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** Oberhessischer Kun st verein. Am heutigen Samstag findet eine zweite Führung durch die Ausstellung statt. (Siehe heutige Anzeige.)

** Städtische Brennholzversteige- rungen finden am Dienstag, Mittwoch und Frei- tag kommender Woche statt. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Bürgermeisterei rr- sichtlich.

**DieFeuerwehrhilft. Durch den starken Sturm am gestrigen Abend war auf der Landstraße nach Lich in der Höhe der dritten Schneise eine starke Tanne umgestürzt und quer über die Landstraße ae- sallen. Zur Beseitigung des Verkehrshindernisses wurde die Feuerwache gerufen, die den mächtigen Stamm zersägte und das Holz an die Seite der Straße schaffte.

**Die Frage der Berufswahl". Zu der Mitteilung unter dieser Ueberschrift in unserer gestrigen Ausgabe ist berichtigend zu bemerken, daß die Sprechstunden der Geschäftsstelle der Berufs­hauptgruppen in der Deutschen Arbeitsfront nicht am Dienstag und Freitag find, sondern Donners­tag von 16 bis 19 Uhr abgehalten werden.

Die kurze Notiz über Sprechstunden der Deut­

schen DrbeNsTNmr m «nfcrer gefttiyen Arrsgnve Ist hinfällig, da sich diese Mitteilung nur auf die vor­erwähnte Geschäftsstelle der Berufshauptgruppen bezog.

** Saubere Abstempelung von Post - wertzeichen für Sammlerzwecke. Aus Kreisen der Markensammler wird bei der Reichspost häufig der Wunsch geäußert, die Postwertzeichen möglichst leicht und sauber abzustempeln. Im allge­meinen lassen sich solche Wünsche im Postbetrieb schwer erfüllen. Jetzt hat der Reichspostminister aber angeordnet, daß die Sendungen mit Marken, die für Sammlungen bestimmt sind und saubere Stempel­abdrucke erhalten sollen, besonders behandelt wer­den. Sie müssen in einem Umschlag am Postschalter abgegeben werden, auf dem vermerkt ist, daß be­sonders sorgfältige Entwertung der Marken ge­wünscht wird. Diese Sonderbehandlung ist vorläufig versuchsweise eingeführt worden.

** Der Obst- und Gartenbau verein Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die für Januar vorgesehene Versammlung aus­fällt. Auf die Anzeige sei besonders aufmerksam ge- macht.

Die Lehrlingsausbildung in kaufmännischen Betrieben.

Neue Maßnahmen ab Ostern 1935.

Um geeigneten Nachwuchs in den kaufmännischen Betrieben zu schaffen und die mannigfachen Uebel- stände in der praktischen Lehrlingsausbildung zu beseitigen, ist eine grundlegende Reform notwendig geworden, wie auf der vom Hauptausschuß für Berufserziehung veranstalteten Tagung der Prü­fungsausschüsse im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet festgestellt worden ist. Es handelt sich darum, eine sorgfältigere Auswahl der Lehrlinge herbeizuführen, die Einstellung übermäßig vieler Lehrlinge und ihre Auswertung als billige Arbeitskräfte zu verhüten und ferner dafür Sorge zu tragen, daß keine einseitige Ausbildung erfolgt oder die Lehrlinge auf einen Platz kommen, der seiner ganzen Struktur nach von vornherein als vollkommen ungeeignet erscheint. Es sind deshalb folgende Maßnahmen vorgesehen, nach denen a b Ostern 1935 die Lehrlingsausbildung in den kaufmännischen Betrieben im ganzen rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet vor sich gehen soll:

1. Einschaltung der Berufsberatung und Lehr­stellenvermittlung vor Abschluß des Lehrver­trages;

2. Schaffung eines einheitlichen Lehrvertrags, der im ganzen rhein - mainifchen Wirtschaftsgebiet Gültigkeit hat;

3. Anlegen von Lehrtingsrollen;

4. Einrichtung von Lehrlingsüberwachungsstellen;

5. Aufstellung von Ausbildungsrichtlinien für die einzelnen Geschäftszweige;

6. Einsetzung von Lehrlingswarten in großen, un­übersichtlichen Betrieben;

7. ein Lehrlingsbuch, das vom Lehrling selbst geführt wird und auf Grund dessen sich die

Prüfungsausschüsse vergewissern können, ob der Lehrling auch tatsächlich praktisch und folge­richtig ausgebildet wurde;

8. Ausschaltung ungeeigneter Betriebe und Haf­tung für versäumte Ausbildungspflichten.

Die Lehrlingsrollen, denen eine große Bedeutung zukommt, sollen zweckmäßigerweise bei den einzelnen Industrie- und Handelskammern ge­führt werden. Da aber alle Schulungs- und Erzie­hungsrichtlinien ohne ständige Kontrolle nur be­dingten Wert besitzen, sind die vorgesehenen L e h r lingsüberwachungs st eklen nicht minder wichtig. Sie werden auf paritätischer Grund­lage aus je einem Betriebsführer, Angestellten und Diplomhandelslehrer gebildet und verbürgen so in engstem Zusammenwirken mit den Industrie- und Handelskammern als Regionalstellen der Wirtschaft eine umsichtige, gewissenhafte Tätigkeit und sichern dadurch die Durchführung der in dem neuen Lehr­vertrag vorgesehenen Maßnahmen unter genauer Beachtung der Richtlinien für die einzelnen Ge­schäftszweige, wie Großhandel, Einzelhandel, In­dustrie, Banken und Sparkassen sowie des Verkehrs­gewerbes in allen Städten und größeren Orten des rhein-mainischen Wirtschaftsgebietes.

Das ist in kurzen Zügen die vom Hauptausfchuß für Berufserziehung in Gemeinschaft mit der Deutschen A r b e i t s f r o n t, G a u Hessen- Nassau, geschaffene neue Grundlage, nach der die kaufmännische Lehrlingsausbildung ab Ostern in Gang gesetzt werden soll, um eine wirkliche prak­tische Ausbildung zu gewährleisten. Es besteht die feste Zuversicht, daß in einigen Jahren ein ganz anderer befähigterer Nachwuchs herangebildet ist, als dies bisher der Fall gewesen war.

MSoeben" undVreslau" im Mttelmeer.

Kapitän zur See a. D. Madlung erzählt.

In der Neuen Aula der Universität sprach gestern abend im Rahmen der Vortrags - Gemeinschaft (Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein und Orts- gewerbeverem) Kommodore Rudolf Madlung, Kapitän z. See a. D., über den Durchbruch der Goeben" und derBreslau" durch die englische Sperrkette im Mittelmeer.

Kapitän Madlung erzählte mit jener Unmittel­barkeit, wie sie allein aus der Fülle der Erlebnisse gegeben werden konnte. Seinen Worten sei folgendes entnommen: Bei Ausbruch des Krieges lagen der PanzerkreuzerGoeben" und der kleine Kreuzer Breslau" im östlichen Mittelmeer stationiert. Die Goeben", ein Schiff mit 25 000 Tonnen, konnte regulär 28 Seemeilen in der Stunde bewältigen, dieBreslau", 4500 Tonnen, bewältigte 27 See­meilen. DieBreslau" war intakt, dieGoeben" mit ihren 24 Wasferrohrkeffeln konnte jedoch nur 15 Seemeilen laufen, da eine Reihe der Wasser­kessel schlecht war und nicht zu voller Leistung her» angezogen werden konnte. Man mußte sich also ent­schließen, die schlechten Wasserrohre auszuwechseln. DieGoeben" litt aber noch unter einem zweiten Uebelstand: sie hatte keine Kohlen, von den sie re­gulär 3000 Tonnen brauchte.

In der Folge berichtete der Redner davon, wie Italien in der kritischen Zeit des Kriegsausbruchs, als die Schiffe im Hafen von Messina lagen, die Kohlenabgabe verweigerte und die beiden deutschen Kriegsschiffe nur auf dem Umweg über ein deut­sches Handelsschiff zu Kohlen kommen konnten. In­zwischen war der Kriegsausbruch zwischen Deutsch­land und Rußland gemeldet worden, und die Ita­liener hielten sich noch mehr zurück. Jeden Augen­blick war die Kriegserklärung Frankreichs und Englands zu erwarten. Im Verlaufe der Fahrt der Schiffe durch das Mittelmeer in östlicher Rich­tung begegneten die beiden deutschen Schiffe einer starken englischen Flotte, die als erste feindliche Ak­tion die Störung eines Funkspruches von der Goeben" zurBreslau" vornahm. DieGoeben" befand sich immer noch in kritischer Situation, denn die Kohlen waren knapp. Die beiden Schiffe nahmen in der Folge Kurs auf Konstantinopel. Die Eng­länder folgten. Die Deutschen erzwangen sich die Einfahrt durch die Dardanellen, der ihnen ur­sprünglich von den Türken verwehrt war. In Kon­stantinopel trafen die Kriegsschiffe einen deutschen Dampfer, der mit Kohlen nach Odessa bestimmt war. Der Kapitän hatte noch keine Ahnung, daß Deutschland mit Rußland im Kriege lag, da er keine Funkstation an Bord hatte. DieGoeben" und dieBreslau" konnten nun endlich ihre Bunker füllen.

Den Türken war der Besuch deutscher Kriegs­schiffe in Konstantinopel nicht recht; sie mußten sich aber damit abfinden. Die Situation wandelte sich, nachdem aus taktischen Gründen die beiden deut­schen Schiffe an die Türkei verkauft wurden. Gleichzeitig trat die Türkei an der deutschen Seite in den Weltkrieg ein. Zur eigenen großen lieber» raschung wurde Kapitän zur See Madlung zum türkischen Kommodore über die gesamte türkische Flotte ernannt, die aus 28 Schiffen deutscher und französischer Herkunft bestand.

Im weiteren Verlaufe des Vortrages schilderte der Redner seine kriegerischen Aktionen mtt der

(Soeben" und einigen türkischen Torpedobooten im Schwarzen Meer im Kampf gegen Rußland. Im Mittelkunkt stand hier der Angriff auf russische Kriegsschiffe im Hafen von Odessa, die von dem Panzerkreuzer(Soeben" torpediert wurden. Die Versenkung der beiden russischen Kreuzer vollzog sich sehr schnell, da die Russen (es war tiefe Nacht) an eine Gegenwehr nicht zu denken schienen. Der Redner machte im Zusammenhang damit auf schwere Fehler der russischen Kriegsführung zur See aufmerksam und erzählte insbesondere davon, wie die(Soeben" einmal in kritischer Situation von den Russen sehr wohl hätte überwältigt werden können, wenn nicht gerade die russischen Seeoffi­ziere bei einer Festlichkeit an Land gewesen wären,

Gedenkt der hungernden Tiere!

Reichsbund Volkstum und Heimat Landschaft Rheinsranken-Rassau-hessen Fachamt Tierschutz.

und die Schlüssel zu den Munitionskammern bei sich gehabt hätten.

In weiteren Ausführungen erzählte Kapitän Madlung von den Versuchen, die Angriffe rus­sischer Schiffe auf die deutschen Stellungen zwischen Datum und Trapezunt zu unterbinden, und schließ­lich von dem dramatischen Abschluß dieser Aktion im Schwarzen Meer, von der Jagd russischer Ein­heiten auf die deutsch-türkischen Schiffe, die aller­dings infolge der mangelnden Kriegskunst der Rus­sen für diese von keinerlei Erfolg war.

Zum Schlüsse erzählte der Redner noch davon, wie die Türken bei Kriegsende die Auslieferung der deutschen Truppen an die Alliierten verweigerten, sondern weiterkämpfen wollten, wenn die Alliierten auf dieser Bedingung beständen. Zur gleichen Zeit aber erklärten sich die undeutschen Vertreter bei den Waffenstillstandsverhandlungen unter all den be­kannten schweren Bedingungen zur Einstellung des Kampfes bereit.

Mit dem Hinweis darauf, daß Deutschland unter seinem Führer Adolf Hitler seine Ehre wieder­gewonnen habe, mit dem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer und das wiedererstarkte Vaterland, schloß der Vortragende feine sehr beifällig auf­genommenen Schllderungen.

*

Im Zusammenhang mit diesem Vortrag sei die Tatsache vermerkt, daß drei Gießener, die heute noch in unserer Stadt ihren Berufen nachgehen, an diesen kriegerischen Aktionen der(Soeben" im Mittelmeer teilgenommen haben. Georg Keil war als Obermatrose seit der Indienststellung der (Soeben" auf dem Schiffe, Karl Arnold eben­falls Obermatrose und Ludwig B e l l o f als Ober» Heizer gehörten feit dem Jahre 1913 zur Mannschaft des Panzerkreuzers. Der Vortrag ihres ehemaligen ersten Offiziers und späteren Kommandanten mag m ihnen manche Erinnerung wachgerufen haben.

Die Auswahl der Landjahrpflichtigen im Kreise Wehlar.

Von Mgierungsrat Or. Weiß, Wehlnr.

Landjahrheime sind im Kreise Wetzlar keine neue Einrichtung mehr. In diesem Jahr aber wird der Kreis Wetzlar zum erstenmal auch selbst Landjahr­pflichtige entsenden und zwar hundert Jungen und fünfzig Mädchen.

Das Landjahr ist ein weiteres, ein neuntes Er­ziehungsjahr. Mit der Schule hat es aber nichts mehr zu tun. Wohl ist die Schule noch bei der Auswahl der Landjahrpflichtigen beteiligt, nicht aber bei ihrer Betreuung in den Landjahrheimen.

Durch das Landjahr soll die Volksschulerziehung, die insbesondere in der Schulung des Verstandes und in der Uebermittlung von Lernstoff bestand, durch Charakter- und Körpererziehung und durch Einführung in die Verhältnisse des Landes ergänzt werden. Demgemäß bilden Körperschulung, Sport, Beschäftigung in der Landwirtschaft wichtige Mittel zur Erreichung der Ziele des Landjahrs. Durch strenge Ordnung und Zucht wird Körper und Geist gehärtet.

Wenn auch das Landjahr nach dem Gesetz ge­nau so wie die Volksschule von allen pflichtmäßig durchlaufen werden soll, so reichen doch in den ersten Jahren der Einführung des Landjahres die be­schränkten Mittel des Staates nicht aus, die erfor­derliche Anzahl von Heimen zu beschaffen. Deswegen kann auch in diesem Jahr nur ein kleiner Teil der aus der Volksschule Entlassenen für das Landjahr ausgewählt werden. Maßgebend für die Auswahl ist die Frage, wer am meisten durch die bevorzugte Erziehung des Landjahres im Sinne des national­sozialistischen Staates gefördert werden kann. Nach dieser Maßgabe müssen bei der Bestimmung der Entsendeorte und -bezirke diejenigen ausscheiden, die schon frühzeitig der nationalsozialistischen Bewegung erschlossen waren; ebenso können nicht die Kinder aus den Familien alter Kämpfer auf Berücksichti­gung rechnen, solange die Zahl der Auszuwählenden noch so gering ist, wie in diesem Jahre. Anderseits aber werden "nur solche Kinder ausgewählt, die die Gewähr bieten, daß sie zu tüchtigen Kämpfern bei dem Aufbau des neuen Reiches erzogen werden kön­nen; eine gewisse Führerbefähigung soll bet ihnen vorhanden sein. Da wegen der geringen Zahl in die­sem Jahre noch mannigfaltige Rücksichten genom­

men werden können, sollen die nicht ausgewählt werden, die bereits eine Lehrstelle oder einen an­deren Arbeitsplatz nach ihrer Entlassung aus der Volksschule haben, es sei denn, daß sie schwächlich sind und der Schularzt die Kräftigung durch das Landjahr für erforderlich erachtet. Um die Vorteile der Erziehung im Landjahr-zu sichern, sollen die Landjahrpflichtigen nach Beendigung des Landjahr- Aufenthaltes weiterhin besonders gefördert werden; bei der Vermittlung von Lehrstellen sind sie zu be­vorzugen. Auch für die Familien sind durch die Entsendung eines Kindes zum Landjahr Vorteile gegeben, da der Aufenthalt im Landjahrheim un­entgeltlich ist; eine Entschädigung für Unterkunft und Verpflegung wird nicht verlangt. Auch sind die Landjahrpflichtigen gegen Unfälle versichert.

Die Auswahl hat bereits am gestrigen Freitag begonnen. Sie wird Dienstag der nächsten Woche beendet sein. Die Auswahlkommission wird von dem Rektor oder Hauptlehrer geleitet. Ihr gehören noch der Schularzt (in der Stadt Wetzlar Dr. Rinn, in den übrigen Gemeinden der Kreisarzt), die Leh­rer der Klassen, aus denen die Landjahrpflichtigen ausgewählt werden, ein Vertreter des Arbeitsamtes, ein Vertreter der NS.-Volkswohlfahrt und ein Ver­treter des Jungvolks bzw. des BdM. an. Um für den Fall des Ausscheidens einzelner Pflichtiger nicht die Kommission nochmals einberufen zu müssen, wird sogleich eine kleine Reserve neben der auf die betreffende Schule entfallenden Zahl der Land­jahrpflichtigen mitausgewählt.

Als Entsendeort sind im Kreise bestimmt: dis Stadt Wetzlar, die Landgemeinden Wißmar, Vetz­berg, Krofdorf - Gleiberg, Launsbach, Nauborn, Burgsolms, Hermannstein, Naunheim, Rodheim- Bieber, Steindorf, Frankenbach.

Auch als Aufnahmekreis für Landjahrpflichtige wird der Kreis Wetzlar in diesem Jahre größere Bedeutung erlangen. Es sind bereits Gebäude in mehreren Ortschaften als Landjahrheime in Aus­sicht genommen. Sobald die Entscheidung hierüber gefallen ist, werden diese Gebäude bekanntgegeben. Dies dürste insbesondere die Landbevölkerung, bereit Helfer die Landjahrpflichtigen sein werden, interessieren.

Oberheffen.

Fertigstellung

einer neuen Verbindungsstraße.

Lpd. A u s d e m E b s d o r f e r (S r u n b, 24. Jan. Der für den Verkehr vom Ebsdorfer Grund nach dem Lumda tal sehr wichtige Verbindungs­weg HachbornIlschhausenAllendorf ist im Laufe der letzten Monate im Rahmen des Arbeitsbeschaf­fungsprogrammes ausgebaut worden und konnte nach nunmehriger Fertigstellung feiner Bestimmung übergeben werden. Eine schlichte Feier vereinigte aus diesem Anlaß die am Ausbau der Straße tätig gewesenen Arbeiter in einer Hachborner Gastwirt­schaft. Die neue Straßenverbindung wird sowohl von den Bewohnern des Lumdatales, als auch von denen des Ebsdorfer Grundes sehr begrüßt.

Reichsautobahn-Vorarbeiten im Kreise Alsfeld.

Das Kreisamt Alsfeld veröffentlicht die nach­stehende Bekanntmachung über die Führung der Re i ch s a u t o b a h n Frankfurt-Gießen H e r s f e l d :

Nachdem die Freigabe der durch den Kreis Als­feld führenden Teilstrecke der Reichsautobahn Frank­furtGießenHersfeld durch den Herrn General­inspektor für das deutsche Straßenwesen zur weite­ren Bearbeitung erfolgt ist, wird mit den Ver­messungsarbeiten im Gelände alsbald begonnen. Die Hauptlinie führt von B e r n « f e \ b zwischen Bleidenrod und B u r g G e m Ü n d e n hin­durch, an Mauldach und O.der-Gleen vor­über und alsdann zwischen Angenrod und Leusel hindurch, an Reibertenrod vorüber zur Kreisgrenze.

Eine Variante, die neben der Hauptlinie bear­beitet wird, führt von Bernsfeld zwischen Bleiden­rod und Burg-Gemünden hindurch, nördlich an Ehringshausen vorüber und geht alsdann zwischen Zell und Romrod und zwischen Als­feld und Altenburg hindurch über Eifa zur Kreisgrenze. Die nähere Linienführung geht aus einer Ueberfichtskarte hervor, die für die Inter­essenten auf dem Kreisamt Alsfeld offenliegt.

Gemäß § 9 des Gesetzes über die Errichtung eines UnternehmensReichsautobahnen" vom 27. Juni 1933 bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß jeder Besitzer die das Unternehmen vorbereitenden Handlungen auf feinem Grund Und Boden geschehen lassen muß.

Landkreis Gießen.

* Heuchelheim, 25. Jan. Der Platz um unsere Kirche, der sog. Kirchhof, hat eine Ver­änderung erfahren. Die alten Obstbäume wurden gefällt; an ihre Stelle find Ziersträucher und Bäume in sehr geschmackvoller Weise gepflanzt worden. Die Anlage wurde von der Gemeinde mit Unter­stützung der Kirchengemeinde hergestellt und hat das Dorfbild um unsere alte Kirche sehr wesentlich verschönt. Das naßkalte Wetter der letzten Wo­chen und Tage hat viele unserer Einwohner an Grippe erkranken lassen. In den Schulen macht sich die Ausbreitung der Krankheit besonders be­merkbar. In mancher Klasse fehlen über 50 v. H. der Schüler.

+ Grünberg, 25. Jan. Im GasthausWilden Mann" fand gestern abend die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt, bei der 90 Kameraden anwesend waren. Oberbrand­meister S e i f a r t eröffnete die Versammlung mit Begrüßungsworten und sprach besonders Bürger­meister Dr. M i I'b n e r für die eifrige Förderung und Unterstützung der Wehr Dank aus. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß acht Hebungen abge­halten wurden, dazu kam eine Ueberlandfahrtübung mit der Motorspritze; zu einem Brand wurde die Wehr nicht benötigt. Die Wehr beteiligte sich mit Abordnungen am Provinzialverbandstag in Bad- Nauheim und am Herbstverbandstag des Kreises Gießen in Leihgestern. Der Landesverbandstag in Frankfurt wurde vom Kommandanten besucht. Die Jahresrechnung schloß mit einem kleinen Ueberschuß ab. Oberbrandmeister Seifart gab dann Kennt­nis von der Ehrung, die dem Kameraden Karl Jäckel VI. zuteil wurde, der für mehr als 50jüh- rige Tätigkeit bei der Wehr eine eigenhändig unter­

zeichnete Ehrenurkunde vom Führer erhielt. Dis Wehr ehrte ihren so ausgezeichneten Kameraden durch ein kräftigesWehr-Heil!" Es konnten vier Kameraden, die 50 Jahre und länger als Feuer­wehrmann tätig waren, von der Wehr durch Ueber» reichung einer goldenen Ehrennadel ausgezeichnet werden: Bäckermeister Heinrich Meyer, Metzger- meister Karl Hofmann II., Rentier Karl 3 ö cf e IVI. und Stadtdiener i. R. Anton Kreuder. Für 20jährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: Heinrich L i st m a n n, Heinrich Sehrt, Karl Jockel I., Heinrich Ritter und Ludwig Bausch für 15jährige Friedrich Schröder und für lOjäh- rige: Reinhard Jäckel, Viktor Friedrich und Hans Conrad. Es folgten eine Anzahl kurzer belehrender Vorträge: Kamerad Gehringer über Handhabung der mechanischen Leiter, Kamerad Leineweber über die Druckspritze, Kamerad Ide über Hydranten, Kamerad K. Schott über die Motorspritze, Kamerad M a g e l über neuzeit­liches Fußexerzieren, Kamerad Reinh. Haas über Branduntersuchung und Kamerad Herrn. Pfeffer über Feuerlöscher. Besprochen wurde noch die An» schaffung einer elektrischen Sirene, wobei Bürger­meister Dr. M i l d n e r empfahl, vorerst noch zu warten, da in Aussicht stände, daß seitens des Luft­schutzbundes eine solche für alle Zwecke beschafft würde. Die Versammlung wurde dann vom Ober­brandmeister in der üblichen Weise geschlossen.

* Oder-Bessingen, 25. Jan. Durch einen unglücklichen Sturz erlitt Frau Katharina Schie» ferst ein, die Ehefrau des Holzhauers Schiefer­stein, einen Bruch des rechten Oberschen­kels und mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden.

* Bellersheim, 25. Jan. Der Dreschmaschi­nenbesitzer Ernst Bopp von hier konstruierte eine neuzeitliche Kartoffel-Dämpfanlage mit angebauter Waschvorrichtung. Diese Anlage wurde auf dem Hofgut Obbornhofen in Gegenwart von Vertretern der Bäuerlichen Werkschule Gießen und vieler interessierter Landwirte aus der Um­gegend vorgeführt und ließ erkennen, daß mit dieser Einrichtung die für Siloaufbewahrung bestimmten Kartoffeln sehr wirtschaftlich gedämpft werden können.

Kreis Friedberg.

4- Butzbach, 25. Jan. Begünstigt durch das milde Winterwetter konnten die von der Stadt ge­planten Arbeiten an der Kleeberger Straße gute Fortschritte machen. Bisher wurde der Kanalanschluß an die frühere Brauerei Wil- helmshöhe soweit fertiggestellt, daß gegenwärtig die Anschlüsse gelegt werden. Außerdem ist man mit der Anlage einer Hochspannungsleitung beschäftigt. Die Straßenbauarbeiten in der verlängerten Bismarck- straße gehen ebenfalls rüstig vorwärts. Einige Pia- nierungen waren erforderlich. Nunmehr wird der Bau der Bürgersteige in Angriff genommen.

Kreis Bübingen.

* Schwickartshausen, 25. Jan. Der hiesige Schmied Heinr. B ö ch e r, der am 5. Januar durch einen Unfall mit seinem Fuhrwerk (das Pferd scheute, stürzte und begrub den Lenker teilweise unter sich) schwer zu Schaden kam, erlag in der Medizini­schen Klinik zu Gießen den Folgen der erlittenen Verletzungen. Der bedauernswerte Mann, der meh­rere Rippenbrüche davongetragen hatte, bekam Lungenentzündung hinzu, die seinem Leben ein Ende machte. Heinrich Bocher befand sich im Alter von 65 Jahren.

Kreis Schotten.

Laubach, 25. Jan. Dieser Tage hielt im Schützenhof" Fraulein Schuhmacher aus »ar­men vor der hiesigen Frauenschaft und den eingeladenen Parteigliederungen einen interessanten Vortrag über unsere ehemalige Kolonie Süd- meftafri ta. Die Rednerin verstand es, den zahl- reichen Zuhörern einen eingehenden Ueberblick über die heutigen Verhältnisse Südwestafrikas zu geben. Zum Schluffe zeigte sie noch eine Reihe von Licht­bildern, die sie bei ihrem mehrjährigen Aufenthalt in dieser Kolonie selbst ausgenommen hatte. Dor dem NS. -Beamtenbund sprach in der "Traube" Kreisschulrat Pg. Dr. Meuer (Schot- ten) über das Thema:Der Durchbruch des natio-