Ausgabe 
27.2.1935
 
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Aus aller Welt

Saarbrücken, 26. Febr. (DNB.) Im Saar- aebiet rüstet alles zu den großen Befreiungsfeiern. In Saarbrücken werden große Tribünen aufgeschlagen, von denen aus die Ehrengäste den großen Aufmarsch miterleben sollen. Vor dem Regierungsgebäude, vor dem an beiden Tagen die Kundgebungen stattfinden, werden rie­sige Lautsprecheranlagen eingebaut und Vorkehrungen für die festliche Beleuchtung getroffen.

Heber das Programm der Feiern werden jetzt weitere Einzelheiten bekannt, die sich besonders auch auf die Ortschaften außerhalb Saarbrückens be­ziehen. Am 1. März erfolgt bei Sonnenaufgang Kranzniederlegung an allen Krieger­denkmälern durch Vertreter der Deutschen Front. Um 8 Uhr findet in allen katholischen und evange­lischen Kirchen ein Dankgottesdienst statt. Ab 9.30 stehen in sämtlichen reichsdeutschen Grenz­ort s ch a f t e n des Saargebietes d i e national- sozialistischen Formationen bereit, die Punkt 10.15 Uhr im Augenblick der Flaggenhissung vor der Regierungskommission in das Saar- gebiet einmarschieren werden. Wenn die Kolon­nen auf saardeutschem Boden anlangen, machen sie einen Augenblick Halt, um ein Sieg-Heil auf den Führer auszubringen und die Nationalhymnen zu spielen. In allen Ortschaften des Saargebietes stehen um 10.15 Uhr die Einwohner unter Betei­ligung von Musik und Spielmannszügen bereit, um an der Flaggenhissung vor dem Rathaus oder sonstigen öffentlichen Gebäuden teilzunehmen. Die Uebertragung der Regierungsge­walt an den Reichskommissar Bürckel wird durch

Aufgaben nur gestalteten das Leben lebenswert, und in diesem Sinne könnten gerade die Angehöri­gen des Arbeitsdienstes, die so monumentale Pro­bleme im Dienste der Nation lösen, von sich sagen, daß ihr Leben lebenswert sei. Nach herzlichen Dankesworten des Reichsarbeitsführers Staats­sekretär Hier! an den Minister wurde dem Schu­lungskursus im Vorführungsraum des Propaganda­ministeriums der FilmVon deutscher Ar­beit" vorgeführt. Weiter fanden Besichtigun­gen in einem großen Verlagshaus und in der Olympia-Ausstellung statt. Am Abend besuchte Dr. Goebbels mit dem Schulungskursus eine Theater­vorstellung. Zur großen Freude der Arbeitsmän­ner und des ganzen Publikums erschien auch der ^Führer im'Theater, ferner Stabschef Lutze und

ganze Kraft vorbildlich in Dienstauffassung, Pflicht­treue und Lebensführung auch fernerhin in den Dienst an Volk und Staat stellen.

Ser Schulungskursus staatspolitischer Leiter des Arbeitsdienstes bei Sr. Goebbels.

lionen Lit bereicherten.

INillionenunterschlagungen

in einem sowjetrussischen INaschinenbautrust.

Die Moskauer staatliche Kontrollkommission ist in der Hauptstadt der armenischen Republik Eri­wan großen Unterschlagungen bei einem Maschinenbautrust auf die Spur gekommen. Bisher ind 15 Verhaftungen oorgenommen worden. Nach den vorläufigen Feststellungen betragen die Unterschlagungen über eine Million Rubel. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft werden bei zwei Staatsbanken, die den Trust finanzieren, Revisionen durchgeführt, da der Verdacht besteht, daß auch Bankbeamte an den Unterschlagungen be­teiligt seien. Die Banken hatten dem Trust Kredite in Höhe von drei Millionen Rubel ohne genügende Sicherheit eröffnet. Die Untersuchung wird beschleu­nigt durchgeführt. Mehreren Beamten droht die Todesstrafe.

Schwere Bluttat aus verschmähter Liebe.

In der Nähe des Bahnhofs Efchweiler-Ueberfeld bei Düren wurde ein junges Mädchen mit 22 Stich­wunden t o t aufgefunden. Als Täter ist der 18 Jahre alte Kaspar S i e p ermittelt und festgenom­men worden. Nach den vorläufigen Vernehmungen hat der Mörder die Tat begangen, weil das Mäd­chen das Liebesverhältnis mit ihm lösen wollte.

Ein Scheusal in Menschengestalt vor Gericht.

Reichsarbeitsmini st er Seldte wird, wie dieKreuzzeitung" meldet, an den Uebergabe- feierlichkeiten im Saargebiet t e i l n e h m e n.

Sie letzten internationalen Truppen verlassen das Saargebiet.

Saarbrücken, 26. Febr. (DNB.) Die letzten internationalen Truppen im Saargebiet wurden in ihre Heimat abbefördert. Das Saargebiet sah heute den H a u p t a b m a r s ch t a g der eng­lischen und italienischen Soldaten. In den frühen Morgenstunden schieden die in Sulzbach und Dudweiler stationierten italienischen Carabinieri. Am Dienstagabend fuhr das englische Hauptquar­tier gemeinsam mit einem englischen Bataillon von Drebach ab. Die englischen Truppen hatten am letz­ten Sonntag im überfüllten Saalbau von Saar­brücken ein Militärkonzert veranstaltet, des­sen beträchtliche Einnahme der Winterhilfe zur Verfügung gestellt wurde.

Während des Krieges war er Abgeordneter der Zentrumspartei. Mit Gouverneur Solf gründete er die Deutsche Gesellschaft 1914. Er war auch eine Zeit lang in der Weltwirtschaftlichen Gesellschaft tätig.

DieCinbenroirfin in Godesberg gestorben.

Die weit über die deutschen Gaue bekannte Lindenwirtin am Rhei n", Aennchen Schumacher in Godesberg, ist am Dienstag­vormittag, 75 Jahre alt, an Herzschwäche ge­storben. Aennchen Schumacher, am 22. Jan. 1860 in Godesberg geboren, konnte sich noch vor wenigen Wochen, wie erinnerlich, zu ihrem 75. Ge­burtstage zahlreicher Ehrungen und Glückwünsche erfreuen. Die Verstorbene, die durch das im Jahre 1878 von Rudolf Baumdach gedichtete Lied von der Lindenwirtin Volkstümlichkeit erlangte, über­nahm mit 18 Jahren das Geschäft ihrer Eltern, die WirtschaftZur Godesburg". Die gemütliche Gast­stube wurde bald ein gern aufgesuchter Aufenthalt der in Bonn Studierenden; auch die zahlreichen

Das Saargebiet rüstet zur Befreiuugsseier

bau erhält.

Als Grundpfeiler eines islamischen Blocks, dem sich gegebenenfalls auch der Irak, Arabien oder die Türkei anreihen werden, stellt Joachim Klopp vom Hofe Persien und Afghanistan dar, deren völ­kische Emanzipation im einzelnen, wie ihre über­staatliche gemeinsame Linie für den Landweg Eng­lands nach Indien eine ernste Gefahr zu werden beginnt. Noch größere Widerstände aber als im Vorderen Orient entstehen, vor allem dem englischen Kolonialreich, aus dem wachsenden Selbstbestim- mungs- und Selbstbesinnungswillen I n d i e n s, Chinas und Japans^ dreier großer Völker also, die, wie es Gustav Fochler-Hauke sagt, ihre Grenzen vertiefen und ihre Geistes- und Wirt­schaftswelt zu nach außen abwehrenden Räumen zusammenschließen.

Hier aber find immerhin doch erst die Ansätze zu gewaltiger Großraumbildung sichtbar. Anders da­gegen i n A m e r i k a, wo das Werden eines in sich abgeschlossenen Kontinents für die Vereinigten Staa­ten trotz ihrer erst so jungen völkischen und wirt­schaftlichen Einheit bereits heute vor einem Abschluß steht ein Prozeß, der sich nach der Schilderung Ferdinand Friedrich Zimmermanns auf Mittel- und Südamerika lebhaft auszuwirken beginnt.

Ueberall also: Ente uropalsrerung der Weltwirtschaft, Verselbständigung der lieber- fee. Es wird zur Schicksalsfrage des deutschen Vol­kes, aus dieser Entwicklung die Folgerung zu ziehen, eine Folgerung, die, in bewußter Abkehr von jeder imperialistischen Machtpo ltik, durch die naturgegebene Blickrichtung nach Ost- undSudost­europa gegeben ist. Es ist ein Verdienst^von Seve­rus, hier Hemmungen und Gegenlimen Umrissen zu haben.

Förderung der Inhaber des goldenen Militärverdienst-Kreuzes.

Berlin, 26. Febr. (DNB.) 3".8i.rbmnh9 mit dem preußischen goldenen Militar-Derdienst- kreuz ausgezeichneten Angehörigen der 45 - lizei hat der Reichs- und preußische Minister d Innern Dr. Frick an die Landesregierungen1 un alle preußischen Polizeibehörden folgenden Crlay herausgegeben: Ich bin f e h r st 0 l z, m den Rech der Schutzpolizei, Gendarmerie, KriMinalpolize, Verwaltungspolizei und Gerneindepolizei 1 n 5 g e - f amt 82 mit b e m preußischen M lllt ar- Verdien st kreuz, demPour le mörite oe deutschen Unteroffiziere, ausgezeichnet e Be­amte zu wissen. Ich halte es für eine Selbstver­ständlichkeit, daß die Dienststellenleiter und alle Vorgesetzten die Beamten, die mit dem hochilen preußischen Kriegsorden für Unteroffiziere aus­gezeichnet wurden, in jeder Hinsicht 1 or­dern und in ihrem zukünftigen Leben betreuen. Von den mit diesem so selten verliehenen.Orden ausgezeichneten Beamten erwarte ich, daß sie chre

Oie Automobilausstellung als Lehr- und Llnterrichtsschau.

Nach einer Erklärung des Leiters der Fachgruppe Automobilindustrie, Jakob Merlin, hat man sich zu einer Verlängerung der Automobilausstellung um 7 Tage entschlossen, um diese größte Autornodil- und Motorradausstellung der Welt, die von aner­kannten Fachkreisen des In- und Auslandes zu­gleich als die interessanteste und schönste bezeichnet wurde, als Lehr- und Unterrichtsschau wirken zu lassen. Es handelt sich nicht allem dar­um, Automobilkäufer zu gewinnen, sondern mit einem breiten Besuch durch die verschiedensten For­mationen der Partei den pädagogischen und ideellen Wert der Schau wirken zu lassen.

Die Jugend, die heute noch nicht ein Motorrad oder ein Automobil besitzt, aber trotzdem fieber­haftes Interesse gerade an diesen technischen Din­gen zeigt, die ihr im täglichen Leben täglich be­gegnen, kann hier alles in Ruhe betrachten. Sach­gemäße Führungen geben die Gewähr, daß Ge­legenheit zum eingehenden Studium besteht. Es wäre daher außerordentlich zu begrüßen, wenn die einzelnen Formationen der Partei und vor allen Dingen die Schulen von diesem Anschauungs­material weitestgehenden Gebrauch machen würden. Man hat deshalb den Mitgliedern der HI., des BdM., der SA., des NSKK., der SS., der Schutz­polizei, der Landespolizei und der Reichswehr, wenn sie in geschlossenen Gruppen von mindestens 12 Personen erscheinen, für den ganzen Tag über pro Person den Eintritt auf 30 Pf. ermäßigt .Schüler brauchen, wenn sie in Begleitung des Lehrers erscheinen, ab 13 Uhr nur 25 $f. zu zahlen. Donnerstag und Sonntag ist der Eintrittspreis 50 Pf. An den anderen Tagen vormittags 2 Mark. Es ist also jedem einzelnen möglich, mit den geringsten Kosten djese größte Schau der Welt, die von den Leistungen der deut­schen Automobilindustrie als der Schlüsselindustrie in der deutschen Gesamtwirtschaft beredtes Zeugnis gibt, zu besuchen.

Der Reichsarbeilssührer dankt für die Geburlslags-Glückwünsche.

Fremden, die in Godesberg weilten, versäumten es nicht, der vielbesungenen Lindenwirtin einen Be­such abzustatten. Wie' groß die Beliebtheit Aennchen Schumachers in den Kreisen der Studentenschaft war, geht daraus hervor, daß sieben Korporationen sie zu ihrem Ehrenmitglied ernannten. Von 36 Korporationen erhielt sie das Band verliehen.

Ein Pionier der deutschen Uhrenindustrie gestorben.

Der Gründer der Dillinger und Schwenninger Uhrenfabriken Kienzle, Geheimer Kommerzienrat Jakob Kienzle, ist in Zürich, wo er Genesung suchte, im 76. Lebensjahr g e ft 0 r b e n. Der Ver­storbene war einer jener Pioniere, die die moderne, in der ganzen Welt geachtete deutsche Uhrenindustne geschaffen haben.

Heun Ehrenkreuze in einer Familie.

Ein überaus seltener Fall der Ehrenkreuz - Verleihung in einer Familie erfolgte in Gerol­stein (Eifel). Von der jetzt im 82. ßebensjabre stehenden Witwe Simon waren neun Sohne im Weltkrieg. Einer von ihnen blieb auf dem Felde der Ehre in den schweren Kämpfen vor Arras, während die übrigen, z. T. nach mehrfachen Ver­wundungen, wieder in die Heimat zuruckkehrten. Die acht Söhne erhielten alle das Frontkampfer­ehrenkreuz. Der alten Mutter wurde das Ehren­kreuz für Hinterbliebene verliehen.

Vootsunglück bei Venedig. Drei Tote.

Bei Venedig ist ein mit Petroleumfäffern be­ladenes Motorfahrzeug infolge des schlechten Wetters gesunken, wobei drei Personen den T ob san­den. Die drei Männer der Besatzung hatten sich an die umherschwimmenden Oelfässer geklammert, doch verloren zwei von ihnen infolge der eisigen Kälte bald die Kräfte und versanken. Das Unglück wurde vom Lande aus bemerkt. Ein Student und ein Arbeiter stürzten sich in die Fluten, um den dritten Schiffbrüchigen, der sich auf eine seichte Stelle gerettet hatte, Hilfe zu bringen. Als er bie beiden herannahen fah, schwamm er ihnen entgegen; doch verließen auch ihn die Kräfte, und er versank, bevor ihm Hilfe gebracht werden konnte.

Englischer Dampfer im Sturm gesunken?

Der britische DampferB l a i r g 0 w r i e (3259 Tonnen), der sich im Atlantischen Ozean ungefähr balbweqs zwischen Irland und Neufundland befin­det hat 8 0 8 - R u f e ausgesandt und berichtet, daß er 'steuerlos bei schwerem Sturm dahin- tretbe und sein Laderaum bereits zur Hälfte voll Wasser sei. Mehrere Schiffe, darunter der Nord- deutsche-LloyddampferEuropa", änderten sofort ihren Kurs, um Hilfe zu leisten. DieEuropa meldete durch Funkspruch, sie habe dieBlair- aowrie" bisher nicht sichten können. Auch der ame­rikanische DampferAmerican Banker und der niederländische DampferBloomersdyk melden, daß sie vergeblich Ausschau halten. Sie berichten

Reichsarbeitsführer Hier! veröffentlicht folgen­des Dankschreiben: Zu meinem 60. Geburts­tag find mir in überaus großer Zahl Glückwünsche zugegangen. Sowohl von Angehörigen des Arbeits­dienstes, von ehemaligen Arbeitsmännern und El­tern, als auch von Parteigenossen und Volksgenos­sen aller Stände empfing ich Beweise treuen Ge­denkens, die ich freudig hingenommen habe als em Zeichen dafür, daß sich der Arbeitsdienst die Herzen des ganzen Volkes erobert tjat. Es ist mir bei der Fülle dieser Freundschaftsbeweise unmöglich, jedem einzelnen persönlich zu danken, wie ich es gern möchte. Ich bitte daher alle, die an mich dachten, auf diesem Wege meinen und des Arbeitsdienstes Dank entgegennehmen zu wollen.

Gez. Hier!.

Tödlicher Unfall

eines alten verdienten Deutsch-Ostafrikaners.

In Berlin starb an den Folgen eines schwe­ren Derkehrsunfalles der frühere Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Wirkt. Geheimrat Albrecht Frei­herr von Rechenberg. Er war von einem Straßenbahnwagen umgeriffen worden und hatte dabei eine Gehirnerschütterung und emen Schadel- druch davongetragen. Freiherr von Rechenberg war als Kolvnialbeamter von 1893 bis 1900un Ostafrika tätig. Dann ging er als Konsul nach Moskau und anschließend als Generalkonsul nach Warschau. Im Jahre 1906 wurde er als Gouverneur nach Deutsch- Ostafrika berufen, wo er bis 1912 erfolgreich wirkte. Seine Eingeborenenpolitik trug .wesentlich zur bat- digen Befriedung der Kolonie bei. Nach ferner Rück­kehr aus Deutsch-Ostafrika widmete er sich vorwie­gend wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Studien.

Rundfunk auf alle Plätze und Gaststätten des Saar­landes übertragen. Nach der Uebergabe ertönen Sirenen, es setzt ferner ein ein stündiges Glockengeläut ein. Der große Aufmarsch in Saarbrücken wird von 13 bis 13.30 Uhr und von 14.30 bis 15 Uhr auf alle PläK im Saar­gebiet übertragen. Für den Nachmittag find große Platzkonzerte und Volksfeste vorgesehen. Die Polizeistunde ist für den 1. März überall auf­gehoben. Der Befreiungstag ist im ganzen Saar­gebiet arbeitsfrei, die ausfallenden Löhne werden von den Arbeitgebern bezahlt.

In dem großen Kownoer Briefmarken­schieberprozeß wurde nach achttägiger Ver­handlung das Urteil verkündet. Der Hauptangeklagte, der ehemalige Chef des litauischen Postwesens, Sruoga, erhielt 15 Jahre, der ehemalige Vor­steher des Memeler Postamtes, Augunas, 5 Jahre Zuchthaus; die übrigen Angeklagten erhielten Zuchthausstrafen v^n V2 bis 3 Jahren. Vier Angeklagte wurden ferner zu Schadenersatz in Höhe von 2 860 500 Lit verurteilt. Die Verurteil­ten hatten, wie früher bereits gemeldet, im Laufe mehrerer Jahre Unterschlagungen in der Weise durchgeführt, daß sie für eigene Rechnung falsche Briefmarken drucken ließen, die echten unter dem Preise verkauften und die gefälschten dann zur Aus­füllung der Bestände verwandten. Dadurch wurde der Staat um den obengenannten Betrag geschädigt. Diesem Prozeß folgt ein zweiter gegen die jetzt Verurteilten und eine Reihe weiterer Angeklagten wegen Fälschung von Sammlermarken, wodurch sich die Beteiligten unrechtmäßig um etwa zwei Mil-

Berlin, 26. Febr. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing im Reichspropagandamini­sterium den großen Schulungskursus staats­politischer Leiter des Arbeitsdienstes aus Potsdam. Der Minister betonte, daß fein Mi­nisterium stets mit Freuden bereit sei, dem Ar­beit s d i e n st zu helfen, wo immer es nötig sei; denn er fühle sich dem Arbeitsdienst mit dem k, ,

Herzen und dem Verstände verbunden. Große' Gauleiter Staatsrat Terboven.

den wird.

Vermieden ist hier, so verlockend' derartiges Plänemachen sein mag, alles Spiel mit Großraum- Konstruktionen, also in der Art etwa der Couden- hoveschen Paneuropaliga oder dieses und jenes aus­getüftelten Gebildes, das, wie es in dem einleiten­den Umriß von Leo H. Hausleiter heißt,von vorn­herein die heilloseste babylonische Verwirrung in sich trägt; nicht die der Sprachen, sondern der ver­schiedenen Psyche der verschiedenen Völker, deren Wille und Vorstellung jeweils aus ihrem eigenen Blut und Boden wachsen". Dargestellt wird statt­dessen von weitsichtigen wie genauen Kennern die Entstehung einer sich nach dem Zerfall des libe­ralen, auf Menschheitsvermengung gerichteten Welt­bildes tatsächlich vollziehenden neuen Kontinent­bildung.

Während sich infolge seiner räumlichen Auf­spaltung das Britische Empire einem solchen Aufriß entzieht, ist vielleicht das eigenartigste dieser neuer Großreiche der hier von Fritz 3affd in feinen Um­rissen aufgezeigte französisch-afrikanische Kontinent, mit dem Frankreich, veranlaßt durch die räumliche Nähe seiner nordafrikanischen Kolo­nien,- den Schritt vom Kolonialland alten Stils zu einemGrößeren Frankreich" zu tun gewillt ist. Aehnlich sowohl in Hinsicht auf dieKontinent­bildung über See" wie in der Ueberbrürfung der zweiten Zwischenfurche, der großen Sandwüste liegen die Schwierigkeiten des italienischen Versuches einer neuen imperialen Grohraumbildung, wobei hier noch die mangelnde Ergiebigkeit der libyschen Besitzungen erschwerend hinzukommt, die Italien, nach der krie­gerisch erzwungenen Abtretung von Tunis an Frankreich, 1912 der Türkei entwand. Weit ein­deutiger als bei diesem, von Ernst Wilhelm Esch- mann dargestellten Großraumgebilde liegen die Erfolge einer Kontinentbildung im Falle der Sow­jetunion zutage, zumal hier eine riesige, zusam­menhängende Landmasse von vornherein gegeben ist, deren politische Einheit, wie es Klaus Mehnert nachdrücklich zeigt, heute den wirtschaftlichen Unter-

politische Kontinente.

Unser Schulwissen ist mit erheblichen Einseitig­keiten belastet. Don der Geographiestunde her tra­gen wir das Bild der fünf mehr oder weniger für sich abgeschlossenen Erdteile mit uns herum, hörten wohl noch von dem kolonialpolitischen Uebergreifen der europäischen Mächte auf andere Zonen der 5ßelt kaum aber haben wir bisher dieses Schema erdkundlicher Einteilung durch Einarbeitung in an­dere, also politische, wirtschaftliche, völ­kische oder religiöse, auf großräumige Zu­sammenfassung der Länder und Staaten zielende Tendenzen ergänzt und berichtigt. Demgegenüber tut heute die Feststellung not, daß die politische Entwicklung mit der hergebrachten Aufteilung der Geographie nicht sonderlich viel anzufangen wußte, daß sie diese vielfach sprengte, durchkreuzte, daß wir jedenfalls den Begriff despolitischen Kontinents" endgültig in unser Denken auf­nehmen müssen.

Die Aufzeigung solcher noch in lebhafter Be­wegung befindlichen Entwicklungslinien fällt in hervorragendem Maße in das Aufgabenbereich der Zeitschrift, also in jenes Gebiet zwischen Buch und Tageszeitung, das im Falle kluger Abgrenzung nach beiden Seiten noch mannigfachen Möglich­keiten offen liegt. Und es beruht weiter in der Eigenart derSüddeutschen Monats­hefte" nämlich durch einheitliche Themenstel­lung jedem Heft einen wohl durchaus zeitgemäßen, aber doch auch in sich geschlossenen und über den Tag hinausweisenden Wert zu verleihen, wenn hier für die Aufrollung eines derartigen Problem­kreises ein besonders geeigneter Rahmen gegeben ist. So ersteht denn dem Leser des unter dem Titel Kontinentbildungen in der Weltpo­litik" soeben erschienenen Januarheftes ein eben­so gedrängtes, wie klares und vollständiges Bild der großen überstaatlichen Umlagerungen, von denen die anbrechende Epoche der Weltpolitik zu weiten Teilen bestimmt wird und erst recht bestimmt roer­

ferner, daß der Wind Orkan st arte habe und diü See bergeshoch sei. Der kleine deutsche Dampfer Europa", der an der spanischen Küste in Schwie­rigkeiten geraten war, ist glücklich in Ferrol (Spa­nien) eingelaufen. Unter anderem sind sein Schorn­stein, mehrer? Ventilatoren und die Rettungsboote an der Steuerbordseite von den Seen zerstört wor­den. , ,

Hochwasser in der Sowjetunion.

Infolge der warmen Witterung ist eine Reihe von Flüssen in der Sowjetunion üb er die Ufer getreten. Das Hochwasser des Onega be­trägt zwei Meter und hat mehrere Dörfer über­schwemmt. Artillerie ist mit der Sprengung der Eismassen auf dem Onega beschäftigt, Meldungen von Ueberschwemmungen treffen auch aus Witedsk an der russisch-litauischen Grenze ein. Auch dort sind Pioniere zur Sprengung des Eises eingesetzt worden.

Dem Kapitän IDarms von derIHorro Castle" wird das Kapitänspatent entzogen.

Das Aufsichtsamt für die amerikanische Dampf­schiffahrt hat entschieden, daß dem Kapitän des verunglückten DampfersM 0 r r 0 C a st l e", Wil­liam F. Warms, wegen Nachlässigkeit in fünf Fällen das K a p i t ä n s p a t e n t entzogen wird. Dem Ersten und dem Zweiten Ingenieur wurden die Patente für die Dauer von 90 und 30 Tagen aberkannt.

Ausschreitungen im Hafen von Algier.

Zu erregten Szenen ist es im Hafen von Algier gekommen, wo 2000 Hafenarbeiter gegen die Verwendung von Tankschiffen für die Beförde­rung von Wein protestierten. Sie besetzten das ZisternenschiffBachus", zerschnitten die Haltetros­sen und beschädigten die Ankerkette. Dann öffneten sie die Tanks und ließen den Wein ins Meer fließen. Zahlreiche Eingeborene drangen inzwischen in den Hafenbahnhof ein und plünderten die Lager­räume. Das Generalgouvernement hat die Garni­son alarmieren lassen.

Zuchthausstrafen

im kownoer Vriefmarkenschieberprozeß.

Vor dem Koblenzer Schwurgericht hatte sich der 24jährige Johann Gilles aus Dahlheim wegen vollendeten Mordversuchs und vollendeten Sittlichkeitverbrechens zu verantworten. In der Verhandlung wurde ein erschreckendes Bild jugendlicher Verwahrlosung und verbrecherischer Neigung entrollt. Schon in frühen Jahren zeigte der Bursche in der Behandlung von Menschen und Tieren eine außerordentliche Roheit. Er wurde in die Erziehungsanstalt gebracht, verstand es aber immer wieder, auszubrechen. Einmal versuchte er sich an einem Strafanstaltsdirektor zu rächen, indem er dessen Tochter überfiel und mit einem Messer schwer verletzte. Gilles wurde zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe trieb er sich als Handwerksbursche umher. Im Hunsrück fiel er ein neunjähriges Mädchen an. Nachdem er das Kind gewürgt hatte, daß es ohn­mächtig wurde, schleppte er sein Opfer in ein Ge­büsch und vergriff sich an ihm. Kurz nach der -lat fand man das Mädchen in schwerverletztem Zustand auf. Der Bursche suchte das Weite, konnte jedoch bald eingefangen werden. Das Gericht ver­urteilte den Angeklagten wegen vollendeten Mord­versuchs und vollendeten Sittlichkeitverbrechens zu einer Gesa mtzucht haus strafe von 15 Jahren, Aberkennung der bürgerlichen. Ehren­rechte auf zehn Jahre und auf Zulässigkeit der dauernden Polizeiaufsicht. Der Vorsitzende betonte in der Urteilsbegründung, daß man es mit einem wirklichen Scheusal in Menschengestalt zu tun habe. In der Verhandlung habe der Angeklagte em der­art rohes und teuflisches Benehmen an den -tag gelegt, wie man es Gott sei Dank selten vor den Schranken des Gerichtes erlebe.

Hinrichtung eines Raubmörders.

Der vom Altmärkischen Schwurgericht im De- zember v. I. zum Tode verurteilte Adolf Lucks aus Zollchow bei Rathenow wurde m Stendal h 1 n- gerlebtet. Lücke hatte im vorigen Jahr den von seiner Arbeitsstelle heimkehrenden Arbeiter Borstel aus Zollchow überfallen, mit einem Hammer er- schlagen und beraubt. Von dem Begnadigungsrecht war kein Gebrauch gemacht worden, da Lucke a s arbeitsscheuer Mensch bekannt, vorbestraft und als Gewohnheitsverbrecher anzusehen war.