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ten, gebe ich die weitere Aufgabe auf dem Gebiet des Spiels für die Wintermonate bekannt.
Die hessische männliche Jugend spielt in den nächsten Monaten Fußball oder Handball!
Die Wahl des Kampfspieles steht den Schulen frei. Bis zum 15. Dezember 1935 ist zu melden, welches Spiel für die einzelnen Altersstufen, wie sie bei den Sommerkampfspielen eingeteilt waren, gewählt ist. Die Schule kann also beide Spiele pflegen, muß sich aber innerhalb jeder Altersstufe für ein Spiel entscheiden.
Im Februar beginnen die Leistungsvergleiche, deren organisatorische Abwicklung noch bekannt gegeben wird. Bis dahin muß auf breitester Grundlage die Schulmannschaft in den jeweiligen Alters- stufen sich herausentwickelt haben. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meine Schlußbemerkung au den Sommerkampfspielen. Nicht der Sieg selber, sondern der Weg zum Enderfolg ist für unsere Arbeit an der Gesamtjugend entscheidend. Die Leibes» Übungen in der Schule müssen ein Segen für die Menge, nicht eine Kunst für Wenige darstellen. Daher wäre es verfehlt, wollte man nun daran gehen, 11 Jungen auszusuchen und mit diesen in einer Art Treibhauskultur eine Scheinfrucht heranzüchten. Die wieder für alle Schulen verbindliche Kampfspielreihe hat nur dann ihre Berechtigung und ihren Wert, wenn jeder hessische Junge zum Kampf und zur Gemeinschaftstat durch eine entsprechende Pflege dieser Spiele und einen innerhalb der Schule einzurichtenden Leistungsvergleich erzogen wird.
Bezüglich der Regeln der beiden Kampfspiele geb Een die von den Fachämtern für Fuß- und Handball getroffenen Bestimmungen.
B. Bis zum 15. November 1935 ist ein Bericht über die Sommerkampfspiele (Grenzball und Fuß- »chlagball) einzureichen, wobei Beobachtungen, Er- Währungen und Vorschläge bezüglich Organisation, Spielregeln und ähnliches zu melden sind.
KameradjchastSabeno mit Danziger Urlaubern.
Am Dienstag vereinigten sich die in Gießen als Nrlaubsgäste untergebrachten Volksgenossen aus Danzig mit den Angehörigen der Kreisamtsleitung Dießen der NSV., Vertretern der Kreisleitung, Duartiergebern und weiteren Gästen im „Württemberger Hof"' zu einem Kameradschaftsabend, der in allen Teilen einen sehr schönen Verlauf nahm.
Der Kreisamtsleiter der NSV. Gießen, Pg. Kloß, begrüßte zu Beginn des Abends die Dan- «itger Urlauber, die Vertreter der Kreisleitung I cKreisgefchäftsführer Dopheide und Kreisbeauf» ! rragter Kreiskassenwart Pg. E g n e r), die Quartier» geber und die übrigen Gäste mit herzlichen Worten und dankte ihnen für die schöne Kameradschaft, die iich im Verlaust des Besuchs der Volksgenossen aus Danzig überall gezeigt habe. Kreisgeschäftsführer Dopheide Überbrachte die Grüße des dienstlich ! cuswärts weilenden Kreisleiters, der diesen Urlaubs»
>»esuch mit voller Sympathie begleite.
Nach einem gemeinsamen schlichten Abendessen iolgte der gesellige Teil des Kameradschaftsabends. Der Führer des SA.-Sturms I/L 116, Truppführer Kurt Richter, und der bei der Kreisamtsleitung Nießen der NSV. tätige SA.-Truppführer Reit- : er erfreuten die frohgestimmte Gemeinschaft der iDangigfer und der Gießener Kameraden mit gesanglichen und rezitatorischen Darbietungen, die den Zu- törern viel Freude bereiteten und mit dankbarem Beifall aufgenommen wurden. Einige Angehörige es Musikzuges der SA.-Standarte 116 bereiteten mit ihren flotten instrumentalen Darbietungen eben» ‘ oalls viel Freude, im übrigen sorgte mancherlei iröhliches Zwiegespräch, aber auch manche ernst- bestimmte Unterhaltung dafür, daß die Stunden dieses schönen Beisammenseins nur allzu rasch verflogen. Der heitere Teil des Abends war ganz auf den lebensfrohen Grundgedanken, der auch bei einem | großen Teil der Rundfahrt durch Oberhessen am vorigen Sonntag herrschend war, gestimmt: „Da iauscht der Frack, es flattern die Krawatten!", und unter diesem Panter machte die innige Gesinnungs- Gemeinschaft zwischen den Gästen aus Danzig und :uen Gießener Polksgenossen die schönsten Fort- chritte. Ein gutes Glas Bier und die dazu gehörige Zigarre — alle Erfrischungen des Abends stammten ::us Stiftungen — bereicherten das Zusammensein non der genießerischen Seite aus.
Kreisamtsleiter Pg. K l ö ß schloß den prächtigen Ubenb mit kurzen, eindringlichen Worten an die Danziger Kamerade^, in denen er sie zu unoer» i-rüchlicher Einigkeit im Dienste des Deutschtums ermahnte und ihnen als Richtschnur für ihr weiteres Handeln den von unserem Führer Adolf Hitler m deutschen Volke geschaffenen Gemeinschaftsgeist umpfahl. Auf dieser guten Grundlage werde es um :i as Schicksal des gesamten deutschen Volkstums immer gut bestellt fein. Die Ansprache klang mit begeistertem dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer AUS.
Am gestrigen Mitwochvormittag waren die Dan» öliger Kameraden zur Besichtigung der Molkerei und !?kr Nudelfabrik Gäste der Firma Grieb. Im Anschluß an den Besuch würbe jedem Danziger von leer Firma Grieb ein schönes Päckchen Molkerei- und Aludelprodukte als Mitbringsel aus Gießen überreicht.
Heute nachmittag Heimfahrt der Danziger!
Die Danziger Kameraden werden am heutigen Donnerstag um 17.24 Uhr vom Gießener Bahnhof aus die Heimreise nach Danzig antreten. Man darf wohl annehmen, daß nicht nur Ne Vertreter der Kreisamtsleitung der NSV. und ide Quartiergeber, sondern auch noch manche andere Volksgenossen, insbesondere die in Gießen wohnen» ->en Osckeutfchen, den Danziger Kameraden am Bahnhof noch einen Gruß barbringen werden.
Gießener Wochenmarktpreife.
* Gießen, 26. Sept. Auf bem heutigen Wochen- Tiartt kosteten: Molkereibutter, bas Pfund 1,50 bis ,55 Mark, Landbutter 1,42, Kuchbutter 1,25 bis .,30 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück I bis 10, Eier (bulgarische) 11, (inländische) Klasse $. und A keine vorhanden, B 12, C 11, Wirsing, loas Pfund 9 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 30 bis 12, Gelbe Rüben 7 bis 12, Rote Rüben 9 Ns 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Unter» tofjlrabi 5 bis 6, Erbsen 25 bis 30 Pf., Feldsalat 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 Sis 40, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis MO Mark, Frühäpfel, das Pfund 10 bis 20, Fall- qpfel 5 bis 6, Pfirsiche (deutsche) 38, (italienifche) M, Brombeeren 40 bis 45, Preistibeeren 40 bis -22, Birnen 10 bis 25, Nüsse 40 bis 50, junge !.,ähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Tauben, das Btuck 40 bis 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 Ns 12, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1
bis 3, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.
** Hilfsbedürftige Volksgenossen der Ortsgruppe Gießen-Ost, die das WHW. 1935/36 beanspruchen möchten, müssen ihre Einträge bis zum 1. Oktober auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, werktags von 17 bis 19 Uhr, stellen. Dabei müssen die Belege über Arbeitsverdienst, Unterstützungen, Renten und Mieten mitgebracht werden.
** Straßensperre. Wie die Straßenbauverwaltung der Provinzialdirektion Oberhessen mitteilt, ist die Straßensperre auf der Provinzialstraßen-
Die neuen Gieß
Feierliche Einführun
Im festlich geschmückten Sitzungssaale des Stadthauses, Bergstraße, fand am heutigen Donnerstag» vormittag von 9.30 Uhr ab die feierliche Einführung und Verpflichtung der neuen Ratsherren der Stadt Gießen statt. Es handelt sich dabei um die nachstehend genannten Herren:
1. Grahlmann, Bruno, Oberingenieur,
2. Hainbach, Paul, SS.Führer,
3. halbrokh, Karl, Amtsdiener,
4. Heß, Georg, Oberzottinfpektor,
5. Hopfenmüller, Theodor, Sparfaffenbitef- tor,
6. horst, Karl, Kaufmann,
7. Hummel, Karl, Dr.» Univerfilätsprofeffor,
8. Krü g e r, Karl, Rechtsanwalt,
9. Loh, Adam, Postsekretär,
10. Münker, Adolf, Bergingenieur,
11. Nicolaus, Karl, Oberforstmeister,
12. Pape, Otto, Bankbeamter,
13. Dr. Pauly, Erasmus, Geschäftsführer,
14. R ü h l, Rudolf, Werkmeister.
15. Stühler, Ludwig, weißbindermeister,
16. Dr. wleßmann, Arthur, Assistenzarzt, 17. Wagner, Hermann, Kreiswalter der DAF.» 18. Walter, Friedrich, ehem. Angestellter der
DAF.,
19. Dr. Wolkew 1 h, Paul, Oberstudiendirektor, 20. Hammel, Georg, Maschinist.
Zu der Einführungsfeierlichkeit hatten sich neben den Ratsherren noch die Vorsteher einer Reihe von städtischen Dienststellen, weitere Beamte und die Vertreter der Presse eingefunden. Vor dem Hoheitszeichen der Partei und den Bildern des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und des verstorbenen Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls von Hindenburg nahmen auf den erhöhten Plätzen der Verwaltung Oberbürgermeister Ritter, Bürgermeister Linder (Frankfurt a. M.), Bürgermeister Dr. Hamm und der Geschäftsführer des Heffen-Naffauifchen Städtetages, Dr. G ö b (Frankfurt a. M.), die beim Betreten des Sitzungssaales von den Ratsherren stehend begrüßt mürben, Platz. Sofort nach dem Erscheinen der vorgenannten Herren nahm
Oberbürgermeister Ritter das Wort. Er eröffnete die erste feierliche Sitzung der auf Grund der deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 berufenen neuen Ratsherren der Sladt Gießen und teilte mit, daß der Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die Berufung ausgesprochen und den Porsitzenden des Hessen- Nassauischen Gemeindetags und Leiter des Amtes für Kommunalpolitik Bürgermeister Linder mit der Einführung der neuen Ratsherren beauftragt habe.
Bürgermeister Linder nahm hierauf das Wort zu feiner Einführung s- a n f p r a ch e, in der er einleitend darauf hinwies, daß der Gauleiter sich das Recht, die Gemeinderäte für Gießen zu berufen, selbst vorbehalten habe im Hinblick auf bie Bedeutung, bie Gießen für bas Gaugebiet besitzt. Er (Redner) habe nun bie auf ben Vorschlag bes Oberbürgermeisters von bem (Bauleiter berufenen Ratsherrn einzuführen.
Sodann sagte er u. a. weiter: Ich möchte nur ganz kurz einige wenige Dinge Herausstellen, um Ihnen noch einmal vor Augen zu führen, welche Aufgaben Sie als die von der Partei berufenen und ehrenamtlich tätigen Männer zu erfüllen haben. In der Deutschen Gemeindeordnung ist gesagt, daß sie die Gemeinde in enger Zusammenarbeit mit der Partei und dem Staat zur höchsten Leistung befähigen und damit in ben Stand setzen sollen, an den von dem Frei- Herrn vom Stein seinerzeit aufgestellten Zielen mitzuwirken, eine einheitliche und geschlossene Nation zu schaffen, den nationalsozialistischen Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" immer in den Vordergrund zu stellen und immer zu wirken nach dem Gesichtspunkt, daß st e t s das Beste für das deutsche Volk zu erstreben ist. Die Deutsche Gemeindeordnung ist eines der Grundgesetze des deutschen Staates, auf deren Boden sich der Neuaufbau unseres Volkes vollziehen wird. Wohl kein Gesetz, auf dem neuaufgebaut wird, stellt in wenigen Sätzen den Sinn und das Ziel dieser Arbeit so klar heraus, wie es in diesem Gesetz geschieht.
Die Gemeinde ist das Erdgeschoß des Hauses, auf dem wir aufbauen wollen. Dieses Erdgeschoß muß auf festem Fundament ruhen, wenn wir den Bau vollenden wollen.
Eine der höchsten Ausgaben der nationalsozialistischen Staatsführung ist es, bie Gesunbung ber ©emeinben herbeizuführen. Die Arbeit ber Gemeinbe, verkörpert durch ihren Leiter, fällt am ehesten in das Blickfeld der Bevölkerung. Deshalb ist es selbstverständlich und notwendig, daß ein enges Zusammenwirken zwischen Bevölkerung und Gemeinde herbeige- führt wird. Das geschieht dadurch, daß besonders geeignete und für diese Arbeit befähigte Kräfte der Bevölkerung zur verantwortlichen Mitarbeit heran- gezogen werden.
Der Gemeinderat hat in erster Linie die Aufgabe, die stete Verbundenheit der Verwaltung mit ber Bürgerschaft zu gewährleisten unb bie bauernbe Fühlung ber Verwaltung mit ber ganzen Bevölke- rung zu sichern. Eine weitere Ausgabe ist es, bem Leiter ber Gemeinbe mit ihrem Rat zur Seite zu stehen. Das F ü h r e r p r i nz i p ist burch bie Deutsche ©emeinbeorbnung auch in ber Gemeinbe- Verwaltung einaeführt worben. Das bedeutet aber nicht, baß ber Leiter ber Gemeinbe etwa in Will- für fein Amt ausüben könnte, fonbern bas bebeu- tet auch, daß ber verantwortungsbewußte Leiter
strecke Gießen—Alsfelb, Abteilungen Grünberg — Mücke unb Ruppertenrob — Ermen» r o b vom 23. September ab mieber aufgehoben. Die Sperre ber Strecke Mücke — Ruppertenrob bleibt bagegen bestehen, ebenso bie seitherigen Umleitungen.
♦* Richtig st ellung. In unserem gestrigen Bericht über bie Mitglieberoersammlung bes Verkehrs- unb Verschönernugsvereins ist in bem Abschnitt „Mehr Blumenschmuck!" richtigzustellen, baß ber Gärtnereibesitzer Rubols Schneiber seinen Antrag nickt als Führer ber Gießener Gärtnerver- einigung, fonbern in privater Eigenschaft gestellt hat. Der Gießener Fachwort für Gartenbau ist Herr Weber.
g und Verpflichtung.
ber Gemeinde stets dankbar den Rat erfahrener, ehrenamtlich tätiger Männer in Anspruch nehmen wird.
Wenn wir an das vergangene System denken, so müssen wir feststellen, daß auch damals an sich die ehrenamtliche Mitwirkung in der Gemeinde vorhanden war. Aber diese Mitwirkung ist leider vielfach ausgeartet in eine Arbeit, bie letzten Enbes nur ber betreffenden Gemeinde zum Schaden gereichen mußte, weil schließlich das Prinzip der Verantwortungslosigkeit herrschte. Jeder damalige Vertreter im Gemeinderat hat eben nur unter dem Gesichtspunkt der jeweiligen Partei seine Einstellung gehabt und die Dinge betrachtet. Wohin diese Verfälschung bes Selbstverwaltungsgebankens geführt hat, bavon können wir leiber ein Lieb fingen.
Ihre Mitwirkung unterscheidet sich von dem früheren Stadtrat dadurch vollkommen, daß jetzt eben ein anderes Prinzip Platz gegriffen hat, daß an Stelle der Verantwortungslosigkeit das Prinzip der höchsten persönlichen Verantwortung getreten ist.
Es ist jetzt nicht mehr wie früher möglich, baß ein bamaliger Stabtverorbneter einer Maßnahme zustimmte, und dann draußen bei der Bevölkerung, um sich beliebt au machen, gegen diese selbe Maßnahme hetzte und gegen die Verwaltung sich stellte. Er konnte das damals tun, weil er selbst ja keine Verantwortung trug für das, was er tat, denn er mußte sich ja dem Fraktionsbeschluß fügen.
Heute ist es so, daß Sie für den Rat, den Sie dem Leiter der Gemeinde erteilen, auch p er fön» 1 i ch die Verantwortung zu übernehmen haben. Das ist die besondere Bedeutung, die Ihrer Tättgkeit zukommt und die in der Deutschen Gemeindeordnung klar herausgestellt wird. Sie sollen aber nicht nur Rat erteilen, sondern Sie sind auch verpflichtet, wenn Sie ejne andere Meinung haben als der Leiter der Gemeinde, diese andere Meinung hier klipp und klar auszusprechen und sie in einem Protokoll niederlegen zu lassen. Tun Sie das nicht, dann übernehmen Sie mit die Verantwortung für die Maßnahmen des Oberbürgermeisters.
Wenn Sie Ihre gegenteilige Meinung zum Ausdruck bringen, so wird der Leiter der Gemeinde Ihren Rat und Ihre Gründe einer eingehenden Beurteilung unterziehen und dann erst seine Entscheidung treffen, die letzte Entscheidung bleibt aber natürlich ausschließlich dem Leiter ber Gemeinbe vorbehalten, eine Verschiebung ber Verantwortung gibt es unter keinen Umständen. Mit dem Umbruch des Jahres 1933 ist selbstverständlich auch eine vollkommen neue Auffassung zur Geltung gekommen.
Die Partei ist bas Oberste unb die Partei schreibt dem Staat die Richtung vor, die der Staat zu gehen hat.
Die Staatsverwaltung beschäftigt sich mit ber Losung ber Gegenwartsaufgaben, bie Partei beschäftigt sich mit ben Richtlinien für bie Poli - tif ber Zukunft. Sie stellt bie Enbziele auf unb ber Staat muß auf biese Enbziele losmarschieren. Um diese Enbziele unb bie Vorherrschaft ber Partei sicherzustellen, bebarf es nur bes not- roenbigen Einflusses.
Die Partei beherrscht ben Staat daburch, baß sie ihm Aufgaben im Staate stellt, unb biese Ausgaben burchsührt baburch, daß sie Einfluß nimmt auf die Personalpolitik in den politisch verantwortlichen Stellen unb ebenso Einfluß nimmt auf bie Gesetzgebung: So ist es im Reich unb so ist es auch in ber Gemeinbe, bem Erbgeschoß bes Staatsaufbaues. Die Partei nimmt auf die Per- jonalpolitif dadurch Einfluß, daß sie mitwirkt bei der Berufung der leitenden Gemeindebeamten, Bürgermeister und Beigeordneten und daß sie die Ratsherren beruft. Sie nimmt Einfluß auf die Gesetzgebung dadurch, daß das grundlegende Gesetz der Organisation der Gemeindeverwaltung, die Hauptsatzung, der Zustimmung der Partei bedarf. Hier sieht man eine Parallele zu dem Reich und man sieht hier auch die Notwendigkeit, sich immer wieder dessen bewußt zu fein, daß bie Partei über allem steht.
Sie sind durch den (Bauleiter berufen und in erster Linie für Ihre Maßnahmen ber Partei gegenüber verantwortlich. Darin liegt bie Bebeu» tunq Ihrer Ausgaben, bie Sie sich vor Augen führen müssen. Es ist selbstverständlich, baß Sie mit ber Aufnahme Ihrer Tättgkeit auch an den Rahmen gebunden find, den Ihnen ber Oberbürgermeister vor- zeichnet.
Es ist nicht möglich, daß ber einzelne eine eigene kommunalpolittk treibt. Sondern es ist so, daß die Führung der Kommunalpolittk und bie Initiative beim Oberbürgermeister liegt und
Sie ihm beratend zur Seite stehen müssen.
Es ist noch barauf hinzuweisen, daß Sie mit ber Aushänbigung der Anstellungsurkunde neben ber Berufungsurkunde gleichzeitig Beamte werden, unb bamit übernehmen Sie auch bie befonberen Pflichten, wie sie jebem anberen Beamten vorgeschrieben sind. Sie unterscheiben sich von ben sonstt- gen Beamten nur in einer Beziehung:
während der Beamte in feiner Tätigkeit disziplinarisch dem Oberbürgermeister untersteht, ist es bei den Ratsherren so, daß Sie unter eigener Verantwortung wirken, für Ihre Ratschläge und Meinungen, auch wenn einmal eine Meinungsverschiedenheit entstehen sollte, disziplinarisch nicht belangt werden können, sondern nur dann der Disziplinargewalt des Oberbürgermeisters unterstehen, wenn Sie durch falsche Handlungen die Gemeinde vorsätzlich schädigen.
Ferner ist Ihre Tättgkeit als Ratsherr unb Beamter auch ehrenamtlich. Zwischen bem Oberbürgermeister unb ben Ratsherren ist also bas Ver
hältnis nicht so wie zwischen einem Vorgesetzten unb seinen Untergebenen, etwa wie zwischen dem Ober- DÜrgermeifter und den anderen Beamten. Sie tragen eigene Verantwortung und müssen sie vor Ihrem Gewissen und der Bevölkerung vertreten. Wenn Sie Ihre Aufgabe so auffassen, werden Sie immer den richtigen Weg finden.
Ich mochte Ihnen vor allen Dingen noch ratent bei allen Ihren Handlungen sich bewußt zu fein, daß Sie als Vertreter ber gesamten Bürgerschaft Ihr Amt ausfüllen. Jnteressenvertre« tungen wie früher gibt es jetzt nicht mehr.
Sie sind in keiner Weise Vertreter von Sonder- interessen, sondern lediglich Vertreter der Gesamtheit der Bevölkerung.
Unter diesem Gesichtspunkte haben Sie alle Dings au betrachten unb dazu beizutragen, etwa vorhandene Gegensätze ber Interessen auszugleichen zum Wohle unb unter bem ausschließlichen Gesichtspunkte ber Gesamtheit.
Welche Bebeutung bie Mitwirkung bes Gemeinbe- rates hat, ist auch daraus zu ersehen, daß Ihre Tätigkeit vielgestaltiger sein wird, als bia der früheren Stadtverordneten-Versammlung. Sie haben zunächst in Ihrer Person mitzuwirken und nicht etwa ein Gemeinderat. Sie sind nicht Mitglied eines Gremiums, sondern jeder einzelne von Ihnen ist ein Gemeinderat. Sie sehen, daß Sie, wie die Deutsche Gemeindeordnung es auch vorschreibt, in vielen Dingen vom Oberbürgermeister z u hören sind.
Von besonderer Wichtigkeit bei ben ©emeinbe» Angelegenheiten ist es auch, daß Sie vor allem mitzuwirken haben bei der Rechnungslegung. Der Oberbürgermeister hat die Rechnung der Gemeinde dem Gemeinderat zur Beratung vorzulegen. Darüber ist eine Niederschrift anzuserttgen, und jeder Gemeinderat hat sich vor dem Abschluß der Beratung zu äußern. Wenn Sie anderer Auffassung ober gegenteiliger Meinung finb, so haben Sie die Pflicht, diese Meinung schriftlich zu äußern, lieber diese Pflichten wird Sie aber der Oberbürgermeister noch näher unterrichten.
Ich habe Ihnen in aller Oeffentlichkeit vor Augen geführt, welche hohe und bedeutungsvolle Aufgabe Sie im Jnteresie ber Gesamtheit zu erfüllen haben. Uebernehmen Sie nun Ihr Amt und bienen Sie ber Partei unb damit unserem Führer Adolf Hitler!
Oberbürgermeister Ritter
wies zunächst kurz auf die Ausführungen des Vorredners hin und betonte sodann, er freue sich, in Zukunft mit den neuen Ratsherren als seinen Mitarbeitern Zusammenarbeiten zu können. Darüber hinaus wünsche er in ft ä n b i g e m engen Meinungsaustausch mit den Ratsherren zu bleiben. Er fei überzeugt,
bah alle Ratsherren bereit seien, Ihr Bestes einzufehen unb als Nationalsozialisten zu han- beln, ihr persönliches Ich zurückzustellen unb bas Wohl ber Stabt unb ihrer ganzen Bevöl- gerung immer in ben Vorbergrunb zu rücken.
Wir alle wollen zusammenarbeiten im nativ» nalsozialistischen (Bei ft, im Geist bes Führers Abolf Hitler unb bamit handeln zum Segen unserer Stadt und des ganzen deutschen Vaterlandes.
Die Berufung«« und Anstellungsurkunden
würben hierauf den Ratsherren ausgehändigt. Danach sind die Ratsherren ehrenamtlich in das Beamtenverhältnis berufene unb auf sechs Jahre verpflichtete Mitarbeiter, bie vom Oberbürgermeister zur treuen unb gewissenhaften Erfüllung ihres Amtes verpflichtet mürben.
Die Ratsherren leisteten sodann stehend mit erhobener rechter Hand den vorgeschriebenen Iren» e i d. Hierauf schloß ber Oberbürgermeister die Sitzung mit breimaligem, von ber Versammlung freubig aufgenommenen Sieg-Heil auf ben Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler.
Neue Beigeordnete.
In einer anschließenben kurzen, nichtöffentlichen Sitzung wurde Pg. Kaufmann Adolf Sudhei- m e r zum vollamtlichen Beigeordneten unserer Stadt berufen. — Die vorgelegte Hauptsatzung ist dahin abgeändert worben, daß neben den zwei vollamtlichen Beigeordneten noch ein ehrenamtlicher Beigeordneter zu berufen ist. Diese Berufung erfolgt noch.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 25. Sept. Die diesjährige Gemeindeob st Versteigerung war trotz der verhältnismäßig geringen Ernte stark besucht. Birnen, die nur ganz wenig vorhanden waren, wurden mit 4 bis 6 Mark pro Zentner bezahlt. Aepfel, meist die Lokalsorte Allendorfer Rosenäpfel, kamen auf 8 bis 10 Mark, in einem Falle bis auf 15 Mark, allerdings für feineres Tafelobst. Zwei- schen, die in größeren Mengen ausgeboten wurden, kosteten 8 bis 10 Mark der Zentner. — Durch die NS. -Frauenfchaft wurde eine größere Menge Honig gekocht, die der NSV. und damit ärmeren Volksgenossen zur Verfügung gestellt wird.
* Klein-Linden, 26. Sept. Gestern vormittag wurde die Versteigerungdes Ob st es an der Provinzialstraße Klein-Linden—Dutenhofen vorgenommen. Die wenigen Aepfel, einige Parkers Peping und (Braue Herbstrenetten, kosteten 4 bis 6 Mark pro Zentner. Anschließend fand die Versteigerung des Obstes an der Straße nach Lützellinden statt. Hier wurden besonders Sixt-Vutter- birnen und einige Mollebusch ausgeboten. Der Zentner der ersteren kam auf 3 bis 5 Mark, letztere auf 6 bis 8 Mark. Bei der Versteigerung des Obstes an der Straße Klein-Linden—Großen-Lin- den kamen nur Aepfel zum Ausgebot. Es galten ber Zentner Rheinischer Bohnapsel 3 bis 4 Mark, Daubenäpfel 6 bis 10 Mark unb Schoner von Boskop 8 bis 12 Mark. Volksgenossen aus Gießen beteiligten sich biesmal fast nicht an ber Versteigerung.
+ Garbenteich, 25. Sept. In unserem Orte wurde nunmehr der am Rathaus angebrachte Stürmerkasten seiner Bestimmung übergeben. Die Organisationen ber Partei unb viele Volksgenossen nahmen teil. Zellenleiter K u 11 b a ch hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Propaganbaleiter Größer» Steinbach, SS.-Truppführer H o r n • Gießen unb Ortsgruppenleiter Bürgermeister Rink- Stembach sprachen anschließenb in mitreißenden Worten über den Sinn und Zweck ber burch ben Führer Adolf Hitler auf bem Reichsparteitag bem beutschen Volke gegebenen Gesetze. Befonbers aufflärenbe Worte roibmeten bie Rebner ber Juben- frage. Eine von hiesigen SA.-Männern unb Kame- raben des Gießener Marinesturms zusiunmengeH


