Straßenbau und Reichsautobahn in Oberheffen.
Ein aufschlußreicher Vortrag des Amtsvorstandes der oberhefsifchen Provinzialbauverwaltung.
)
c)
Die Reichsaulobahnen
pro
a)
b)
Bei Alsfeld soll der dritte Aulobcchnhof in Oberheffen errichtet werden.
Straßen zusteht.
Die Unterhaltung und der Ausbau der Landstraßen 1. Ordnung und 2. Ordnung wird zunächst gegenüber den Reichsstraßen noch zurückstehen müssen. Auf diese Weise hofft die Reichsregierung eine zufriedenstellende, planmäßige Herstellung des gesamten Straßennetzes zu erreichen.
Die Provinz Oberheffen hat im Rj. 1934 für den Ausbau der im Zuge der Reichsstraßen
dens ist durch Anlage eines fünf 2Neter breiten Grünstreifens zwischen den beiden Fahrbahnen entgegengekreten. Seitliche Bankette von se zwei Meter Breite gestatten hinreichende Ueber- wachung des Zustandes der Fahrbahn. Die sich ergebende Gesamtbreike von 24 Meter wird sowohl auf den Dämmen, als in den Einschnitten durchgeführt. Durch die begrenzten Ge- fälls- und Richtungsänderungen find Erdarbeiten in größerem Ausmaße erforderlich, die den Bau der Autobahnen zu einem wesentlichen
Faktor der Arbeitsbeschaffung machen.
Auf hessischem Gebiet in der Provinz Starkenburg durchschneidet die Autobahn ungefähr zur Hälfte Wald, zur anderen Hälfte landwirtschaftlich genutztes Gelände. Der Wald ist in der Hauptsache Staats- und Gemeindeeigentum, zum kleineren Teil befindet er sich in Form kleiner und kleinster Parzellen in Privateigentum, deren Besitzer in opferfreudiger Weise ausnahmslos die Verhandlungen über Bauerlaubnis und Geländeerwerb gefördert haben.
In der Provinz Oberhessen schätze ich das Verhältnis zwischen Wald und Oedflächen einerseits und landwirtschaftlich genütztem Gelände etwa wie 3:1. Um die Landwirtschaft nicht all-
Die große Sorge um den Erwerb landwirtschaftlich genutzten Geländes in Hessen hat die hessische Staatsregierung der „O B K." durch eine vorbildliche gesetzliche Maßnahme im wesentlichen abgenommen. Es leuchtet ein, daß eine in etwa 40 Meter Breite die Gegend durchschneidende Autobahn, die niveau-kreuzungsfrei durchgeführt werden muß und mit Rücksicht auf die Kosten nur im Rahmen eines dringenden Bedürfnisses Wegeunter- und -Überführungen aufweisen kann, manchen Grundstückseigentümer in außerordentlichem Maße zugunsten der Allgemeinheit belastet, oder ihn gar an den Rand der Arbeitslosigkeit bringen kann. Es wäre sinnlos, Arbeitsbeschaffungsprogramme zugunsten erwerbsloser Menschen durchzuführen mit dem Erfolg, viele kleine Bauern um Arbeit, Brot und Boden zu bringen, der sie bindet. In dieser Erkenntnis hat deshalb die hessische Staatsregierung am 3. Juli 1933 ein Gesetz für die Durchführung von Feldbereinigung zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung erlassen, das in nur drei Artikeln (in Abweichung von allen Grundsätzen bestehender Zusammenlegungsgesetze) den Führergedanken in genialer Weise in die Tat umsetzt.
Hiernach findet in allen Gemarkungen, in denen im öffentlichen Interesse Arbeit beschafft werden kann, die Feldbereinigung kraft Anordnung des Ministers statt, wenn sie nicht unter den Voraussetzungen des Feldbereinigungsgesehes zustande kommt.
Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang an die Einsetzung des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen im Juni 1933, an mancherlei Schwierigkeiten bei der Ingangsetzung des Werkes des Generalinspektors, weiter wies er auf den Erlaß des Gesetzes über die einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenoerwal- tung vom 26. März 1934 hin und erläuterte dann eingehend die wichtigsten Bestimmungen dieses Ge-
Eisenach.
Der Bau der oberhessischen Autobahnstrecke dürfte im Gegensatz zu dem vorjährigen Bau in Starkenburg auf nicht geringe Bodenschwierigkeiten stoßen, weil man hauptsächlich mit dem Borkommen von Lehm und in der Gießener Gegend sogar mit weißem Letten zu rechnen hat, unter dem ja — wie bekannt— die Eisenbahn in der Gegend von Großen- Linden, Klein-Linden und insbesondere auf der Umgehungsbahn Klein-Linden—Dutenhofen recht schlechte Erfahrungen machen mußte. In der Gegend von Atzenhain und Bernsfeld befinden sich ausgedehnte Eisensteingruben, bei denen man mit Ueberquerung alter verlassener Stollen rechnen muß, die unter den Dammlasten auch einbrechen können. Die OBK. Frankfurt wird es sicherlich nicht an der nötigen Vorsicht und Vornahme eingehender Bodenuntersuchung fehlen lassen.
Mit besonderer Sorgfalt wird man auch die Dammschüttung lagenweise ausführen und mit geeigneten Rammen und Walzen gehörig dichten müssen, damit nicht Dammrutschungen bei ungünstiger Witterung stattfinden, wie man sie kürzlich bei der im Vorjahre ausgeführten Umgehungsstraße „Frankfurt—Wiesbaden" in der Nähe von Hattersheim beobachten konnte. Dort wurden die schweren Betondecken teilweise derart unterhöhlt, daß man die nach außen abgerutschten Betonplatten mit Hilfe von Flaschenzügen wieder zusammenziehen und das fehlende Erdreich der Dämme unterstopfen mußte.
Da die Autostraßen nur den Autoverkehr dienen, sind an ihre Ausführungen besondere Bedingungen zu stellen. Bestimmte Grenzen für die Steigungsverhältnisse und die Krümmungshalbmesser sollen nicht überschritten werden.
Als wesentlichste Forderung tritt hinzu, daß die Autobahnen andere Verkehrswege niveaufrei kreuzen. Alle Verkehrswege werden also unter- oder überführt. Die Fahrbahnen von je 7,5 Meter Breite werden nur in einer Richtung befahren. Das Gefahrmoment eines Zusammenstoßes zweier in entgegengesetzter Richtung fahrender Fahrzeuge ist somit ausgeschaltet. Einer weiteren Gefahr des Geblendetwer-
Sie ist sodann, nach dem Feldbereinigungsgesetz in der Fassung vom 22. November 1923 durchzuführen. Zur Aufbringung der K o st e n kann G e - lände, welches 7,5 v. H. des Wertes der in das Feldbereinigungsverfahren eingebrachten Grundstücke entspricht, ausgeschieden und verwertet werden.
Eine Kraftfahrbahn kann nur dann ein echter Teil einer Landschaft werden, wenn sie sich voll und harmonisch in die Landschaft einfügt. Um diese Belange zu prüfen und dafür zu sorgen, daß die Landschaft in ihrer Eigenart erhalten und womöglich noch schöner gestaltet wird, hat der Generalinspektor angeordnet, daß der OBK. ein sogenannter Landschaftsberater beigegeben wird, welcher bei der Festlegung der Autobahn im Gelände verantwortlich zuzuziehen ist (für OBK. Frankfurt ist dies Herr Gartenarchitekt Hirsch in Wiesbaden). Er wird dafür sorgen, daß an Stelle der heutigen eintönigen Fichtenpflanzungen auch wieder Eichen-, Linden-, Hainbuchen-, Ahorn- und andere Laubhölzer, so z. B. Birken und Pappeln verwendet werden. Auf den Autobahnen selbst sind Bäume mit rasch fallendem Laub oder Früchten (Kastanie, Walnüsse, Ebereschen) zu vermeiden, weil sie die Fahrbahn leicht schlüpfrig machen können. In dem zwischen den beiden Fahrbahnen anzulegenden Grünstreifen soll eine undurchsichtige grüne Heckenwand erstehen, um das Blenden der sich entgegenkommenden Fahrzeuge zu verhindern. Sie soll möglichst „immergrün" sein. Hier dürften unsere altbewährten Fickten am Platze sein. An Plätzen, Kreuzungen, Böschungen und Hängen sollen Lupinen in allen Farben, Fingerhut, Weidenröschen usw. angepflanzt werden, um das Fahren auf dieser, monotonen Unendlichkeit der Autobahn zu erleichtern und abwechselungsreich zu gestalten.
An die Bepflanzung der Aukobahnen mit Obstbäumen dürfte weniger zu denken sein, weil deren Aeste in die Brette gehen und der Obstbaum nur in der Blütezeit und vor der Ernte wirklich schön ist. An Stellen, die starken Schneeverwehungen ausgesetzt sind, wird man zur Erhöhung der Fahrsicherheit Schneeschuhhecken an den seitlichen Rändern der Einschnitte anbringen müssen.
mer weiter auf Waldgelände verschoben worden. Dies traf insbesondere zu für die Strecken im kreise Friedberg, Gießen und auch in der Gegend von Alsfeld. In der Wetterau wurde die Bahnlinie immer mehr nach dem Taunus hin zu verlegen gesucht. Man erreichte damit ferner, daß die Ausblicke auf die fruchtbare Wetterau und auch auf die Taunusgegend immer schöner wurden.
Die sich in das Landschaftsbild harmonisch ein- pallende Bepflanzung der Reichsautobahnen wird hoffentlich neben den Bemühungen der Provinzialdirektion dazu beitragen, daß die immer wieder vorgebrachten Wünsche und Anträge der Bauernschaft auf Beseitigung unserer herrlichen oberhessischen Straßenalleen wirksam unterbunden werden.
Autobahn und Landstraße sind auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden. Der Kraftwagen soll nicht nur mit höchster Geschwindigkeit auf' den Autobahnen große Strecken zurücklegen, sondern er muß auch von dort auf die Landstraße erster und zweiter Ordnung, sowie in die abgelegensten Ortschaften fahren können.
Eine der lebenswichtigsten Fragen für die Reichsaulobahnen als Haupldurchgangssiraßen des Reiches ist nun der Anschluß an das bestehende Lpndstraßenneh. Zu diesem Zweck müssen die sogen. Zubringerstraßen angelegt werden.
Die einfachste Art ist, wenn die kreuzende Straße imstande ist, den Zubringerverkehr zu bewältigen. Es genügt dann eine einfache A n - und Abfahrt. Die kreuzende Straße muß zur Aufnahme, der Seitenstraße eine genügend breite Fahrbahn besitzen und mit einer hochwertigen Decke versehen sein. Derartige einfache Zubringerstraßen werden, wie ich hörte, in Zukunft von der OBK. in noch höherem Maße als seither zur Ausführung gelangen, weil sich die OBK. in der Ausgabe der ihr zur
der erste Autobahnhof auf oberhessischem Gebiet
errichtet. Kurz vor Nieder-Weisel müssen Brücken über die Main-Weser-Bahn und die Reichsstraße Gießen — Frankfurt erbaut werden. Oestlich von Butzbach (etwa bei der Straßengabelung vor G r i e d e l) führt die Autobahn wahrscheinlich in einem großen Bauwerk über die beiden Provinzstraßen und die Nebenbahn Butzbach —Lick. Die weitere Führung der Autostraße geht an Gambach, Holzheim, Dorf-Gill, Garbenteich vorbei nach Steinbach, wo voraussichtlich
der zweite Autobahnhof auf oberhessischem Gebiet für Gießen und Wetzlar
errichtet wird. Wie man hört, soll die als „Zubringerstraße" auszubauende Landstraße 1. Ordnung Gießen —Lich auf den Höhen nördlich von Steinbach um den Ort Steinbach und die sehr kurvenreiche Straßenstrecke bis zum Albacher Hof herumgeführt werden. An A l b a ch und Oppenrod vorüber gelangt sie kurz hinter dem Eisenbahnübergang auf die Reichsstraße Gießen — Reiskirchen, wo man jetzt schon den Verlauf der Bahnlinie an der großen Waldabholzung sehen kann. Von hier aus wendet sich die Autobahnlinie mehr nach Nordosten, geht zwischen Bersrod und Winnerod an Reinhardshain vor
über (beim Dieberg-Wasserturm) nach Lumda und Atzenhain. Dort müssen besondere Rücksichten auf die Eisensteinbergwerke und großen Schlämmteiche genommen werden. Der bei der Geländebesichtigung zugezogene Landschafts- b e r a t e r führte aus, daß gerade an diesen Stellen die Autobahn sich sehr schön in das Gelände einpasse. Die weniger schönen Ausblicke auf den Bergwerksbetrieb sollen durch Anpflanzung von Laub- und Nadelwaldstrecken verdeckt werden. Auf der weiteren Strecke bis Alsfeld ist besondere Rücksicht darauf genommen worden, daß die Autobahn wertvolles Ackergelände meidet, was auf der Strecke in der Wetterau leider nicht immer möglich war.
Während die Strecke von Frankfurt bis in die Gegend von B e r n s f e l d inzwischen z u m B a u freigegeben wurde, werden auf der restlichen Linie Bernsfeld — Alsfeld zur Zeit noch Projektierungsarbeiten vorgenommen. Diese Linie führt von Bernsfeld zwischen Bleidenrod und Nieder - Gemünden nördlich von Ehringshausen und südlich von Zell vorüber nach Alsfeld.___________
Dingen, Ä u
für die Landstraßen 2. Ordnung Provinzen und Kreise.
Nähere Anordnungen bleiben dem Generalinspektor überlassen, dem ein Aufsichtsrecht über alle
Bei Alsfeld waren zwei Linienführungen . jektiert. Die erstere sollte durch bestes Ackerland nördlich von Alsfeld in dem Raume Leusel—Eudor —Elbenrod geführt werden, wurde jedoch auf energischen Einspruch der Stadt Alsseld, des Reichsnährstandes und der Provinzialdirektion Oberhessen nunmehr nach Süden in die Gegend von Altenburg verlegt. Wie man hört, sollen dadurch die Baukosten dieser Teilstrecke etwas höher werden, als bei der nördlichen Linie, weil mehrere Ueber- brückungen der Straßen und Eisenbahn nötig werden. Die Trasse verläuft weiter oberhalb Eifa vorbei über Lingelbach, Breitenbach nach N i e d e r - I o f s a und H e r s f e l d und nach
setzes.
Dabei sei als besonders bemerkenswert hervorgehoben, daß nach diesem Gesetz die Straßenbaulast sich wie folgt verteilt: ,
' für die Reichsstraßen ist das Reich der Träger der Straßenbaulast,
für die Landstraßen 1. Ordnung sind diese Träger die Länder und preußischen Pro-
Frankfurt—Gießen—Marburg, Rieder - Wöll-
stadt—Hanau und Wetzlar-Gießen—Grünberg liegenden Ortsdurchfahrten und einiger „Freien Strecken" vom Reich eine Million Mark überwiesen bekommen, später nochmals 320 000 Mark zur Verbreiterung der Reichsstraße Frankfurt—Butzbach-Gießen. Für das Rj. 1935 sind von der Provinzialverwaltung 1,2 Millionen Mark angefordert worden, wovon bis jetzt 250 000 Mark für Vorprofidie- rung bewilligt werden konnten.
Die Provinz hat — trotz ihrer schweren Belastung durch Verzinsung und Tilgung der früheren Anleihen — aus eigenen Mitte l n im Rj. 1934 weitere 1,2 Millionen Mark bereitgestellt für den Ausbau verkehrswichtiger Landstraßen 1. Ordnung, und es sieht zu hoffen, daß Kreisdirektor Kto st ermann auch im Jahre 1935 wieder einen hoffentlich ebenso großen Kredit für zusätzliche Instand- sehungsarbeiten auf Landstraßen flüssig machen kann, zur Steuer der Arbeitslosigkeit der Steinindustrie und zum Wohl der oberhessischen Bevölkerung.
Wir können stolz darauf sein, daß auch unsere Heimatprovinz sich inzwischen wieder den früheren guten Ruf, im Besitze eines der besten Straßennetze zu sein, zurückerworben hat.
zu hart durch Freigabe besten Ackerbodens für die Autobahn zu treffen, ist die Bahnlinie auf Grund eingehender Verhandlungen mit der Landesbauernschaft und der Forstbehörde im- ?
Die Reureaelvm des Straßenwefens.
Seit 1. April 1934 hat sich in der Verwaltung und Unterhaltung des Straßenwesens durch das neue Straßengesetz vorn 26. März 1934 vieles grundlegend geändert. Während es in früheren Jahren an der führenden Hand fehlte, die unabhängig von den verschiedenartigen Einflüssen Der Länderregierungen dafür sorgte, daß Snstern m die Technik des Straßenbaues und der Unterhaltung der Straßen, System in die Finanzierung und in die Verwaltung kam, wurde
durch den politischen Umschwung des Jahres 1933 die Straße freigemacht für eine vollständige Umgestaltung des Straßenwesens im Sinne feiner Vereinheitlichung unter Führung des Reiches.
Der NSBDT. (Nationalsozialistische Bund Deutscher Technik), Kreis Gießen, hielt gestern abend unter dem Vorsitz des Kreis-Amtsleiters Oberingenieur K u r z im Hotel Hopfeld eine sehr gut besuchte Versammlung ab, in deren Mittelpunkt die Behandlung zweier Zeitaufgaben stand, die für unsere Provinz Oberhessen von größter Bedeutung sind.
provinzial-Oberbaurat Lellanus beleuchtete diese Aufgaben in außerordentlich aufschlußreicher Weise in einem Vortrag über das Dhema„Reichsautobahnen, Reichsfernstraßen und das Straßenbauprogramm der Provinz Ob er Hess en". Der Redner hatte seinen Vortrag in drei Teile gegliedert: 1. Die Provinzialstraßen in Oberhessen; 2. Die Neuregelung des Straßenwesens (Reichsstraßen und Landstraßen): 3. Die Reichsautobahnen.
Die provinzialstraßen in Oberhessen.
Der sprunghaft sich ausdehnende Autoverkehr verlangte jedoch einen möglichst raschen Ausbau der Hauptdurchgangsstraßen. Die oberflächlich geteerten Straßen sind kürzlich mit neuzeitlichen Deckenbelägen versehen worden, oder werden in den nächsten Jahren umgebaut, wodurch unangenehme Unterhaltungs-Mehrkosten tunlichst vermieden werden. Aus Hauptstraßen mit mittlerem Verkehr sind verlegt worden: Teerhalbtränkdecken, Teerschottermischdecken, Teer- und Asphaltsplitteinstreudecken, Traß- kalkdecken mit Oberflächenschutz und Zementschotterdecken. Die Kosten dieser Deckenarten beliefen sich auf 3,50 bis 4,50 Mk. je Quadratmeter (ohne Vorprofilierung). Hätte man die noch rückständigen D- und 8-Straßen mit nur halbschweren Decken versehen wollen, so würden bei Zugrundelegung von nur 35 000 Mark pro Kilometer für rund 400 Kilometer 14 Millionen Mark benötigt werden. Die Länge der Ortsdurchfahrten in der Provinz darf durchschnittlich zu 600 Meter angenommen werden. Für 432 oberhessiscke Gemeinden betragt somit die Gesamtsumme der Ortsdurchfahrten rund 267 Kilometer. Im Zuge der D- und der LI-Straßen sind noch etwa rund 100 Kilometer ?uszubouem Rechnet man den Kilometer nur mit ^000 Mk so würde deren Ausbau vier Millionen Mark kosten. Diese Geldmittel konnte die Provinz nicht aufbringen.
Heden Abend Chlorodont : eine gute Gewohnheit /
In diesem Teile des Vortrages erhielten die Zuhörer einen Ueberblick über die gesetzlichen Gründ- 1 tagen für die Verwaltung des Straßenwesens und über den früheren Ausbau des Straßennetzes. Dabei erfuhr man, daß Ende 1934 insgesamt 2283 Kilometer Landstraße im Besitz der Provinz Ober- hessen waren, von denen 211 Kilometer schwere Decken, 138 Kilometer mittelschwere Decken, 193 Kilometer Oberflächen - Schutzschichten und 1741 Kilometer wassergebundene Decken hatten. Im Rahmen dieser Darlegungen konnten die Zuhörer auch erkennen, daß die Provinz Oberhessen seit dem Uebergang der Landstraßen in chr Eigentum (1. April 1927) ganz erhebliche Mittel aufgewandt hat, die — abgesehen von den jährlich im Voranschlag bereitgestellten Mitteln für die Straßen- unterhaltung — im Wege des Kredits beschafft werden mußten.
Die Straßenfchuld der Provinz Oberhessen beläuft sich zur Zeil noch auf rund 6,2 Mill. Mk. Hierzu erklärte der Redner: Die Straßenschickd ist seither regelmäßig aus dem Aufkommen der Kraftfahrzeugsteuer verzinst und getilgt worden. Diese Steuer wurde in den letzten Jahren gesenkt, da für neue zur Anmeldung kommende Kraftwagen im Jahre 1933 eine Steuerfreiheit eintrat. Dadurch ist auch der Anteil der Provinz Oberhessen an der Kraftfahrzeugsteuer erheblich gesunken.
Für die Provinz war es deshalb nicht vertret- bar, weitere Schulden für Straßenzwecke einzugehen.
Da der frühere Staatszuschuß — für Oberheffen 370 000 Mark — feit einigen Jahren auch nicht mehr gezahlt wurde, war es der Provinz unmöglich, in den letzten Jahren noch umfangreichere Straßen- herstellungen vorzunehmen.
Auch in der reinen Unterhaltung des Straßennetzes mußte sich die Provinz Oberheffen gegenüber den beiden anderen hessischen Provinzen mit besseren Einkommenssteuerverhältnissen der größten Sparsamkeit befleißigen. Es standen pro Kilometer nur 400 bis 500 Mark durchschnittlich zur Verfügung, die gerade ausreichten, um die notwendigen Ausflickungen vorzunehmen. Größere Neu- walzungen und Oberflächenbehandlungen konnten kaum durchgeführt werden.
Der provinzialausfchuß konnte sich deshalb auch nicht entschließen, den von verschiedenen Gemeinden gestellten Anträgen auf Ueber- nahme neuer Straßen, die als Rolstands- arbeiten von den Gemeinden gebaut worden waren, zu entsprechen.
Der Vortragende betonte einleitend zu diesem Abschnitt seines Vortrages, daß die Idee der Reichsautobahnen heute bereitsAll- geme ingut geworden ist. Er wies sodann auf die gewaltige Größe der Tat des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler hin, als dieser am I.Mai 1933, dem Tag der deutschen Arbeit, das große Werk der Reichsautobahn verkündigte, das am 23. September 1933 von dem Führer an der Mainbrücke in Frankfurt durch feinen historischen Spatenstich selbst eingeleitet wurde. Nach einem Ueberblick über die Motorisierung der Verkehrswirtschaft in zahlreichen Ländern und einer kurzen Skizzierung des organisatorischen Aufbaues der Reichsautobahnen behandelte der Vortragende den Reichsautobahn-Abschnitt unserer Provinz O b e r h e s s e n , über den der „Gießener Anzeiger" auch schon in den Nummern 263 vom 9. November 1934 und Nr. 32 vom 7. Februar 1935 berichtet hat. Er führte in diesem Zusammenhang u. a. aus:
Der Verlauf der Autobahn in Oberhessen schließt im Süden an die Reichsautobahnstrecke bei Frankfurt an. Sie geht von dort aus westlich von Rödelheim nach Nied er ursel, wo sie über eine große Talbrücke führen wird. Dann verläuft sie zwischen Ober-Eschbach und Nie- der-Eschbach über das Eschbachtal nach Seulberg—Holzhausen und östlich Köppern vorbei nach Ober - Rosbach. Von dort aus benutzt sie die Waldhöhen westlich von Ockstadt über Hof Hasielheck nach N i e d e r - W e i s e l. Hierbei ergeben sich reizvolle Ausblicke in die herrliche Taunuslandschaft und Wetterau, insbesondere auf die Kreisstadt Friedberg, die Kurstadt Bad- Nauheim wird nicht gesichtet oder in ihrer Ruhe gestört, um gebührend Rücksicht auf die Herzkranken zu nehmen. Zwischen Ober- und Nieder- Mörlen wird das Usatal überquert. Hier wird


