26. März. (DNB.) Der Reichs- minister des Auswärtigen und Frei­frau von Neurath veranstalteten zu Ehren des britischen Außenministers Sir John Simon und des Lordsiegelbewahrers Mr. A. Eden am 25. im Hause des Reichspräsidenten eine Abendtafel. An dieser nahmen teil: Der Führer und Reichskanzler, der Kgl. britische Botschafter, sämtliche Kabinettsmitglieder, die Begleiter der englischen Minister sowie die

Scherl- Bildmaterndienst. Reichsluftfahrtmimster General Göring, Reichs­führer der SS. Himmler und der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, begeben sich zum Abendempfang im hause des Reichspräsidenten. Frankreichs Sicherheiispolittk.

Erne neue Rede Lavals.

Paris, 26. März. (DNB.) Der ftanzösische Se­nat ratifizierte am Dienstagnachmittag einstimmig die römischen Abkommen zwischen Frankreich und Italien. Außenminister Laval erklärte u. a.: Mussolini hat gegenüber S ü d s l a w i e n kürz­lich seinen Willen zu einer effektiven Annähe­rung Ausdruck gegeben, ohne die jeder Versuch zur Organisierung des Friedens in Mitteleuropa aussichtslos erscheint. In dem Augenblick, wo Deutschland durch seinen Beschluß vom 16. März den Teil V des Versailler Vertrages ver­letzt und gewillt zu sein scheint, sich den Verpflich­tungen zu entziehen, die es an die anderen Staaten binden, ist es ermutigend zu sehen, wie ein großes Land wie Italien rückhaltlos seine Mitarbeit an dem Werk der internationalen Solidarität zur Ver­fügung stellt.

Unsere Haltung geht darauf hinaus, den Frieden für alle in der Ehre und Würde eines jedes zu

Die amtliche JMeiluna.

Berlin, 26. März. (DRV.) Die deutsch-eng- Uschen Besprechungen zwischen dem englischen Außenminister Sir John Simon, dem Lordsiegel­bewahrer Mr. Anthony Eden, dem Führer und Reichskanzler und dem Reichsauhen- minifter Frhrn. v. Neurath, die in Gegen­wart des britischen Botschafters Sir Eric Phipps und des Beauftragten für Abrüstungsfragen Herrn v. Ribbentrop während der letzten zwei Tage stattfanden, wurden heute abend abgeschlossen. Die behandelten Fragen waren diejenigen, welche im Londoner LommunlquL vom 3. Fe­bruar aufgeführt worden sind. Die Unterhaltungen fanden in offenster und freundschaff- Hd)fier Form statt und haben zu einer voll­ständigen Klarstellung der beidersei­tigen Auffassungen geführt. Ls wurde fest- gestellt, daß beide Regierungen mit ihrer Politik das Ziel verfolgen, den ^rieben (Euro­pas durch Förderung der internatio­nalen Zusammenarbeit zu sichern und zu festigen. Die englischen und die deutschen Minister sind von der N ü h l i ch k e i t d e r d l r e k - ten Aussprache, die soeben stattgefunden hat.

durchdrungen.

Sir John Simon wird morgen auf dem Luft­wege von Berlin nach London zurückkeh­ren. Mr. Eden wird planmäßig nach Mos­kau, Warschau und Prag Weiterreisen.

Gin Aeuter-VerW.

Die Nützlichkeit direkter Verhandlungen erwiesen.

London, 26. März. (DNB.) Reuter meldet aus Berlin: Das Ergebnis der zweitägigen Bespre­chungen kann dahin zusammengefaßt werden, daß Sir John Simon und Eden Berlin verlassen, mehr denn je davon überzeugt, daß sie Recht hatten mit ihrem Wunsch, dorthin zu gehen. Im Verlauf der englisch-deutschen Be-