Oberheffen
# Allertshausen, 25. Nov. Heute begannen in den Rabenauschen Waldungen die H o l z - Hauerarbeiten. Es sind zwei Rotten mit je fünf Mann bei dieser Arbeit beschäftigt. Eine weitere Rotte Holzhauer aus Climbach ist gleichfalls an der Arbeit. Die Holzhauer aus unserem Orte sind kleine Landwirte, da die Arbeitslosen unseres Ortes sämtlich bei Wegebauarbeiten Beschäftigung gefunden haben. — Unsere Schulkinder haben sich unter Führung des Lehrers in der letzten Zeit ebenfalls an der Sammlung von Bucheckern in unseren Waldungen beteiligt, um mit dem Ertrag dieser Tätigkeit dem W i n- terhilfswerk zu helfen.
ch Lauter, 25. Nov. Die erste R e i ch s g e l d -j sammlung, f
ch Nidda, 25. Nov. Die von der NSV. im Rahmen des Winterhilfswerks im Bezirk Nidda veranstaltete Brotsammlung unter Hin
tz Daubringen, 25. Nov. Die Reichsgeldsammlung der NSV. in unserem Orte ergab den Betrag von rund 42 RM.
t Treis a. d. Ld a., 25. Nov. Im hiesigen Gemeindewald und im Staatswald ist in der vorigen Woche mit der Holzhauerei begonnen worden. Es werden in jedem Bezirk etwa 1200 Festmeter Holz geschlagen.
betonte, daß die Errichtung des Hauses durch die starke Inanspruchnahme der Sparkasse eine Notwendigkeit geworden war. Die gegenwärtigen sicheren wirtschaftlichen Verhältnisse der Gegenwart ermöglichten den Bau. Jeder hierbei beschäftigte Arbeiter und Handwerker habe sich durch die gute Arbeit ein Denkmal gesetzt. Das Haus werde der Stadt zur Zierde gereichen. Mit dem Wunsche, daß die Anstalt die Unterstützung der Einwohnerschaft finden möge, schloß der Redner. Bürgermeister S ch w e i ck e r überbrachte die besten Wünsche der Stadt und gab seiner Freude über den prächtigen Bau Ausdruck. Der Vorsitzende des Verkehrsoereins Homberg, Lehrer Allendörfer, beglückwünschte die Bezirkssparkasse zu diesem Neubau und hob die Bedeutung der Zweigstelle im Sinne der Arbeitsbeschaffung hervor. Anschließend wurde der Neubau besichtigt.
_ —•— Hombera, 25. Nov. Der Ortsverband Hornberg, Oberhessen, der N S. - K u l t u r g e- m e i n d e beabsichtigt irrt Laufe des Winters mit Darbietungen durch das Gießener Stadt- t h e a t e r den Volksgenossen von Homberg und Umgebung einen Kunstgenuß zu bieten. Vorgesehen sind, wahrscheinlich im Januar des kommenden Jahres, ein Schauspiel und eine Operette.
Kreis Lauterbach.
Leib auf dem Gottesacker seiner Gemeinde in Frieden ruhen.
Kreis Bützßngen.
Zurechnung eines Geldbetrags hierfür ergab 9 21 Brote. Es konnten 63 Brote mehr als im Vorjahre abgeliefert werden. Besonders günstig war das Ergebnis in Nidda mit 68, in Michelnau mit 7, in Wallernhausen mit 7, in Unter-Schmitten mit 8, in Kohden mit 9 und in Geiß-Nidda mit 2 Brote mehr als im Vorjahre. Im benachbarten Sammelbezirk R a nstad t gingen 4 68 Laibe Brot ein.
Ob er-0 h men, 24. Nov. Um der Zigeunerbettelei wirkungsvoll zu begegnen, hat die Gemeindebehörde durch ortspolizeiliche Bekanntmachung die Einwohnerschaft aufgefordert, bettelnden Zigeunern nichtsmehrzuverabfolgen. — Als Vorbeugung gegen Vergeudung von Fleisch und Fett ist das Einholen von Fleisch und dergleichen bei Hausschlachtungen durch die Spinnstuben ortsbehördlich untersagt worden. An eine gänzliche Beseitigung der alten traditionellen Volkssitte ist dabei keinesfalls gedacht worden.
—Homberg, 25. Nov. Der heutige Tag brachte für unsere Stadt ein bedeutungsvolles Ereignis. Der Neubau der Homberger Zweig st elle der Bezirks-Sparkasse Alsfeld wurde seiner Bestimmung übergeben. Der Direktor der Bezirkssparkasse, Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates, die Angestellten der Zweigstelle, Architekt und Handwerker, die am Bau beteiligt waren, sowie zahlreiche Gäste hatten sich aus diesem Anlaß zu einer schlichten Feier eingefunden. Direktor Trips von der Bezirkssparkasse begrüßte die Teilnehmer und wies auf die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Eröffnung die- ser Zweigstelle für die Stadt Homberg hin. Er
D L i ch, 25. Nov. Dr. Hermann Otto Erbprinz zu S o l m s-H o h e n s o l m s - L i ch stellte vor einiger Zeit einem Jungzug des Jungvolks Llch das sog. Teehaus im Schloßgarten als «aal für die H e i m st u n d e n zur Verfügung. Um die Durchführung der Heimstunden auch im Winter zu ermöglichen, stiftete er nun auch den Ofen für das Heim. Die Jugend ist sehr erfreut über dieses Entgegenkommen.
= Lich, 25. Nov. Wegen der in unserer Stadt immer noch herrschenden Diphterie wurde der Unterricht an den hiesigen Schulen auch in dieser Woche ausgesetzt.
cxd Eberstadt, 25. Nov. Bei der gestern von den Blockwaltern der DAF. durchgeführten Sammlung für das Winterhilfswerk wurden in unserer Gemeinde 33,70 Mark aufgebracht.
! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 25. Nov. Trotz der späten Kartoffelernte und dem damit bedingten späten Einbringen der Dickwurz sind nun fast alle Feldarbeiten re st los erledigt. Die Dreschmaschinen haben ihre Arbeit beendet und sind in ihre Heimatgemeinde zurückgefahren. Die Mieten für die Dickwurz wurden geschlossen, und die meisten Brachäcker sind gepflügt worden. Roggen und Weizen sind gut aufgegangen und zeigen einen gleichmäßigen Stand. Schädlinge, wie Mäuse usw., sind noch nicht aufgetreten. Die Wintergerste dagegen mußte an einigen Plätzen umgepflügt werden, da ein Unkraut alles überwucherte. Zur Heit werden an zahlreichen Stellen die alten Obstbäume, die der letzte starke Sturm beschädigte oder die von den Sachverständigen als abgängig bezeichnet wurden, umgehauen. Hier und da beginnt man auch schon mit der Anlage von N e u p f l a n z u n g e n. So hat die Gemeinde Holzheim am Südrand des Waldes an einem Abhang über hundert Obstbäume angepflanzt. In den Hausgärten konnte fast noch überall das Wintergemüse stehen bleiben und so erst seine volle Größe erreichen. Man erntet zur Zeit noch zahlreiche, tadellos ausgewachsene Blumenkohlköpfe.
* Hungen, 26. Nov. Der Bezirk Hungen des NS. - Lehrerbundes versammelt ich am morgigen Mittwoch um 15 Uhr hier im ,Solmser Hof". Im Anschluß an die Bezirkstagung versammelt sich die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule". Zu der Tagung sind die ausgefüllten Meldebogen über Luftschutz mitzubringen.
Kreis Friedberg.
= Butzbach, 26. Nov. Am heutigen Dienstag begeht eine markante Persönlichkeit unserer Stadt, Werkmeister a. D. Ludwig Unverzagt, seinen 7 5. Geburtstag. Er war stets ein Soldat und Turner, ein kerndeutscher Mann von echtem Schrot und Korn.
-I- Gambach , 25. Nov. Unter großer Beteili- a wurde heute auf dem hiesigen Friedhof der ährige Pfarrer der Gemeinden Gambach und Ober-Hörgern, Wilhelm Graf, beigesetzt. Nach musikalischer Einleitung durch den Posaunenchor, der auch die Trauermusik auf dem Wege vom Sterbehaus zum Friedhof gestellt hatte, und nach gemeinsamem Choralgesang hielt Pfarrer Ludolph (Nieder-Weidbach) die eindrucksvolle Grabrede. Auf Grund des Jesuwortes im Evangelium des Johannes Kapitel 15, Vers 16 zeichnete der Prediger noch einmal das Lebensbild des treuen Seelsorgers, der in 43jährigem Dienst viel Glaubensfrüchte brachte. Die Kirchenvorstände von Gambach, Ober-Hörgern und Griedel, die Gemeinde Gambach und ihr Schulvorstand, der Posaunenchor und die letzten Konfirmanden ließen prachtvolle Kränze als äußere Zeichen der Liebe und Anhänglichkeit an den Heimgegangenen niederlegen. Für die Pfarrer des evangelischen Dekanats Hungen sprach, ebenfalls unter Niederlegung eines Kranzes, Pfarrer Kahn aus Llch. Pfarrer Wilhelm Graf wurde am 10. Febr. 1862 als Sohn des Lehrers Graf in Ettingshausen geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums studierte er Theologie, genügte seiner Militärpflicht und besuchte das Predigerseminar in Friedberg. Am 28. April 1889 wurde er zum Pfarrvikar in Griedel ernannt und dort ordiniert. Am 9. Oktober 1890 kam er als Pfarrverwalter nach Gambach und wurde am 15. Februar 1892 hier definitiv angestellt. Nach seiner Versetzung in den Ruhestand .. , „ — im Jahre 1933 blieb er hier wohnen und freute sich,
... die gestern zugunsten des WHW. auch seinen Lebensabend inmitten seiner ihm in durchgeführt wurde, ergab hier den Betrag von 43jähriger Tätigkeit ans Herz gewachsenen Gemein- 21,80 Mark. I den verbringen zu können. Nun darf sein sterblicher
Kreis Schotten.
# Groß-Eichen, 25. Nov. Am vergangenen Freitag wurde in unserem Orte die Kartoffelsammlung für das W i n t e r h i l f s w e r k von Ortsbauernführer Ernst Greif und Zellen- walter der NSV. Polizeidiener Georg Schlosser durchgeführt. Es gelangten 85 Zentner Kartoffeln Zur Ablieferung. Das sind über 20- Zentner mehr uls erwartet wurden. Auf das Ergebnis kann die Ortsbauernschaft Groß-Eichen stolz sein.
Kreis Alsfeld.
* Nieder-Ohmen, 26. Nov. Die hiesige Kriegerkameradschaft feierte dieser Tage ihr 60jahriges Bestehen. Der Kameradschaftsführer, Lehrer i. R. Schäfer, hielt nach der Einbringung der drei Fahnen, die von Ehrenmitgliedern der Kameradschaft getragen wurden, die Festansprache. Er schilderte die Geschichte der Kameradschaft, ihre Gründung im Jahre 1875 und ihre Entwicklung. Vorsitzende waren bisher die Veteranen Heinrich G e r b i g, Johannes Keil III., Johannes Hand- stern und Heinrich Grün. Seit 1910, zum Teil durch schwere Jahre, führt Lehrer i. R. Schäfer die Kameradschaft. Im Weltkrieg verlor der Verein neun Mitglieder, die in stillem Gedenken geehrt wurden. Die Gemeinde hat den gefallenen Helden einen schönen Ehrenfriedhof gewidmet. Der Verein hat es sich ferner zur Aufgabe gemacht, Kranke oder in Not geratene Kameraden zu unterstützen. Mit einer Würdigung des Führers Adolf Hitler und seiner großen Taten für die Nation und mit einem Treueschwur zum Führer des Reiches schloß der Redner. Gemeinsam wurden das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Im weiteren Verlauf der Versammlung beglückwünschte der Bezirks- verbandsführer Re usch e r die Kameradschaft zu ihrem Jubiläum. Er übergab einen Fahnennagel für die Traditionsfahne und dem Jubilar Lehrer i. R. Schäfer, der seit über 25 Jahren vorbildliche und selbstlose Arbeit im Dienst der Kameradschaft geleistet hat, ein Bild vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Kyffhäuser,' das von dem Bundesführer Oberst a. D. Reinhard gestiftet worden war. Der Landesverbandsführer von Hessen, Exzellenz Generalleutnant Fett (Frankfurt a. M.), hatte ebenfalls Glückwünsche übersandt. Der Bezirksverband Alsfeld ehrte Lehrer Schäfer noch besonders durch das Buch „Generalfeldmarschall von Mackensen . Herzliche Worte der Anerkennung fand Kamerad Scheig (Atzenhain), schöne Worte der Würdigung geleisteter Arbeit sprach ferner der Ortsgruppenleiter Otto Erb seinem frühe- ren Lehrer, dem Kameradschaftsführer, gegenüber. Die Kapelle Kaiser erfreute mit flotten Weisen und Märschen.
s. Lang-Göns, 25 November Am heutigen Montag begannen hier die Holzbauerarbeiten, zunächst mit 24 Arbeitern. Es wird wahrscheinlich dieselbe Menge Holz geschlagen, wie im Vorjahre, etwa 2000 Raummeter. Die Zahl der Holzhauer kann sich auf 30 erhöhen. Die Arbeiten werden — günstiges Wetter vorausgesetzt — bis Mitte Januar dauern. In dem Gemeindewald, Distrikt „Hardt", wird mit dem Holzschlagen an- geiangen.
Schwerer Einbruchsdiebstahl in Homberg.
—.— Homberg, 24. Nov. In der Nacht zum Samstag wurde bei Uhrmacher Wilhelm Christ, in der Dorstadt, eingebrochen. Der oder die Täter mußten mit hen örtlichen Verhältnissen vertraut gewesen sein. Sie drangen durch ein Küchenfenster und schlichen in den Laden, der viele Wertgegen^ stände barg. Den Dieben fielen wertvolle Uhren, Ketten, Ringe, Photoapparate, Zigarren, Zigaretten und kleinere Geldbeträge in die Hände. Durch die Ladentüre gelangten sie wieder ins Freie. Der Eigentümer bemerkte den schweren Diebstahl, 'der äußerst umsichtig und gründlich ausgeführt war, erst morgens. Man schätzt den Wert der gestohlenen Dinge auf 2000 Mark. Von den Tätern fehlt bis jetzt jegliche Spur.
Zusammenstoß zwischen Güterwagen und Auto in Homberg.
Homberg, 26. Nov. Im Bereich unseres Bahnhofs am Bahnübergang in Richtung Ober- Ofleiden ereignete sich am gestrigen Montagnachmittag em Zusammenstoß zwischen zwei G u t e r w a g en u n d einem 21 u t o. Sie Güter- toagen waren von einem rangierenden Güterzug, der em Stück nach Nieder-Ofleiden zu gefahren war, zuruckgestoßen worden, um in ein Nebengleis zu kommen. Dabei passierten die beiden Güterwagen in Ziemlicher Fahrt den unbewachten Bahn- Übergang in dem gleichen Augenblick, als ein Personenauto von Homberg her gefahren kam. Es kam leider zu einem Zrsarnmenstoß, bei dem der Kraftwagen am Kühler gefaßt und etwa zehn Meter
mitgeschleift wurde. Während das Auto schwere Beschädigungen erlitt, kamen die Insassen zum Glück 1? r I e & t davon. Die Gendarmerie leitete alsbald die behördliche Untersuchung ein. Man ist hier der Meinung, daß die unübersichtliche Bahnstrecke an dem Uebergang durch Schranken gesichert, zum mindesten aber beim Rangieren durch Sicherheits- Posten bewacht werden muß, um Unglücksfälle zu verhüten.
Landkreis Gießen.
♦ Klein-Linden, 25. Nov. Das älteste Glied unserer evangelischen Kirchengemeinde, Frau Elisabeth R e u s ch l i n g , geb. Seibert, konnte am Sonntag ihren 9 0. Geburtstag feiern. Von vielen Seiten wurden der Greisin Glückwünsche dargebracht. Im Auftrage der Kirchenbehörde überreichte der Ortsgeistliche, Pfarrer König, der Jubilarin ein Gedenkblatt von Propst Trommers- hausen, dem kommissarischen Propst von Oberhessen.
4 Lauterbach, 25. Nov. Im Keutzerschen Saal fand dieser Tage eine Versammlung der Lauterbacher Obstzüchter zwecks Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des heimischen Obstbaues statt. Der Leiter des hiesigen Obstbauoereins, Lehrer Schn e gelbe r g e r, eröffnete die Versammlung. Kreisdirektor Z u r tz sprach zunächst über die vorjährige Schädlingsbekämpfung und betonte, daß Belehrungen und Erziehung die wesentlichen Voraussetzungen für die Erreichung der gesetzten Ziele darstellten. Obstbau- Inspektor Kurtz wies in einem längeren Vortrag auf die großen Ausgaben hin, die den Obstzüchtern innerhalb der Erzeugungsschlacht Übertragen sind. Vor allem ist anzustreben, daß sich mehrere Gemeinden zu Obstbaubezirken zusammenschließen und für jeden Bezirk, der etwa 6000 bis 6500 Bäume zu umfassen habe, ein staatlich geprüfter Saum« Wörter angestellt wird, der die anfallenden Arbeiten das ganze Jahr hindurch auszuführen habe. Die Gemeinden Lauterbach, Wernges, Willofs und Blitzenrod würden mit rund 12 000 Bäumen in zwei Bezirke geteilt. Je Baum und Jahr würden an Unkosten 32 bis 40 Pfennig entstehen. Im Verlauf der Versammlung wurde ein Vertragsentwurf verlesen, in dem das Verhältnis zwischen Arbeitsgemeinschaften und Baumwärtern festgelegt ist. Der Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Obstbaues ist freiwillig. Die an der Versammlung nicht beteiligten Obstbaumbesitzer sollen noch geworben werden.
Kohlenoxydgase in der Schäferhütte.
Schwere Vergiftung des Schäfers und feines Hundes.
LPD. Herborn, 25. Nov. Der Schäfer Otto R i n ck aus Hartenrod hatte abends in seinem m der Schäferhütte eingebauten kleinen Ofen Feuer angemacht und sich dann zur Ruhe gelegt. Als um die Mittagsstunde des anöeren Tages die Schafherde noch immer im Pferch verweilte und auch vom Hirten selbst nichts zu sehen war, ging man zur Hütte und stellte fest, daß die Tür von innen ver- riegelt war. Nun öffnete man gewaltsam die Tür und fand den Schäfer leblos vor. Sein Hund lag regungslos neben ihm. Bei näherer Untersuchung stellte man fest, daß Kohlenoxyd- gase die Ursache des Unfalls bildeten. Während der Hund bald wieder zu sich kam, mußte der Schäfer in bedenklichem Zustand in die Marburger Klinik gebracht werden.
Urnenfunde aus der Bronzezeit.
LPD. R ü s s e l s h e i m, 25. Nov. Bei Ausschach, tungsarbeiten an der neuen Siedlung wurden die Scherben von zwei Urnenaus der Bronzezeit gefunden. Eine Urne wurde bereits zusammengesetzt. Sie hat eine Höhe von 33 Zentimeter, oben einen Durchmesser von 18 Zentimeter und einen Bauchdurchmesser von 35 Zentimeter. Die weite kleinere Urne wird noch zusammengefügt. Beide Urnen sollen dem Heimatmuseum in Rüsselsheim zugeführt werden.
Sie schlafen schlecht ?
.. auf Kaffee Hag umstellen l
WWMkMWU
Homan von Frank $. Braun.
19 Fortsetzung Nachdruck verboten!
„Danke, aber wir wollen uns hier keine Schmeicheleien sagen, Reußing. Die Stunde ist kalt wie ein Revolvergriff Wir sind ernste Männer und haben eine ernsthafte Besprechung. Ich stelle Ihnen die Art Jhres'Selbstmordes frei. Natürlich kann ich wegen der Transportschwierigkeiten Sie nicht von einem Kirchturm springen lassen. Ich denke mir, ein Schuß in die Schläfe ist wohl das, was man von Ihnen erwartet."
Er ließ eine Pause eintreten. Der Oberinspektor fah ihn mit einem Blick an, aus dem er nichts zu machen wußte
Aber diese Ruhe, die der Beamte jetzt aufbrachte, reizte ihn. „Wollen Sie mir einen Gefallen tun und mir sagen, wo in Ihrer Wohnung Ihr Dienstrevolver hegt? Es würde Jolly, der nachher bei Ihnen einbncht und den Abschiedsbrief auf Ihren Tisch legt, das Suchen erleichtern. Denn natürlich werde ich Sie mit Ihrem eigenen Revolver erschießen. Sonst zweifelt unter Umständen nachher jemand die Freiwilligkeit Ihres Entschlusses an!"
Als Reußing schwieg, nicht einmal mehr den Blick hob, stampfte er mit dem Fuß auf. „Sie machen uns nichts als Mühe und Schwierigkeiten, Reußing! Weshalb hatten Sie Ihren Revolver nicht in der Tasche, wie sich das erwarten ließ!" Aerger- lich ging er hinaus.
„Laß nur, Basil", tröstete Jolly, der in der Tür gestanden hatte und stummer Zuhörer gewesen war, „ich werde den Revolver schon finden. Da mich das Töchterchen nicht überraschen kann, habe ich ja ungestört Zeit genug."
Er hielt des Oberinspektors Schlüsselbund auf der flachen Hand. „Haustorschlüssel, Wohnungsschlüssel, ganz klar. Dann sind dies sicherlich seine Schreibtischschlüssel und in einem Fach wird sich schon die Waffe entdecken lassen."
Er steckte die Schlüssel ein. „Zur Not", meinte er, „wäre es ja immerhin noch gut möglich, daß Reußing eines anderen Todes stirbt, nicht wahr."
Basilius betrachtete ihn mißtrauisch. „Du mußt trotzdem in die Wohnung, Jolly. Der Abschiedsbrief Reußings muß dort niedergelegt werden."
Jolly war zufällig gerade ganz ohne Argwohn. Er nickte und sah Basilius nicht ins Gesicht. So entging ihm die schlecht verhüllte Tücke des Blickes, der ihn streifte. „Selbstverständlich statte ich dort meinen Besuch ab", versicherte er, „das sollte mit meinen Worten durchaus nicht in Frage1 gestellt werden."
Reußing im Nebenzimmer hörte alle diese Reden. Ties senkte er den Kops. Aus, wirklich — ganz — aus? Der Gedanke durchfuhr ihn: im Grunde genommen tjat Basilius einen Fehler gemacht, daß er jetzt schon der Polizei telephonierte. Allen unterlauft einmal so ein Fehler, auch den Gewitzigtsten unter ihnen.
Braubach wird, von diesem Telephongespräch mit mir beunruhigt, jemand in meine Wohnung schicken oder selber kommen. Es mag leicht sein, daß ihm gerade Jolly bei seinem Einbruch in die Arme läuft.
Eine schwache Hoffnung tat sich auf. Er atmete rascher. Wenn er Zeit gewann — vielleicht war doch noch nicht alles verloren? ...
Er konnte nicht wissen, daß eine andere Person schon Schritte unternommen hatte, die seiner Rettung, wenn sie überhaupt noch möglich war, dienlicher sein mußten.
5llia Filimon, die wußte, welche Rolle Robert Nydegger zu spielen gezwungen war, hatte den Abend nicht ungenutzt gelassen.
Sie wußte, fie stritt in diesem Kampf nicht nur für ihre persönlichen Ziele, sondern der Ausgang mußte auch für ihren Freund von entscheidender Bedeutung sein. Das war ihr ein doppelter Ansporn.
Trotzdem übereilte sie nichts. Nur nach reiflicher Ueberlegung entschied sie sich. Sie wußte, wie gefährlich es war, gegen Basilius zu stehen. Jabusch in die Hände der Polizei zu spielen, war leicht gewesen. Sie hatte ihn einfach auf der Straße des Taschendiebstahls verdächtigt und festnehmen lassen. Dabei stellte sich dann heraus, wer er wirklich war. Aber Jabusch war eine Nebenfigur, ihr Plan richtete sich zur Hauptsache gegen Jolly und Basilius.
Während Nydegger sich mit Ines Reußing traf, rief sie die Polizei an. Es war zufällig wenige
Minuten nach Basilius' Gespräch als falscher Kriminaloberinspektor. Auch Ilia rief die Inspektion 1 an und bekam Herrn Inspektor Braubach an den Apparat.
Ob Herr Oberinspektor Reußing anwesend sei. Nein! Dann wolle sie eine Angabe machen.
"Wer spricht dort", verlangte Braubach zu wissen; er war erregt, man merkte es seiner Stimme an, "Ach kann mich nicht mit Ihnen unterhalten, wenn Sie mir nicht Ihren Namen nennen "
Während er dies sagte, um die Frauensperson, die da anrief, hinzuhalten, schob er dem Sekretär einen Zettel hin: Sofort Anrufsstelle feststellen lassen!
Ilia Filimon blieb geduldig. „Herr Inspektor," sagte sie, „an meinem Namen liegt gar nichts. Sie kennen mich nicht."
„Also gut. Was wollen Sie mir melden. Sie jagten, es ginge Herrn Oberinspektor Reußing an. Was ist es?" M
Alia sagte: „Lassen Sie sofort, es kann sich um Minuten handeln, die Wohnung des Oberinspektors überwachen. Es ist ein Einbruch geplant.
„Woher stammt Ihr Wissen?" forschte der Inspektor, zugleick bestrebt, die Sprecherin noch am Apparat festzuyalten.
„Aus sicherer Quelle", antwortete Ilia. „Die Männer, die dort einbrechen wollen, sind gefährlich und bestimmt im Besitz von Schußwaffen. Es wird sich bei einem Zusammenstoß darum handeln, wer zuerst feuert. Das ist alles, was ich Ihnen sagen wollte."
Sie hängte ab, genau im Augenblick, als der Sekretär auf der anderen Leitung die Nachricht bekam, daß das Gesprächt auf Leitung D mit einem Postautomaten geführt werde. Inspektor Braubach legte den Höhrer so hart aus der Hand, daß es fast ausfah, als werfe er ihn weg. „Welches Revier?" fragte er.
Der Sekretär hatte, geroanbt, schon die Verbindung hergestellt. „Revier 38," sagte er. „Ober» Wachtmeister Kruse."
Der Inspektor befahl, sofort nachforschen zu lassen, welche Frauensperson in dieser Minute auf dem Postamt telephoniert habe. Er wußte, nur ein großer Zufall konnte hier helfen. Normalerweise war die Frau längst untergetaucht.
Er irrte sich nicht. Als die beiden Kriminalbeam- ten nach wenigen Minuten auf dem Postamt an
langten und Nachfrage hielten, erinnerte sich niemand der Dame. Ilia war in Sicherheit, was die irrige Bedrohung der Polizei anbelangte. In an» derer Hinsicht stand sie auf gefährlicherem Posten denn jemals zuvor in ihrem Leben.
Sie hätte nicht zu sagen vermocht, was sie eigentlich veranlaßte, in die Eibenstraße zu gehen, und dort abzuwarten.
Wünschte sie eine Begegnung mit Basilius? Sie wich ihr jedenfalls nicht aus. Den Revolver, fünf Patronen im Magazin, eine im Lauf, trug sie bei sich. Noch war er gesichert.
®in dünner Regen fiel und immer noch war Nebel in den Straßen.
Ruhig und ohne Durchgangsverkehr" lag die Eibenstraße, in der Kastanienbäume, aber keine einzige Eibe, wuchsen. Gegenüber der Nummer 7, dem Haus, in welchem Reußing den ersten Stock bewohnte, stand in einem Garten ein altes Villenhäuschen. Gegen die Hausmauer lehnte eine Bank; sie war ein bißchen versteckt hinter halbhohem gehecktem Weißdorn.
Ilia Filimon betrat den Garten. Das Haus lag ohne Licht. Sie nahm auf der feuchten Bank Platz. Niemand mochte ihr Eindringen bemerkt haben, keiner störte sie oder jagte sie auf.
Eine nicht ferne Turmuhr schlug neunmal. Es regnete stärker. Sie preßte die Arme an den Leib. Den Revolver hielt sie in der Manteltasche. Ein paar Männer gingen durch die Straße und schienen sich wieder zu entfernen, aber Ilia bemerkte, wie der eine in einem Keller verschwand. Kriminalbeamte, vielleicht schon die erste Ablösung.
Sie betrachtete das Haus Nummer 7. Wilder Wein rankte vom Garten bis in den zweiten Stock. Der Balkon Reußings war eine grüne Laube. Dort wird es sein, dachte sie, dort hinter den Gardi- nen...
Sie erkannte Jean Jolly sofort, als er an der Ecke auftauchte und mit beschleunigten Schritten, jedoch nicht hastend in die Eibenstraße einbog. Er schritt am Haus Nummer 7 vorüber und eine ganze Strecke die Straße entlang, dann kehrte er um.
Er hatte sich wohl überzeugt, daß keine Gefahr drohte. Mit ruhiger Sicherheit betrat er das Haus. Die Tur unten war geöffnet; er schloß hinter sich ab. Das war ein glücklicher Zug.
(Fortsetzung folgt!)


