im Ausdruck. Es folgte ein sehr gut vorgetragenes
11 erschien
Mal, daß die Ortsgruppe Heuchelheim im größeren A-men an die Oeffentlichkeit trat. Der Abend hat
Sonderzüge nach Ortenberg:
t und übet
bei N.-Frankfurt (M.) H., Ortenberg ab 17.45 Uhr,
ttotew 1J6.C umRM iron
Landkreis Gießen.
Kriimenk^?“1
KeiUMMGel
Vornan von Anny von panhuys
man Bettina „Loreley" genannt und ließ dann b andere der Reihe nach folgen. Von Gretels Er-
s'
ßotfe".
en
l
ahn bte
-g Wz
sie biot: verkehM- über bießi
(Rra^iiÄi den ©M
Die Gesamtzahl der bis zum Jahre 1918 in den einzelnen Kreisen Oberhessens bekannt gewordenen Typhuserkrankungen betrug 4214, darunter waren 523 Todesfälle. Die wirkliche Zahl der Erkrankungen und Verstorbenen ist sicher viel größer; denn für viele Jahre war keine genaue Zahl angegeben, auch dürfen wir annehmen, daß die leicht oder atypisch verlaufenen Fälle nicht gemeldet worden sind, ferner daß nicht selten die Anzeige unterblieb, um den Unbequemlichkeiten der behördlichen Maßnahmen aus dem Wege zu gehen. Die Gesamtzahl der als Paratyphus bezeichneten Erkrankungen betrug 227. Auch diese Zahl muß als viel zu gering angesehen werden. Es kamen sicher weit mehr Paratyphen vor. Aber einmal wurde bis um die Jahrhundertwende ein Unterschied zwischen Typhus und Paratyphus nicht gemacht, dann auch ist die häufig leicht verlaufende Erkrankung gar nicht erkannt worden. Wie zu erwarten war, wurde die Ursache der meisten Typhusfälle nicht aufgeklärt. Man kannte ja den Erreger und seine Lebensbedingungen noch nicht (er wurde 1880/84 entdeckt), man dachte vor allem nicht an Bazillenträger und Dauerausscheider (Personen, die Krankheitskeime ausgenommen haben, und, ohne zu erkranken, nur vorübergehend ausscheiden, bzw. Personen, die vom Zeitpunkt der überstandenen Infektionskrankheit ab deren Erreger länger als zehn Wochen ausscheiden). Meistens wurde die Erkrankung auf Umweltfaktoren zurückgeführt, wie kalter Morgen- und Abendnebel, oder verdorbene Luft, anhaltende Trockenheit, anhaltende feucht-warme Witterung, trockener, heißer
* Berg!. „Gießener Anzeiger" Nr. 221 vom 21. September, Nr. 236 vom 9. Oktober und Nr. 248 vom 23. Oktober.
t an 17.56, verkehrt am , .... Sonderzug Ortenberg ab 17.20, Abers 17.26, Stockheim an 17.32 Uhr.
be allen Anwesenden einen sehr guten Eindruck shiilerlassen.
Sonntagsrückfahrkarten zum Kallen Markt.
'für die Fahrt zum „Kalten Markt" werden von )er Reichsbahn Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben m! zwar von den Bahnhöfen der folgenden 5h»cfen: Frankfurt a. M.—Stockheim—Lauterbach- Md, Gießen—Gelnhausen, Friedberg—Hungen— Wirte, Frankfurt a. M:—Fulda, Frankfurt-Ost— ^a«au-West, Friedberg—Nidda—Schotten, Hanau— jfriiibberg, Gießen—Fulda und Vilbel-Nord—Gie-
Es begann früh zu dunkeln, Bettina erklärte, fortzumüssen, sie hätte nur einen ganz kleinen Besuch machen wollen.
Alle baten sie, doch noch zu verweilen, und Hans Syden sagte: „Bleiben Sie ruhig noch hier, Bettina, ich werde Sie später in meinem Auto heimbringen. In der Dunkelheit nachher sollen Sie nicht auf dem Rad durch den Wald fahren."
Sie las aus feinem Blick, er wollte sie sprechen. Auch sie sehnte sich danach und bangte doch davor. Ihr . Herz klopfte fast schmerzhaft.
Sie neigte den Kopf, erwiderte nebensächlich: „Wenn Sie mich im Auto heimbringen wollen, Hans, werde ich natürlich gern noch ein Weilchen bleiben."
Gretel rief lustig „Ich fahre selbstverständlich auch mit."
Ihr Bruder machte eine Bewegung der Abwehr. „Nein, Schwesterherz, du kannst nicht mitfahren, weil wir Bettinas Rad mitnehmen müssen."
Hans Syden erzählte nun allerlei aus Frankfurt, und so verging die Zeit, der Abend brach herein. Jetzt drängte Bettina zum Aufbruch, die Einladung, am Nachtessen teilzunehmen, schlug sie aus. So wurde denn das Fahrrad im Auto verstaut und vorn, neben dem Führersitz, nahm Bettina Platz.
27. Kapitel.
Im Auto auf dunkler Waldchaussee.
Hans Syden fuhr los. Er saß stumm neben Bettina und hielt dann plötzlich mitt auf der Chaussee an, die den Wald hier in zwei Hälften teilte. Alles war totenstill um die beiden herum, und das Auto stand mit abgeblendeten Lichtern da, sah wohl von weitem aus wie ein winziges Häuschen, durch dessen kleine Fenster sich matter Lichtschein drängt.
Bisher hatten die zwei Menschen noch kein einziges Wort gewechselt während der kurzen Fahrt, jetzt aber sagte Hans Syden mit unterdrückter Stimme: „Ich danke Ihnen, Bettina, daß Sie mir heute ein Warnungszeichen gaben, ich hätte sonst wahrscheinlich irgend etwas sehr Unvorsichtiges geäußert. Aber was soll ich nun tun und wie verhält sich das nur, warum ist Dr. Diendorf so gut zu Großmutter und meiner Schwester gewesen?"
Bettina antwortete: „Weil er nicht weiß, daß die Gräfin Jutta Syden Ihre Großmama und Gretel Ihre Schwester ist. Weil er noch immer nicht Ihren Namen kennt und auch keinen Wert mehr darauf legt, ihn kennenzulernen. Ich weiß das aus einer fluchtigen Aeußerung, die ihm entschlüpft, als ich mich einmal in Berlin einen Augenblick allein mit ihm befand im Wohnzimmer seines Hauses und er sagte das ja auch damals zu mir, damals, nachdem
_____,t von Frau Schreiber. Hierauf gab der l rtsgruppenleiter Wobker das Wort der Gau- rntsleiterin Frau I. Brinkhoff (Frankfurt).
einem einftünbigen Vortrag gab die Rednerin tmen eindrucksvollen Aufschluß über Zweck und
Eierwelt anbgebieii Schlucht» Zuflucht iben nur'
l'ch zu kämpfen war. Die Herren Wirth und Birkenholz überbrachten die Glückwünsche zum fast 40jährigen Bestehen der Genossenschaft und wünschten weiteren erfolgreichen Aufstieg. Anschließend gab der Mitbegründer und Letter der Molkerei Direktor Bill einen Ueberblitf über die Entwicklung des Unternehmens. Den bei der Veranstaltung Anwesenden wurde auf geschmückten Tischen Speise und Trank gereicht, ein Beweis für das herzliche Verhältnis, das zwischen Betriebsfuh- rung und Gefolgschaft herrscht. Eine Musikkapelle sorgte für die nötige Unterhaltung.
+ Griedel, 24. Oft. Die großen Umbau» arbeiten auf der Durchgangsstraße Butzbach—Lich, die unmittelbar an unserem Dorfe vorbeiführt, sind jetzt beendet worden. Die Straßendecke wurde aufgerissen und das unbrauchbare Material weggeschafft. Da, wo es notwendig war, mußte das Packlager durch ein neues ersetzt werden. Die Oberfläche wurde mit Kleinpflaster versehen. Mit dem Umbau ist gleichzeitig die Fahrbahn nach beiden Seiten um ein beträchtliches Stück erweitert worden. Voraussichtlich wird im nächsten Jahre der noch verbleibende Rest der genannten Durchgangsstraße mit Kleinpflaster befestigt werden und so dem sich immer mehr steigenden Verkehr gewachsen sein.
Kreis Büdingen.
LPD. Büdingen, 24. Okt. Am vergangenen Sonntagvormittag hatte der 35 Jahre alte Wilhelm Kraft aus dem Kreisort Düdelsheim sein Haus verlassen, angeblich um noch einmal nach seinen Feldern zu sehen. Er ist von diesem Zeitpunkt ab verschollen. Man hat schon die ganze Umgebung durch die Freiwillige Feuerwehr und von Arbeitskameraden Krafts absuchen lassen, aber ohne Erfolg. Da Kraft zu Schwermut neigt, ift damit zu rechnen, daß er sich das Leben genommen hat.
Kreis Alsfeld.
# Aus Öem oberen Ohmtal, 24. Okt. Mit dem Einbringen der Hackfrüchte sind die Felder, abgesehen von einzelnen Ausnahmen, so gut wie abgeerntet. Der Umbruch der Stoppelfelder ist durchweg beendet, die Wintersaaten sind, abgesehen vom Weizen, untergebracht und größtenteils schon aufgelaufen. Der Weide auftrieb ist noch im Gange.
5 für die! sie zu zU oirb beifpk irte der K ertehrM - ißt, als U Zeit hink antritE D.V, khrslage ’tä) rs.
in ul iHiwcitKUKii yiuuen unu u/iumici uuu uiuuj« ujic k.r QIss reude über den guten Besuch der Veranstaltung e lVM » 211 ■ ‘ ......
e «eruJ (edicht
Hans Syden sagte leise: „Vielleicht hat er recht und man wird ja auch mit jedem anderen Feind eher fertig als mit dem Zufall, wenn er als Feind auftritt." Er bat wieder: „Helfen Sie mir, Bettina."
Als sie nicht antwortete, sagte er gepreßt: „Ich verdiene auch wirklich nicht, daß Sie mir helfen, Sie haben mir schon viel zu viel geholfen. Mein Leben verdanke ich Ihnen!" Seine Stimme wurde wärmer. „Bettina, mir erscheint jetzt manches ganz anders als früher. Ich fange allmählich an, zu begreifen, ich bin wie ein Narr an dem vorbeigegangen, was wohl das große Glück für mich geworden wäre und ließ mich von dem, was ich für Glück hielt, blenden, so blenden, daß ich, alles vergessend, die Hände verlangend nach frembem Eigentum ausstreckte und die Braut eines anderen Mannes veranlaßte, die Treue zu brechen. Abscheulich und unverantwortlich habe ich gehandelt." Er war ganz heiser vor Erregung. „Es wäre nie ein großes Glück geworden, das habe ich inzwischen eingesehen. Ein Rausch nur konnte es werden, der wahrscheinlich schnell vorübergegangen wäre. Aber wenn ich das aud) zu erkennen glaube, wird mich doch, wie ein entsetzlicher Alp, wie eine ewige Gewissensschuld immer und ewig der Vorwurf quälen, weil ich Wally Walb dazu gebracht, mit mir fortzureisen, mußte sie kurz zuvor so jäh und tragisch sterben. Darüber werde ich niemals fortkommen. Nie und nimmer."
In Bettina klang der Satz nach: Ich begreife, ich bin wie ein Narr an dem vorbeigegangen, was wohl das große Glück für mich geworden wäre---
Ihr Herz klopfte stürmisch, sie ahnte den Sinn der hinter den Worten lag mit wundervoller beseligender Wehmut.
Sie schwieg, sie hätte jetzt nicht sprechen können.
Er gab sicb einen innerlichen Ruck.
„Bettina, helfen Sie mir doch irgendwie dabei, Dr. Diendorf vorn Waldschlößchen fernzuhalten! Wenn Gretel ihn nicht wiedersieht, wird sie ihn vergessen. Sie hat Rudolf Hammerschmied gern, Sie kennen ihn ja und bisher dachten wir immer, aus den beiden würde einmal ein Paar. Assessor in Bonn ist er zur Zeit, wenn der Ostern kommt und der andere käme nicht —"
Der Satz blieb unvollendet, aber Bettina konnte ihn leicht selbst vollenden. Ihr war zum Weinen traurig zu mute. Da saßen nun Gretels Bruder und sie, Gretels beste Freundin, beisammen im Auto auf dunkler Waldchaussee und berieten, wie sie es anstellen sollten, Gretels Liebe zum Erlöschen zu bringen.
t Fortsetzung folgt!)
er Sie hatte töten wollen und erkannte, wie weit er sich hatte hinreißen lassen. An Ihrem Namen liegt ihm nichts mehr, gar nichts, aber —"
Sie schob eine Pause ein, sprach weiter: „Aber wenn er hierher käme und ein Weilchen im Waldschlößchen wohnen würde, erführe er sicher, wer Sie sind. Wenn nun Dr. Diendorf auch gar nicht wissen will, wer Sie sind, wird er es im Waldschlößchen doch schnellstens erfahren. Schweigen würde er ja wahrscheinlich aus Rücksicht auf Gräfin Jutta und (Bretel; aber —"
Sie quälte sich, wagte nicht zu sagen, was sie am meisten ängstigte.
Er antwortete leise: „Ich will nachdenken, wie der Besuch im Frühjahr hintertrieben werden kann, aber leicht ist das nicht."
„Nein, leicht ist das nicht", gab Bettina zu. „Ich sinne schon so lange darüber nach."
Sie wußte doch aber noch etwas, und das war das Allerschwerste. Ihr fehlte der Mut, es vorzubringen.
Als ahne er etwas von ihren Gedanken, sagte er: „Gretel hat sich auffallend verändert. Sie war in meinen Augen, trotzdem sie fast so alt ist wie Sie, immer noch ein halbes Kind, erst jetzt scheint sie mir richtig erwachsen."
Bettina entschloß sich, jetzt das Schwerste zu sagen.
Sie flüsterte hauchleise: „Ich glaube, Gretel liebt Dr. Diendorf."
Hans Syden zuckte zusammen, als hätte ihn unvermutet eine eiskalte Hand berührt.
„Beim Himmel, auch das noch!" war alles, was er hervorbringen konnte.
Bettina sprach schon weiter: „Ich nehme zwar an, Dr. Diendorf hat seine Pflegeschwester noch nicht vergessen und denkt wohl überhaupt nicht an Liebe, aber er hat Gretel sehr gern, das habe ich beobachtet. Es tat ihm sehr leid, als sie abreifte, und sie hat ihm vom Abteilfenster des Zuges zugewinkt, so lange sie ihn sehen konnte, nachher aber fiel es ihr schwer, ihre Tränen zu verbergen. Ich glaube allerdings, sie ist sich gar nicht darüber klar, daß sie ihn liebt, aber wenn sie von ihm spricht, sieht sie immer so strahlend aus."
Er seufzte: „Das hätte nicht geschehen sollen, daß Gretel Dr. Diendorf kennenlernte, aber es ist nicht mehr ungeschehen zu machen. Ader er darf auf keinen Fall hierkerkommen." Er hat: „Seien Sie mir dabei behilflich, Bettina. Vielleicht könnte sich Herr Wilderling einmischen, der doch mit Dr. Diendorf verwandt ist."
Sie gab zurück: „Dazu wird er sich kaum her- geben. Ich deutete es ihm schon an und er antwortete: Das kommt doch alles, wie es kommen sollt"
Die Seuchengeschichte Oberhessens
Ein Ausschnitt.*)
Von Obermedizinalrat Professor Or. H. Klietve.
M Die Fahrkarten gelten zur Hinfahrt vorn Oktober 12 Uhr bis 28. Oktober; zur Rückfahrt « 26. Oktober 12 Uhr bis 28. Oktober 24 Uhr ♦jlyo ester Antritt der Rückfahrt). Ferner gelten Kar- ■P am 29. Oktober zur Hin- und Rückfcchrt von 0 W 24 Uhr, am 30. Oktober ebenfalls zur Hin- und NWahrt von 0 bis 24 Uhr.
Zahl vorkamen. Wie damals, so auch noch heulst In manchen Ortschaften werden im Frühjahr zahlreiche Darmkatarrhe beobachtet, die als harmlos bezeichnet werden; sie sind es aber nicht immer, wie wir wiederholt festgestellt haben. Da die Erkrankten zumeist keinen Arzt aufsuchen, bleibt die Krankheit unerkannt, und das einmal angefachte Feuer lodert im Stillen in dieser oder jener Person weiter, bis gewöhnlich in den Herbstmonaten Massenerkrankungen einsetzen. Wird die Umgebung ber Erkrankten untersucht, so findet man häufig einige gesunde, bazillentragende Personen. Diese sorgen dann dafür, daß die Krankheit in dem Orte nicht ausftirbt. Die Ausbreitung erfolgt nach folgendem Schema. Zunächst erkrankt eine Person, onQcfJectt durch einen Bazillenträger; andere Fälle schließen sich bann je nach den örtlichen Verhält- mssen allmählich an. Durch Berühren des Kranken und seiner Ausscheidungen, Wäsche, durch Jauche- grudeninhalt usw., werden die Keime weiterver- schleppt- Gelegentlich kann es auch, wenn Wasser, Milch oder andere Nahrungsmittel verunreinigt werden, zu plötzlich auftretenden Massenerkrankungen kommen. Auf diese Weise wurde früher und wird auch meistens heute noch der Typhus in Hessen verbreitet. Es kann auch Vorkommen, daß die Krankheit in Nachbarorte, namentlich wenn diese in der Nähe größerer Städte liegen, verschleppt wird, weil ein großer Teil der ländlichen Bevölkerung in städtischen Betrieben arbeitet oder durch den Lebensmittelhandel mit auswärtigen Personen in Berührung kommt. Man könnte auch annehmen, die Keimverstreuung von einem Ort zum andern sei durch Fluß- oder Bachwasser erfolgt. Dies war aber nicht der Fall. Denn einmal liegen die stärker befallenen Ortschaften desselben Kreises nicht an dem gleichen Gewässer; auch waren Orte, die am Oberlauf liegen, oft stärker befallen, als die am Unterlauf. Wir haben keinerlei Anhaltspunkte dafür, daß fließende Gewässer den Typhus in entferntere Gegenden verschleppt haben.
Wenn in den letzten 30 Jahren der Typhus so stark zurückgegangen ist, ja aus den ländlichen Be- zirken Ober Hessens faft verschwunden ist, so ist das nicht auf eine einzelne, sondern auf viele Maßnahmen zurückzuführen. Dor allem auf die bessere Aufbewahrung und Beseitigung der Abfall- ftoffe, auf die Sanierung der Brunnen und Einrichtung von zentralen Trinkwasserversorgungsstellen. Eine nicht minder große Rolle spielen die Besserung der Wohnverhältnisse und die Errichtung von Krankenhäusern auch auf dem Lande, weil dadurch die Erkrankten schneller und sicherer isoliert werden können. Allerdings muß, wenn der Erfolg dauernd fern soll, das Aufsuchen und die Ueber- wachung der Bazillenträger mit größerem Eifer betrieben werden als bisher. Denn heute wissen wir, daß letzten Endes jeder Typhusfall und jede Epi- demie auf einen Bazillenträger zurückzuführen sind. Daraus darf nun nicht geschlossen werden, wie das so häufig geschieht, daß der Bazillenträger dafür verantwortlich ist, wenn in einer Gemeinde irgendwelche Erkrankungen bei Menschen oder Tieren auftreten. Nicht selten werden die vom Schicksal schwer (Betroffenen verachtet und gemieden. Die Mitmen- schen sollten aber bedenken, daß der Bazillenträger ohne seine Schuld zum Keimträger wurde und größtes Mitleid verdient. Er ist auch ungefährlich, wenn er nach dem Stuhlgang, Urinlassen und vor dem Essen die Hände mit Wasser und Seife wäscht, und seine Wäsche getrennt von der anderen gekocht wird. Ferner muß der Abort sauber gehalten und vor der Entleerung desinfiziert werden.
Wie bereits erwähnt, ist der Typhus in Ober- Hessen stark zurückgegangen. Wir können nun daraus nicht schließen, daß die bisherigen Bekämpfungsmaßnahmen genügen, denn in mehreren Kreisen ist an Stelle des Typhus der Paratyphus getreten. Bei beiden Erregern haben, da es sich in Oberhessen vorwiegend um den Paratyphusbazillen Schottmüller handelt, Jnfektionsweg und Quelle sehr viel Ähnlichkeit. Der Kampf gegen die ansteckenden Darmerkrankungen muß stärker als bisher durchgeführt werden, wenn wir vor weiteren Epidemien bewahrt werden wollen; vor allem muß für größere Reinlichkeit am eigenen Körper, in der Wohnung und in den Ställen gesorgt werden. Häu
fele der NS -Frauenschaften. An der Seite ihres Cannes sollte die Frau dafür sorgen, daß unseren S nbern ein besseres Deutschland geschaffen werde. Acht die hohe Politik fei Sache der Frau, sondern ite Pflege einer wahren Volksgemeinschaft im Sinne unseres Führers. Die Ausführungen der Rednerin nurben mit starkem Beifall ausgenommen. Ge- minfam wurde hierauf der zweite Vers des Deutsch- Imdliedes gesungen. Nach einer Pause wurde dann U' ter dem Titel „Jutta von Weinsberg" von Mit- ßicöern der Frauenschaft ein Theaterstück aufge- fbrt. Das Stück hatte als Handlung die bekannte
v : „Weiber von Weinsberg" als Grundlage wurde von allen Darstellerinnen in schöner, sinnier Weise aufgeführt. Zum Schluß brachte der Ofsgruppenleiter ein „Sieg-Heil" auf den Führer Ais. Mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes to rbe bie Kunbgebung beenbet. Es war bas erste
CO Heuchelheim, 24. Oft. Die von ber NS.- ssrauenfchaft, Ortsgruppe Heuchelheim, in ber Tum- hdlle veranstaltete Kunbgebung nahm einen schönen, würdevollen Verlauf. Rach einer musikalischen Er- iiffnung begrüßte Frau W o b k e r, die Leiterin der Irtsgriippe Heuchelheim ber NS.-Frauenschaft, alle ^wesenden Frauen und Männer und brachte ihre
oe9fn?,eil .Ortschaften wird dadurch für geraume Ielt Arbeit und Brot gegeben. Auch werden auf betöen Setten der Adolf-Hitler-Straße, wo noch kerne Rinnen gepflastert waren, Bürgersteige er» rlchtet. Diese Neuherstellung der beiden Straßen wird von vielen Volksgenossen sehr begrüßt. — In den letzten Tagen sah man die ersten Vorboten für ben ©mter, bie Schneegänse, in Richtung von Jiorboft nach Sübwest in ihrer bekannten Keil- form über unser Dorf ziehen. Ihr Geschrei war weithin hörbar.
oo Eberstadt, 24. DEL Am vergangenen Mittwoch feierten bie Eheleute Hermann unb Marie Eich, geb Löschhorn, im Kreise ihrer Kinber unb Verwandten das Fest der silbernen Hochzeit. — Die vom Winterhilfswerk durchgeführte Klei» dersammlung brachte ein schönes Ergebnis. Es wurden sehr gut erhaltene Kleidungsstücke unb hauptsächlich Kinderwäsche gefpenbet. Der BDM. führte eine Honigsammlung burch; viele gefüllte Töpfe konnten dem Winterhilfswerk überwiesen werden. — Nach nunmehr zehnwöchiger Tätigkeit hat unsere Dreschmaschine den Betrieb beendet. Die Kartoffeln sind alle eingebracht. Dickwurz stehen nur noch zum Teil. Die Landwirte sind jetzt meist mit dem Säen beschäftigt Während Wintergerste und Roggen schon in Reiben stehen, sät man jetzt den Winterweizen. — Dieser Tage zogen mehrere Scharen Schneegänse über unsere Gemarkung.
kreis Friedberg.
= 0 stheim b. Butzbach, 24. DEL Die Molkereigenossenschaft 0 stheim - Niederweis e I veranstaltete im Gasthaus zur Haltestelle eine größere Feier, anläßlich der Umstellung auf elektrischen Betrieb, an der sich außer der gesamten Belegschaft der Aufsichtsrat, ber Vorstanb unb eine Anzahl gelabener Gäste beteiligten. Der Vorsitzenbe bcs Aufsichtsrates PH. Hildebrand- Nieberweifel gab nach einer Eurzen Begrüßung einen Einblick in bie Zeit ber ©rünbung ber Molkerei unb bie Schwierigkeiten, mit denen anfäng-
, Obecheffen.
gniW Kundgebung der NG.-Irauenschast
-°chd,A >n Heuchelheim.
ÖDh W .... . — -
)i ters 8.22, Ortenberg an 8.27 Uhr.
. ..... Im Dienstag, 29. Oktober. Heldenbergen-Wind-
BerhsS ab 7-10 Uhr, Eichen (Nidder) 7.17, Höchst (Nid- W* 7 21, Altenstadt 7.27, Lindheim 7.34, Enzheim „, W, (Blauberg 7.40, Stockheim 8.10, Selters 8.18, eten "ebk Dönberg an 8.23 Uhr.
babuttf) k HlCufter dem planmäßigen Personenzug Sauter» ! auf Slll. r- Z------- ' T-.; ~ ' ■■ ......
zu rechne Weirs 17.51, Stockheim ^Oktober noch ein Sondi
Sommer, gelinder Herbst und Winter, ungewöhnliche Dürre usw. Die Beobachtung, daß Witterung und Krankheit in ursächlichem Zusammenhang stehen, wird auch^heute noch anerkannt, Ja, wir können bereits mit Sicherheit sagen, ohne daß eine genügende Erklärung gegeben werden kann, daß nach trockenen und heißen Sommermonaten die ansteckenden Darmkrankheiten meistens stärker auftreten. „Gute Wein- fahre sind gute Typhusjahre" (Len tz). Recht häufig wurde in den Berichten auch von Unsauberkeit, schlechten Wohnungsverhältnissen, ungenügender Abfall- und AbwasserbeseiUgung als Ursache des Typhus gesprochen. Im Jahre 1880 wurden erstmals schlecht gewordene Brunnen erwähnt. Seit der Zeit, namentlich gegen Ende des vorigen ^Jahrhunderts, wurde schlechtes Brunnenwasser als Hauptansteckungsquelle angeschuldigt.
Es ist verständlich, daß bei diesen unsicheren Vorstellungen über die Ursache des Typhus die Bekämpfung nur mangelhaft durchgeführt werden konnte. Deshalb traten auch, wenn in einem Orte einmal Typhusfälle vorkamen, meistens in den nächstfolgenden Jahren wieder Erkrankungen auf. Häufig wurde früher beobachtet, daß im Frühjahr und Sommer massenhaft leichte Darmerkrankungen vorkamen, die aber nicht als ansteckend angesehen wurden. Erst wenn in den Monaten August und September sich die Krankheiten wieder häuften und einen bösartigen Verlauf nahmen, wurden auch die Leichterkrankungen des Frühjahrs als verbindendes Kettenglied mit den späteren schweren Typhuserkrankungen erkannt. Da bekanntlich etwa 5 v. H. aller Erkrankten Dauerausscheider, b^ro. Bazillenträger bleiben, ist verständlich, daß die Kette der Erkrankungen niemals abriß und auch in den Wintermonaten Typhusinfektionen in größerer
3om Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Aus A'laß des Drtenberger Marktes verkehren folgende m öatad Snderzüge:
Im Sonntag, 27. Oktober, Stockheim ab 14.01 Uhr, mberf^ ters 14.07, Drtenberg an 14.13 Uhr. Drtenberg t allen ir 14.30, Selters 14.38, Stockheim an 14.43 Uhr. unb 1 tm Montaa, 28. Oktober, Stockheim ab 8.15 Uhr, ber ick » d ters 8.22, Drtenberg an 8.27 Uhr.
. . .1 Im ‘fiipnsfrin 9Q ntHhor AafhaMpsArrtAw-flnSuh..
m aiigenn jwman von Anny von panyuys
Weberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H., i Berlin SW 68.
n aus itf 2T Fortsetzung Nachdruck verboten!
r?f. g 3i? manb außer ihm war ihre Geste aufgefallen au%jt u utti aienn Hans Syden auch weiter nichts begriff, ^bNi: f er doch, Bettina riet ihm, darüber zu schwei- ^UrlßW' M'11, Da6 er Dr Diendorf kannte. .Also wußte man 5011 nichts, wie er bei Nennung des Namens ^bitbche gefürchtet, obwohl Großchen Leonore dann ? taum so harmlos gesprochen hätte.
>0 3r fragte also ganz gleichgültig tuend: „Wer ist dieser Dr. Dienborf und weshalb schulden wir und seiner Mutter vielen Dank?"
«J» l'-b-rt- vor Spannung, trank einen Schluck um Bettina zu zeigen, wie sehr er sich schon konnte, denn sie machte so ängstliche 'wel
Hellen . Gn'ßchen Jutta beantwortete die Frage ausführlich. । 3" 9^. Zie erzählte dann von dem gemeinsam verlebten eien Df^nerjnügten Abend in dem Berliner Weinrestaurant, i flnmÄÄQi! Bettina „Loreley" genannt und ließ dann iren. andere der Reihe nach folgen. Von Gretels Er- ,enbigfj'frijitfi ng bis zu dem „Gastgeschenk" Tyras und Trach/'ih^ei «Einladung von Mutter und Sohn im kom- ben Frühjahr.
PrciG' Lijmerksam hörte der junge Graf zu und sann, 6en ßo^Wi^eigen, fast bösartig, sich der Zufall hier ein- ,aben o^-geNcot.
chußen.e.. • el erklärte mit leuchtenden Augen: „Eine oerei^goTti? Nacht hat er an meinem Bett gewacht, als ^orinD:;es inr mir am schlimmsten stand, und Tyras hat dlii ,lri; geschenkt, damit ich mich freuen sollte nach den Rankheit. Er ist überhaupt so gut, so übergut!"
, a[(er lächelte den Bruder an. „Ich bin überzeugt, „ gjiti er wfc'llt dir ausnehmend und ihr werdet euch sehr ^rasth tnfreunben."
f - 3aiz sicher", bekräftigte Großchen Jutta, „Dr. qnfir ei’” Du'indcrf ist einer der sympathischsten Menschen, die Y'w HA hrne."
e 'hM, ^2- konnte Hans Syden darauf erwidern, er rn H^/munncte: „Kann schon möglich sein", und fand, s fteiU'es «Elirg töricht.
nl tf'1 .lä$,tra mar zufrieden, daß vorläufig alles leid- unylichit ^gangen — Hans Syden hatte geschwiegen oL unlA nußte nun sehen, wie er alles zurechtschieven ,flUÖJr daß Dr. Diendorf niemals hierherkäme ins
W, M 1
1 dein k e/ Zur
P«füntn
Nen» eines sLJ°J i । jammer:. ° unb noj unzliche A
W? der trigu »b wurd
w?. Großen-Bufeck, 24. Oft. Die hiesige vil-rstraße und Adolf-Hitler-Strahe, die sich in ffprid)t ta f il)r schlechtem Zustande befinden, werden gegen» [sgebantm raörSg neu chauffiert. Das hierzu erforderliche Ein- „. r Ültdmgsmaterial läßt die Gemeinde selbst herstel- yr W- i n3n dem Steinbruch am Attenberg ist ein Stein» mit oh. Mö«r aufgestellt worden. Die Steine werden von früTj Firma Keil- Hattenrod gebrochen. Eine grö- flete Zahl Volksgenossen von hier und einigen um-


