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Ein gefährlicher Freund.

Winston Churchill, Sohn des Lord Rcmdolph Churchill aus dem Hause der Herzöge von Marl­borough, konservativer Abgeordneter im englischen Unterhaus, »st für die deutsche OessentljKkett ein alter Bekannter. In jeder Debatte, die irgendwie Gelegenheit gibt, sich mit außenpolitischen Ange­legenheiten zu befassen, tritt er mit höchst gefähr­lichen Ansichten über Deutschland, seine Zustände und Absichten hervor. Er ist ein guter und tempe­ramentvoller Redner und hat als Marine- und Mu- nitlonsminister während des Krieges seinem Lande hervorragende Dienste geleistet, wenn auch der dilet­tantische Plan der verunglückten Dardanellenexpedi­tion auf ihn zurückzuführen ist und seinerzeit sei- nen Rücktritt veranlaßte Trotzdem besitzt er in militärischen Dingen eine gewisse Autorität, wenn auch mehr zionistischer Art, die er sich als Kriegs­berichterstatter im Burenkrieg und als Offizier an der Westfront erworben hat. Er gilt außerdem, ob­wohl er seit 1929 nur noch Parlamentsmitglied ist, als aussichtsreicher Ministerkandidat bei einer Neu­bildung der Regierung nach den Wahlen, an deren Spitze wahrscheinlich wieder sein Parteifreund Baldwln stehen wird. Wir haben also allen Anlaß, die Ansichten dieses Mannes sorgfältig zu beobach­ten, weil sie eines Tages wieder die eines Mitglie- des der englischen Regierung sein können.

Seine Äußerungen in der letzten Unterhaus- Debatte, die der Auflösung des Parlaments voraus- ging, unterscheiden sich von seinen bisherigen ge­wohnten Ausfällen gegen Deutschland insofern, als er dieses Mal von der Behauptung ausdrücklich abgerückt ist, daß die deutsche Wiederauf- r ü st u n a sich gegen England richte und eine Ge­fahr für das Inselreich darstelle; er hat es auch für politisch zweckmäßig gehalten, zu versichern, daß er »dem deutschen Volke nicht grolle" und lebhafte Bewunderung für feine ausgezeichneten Eigenschaf­ten hege, ein Zugeständnis, das vielleicht weniger bezeichnend ist für seine eigene Sinneswandlung, als für die der öffentlichen Meinung in England, in der heute Angriffe gegen Deutschland nicht mehr so stark anklingen wie früher. Trotz dieser Freund­lichkeit ist jedoch der Grundton der Ausführungen Churchills feindlich und gefährlich, denn er stellt nach wie vor Deutschland in den Mittelpunkt der Sorge um den Frieden Europas und der Welt, indem er em übertriebenes Bild der deutschen Rü­stung, namentlich in der Luft, entwirft. Mit Wor­ten, daß Deutschland einembewaffneten Lager" gleiche und daß England die Stärke der deutschen Lustrüstung nicht erreichen könne, wird ein gänz- l i ch s ch i e f«. s Bild von den Zielen entröorfen, die sich Deutschland gesetzt hat, als es sich zur Ver­teidigung und Wahrung feiner internationalen Stellung die Wehrfreiheit wieder gab.

Hat Churchill nicht in derselben Unterhausdebatte die Ansicht militärischer Kreise vernommen, die Lloyd George wiedergab und die dabin geht, daß Frankreich durch sein politisch-militärisches Abkommen mit Italien 18 Divisionen,die Hälfte der deutschen Landarmee" von seiner Alpengrenze abziehen und nach dem Osten an die deutsche Grenze werfen konnte? Weiß er, ein guter Kenner Rußlands und ein alter Gegner der Sowjets, nicht, daß die rote Armee die doppelte Stärke der deutschen Wehrmacht hat und daß sie, zusammen mit der tschechoslowakischen Armee vertragsmäßig zur Ver­fügung desbedrohten" Frankreichs steht? Natürlich weiß er dies fogut wie jeder politisch denkende Eng- länder, aber seine Vorurteile gegen das heutige Deutschland ob sie einemanderen" Deutschland gegenüber geringer wären, ist fraglich sind so stark, daß sie jeden gesunden politischen Menschenverstand überschatten. Die weise Erkennt­nis, daß es nicht Aufgabe Englands ist, den Richter über fremde Staatseinrichtungen zu spielen,.die der Ministerpräsident Bald in soeben verkündete, ist diesem temperamentvollen Tory noch nicht aufge­gangen. Vielleicht liegt dies daran, daß seinevie­len deutschen Freunde", von denen er spricht, schlecht ausgewählt sind. Man kann sich, wenn man sich ein richtiges Bild vom heutigen Deutschland machen will, nicht von Leuten unterrichten lassen, die Deutschland verlassen wollten oder verlassen mußten, weil sie mehr Parteimänner als Deutsche waren. Diele Engländer haben dies begriffen und sind selb st nach Deutschland gekommen, um sich ein Urteil zu bilden. Die meisten sind mit start gewandelten Ansichten über die Verhältnisse in Deutschland und ihre Bedeutung im Rahmen der europäischen Entwicklung nach England zurückge­kehrt und haben das ihre dazu beigetragen, Irr­tümer der öffentlichen Meinung und Entstellungen der Presse entgegenzuardeiten. Wir laden den Freund des deutschen Volkes" ein, das Beispiel nach­zuahmen und festzestellen, daß dasbewaffnete La­ger Deutschland" in Wirklichkeit ein zu friedlicher Arbeit geeintes starkes und selbstbewußtes Volk ist, das jedem richtigen Engländer nur gefallen kann!

Kunst und Wissenschaft.

Oer Präsident der Reichsfilmkammer über die Aufgabe des deutschen Hilms

Minister Prof. Dr. L e h n i ch , der von Reichs­minister Dr. Goebbels zum Präsidenten der Reichsfilmkammer berufen wurde, gewährte einem Redaktionsmitglied des NS.-Kuriers eine Unter­redung, in der er beachtenswerte Ausführungen über feine neue Aufgabe und über die Rich­tung, die der deutsche Film einzuschlagen hat, machte. Dr. Leh nick betonte, daß der deutsche Film zum Spiegel Der Nation werden muh; ebenso muß er gleichermaßen auch deren Diener fein. Die kompromißlose Verfolgung des Zieles ist Die Voraussetzung für das neue Filmschaffen.

Der Film in feiner heutigen Gestalt trägt über­wiegend noch typisch liberalistischen Charakter. Wohl sind Ansätze vorhanden, die das neue Wollen erkennen lassen, aber die Kunstgattung Film, wie sie der Nationalsozialismus prägen muß, stellt noch kein geschlossenes Gebilde dar. Weder der Form noch dem Inhalt nach läßt er sich heute aktiv ein­setzen in dem großen Umformungsprozeß der Nation.

Im einzelnen legte Präsident Dr Lehnich dar, wie bei voller Wahrung der silmwirtschastlichen Be­lange eine neue artgemäße Form des Films gefunden werden muß, die unserem Wesen und un­serer Geisteshaltung entspricht, lieber den Weg Äum guten deutschen Film äußerte er sich dahin, daß der Filmstoff aus unserer Daseinsform wachsen muß. Dann ist auch das sogenannteStar- Problem" kein Problem mehr. In diesem Zu­sammenhang stellte der Präsident klar heraus, daß die Erledigung des Starunwesens keine Aktion ge­gen die Kunstlerschaft darstelle, vielmehr sollen alle diejenigen künstlerischen Kräfte gefördert werden, die es ihrer Leistung nach verdienen. Das Leben unseres Volkes weist den Filmschaffenden den Weg

bei der Stoffauswahl. Dir wollen keine gefärbte Tünche, mir wollen das harte, große ß e den auf der Leinwand. Nur bann kann der Film zu einem Mittler der Volksgemeinschaft wer- den. Für die historischen Filine machte Dr. Lehnich eine gewaltige Einschränkung. Geschichtliche Filme, wie wir sie bisher gesehen haben, dürfen wir nicht mehr drehen. Nur solche Künstler, die unsere Ge­schichte gemäß unserer Weltanschauung zu deuten vermögen, dürfen fick an historische Stoffe heran­wagen. Eine enge Zusammenarbeit mit der Aka- öemie für deutsche Geschichte ergibt sich damit ganz von selbst.

Kommunistische Agitation in Algerien.

Oberst de la Noque^warnt Laval.

Paris, 26.Okt. (DNB. Funkspruch.) DasEcho de Paris" veröffentlich ein Schreiben, das der Führer der Feuerkreuzler, Oberst de la Rocque, am Tage vor dem Erlaß der drei Gesetzesoerord­nungen, die die öffentlichen Kundgebungen, den Waffenbesitz und das Vereinigungsrecht betreffen, dem Ministerpräsidenten Laval übermittelte. De la Rocque warnt den Ministerpräsidenten vor einer Auflösung d e r Kampfbünde, vor allem aber der Feuerkreuzler. Die Feuerkreuzler seien eine vaterländische Bewegung, die ohne Rück­sicht auf wahlpolitischen Ehrgeiz dem französischen Volk dienen wolle. De la Rocque hat dem Minister­präsidenten einen kommunistischen Aufruf an kommunistische Zellen- und Gruppenleiter i n Algerien vorgelegt, in dem es, heißt:In Frank­reich spielt sich heute der Hauptkampf zwi­schen Faschisten oder Profaschisten und Antifaschisten ab. Innerhalb der eingebore­nen Bevölkerung von Algerien lautet das Haupt­

problem aber: Imperialismus oder Antümperialis- mus. Die französische Nation sei nicht die Nation des algerischen Volkes, sie sei eine fremde Unterdrücker-Nation, die die algerische Nation unter der Sklaverei halte." De la Rocque hat diesen' Aufruf auch der Presse zur Kenntnis gebracht und erklärt, der Aufruf bedeute ein Komplott gegen d i e Sicherheit des Staates. Keine Gesetze der Welt könnten die Feuerkreuzler als eine Bewegung der An­ständigkeit, der Aussöhnung, des Wollens und des sozialen Geistes eindämmen.

Auch m Südwales wühlen die Kommunisten.

L o n b o n , 26. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die kon­servativeMorning Post" veröffentlicht einen aus­führlichen Bericht über bie zunehmenbe kommu­nistische Agitation unter ber Bergarbeiter« schäft von Sübwales Es sei möglich, daß ber frühere Präsident ber kommunistischen Vereinigung Großbritanniens, Arthur Horner, zum Vizepräsi- benten der Bergarbeitergewerkschaft gewählt werde. In allen Städten und Dörfern der Bergwerksbe­zirke seien kommunistische Zellen. Man fühle in den Tälern eine dunkle Drohung gegen die Grundlagen des Menschentums und des Anstandes. Männer und Knaben würben mit bem Tobe be­droht, brutal angegriffen, und müßten in den Ber­gen Zuflucht suchen Der kommunistische Terror aus der Zeit des Generalstreiks sei wieder am Werk. Die Kommunisten erklären, daß sie in den letzten drei Jahren über eine Million Mark für bie Vorbereitung von Unruhen ausge­geben haben. Der Kampf zwischen dem Gesetz und der kommunistischen Revolution müsse in Südwales ausgekämpft werden, je früher er komme, desto besser sei es.

Reichsminister Or Frank über Reform des Chescheidungsrechtes.

Breslau, 26 Okt. (DNB.) Auf der Sonder­tagung der Rechtswahrer Schlesiens erklärte der Reichsführer der deutschen Rechtswahrer Reichs­minister Dr. Frank u. a.: Ich bekomme, vor allem zur Reform von zwei großen Gebieten, näm­lich dem Ehescheidungsrecht und dem Recht des unehelichen Kindes aus bem Volk un­ausgesetzt die Anforderung, befreit uns endlich von bem Martyrium des Ehescheibungsrechtes des Bür­gerlichen Gesetzbuches und gebt zu erkennen, daß ihr das Unglück der unehelichen Kinder beseitigen wollt. Wir glauben, daß wir auf diesen Gebieten nach bem nationalsozialistischen Prinzip, daß alles recht sein soll, was dem deutschen Volk nützt, zu , Ergebnissen kommen werden, bie schon in nächster Zeit zu einer Reform des Ehescheidungsrechtes i im Wege ber Novellengesetzgebung führen werden. ' Allerdings muh dabei gleich von vornherein gesagt werden, daß an der grundsätzlichen Be­deutung ber Ehe a 1 s Heimstä11e ber na«

tionalcn Wohlfahrt vom Nationalsozialis­mus nicht nur nichts geänbert wird, sondern daß diese Urzelle ber völkischen Gemeinschaft mit allen Sicherungen des Rechtsschutzes zu umgeben fein wird, daß allerdings auch ge­rade aus dieser heiligen Mission der Ehe heraus dieses Institut nicht zum Tummelplatz schmutzig st er materieller, egoistischer Interessen gemacht werden darf.

Der Ausschuß für die Reform des Fo­lie n r e ch t e s in der Akademie für deutsches Recht wird in den nächsten Tagen das Ergebnis einer fast zweijährigen Arbeit der Oeffentlichkeit unterbreiten. Ich möchte schon jetzt die deutschen Rechtswahrer bitten, mir ihre Stellungnahme zu diesem Entwurf mitzuteilen, so wie ich den gleichen Appell an das weite deutsche Volk richte. Denn wir wollen unsere Gesetzgebung auf diesen Gebieten so gestalten, daß sie bem beutschen Volke eine Beglückung wirb.

Aus aller Well.

Es wird Winter!

Im ganzen Harzgebiet hat ber Winter Einzug gehalten. Namentlich im Brockengebiet, aber auch lonst in den höheren Logen bes Gebirges ist viel Schnee gefallen. Der ganze Hochharz bietet j eine prachtvolle Winterlandschaft. Der Brocken trägt eine 15 Zentimeter hohe Schneedecke-. An ein» Heinen Stellen liegt der Schnee noch höher, an zu- ammengewehten Flächen sogar bis zu 40 Zenti­meter. Da der Schnee aber noch sehr leicht ist, ist, wie von ber zuständigen amtlichen Stelle betont wird, Sportmöglichkeit noch nicht vor­handen.

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Der schon feit Tagen in Schesien fallende Nie­derschlag hat sich, wie ber Reichswetterbienst Bres­lau-Kristern melbet, erneut verstärkt. Die Nieder- chlagsmengen haben wiederum 25 Millimeter über» chritten und im Gebirge zu einer weiteren Ver­stärkung ber Schneelage geführt. Der Zob- ien meldet zur Zeit 12 Zentimeter, Groß-Ifer 22 Zentimeter, Oberfchreiberhau 30 Zentimeter und die Kammlagen des Riefen- und Ifergebirges über einen halben Meter Schnee. Auf der Schneekoppe liegt bei minus 6 Grad bereits 75 Zentimeter Schnee. Die Sportoerhältniffe find vor allem für Ski bereits gut.

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Am Donnerstag und in der Nacht lum Freitag find im Erzgebirge, in ber Lausitz und im Vogtland bis zu den mittleren Gebirgslagen herun­ter ergiebige Schneefälle eingetreten. Vielfach hat sich bei leichtem F r o st schon eine zusammen­hängende Schneedecke gebildet. Chemnitz meldet 5, Annaberg 18, Altenberg 19 Zentimeter Schneehöhe-. Auf dem Fichtelberg liegt bereits über einen halbön Meter Schnee.

Nachdem in den letzten Nächten bie Temperaturen sehr erheblich zurückgegangen waren, fiel am Don­nerstag in den Berqlagen der Eifel ber erste Schnee. Für eine kurze Zeit waren bie Höhen- gebiete mit einer bünnen weißen Schicht überzogen.

Wqhrenb aus den beutschen Mittelgebirgen starke Schneefälle gemefbet werden, hat es in den baye - rischen Alpen neuerdings soviel wie nicht geschneit, so daß hier in etwa 1800 Meter Höhe nur eine Schneedecke von fünf Zentimetern vorhan­den ist. Die Talorte sind vollkommen schneefrei.

Festnahme einer berüchtigten Hochstaplerin.

Von Beamten der Charlottenburger Kriminal­polizei wurde eine berüchtigte Hochstaplerin, die 46jährige Anna B ä t h k y , festgenommen. Sie hatte schon vor Jahren durch Hochstapeleien großen Stils Diel von sich reden gemacht. Jetzt verübte sie als angebliche Witwe des Generaldirektors Stirn« ming vom Norddeutschen Lloyd erneut umfang­reiche Betrügereien. Insgesamt hatte sie in den letzten Monaten etwa 10 Personen um Beträge von vielen tausend Reichsmark geschädigt. Die Bäthky wurde bereits mit 19 Jahren zum ersten Mal we- gen einer Anzahl Betrügereien und Urkundenfäl­schungen bestraft. Seit dieser Zeit.beschäftigte sie, ofern sie nicht in irgenbeinem Gefängnis ober Zuchthaus eine Freiheitsstrafe verbüßte, bauernb bie Polizei und Gerichtsbehörben. Meist trat sie, äußerst elegant gefleibet, unter hochklingenbem Na- men auf. Einmal nannte sie sich Gräfin von Meerscheib-Hüllesse, in anderen Fällen wieder gab

sie sich als Tochter eines Großfürsten ober als Nichte des Großfürsten Diviboff ober als die Toch­ter eines bekannten Großindustriellen aus, bie eine zur Zeit noch nicht auszahlbare Millionenerbschaft zu erwarten habe. Durch ihr ungewöhnlich raffi­niertes und gewandtes Auftreten wußte sie vielfach Geldgeber zu veranlassen, ihr große Summen zu leihen. Sie pflegte sich auch gern größere Villen mit Kraftwagen, Pferden und Dienerschaft zu mie­ten, bestellte kostbare Möbel und andere Einrich» tungsgeaenftänbe, die bann nach Erhalt sofort von ihr' verschleubert wurden. Der von ihr seinerzeit auf diese Weise angerichtete Schaden belief sich auf Hunderttausende von Mark. 1930 erhielt sie eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Nach ber Macht­übernahme horte man eine ganze Zeit lang nichts mehr von der Gaunerin. Bald aber setzten wieder in Deutschland umfangreiche Betrü­gereien ein, die auf sie schließen ließen. Seit Sommer d. I. wurde sie gesucht.

Der Führer

ehrt einen geistesgegenwärtigen Strahenbahnsührer.

Der Straßenbahnführer Artur R e tz k e in Ber­lin hat bei dem schweren Einsturzun- glück in ber Baugrube ber Hermann- Göring-Straße am 20. August d. I. durch sein geistesgegenwärtiges und entschlossenes Ver­halten seine n mit etwa fünfzig Fahr- gästen besetzten Straßenbahnzug vor dem sicheren Absturz in die Baugrube be/vahrt. In der Anerkennung dieses umsichtigen Verhaltens hat der Führer und Reichskanzler Dem Straßenbahnführer Retzke die Erinnerungsmedaille für Rettun'g aus Gefahr verliehen.

Der Reichs- und Preußische Minister des In­nern Dr. Frick hat am 25. Oktober Erinnerungs­medaille und Urkunde persönlich dem Stra­ßenbahnführer ausgehändigt und ihm feinen Glückwunsch ausgesprochen.

Der Reichssporlführer in Olympia.

Der Reichssportführer ist in Olympia ein­getroffen. Der Bürgermeister würdigte den Besuch in einer Begrüßungsansprache. Als Ausgangspunkt für den Fackel-Stafsel.lauf zum Beginn ber Olympischen Spiele wurde der Zeustempel in Olympia erwählt. Der Präsident des griechischen Olympiakomitees, R i n o p o l o s, hat dem Füh­rer und Reichskanzler folgendes Begrüßungstele­gramm übersandt: Das griechische Olympiakomitee und die griechische Fremdenverkehrsorganisation sind glücklich, den Reickssvortführer unter sich zu wissen und bitten, den Ausdruck tiefster Verehrung anzu- nehmen. Auch der Bürgermeister von Pyrgos, V a» k a l o p u l o s, der zu Ehren des Reichssportführers einen Empfang veranstaltete, hat dem Reichskanzler ein Telegramm geschickt, das folgenden Wortlaut hat: Der Besuch des Reichssportführers und feiner Mitarbeiter an geweihter Stelle in Olympia hat uns Griechen herzlich beroeat und erfreut. Als be­rufener Vertreter meiner Landsleute in bem hie­sigen Bezirk entbiete ich bem (Erbauer bes neuen Deutschlanb in aufrichtiger Berounberung unb Ver­ehrung unsere Grüße.

Amerikanische Milttonenerbschaft fällt nach Deutschland.

Das Gericht in Pittsburgh (Pennsylvanien) ver­fügte über bie Verteilung von runb 1 Million Dollar aus dem Nachlaß bes in feinem deutschen Heimatort Lengerich begrabenen Junggesellen Kar! Banning. Der gesamte Nachlaß beträgt 2Vt

W

Am 9. November 1923 ging über bie Münchener Lubwigsbrücke über die Isar ber historische Marsch ber nationalsozialistischen Kämpfer. Diese Brücke würbe jetzt erweitert, unb ber Neubau wirb am 3. November in Gegenwart bes Führers eingeweiht. Der Führer stiftete den an bem Neubau beteiligten Hand- und Kopfarbeitern eine Plakette, die auf den historischen Marsch Bezug nimmt. Der Entwurf [tdmmt von dem Münchener Professor Klein. (Presse-Illustration Hoffmann-M.)

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantworllich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber An­zeigen: Theobor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig,

Millionen Dollar, von denen bis auf 30 000 Dollar alles nach Deutschland geht. Der Rest­betrag wird nach Abzug ber Erbschaftssteuer in Jahresfrist flüssig gemacht werden. Banning erwarb fein Vermögen durch Aktienbonds-Anlagen.

Intendant Robe vom Deutschen Opernhaus zum Generalintendant ernannt.

Der Reichsminister für Volksaufklärung unb Propaganda Dr. Goebbels hat den Intendan­ten des Deutschen Opernhauses in Berlin, Wil­helm Rode, zum Generalintendanten ernannt.

Drei Todesopfer eines Autounglücks.

Ein außergewöhnlich schwerer A u t o u n f a 11 er­eignete sich bei Güstrow (Meckl.) auf der Schweriner Chaussee unweit Bülomberg. Beim Ueberholen eines Fuhrwerks kam ein Schweriner Personen­wagen infolge einer Reifenpanne ins Schleudern, ftreifje einen Baum und wurde in weiter Schleuder gegen den nächsten Baum geworfen, wobei die rechte Seitenwand des Wagens völlig eingedrückt wurde. Durch den ungeheuer starken Anprall wurde der Wagen mit dem Hinterteil um sich selbst gedreht. Beim Herausschleudern des Wagen flogen alle vier Insassen heraus unb blieben mit schweren Schä» belbrüdjen bewußtlos liegen. Der Führer des Wagens, Ienz, starb unmittelbar nach dem Un­glück an ber Unfallstelle. Die übrigen Verletzten wurden ins Güstrower Krankenhaus gebracht, wo kurz nach ber (Einlieferung der zweite Insasse, Mi« nifterialamtmann Brandt aus Schwerin, starb. Wenig später verschied auch die 12jährige Toch­ter bes Ienz, während der Sohn Brandts sich außer Lebensgefahr befindet. Den Führer des Wagens trifft nach den polizeilichen Feststellungen keine Schuld.

Eisenbahnunglück bei Belgrad.

Auf ber Strecke BelgradRisch ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. Der Belgrader Schnellzug stieß auf ber Station Aratschitschowo auf einen bort stehenden Güterzug. (Einer halbamtlichen Mitteilung zufolge wurden beide Lokomotiven so­wie vier Personen und sieben Güterwagen schwer beschädigt. Der Verkehr ist unterbrochen. Bis jetzt sind vier Tote unb vier Schwerverletzte fest­gestellt. Von Belgrad ging ein Hilfszug an die Un­glücksstelle ab.

Chinesisches Munitionslager In die Luft geflogen. Mehrere hundert Tote?

Wie erst jetzt bekannt wird, hat sich am 20. Okto­ber in Lantschau, ber Hauptstadt der nordwest­chinesischen Provinz Kansu, ein furchtbares E x - plosionsunglück zugetragen. Ein Munitions­lager, in bem große Mengen von Munition zur Bekämpfung ber kommunistischen Armeen auf­gestapelt waren, flog in bie Luft. Dabei sollen mehrere hunbert Soldaten und Einwohner ge­tötet und verwundet worden sein. Die ver­mutlich aus Unachtsamkeit erfolgte Explosion ver­ursachte ein Grobfeuer, durch bas mehrere hundert Häuser vollkommen zerstört wurden.

Ein Raubmörder hingerichket.

Am 25. Oktober ist in Duisburg der vom Schwur­gericht in Duisburg am 12. August 1935 wegen Raubmordes zum Tode verurteilte Johann Hoffmeister hingerichtet worden. Hoff­meister hatte m der Nacht zum 15. Mai 1935 den Handlungsgehilfen Karl Krause In dessen Woh­nung erdrosselt unb beraubt.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Großwetterlage befindet sich in einer neuen Umgestaltung. Zur Zeit beherrscht noch immer ber mit seinem Zentrum im Baltikum Hegenbe Wirbel die Witterung Deutschlands und bringt im Ostsee­gebiet stürmische Winde und auch bei uns stürmi­sches Wetter mit Niederschlag, lieber Island liegt ein kräftiger Sturmwirbel, der das skandinavische Hochdruckgebiet zum Abbau bringt, gleichzeitig aber einen Vorstoß bes Azorenhochs aus bas Festland hin begünstigt. Damit kann zunächst einmal Witte- rungsbe serung erwartet werden.

Aus ichten für Sonntag: Vielfach dun­stig, Ion t wolkig bis aufheiternd und meist trocken, tagsüber wieder milder, aber nachts kälter als seit­her, nördliche und westliche Winde.

Aussichten für Montag: Zeitweilig auf- heiternd und im ganzen freundlicher als seither, doch noch keine volle Beständigkeit.

Lufttemperaturen am 25. Oktober: mittags 5,1 Grad Celsius, abends 3,5 Grad; am 26. Oktober: morgens 4 Grad. Maximum 6,8 Grad, Minimum 2,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Oktober: abends 6 Grad; am 26. Oktober: mor­gens 5,2 Grad Celsius. Niederschläge 0,9 mm.