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4 ITr. 250 Drittes Blatt

Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Freitag, 25. Oktober (035

Der feierliche Einzug unserer Artillerie in Gießen

eurigen Blickes ging der General zu seinen

ZUM

Einmarsch

1

Divisionskommandeur, General Lüdke,

ÄN riefiaer Menschenaufmarsch

l)Ä sich rund um Oswaldsgarten herum

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Die kleine Gabe, die den Geber zu Einschrän­kungen zwingt, ist wertvoller als die große

Gabe, die ohne eigene Opfer gereicht wird.

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untma eßliche Stunde, die man bei diesem Ein- chclM auf Oswaldsgarten erlebte.

Mnders bemerkenswert erscheint es, daß die Sc:ist«i der Stadt Gießen und zahlreiche Schulen

varen. Viertel rnimei, outben 76 big $ (am 74 (62 -Ich b) bis 94

Mb Mädels zu Hunderten zum Empfang der Sol- fciiter bereit. In zwei Transportzügen tllrtin die Artilleristen an. Der erste Zug brachte die Göiäütze und die Fahrzeuge, in dem zweiten Zug käin die Bespannung an. Wie gewaltig die Kano- nnert auf Draht sind, kann man daran erkennen, hilf. die Geschütze und Fahrzeuge innerhalb

Die neuen Artillerie-Ka­sernen an der Gründer- ger Straße (vom Trieb aus gesehen), in denen heute die Artillerie-Abtei, lung Einzug hielt. (Aufnahme Photo-Pfaff.)

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eis 74. 77 bis mittel.

untoftjon in der Hammstraße beginnend zum Emp- faii Der Artilleristen bereitgestellt. Voll Begeiste- runl reckten sich die Arme zum Gruß empor. Qrtmc und immer wieder mußten der General, de« ävteilungskommandeur und die Offiziere ban= tfie ir die begeisterte Sympathiekund- g ektu n g der Menge. Es war eine weihevolle und

peterkorps aufmarschiert.

Ein kurzes Kommando des Abteilungskomman­deurs Hauptmann Welte:Stillgestanden Augen rechts!" Der Kommandeur meldet dem Ge- neral die Abteilung, hierauf spricht

der Division- kommandeur

General £üöfc:

Än ihrem neuen Standort, in dem die I. Abt. Art.- Rgts. 9 neben den Einheiten anderer Waffen nun eingegliedert wird, sei die Abteilung als Bestandteil der 9. Division herzlich von mir begrüßt.

Der (Brünbungdag mit der neuen Rümmer liegt erst wenige Tage zurück. Wenn die Abtei­lung unter dieser Rümmer und in einem noch zu vergrößernden Rahmen hier in Gießen ein­rückt, so repräsentiert sie damit einen Teil der neuen, vom Führer geschaffenen Wehrmacht, einer Wehrmacht, die weih, was sie soll und was sie will. Die klar ihre Aufgabe erkennt: Stark, treu und mutig z u sein als Wehr für öle heimatliche Scholle.

Die Abteilung wird hier von der Stadt Gießen warmherzig ausgenommen. Un­ter Führung ihres tatkräftigen, zielklaren und wehrfreudigen Oberbürgermeisters hat die Stadt und mit ihr die Heeresbauverwaltung alles ihr Mögliche getan, um diese Artillerie-Abteilung so unterzubringen, daß sie Freude an ihrem Heim,

den Dreck gezogen wurde, aufrecht und stolz seinen Weg ging, klar und fest die Linie hielt in Treue jederzeit bereit, sich selbst zu opfern und einzusetzen für Volk und Vaterland.

Wöge dieser Geist, der in der schwersten Zeit unseres Vaterlandes durchgehalten hat, unbe­irrt dem deutschen Volke durch seine Wehrmacht erhalten bleiben. Wöge dieser Geist in der Er­ziehung des deutschen Volkes durch die Wehr­macht Gemeingut unseres ganzen deutschen Volkes werden, damit aus die­ser Erziehung ein Volk ersteht, das in Treue und Pflichterfüllung jeder Zeit auf den Ruf des Führers bereitsteht, zu jeder Stunde be­reit ist, zu kämpfen und sich einzusehen für

Führer, Volk und Vaterland.

In diesem Sinne begrüße ich Sib, unsere Gießener Artilleristen hier mit herzlicher Freude Und ich bitte Sie alle, mit mir einzustimmen den Ruf: U n - sere herrliche wiedererstandene deut­sche Wehrmacht Sieg-Heil!

Gewaltig brausten die dreimaligen Rufe über den weiten Platz. Voll Begeisterung sangen dann Sol­daten und Zivilisten, während das Trompeterkorps spielte, die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Nunmehr sprach

der Abteilungskommandeur Hauptmann Welte:

Hochzuverehrender Herr General!

Ich danke Herrn General gehorsamst für die der Abteilung gewidmeten Worte und Wünsche. Ich darf Herrn General an dieser Stelle die Versicherung geben, daß

wir Artilleristen stets bemüht sein werden, das in uns gesetzte Vertrauen in jeder Beziehung zu rechtfertigen, und daß wir ein schlagfertiger Be­standteil der 9. Division sein wollen.

Ich versichere ferner, daß die uns von Herrn Gene­ral auferlegte Verpflichtung für uns bindend ist, um damit der Stadt Gießen zur Ehre zu gereichen.

Ihnen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, danke ich von ganzem Herzen für die überaus war­men Worte, die Sie an uns zu richten die Güte hat­ten, und danke Ihnen ferner für den feierlichen Empfang, den Sie uns bereiteten.

hocherfreut ziehen wir alle heute in unsere neue, schöne und traditionsreiche Garnisonstadt ein, und ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß das Verhältnis zwischen der Bevölkerung Gie­ßens und feiner Artillerie stets ein besonders herzliches und von engster Verbundenheit getra­genes fein möchte.

Abteilung Stillgestanden! Unsere neue Gar­nisonstadt Gießen Hurra! Hurra! Hurra!

Brausend stiegen die Hurra-Rufe zum Himmel empor, die Offiziere salutierten, und mit dieser Hul­digung an die neue Garnisonstadt bekundeten die Artilleristen ihre freudige Bereitschaft, mit der Be­völkerung die herzlichsten Beziehungen aufzunehmen.

Der Marsch durch die Stadt.

Begeisterte Bevölkerung an den Straßen. Biele Blumengrüße aus den Fenstern.

Nunmehr schwenkte die Abteilung, das Trompeter­korps an der Spitze, vom Oswaldsgarten aus in die Kirchstraße und dann in den Horst-Wessel-Wall ein, um unter Führung des Abteilungskommandeurs den Marsch durch die Stadt anzutreten. In den Marschstraßen (Horst-Wessel-Wall, Hindenburg- wall, Hitlerwall, Walltorstraße, Lindenplatz, Kir­chenplatz, Marktplatz, Mäusburg, Kreuzplatz, Sel- tersweg, Frankfurter Straße, Friedrichstraße Rönt­genstraße, Ludwigstraße, Ludwigsplotz, Kaiserallee, Grünberger Straße) stauten sich immer wieder Tausende von Volksgenossen zum Emp­fang der Artilleristen. Wenn die Abteilung an einer Stelle ihres Weges vorübergezoaen war, stürmten die Menschenmassen in eiligstem Lauf zu der nächst­gelegenen anderen Straßenstrecke, um hier immer und immer wieder den Artilleristen zu huldigen und zuzujubeln.

Im Augenblick der Niederschrift dieser Zeilen dauert der Marsch durch die Stadt noch an. Von 11 Uhr ab wird die Feier an der neuen Kaserne stattfinden. Hierüber werden wir morgen berichten.

Freude am Dienst und Freude am außerdienstlichen Leben hat.

All dies verpflichtet!

Es verpflichtet die Abteilung dazu, daß jeder an feiner Stelle sein soldatisches Amt und seine Pflicht in vorbildlicher Weise erfüllt und das mit einer Selbstverständlichkeit, die keines Aufhebens nach auben bin bedarf.

Aus ihrer früheren Zusammensetzung her hat die Abteilung durch Dienstfreude. Fleiß und anerkannte Tüchtigkeit bereits einen vortreff­lichen Ruf! Ich wünsche der Abteilung unter ihrem neuen Kommandeur, daß -sie diesen Ruf sich erhält, ihn befestigt und zu mehren versteht.

Mit dieser Mahnung an die Truppe übergebe ich Ihnen, sehr verehrter Herr Oberbürgermeister, die I./A.-R. 9 in Ihre stadtväterliche Obhut.

Oer Aufmarsch auf Oswalds- aarten.

Der Abteilungskomman­deur meldet dem Divi­sionskommandeur, Gene­ral Lüdke, die I. Ab­teilung Artillerie - Regi­ment 9 zur Stelle. (Aufnahme Photo-Pfaff.)

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Der Ausmal sch oer Abteilung vollzog sich in der Weise, daß die Batterien mit Front in Richtung der Flaggenwand standen, vor ierbetriebs der Basin einiae ' Berrösiernno 'ben Gruppen hielt der Abteilungskommandeur, we- lerbetrieos oer Bahn, einige^ Verzögerung nige Meter davon entfernt der Divisionskommandeur ftnnhnmhrphon General Lüdke mit Front nach der Abteilung.

Handumdrehen waren auch, dw äuf ber glichen Seite des Platzes war das Tram-

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aus der Umgeaend geschloffen unter Führung ihrer Lehrer aufmarschiert waren. Die Kinder bekundeten riesige Begeisterung.

Aus dem weiten Platze war vor der Front der Feuerwache eine große Fahnenwand mit den Fah­nen des Dritten Reiches, überragt von dem Hoheitszeichen der Bewegung, aufgebaut. Davor war zur Begrüßung ein Ehrensturm der SA.-Stan­darte 116 unter dem Befehl des Standartenadju­tanten, Obersturmbannführer M ü n ck e r , aufmar­schiert. Links davon hatte sich das Offizierskorps unseres Infanterie-Regiments mit dem Regiments­kommandeur, Oberst V i e r o w , an der Spitze auf­gestellt: daneben standen zahlreiche politische Lei­ter, an ihrer Spitze als Vertreter der Stadt Gießen Oberbürgermeister Ritter, ferner der Vertreter der SS. Auf der rechten Seite der Fahnenwand hatte der Gießener Verein ehemaliger Artilleristen

seib:letzte sich tu Pferde, links neben sich den 2Ib= tetosfommanbeur Hauptmann Welte, an die der Truppe, gefolgt von den Offizieren seines SLo-lS und den Offizieren des Abteilunasstabes, Mm anschließend folgten die Batterien. Begleitet ochn riefen Menschen ging es unter flotter Marsch- mW des Trompeterkorps die berittene Musik Mf ben Gießenern zum ersten Male einen in u*ir Stadt noch nie geschauten Anblick die H.'mristraße herunter zum Oswaldsgarten. Vor der M-rsqkolonne ritten drei Beamte der Gießener S'chstkpolizei, die aus Anlaß dieses Einmarsches betritm gemacht worden waren.

Oberbürgermeister "Kiffer

hielt sodann von der Tribüne aus an den General und die Truppen folgende Ansprache:

Sehr verehrter Herr General, Herr Abteilungs­kommandeur und unsere Artillerie-Abteilung!

Ich heiße Sie, Herr Abteilungskommandeur, mit ihrer Abteilung im Namen der Stadt Gießen herzlich st willkommen. Schon als die erste Kunde hierher kam, daß unsere Garnison um eine Artillerie - Abteilung verstärkt werden würde, brannte die Bevölkerung Gießens darauf, sie mög­lichst bald in unseren Mauern zu sehen, sie mög­lichst bald hier begrüßen zu dürfen.

Ich darf hier den Wunsch aussprechen, daß Sie, Herr Kommandeur, mit ihren Offizieren und Wannschaften sich so wohlfühten werden, wie es seither bei den anderen Truppenteilen unse­rer Garnison der Fall war, und daß das Ver­hältnis zwischen Ihnen und der Gießener Be­völkerung sich so herzlich gestalten möge, wie es in bester Herzlichkeit und schönstem Einver­nehmen zwischen der Bevölkerung und dem In­fanterie-Regiment bisher der Fall war.

Wir Gießener sind hocherfreut, so lebhaften An­teil nehmen zu können an der Wiedererstar- kung der deutschen Armee. Wir sind glück­lich, daß wir zu einem kleinen Teile mithelfen'dür­fen an dem Neuaufbau und an der Neugestaltung unseres deutschen Reichsheeres.

Wir erinnern uns bei dieser Gelegenheit dank­bar und gerne der Haltung der deutschen Soldaten während des Niederganges und der Schmach des deutschen Volkes. Gerne er­kennen wir hier wieder an und freuen uns, daß in der Zeit, da Marxismus und fremdes Gift das deutsche Volk zerfraßen, der deutsche Soldat ehern und eisern in Treue zu seinem Vater­land e stand und, als alles durch den Schmutz und

Der'frobi titlerijsten, oft an Offiziere, Unteroffiziere £-L 18: Maaifchaften ein freundliches Wort richtend

Gteareif* 1 bWtalt die wunderbare kameradschaftliche mitroMOi PNuig in unserer Wehrmacht vom obersten se-)I;l aber bis zum letzten Mann bekundend. Die . Nuf del WVi unter Leitung von Oberinspektor Hof- ' u» m ni"at1 n handhabte die Absperrung in vorbild- ere lichrn Weise, so daß die Zuschauer Gelegenheit hatten, alle Vorgänge aus nächster Nähe zu sehen uini Doch der Truppe bei ihrer Arbeit nicht ins

Vierte kamen. In emsiger Arbeit von Fahrern und Ähroiieren wurde an Pferden, Geschützen und üEitrig?n Fahrzeugen alles fertiggemacht zum Ein- 314g Das Trompeterkorps unter dem Kom-

Mn herrlicher Tag der Freude! Es ist in Wirten nicht wiederzugeben, was am heutigen Fi-itag, 25. August 1935, die Herzen der Gießener Bioölkerung bewegt beim Einzug ihrer Litilleriften, der I. Abteilung Artillerie-Regi- miri 9. In den Straßen ein Fahnenmeer. Die Ginchter der Volksgenossen leuchten vor Liebe und SBqeifterung für unser herrliches deutsches Heer. S»on zu früher Stunde macht sich die Außer- sstentlichkeit des Tages bemerkbar in dem starken Straßenverkehr. Schnell werden an manchen Häu­fen noch Fahnen herausgesteckt, und durch die Maßen des Einmarsches unserer Artilleristen flutet ri ? immer größer werdende Menschenmenge.

bereits am Güterbahnhof hatte sich von 1 Lhr ab viel begeistertes Volk eingefunden. Auf )er angrenzenden Straßen und auf der Eisenbahn- r cke standen die Männer und Frauen, Buben

unter Führung des Vereinsführers Müller Auf­stellung genommen, um als alte Waffenkameraden bei diesem Empfang die enge Vebundenheit mit der Artillerie-Garnison zu bekunden.

öm>n sieben Minuten ausgeladen waren, tik. 6.30: ßlübir gab es dann, bedingt durch Erfordernisse des er ierbetriebs der Bahn, einige Vergö

ichrichltn. Oder dann rollte der Zug mit den Pferden riiegerijeb Wiue, und im Handumdrehen waren n , ... deutschen pZeitigen Tiere, eine besondere Freude der Bot­el. 11.45: teirife-, aus den Wagen herausgebrochi, um von den 13: Nach- fertiggemacht zu werden für den Einmarsch. [ 13.15: Mittlerweile war der Divisionskommandeur, Möcktt! Wni^al Lüdke, in Begleitung von Offizieren rwW r Sülles am Güterbahnhof erschienen, um skachleul! se tf' die Truppe schon am Bahnhof zu begrüßen.

1 mmb des Musikmeisters Rohde, einen Kessel-

a-K pcliiitfiT an der Spitze, stellte sich bereit, die Batte- -777 rim rtanben inzwischen fertig da, bann folgte ein t--7" Ertke Gruß an bie Abteilung, und nun tarn der

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