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grimmigen Kalle schwer zu leiden. Trotz der gro­ßen Kälte kamen in der Nacht etwa 8000 Personen im Kraftwagen an den Strand, um das Rettungs­werk zu beobachten.

Die Ward-Linie teilt mit, daß über das Schick­sal von 15 Fahrgästen und 42 Mitgliedern der Be­satzung Ungewißheit herrscht. Der Schauplatz dieser Schiffskatastrophe ist übrigens nur wenige Meilen von Asbury-Park entfernt, wo seinerzeit die Morrow Lastle" auf Strand gesetzt worden ist. Bei der Reederei derMohawk", der Ward-Linie, ist ein Telegramm von der Küstenwache in Neu-Jersey eingegangen, in dem berichtet wird, daß auf der höhe von Spring Lake vor Neu-Jersey Not­signale einesReltungsbootes beobachtet worden sind. Es handelt sich dabei offenbar um das noch vermißte Rettungsboot derMohawk".

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Der DampferMohawk" ist nicht weit entfernt von der verbranntenMorrow Castle" g e s u n - k e n. Nach den Berichten von Ueberlebenden ist der Zusammenstoß mit derTalisman" noch völlig u n- geklärt. Der Zusammenprall erfolgte in einer klaren Nacht. Er war so heftig, daß der Bug der Mohawk" vollkommen eingedrückt wurde. Man begann sofort mit der Aussetzung der Rettungsboote. Da jedoch das ganze Deck mit einer dicken Eisschicht bedeckt war, glitten die Fahrgaste

die zu den Booten eilten, auf dem Deck aus und stürzten hin. Als dieMohawk" u n t e r g i n g, be­fanden sich noch mindestens 40 Personen auf dem Deck. Die Rettungsboote trieben in der eisigen Kälte und bei schwerer See stundenlang umher, ehe sie von anderen Schiffen ausgenommen werden konnten. Die Mehrzahl der Ueberlebenden ist in Neuyork mit erfrorenen Lippen und Ohren sowie sonstigen Verletzungen eingetroffen. Die Ueberlebenden preisen den Heldenmut der Besatzung, und betonen, daß es an Bord der Mohawk" keine Panik gegeben habe. Die Suche der Küstenwachschiffe und der Flugzeuge nach den vermißten Fahrgästen und Mitgliedern der Be­satzung ist bisher ergebnislos geblieben. Unter den Vermißten befindet sich auch der Kapitän der Mohawk", Johann W o d d, der noch kurz vor dem Untergang seines Schiffes auf der Kommandobrücke gesehen wurde.

Oie japanische Aktion in der Mongolei.

Tokio, 25. Jan. (DNB.) Die Angriffe der Saiyukai und Minseito gegen die Armee wegen der übersteigerten Heeresausgaben werden in den Kreisen der Armee als wehrfeind­liche Einstellung der politischen Parteien an­gesehen. Kriegsminister Hayashi verständigte sich mit den Offizieren seines Stabes darüber, daß eine entschiedene Zurückweisung der Angriffe in die Wege geleitet werden müsse, wenn sich die Notwendigkeit dazu ergäbe. Die Presse behauptet allerdings, daß

Hayashi den Parteien nicht antworten werde. Das Auswärtige Amt hat an die Vertretungen im Ausland Mitteilungen Über die Vorgänge an der mongolischen Grenze gesandt. Darin heißt es, die Vorfälle hätten lokale Bedeutung und würden nach dem Rückzug der chinesischen Truppen erledigt. Der Ministerpräsident hat dem Kaiser und dem Kabinett in diesem Sinne berichtet.

General Slateff sucht einen Finanzminister.

Sofia, 25. Jan. (DNB.) Trotz aller Bemühun­gen ist es dem neuen Ministerpräsidenten General Slateff noch nicht gelungen, das Finanzmi- rr i st e r i u m zu besetzen. Fünf Persönlichkeiten aus dem Wirtschafts- und Finanzleben des Landes haben alle abgelehnt. Unter Hinweis einmal auf die gespannte Finanzlage des Staates und zum anderen auf die großen Schwierigkeiten in der Frage der Auslandsverschuldung und des Transfers soll die Ablehnung erfolgt sein, die sich in der vorigen Woche nach der einem Finanzdiktat gleichkommenden Entscheidung des Völkerbundsrats für die bulgarischen Staatsschulden noch verschärft hat. Wie aus Regierungskreisen noch mitgeteilt wird, plant das neue Kabinett die Schaffung eines Staatswirtschaftsrates. Dieser soll sich aus Vertretern aller Wirtschaftsstände zusammen­setzen und beratendes Organ der Regierung bei allen wichtigen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen sein.

Ein Lahr deutsch-polnischer Verständigungspaki.

Der Friede im Osten.

Die deutsch-polnische Verständigung, das Ab­kommen vom 2 6. Januar 1 934 mit allen feinen weitreichenden Folgeerscheinungen, ist von einem Teil der ausländischen Presse als das Wunder des O st e n s" bezeichnet worden. Von anderen Meinungsmachern wurde derPakt", der ja kein Pakt in dem verdorbenen Sinne der fran­zösischen Einkreisungspolitik ist, nur als ein tak­tisches Manöver gewertet, das die außenpolitische Isolierung der Reichsregierung durchbrechen sollte. Für uns war dieser Versöhnungsakt kein Wunder, kein diplomatischer Schachzug, sondern der na­türliche Ausdruck unserer Weltan­schau u n g , die befreiende Tat zweier Männer, die ihr Volk lieben" wie sonst nichts auf der Welt und die gerade deshalb alles das aus dem Wege räum­ten, was das Geben dieser Völker in ihrem gegen­seitigen Verhältnis bedrohen und vergiften konnte. Die deutsch-polnische Einigung war nicht bloß der Abschluß eines formalen Vertrages, sondern er be­deutete die Regelung der Lebensbedingungen zweier Völker auf einer sehr viel breiteren und höheren Ebene.

Als Polen wieder zur Eigenstaatlichkeit erwachte, als der Augenblick gekommen war, da die nationale Sehnsucht dieses lange unterdrückten Volkes ihre Erlösung fand, da geschah diese Befreiung auch auf deutsche Kosten und sie geschah mit einem Ungestüm, das viele Opfer und Tränen in deutschen Landen forderte. Zwischen Deutsch­land und Polen schien ewige Feindschaft herrschen zu müssen Die damalige französische Regierung stellte sich den Polen als Bundesgenossen zur Ver­fügung. Es war nur natürlich, daß die angebotene Hilfe nicht ausgeschlagen würde. Aber bald brach sich in Warschau die Erkenntnis Bahn, daß diese Hilfe nicht aus einem uneigennützigen Verständnis für den Daseinskampf des polnischen Volkes zu erklären war, son­dern daß sie vielmehr allein dazu dienen sollte, die Warschauer Regierung vor den Wagen der franzö­sischen Hegemonialpolitik zu spannen und sie in immer neuem Ansturm gegen bas Deutsche R e ich zu hetzen. Die Fortdauer dieser Politik hätte nicht nur einen wichtigen Teil, Europas in dauernder gefährlicher Unruhe gehalten, sondern sie hätte vielleicht auch eines Tages dem deutschen und dem polnischen Volk das Leben kosten können. Die Alleinherrschaft des französisten Gene­ralstabes über ganz Europa wäre dann nur noch eine Frage der Zeit gewesen.

Es kam anders, als die Drahtzieher in Paris es sich dachten. Die nationalsozialistische Revolution stellte einen Mann an die Spitze Deutschlands, der auch für die Führung der Außenpolitik neue An­schauungen und Grundsätze mit sich brachte. Adolf Hitler sah nicht in dem Gegeneinanderspiel feind­licher Kräfte, sondern in^er ehrlichen Zu­sammenarbeit gleichberechtigter und gleichgeachteter Völker und ihrer Regie­rungen das wesentlichste Element für die Erhaltung des Friedens, für die Wohlfahrt der Nationen und für den Aufstieg der abendländischen Kultur. So war es von vornherein selbstverständlich, daß der Nationalsozialismus den polnischen Nachbarstaat trotz aller Gegensätze und Mißstimmungen nicht als eme Uebergangserscheinung betrachtete,' sondern als bas Eigentum eines Volkes, dessen unbeugsamem Lebenswillen und dessen heroischem Daseinskampf die höchste Achtung gebührt. In Warschau erkannte man früher als in anderen Hauptstädten die Grund­gedanken des Nationalsozialismus. Marschall Pil- s u d s k i, der einst den polnischen Freiheitskampf geführt und dann seine unbestrittene Autorität in Volk und Staat durchgesetzt hatte, erfaßte als Staatsmann mit klarem Verstand die Situation, die durch die nationalsozialistische Revoluton in Deutsch­land geschaffen war. Er erkannte die Möglichkeiten, die das autoritäre Regime in Berlin und War­schau für den Ausbau der deutsch-polnischen Bezie­hungen und für die Verbesserung bef internatio­nalen Atmosphäre bot.

Nach einigen Vorverhanblungen würbe am 26. Januar 1934 im Auswärtigen Amt jene inhalts- reidje Grflärung unterzeichnet, bereu wichtig­sten Einzelheiten hier noch einmal kurz angebeutet feien. Zunächst erklären sich beibe Regierungen f ü r den Grunbfatz ber unmittelbaren V e r- ftanbigung von Staat z u Staat. Dem- entfprechenb stellen'beibe Regierungen fest, baß anbere internationale Verpflichtungen burch den neuen Vertrag nicht berührt werben sollen. Für den Fall ber Entstehung befonberer Streitfragen verpflichten sich beibe Regierungen, zu ihrer Aus­tragung unter keinen llmftänben zur Anwenbung von Gewalt zu schreiten. Aber sie nehmen auch keinen Bezug auf ben Völkerbunb, fonbern sprechen nur von Verfahrensarten, bie allein für diese beiden Länder Gültigkeit haben. Schließlich sprechen beide Regierungen den Wunsch nach einem gut nachbarlichen Verhältnis aus, das auch den übrigen Völkern Europas zum Segen gereichen möge.

Die unmittelbare Folge dieses für einen Zeit­raum von zehn Jahren bestimmten Abkommens

war ein reicher geistiger und materiel­ler Güteraustausch, ber sehr halb zwischen ben beiben Völkern einsetzte. Es sei nur erinnert an bie gegenseitige Vereinbarung über bie öffent­liche Meinungsbilbung in beiben ßänbern, an bie Wieberherstellung bes Wirtschaftssriebens, an bie Aufhebung ber Zeitungsoerbote, an bie gegen­seitigen Besuche ber Volkswirtschaftler unb Journa­listen, an ben Besuch von Dr. Goebbels in War­schau, an bas deutsch-polnische Runbsunkabkommen unb schließlich an bie Erhebung ber beiberfeitigen Gesanbtschaften zu Botschaften. Aber bas alles waren nur äußerliche Zeichen einer tiefgreifenben ©innesänberung, bie nicht nur bie beiben benach­barten Völker erfaßt hat, sondern die ihren heil­samen und wegweisenden Einfluß auch auf die ge­samteuropäische Politik ausübt.

Ein Wendepunkt.

Oberst Beck über die Bedeutung des 26. Aanuar.

Berlin, 25. Jan. (DNB.) Der polnische Mini­ster des Auswärtigen Beck hat anläßlich des Jcch- resta-ges der Unterzeichnung ber polnisch-deutschen Erklärung vom 26. Januar bem Warschauer Vertre­ter besVölkischen Beobachters" folgende Aussüh- runaen über bie polnisch-beutschen Beziehungen zur Verfügung gestellt.

Der heutige Jahrestag der Unterzeichnung ber polnisch- beutschen Erklärung über ben Verzicht auf Anwenbung von Gewalt ermöglicht einen Uederblick über bie zur Annäherung ber beiben Völker voll­brachte Arbeit unb ihre positiven Folgen in ber internationalen Politik. Die Führer ber beiben

Berlin, 25. Jan. (DNB.) Der Führer unb Reichskanzler gewährte bem Berliner Korrespon- benten .berGazeta Polska", Kazimierz Smogor- z e w s k i, eine Unterrebung, in ber u. a folgendes geäußert wurde:

Exzellenz, Sie haben einen neuen, tie­feren patriotischen Geist erzeugt, der von der ersten bis zur letzten SeiteMein Kampf" durchdringt und der im deutschen Volkstum und seiner Gefühlswelt eine Wand­lung hervorgerufen hat, bie bei uns Polen Verstänbnis unb Nachempfinben gefunben unb so bie Möglichkeit bes beutsch-polnischen Ausgleiches ge­schaffen hat. Ist es gestattet, Herr Reichskanz­ler, im Hinblick auf Ihre früher geäußerte Ansicht anzunehmen, baß bie nationalsoziali­stische Politik «einen enbgültigen Strich unter bie Polenpolitik früherer Zeiten macht? Würben Exzellenz mit Rück­sicht auf bas Datum bes 26. Januar 1934, an bem bie beutsch-polnische Erklärung unterzeich­net würbe, einige Worte über Das beutsch- polnische Verhältnis meiner Zeitung gewähren?

Die nalionalsozialistische Politik beruht auf dem Gedankengut der nationalsozialistifchen Idee. Die Raffenlehre der nationalfozialistifchen Idee lehnt die sogenannte E n t n a t i o n a l i - sierung grundfählich ab. Sie sieht in dieser gewaltsamen ' Annexion fremden Volksgutes weit mehr eine Schwächung des eigenen Volkstumes als eine Stärkung. Die von uns eingefchlagene Politik der Respektierung der an unseren Grenzen lebenden fremden Völker ent­spricht daher im höchsten Maße dem Gedankengut unserer Bewegung und damit uh f e r e r inner­sten Ueberzengung. Wir gedenken nicht fort- zusehen, was frühere Jahrhunderte hier an Fehlern begangen haben. Ein Ausdruck dieses unseres Wollens ist der Versuch der Reugestaltung der Be­ziehungen des deutschen Volkes zum polnischen. Die praktische Erfahrung des letzten Jahr­hunderts hat außerdem gezeigt, daß die wirk­lich wertvollen Elemente ohnehin nicht oder doch nur sehr schwer und sehr langsam ent- nationalifiert werden können. Der Gewinn erstreckt sich fast nur auf die Schwankenden und damit zu­meist minderwertigen Erscheinungen. Ihre Erobe­rung ist aber in keinem Falle als ein Ruhen an­zusprechen, der in irgend einem Verhältnis zu den damit verbundenen Leiden und Gefahren steht. Ich sehe daher einen gegenseitigen Rationa­lität e n s ch u h als eine der erstrebenswertesten Ziele einer überlegenen Staatsführung an. Ls ist aber klar, daß eine solche Politik nur unter gegenseitigem Verstehen erfolgreich ver­wirklicht werden kann.

Wie verhält sich ber nationalsozialistische Einheitsstaat zu Stammes- unb Lanbeseigenheiten? Erstrebt er Der-

Völker haben es verstauben, ben richtigen Augenblick zu erfassen, um bie ©runblage für neue Beziehungen zwischen beiben Nationen aufzubauen. Der 26. Januar 1934 ist in ber weite­ren Gestaltung ber nachbarlichen Beziehungen zwi- schen Polen unb bem Deutschen Reich zum Wendepunkt geworben. Von biesem Augenblick an bauen sich bie polnisch-deutschen Beziehungen auf gegenseitigem Verstänbnis unb auf Achtung ber Leistungen ber b'eiben Völker auf. Daburch wurde dasErzielen einer Verständigung auf Gebieten von grundlegender Be­deutung" für die normale Zusammenarbeit ermög­licht, vor allem in wirtschaftlicher Hin­sicht und in der Gestaltung der öffent­lichen Meinung.

Nur positive auf Bekämpfung des Miß­trauens zwischen den Völkern adzielende Maßnahmen machen es möglich, einen Ausweg aus der Sackgasse zu finden, in welche die Welt gegenwärtig geraten ist. Die vor einem Jahr unterzeichnete Erklärung ist klar in der Form und deutlich im Inhalt. Sie gibt Zeugnis von ber Klarheit ber getroffenen Entscheidungen, die sich in einem so weiten Ausmaß ausgewirkt haben. Einfache und klar gefaßte Entschei­dungen führen wirksamer zum Ziel als Methoben, bie durch ihre komplizierte Form nicht selten ihren wesentlichen Inhalt verlieren. Polen unb Deutschlanb haben einen Weg beschritten, ber burch beiberseitigen Ausgleich von Gegensätzen zur Festigung bes allgemeinen Friebens gilt, für welchen bie Schaffung freunbschaftlicher Nachbarschaft zweifellos bie wesentlichste ©runblage bildet."

wischung ober Stärkung berfelben? Ist es rich­tig, baß Sie, Herr Reichskanzler, im Laufe biefes Jahres bie Aufteilung ber Länder in Reichsgaue vornehmen wollen?

Der nationalsozialistische Staat ist ein Einheits­staat in der Feststellung und Festhaltung einer einzigen Souveränität, deren Träger das gesamte Volk ist. Er wird zu diesem Zweck alles beseitigen, was Menschen k ü n st l i ch a ufgerich tet haben und alles respektieren, was von der Ratur gegeben ist. Es ist da­her nicht unsere Absicht, etwa die Eigenart der einzelnen Stämme unseres Volkstumes künstlich oder gar gewalttätig zu verwischen oder etwa zu beseitigen. Sie sind die Bausteine unseres Volkes. Sie bedingen unser reiches kulturelles Innenleben. Am so mehr aber werden wir jene Erscheinunaen ausrotten, die in den traurigsten Zeiten dynasti­schen Eigennutzes als trennende Momente inner­halb unseres Volkes aufgerichtet worden sind. Dabei wird sich als Endergebnis eine Gliede­rung des Reiches nach zweckmäßigen und allen Teilen unseres Volkes zugute kommenden Gesichtspunkten von selbst ergeben. Die national­sozialistische Partei hat schon längst vor der Macht­übernahme in ihrem eigenen inneren Aufbau eine solche moderne, unseren heutigen Bedürfnissen entsprechende Einteilung vorgenom­men. Ihre modifizierte Uebertragung auf die spätere staatliche Gliederung des Reiches wird mit den notwendigen Korrek­turen im Laufe der Zeit aus der lebendigen Ent­wicklung heraus von selbst stattfinden.

Ist bie Frage ber inneren Verfassung enbgültig burch bas Führerprinzip fest­gelegt? Wir Auslänber lesen unb hören so oft von einem entstehenben beutschen Orb en, vorn Verhältnis ber Partei zum Staate, was sollen wir unter biefer Bezeichnung verstehen unb in welchem Sinne ist ber erste Punkt bes nationalsozialistischen Programms, es sei nur einZeitprogramm", aufzufassen?

Sie haben recht, das F ü h r e r p r i n z i p ist schon heute in der gesamten Verfassung des Reiches fo gut wie fest gelegt. Der Orden, von dem Sie sprechen, i st bereits vorhan­den. Es ist dies die in löjähriger Arbeit gebildete und gewachsene Rationalsozialistische Partei. Sie ist an die Stelle der früheren parteimäßigen Zer­splitterung getreten und beherrscht als Reprä­sentantin des deutschen Volkswillens und damit des Lebenswillens der deutschen Ration das ge­samte Deutsche Reich. Die Verwirklichung der Zielsetzung der nationalsozialistischen Bewegung führt zu einer so refflofen Einheit zwischen Partei und Staat, daß ihr Programm damit dereinst als verwirklicht und in ihrer Verwirk­

Das Ergebnis schöpferischer Außenpolitik.

Unterredung eines polnischen Journalisten mit dem Führer.

lichung als Kampfoufgbe damit at< beendet angesehen werden kann.

In der Wirtschaftspolitik beschäftigt uns das Verhältnis von Landwirtschaft und I n b u st r i e im nationalsozialistischen Deutsch­lanb. Wie soll es sich künftig gestalten?

Unsere Wirtschaftspolitik hat sich eine Reihe gro­ßer Aufgaben gestellt. Die zunächstliegenden Arbeiten aber werden bestimmt durch die von uns an­getroffene allgemeine Situation. D. h. wir fanden über 6V- Millionen Erwerbs­lose, ein vor dem vollkommenen Ruin stehendes Bauerntum und einen der rest­losen Zerstörung und Vernichtung aus- gelieferten Mittel st and. Diese katastro­phale Lage zwang uns die zu treffenden Abwehr- maßnahmen auf. Wir können schon heute mit Stolz den Erfolg unserer Aktion feststellen. Alle Ziffern unseres wirtschaftlichen Lebens sind in günstiger Entwicklung und Steigerung begrif- f e n. Das Entscheidende aber war: es ist uns ge­lungen, die natürliche Tatkraft, Ent­schluß- und Arbeitsfreudigkeit unseres Volkes in der glücklichsten Weise zu beleben. Die private Initiative, die wesentlich für jede erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist, haben wir der lähmenden Fesseln des früheren Regimes entledigt. Durch eine neue, großzügige Ordnung die Land­wirtschaft sowohl als die Industrie wieder lebensfähig gestaltet, Millionen Arbeitern einen Arbeitsplatz gesichert, vor allem aber damit dem Staate zuverlässige Stützen feiner nationalen Existenz gegeben. Unsere künftige Arbeit wird eine Fortsetzung der geleisteten sein.

In ber auswärtigen Politik ist bie öffentliche Meinung auf Deutschland Stellung­nahme zu ben verschiebenen Paktvorschlägen ge­richtet. Wäre es vorzeitig, diese Frage zu stellen?

Sie werden verstehen, daß sich über die ver­schiedenen Paktvorfchläge heute umsoweniger öffent­lich etwas sagen läßt, als ihre Diskussion z. T. überhaupt erst begonnen hat. Rur das eine muß ich immer wiederholen:

1. Deutschland will mit allen feinen Rach­barn in Frieden leben. Und es ist be­reit, alles hierzu Rolwendige großzügig zuzu­gestehen.

2. Deutschland wird niemals mehr Ver­zicht lei st en auf feine Gleichberech­tigung.

3. Wir können unter einer internationalen Zusam­menarbeit nicht verstehen, die Heber- nähme undurchsichtiger Verpflich­tungen und Konsequenzen, die am Ende ohne Berücksichtigung der natio­nalendeutschen Interessen uns dort­hin führen können, wo wir aus eigenem freien Willen nicht hinkommen wollen, nämlich zu einem Krieg.

Frage: Wie müssen wir uns gegenüber bem immer wieberkehrenben Gerücht, Deutsch­lanb trete bem fßölferb.urtb wieber bei, verhalten?

Wir sind wegen Richteinhaltung der uns zusiehen- den und zugesicherten Gleichberechtigung aus dem Völkerbunde ausgeschieden. Wir geden­ken nicht, etwa in Zukunft noch einmal im Völker­bund um unsere Gleichberechtigung zu feilschen, son­dern wir sind entschlossen, in keinen Bund eher zurückzukehren, als wir nicht gleichberechtigt sind. Dies ist, wie ich schon einmal betonte, keineBedingung", son­dern eine Selbstverständlichkeit. Daß das frühere Regime in Deutschland dafür kein Ver­ständnis zeigte, hatte es sehr schwer zu büßen. Es wurde von der Ration restlos beseitigt. Es ist aber naiv zu glauben, daß ich oder wir dumm genug seien, gerade den Fehler wieder zu machen, der unseren Vorgängern neben vielen anderen aber doch hauptsächlich mit das Genick gebrochen hat!

Frage: Wer von ben großen Geistern ber Vergangenheit hat einen ausschlaggeben- ben Einfluß in intellektueller Hin­sicht auf Ew. Exzellenz ausgeübt? Es ist sehr schwer, die Zahl jener Geister aufzu­zählen, die zu jeder großen Idee schon in der Vergangenheit befruchtende Bei­träge geleistet hatten. Unser ganzes Anschau­ungsbild entsteht zum überwältigenden Teil aus den Resultaten geistiger Arbeit der Vergangenheit und zu einem kleinen Teil auf Grund eigener Erkennt­nis^. Das Entscheidende ist nur, das einem von den großen Geistern früherer Zeiten überlieferte Ge­dankengut vernünftig und zweckmäßig zu ordnen und die sich daraus ergebenden l o g i - scheu Konsequenzen zu ziehen. Denn was nützen alle Erkenntnisse, wenn man nicht den Mut besitzt, sich ihrer auch zu bedienen. In dem wir aus einer Summe geistiger und wissenschaftlicher Ideen die praktischen politischen Folgerungen zogen, haben wir die vollkommen steril gewordene Trägheit über­wunden und unserem nationalen Leben damit einen neuen und, wie ich überzeugt bin, entscheidenden Aufschwung gegeben.

3m übrigen freut es mich, nunmehr nach einem Jahre neugestalteter deutsch-polnischer Beziehungen auf das Fruchtbare dieser Entwick­lung zurückblicken und Hinweisen zu dürfen. Es ist uns gelungen, eine ber ge­schichtlich bedeutsam st en Korrekturen rechtzeitig durchgeführt zu haben. Rämlich eine Korrektur des Irrtums, als ob zwischen den beiden Völkern eine Feindschaft als eine Art Erbmasse stets vorhanden gewesen wäre und damit für alle Zukunft vorhanden sein müßte. Ich glaube im Gegenteil, daß trotz all dem Schwe­ren, was zwischen den beiden Völkern liegt, sie im Interesse der gemeinsamen Erhaltung gerade der europäischen Kultur zu einer aufrichtigen Zusammenarbeit verpflichtet sind. Das nationalsozialistische Regime in Deutschland wird nichts unterlassen, was geeignet fein kann, diese Zusammenarbeit zu fördern und langsam in eine forfbauernbe Freunbschaft zu oerroanbeln Der heutige Tag gibt mir bie Berechtigung, mehr benn je an bie Verwirklichung eines solchen Wun­sches zu glauben.