lassungen und 9 Pflanzungen. Durch das Versailler Diktat ging der gesamte wertvolle Besitz der Gesellschaften verloren, mit der vom Reich erhaltenen Entschädigung mußte man von neuem anfangen. Es sind inzwischen an den wichtigsten Plätzen wieder kaufmännische Niederlassungen errichtet, und ein bedeutender Pflanzungsbesitz ist neu erworben worden. Die Gesellschaft beschäftigt heute schon wieder über 80 Reichsdeutsche in ihren ostafrikanischen Betrieben.
Fremdensitzung und Rosenmontagszug in Mainz.
Die erste große Fremdensitzung des Mainzer Karneval-Vereins wurde zu einem fröhlichen Erlebnis der 4000 bis 5000 Fremden, die aus dem Rhein-Maingebiet herbeigeeilt waren, um den Karneval im goldenen Mainz zu genießen. Es war eine prunkvolle Veranstaltung, durchglüht von einem gesunden Humor. Das Mainzer Lied, das gesungen und geschunkelt wurde, ließ gleich von Anfang an die rechte Stimmung aufkommen. Das Eröffnungsspiel „Wer hot, der hot" von Karl M o e r l e zauberte die närrischen Elf herbei. Nach dem feierlichen Einzug des Komitees erschien der Schalk Fritz Eberhard und erläuterte in treffender Satire den Sinn des rheinischen Karnevals. Die Ansprache des Präsidenten Heinrich Bender befaßte sich in der Hauptsache mit den Städten der näheren Umgebung, mit denen nun endlich aller Zank und Hader beendet sei. Mit brausendem Beifall wurde der närrische Sekretär Glük- k e r t begrüßt, der sich in großer Form zeigte. Ein Dichter aus dem Mittelalter, Martin Mundo — als Knorzel bekannt —, und Tünchermeister und ein Gralsritter brachten neben musikalischen und gesanglichen Vorträgen reiche Abwechslung. Nach der Pause glossierte der Narrhallese G o t t r o n mit seiner beißenden Ironie die „hohe Politik". Der schon bekannte Friseurlehrling plauderte wieder die Geheimnisse seines Berufes aus und ein Zwiegespräch zwischen Sonne und Mond „beleuchtete" bei Tag und Nacht das Leben auf der Erde. Die „Mainzer Hofsängergilde" gab der glänzend verlaufenden Veranstaltung einen lustigen Abschluß.
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Der Mainzer Rosenmontagszug beginnt pünktlich um 12.11 Uhr. Er dürfte eine wahre Völkerwanderung nach Mainz bringen. Die Reichsbahn hat über 50 Sonderzüge eingelegt. Außer den Tribünen, von denen man den Zug betrachten kann, stehen auch eine große Anzahl Fensterplätze zur Verfügung. Die Uebertragung auf den Deutschlandsender findet in der Zeit von 12 bis 13 Uhr statt.
Besuch des Prinzen von Wales in München.
Der Prinz von Wales traf auf der Durchreise in München ein. Er besuchte das Armee- Museum, das Kriegerdenkmal und das Deutsche Museum. Vor der Feldherrnhalle am Mahnmal ließ er seinen Wagen eine kurze Weile anhalten. Im Armee-Museum interessierten den englischen Thronfolger besonders auch die Modelle der „Soeben" und der „Breslau", jener deutschen Kriegsschiffe, die sich während des Weltkrieges so tapfer im Mittelmeer geschlagen haben. Im Deutschen Museum besichtigte er eingehend die Abteilung über die Entwicklung der Verkehrsmittel. Dann reiste der Prinz von Wales mit dem Nachtschnellzug nach Paris weiter.
Preisverleilung im Fliegerhandwerker-Weltbewerb.
Nach Abschluß des vom Deutschen Luftsportverband veranstalteten Er st en Deutschen Flie- aerhandwerker-Wettbewerbs in Berlin sand die feierliche Verteilung der Preise an die als Sieger heroorgegangenen Handwerkergruppen statt. Der Präsident des Deutschen Luftsportverbandes, L o e rz e r , wies darauf hin, daß ein solcher Wettbewerb zum ersten Male in der Welt durchgeführt worden sei. Er habe den Zweck erfüllt, den Aus-
Vom Vall der preußischen StaatOeaier.
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Auf dem Ball der Preußischen Staatstheater im Berliner Hotel „Kaiserhof": Von links: Staatsoperndirektor Clemens Krauß, Reichsminister Dr. Goebbels, Kammersänger Ian K i e p u r a, Ministerpräsident Göring, Staatsopernsänger Domgraf-Faßbaender. — Vorn sitzend: Staatsschauspielerin Emmy Sonnemann und Kammersängerin Viorica U r s u l e a c. — Der'Ball war eine wahrhaft festliche Veranstaltung. Ministerpräsident Göring hatte seine Gäste in die repräsentativen Räume des Hotels „Kaiserhof" eingeladen. Fast vollzählig war das Diplomatische Korps der Einladung gefolgt. Von der Reichsregierung und Parteiführung waren alle in Berlin
anwesenden Reichsminister und Reichsleiter erschienen, nahezu sämtliche Staatssekretäre, Vertreter der Reichswehr, der Landespolizei und der Luftfahrt, die Führer der SA. und SS., fast sämtliche Ober-- präsidenten und Regierungspräsidenten, Vertreter der Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Bald herrschte ungezwungene natürliche Fröhlichkeit. Mit besonderer Freude wurde die sinnvoll zusammengestellte Tombola begrüßt. Der Hauptgewinn: ein Bild Adolf Hitlers, vom Führer für den Abend gestiftet. Der ansehnliche Ertrag des Abends wird der U n t e r st ü tz u n g s k a f s e der Preußischen Staatstheater zur Verfügung gestellt.
bildungsstand der Fliegerhandwerker zu prüfen. Die Werkstätten der Ortsgruppen müßten endlich mit gutem Handwerkszeug ausgerüstet werden. Hierfür erhoffe man die opferbereite Mithilfe des deutschen Volkes. Fliegerkapitän Röhr, der Leiter des Wettbewerbs, verkündete, daß die Fliegerlandesgruppe I (Ostpreußen) als Sieger in der Gemeinschaftsarbeit aus dem Wettbewerb hervorgegangen ist. Er überreichte ihr im Namen des Reichsluftfahrtministers eine von diesem gestiftete Truhe, in der die Wettbewerbsstücke aufbewahrt werden sollen. Der eigentliche Preis ist ein Wanderpreis des Reichsluftfahrtministers, bestehend aus einem Handwerkshumpen.
Eisgang und Hochwasser in Lettland. — Mehrere Todesopfer.
Der Eisgang auf den Flüssen Lettlands hat eine Reihe von Menschenopfern gefordert. So wurden bei der Ueberqueruna der Düna zwei Bauerngefährte vom Eisgang überrascht, der gerade in dem Augenblick einsetzte, als sich die beiden Gefährte mitten auf dem Strom befanden. Während sich zwei Männer noch durch Springen von einer Eisscholle zur andern retten konnten, geriet eine Frau in einen Spalt zwischen den Eisschollen und ertrank. An einer anderen Stelle der Düna ertrank eine Bauersfrau beim Uebergang über die schon morsche Eisdecke des Stromes. Auch aus mehreren weiteren Orten werden tödliche Un
alücksfälle infolge des Eisganges gemeldet. Die Flüsse führen durchweg Hochwasser. Der durch die Ueberschwemmung angerichtete Schaden läßt sich noch nicht übersehen.
Schweres Erdbeben auf Kreta. — Zehn Tote, fünfzig Verletzte.
Bei einem Erdbeben auf Kreta wurden nach den vorliegenden Meldungen bisher zehn Personen getötet und 50 verwundet. In Kandia wurde das Museum sehr schwer beschädigt. Zwei Wandschränke mit antiken Vasen wurden völlig zerstört; die berühmte Schlangengöttin wurde vernichtet. Die Ortschaft Vathia ist ein Trümmerhaufen. Der Schaden geht in die Millionen. Die Regierung hat eine Hilfsaktion eingeleitet. Zur Unterbringung der Obdachlosen wurden 150 Zelte abgesandt.
Die Pygmäen-Skelellfunde in Indien — ein schlechter Scherz.
Der vor einigen Tagen von einer englischen Nachrichtenagentur verbreitete Bericht über die Auffindung von Pygmäen-Skeletten im indischen Staate Baroda — die deutsche Wissenschaft hatte, wie wir berichteten, zu äußerster Vorsicht gemahnt — wird in einer weiteren Meldung aus Bombay nunmehr als schlechter Scherz bezeichnet. Als Erklärung wird auf den in der fraglichen Gegend herrschenden Aberglauben hingewiesen,
wonach durch die Weiterverbreitung einer falschen, aber glaubwürdigen Nachricht der böse Geist ab- gewendet werden könne. Da auch anthropologische Kreise mit der Meldung genarrt worden sind, ist eine Untersuchung in die Wege geleitet worden. Der Urheber der Falschmeldung soll ein Professor an einer Universität des indischen Staates Baroda sein.
Explosion auf einem französischen Dampfer. — Neun Toke, drei Schwerverletzte.
Auf dem französischen Dampfer „Generalgouver- neur Jonnart" explodierten, als er im Hafen von Tunis seine Ladung löschte, Kisten, die Feuerwerkskörper enthielten. Neun eingeborene Hafenarbeiter wurden dabei getötet und drei schwer verletzt. Das Schiff wurde kaum beschädigt.
Büchertisch.
— W i r erleben die Befreiung der Saar. Sechs Berichte deutscher Schriftleiter. Herausgegeben von A. I. Berndt und D r. O. Kriegt (Verlag Scherl, Berlin SW 68). Preis geb. 3,50 Mark. — (34) — Wer in Deutschland hat nicht einmal in den Tagen der Saar-Abstimmung, in den Stunden jubelnder Begeisterung über den endlichen Sieg der deutschen Sache an der Saar heimlich oder' laut den heißen Wunsch geäußert: Ach, könntest du doch dabei sein, könntest du doch dort sein, wo sich das deutsche Schicksal des Saarlandes offenbarte, und das ganze große Glück der Befreiung erleben! Nun haben sich sechs deutsche Schriftleiter, die vor und während der Abstimmung in Saarbrücken und in Neustadt a. d. Hardt für die deutsche Sache arbeiteten, zusammengetan, um das nachzuholen, wozu sie im Nahkampf der Abstimmungsschlacht keine Zeit fanden — das einzigartige Erlebnis dieses Volkstumssieges so fesselnd und sa ausführlich darzustellen, wie es nur geschehen kann.
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des Reichswellerdienstes. Ausgabeork Frankfurt.
Der am Montag über der Nordsee liegende Sturm, wirbel ist langsam ostwärts weitergezogen. Er hat auch uns stürmisches Wetter und von seiner Rückseite her eine Zufuhr kälterer Luft gebracht. Ein am Dienstagmorgen noch über Frankreich liegendes Schlechtwettergebiet wird über uns hinwegziehen; dann kann zunächst wieder mit Aufheiterung, abe» auch mit Nachtfrostgefahr gerechnet werden. Heber Irland beginnt der Luftdruck bereits wieder zu fallen, doch wird sich voraussichtlich der neue Wirbel uns nur langsam nähern.
Aussichten für Mittwoch: Nach starker Verschlechterung am Dienstag, verbunden mit kräftigen, von Nord drehenden Winden, zunächst wieder aufheiternd und Nachtfrostgefahr. Später wieder beginnende Bewölkungszunahme.
Aussichten für Donnerstag: Voraus, sichtlich wieder unbeständiger, doch nicht durchweg unfreundlich.
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Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12195. Druck ^md Verlag: Brühl'iche Universitäts Buch- und Steindruckerei
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