Samstag, 26. Januar M5
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. 22 Drittes Blatt
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AlislandsdeuWum und Mnterhilsswerk
c
Zur Sammlung des VOA. am 26. Januar.
Oer Oßwaldsgarten
4.
düng findet.
Es ist schon öfters behauptet worden, daß es eine Kl-aufel gäbe, wonach der Garten als freier Platz erhalten werden müßte; in dem Kaufvertrag von 1842 befindet sich eine solche Klausel nicht; sie könnte sich also nur auf den Rest des Gartens, d. h. auf den 1854 geschaffenen Vergnügungsplatz beziehen und dann erst um diese Zeit aufgekommen sein; um diese Zeit aber hatten die Verkäufer kein solches Recht mehr, da laut Kaufvertrag der Kaufpreis zwei Jahre nach Bestätigung des Vertrags (also 1844 oder spätestens 1845) bezahlt sein mußte und jedenfalls auch bezahlt worden war, so. daß die Stadt Gießen damit alleiniges Eigentums- und Verfügungsrecht über das Gelände hatte. Vielleicht ist der Irrtum dadurch entstanden, daß man bei Anlegung des Vergnügungsplatzes von feiten der Stadtverwaltung beschloß, den Platz beizubehalten und vor allen Dingen nicht bebauen zu lassen.
In einem Führer durch Gießen aus dem Jahre 1844 wird das Leben und Treiben geschildert, das
-Mäntel, die vor dem 1. 1. 34 auf Lager genommen waren, dem Jnventurverkauf unter*
Im 82. Lebensjahre ist der frühere Gießener Orts- - - • n" i gestern verstorben.
Gießener, er hatte
In diesem Winter der Schicksalsgemeinschaft aller deutschen Menschen, die eben in der Saarabstim- mung eine leuchtende Bewährung gefunden hat, fühlen alle, daß die Volksgemeinschaft nie und nimmer an den Grenzen aufhört.
Schicksalsgemeinfchafi heißl auch Nolgemeinfchaft.
Und auch deutsche Rot hört nicht an den Grenzen auf Vielleicht ist sie jenseits der Grenzen noch härter und strenger, sicher aber schwerer zu ertragen, wenn nicht die auf sich selbst gestellten Volksgenossen draußen die Zuversicht der ganzen Ration lindernd und helfend hinter sich spürten. Wie die zahlreichen Gruppen der Deutschen im Ausland für das Winterhilfswerk des Mutterlandes eingetreten
sich gelegentlich eines „Vieh- und Krämermarktes" bei Oßwaldsgarten (damals also noch wirklich Garten!) von der Neustadt bis jenseits der Lahn ab- sprelte; diesseits war nur Auftrieb von Großvieh, jenseits der Schweine- und Krammarkt; zur Illustrierung wird erwähnt, daß von den 8 Märkten des Jahres 1839 aufgetrieben waren 752 Pferde, 68 Fohlen, 7903 Ochsen, 2171 Kühe, 1049 Rinder und 14 407 Schweinen der Krammarkt hatte mehr den Charakter einer Messe; man kann sich also vorstellen, wie es auf Oßwaldsgarten nach 1854 her- P. H.
stellt werden. .
3. Der Jnventurverkauf in Pelzwaren darf tn den Zeitungsanzeigen nur ohne Preisangabe angezeigt werden. ~ .
' Pelzwaren, die hiernach dem Jnventurverkauf unterstellt werden dürfen, müssen in den Schaufenstern getrennt von den anderen, nicht zugelassenen Waren gezeigt werden.
gen bei den betreffenden Gewerbetreibenden, führen
In dem Artikel muß im vierten Absatz der dritte Satz richtig wie folgt lauten: „Künftig werden sie es nur noch bis zu einem Jahresbetrag von 6000 Mark sein, zumal die Umsätze der Gewerbetreibenden und Handwerker nur steuerfrei sind, wenn die Steuer für das Kalenderjahr nicht mehr als 20 Mark beträgt (dies entspricht im allgemeinen einem Jahresumsatz von 1000 Mark)."
Infektionskrankheiten in Stadt und Kreis Gießen.
Zahlreiche Fälle von Infektionskrankheiten sind im Verlaufe der letzten Wochen in der Stadt und im Kreise Gießen aufgetreten. Es handelt sich dabei um Scharlach und Diphtherie, in den meisten Fallen aber um Grippe. Nach dem heutigen Stand der Dinge sind die Scharlach- und Diphtherie-Erkrankungen bereits wesentlich zurückqegangen und, nach allen Anzeichen, auch weiterhin im Abflauen begriffen; außerdem sind die Scharlachfälle durchweg leichter Art gewesen. Die Grippe verläuft in allen Fällen ebenfalls gutartig. Sowohl in der Stadt, als auch im Kreise Gießen liegen zwar viele Personen auf dem Krankenbett, es mußten auch m einigen Orten die Schulen geschlossen werden, jedoch ist, in der Gesamtheit gesehen, zu irgendwelchen Beunruhigungen der Bevölkerung nicht der geringste Anlaß vorhanden.
Polizeibericht.
Unsittliches Verhalten eines jungen Mannes im Stadlwald.
genommen haben, ebenfalls ersucht, sich auf Zimmer 69 der Kriminalpolizeistelle Gießen einzufinden.
Keine Post ohne Wohlfahrtsbriefmarke.
Deine Briefpost trage als Zeichen der Volks- Verbundenheit das Postwertzeichen der Wohlfahrtsbriefmarke! Wir ehren diS Arbeit — daher das Markenbild der deutschen Berufsstände; wir lindern die Not — daher der Wohlfahrtsaufschlag auf jede Marke.
Schöner und schlichter können wir unsere Einheit nicht bekunden! Auch im Zeichen der deutschen Wohlfahrtsbriefmarke liegt ein Bekennen 3 um Wohle des Volksganzen für das Glück eines Volkes!
Die Marken find außerpostalisch zu beziehen durch die NS.-Volkswohlfahrt, deren Kreisamtsleitungen, Ortsgruppen, Block- und Zellenwarte und durch die übrigen Organisationen der freien Wohlfahrtspflege.
Daten für den 27. Januar.
1756: Der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg geboren (gestorben 1791); — 1786: der preußische Reitergeneral Hans Joachim von Ziethen in Berlin gestorben (geboren 1699); — 1814: der Philosoph Johann Gottlieb Fichte in Berlin gestorben (geboren 1762); — 1859: Wilhelm II., ehemaliger deutscher Kaiser, in Berlin geboren; —- 1883: der Ingenieur und Nationalsozialist Gottfried Feder in Würzburg geboren; — 1901: der italienische Komponist Giuseppe Verdi in Mailand gestorben (geboren 1813).
Gießener Wochenmarktpreise.
gerichtsvorsteher Friedrich L e o gestern verstorben. Der Entschlafene war ein alter Gießener er hatte das hiesige Gymnasium besucht, dann als Kaufmann in der rüheren Lackfabrik von Zurbuch gelernt als Soldat beim Gießener Infanterie-Regiment 116 gedient und sich dann bei einer Großhandelsfirma m München in einer Vertrauensstelle betätigt. Im Jahre 1883 kehrte er nach Gießen zurück, wo er auf dem Seltersweg ein größeres Kolonialwarengeschaft eröffnete. Nachdem er erst als Ortsgerichtsmann im Gießener Ortsgericht mitgewirkt hatte wurde er im Jahre 1920 zum Ortsgerichtsvorsteher berufen. Dieses Amt legte er Ende November 1933 wegen seines hohen Alters und mangelnder Gesundheit nieder.
Der Heimgegangene zeichnete sich zeitlebens durch größte Gewissenhaftigkeit bei der Erfüllung seiner Obliegenheiten, durch stete Hilfsbereitschaft in dem Amt/des Ortsgerichtsvorstehers und durchJem verbindliches Wesen aus. Mit seiner oberhesstschen Heimat fühlte er sich allezeit m engster Weise verbunden. Das Andenken an diesen M/inn der überall hohe Wertschätzung genoß, wird bei allen, die ihn kannten, in Ehren fortleben. ~
Gottesdienst am Jahrestag
Zieste im Jnventurverkauf.
Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist ausdrücklich darauf hin, daß Reste, angestaubte, angeschmutzte Ware usw. im Jnventurverkauf nur gebracht werden dürfen, wenn die betreffenden Stoffe oder Artikel nicht unter die bekannte Verbotsliste fallen.
Oie Gießener Biehmärkie
im Jahre 1935.
Im Laufe des Jahres 1935 finden in Gießen folgende Viehmärkte statt: ..
Zucht- und Nutzviehmarkte: 5 und 19 Februar; 5. und 19. März; 2., 16. und 30. April; 14. und 28. Mai; 12. (Mittwoch), und 25 Juni; 9. und 23. Juli; 6. und 20. August; 3. und 17 September; 1., 15. und 29. Oktober; 12. und 26 November- 10. Dezember. Die Märkte finden, sofern nichts anderes bemerkt ist, jeweils Dienstags auf dem Viehmarktplatz am Güterbahnhof statt.
S ch w e i n e m ä r 11 e: 20. Februar; 20 Marz; 17 April; 29. Mai; 26. Juni; 24. Juli; 21. August; 18. September; 30. Oktober; 27. November; 11. Dezember (wie üblich jeweils am Mittwoch). Markt- ffätte ist der Viehmarktplatz am Güterbahnhof.
Pferdemärkte werden am Mittwoch, dem 3. April, und am Mittwoch, dem 9. Oktober, auf den Marktanlagen an der Rodheimer Straße (hinter dem Städtischen Schlachthof) durchgefuhrt.
Der Ziegenmarkt wird am Mittwoch, oem 4. September, auf dem Viehmarktplatz am Güterbahnhof abgehalten.
Oie Umsatzsteuer im Jahre 1935.
Der in Nr. 16 des „Gießener Anzeigers" vom 19. Januar (viertes Blatt) auf der ^nberfette „Zeitfragen des Mittelstandes" veröffentlichte Artikel: „Die Umsatzsteuer im Jahre 1935 enthält eine Unrichtigkeit, die zu falschen Hoffnun-
der Machtübernahme.
Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen hat an die Evangelischen Pfarrämter und Kirchenvorstände folgende Verfügungi erlasien.
„Anläßlich des Jahrestages der Berufung u s^ res Führers zum Kanzler des Deutschen Reiche findet in allen Kirchen am Mittwoch, 30. ^nuar, 20 Uhr, ein Gottesdienst statt, tn dem der B deutuna des Tages als der Geburtsstunde des Dritten Reiches gedacht wird. DieGotteshäuser un sonstigen kirchlichen Gebäude sind an diesem Tag zu flaggen."
Inventurverkauf in pelzwaren
Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist darauf hin, daß in ihrem Kammerbezirk m.bet Pelzwarenbranche der Jnventurverkauf nur unter folgenden Bedingungen zulässig ist:
1. Felle, Füchse und Pelzgalanteriewaren dürfen dem Jnventurverkauf überhaupt nicht unter»
2. Von benanberen auf Lager befindlichen Waren dürfen nur Klange Damenpelzmantel unbeschränkt und solche Damenpelzjacken und
Nach dem Tode Oßwalds (anfangs 1842) verkauften die Erben das ganze Anwesen, nämlich 212,50 Quadratmeter Haus mit Hofraum und Nebenbau sowie 16 793,75 Quadratmeter Gartenland (das Wallstück 1. Klasse), am 11. Oktober 1842 an die Stadt Gießen. Das Wohnhaus wurde als Schulhaus eingerichtet und von 1846 bis 1848 der Realschule eingeräurht; 1848 riß man es nieder und baute auf den Fundamenten ein neues Schulhaus auf, das 1849 von der Höheren Mädchenschule bezogen wurde, die bis 1880 darin verblieb; dann diente es der Stadtmädchenschule, der Stadtknabenschule, der Aliceschule und schließlich wieder der Stadtknabenschule als Unterkunft; das Haus steht heute noch und enthält einen Stein mit der Angabe W. O. 1808. Der Garten selbst wurde, ebenso wie die anliegenden Gärten, mit der Zeit immer kleiner, da man Gelände für Schulbauten und neue Straßenzüge abgab. Der Rest wurde 1854 zum Fest- und Jahrmarktsplatz umgewandelt, nachdem der Bahnhof, der bis dahin am Neustadter Tor provisorisch angelegt war — eine Treppe führte zu der Straße hinab — nach seinem jetzigen Standort verlegt worden war; jedoch hat sich der Name „Oßwalds Garten" bis auf den heutigen Tag erhalten. Zur Abhaltung von größeren Festlichkeiten ist der Platz aber zu klein geworden, so daß er nur noch für Märkte und kleinere Schaustellungen Derwen-
sind und mit ihren Gaben ein schönes Bekenntnis zur Heimat abgelegt haben, so wollen
wir uns im Zeichen der Kornblume zu ihnen bekennen.
Darum hat sich der Treuhänder des Außenvolkstums, der Volksbund für das Deutschtum im Ausland, in den Dienst eines Opfertages für das Winterhilfswerk gestellt und verkauft am 2 6. Januar durch seine Mitglieder im Rahmen des deutschen Winterhilfswerkes die blaue Kornblume, das alte Kämpferzeichen der volksdeutschen Bewegung. Auch im Kampfe gegen Hunger und Kalte wird sich die Schicksalsgemeinschaft durch Opfer und Treue bewähren.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Die täglichen Pflichten.
Nicht ohne Grund spricht man von dem Kreis täglicher Pflichten. Sie kehren stets wieder. Kommen noch einige zu den gewohnten hinzu, dann wird der Kreis, oder mindestens fein Durchmesser ‘ größer. Vielleicht wissen nur wenige Menschen, die ’ eingesponnen in ihrem Pflichtenkreis leben, welches I Glücks sie teilhaftig werden. Ihr Leben hat Sinn 1 unb Ziel — burch nichts anderes, als eben durch die Pflichten.
Eine Mutter, die eine große Kinderschar zu betreuen hat, kennt kaum den Begriff Langweile. Ununterbrochen ist sie mit ihrem Denken und ihrer Körperkraft in Anspruch genommen. Jede freie Minute muß sie sich erkämpfen, und daher wird sie ihr um so wertvoller. So bleibt sie mit ihren Kindern jung. Erst wenn sie merkt, daß sie den Ihrigen nicht mehr notwendig ist, hätte sie Zeit für sich, für ihre Person. Aber da ihre Pflichten aufgehört haben, bedeuten ihr die Minuten, die jetzt sich zu Stunden dehnen, nichts Wesentliches mehr. Wenn sich viele Mütter in vorgerückten Jahren nach der Jugend zurücksehnen, so befällt sie vor allem der Schmerz um den Verlust der Pflichten, die mit der Jugend nun einmal verbunden find. Hat je ein Mensch um verlorene Zerstreuungen, um vergessenes Vergnügen getrauert? Man braucht ja nur den Berichten derjenigen zu lauschen, die vieles geleistet haben, und man wird die sich stets wiederholende Klage vernehmen, daß sie früher, in vergangenen Zeiten, schaffen konnten, was ihnen jetzt leider unmöglich geworden ist, weil Krankheit oder Alter sie daran hindern.
Unsere Pflichten verlangen, daß wir sie ernst nehmen, daß sie uns sogar heilig sind. Vergessene Pflicht ist etwas, das sich zu rächen bestrebt ist. Ein Angestellter hat einmal die ihm aufgetragene Pflicht verabsäumt, er hat die Läden der Schränke nicht verschlossen, in denen sich wichtige Papiere befanden. Niemand hat es bemerkt, schon atmet er erleichtert auf. Dann jedoch sind Unbefugte von dem Inhalt wesentlicher Schriftstücke unterrichtet. Woher wisfen sie das?, wird allenthalben gefragt, geflüstert. Jener Angestellte hat den Verdacht, daß sie sich während der kurzen Spanne damit vertraut gemacht haben, in der die Läden unverschlossen geblieben waren. Furcht peinigt ihn. Fortgesetzt wird er von dem Gedanken verfolgt. Seine Arbeit beginnt, darunter zu leiden, und sehr bald wird das als Unaufmerksamkeit ausgelegt, was in Wirklichkeit die bohrende Angst um feine verletzte Pflicht war. Oder nehmen wir eine Mutter. Sie hat sich für den Nachmittag einen Besuch bei einer Freundin vorgenommen. Ihr Sohn kommt aus der Schule und klagt über Halsschmerzen. Wohl weiß die Mutter genau, was sie jetzt zu tun hätte. Doch in diesem einen Falle vergißt sie ihre Pflicht. „Es wird schon nicht so schlimm sein", damit tröstet sie sich. Aber, als sie nach Hause kommt, ist es sehr schlimm. Das Kind hat Fiebern der Arzt muß sofort gerufen werden. Viele Nächte verbringt die Mutter am Bett ihres kranken Kindes, gepeinigt von feinen Schmerzen, die sie ihrer Meinung nach
verschuldet hat.
Pflichten find das Herrlichste, was das Leben zu geben vermag! Wir sollten sie tief in unser Herz schließen, sie lieben und hochhalten. Man kann deshalb auch einmal über die große Menge unserer Pflichten stöhnen. Wer täte das nicht! Aber in den Klageruf mischt sich doch der Stolz darüber, daß unser Geschick gnädig mit uns verfahren ist und uns eine so große Pflichtenlast aufgeburbet hat. Wir müssen uns jeden Tag aufs neue vornehmen, das, was wir tun sollen, so gut zu machen, wie unsere Kräfte es erlauben. Niemüls auch nur um einen Deut schlechter. Nie sollte man glauben, bafe Undank unser Lohn sein wird. Die täglichen Pflichten sind die Wegbereiter für das glückliche Leben in der Jugend und für die Zuversicht beim Herannahen des Alters. Klugheit, Voraussicht und zäher Fleiß sind Eigenschaften, die im unmittelbaren Gefolge der täglichen Pflichten einherwandern. Zu- ammenqefaßt sind sie es, die unser Leben reich machen. Wehe dem Menschen, der keine tauchen Pflichten kennt. Größere Harten konnte das Schicksal ihm nicht auferlegen. i5ChUe
Orisqerichtsvorsteher Leo t-
4- Tageskalender für Samstagt NSLB. Kreis Gießen, Arbeitsgemeinschaft Mäd- chenerziehung. Technische Fächer: 15.30 Uhr in der Mädchen-Berufsschule, Kirchstraße 16: Vortrag von Frl. Gros und Frl. Westphal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frasquita". — Aftoria-Llcht- piele, Seltersweg: „Heldentum und Todeskampf unserer Emden". — Oberhesfischer Kunstverein: 17 Uhr: 2. Führung durch die Ausstellung.
— Tageskalender für Sonntagt Stadttheater: 19 bis 21.45 Uhr: „Das Land des Lächelns". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frasquita". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Helden- tum und Todeskampf unserer Emden". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15: „Kampf um Kraft (nur für Kraftfahrer). — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13: 1. Jahres- Ausstellung.
— Aus dem Stadttheaterburo wird uns geschrieben: Sonntag, 27. Januar, 19.15 Uhr zum letzten Mal die romantische Operette: „Das Land des Lächelns" von Franz Lehar; Leitung: Hub — Cuje — Bäulke. — Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr, die Biedermeieroperette „Die vier Schlaumeier" von Walter W. Götze; Leitung hat Hub — Cuje — Bäulke. — Mittwoch, 30. Januar, zur Feier des Tages der Machtübernahme Sondervorstellung für die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine Gießen (AMRG.) das Drama „Der König", von Hermann von Bötticher; Spielleitung Kurt Lüpke. Anfang 19.30 Uhr. Die für diesen Tag fällige Vorstellung des Mittwoch-Abonnements fällt aus. — Donnerstag, 31. Januar, geschloffene Vorstellung für die NS.- Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, das Lustspiel „Was ihr wollt" von Shakespeare; Spiellei- tung der Intendant. Beginn 20 Uhr. — Freitag, 1. Februar, 20 Uhr, Wiederholung „Die vier Schlaumeier", Biedermeier-Operette von Goetze. — Samstag, 2. Februar, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Buhne, Wiederholung des Lustspiels „Was ihr wollt" von Shakespeare: Beginn 20 Uhr.
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♦* 25 Jahre im Dienste der Stadt Gießen. Am heutigen Samstag kann der städtische Marktmeister und Hilfspfandmeister Karl Schneider auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Stadt Gießen zurückblicken. Herr Schneider, der sich bei seinen Vorgesetzten und Arbeitskameraden, aber auch in weiten Kreisen der Bürgerschaft großer Wertschätzung erfreut, hat sich nicht nur durch seine gewissenhafte Pflichterfüllung im Amt, sondern auch durch seine von vorbildlichem Gemeinsinn geleitete Mitwirkung im Verein für christliche Musik, z. B. beim Maienblasen und bei der Bereicherung von Gottesdiensten, um die Gemeinschaft unserer Bevölkerung in hohem ! Maße verdient gemacht.
** Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am morgigen Sonntag, 27. Januar, begeht Herr Adam Koch in Gießen, Am Riegelpfad 26, in geistiger ’ und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar ist schon seit über 40 Jahre treuer Leser
des Gießener Anzeigers.
** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am kommenden Montag, 28. Januar, begeht Frau Kath. Nicolai, Frankfurter Straße 159 wohnhaft, ihren 75jährigen Geburtstag.
** Eine Siebzigjährige. Frau Minna Thon, geb. Zimmerschied, begeht am morgigen Sonntag, 27. Januar, in körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag.
** Der morgige Abendgottesdienst in der Jobanneskirche. Die vierte musikalische Abendfeier, die morgen um 17 Uhr in der Jcchanneskirche stattkindet, ist ganz auf Johann Sebastian Bach eingestellt. Organist Nebeling wird Fuge in O-Moll, Aria, außerdem Toccata, Adagio, Fuge in C-Dur, dieses bedeutendsten aller Kirchenmusiker der evangelischen Kirche barbieten. Gemeindegesang, Schriftlesung und eine Ansprache von Pfarrer Bechtvlsheimer werden zwischen dis Orgelwerke eingegliedert werden.
** Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.
Verheiratet war G. W. O ß w a l d mit Charlotte ging. Krebs, einer Tochter des Rentamtmanns Krebs.'
Nach einem Bericht im „Gießener Anzeiger Nr 18 vom 22. Januar soll der Oßwaldsgarten zu । einem Aufmarsch- und Kundgebungsplatz der Gie- i ßener SA. umgestaltet werden und auch einen entsprechenden Namen erhalten. Mit dem Wegfall der jetzigen Bezeichnung verschwindet die nominelle Erinnerung an ein Stück aus Gießens Vergangenheit. Daher dürfte wohl eine geschichtliche Auffrischung angebracht sein.
Die Familie O ß w a 1 d (nicht Oswald) gehört zu den alteingesessenen Familien der Stadt und ist mit vielen ebenjo alten Familien, z. B. Wormser, Sauer, Kempf, Maus, Oeser u. a. verwandt. Unter den Vorfahren ragt der Bürgermeister Johannes O ß w a 1 d (geboren 1620, gestorben 1689) hervor, der auch als Ratsherr 1671 den Anlaß zum Bau des großen städtischen Brauhauses (hinter dem Cafe Ebel; Gedenkstein in her Sandgasse gegenüber ßöbers Hof) gab. Den Oßwaldsgarten aber hat der Universitätsökonom Hofkammerrat Gottlieb Wilhelm O ß w a l d (geboren 1770, gestorben 1842) geschaffen.
Als Gießen noch Festung war, durfte nicht bis an den Wall heran gebaut werden; daher lagen an diesem meistens Gärten und stellenweise Wiesen, so z. B. am Neustädter Tor (an der Nordseite der unteren Neustadt) die Gärten von Masson und Lyncker; diese kaufte G. W. O ß w a l d an. Nachdem 1805 die Schleifung der Festungswerke beschlossen war und die Bürger zur Mitarbeit an der Niederlegung der Wälle, Schanzen usw. und dem Auffüllen des Grabens aufgefordert wurden, wobei das so gewonnene Gelände ihr Eigentum werden sollte, gab der begüterte G. W. Oßwald, der die $lanierungsarbeüen in großem Stile ausführen ließ, auf diese Weise seinem Garten eine gewaltige Ausdehnung. Zulegt umfaßte der Besitz rund 17 000 Quadratmeter; er war — nach den heutigen Verhältnissen — begrenzt von der Wetzsteinstraße (die damals noch nicht existierte) im Norden, einer Verbindungslinie zwischen dem Schnittpunkt Wetzsteinstraße-Wetzsteingasse (die damals Hintergasse hieß) und dem Schnittpunkt Neustadt-Kirchstraße (die damals noch nicht existierte) im Osten und dem Teil der Neustadt von letzterem Schnittpunkt ab im Süden; im Westen gehörte der heutige Werner-Wall von der Neustadt bis zur Wetzsteinstraße zum Teil, nämlich bis an .den Schorgraben, der von dem Festungsgraden übrig blieb, dazu. Mitten darin erbaute sich Oßwald auf den Resten einer Schanze, die er mit Bäumen bepflanzte, ein Wohnhaus im Jahre 1808; es hatte 1840 im Adreßbuch die Bezeichnung Hmter- qaffe Litera A Nummer 40 und war das letzte Haus dieser Straße, die mit einem Eingang in den Garten endigte; ein zweites Gartentor befand sich an der Neustadt. Bis zum Asterweg schlossen sich die Gärten von Realschullehrer Stein (Wohnung Hintergasse 36), Physikus Dr. Weber (Hintergase 39), Geh. Medizinalrat Dr. Nebel (jpater Dr. P 1 o ch, Asterweg 83) und Regierungsrat Ebel 1 Witwe (später Klingelhoffer, Asterweg 90) an.
Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt uns mit: Am 24. Januar, gegen 16.30 Uhr, wurde eine Frau, die mit einem Kinde im „Nizza" spazieren amg ' von einem Manne, der sich am Waldrande ausgestellt hatte, in unsittlicher Weise belästigt. Der Täter entfernte sich nach der Tat auf feinem Fahrrade, wurde aber von einem anderen Manne, der den Vorgang beobachtet hatte, verfolgt, der dann später seine Festnahme veranlaßte.
Die betreffende Frau wird ersucht, zur Bestätigung des Vorfalles bei der Kriminalpolizeistelle, Zimmer 69, vorzufprechen.
Da der Täter nach feinen eigenen Angaben auch im vergangenen Jahre wiederholt Frauen in der gleichen Weife gegenübergetreten ist, werden diese, wenn sie an dem Verhalten des Mannes Aergernis
* Gießen, 26. Jan. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Gier, frische 11 bis 13, inländische Kühlhauseier 10 bis 13, ausländische 10 bis 13, Wirsing (gelb), das Pfund 10, (grün) 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 45, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 16, Birnen 10 bis 12, Nüsse 30 bis 50, Honig 45 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 85 Pf., Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf.
Vornokizen.


