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Nr. 48 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 2b. Februar (935

kam

Alte

i. Verl. Pkte.

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Unentsch.

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den Tor. L

In der Gruppe Marburg sind nur noch zwei Spiele des VfB. Kurhessen gegen Sarnau und

Kinzenbach I Heuchelheim II 1:2.

Die Heuchelheimer konnten das Spiel auf Grund ihrer größeren Spielerfahrung für sich entscheiden. Sofort nach Beginn stellte sich eine Ueberlegenheit für die Gäste aus Heuchelheim heraus. Der Mittel­stürmer erzielte nach kurzer Spieldauer den ersten Erfolg. Kurz vor der Pause konnte derselbe Spieler auf 2:0 erhöhen. Nach der Pause hatte Kinzenbach mehr vom Spiel. Die Platz-Elf drückte jetzt mächtig und erzielte auch bald den ersten Treffer, hierbei blieb es trotz aller Anstrengungen. Den Hauptanteil an dem Sieg hatten der Heuchelheimer Tormann

Im kalten Feuer der Gestirne leuchtete das Kreuz : des Südens über uns. Wir hatten hundswache und , saßen beim Grog in der Messe. Kuddel hestermann erzählte:Das waren Zeiten, damals, als die ,Gle- nora' nach Hawai fuhr! Waren mit Wolle unter­wegs und lagen gut vorm Winde. Fahrt machte der Eimer! Die Masten knirschten und stöhnten im harten Drucke der Leinwand. Ein gutes Kommando, sage ich euch. Zwei Reffs im Großsegel und der Alte fuhr genug für zehn Meilen Fahrt. Wie der Käptn, so der Steuermann. Was soll ich sagen? Ein Kerl, wie ein Rad, wendig, pfiffig, zu allen 360 Strichen der Kompaßrose wußte er einen be­sonderen Fluch, oha!" Kuddel holte tief und ge­nußsüchtig Luft bei dieser Erinnerung, verschnaufte ein wenig und rief den Jungen: ,he,--Jonny!

Gib die Kanne her ...!'"

Wie gesagt, nach hawai ging die Reise. Frisch­wasser hatten wir genug, und Fidschiland war pas­siert. Als die Phönixinseln sich aus dem Glase ver­loren, kam ein Windchen auf. Der Alte schmunzelte, ließ Reffs schlagen, die .Glenora' legte sich hart über und stürmte vorwärts. Der Gischt der Bug­welle stand bis zur Gallionsfigur hinauf. Der Wind wurde immer deftiger, an Deck rasierte er alles ab, was dämliche Deckgucker nicht geborgen hatten.

Barometer auf Sturm.

Das Barometer fiel auf Sturm!

Der Steuermann übernahm die Wache, fluchte, lachte und ließ endlich Manöver pfeifen. Wir stie­gen in die Wanten, um die Leinwand zu bergen.

Der Kap'tain erschien an Deck.

.Verdammte Kakerlaken ... Was macht ihr da in den Tauen ...?' Augenblicklich stoppten wir die Arbeit und sahen zum Steuermann hinunter.

.Kap'tain, das Barometer fällt, die Segel müssen geborgen werden. Werden mindestens drei Strich aus aus dem Kurs gedrückt ...!' Der Alte sah auf den Kompaß, schluckte und brüllte los: .Lassen Sie sich Ihr Lehrgeld wiedergeben, wenn Sie die Brigg bei solcher Brise nicht im Kurs halten können, Sie Stintpfeifer, Sie ...! Ich halte das Schiff mit den Reffs...' Der Steuermann war leichenblaß, fluchte leise vor sich hin, ging ans Ruder, korrigierte die Fahrt und verschwand unter der Hütte.

Der Bootsmann pfiff die Segelmanöver zurück.

Der Alte band sich an der Schanzreeling fest, und dann sauste der Pott haushoch hinein in den Strudel der ersten Boe. Es heulte und pfiff, knackte und krachte, als wollte die .Glenora' aus den Fugen gehen, aber sie hielt aus. Nach der ersten Boe braß­ten wir die Segel um, fierten nach Backbord los und verschwanden eilig unter Deck. Drei Tage hiel­ten wir Kurs im Sturm. Der Steuermann hatte sich abgefunden und drehte das Schiff in den Wind, daß es 'ne Lust war. Der Alte schien versöhnt, sie gingen abwechselnd Wache. Am vierten Tag ließ das Wetter nach, der Himmel brach auf, und wir schaukelten durch die See wie ein Schaukelpferd.

Die .Glenora' wurde überholt. Weder Tuch noch Takelwerk hatten wir verloren. Der Bootsmann ging mit dem Peilstock in den Decks umher. Je mehr er mittschiffs kam, um so mehr verfinsterte sich

Ealzwasser und Feuerwasser.

Feuchtes Geemannsgarn aus der guten alten Segelschiffzeit.

Von 3on Murr.

letztes Spiel kampflos, da der SC. Gladenbach gesperrt ist. Germania beabsichtigt am kommenden Sonntag in Bad-Nauheim eine alte Rückspielver­pflichtung einzulösen.

Lokalkampf der Reserven.

1900 verliert 5:1 (2:0).

Das Meisterschaftsspiel der zweiten Mannschaf­ten verlor 1900 unverdient hoch. Entschieden wurde der Kampf schon in den ersten Spielminuten, als es dem schlecht abgedeckten Gästerechtsaußen gelang, zwei Treffer anzubringen. Die Platzbesitzer kamen dann besser auf. Außer vier Latten- und Pfosten­schüssen wurde aber nichts Zählbares erreicht, so daß beim Stande von 2:0 für die Leute vom Wald- sportplatz die Seiten gewechselt wurden.

Nach der Pause fiel 1900 immer mehr ausein­ander, während die Grünweißen ein eifriges Spiel oorführten und damit mehr Erfolg hatten. Noch dreimal konnten sie zu Treffern kommen, und erst zum Schluß führte ein Strafstoß zum Ehren­tor der Blauweißen. Der Platzverein verdankt diese Niederlage dem völligen Versagen der Läuferreihe und dem leichtsinnigen Spiel seines Torwartes. Der Spielleiter konnte befriedigen.

Vissenberg 1. Jugend 1900 Jugend 1:1.

Die Gießener konnten das völlig überlegen durch­geführte Spiel nur unentschieden gestalten, da von den erzielten zwei Toren leider eins ins eigene Ge­häuse ging, von einem blauweißen Abwehrmann selbst dorthin gelenkt.

Heuchelheim

Meister der Gruppe Biebertal.

Oer Stand der Spiele in der Bezirks- klaffe Gruppe Giehen-Nill.

sein Gesicht. Er peilte und peilte, triefnaß der Peilstock nach oben.

Der Maat rannte achteraus.

Wasser im Schiff.

Nochmal: Wasser im Schiff.

Plötzlich tauchte der Wuschelkopf des Jungen in der Luke auf.Hein, Sandy, Kuddel...?" Er zitterte am ganzen Leibe.Dummer Bengel, was ist los?" Der Junge riß sich zusammen.W-a-s-s-e-r im Schiff...!" Ein Schauer lief uns allen den Rücken hinunter, wir dachten an das Schicksal der Glenora".Wo...?"---Da unten gluckst

es, ich habe es deutlich im Zwischendeck gehört!" Wir griffen zur Laterne und stiegen den Nieder­gang hinab. Nichts war zu sehen. Wir legten uns an Deck und horchten. Richtig, das war Wasser­geräusch:Gluck ... gluck ... ooorch ... gluck ... gluck ... ooorch!" Ohne Zweifel, dieBrigantine nahm Wasser. Vorsichtig tappten wir den Gang nach mittschiffs zu, fühlten, schnupperten und horch­ten. Nichts war zu hören, als das Glucksen und Gluckern des einströmenden Wassers. Das Leck mußte gefunden werden.

Je tiefer wir ins Heck hinabstiegen, desto stärker ward das Wassergeräusch, es gluckste und schnur- chelte, als wenn sämtliche Ratten' einen Rausch ver­schliefen. Wir drangen immer weiter vor. Die Lampe flackerte in der dumpfen Luft. Aus der Tiefe klang das Gurgeln. Der Steuermann wurde gerufen. Wir suchten und suchten. Im Mittschiffs­gang mußte das Leck sein. Klar und unzweideutig

Kuddel trank einen würdigen Schluck auf dieses Ereignis und erzählte weiter:Bei der aufregen­den Fahrt der ,Glenora' leerte sich die Grogkanne bedenklich, jeder pumpte natürlich mit, so gut er eben konnte! Der Decksjunge rutschte vor Aufregung auf der Bank hin und her. Er machte seine erste Reise, am Aequator wollten wir ihn taufen. Auf­geregt hielt er den ©teert achtern über die Bank, daß es aussah, als wollte er jeden Augenblick vom Stapel laufen!--

Alle Mann pumpten. Bis zum Umfallen, sage ich euch. Auch der Kap'tain half mit. Wir pumpten das Wasser aus dem Schiff, und er--den Rum!

,Js man nun doch alles Ballast', sagte er beim dritten Kanister.--Sieben Tage ist das so ge­

gangen mit dem Pumpen. Dann hatten wir genug. Gegen den Durst der Menore' war nicht aufzu­kommen. Ich glaube, sie hatte Wassersucht."

So'n Durst...

Kuddel sah traurig und schweigsam in die leere Schale:So'n Durst! ... nee, so'n Durst!--

Na, gib die Kanne her, Jonny!" Der Junge schreckte auf und holte die Kanne vom haken. Als Kuddel getrunken hatte und schwieg, wagte er mit ge­spannter Vorsicht zu fragen:Na, und ...?"

Kuddel hestermann setzte die Schale ab, spuckte knallig in die Spanten:Na und...? Du Döskopp! Na ja, abgesoffen siud wir. Richtig abgesoffen, weiter nischt. Wassersucht steckt nämlich an, du Greenhorn...! Und gut, daß die Rumkanister leer waren, damit sind wir an Land geschwommen." An Land ...? Zweihundert Meilen an Land? Na, mach uns das mal vor, Kuddel!" Entrüstet sah die ganze Bande auf den Janmaat. Kuddel wurde nicht einen Augenblick verlegen.Guckt euch die Teich­fischer an..., wie die Bescheid wissen! Natürlich sind wir geschwommen. Ganz klar und im großen Boot noch dazu. Hein nicht...?"

Der Angerufene war eingenickt und schreckte bei dieser Frage auf. Dann fiel er polternd unter die

Kunst und Wissenschaft.

Or. Goebbels über die nächsten Auf­gaben der deutschen Theaterpolitik.

Anläßlich eines Besuches in Essen gab Reichs­minister Dr. Goebbels dem Kunstschnftlelter der Essener Nationalzeitung" auf viele Fragen über den zukünftigen deutschen Kulturaufbau, insonder­heit des Theaters, aufschlußreiche Antworten. Der Minister sprach u. a. eingehend über die dringende Notwendigkeit, den deutschen Theatern der Provinz die Bedingungen zu wirklicher Lebens­fähig k e i t auf gesunder Grundlage zu verschaf­fen Mit allen Kräften solle eine gründliche Stär­kuna des gesamtdeutschen Theaterwesens vollzogen werden. Dr. Goebbels sieht dabei als nächste praktische Unternehmung die finanzielle Zusatz­unterstützung besonders wertvoller Provinzbühnen durch das Reich an. Vor allem solle berücksichtigt werden, daß Theater, die durch die Notlage der Städte zu Unrecht knapp ge­halten würden und die dabei doch gleichen Nlveau- anforderungen unterlägen, ein ausgleichender Zu­schuß gewährt werde. Ein Theater solle nicht mehr darum mäßige Kunst liefern müssen weil zufällig die unterstützende Stadt finanziell schleustet gestellt sei als eine andere Stadt. Die Buhnen sollten all-

Es stehen nur noch zwei Spiele aus, die aber keinen Einfluß auf den Tabellenstand haben, und zwar die Spiele VfB.-Rb. Gießen Naunheim und Rb. Dillenburg 1900 Gießen.

Die Spiele der Kreisklaffen.

1900 II VfB. II 1:5; Leihgestern Großen- Buseck, Großen-Buseck nicht angetreten; Grünberg Krofdorf 3:0; Aßlar II Ehringshausen 5:1; Kinzenbach Heuchelheim II 1:2.

Oie Spiele der Bezirksklaffe, Gruppe Marburg.

Das einzige planmäßige Spiel in der Bezirks­klasseGruppe Marburg" gewann der Fußballver­ein 1920 Ockershausen mit einem 4:2-Sieg über den FV. Breidenbach. Die Platzverhältnisse waren völlig unzureichend, so daß von einer einwandfreien Austragung des Spieles nicht gesprochen werden konnte. Der aufgeweichte Boden mit stellenweisen tiefen Wasserlachen stellte an die Spieler große Anforderungen. Die erste Halbzeit war lmmerhm noch ausgeglichen, während in der zweiten halste Ockershausen stark im Vorteil war und den Gegner planmäßig völlig zurückdrängte. Breidenbach ver­suchte das Halbzeitresultat mit 2:2 zu halten, erst kurz vor Schluß kam Ockershausen durch einen Eckball zum Führungstor und wenig spater durch einen Elfmeter zum vierten, den Sieg sicher stellen­

tönte das Schnurcheln aus dem Raume. Wir drängten nach vorn und suchten eifrig umher. Kein Wasser _ aber das Geräusch klang laut und deut­lich:Gluck ... gluck ... ooorch ... gluck ... gluck ... oooorch .. .oooorch ...!" In sämtlichen Spantwinkeln suchten wir das Leck.

Da was war das ...?

Das Leck.

Der Steuermann sprang zu.

Ein Mensch...! Der Schiffszimmermann! Den Kops tief in die Spanten gedrückt, mit dem Gesicht nach unten, so lag er trunken in einer dunklen Brühe brackigen Leckwassers und schlief. Kuddel drehte das Gesicht nach oben. Das Gurgeln und Gluckern hörte sofort auf. Mit gewaltigen Atem­zügen hatte der Zimmermann seinen Rausch im Leckwasser des Zwischendecks ausgeschnarcht! Das schnurchelte und dröhnte, als hätte dieBrigan­tine" den Indischen Ozean im Bauche.

Kuddel schüttelte den Zimmermann:Transäufer, steh auf, versäufst doch in der Brühe..." Die Glocke schlug acht Glasen.Los, hoch. S'ist Mitternacht!" Der Zimmermann machte die Augen auf und stierte blöd in die Laterne:W-a-a-s... Mitternacht?... na, denn Prost Whisky ...!" Er fiel wieder zwischen die Spanten und schnurchelte, daß es 'ne Lust war! Aber dieBrigantine", die war gerettet.

Brigantine und Glenora.

Im Dezember war dieBrigantine" von Gree- nough nach Java unterwegs. Sie hatte den Bauch voll Kohlen, und sommerliche Hitze stand über Deck. Sechs Tage ging alles klar. Wir segelten im Südost- Passat und lagen bet Sonnenuntergang dwars zum Nordwestkap an der australischen Küste. Die Sonne versank ins Meer und färbte die schroffe Silhouette der fernen Küste purpurviolett. Dann erstarb alles: der Wind und das Meer. Die Nacht brach auf!

Kap'tain... Wasser im Schiff...st Der rasierte sich gerade, als ihn der Maat annef.

Er sah kaum auf und antwortete auf die bange Meldung: ,Sind Sie verrückt geworden, Maat...?' Der Bootsmann war baff und kramte in seinem Hirn nach einer passenden Antwort. ,Mein Schiff hält dicht, bis ich selbst leck werde. Und vorläufig', er schlug sich lachend auf sein rundes Bäuchlein, ,ist der alte Kanister da noch bannig leer und dicht. Verstanden...?' Der Bootsmann blieb bei seiner Meldung. Zweihundert Meilen östlich von Palmira stieg das Wasser mit jeder Stunde. Die ,Glenora' war leckgesprungen. Als wir drei Fuß Wasser im Schiff hatten, gingen wir an die Pumpen. Alle Wachen blieben an Deck und pumpten: Stunde um Stunde. Am Tage und in der Nacht. Wir pumpten immerzu. Zu allem Pech wurde das Wetter diesig, die See begann zu rollen, schwere Brecher füllten oben ins Schiff, was von unten her nicht schnell genug hineinlaufen konnte.--Wir pumpten!

Das Wasser schon aus den Speigatten. So sehr mir auch pumpten, das Schiff lief voll. Vergeb­lich hatte der Zimmermann das Leck gesucht.--

,Gib die Kanne her, Jonny ...!'"

ALS KMÄ I V» n'cht -u.°tzt d-r Mittel, ttenora". | Tabelle ohne Einfluß sind. Germania gewinnt sein | sturmer.

mählich wieder soviel wirtschaftliche Bewegungs­freiheiten erhalten, wie ihnen gebühre. Man werde werde damit rechnen können, daß in den Theatern der größeren Städte des Reiches der aus sozialen und 'künstlerischen Gründen zu fördernde Z w o l f- monatsvertrag in absehbarer Zelt Wirklich- feit werde.

Zur Engagementspolitik kündigt Dr. Goeb­bels eine Verordnung an, nach der die ganz hohen Engagementsoerträge einer neuen Ordnung unter­worfen würden. Damit solle vor allem dem letzthin wieder geradezu verhängnisvoll geübten maßlosen Gageüberbieten der Intendanten bei dem Engage­ment eines wertvolleren Künstlers gesteuert werden.

Als Wichtigstes betonte Dr. Goebbels die Not­wendigkeit, dem Theaterleben eine möglichst unge­wohnte Entwicklung, ein freies Wachstum zu gön­nen, möglichst wenig mit Paragraphen einzugreifen. Diesen Gedanken brachte er auch für die Förderung des dramatischen Schaffens der Gegenwart zum Ausdruck. Dr. G o e b l^e l s machte auch deutlich ge­gen Abonnementsorganifationen Front, die mit Son- derforderungen unerwünschte Beeinflussungen und vor allem Einengungen des Kulturlebens beabsich­tigten.

Großer Erfolg der japanischen Sängerin Teiko füroa als Butterfly in Berlin.

Das Gastspiel der japanischen Opernsängerin Teiko Kiwa im ausverkauften Deutschen Opern­haus in Berlin gestaltete sich zu einem großartigen Erfolg für die berühmte Künstlerin, die gestern zum 757. Male ihre Zuhörer als Madame Butterfly be­geisterte. Die edle Stimme, die selbst die schwierigsten Gesangspartien in den höchsten Höhenlagen mühelos meisterte, und das innere Miterleben und Aufgehen der Künstlerin in ihrer Rolle riß das Publikum immer wieder mit, und der rauschende Beifall nach jedem Akt kam aus ehrlich ergriffenen Herzen. Am Schluß gab es zahllose Blumenspenden und Hervor­rufe. Unter den Zuhörern sah man alle Mitglieder der japanischen Botschaft mit ihren tarnen, geführt vorn Botschafter und seiner Gattin, den Berliner Polizeipräsidenten sowie viele Angehörige der japa­nischen Kolonie.

Hochschulnachrichten.

Professor Dr. Hieb er von der Technischen Hochschule in S t u 11 g a r t hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für anorganische Chemie, allaemeine Erperimentalchemie und analytische Chemie an. der Technischen Hochschule in Mun- ch e n erhalten.

Lächerlich! Er wird ihn einpacken, sorgfältig in Seidenpapier, ein paar Zeilen dazu schreiben, und das wird dann das Letzte sein, was sie von ihm hört. Sehr zufrieden mit sich steigt er die Treppe hinauf, macht Licht in feinem Zimmer und ver­tieft sich in Akten, die.unbedingt heute noch durch- gefehen werden müssen. Aber dann geschieht es sonderbarerweise, daß zwischen den einzelnen Schriftsätzen immer wieder etwas herumgeistert, was durchaus nicht dahin gehört, und was sich auch mit unzähligen Zigaretten und erregtem Auf und Ab im Zimmer nicht fortschaffen läßt: ein gelber Handschuh, der einen schwachen Duft verstromt.

Konrad reißt das Fenster auf; kalte Nachtluft strömt herein, und die Gardinen flattern aufge- scheucht im Wind. Unten auf der Straße reden cm Mann und eine Frau miteinander, einen Augen­blick lang hört man die Stimmen, eine leise, ver­haltene Zärtlichkeit schwingt durch, und dann ver­klingen ihre Schritte in der Ferne.

Mit zornigem Griff packt Konrad den Hand­schuh, diesen "einen, lächerlich gelben Handl"chuh, der ein solches Nichts, ein so jämmerliches Nichts ist ohne den anderen, der ihn erst zum Paar ergänzt, und wirft ihn in die Lade feines Nachttisches. Mag er dort liegen bleiben, so lange er will!

Dann kehrt er zu seiner Arbeit zurück und sieht zwei Stunden nichts anderes als den FallHelmer- Helmer" und sinkt schließlich todmüde ins Bett. Allerdings nicht, ohne vorher noch einmal rasch und verlegen den aufdringlichen, gelben Findling betrachtet zu haben. Merkwürdig eigentlich, was für kleine Frauenhände es doch gibt!

Am nächsten Morgen erwacht er mit Kopf­schmerzen und findet zu seinem höchsten Erstaunen einen gelben Damenhandfchuh auf seinem Kissen. Sollte er etwa darauf geschlafen haben?

Er besinnt sich undeutlich auf die Geschehnisse des vorigen Abends, hat einen bitteren Geschmack im Munde und geht fröstelnd und verschlafen unter die Brause. Dann folgt ein Frühstück, das viel kurzer und bedeutend weniger genußreich ist als gewöhn­lich, und schließlich beginnt er einen'Brief zu schrei­ben. Einen ganz kurzen Brief, ein paar Zeilen nur, bie aber ungewöhnlich lange Zeit in Anspruch neh­men. Er schreibt, streicht durch, verbessert, zerreißt das Geschriebene und schreibt von neuem.

Es ist zehn Uhr, als er einsieht, daß dies alles qar keinen Zweck hat, daß nichts von dem auf das Papier kommt, was er eigentlich sagen null, unö baß er es sich zumindest gestatten kann, noch ein­mal, nur ein einziges Mal mit Eva zu telephonie-

Back.

Na also... gib die Kanne her! Schade um die Brigg, hundert Jahre hätte sie noch leben können!"

Der Grog war alle. Jonny stieg in die Last hin­unter. Die Schiffsglocke hatte längst sechs Glasen angesagt. Wir saßen um die Back und st über das tragische Ende der schmuckenGlenora

ren. Er wählt die Nummer,' spürt ein törichtes, völlig sinnloses Herzklopfen und ist heiser vor Auf­regung, als ihre Stimme endlich kommt.

Ja!" sagt sie,ja!" und dann:Gut, ich komme!" r, ...

Es dauert keine halbe Stunde, bis sie da ist, ruhig sicher wie immer, unerschüttert in ihrer Ueberleqenheit und mit dem spöttischen Zug um die Mundwinkel. Aber den sieht Konrad nicht, er sieht nur ihr schönes, hochmütiges Gesicht wieder in so vertraulicher Nähe und spürt beglückt den schwachen Duft, der ihrem Haar entströmt.

Als sie fortgeht, vergißt er ntürlich, ihr den Handschuh zurückzugeben, aber das ist auch nicht wichtig, denn er weiß, daß sie wiederkommt. Mor­gen, übermorgen und alle Tage...

Und dann heiraten sie, und es wird eine glückliche Che. Wie überall da, wo die Frau schweigend zu lenken versteht.

Er hat es nie erfahren, daß sie ihm an jenem Abend wirklich nur ben einen Handschuh in die Tasche geschmuggelt hat.

Der Handschuh.

Von Vera Craener.

Gute Nacht!" sagte er,gute Nacht!" und dann marschiert er 'hocherhobenen Hauptes die Straße

__hie Sache mit Eva ist zu Ende. Nachdem sie beinahe drei Jahre lang ein gut Stück Weges Mammen gewandert sind, und nach einer Freund­schaft der alle gemeinsamen Bekannten bereits eine ekel cbe Fortsetzung prophezeit haben. Und wegen dieser Prophezeiung, und weil Konrad Evas Ueber- legenheit Haßt, diese kühle selbstsichere. Ueberlegen- heit die sie sogar in der Stunde des Abschieds da

,®utr W fu Ä

aefteUt S w» du glaubst, dir bie Dmge ruh- LkSM-MZ- bringe mich nach Hause!...

Er erinnert sich noch an jedes 3Bo

Geste. Wie sie die Zigarette im Aschenbecher gedrückt hat...! Langsam, bedächtig und ohne, daß die Hand auch nur gezittert hatte.

Aber das ist ja nun alles vorbeu Äte wieder wird er ihr schönes, hochmütiges sch g^r^en traulicher Nähe sehen, nie tmeber Meni Bwmiqen M L»L^^^rd MttÄan^r's, W^erl3är&e^n zu Ersten,

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*? 32,«!= or tun soll. Zurückgehen und ihr den Hand- dem Haust haben möchte?

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SV. 05 Wetzlar

16

13

1900 Gießen

15

10

Bissenberg

16

9

Naunheim

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Frohnhausen

16

8

BC. Sinn

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6

VfB.-Reichsbahn Gießen

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5

Watzenborn-Stein­berg

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Dillenburg

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