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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Samstag, 26. Januar (935
Nr. 22 viertes Blatt
M Kreuzer „Emden" um die halbe Well
hin- eine
mählich steigen wir auf das Malangeplateau auf und erreichen den afrikanischen Busch,
III.
Bon Santa Cruz nach Loanda.
Von Korvettenkapitän (3ng.) Weber*.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
An Bord Kreuzer Emden, im Dezember 1934.
Mit dem Verlassen von Santa Cruz de la Palma beginnt ein zweiwöchentlicher Seetörn. Täglich mehren sich die Zeichen dafür, daß wir uns den Tropen nähern. Die Temperaturen steigen, in den Maschinenräumen und in der Kombüse werden bis zu 60 Grad Celsius gemessen. Sonnensegel werden gesetzt. Tropenhelme werden verausgabt. Der Teil der Besatzung, der in besonders warmen Räumen untergebracht ist, schläft an Oberdeck. Der Liegestuhl und die Netzhängematte wird hervorgeholt, und jeder versucht in seiner Freizeit ein möglichst luftiges Plätzchen zu erlangen. Das Badesegel wird ausgebracht. Der normale Tagesanzug weicht der Tropenbekleidung. Die er st en Haie kommen in Sicht.
Allmählich nähern wir uns dem A e q u a t o r. ,„Schiff ahoi" tönt es eines Abends vom Meere her. Von der Brücke ruft der wachhabende Offizier: „Achtung, wer dort?" „Woher, wohin?" klingt es zurück. „Deutscher Kreuzer Emden auf der Fahrt von Santa Cruz nach Loanda!" „Sofort stoppen! Hier ist Triton, ich komme im Auftrage Neptuns und möchte den Kommandanten sprechen!" Die Maschinen gehen zurück, das Schiff stoppt, und das Fallreep herauf steigt „Admiral Triton" und entbietet dem Kommandanten den Gruß des Beherrschers aller Meere. Nach einer Ansprache an die Besatzung, die über die Fürchterlichkeit der Ereignisse des kommenden Tages keinen Zweifel läßt, steigt er wieder ins Meer hinab. Später erscheint auf 3 Grad 26 Minuten West Neptun mit seinem Gefolge, schreitet die Front ab, verteilt Orden an die alten Recken, und dann beginnt d i e Taufe. Nach ärztlicher Untersuchung und Verordnung einiger Pillen und sonstiger zweifelhafter Medikamente wird der Täufling rasiert und frisiert, um dann in dem großen Taufbecken gewaschen zu werden. Der letzte Dreck wird von ihm im Windsack mit Hilfe von Feuerlöschgeräten abgespült, und ganz zuletzt bekommt er zu seiner Stärkung für die Seefahrt auf der südlichen Halbkugel einen großen Kognak. In ausgelassener Fröhlichkeit verläuft dieser Tag ...
Am 7. Dezember geht die Emden vor Loanda, dem Sitz des portugiesischen Generalgouverneurs von Angola und eines deutschen Konsulats vor Anker. Auch ein Stützpunkt der NSDAP, befindet sich hier.
Bei den Deutschen in Quela.
Einige Besatzungsangehörige aller Dienstgrade haben das Glück, drei Tage ins Binnland fahren zu können, um die am Lobitofluß und die im Ma- langegebiet wohnenden deutfchenPflanzer zu besuchen. Ich selbst gehöre zu denen, die auf das Malanqehochland fahren. Unser Ziel tft Quela, wo insgesamt 21 Deutsche auf fünf Pflanzungen leben. Es gibt rund 500 Deutsche in Angola. Am 10 Dezember verlassen wir in aller Frühe in zwei uns vom Generalgouverneur zur Verfügung gestellten Wagen Loanda. Vor uns liegt eine 426 Kilometer länge Eisenbahnstrecke, an die sich dann noch eine etwa 100 Kilometer lange Kraftwagenfahrt anschließen soll. Der Zug rollt zunächst durch eine mit einzelstehenden Affenbrotbäumen und spärlichem Buschwerk bewachsene Dornensteppe Noch hat hier die warme Regenzeit nicht eingesetzt und ein durch alle Ritzen und Fugen der Eisenbahn- waaen dringender Staub, der durchsetzt ist mit mm der holzgefeuerten Lokomotive Herruhrenden Asche, wird von dem fahrenden Zuge auf gewirbelt. All-
* Vgl. den letzten Bericht in Nr. 11 des Gießener Anzeigers vom 14. Januar. ____________
Fichte.
Don Wilhelm Schäfer.
Aus Wilhelm Schäfers „Dreizehn Büchern der deutschen Seele" bringen wir dieses kurze Kapitel mit Erlaubnis des Verlages Albert Langen / Georg Müller, München, zu Fichtes Geburtstag am 27. Januar.
Als Napoleon Preußen zerschlug, als er nach Königsberg kam mit seinen flinken Husaren, war Kant schon begraben; aber die Lehre des Meisters hatte ihr leises Leben begonnen, indessen der laute Schritt des Eroberers über das Abendland gmg.
Stark wie jemals ein Kaiser, hielt er sein Schwert über die Fürsten und Völker Europas, aber die stärkeren Mächte der Herkunft boten ihm Trotz, und nun tarn die stärkste, ihn zu bezwingen.
Denn stärker als je ein Schwert war, starker als Herkunft und stärker als Herrschsucht und Haß der Bedrückten, starker als alle Macht m der Welt tft der Geist, der um die wahre Freiheit zu rmgen
LEw«b-rs Sohn aus -er Lausitz war
war w?e der Weister, nahm er !ne Fackel zur Hand, das Licht aus dem Tempel zu tragen.
hir selbst alles, oder du bist mchlsi Jiano
Zeit und der eigenen Jugend in den E sch v völkischen Pflicht eingegangen. . ß -
Nur Ewiges könne der Mensch wahrhaft g Dauerndes tun und bewirken, st, d.e .nnerste MA nung und Lockung all feiner Wunsch^ Dauer au könne dem Menschen nur werden tm Dasein des Volkes darin sein einzelnes Leben mit Hermns, Sprache und Sitte unlösbar in DankespfUcht 1«
So war die Lehre der freien WW taprerer Wille geworden, dem irdischen Dasein: red ch zu dienen, statt jenseits der Dinge das selige Leben zu suchen; Fichte, der furchtlose Mann, zogene nicht die Lehre als Tat zu erfüllen.
Indessen die Straßen Berlins von dem Schritt Und dem Hörnerschall französier Bataillone widerhallten, indessen Spione das Wort und die Ha"mi^ des Bürgers allerorts überwachten, stmid er am Pult von Deutschen für Deutsche schlechthin feine mGr9efab^uni)n wußte"7as deutsche Volk war die Spreu seiner Ernte geworden; aber die Ernte, zer-
Waldsavanne mit parkähnlichem Aussehen.
Aus dem an der Bahnstrecke liegendem Gelände teigen Heuschreckenschwärme auf: Millionen dieser Tiere. Angola hat in den beiden letzten Jahren stark unter der Heuschreckenplage zu leiden gehabt, und auch den deutschen Pflanzern ist, wie wir später in Quela erfahren, zweimal die Kaffee-Ernte ausgefallen, nachdem sie in langen Jahren durch Arbeit und Geldopfer endlich ihre Farm ertragreich gestaltet hatten. Wie sie erzählen, sind diese Tiere in unübersehbaren Mengen aufgetreten, in Schwärmen bis zu einer Tiefe von zehn Kilometer und einer Breite von zwei Kilometer durchzogen sie das Land. Und dort, wo sie sich niederließen, stand nach zwei Stun- den an Stelle grüner Bäume und blühender Pflanzen nur noch blattloses Gestrüpp.
Man hat versucht, mit Flammenwerfern gegen die Schwärme vorzugehen, aber die Geldmittel reichen nicht aus, um diese Aktion in genügend großem Stile durchführen zu können. Vergasungen von Flugzeugen aus waren geplant, doch sie sind undurchführbar, weil dadurch zugleich alles andere Getier getötet würde und außerdem auch die Eingeborenen Schaden leiden müssen, zumal sie die Heuschrecken auch als Nahrungsmittel gebrauchen. Es ist deshalb bei der bisherigen Maßnahme der Regierung geblieben, die Eier zu sammeln. Aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Versuche sollen laufen, die zürn Ziel haben, durch Infektion junger Tiere eine pestähnliche, dem Menschen nicht schädliche Krankheit auf die Schwärme zu übertragen. Die Bestätigung der Wahrheit dieser Behauptung und das Gelingen dieser Versuche wäre nur zu wünschen. Mancher harte Rückschlag bliebe dadurch den Pflanzern Angolas und vieler anderer afrikanischer Länder, darunter auch manchem deutschen Landsmann erspart.
Weiter geht die Fahrt mit' einer Stundengeschwindigkeit von 20 Kilometern; auffallend pünktlich treffen wir auf allen Stationen ein, die Bahn Loanda—Malange, ein rein portugiesisches Unternehmen, befindet sich in guter Regie. Wir passieren die Station Luinha, in Deren Umgebung noch die Schlafkrankheit herrscht. Wie in vielen Teilen des Landes müssen sich auch hier die Schwarzen monatlich einmal bei dem zuständigen Regierungsarzt melden. Schlafkrankheitsverdächtige werden in besonderen Krankenhäusern untergebracht, also isoliert. In Dalatando wird in einem portugiesischen Gasthaus zu Mittag gegessen, wie überall gibt es Stockfisch und Ochsenfleisch. Abends kommen wir in Malange, der Entstation der Nordbahn, an: auf dem Bahnhof erwarten uns bereits einige Deutsche. Nach kurzem Zusammensein mit ihnen übernachten wir im Zuge. Am nächsten Tage statten der Kommandant und die Offiziere dem Gouverneur von Malange ihren Besuch ab und dann geht es mit Kraftwagen hinaus in den afrikanischen Busch. , r, _
Selbstverständlich gibt es hier keine Autostraßen im Sinne unserer Fernverkehrsstraßen. Es muß aber doch gesagt werden, daß die Güte und Pflege der Straßen unsere Erwartungen übertreffen und überall kann man bemerken, daß für den Straßenbau das Möglichste getan wird. Unsere Fahrt führt uns vorbei an Dörfern, die — wie man instinktiv fühlt — von primitiv denkenden Menschen bewohnt werden. Aber es gibt auch andere Schwarze! Der Ruf „Afrika den Schwarzen" und der Kommunismus sind bereits dem einen oder anderen ein Begriff .geworden. Aber dank der Maßnahmen der portugiesischen Regierung haben im Gegensatz zu einer Reihe anderer afrikanischer Lander diese Bewegungen nur ein vorübergehendes Aufflackern erlebt, der Europäer in Angola braucht in dieser Beziehung keinen Grund zur Beunruhigung zu haben. Nachmittags kommen wir in Quela an, wo der Häuptling seine „Untertanen" aus den umliegenden Dörfern zusammengerufen hat und uns
treut und verzettelt, war noch zu retten, wenn sich der Deutsche treu und tapfer zu seiner Herkunft bekannte. t r, _
Er sah und wußte, über das deutsche Volk waren Schmach und Schande gekommen, aber sein Unglück war Schicksal; es mußte sich wenden, wenn der Deutsche seine Sendung im Dasein der Völker erkannte. . . f ,.
Daß dieses geschähe, mußte em junges Geschlecht das alte ablösen, mußte Erziehung zur deutschen Gesinnung die Abrichtung brauchbarer Untertanen ersetten
Er wurde nicht müde, der mutige Mann in Der- lin, die neue Gesinnung zu fordern; wie die drei Könige mit ihrem Stern nach Bethlehem kamen, so pries er den Mann, Pestalozzi geheißen, der für die neue Gesinnung bas neue Erziehungswerk br2üe%atatüone des Korsen marschierten und ihre Hörner klangen hinein, als der Leineweberssohn aus der Lausitz die Deutschen aufrief, wieder Deutsche im Schicksal der Herkunft und Sendung zu fern
Die Stimme des mutigen Mannes verhallte, aber das Wort, einmal gesprochen, fiel als tue Saat in furchtsame Herzen und ging als die Ernte der deutschen Gläubigkeit auf.
Verwirrung im Urwald.
Don Friedrich Schnack.
Zwischen Gneisblöcken, die von Farnkraut und bleichgelbem Bärlapp überwuchert sind, schlupfe ich in den madagassischen Urwald. Anfangs folge ich dem Wasserlauf eines Bergwerks dann entgleitet mir dieses Wegzeichen; weggeschwanzt das Wasser wie eine silberne Pythonschlange unter dicken Blättern. Ich tue einen Schritt seitwärts und schon bin ich waldweit vom Wasser entfernt. Ich finde es nicht wieder. Aber eine verwitterte Baumleiche liegt quer vor mir — wer weiß, wo der Wipfel aufschlug — Beilkerben sind noch tm angemorschten Holz zu erkennen. Hier muß schon einmal lemand geraden fein. Unbekannt, nicht abzulestn, rate lang das her ist: die Orchideen haben den Eindringling mit ihren schmalen Blättern berührt, als er sich unter ihnen durchschlug und verlor.
Dümmerfchein umfließt mich, Licht von Blatt- grün. Vom Boden züngelt es wild heraus. Wo bin ich eigentlich? Wo H Osten? Wo Sudm? Don Westen kam ich her. Ueberall fch-mt es letzt Westen zu fein. Dort, rao der Braun-Ebenholzbaum aus- läult, dort, rao von einer Astgabel breite Orchldeem blätter herabhängen, fo groß, rate ich deren noch
nie sah. Man sagte mir, die Urwälder Madagaskars seien Schatzkammern wunderbarer Orchideen. Ob ich sie. je erjagen werde, die Traumblüten? Mit ihrer zauberhaften Schönheit muten sie einen wie gestürzte Engel an, wie verwunschene Tänzerinnen aus künstlichen Paradiesen. Weiße und gelbblühende Arten wuchern aus den Rinden, als bräche eine sonderbare Leidenschaft den Bäumen aus dem Holz. Der schwarzen Seele des Ebenholzes entfliehen schneeweiße, der violettroten des Rosenholzes weingelbe, getigerte.
Aus Silber sind die Stämme getrieben, von silbernen Wurzeln in den Himmel hinaufgeschickt, und die schweren Lianen triefen aus der Höhe, wie wenn hoch oben in der zerstückten, kaum wahrnehmbaren Bläue ein fabelhafter Garten von Purpur, Schwärze und Grün auflodere. Im dichten, fast undurchdringlichen Unterholz leuchten bunte Farbenflecken, unwirkliches Blau, vergossenes, schwules Rot, aufwirbelndes Lila — unbekannte Blumen, abseitige Blüten. ......
Ich bin verwirrt und fühle mich überwältigt. Mein Fuß ist unsicher geworden. Wohin tritt er? Der Boden ist löcherig, naß, schmierig; auf verwesendem Pflanzendung fürchte ich auszurutschen, der Wald wuchtet schräg abwärts. Treibhausgeruch. Aber die Luft ist angenehm kühl, erfrischend, nicht schwül oder fieberig, Luft der Bergwälder. Dicht umringen mich kleine Bäume, Sträucher, Stauden, ein Verhau. Dornige Schlingpflanzen, Stacheldraht- Wirrwarr, geile Pflanzen, feuchte Blätter. Wie wird es hier unten trocken. Unerhört schöne Falter gaukeln dahin, im Waldeszickzack. Blaue Blitze, grüne Metallfunken. Traumgeister mit Sonnen auf den Flügeln. Fliegende Orchideen vielleicht. Die schweigende Gewalt des Waldes schlägt über mir zusammen. Ich bin eingekuppelt, bin verloren. Die Wurzeln wollen mich nicht loslassen, ich bin in die Fallstricke der Lianen geraten. Schmerzhaft umklammern sie mein Bein; eine hakt sich mit Widerhaken fest. Bissiges Luder! Ich reiße mich los.
Nun werde ich zornig. Zornig blicke ich nach allen Seiten. Doch unter dem Zorn flackert ein wenig Angst. Aber ich werde mich doch nicht von fo einem bißchen Urwald verwirren lassen. Zum Lachen! Heda, hier bin ich hergekommen. Richtig! Falsch... Don dort. Täuschung. Don da hinten, von oben stieg ich herunter. Das Gehölz bäumt sich auf, wE empor: ich weiß nicht, wo unten und oben tft. Ich suche nach abgerissenen Zweigen, nach zerfetzten Blättern, geknickten Stielen. Nichts davon da. Die Blätter sind nicht zerbrochen, nicht zerrissen, die Zweige nicht geknickt, wenigstens sehe ich nichts da- uon, die Stiele hoben sich längst wieder aufgerufjtet.
Eingeborenenmusik und Tänze vorgeführt werden. Dann verteilen wir uns auf die FarMen. Ich werde zusammen mit einem Kameraden auf der Farm Camacol untergebracht.
Man hätte es uns nicht erst zu sagen brauchen, daß wir uns einer deutschen Pflanzung nähern! Ein einfaches und sauberes, aus Holz und Lehm erbautes, mit Stroh gedecktes Haus sehen wir vor uns, umgrenzt von gepflegten Blumenbeeten. Reinlichkeit herrscht ringsum. Das Innere des Gebäudes ist sehr einfach, aber geschmackvoll und mit der der deutschen Frau eigenen Liebe und Umsicht eingerichtet. Man ist hier sofort zu Hause. Gegen Abend gehen wir durch die Pflanzung und lassen uns über den Anbau des Kaffees unterrichten. Es ist bewundernswert, mit welcher Genauigkeit unser Führer über den WerÜcktzang jeder einzelnen Pflanze berichten kann und wie er das Wachsen jedes Strauches miterlebt. Aber auch d i e Sorgen sprechen aus seinen Worten, denn viele Entbehrungen hat es gekostet, bis die Pflanzung stand. Dann kamen vor zwei Jahren zum ersten Male die Heuschrecken und in diesem Jahre noch einmal. Aber der Pflanzer hat den Mut nicht verloren, er hofft auf bessere Zeiten.
Man lernt aus diesen Erzählungen sehr viel: Nur starke, ausgereifte Charaktere, die den Willen aufbringen können, auch unter noch so widrigen Umständen ein einmal gestecktes Ziel zu erreichen, sollten den Entschluß fassen, Pflanzer zu werden, abgesehen davon, daß nur solche Menschen dem Deutschtum im Auslande dienen können. Allgemeine landwirtschaftliche Kenntnisse und eine ein- bis zweijährige Tätigtet t auf Pflanzungen zum Zwecke der Sammlung von Erfahrungen auf dem Gebiete der Bodenbearbeitung, der Pflege der Pflanzen, der Behandlung Eingeborener usw. sind unerläßlich und schließlich muß ein Kapital von 20 000 bis 30000 Mark vorhanden sein. Dann er ft kann der Auswanderer mit dem Anlegen einer eigenen Farm beginnen.
Zur Ehre der Portugiesen muß gesagt werden, daß die Behörden in jeder Weise die deutschen Pflanzer im Lande unterstützen, sie machen in dieser Beziehung zwischen ihren eigenen Landsleuten und ihnen keinen Unterschied. Nach dem Rundgang treffen sich alle Deutschen auf der Farm Lohanda: wir sitzen lange beisammen und sprechen oon der Heimat. Es sind zielbewußte Menschen, die mit allen Fasern ihres Herzens am deutschen Vaterlande hängen, die aber auch Dankbarkeit und Anerkennung dem Gastgeberlande zollen, das als erstes deutschen Pflanzern wieder ihr Land öffnete, während das im Norden angrenzende belgische Kongogebiet dem Deutschen noch heute Tür und Tor verschlossen hält...
Am kommenden Tage geht es wieder zurück nach Malange. Der Gouverneur Ijat uns zu einer Fahrt durch das Land eingeladen. Das Ziel sind die 80 Meter hohen Wasserfälle von Dugue d e Braganca, ein Naturschauspiel, das anzusehen sich lohnt. Obgleich wir uns auf ety>a 10 Grad südlicher Breite befinden, ist das Klima erträglich. Das Hochland Angolas hat nur eine Verhältnis- mäßig niedrige Durchschnittstemperatur, wenn auch die Unterschiede zwischen Tag und Nacht erheblich sind. Diese höher gelegenen Teile des Landes — O,uela liegt 1100 Meter über dem Meeresspiegel — eignet sich klimatisch durchaus für Europäersiedlungen, und sehr weite Landstrecken liegen noch brach und harren der Erschließung. Auf der Rückfahrt von den Wasserfällen sind wir Gast im Hause des Administrators, des Landrates des Gebiets, in dem wir uns befinden. Der Portugiese ist gastfrei und das erfahren mir in ganz besonderem Maße auch hier. Nach Tisch unterhalten wir uns noch lange mit dem Hausherrn und seiner liebenswürdigen Gattin und seiner Tochter, dann fahren wir zurück nach Malange. Abends startet der Zug und nach drei erlebnisreichen Tagen treffen mir am 13. Dezember mieber an Bord ein. Mit , Kurs auf Kapstadt verläßt Kreuzer Emden | am gleichen Tage Loanda.
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Oie schwarze Sturmfahne der Saar dem Führer übergeben.
Nach der erhebenden Feier, die anläßlich der Ein« bringung der Schrnarzen Sturmfahne der NSKOV. aus dem Saarlande im Sportpalast stattgefunden hatte, legten die Kameraden aus dem Saargebiet an dem Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Dann marschierte der Zug mit der Fahne zur Wilhelmstraße, um sie de m Führer zu überreichen. Unter brausenden Heilrufen sprach Adolf Hitler zu den Saarländern aus dem Fenster. Unser Bild zeigt die endgültige Uebergabe der Fahne an den Führer in der Reichskanzlei. Rechts sieht man den Kriegsopferführer Oberlindober.
Lieber Volksgenosse!
Erinnerst du dich noch der Zeit, wo überall auf den öffentlichen Plätzen die Männer mit den verbissenen Gesichtern herumstanden, die gegenseitig ihr trauriges Los beklagten und sich schließlich verhetzten? Bangte man nicht um die Zukunft unseres Volkes, wenn in diesen Gruppen so viele junge Leute waren, ohne jede Haltung mit der Zigarette im Mund und den Händen in den Hosentaschen?
Ist da nicht eine Wendung eingetreten? 9reuft du dich heute nicht über den frischen Geist, der durch die Jugend geht?
Gewiß wirst auch du in jeder Weise helfen wollen, die Volksgemeinschaft von innen heraus zu kräftigen. Das kannst du, wenn du die Polksgemeinfchaft nach deinem Können unterstützt.
Daten für den 26. Januar.
1781: der Dichter Ludwig Achim von Arnim in Berlin geboren (gestorben 1831); — 1841: der Architekt Paul Wallot, Erbauer des Reichstagsgebäudes, in Oppenheim a. Rh. geboren (gestorben 1912); — 1920: der Maler Fritz August von Kaulbach in München gestorben (geboren 1850).
Entschlossen würge ich mich nach rechts. Irgendeine Richtung her! Drauf zu! Schläge, Streiche, Stiche, Hiebe teilt das schnellende Unterholz aus. Der Tropenhelm wird mir vom Kopf geschleudert und kollert ins Gedörn. Ich muß ihn wiederhaben, draußen lauert der madagassische Sonnentod, das furchtbare Strahlungsfeuer. Tot umfallen müßte ich ohne den Hut. Ich krieche zu chm, schwinge mich zu ihm, balanciere, zerreiße mir den Aermel und zersteche mir das Hemd. Aber der Hut sitzt mir wieder auf dem Kopf, fester als zuvor. Durch eine Spießrutengasse schiebe ich mich mühsam. Auf den Hut hageln Prügel. Der Wald läßt sich sein Geheimnis bezahlen. Nun stoße ich gar an ein aufgehängtes Ameisennest, an einen dunklen Sack von Holz- und Fasergewebe. Er birst und entleert seinen wimmelnden Inhalt auf meine Schultern. Scheußlich! Krampfhaft schnell säubere ich mich, krampfhaft flüchte ich. Der Länge nach haut es mich hin, der Wald hat mir ein Bein gestellt. Das Gesicht brennt. Nesseln. Ich raffe mich auf und überlege. Da sehe ich, wie cs licht vor mir aufblitzt, wie hinter der Blättermauer ein Licht von Tageslicht flimmert. Gottlob, ich komme hinaus! Einen süßduften, den Busch reiße ich entzwei, wie ein grünes Herz; eine rote Blütenflamme schlägt mir entgegen, ich stoße hindurch. Offene Welt. Ader zugleich greife ich blitzschnell wieder nach hinten, nach der Festigkeit und Sicherheit des Waldes: ich finde mich steil über einem jähen, todbringenden Abgrund. Rot glänzt eine senkrechte Erdwand unter mir auf, aus der es von Scherben blitzt, funkelt, strahlt: eine Glimmergrube, in die ich beinahe hinabgestürzt märe. Ich höre die Stimmen der verblüfften schwarzen Arbeiter zu mir emporbringen. Sie schreien mir etwas zu, indes unter meinen Füßen Geröll und Schutt wegbricht. Einige der Leute lassen vor Schreck ihre Werkzeuge fallen. Sie wähnen mich tm nächsten Augen- blick hinuntersausen zu sehen. Es geschieht nicht. Ich turne am Rand der Glimmergrube hin, wo ich einen günstigen Abstieg hinunter zu den schwarzen Arbeitern finde.
Unter dem Hellen Tropenhimmel löst sich der be- klemmende Eindruck, und die Verwirrung fallt von mir ab ...
Hochschulnachrichten.
Professor Dr. Erich Caspar, Ordinarius füt mittelalterliche Geschichte an der Universität Berlin, ist im Alter von 56 Jahren g e ft o r b e n. Don feinen Arbeiten nennen wir die Untersuchungen über den normannisch-sizilischen Staat und die „Geschichte des Papsttums". Prof. Caspar war Mitherausgeber der Zeitschrift für Kirchengeschichte.


