Aus der Vrovinzialhauptsiadt.
Oer Briefträger.
Jeden Tag steigt er treppauf, treppab. Es ist keine Kleinigkeit, aber er macht immer ein freundliches Gesicht. Immer ist sein Gruß höflich und seine Antworten sind zuvorkommend. Er scheint kaum etwas zu geben, was ihn aus dieser friedlichen Grundstimmung reißen könnte. Er versieht sein Amt eben mit bewundernswerter Liebenswürdigkeit und das verdient Anerkennung.
Denn er ist Briefträger. Einem Briefträger wird das Leben nicht leicht gemacht. Gott bewahre! Laufe mal einer jeden Tag, den Sonntag nicht ausgenommen, durch die Straßen seines Bezirks und klimme mit schwerer Tasche sämtliche Treppen hoch, die sich in den Häusern befinden. Manche Treppen sind hübsch breit und bequem gemacht, gewiß. Dafür gibt es viele andere mit engen, knarrenden Stufen, und wieder andere, deren Betreten geradezu lebensgefährlich ist. Den Briefträger darf das indessen nicht anfechten; er muß täglich feinen Gang tun. Hat übrigens schon mal jemand ausgerechnet, wieviel Kilometer er auf diese Weise an jedem Tage zurücklegt?
Aber es ist nicht der Weg mit den vielen Treppenstufen allein, der sein Amt erschwert. Biel schwieriger ist oft die Bestellung an einen unbekannten Adressaten. Die meisten Familien seines Bezirks find dem Briefträger natürlich wohlbekannt. Bor allem diejenigen, die mit ziemlicher Regelmäßigkeit Post empfangen. Er weiß, wie groß die Familie ist, ob die Kinder erwachsen sind und was für einen Beruf sie erlernt haben. Im Laufe der Zeit sind dem Briefträger die regelmäßigen Postempfänger so vertraut geworden, daß das Verhältnis zu ihnen direkt freundschaftlich geworden ist und er dem einen oder anderen Familienangehörigen die Post sogar auf der Straße aushändigen kann.
Doch da kommen wer weiß wie oft die vertrackten Sendungen. Ein unbekannter Name auf der Anschrift! Ein falsch geschriebener Straßenname mit Fragezeichen dahinter als Hausnummer! Nun fange mal einer an, zu suchen, bis er den richtigen Empfänger gefunden hat. Aber der Briefträger verliert feine Laune nicht, und er entwickelt häufig eine Findigkeit, die wirklich in Erstaunen fetzen muß.
Im Sommer könnte fein Amt eigentlich leichter fein. Aber da ist es die Wärme, die ihn in Schweiß bringt. Und im Winter hat er außer mit der schlechten Witterung noch mit unerfreulichen Lichtverhältnisfen in Hausfluren und Korridoren zu tun. Bei der Nachmittagsbestellung muß er oft genug Hals- und Beinbruch riskieren, bis er feinen Empfänger, oder dessen Briefkasten richtig erreicht.
Nein, es ist keine leichte Sache, Briefträger zu fein und immer eine freundliche Miene zur Schau zu tragen. Noch dazu, wenn einer im Kriege die Hand oder den Arm bis zum Ellenbogen verloren hat. Und davon gibt es eine ganze Anzahl unter ihnen, die dennoch ihr Amt ausgezeichnet versehen.
Alle Achtung vor dem Briefträger! Er ist ein pflichtgetreuer und vorbildlicher Volksgenosse und Arbeitskamerad, der diese Achtung in vollem Maße verdient. H. W. Sch.
Dornoii'en
Tageskalender für Freitag.
NSG. „Kraft durch Freude": 20.15 Uhr Militär- Festkonzert in der Dolkshalle; 21 bis 22 Uhr Ski- Trocken-Kursus, Reitschule Schömbs; 20.30 bis 21.30 Uhr Allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Vogelhändler". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Vergiß mein nicht!" — Soldatenbund Gießen: 20 Uhr Kameradentreffen im Konzert in der Volkshalle.
Erstaufführung „Der Vogelhändler" im Stadttheater.
Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns geschrieben:
Wer m den letzten Wochen in die Nähe des Theaters kam, merkte an der allseitigen und eifrigemsigen Tätigkeit, daß irgendeine Besonderheit in der Lust liegen müsse. Zumal in den letzten Ta
gen eine gewisse Spannung über dem gesamten Gebäudekomplex .Theater' liegt und sich auf alle überträgt, die beruflich irgendwie in diesen Räumen ein- und ausgehen. Von der Probebühne her schallen wohlbekannte Rhythmen und lustige Weisen, denn dort musiziert und probiert der erste Kapellmeister Paul Walter mit seinem Orchester. In zahllosen Einzelproben üben die Solisten und die Mitglieder des Chors, die mit Kapellmeister Ernst Bräuer wetteifern, dieser alten Operette im neuen Gewände den rechten Schwung zu geben. Auf der provisorisch aufgebauten Bühne tummelt sich in großen Massen- und Dialogszenen das ganze Aufgebot unserer Mittel, die Paul W r e d e für den „Vogelhändler" eingesetzt hat, u. a. eine eigens für diese Operette neu zusammengestellte Gruppe junger Tänzerinnen, unter Führung von Therese Schultheiß (Frankfurt a. M.), der auch die Einstudierung der Tänze obliegt. In den technischen Abteilungen wird fieberhaft gearbeitet, meist noch bis in die späten Abend- und Nachtstunden. Löffler, Keim, Buchner, Kraft haben Phantasie und Können mobilisiert, so daß diese Neufassung von Zellers „Vogelhändler", die den Namen „Münchner Fassung" erhalten hat, auch den Gießener Theaterfreunden gefallen wird. Erstaufführung am Freitag, den 25. Oktober. Diese Operette ist die erste größere Aufführung unseres diesjährigen Operetten» spielplans. Es wirken mit: Damen: Fornallaz, Hagemann, Perry; Herren: Bley, Greif, Frickhoef- fer, Geiger, Hub, Hille, Lindt, Lüpke, Mosbacher, Schorn Volck. Die Erstaufführung ist die vierte Vorstellung im Freitag-Abonnement und dauert von 20 bis gegen 23 Uhr.
Familienabend der Lukasgemeinde.
Ein Familienabend der Lukasgemeinde findet am kommenden Sonntag, 20 Uhr, im Lukassaal statt. Pfarrassistent Z s ch a u spricht über „Die Lage der evangelischen Kirche in Oesterreich". Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.
Reichsbund der kinderreichen in Gießen.
Am kommenden Sonntagnachmittag findet im Saale des Katholischen Dereinshauses eine Großkundgebung statt, zu der alle Volksgenossen ein- geladen sind. Man beachte die heutige Anzeige.
Deutsche Arbeitsfront.
Fachgruppe Gastslättengewerbe.
Am Montag, 2 8. Oktober, findet nachmittags um 3 Uhr im großen Saale des Cafö Leib eine
Großkundgebung
des gesamten Gaststättengewerbes
statt, in welcher svrechen: der Kreiswalter der DAF., Pg. Wagner (Gießen) und der Gaufachgruppen- walter, Pg. Z e i ß e (Frankfurt a. M.).
Es werden Fragen behandelt, die für Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder von größter Wichtigkeit sind. Wir erwarten daher, daß dieser Aufforderung restlos Folge geleistet wird und die Betriebsführer ihren Gefolgschaftsmitgliedern durch Freigabe einiger Stunden die Möglichkeit geben, daß beide zusammen an der Kundgebung teilnehmen können. *
Sportamt „Kraft durch Freude^.
heute folgende Kurse:
Ski-Trocken: Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Skier und Stöcke werden vom Sportamt gestellt.
Allgem. Körperschule, für Frauen und Männer: Don 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.
Fröhliche Gymnastik und Spiele: Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantine der Fa. Buderus.
Reiten: Von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Reue kdF.-Sportkurse!
In der nächsten Woche beginnen neue Reitkurse, ebenso Kurse für Hallentennis und Kleinkaliberschießen. Schriftliche ober persönliche Anmeldungen
Von der Mechanik desAagels.
Von Dr. Helmut Thomasius.
Wie der Maler noch vielfach da die Schönheit erkennt, wo sie das Auge anderer Sterblicher nicht mehr zu erblicken vermag, so bedeutet für den Techniker noch mancherlei „Technik", was für den Laien nicht mehr unter diesen Begriff fällt. In diesem erweckt die Bezeichnung Technik Vorstellungen von riesigen Maschinen und gewaltigen Leistungen. Der Techniker hingegen erkennt auch in Kleinigkeiten, in scheinbar unbeachtlichen Dingen und Vorgängen noch den technischen Grundgedanken. Sie geben ihm manchmal mehr zu raten auf, als große Pläne und Unternehmungen von beträchtlichem Ausmaß. Diese Einstellung hat zur Folge, daß die Technik auch Gegenständen ihre Aufmerksamkeit zuwendet, die sie, wie mancher glauben mag, um ihrer Unschein, barfeit willen gar nicht verdienen. Dabei ergibt sich die merkwürdige Tatsache, daß man derartige Gegenstände aus ihrer Vergessenheit plötzlich ans Licht zieht und daß sich mit einemmal viele Techniker und Erfinder um sie zu bemühen beginnen. Man fuchi nach Verbesserungen an Dingen, an denen es scheinbar nichts mehr zu verbessern gibt. Ein kennzeichnendes Beispiel für diese Sachlage bildet gegenwärtig der Nagel.
Er ist eines der ältesten Hilfsmittel, die wir kennen, um Gegenstände zusammenzufügen, aneinander zu befestigen, irgendwo aufzuhängen. Seit unendlichen Zeiten wird er zu diesen Zwecken ge- braucht. Dabei ist er trotz der mannigfachen Abar- ten, die es gibt, und der verschiedenen Stoffe, aus denen er hergestellt wird, im Grunde doch immer gleich geblieben. Ein eckiger ober runber Stab, unten eine Spitze, oben ber Kopf, auf ben ber Hammer nieberfällt. Das war immer so unb, wenn man auch Nagelmaschinen erfunben hat, bie eine ganze Anzahl von Nägeln gleichzeitig eintreiben, änberte bas nichts an biefen selbst. Die Technik von heute stellt neue Ansorberungen an ben Nagel. <£r soll sich leichter eintreiben lassen, soll gewisse Stosse vor ollem holz nicht (palten, soll ferner [eiter haften, soll bequemer herauszuziehen sein unb [öü noch mancherlei sonstige Ansorberungen erfüllen Wan ist mit bem alten Nagel nicht immer mehr zufrieden, sucht ihn zu verbessern, will ihm neue Emenschaften verleihen. Neue Gedanken tau- chen auf, die sich in die Tat, die sich in Nägel n och Niedagewesener Art Umsetzern Immer großer wird die Zahl dieser Nägel und Vorschläge. Besonders reiche Anregungen hat der Wunsch ergeben, em festeres Haften herbeizuführen.
Aus diesem Punsche heraus ist ein Nagel her- vorgegangen, der mit Widerhaken versehen ist.
Diese Haken sind sehr klein und sitzen an der Stelle, wo die Spitze in den Schaft übergeht. Von den von früher her schon bekannten, an dieser Stelle ober weiter oben am Schaft angebrachten Einkerbungen unterscheiben sie sich baburch, baß sie flossenähnlich herausragen unb in Spitzen auslaufen. Die in dieser Weise ausgestalteten Nägel lassen sich leicht ih das Holz eintreiben, bedürfen oder zum Herausziehen einer stärkeren Kraftanwendung als sonstige Arten. Als besondere Eigenschaft wird angegeben, daß sie sich mit der Zeit nicht lockern, sondern im Gegenteil ohne weiteres Zutun von selbst immer mehr befeftigen. Der Grund liegt darin, daß das Holz allmählich trockener wird und dadurch schrumpft. Dieser Schwund bewirkt ein stärkeres Verklammern ber Wiberhaken.
Eine Gesellschaft, bie leicht zusammensetzbare Häuser herstellt, verwenbet, um feste Verbinbungen zwischen Einzelteilen bieser Häuser aus verschiebe- nen Stoffen zu erzielen, ganz eigenartige Nägel. Der Schaft ist hier in einer Weise zusammenge- breht, bie an einen Strick erinnert. Die Oberfläche besteht also aus Schraubengängen, bie jedoch dicht aneinanberliegen und sich zu einer Art Zylinderfläche mit eingekerbten Schraubenlinien zusammenfügen Die Nägel sind, um ein R o st e n z u verhüten, mit einem Ueberzug aus dem Metall Kadmium versehen. Als sonstige zur Verfestigung dienende Teile kommen bei diesen Häusern Bolzen zur Verwendung, die unten hakenförmig umgebogen find, also gtiichfaLs eine Art von Widerhaken aufweisen. Sie werden mit Hilfe einer Schraubenmutter, die an ihrem geraden Ende angreift, kräftig angezogen, so daß sich der Haken fest gegen den Baustoff preßt.
Ein weiterer Gedanke zur Herbeiführung festen Haftens kommt bei einem Verbindungsmittel zur Ausführung, das man ebensowohl als einen bolzen- förmigen Nagel wie als einen nagelförmigen Bolzen bezeichnen kann. Der Schaft besteht aus Federstahl unb ist in ber Mitte in ber Längsrichtung ein Stück weit abgeschlitzt. Die beiben auf diese Weise entstandenen Schaftteile sind nach außen gebogen. Zwischen ihnen befindet sich also eine Oeff- nung, die an ein Nadelöhr erinnert, unb bereu Wanbungen febern. Wenn man ihn in Ziegel, Steine, Beton ober sonstige Stoffe eintreibt, nachdem man in biese vorher ein Loch gebohrt hat, pressen sich bie beiben Seitenteile des Schaftes zunächst zusammen. Sobalb ber Nagel sitzt, stemmen sie sich infolge ihrer febernben Wirkung gegen bie Wanbungen bes vorgebohrten Lochs, woburch das Ganze festgehalten wirb. Das Eintreiben erfolgt in gewöhnlicher Weise burch Hammerschläge. Eine Spitze ist nicht vorhanben, woburch die Form eines Bolzens entsteht.
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Rücksichtnahme verpflichtet.
Sie dürfen nicht achtlos bie Fahrbahn betreten, ■ , nicht auf bem ihnen bequemsten Weg schräg eint > r stark befahrene Straße überqueren; sie braucht '“9n c
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Die Verarmung unserer Tierwelt.
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Rücksichtnahme auf die anderen entspricht dem nationalsozialistischen Gemeinschaftsgedanken.
Selbstzucht aller ist im Straßenverkehr nötig! Ml sich bieser Sortierung nicht fügt, muß mit ber ga zen Härte bes Gesetzes bazu gezwungen roerbr;
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aber nicht gezwungen zu werben, in verkehrsfern Zeiten sich an bestimmte Uebergänge über die Fahl«!
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Straßendisziplin!
Ein Erlaß des Reichs- und preußischen Derkehrsministers.
an bas Sportamt, Schanzenstraße 18. Tel. 2919, erbeten.
Die Wein-Werbewoche verlängert.
Wie bie Stabtverryaltung uns berichtet, ist nach einer Mitteilung ber Landesbaue'rnschaft Hessen- Nassau bie Wein-Werbewoche bis tommenben Sonntagabend) einschließlich verlängert worben.
Vorerst kein gleitender Sechstageplan an den höheren Schulen.
Nach einer Mitteilung bes Reichserziehungsministers an bie Abteilung II ber Lanbesregierung wirb von ber Einführung bes gleiienben Sechstageplanes an den höheren Schulen vorerst abgesehen.
Hochschulnachrichten.
Der Minister für Wissenschaft, Kunst unb Volks- bilbung. hat ben Dozenten Dr. phil. habil. Harro Dewet Jansen an der Marburger Universität beauftragt, die Vertretung der durch das Ausscheiden des Professors Hoops an der Universität Heidelberg freigewordenen Professur für eng» lstche Philologie sowie die Leitung des englischen Seminars in Heidelberg wahrzunehmen.
und andere Lebewesen ihre einzige Wohnstätte fer den, stürzen, und die Tiere müssen sich eine and«' Heimat suchen. Fabrikabwässer und Uferreguli* rungen machen die Gewässer fischarm und oerträf ben den Otter oder den fchänen Eisvogel noch manche andere Tiere. Der moderne ßanbiui* schastsbetrieb reißt namentlich in bie Kleinoogelw- empsinbliche Lücken. Wenn jeher Baum unb jek Busch auf bem Felbe ber Axt verfällt, weil er einer Stück ßanb bie Sonne raubt, wenn Quellen trorferr
Kis ÖS?
Als eine befonbere Abart der Bolzen unb wenn man will, auch ber Nägel, kann man bie Niete auffassen, bie bazu bienen, metallische Teile fest mit» einanber zu vereinigen. Auch sie folgen bem Zuge ber Zeit unb änbern ihr Aussehen. Neben ben gewöhnlichen Nieten, bie nach wie vor in alter Weise gebraucht werben, ist ein Niet für einen befonberen Zweck aufgetaucht, bas sich von ben übrigen wesentlich unterscheibet. Es bient zum Verschließen von Löchern in Kesseln, Rohrleitungen unb in ähnlichen Fällen. Bei diesem Niet ist unterhalb bes Nietkopfes ein tragenförmiger dicker Klotz aus einer Bleilegierung von besonderen Eigenschaften angebracht. Des weiteren sitzt unter diesem Klotz eine dicke Messingscheibe unb unterhalb bieser eine Schraubenmutter. Der Nietschaft ist in seinem ent- sprechenben Teil als Schraubenspinbel ausgebilbet unb mit einem Gewinbe versehen. Das Niet wirb burch bas ßoch hinburchgesteckt, so baß sein Kopf, ber Setzkops, auf ber einen Seite liegt. Dann wirb von ber anberen Seite her bie ßegierung gegengeschraubt. Sie ist berart zusammengesetzt, baß sie sich leicht in bas ßoch hineinquetscht, es ausfüllt und dicht verschließt. Um die Mutter festzuhalten, kann dann noch die Vermietung vollständig durchgeführt und unten ein Schließkopf hergestellt werden.
Außer zum Verschließen von ßöchern kann dieses Niet noch dazu benutzt werden, um, ähnlich wie bei bem bereits beschriebenen Bolzen, ein besonders festes Haften in Mauerwerk herbeizuführen. Die Haftfläche wird dabei durch die ßegierung und ihr Ausdehnungsvermögen vergrößert.
Den Bemühungen, beim Nageln, Verbolzen und Vernieten eine erhöhte Verfestigung zu erzielen, gesellt sich das entgegengesetzte Bemühen hinzu, vorhandene Verbindungen leichter zu losen. Dieses ßösen wird dadurch erschwert, daß sich der Kopf des Nagels schwer mit der Zange fasten läßt. Dem soll ein Nagel mit zwei übereinander angebrachten Köpfen abhelfen, von denen der obere abgerundet ist, so daß man sich nicht verletzen kann. Er steht nach dem Eintreiben etwas vor. Die Zange greift bann zwischen ben beiben Köpfen an.
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Der Reichs- und preußische Verkehrsrnimster hat zur Ordnung des Straßenverkehrs einen grundlegenden Erlaß herausgegeben, der folgenden Wortlaut hat:
„In letzter Zeit haben Nachrichten über die Zahl der Straßenverkehrsunfälle die Oeffentlichkeit und die Behörden beunruhigt. Der Schaden an Gesundheit und ßeben der Volksgenossen unb der Verlust an Dolksverrnögen durch Unfälle im Straßenver- kehr ist ernst und schwer. Jedoch darf die Bedeutung der Unfälle im Verhältnis zum Anwachsen des Straßenverkehrs und insbesondere des Kraft- und Radfahrverkehrs nicht überjchätzt werden. Die Zahl der Unfälle ist im Verhältnis zur Zahl der Kraftfahrzeuge nicht gewachsen, sondern zurückgegangen. Bei Beurteilung ber Tatsachen unb beim Eingreifen zur Verhütung von Unfällen ist Besonnenheit nötig. So wichtig Maßnahmen zur 23er» Hinderung von Unfällen jinb, bürfen boch baburch bie großen Ziele ber Verkehrspolitik nicht beeinträchtigt werden.
Auf keinen Fall sind Maßnahmen angebracht, die der Motorisierung des Verkehrs abträglich sind. Ferner muh der wichtige Grundsatz der Gleichberechtigung aller in der Verkehrsgemeinschaft, den die Reichs-Strahenverkehrs-Ordnung aufgestellt hat, immer beachtet werden.
Es ist unrichtig und unangebracht, die Schuld für Verkehrsunsälle bei einer Verkehrsart zu suchen, feien es nun die Kraftfahrer, ober etwa bie Rad- fahrer, ober Füßgänger ober der Fußoerkehr. Jeder muß für das Seine zur Verhütung von Unfällen tun, bie Behörden müssen für die Erfüllung und Pflichten aller Verkehrsteilnehmer sorgen, müssen dabei aber stets die Verkehrsregelung sinnvoll und nie schematisch handhaben.
Schädlich im Verkehr ist der Kraftfahrer, der unter rücksichtsloser Ausnutzung der Geschwindigkeit seines Fahrzeuges, um vielleicht wenige
gelegt werden, um neues Ackerland zu gewinn« so werden dadurch häufig weite Strecken vogelam während sich Käfer unb ßaroen unb anbere Pflam zenschäblinge um so stärker vermehren. Durch k für unsere Volkswirtschaft so notwenbigen Mooü' kulturen werben Birkwilb unb Brachvogel halb bort verschwunben sein, wo sie ben Wander»! unb Naturfreund früher mit ihrem Prachtgefiedl'« ihrem Balztanz ober ihrem melobischen ßocken eV Zückten. In ben letzten Jahrzehnten haben vor oll« bie großen Vogel beträchtliche Einbußen erlitt« So kommt ber Kranich nur noch vereinzelt it Norbostbeutschland vor, ebenso ber Kormorain ber in Pommern nur noch gelegentlich als Brno ' vogel auftritt Der schwarze 2B a l b ft o r d), 6? ! man vor einem halben Jahrhundert aller Orten & . ruhigen Waldungen beobachten konnte, wird 6?" spielsweise aus Schlesien nur .... „ ’ Bruten gemeldet Selbst der Hausstorch zeigt m 1 manchen ßandschaften von Jahr zu Jahr eine M < kere Abnahme. Dom Fischreiher, der fruM: Siedlungen von 15 bis 100 Nestern bildete, N größere Stände sehr selten geworden. Und kennt noch bie großen Raubvogel auf freier AM bahn? Stein ab! er, Schreiabler und Fischadler ' kommen nur noch so vereinzelt vor, daß es etö ( großes Glück bedeutet, sie einmal außerhalb ds- Zoologischen Gärten zu sehen. Um so mehr ist c’ angebracht, alle Tier- und Naturschutzbestredung^ 3U fordern, die ohne Beeinträchtigung der w/tv schafllichen Bedürfnisse unseres Volkes möglich
** Arbeitsvergebung. Das Städtische Hoch- und Tiefbauamt gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, baß bie Erb-, Pflasterungs- unb Chaussierungsarbeiten zum Ausbau ber verlängerten Bergstraße öffentlich vergeben werben. Auf bie Bekanntmachung fei besonbers hingewiesen.
** Eine öffentliche Mahnung ber Stabtkasse zur Bezahlung rüefftänbiger Abgaben ist in unserem heutigen Anzeigenteil enthalten. Säumige Zahler seien auf bie Bekanntmachung besonbers hingewiesen.
** Noch kein „Puppenspiel vom ßuft- s ch u tz". Wie ber Reichsluftschutzbunb uns mitteilt, müssen bie für ben 28. unb 29. Oktober angesetzten Ausführungen bes „Puppenspiels vom Luftschutz" infolge plötzlicher Erkrankung bes Spielleiters leiber ausfallen. Der Eintrittspreis wirb gegen Vorlage ber Karte bei ber Geschäftsstelle, Linbenplatz 1, I (Eingang Kirchenplatz), zurück- erftattet.
** Stabttheater-Stammabonnement. Die Einlösung ber zweiten Rate des Abonnements
betrifft eine Bekanntmachung der Sürgermeifterel I in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen.
Kleine Strafkammer Gießen.
Vor den Schranken des Gerichts stand gestern R. E. aus Bleichenbach, der wegen Sachbeschäbi- gung im Sinne des § 303 RStGB. vom Amis, aericht Ortenberg zu 20 Mark Geldstrafe, Hilfsweise 4 Tagen Gefängnis, verurteilt worden ist. Der Angeklagte fügte auf einem Grundstück, das er früher selbst in Pacht hatte, sieben Kirschbäumchen von 5 bis 7 Zentimeter Durchmesser 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden ab. Sowohl in der ersten Instanz als auch vor der Kammer als Ae. rufungsinstanz bestritt der Angeklagte die Tat; er konnte jedoch überführt werden. Seine ^Berufung wurde daher kostenfällig verworfen.
Sodann befaßte sich bas Gericht mit dem schon erheblich vorbestraften Friedrich Wille, zur Zeit in Strafhaft, der zuletzt vom Amtsgericht Fried, berg wegen Rückfallbetrugs in zwei Fällen zu einem unb einem halben Jahr Zuchthaus verurteilt wurde. Der Angeklagte war als Agent einer Parfümerie, unb Seifenfirma tätig. Neben ihm waren noch eine Frau angestellt, bie bie von dem Angeklagten aus. gemachten Aufträge erledigte und die Waren Der- teilte. Der Angeklagte verteilte nun eines Tage; für die Angestellte die fraglichen Waren, zog da; Geld ein und lieferte es nicht ab. Die Kammer als Berufungsinstanz lehnte einen Betrug ab unb nahm lebiglich Unterschlagung an. Das vorinstanzliche Ur. teil würbe bahin abgeänbert, baß ber Angeklagte zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis Der. urteilt würbe. Die Kosten bes Verfahrens trägt die Staatskasse.
Ein weiterer Angeklagter war nicht erschienen. Seine Berufung mürbe verworfen.
Minuten zu gewinnen, unachtsam darauf losfährt.
Die Wiedereinführung einer Begrenzung der Höchst, geschwindigkeit für Kraftfahrzeuge mit allen ihren Unzuträglichkeiten, mit der Stoppuhr und sonstigen „Autofallen" beabsichtige ich nicht; aber ich muh verlangen, daß der Kraftfahrer jederzeit und überall feine Geschwindigkeit den gegebenen Verhältnissen anpaht.
Rcckdfahrer dürfen nicht zu mehreren nebeneinanderfahren, wenn der Verkehr dadurch be- bindert wird; und damit werden sie auf 5fra- feen mit starkem Verkehr regelmäfeig zu rechnen haben.
Es kann aber auch Fülle geben, wo es für die Lü» Wicklung des Verkehrs besser ist, daß sie zu zwei-n oder dreien nebeneinanderfahren. So wird beifpiej. weise beim Schichtwechsel großer Werke der Deo kehr weniger gehindert, wenn der Verkehrsstoß in breiter Front, aber beschleunigt abfließt, als wenn die große Zahl von Radfahrern lange Zeit hindurch einzeln hintereinander den Heimweg antritt'. Ofxr- stes Gesetz ist die Rücksicht auf die Derkehrslage uni die jeweilige beste Abwicklung des Verkehrs.
Fußgänger sind im heutigen Straßenverkehr gleichfalls zu erhöhter Aufmerksamkeit und
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Wenn die weiten Wald- und Oedlandgebiete or allem im Osten Deutschlands und die Schluchten k Gebirge noch manchem Tier eine Zufluchtsstätn bieten, das man in anderen Geaenden nur noch aus Büchern kennt, so läßt sich doch im allgemeine! eine Verarmung unserer heimischen Tierwelt nid leugnen. Zivilisation unb Natur vertragen sich nid immer gut. Mit bem Einzug intensiver ForstnM schäft ist beispielsweise manches ßeben aus unsere) Wälbern geschwunben. Weniger wertvolle SäuiK mußten fallen, unb manche Beerensträucher rourhei beseitigt, weil sie keinen Nutzen bringen. Mit ihnei werben aber bestimmte Tierarten zurückgebräng: Baumriesen, in bereu hohlen Stämmen Ebelmark
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