örterungen würden fortgesetzt werden, bis eine Vereinbarung über eine Derhandlungsgrundlage erreicht
Der italienische Votschafier erneut bei Laval.
Soll der Fünfer-Ausschutz wieder in Aktion irden ?
Paris, 26. Okt. (DNB.) Ministerpräsident L a - v a l hat am Freitag den italienischen Botschafter Cerruti empfangen und sich über eine Stunde lang mit ihm unterhalten, um eine geeignete Grundlage zu finden, die Feindseligkeiten m Abessinien zu beenden. Um jedoch die Erfolgsaussichten nicht zu gefährden, bewahren die amtlichen Kreise über den Inhalt der Besprechungen strengstes Still- schweigen. Die Verhandlungen werden als besonders heikel bezeichnet, weil die Anregungen, zu denen man etwa gelangen könnte, für den Fünferausschuß des Völkerbundes annehmbar fein müßten, da ohne die Zustimmung des Fünferausschusses eine endgültige Regelung nicht getroffen werden könne.
Keine formulierten Vorschläge Italiens.
Rom vermißt noch die Zurückziehung britischer Kriegsschiffe.
Rom, 25. Okt. (DNB.) Nach Auskunft von italienischer Seite hat die diplomatische Fühlungnahme keine Unterbrechung erfahren. Es seien aber keine formulierten Minde st Vorschläge Italiens vorhanden. Von Italien sei keine Verzögerung des Beginnes der Sühnemaßnahmen beantragt worden. Man gibt ein gewisses Befremden zu erkennen, daß noch keine amtliche Mitteilung über eine Zurückziehung englischer Kriegsschiffe aus dem Mittelmeer vorliege, während von amtlicher Seite die Zurückziehung einer Division aus Libyen bestätigt worden sei.
Der Negus will aus Tigre nicht verzichten.
London, 26. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" berichtet aus Addis Abeba, gegenwärtig sei es unmöglich, irgendeine Friedensgrundlage im italienisch-abessinischen Streit zu finden. Der Negus sej entschlossen, keinen Fußbreit der Tigre- Provinz ohne Wider st and aufzugeben. Er sei zwar anscheinend bereit, einen Waffen- ft i U ft a n b , aber nicht gewillt, ihn auf einer anderen Grundlage als der abessinischen Unabhängigkeit und Unversehrtheit zu erwägen. Die Abtretung der Tigre-Provinz an Italien würde nicht nur das Ende der Dynastie, sondern auch das Ende Abessiniens als einer kontrollierbaren Einheit bedeuten. Die abessinischen Streitkräfte werden ihren ersten entschlossenen Wider- stand vor der Stadt Makale leisten. — „Daily Expreß" meldet aus Addis Abeba, daß Italien den Negus durch eine Mittelsperson aufgefordert habe, die Vorteile direkter Friedensverhandlungen mit Rom zu erwägen.
G af Sinei hat Addis Abeba verlassen.
A d d i s A b e b a, 26. Okt. (DNB. Funkfpr.) Der italienische Gesandte Graf Vinci hat am Samstag frül) in einem Sonderwagen des fahrplanmäßigen Zuges Addis Abeba verlassen. Die letzten italienischen Handelsvertreter werden in Modjo in den Zug steigen. Hier ist man der Ansicht, daß die augenblickliche Ruhe an allen Fronten eine Ruhe vor dem Sturm ist und die Kämpfe im November mit besonderer Heftigkeit wieder auf- flackern werden.
Italienischer Vormarsch am Webi-Gchebeli.
Rom, 25. Okt. (DNB.) Der letzte Heeresbericht meldet u. a.: An der Somalifront wird das militärische Vorgehen in der Gegend von Schebeli fortgesetzt. Zahlreiche am Ufer liegende Dörfer wurden besetzt. Zahlreiche Stammeshäuptlinge haben ihre Waffen den Italienern übergeben. Der Sultan von Schiavelli, der zu den Italienern übergegangen war, hat mit seinen Bewaffneten die Flanke der italienischen Truppen gedeckt und dadurch einen siegreichen Zusammenstoß mit feindlichen Truppen in der Nähe des Dorfes Gheledi erfolgreich unterstützt. Das Dorf wurde genommen
Griechenland
Die Regierung dementiert PariserMeldungen über Unruhen aufKreta.
P a r i s , 25. Okt. (DNB.) „Paris mihi" behaupte, auf Kreta hätten 30 000 Republikaner z u ben9Baffen gegriffen. Die Regierung habe sofort bie Gntfenbung von bret Torp ebo - bootsgerftörern mit 2000 Solbaten an Borb angeorbnet. In Athen selbst seien 50 republikanische Offiziere, unter anberem auch General P a - n a g i s f a o s , verhaftet unb auf bie Inseln im Aegäischen Meer verbannt worben. In ber Hauptstabt selbst herrsche jeboch vollkommene Ruhe.
Dazu gibt bie halbamtliche Athener Nachrichten - Agentur folgenbe Darstellung: Die öffentliche Meinung in Griechenland wo man mit den Vorbereitungen für die Feier des 26. Oktober, des Jahrestages der Einnahme Salonikis im Jahre 1912, beschäftigt ist, war höchst erstaunt zu erfahren, daß im Auslande Gerüchte über sogenannte „Unruhen" auf ber Insel Kreta, Ent- fenbung von Truppenverstärkung unb anbere auf- sehenerregenbe Neuigkeiten gleicher Art verbreitet waren. Es ist wahr, bah M i l i t ä r a b t e i l u n - gen — wie immer zu Wahlzeiten — auch jetzt nicht nur nach Kreta, fonbern auch nach allen Inseln unb Provinzen entfanbt worben finb, um die örtlichen Kräfte zu verstärken, um bie Ruhe für bie Volksabstimmung, für beren unparteiliche Durchführung bie Regierung bie Ge- chähr übernommen hat, sicherzustellen. Wahrscheinlich gaben biefe burchaus normalen Truppenverschiebungen Anlaß zu ben im Aus- lanb umgehenben Gerüchten. Auf jeben Fall steht es fest, bah vollkommene Ruhe auf Kreta wie im ganzen übrigen Grie - Z e n l a n b herrscht unb daß bas ganze hellenische Polk sich zur Feier bes morgigen Nationalfestes rüstet. Ministerpräsident Kondylis wird bei dieser. Gelegenheit eine große Rede halten, worauf em militärischer Vorbeimarsch vor dem Denkmal bes Unbekannten Soldaten ftattfinben wirb. Athen, Saloniki unb bie übrigen Stäbte finb bereits mit ben Nationalflaggen unb ben Zeichen des Königstums geschmückt.
Mit den Italienern wieder in Adua.
Bon unserem Dr. Ho.-Kriegsberichterslatier.
Möglichkeit, bie Vereinigung mit seiner zweiten Gruppe zu vollziehen, ben Rückzug ins Tal Mariam Scheinto antrat, bas er inzwischen verlassen hat, um, sich 20 Kilometer südlich von Adua ins Tempien- hochplateau zurückzuziehen. Die italienischen Verluste bei dem Vormarsch auf Adua finb nicht un» bebeutenb, aber in Anbetracht ber katastrophalen Folgen, bie ein etwaiges Zögern mit sich gebracht
baß bie Hauptgruppe ohne Rücksicht auf etwaige Verluste unb ohne Aufenthalt zum Berg Sulloba vorstoße, um bem Gros bes Ras Senoum ben Weg a b 3 u f d) n e t b e n. Währenb bie gegnerischen Streitkräfte bei Gaschiorki gebunben würben, rückten auf ber anberen Seite bie Kolonnen vor unb überflügelten Ras Seyoum, ber angesichts ber Un-
aeroorben fein soll, eines Mischbluts, beren Mutter Abessinierin war. Sie war, so erzählt man, Privatsekretärin bes Generals unb überbies seine Geliebte
Auf ber Fahrt nach Abua haben wir weite Gebietsteile ber Kolonie Erythräa unb Norbabessiniens kennengelernt. Die Gegend am Fluß Mareb ähnelt bereits bem tropischen Afrika. Wegen Einbruchs der Nacht mußten wir dort kampieren. Wäh- renb die Lagerfeuer brannten und bie nächtlichen Stimmen bes Urwaldes laut würben, zogen im Geist an uns vorbei bie Erlebnisse bt$ Tages: ber Anmarsch ber Kolonnen, bie fieberhafte Bearbeitung. der Straßen, bie Fahrt durch Wasserläufe und Sumpfe, ber Frohmut ber Solbaten, die trotz aller Entbehrungen fingenb bahinziehen. Der Krieg in Abessinien ist kein Krieg zwischen zwei Heeren, fonbern ein Kampf bes italienischen Wegearbeiters mit bem unwegsamen Gelände, ein Kampf ber Zähigkeit bes italienischen Solbaten gegen bie Unbilden ber Natur. Gewiß soll man afrikanische Verhältnisse nicht mit europäischem Maßstab messen: weder was. die Sitten und Gebräuche Abessiniens, noch was ben Kampf- wert unb Mut ber Abessinier anlanqt: aber auf d'e Dauer bürste der italienische Wille, die italienische Zähigkeit und vor allem auch die geschickte Politik gegenüber ben Eingeborenen unb ben sich befebbenben Stammesfürften ben Sieg baoontragen. (Es sei benn, baß von außen her, von Europa aus,
n i s v o l l e" V o r g ä n g e, bie zur Niederlage von "n ^aiges zögern mir pcy georacyl
1896 geführt haben sollen. Nur des Kolorits wegen , rfÄ unwesentlich zu bezeichnen sei hier angebeutet, baß General Baratieri zum Teil ^"Ä^^anta erklärte ber Presse, baß er sich bas Opfer der herrschsüchtigen Launen einer (frau ! J“ WManövers durchaus bewußt geworben fein soll, eines Mischbluts, beren Mutter f er vielleicht seinen militärischen
Ruf aufs Spiel gesetzt habe. Aber feiner Ansicht nach sei bies ber einzige Weg zur Verhinberung weiteren Blutvergießens geroefen.
Adua ist heute von ben italienischen Truppen besetzt. Hier muß erwähnt werben, baß bie italienische Heeresleitung bas Stichwort ausgegeben hat: „Wir kommen nicht als rachsüchtige Eroberer, sondern als Bringer ber Zivilisation". Die Truppen haben strengen Befehl erhalten, von ben Bewohnern, bie nach unb nach zurückkehren, nichts ohne Bezahlung anzunehmen. Selbst die Schöben auf ben Feldern, die durch den Vormarsch verursacht worden sind, werden vergütet. Die Folgen dieses politischen Verhaltens machen sich bereits heute bemerkbar. Während Ras Seyoum, der allgewaltige Beherrscher Aduas, kurzerhand Steuern und Abgaben in Naturalien eintrieb, ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit ber Bewohner, treten bie Italiener ben (Eingeborenen gegenüber als Freunbe auf. Was früher so gut wie unmöglich gewesen wäre, ist heute zur Tatsache geworben: Tag für Tag treffen Gruppen von Einwohnern ein, bie ihre Waffen abliefern. Unter ihnen viele, bie an ben Kämpfen gegen bie italienischen Truppen teilgenommen hatten. Manche von ihnen finb ber Heeresleitung bekannt. Es wäre ein Leichtes, sie vor ein Kriegsgericht zu stellen. Man sieht bavon ab, um bie Bevölkerung nicht unnötig zu erregen. Die Italiener haben vom ersten Tage an versucht, ber Bevölkerung bie Wohltaten ber Zi- vilisation vor Augen zu führen. Lebensrnittel würben verteilt, ärztliche Beratungsstellen errichtet. Na- mentlich finb Vorkehrungen gegen bie in Abua unb Umgebung stark auftretende Lepra getroffen worden.
Korporation in Frage kommen könne, sondern ausschließlich eine Gliederung ber Partei, insbesonbere der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbunb, ist bie Sachlage auch in dieser Richtung geklärt.
Für bie AH. -Vereine bes ehemaligen Kösener SC., bie bem Arierparagraphen in ihren Rechen keine Geltung verschafften, bleibt meine Verfügung vom 19. September 1935 in vollem Umfange bestehen.
Der Chef bes Stabes: gez. Lutze.
3um Tode Gauleiter Löpers.
Der verewigte Gauleiter zumDessauerFriedrichstheater übergeführt
Dessau, 26^Okt. (DNB.) Am Freitag gegen 19 Uhr fand im Sta11halterhaus in Dessau eine kurze Trauerfeier ber nächsten Angehörigen bes in bie Ewigkeit eingegangenen (Bauleiters Reichsstatthalter Löper statt. Gauamtsleiter hielten am Sarge bes Verblichenen bie Ehrenwache Gegen 23 Uhr würbe in aller Stille bie sterbliche Hülle vom Statthalterhaus zur Stätte bes Staatsaktes, bem Friebrichtheater, übergeführt. Die Gauamtsleiter bes (Baues Magbeburg-Anhalt, bie an ber Seite unb unter ber Führung bes Verblichenen feinem heißen Wollen Verwirklichung geben halfen, erfüllten ihre letzte Ehrenpflicht. Acht (Bauamtsleiter stellten die Ehrensachen unb trugen ben Sarg zur Stätte des Staatsaktes, wo bie Aufbewahrung erfolgte. Auch bei ber Ueberführung bes Sarges nach Milbensee, dem Beisetzungsort, werden (Bauamtsleiter das Ehrengeleit geben.
Em Nachspiel zum Saarkampf.
Kehl, 25. Okt. (DNB.) Der Leiter der Werk- Polizei ber Röchlingwerke in Völklingen (Saar), ber Knegsblinbe Rathke, unb ber Angestellte bes gleichen Werkes Frischrnann, die beide
Aufklärungswoche der Polizei.
Berlin, 25. Okt. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister bes Innern hat bie Polizei- dienststellen bes ganzen Reiches angewiesen, vorn 13. dis 19. Dezember eine umfassenbe Poli- zeiaufklarungswoche burchzuführen, um in allen Teilen bes beutschen Volkes für bie verantwortungsvolle Arbeit ber Polizei Verftänbnis unb ben Willen z u eigener zweckentsprechende r M i t a r b e i t zu wecken unb zu festigen.
Die äußere Gestaltung ■ der Aufklärungswoche wird bei aller ben einzelnen Dienststellen überladenen Freizügigkeit in einem einheitlichen Rahmen vor sich gehen. Es werben im Einvernehmen mit bem Reichsministerium für Volksauf- flärung und Propaganda die P r e f s e, der R u n d- funk und der Film in den Dienst dieser Bestrebungen gestellt werden.
<AA. und Kösener GC.
Eine weitere Verfügung des Stabschefs der SA.
Berlin, 26. Okt. (DNB.) Die Adjutantur des Stabschefs gibt, wie ber „Völkische Beobachter" melbet, folgenbe Verfügung, bie Stabschef Lutze am 25. Oktober erlassen hat, bekannt:
Nachbem bie Voraussetzungen für meine Verfügung vom 19. September 1935, in ber ich bie Zugehörigkeit von SA.-Führern unb Männern zum Kösener SC. untersagte, durch bie Auflösung bes Kösener SC. - Verbanbes weggefallen finb, hebe ich biese Verfügung für bie einzelnen, bem früheren Kösener SC. angeschloffenen aktiven Korps unb A. H.-Dereine auf.
Da sich bie aktiven Korps in wenigen Tagen selbst fuspenbieren werben unb bie binbenbe Erklärung abzugeben haben, baß für ben stuben- Uschen Nachwuchs nicht nur ein Korps ober eine
Unb 21 b u a , bie Hauptstadt von Tigre? Mit Verlaub zu sagen: ein in etwas (Brun gebettetes Dorf. Wir haben Gelegenheit gehabt, die Ortschaft in allen Teilen genau zu besichtigen. Einen besonderen Eindruck versprachen wir uns von dem berühmten Palast des Beherrschers von Tigre, des Ras Seyoum. Die Enttäuschung war groß: Wirres Nebeneinander von weiten Räumen, die in Lehm und Holz ausgeführt finb. Der Thronsaal gleicht einem Pferbestall, ber Eßsaal einer Rumpelkammer, bie Gemächer ber königlichen Gemahlin irgenbeinem Abstellraum. (Eine Beschreitung ber Waschgelegen- heiten zu geben würbe bie Nerven ber Leser auf eine harte Probe stellen. Die Inneneinrichtung sämtlicher Räume — von einigen wenigen abessinischen Stücken abgesehen — finb von schlechtestem europäischem'Geschmack.
geworben.
Am Abenb vor ben tragischen Ereignissen fanb im Hauptquartier ein Kriegsrat statt, in bem zwei Generäle sich gegen einen Angriff auf bie überlegenen abesiinischen Truppen aussprachen, währenb zwei für.einen energischen Vorstoß pläbierten. Baratieri selbst war Gegner einer unüberlegten Hanblung. In der Nacht soll ein Telegramm aus Rom eingetroffen fein, bas Baratieri seines Posten als Dberfttommanbierenber enthoben habe Dieses Telegramm ist angeblich in bie Hand seiner Geliebten geraten, bie Baratieri umzustimmen vermochte, so baß zur allgemeinen Überraschung früh morgens ber Befehl zum Angriff erteilt würbe. Aus welchen Gründen das Mischblut gehandelt hat, darüber werden verschiedene Vermutungen angefteüt, ebenso darüber, warum Baratieri ihrem Rat folgte. War es ge- tränfter Ehrgeiz, war es ein Rachakt, war es ein verzweifelter Versuch, durch einen Handstreich seine Position au retten? Vielleicht wird man nie etwas Sicheres Darüber erfahren. Aber wie bem auch fei: die Toten von Adua sind jetzt gerächt.
Auf einer kleinen Anhöhe zwischen bem italienischen Konsulat unb bem eigentlichen Dorf haben bie Truppen ber Division „Gavinana" in Granit ein Denkmal errichtet, bas folgenbe Inschrift trägt: „Den am 1. März 1896 bei Adua Gefallenen — heute gerächt durch den Sieg von 1935 — Division Gavinana." Das Denkmal ist am Montag, 14. Oktober, in Anwesenheit des Oberstkommandie- r<mben b e Bono feierlich eingeweiht worben. General Nino Dillasanta, ber Befehlshaber ber Division, bie Adua genommen, hielt eine kurze militärische Ansprache. Die Truppen zogen an bem Denkmal in militärischer Orbnung vorbei. Die Fahnen senkten sich, bie Trompeten schmetterten ihre kriegerischen Weisen in die weite (Ebene von Adua.
W i e i ft Adua genommen worden? Weder in Asmara noch im Hauptquartier hat man sichere Angaben erhalten können. Erst eine Unterredung mit General Dillasanta in Adua ermöglichte ein klares Bild von den Vorgängen. Man darf heute sagen, daß Adua keineswegs ohne Schwertstreich von ben Truppen bes Ras Seyoum Mangafcha geräumt worben ist. Im Gegenteil: sie waren entschlossen, bie Hauptstadt von Tigre bis zum äußersten zu verteidigen. Wenn sie sich geschlagen bekennen mußten, so deshalb, weil die Italiener ein großartig angelegtes strategisches Manöver durchgeführt haben.
Das Armeekorps des Generals Maravigna rückte am 5. Oktober gegen Adua vor. Nach bem Sturm auf ben Engpaß Enba Varia, ber ben Weg nach Abua frei machte, rückten zwei Gruppen ber Division Gavinana gegen Abua vor, bie Hauptkolonne über Maitscho°Mai Daru unb Mai Turkus bis zum 2500 Meter hohen Berg Sulloba, ber bicht hinter einer Talmulbe gelegen ist unb gewissermaßen ben Zugang nach Abua beherrscht. Hier hatten sich runb 15 000 Abessinier unter ber Führung bes Ras Seyoum.versammelt. (Eine kleinere Kolonne rückte über Daro Takle unb Gaschiorki an. In Gaschiorki hatten runb 2500 Abessinier Stellung bezogen. Seyoums Plan war, seine beiben Gruppen am Berg Sulloba zusammenzuziehen unb bort bie entscheibende Schlacht zu liefern. Er hatte bamit gerechnet, baß bie Italiener wegen ber ungehuren natürlichen Hinbernisse niemals im Eilmarschtempo vorrücken konnten unb vielleicht wegen des auf beiben Zugangsstraßen sich zeigenben Wider- stanbes ihren Vormarsch verlangsamen würden. In Erkenntnis der hieraus fid) ergebenden Gefahr erteilte General Dillasanta aber Befehl, ungeachtet bes Flankenfeuers, bas bie Abessinier mit 2Irtil-1 lerie, Maschinengewehren unb Gewehren eröffneten, | Hinbernisse 'auftauchten .
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Adua, Oktober 1935.
Als General Baratieri 1896 die Schlacht von Adua verlor, die Italiens Kolonialpolitik für lange Zeit ein Ende fetzte, tauchten im Anschluß an ben Kriegsgerichtsprozeß, in bem Baratieri sich zu verantworten hatte, allerhanb Gerüchte auf, Deren Richtigkeit bis auf ben heutigen Tag nicht erhärtet werben kann. Es ist aufgefallen, baß b i e Prozeßakten niemals veröffentlicht worben finb. Die Phantasie hatte beshalb einen breiten Spielraum, unb aerobe jetzt, wo Abua mit in ben Mittelpunkt bes Weltgeschehens gerückt ist, werben roieber Stimmen laut über „geheim
Großer Abend
der Reichskulturkammer
am Samstag, dem 2.November im vpern- Haus in Frankfurt a. M.
Der Abend beginnt nicht, wie in Presse und Runöfunk bekanntgegeben, um 21 Uhr, sondern bereits pünktlich um 20 Uhr.
Alleinige Vorverkaufsstelle für den ganzen Gau: Frankfurt a. HL, Buchgasse 11 (Reichskammer der bildenden Künste), Telephon 29 891.
wegen angeblicher Spionage in Frankreich zu 2V2- jähriger Gefängnisstrafe verurteilt worben waren, finb am Freitag nach einer Haft von nicht weniger als einem Jahr vier Monate im Wege bes Austauschoerfahrens aus geliefert worben. Die Freigelassenen, bie an ber Grenze mit herzlichen Worten begrüßt wurden, werden am Samstag die Heimreise nach Völklingen antreten. Die beiden Männer, die nichts anderes getan haben, als sich in den Dienst der deutschen Saarsache zu stellen, sind jetzt wieder ihrer Familie unb ihrer Arbeit zurückgegeben worden.
Hakenkreuz in der Kyffhäuserfahne.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
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I V
Berlin, 25. Okt. (DNB.) Auf Vorschlag bes Bunbesführers bes Reichskriegerbunbes Kyffhäuser genehmigte ber Führer^ind Reichs- kanzlerbieAenberungberKyffhäuser- sahne bahin, baß an Stelle bes Kyffhäuserbenk- mals t m Mi11elselb ber Fahne bas Reichssymbol bes Hakenkreuzes erscheint. Die Fahne wirb vom Kyffhäuser-Bunbes- führer sämtlichen Kamerabschaften verliehen werben.
Oie Beflaggung öer Kirch n und kirchlichen Gebäude
Berlin, 25. Okt. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: (Eine Reihe kirchlicher Stellen hat für die Beflaggung der Kirchen und kirchlicher Gebäude Anordnungen getroffen, die mit dem Erlaß bes Reichsministers des Innern über die Kirchenbeflaggung vom 4. Oktober 1935 in Widerspruch stehen. Die Reichsregierung stellt die Unrechtmäßigkeit und Nichtigkeit jener Anordnungen hiermit öffentlich fest und hat die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um ihren auf Gesetz und Recht gestützten Erlassen auch kirchlichen Stellen gegenüber bie gebührenbe Achtung zu verschaffen.
Oie Durchführung des Reichsflaggen- gesekes.
Berlin, 25.Oft. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt I S. 1116 vom 25. Oktober wirb eine vom Reichsinnenminister unb Reichsjustizminister unterzeichnete Verorbnuna zur Durchführung bes Reichsflag- gengefetzes veröffentlicht. Auf ©runb bes Artikels 4 bes Reichsflaggengesetzes vom 15. September 1935 wirb banach verordnet:
Wer ben von bem Reichsminister bes Innern auf (Brunb bes Artikels 4 bes Reichsflaggen- gefetzes getroffenen 2lnorbnungen zuwiberhan- beit, wirb mit Gefängnis und mit Geld- ft r a f e oder mit einer dieser Strafen bestraft. Die Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. Sie trägt das Datum des 24. Oktober 1935.
Beseitigung der Hoheüsgrenzstöcke der Länder.
Berlin, 25. Okt. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister bes Innern Dr. Frick hat an alle Reichs statthal ter unb O b e r p r ä s i b e n- t e n einen Runberlaß gerichtet, der die Beseitigung aller Hoheitsgrenzstöcke an den deutschen Binnengrenzen anorbnet. In bem Erlaß heißt es: „Nach bem Wegfall ber Eigenstaatlichkeit ber ßänber haben bie Hoheltsgrenzftöcke an ben beutschen, Binnengrenzen ihre Bebeutung verloren. Ich ersuche baher, ihre Beseitigung alsbalb zu veranlassen." Zur Dermeibunq von Zweifeln wirb in dem Erlaß bes Reichsminister Dr. Frick bemerkt, baß bie Can- desgrenzsteine von dieser Anordnung nicht betroffen werden, da sie vielfach gleichzeitig Gemarkungs- unb Eigentumsgrenz- steine finb.
Kleine politische Nachrichten
Der Führer unb Reichskanzler empfing ben zum Botschafter seines Landes in Paris ernannten bisherigen Kgl. belgischen Gesandten m Berlin, Graf de Kerchove de Deuter- ahem, ebenso den scheidenden lettischen Gesandten Herrn Kreewinsch, um ihre Abderu- fungsschreiben entgegenzunehmen und sich persönlich von ihnen zu verabschieden.
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Die Südtiroler Gemeinden haben im Auftrage bes Bozener Präfekten an alle Besitzer von Runbfunkgeräten in öffentlichen Lokalen Die Weisung ergehen lassen baß ber Empfang von Nachrichten nur burdjbie italienischen Senber vermittelt werden darf. Die Einstellunx der Apparate auf A u s 1 a n d s e n d e r wurde u n - ter Strafe gestellt.


