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Kr. M Zweite; Blatt_____ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag, 25.Zuli syZ5

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Einmarsch in Hungen um die Mittagszeit, während die Bevölkerung noch bei der Arbeit war.

ie-Appell in Melbach unter starker Anteilnahme der Bevölkerung.

Aus der Provinzialhauptstadt

ansetzen wollte, war Blau befehlsgemäß im Be­griff, auf die neue Widerstandslinie hinter der Nidda zurückzugehen.

In dieser Lage wurde die Hebung abgebrochen. Wenn auch das Wetter für die Bewegungen im Ge­lände herrlich war, so machte doch der starke Son­nenschein den marschierenden Soldaten allerlei zu schaffen. Die Truppe war daher froh, als sie den Marsch nach ihren Quartieren in Bleichenbach, Stockheim und Bad Selters antreten konnte. Flotte Marschmusik geleitete dabei die Truppe zu den Ortschaften. Am Abend erfreute das Musikkorps des Bataillons die Einwohner von Bleichenbach, Stockheim und Bad Selters durch schneidige Mili­tärkonzerte.

Am heutigen Donnerstag wird die neue Hebung in Richtung Büdingen vor sich gehen. Heute Nachmittag wird das ganze Bcüaillon in Büdingen Quartier beziehen.

* Gießen, 25. Juli. Auf dem heutigen Wochen­markte kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis

Der Reichelsheimer Bauer empfängt Mann und Roß in herzlicher Weise. (Aufnahmen [4] Photo- Pfaff-Gießen.)

Mit dem Quartierzettel bet der freundlichen Wirtin in Reichelsheim.

men. In den Flanken des Bataillons, an der gro­ßen Straße, standen einzelne Kampfwagen-Abwehr­geschütze gut versteckt und erwarteten feindliche Pan­zerwagen an diesen gefährlichsten Stellen. Plötzlich noch war das Bataillon nicht ganz eingerichtet flackerte links Maschinengewehrfeuer auf. Die 2. Kompanie hatte feindliche Panzerwagen während einer Besprechung überrascht und die außerhalb ihrer Wagen befindlichen Mannschaften des Geg­ners unter Feuer genommen. Die Pan^erwaWM verschwanden und tauchten etwa eine Stunde später vor der Front des Bataillons erneut auf, um dort dem Abwehrfeuer der eingesetzten Kampfwagen- Abwehrgeschütze zu erliegen. Kaum waren diese Träger gewaltsamer Erkundung vom Bataillon ab­gewehrt, liefen auch schon auf dem Gefechtsstand in immer größerer Häufigkeit die Meldungen von der Annäherung des Gegners ein. Die schweren Waffen bereiteten sich vor, um ihn so gründlich wie möglich zu empfangen. Kaum hatten die vordersten Teile des roten Gegners die Reichweiten der In­fanteriewaffen erreicht, rollte auch schon das Feuer der schweren Maschinengewehre, unterbrochen von den Abschüssen der Minenwerfer, und faßte bereits auf weite Entfernung den vorgehenden Feind.

Bei diesem Stand des Gefechts wurde die Hebung abgebrochen. Das Bataillon rückte nach der Bespre­chung des Hebungsverlaufs in die Quartiere ein. Es wurde ebenso gut und ebenso freundlich wie am

Das I. Bataillon.

Der gestrige zweite Tag fand das I. Bataillon im Rückmarsch vor überlegenem Gegner von Nidda auf Schotten. Feindliche Fliegerüberlegenheit (angenommen) zwang das Bataillon zum Marsch in großen Abständen, um sich dadurch der Einwir­kung des Fliegers soweit als möglich zu entziehen.

Als das Bataillon sich gegen 9 Hhr der Ortschaft E i ch e l s d o r f näherte, traf ein neuer Regiments­befehl ein, der dem Bataillon den Auftrag gab, auf den Höhen bei Eichelsdorf Front zu machen und das Vordrängen des Gegners bis zum Einbruch der Dunkelheit aufzuhalten. In Ausführung dieses Auf- trages begab sich der Kommandeur mit feinen Kom­panieführern auf diese Höhen, um dort den Befehl zum Einsatz des Bataillons zu geben. Gleichzeitig verließen allmählich die Kompanien die bisherige Marschstraße und nahmen Marschrichtung in die Gegend ihres neuen Auftrages. Als sie dort ein- trafen, wurden sie von ihren Kompanieführern emp­fangen und entsprechend den Anweisungen des Ba­taillons zur Verteidigung gegliedert. Schon nach kurzer Zeit 'mar von dem noch im Marsch befind­lichen Bataillon nichts mehr zu sehen.

Die Schützen der Infanterie-Kompanien und die leichten Maschinengewehre hatten sich am Ortsrand und in einzelnen Hecken eingenistet und mit Tarn­netzen gegen Fliegersicht geschützt. Hinter diesen Schützen waren die schweren Waffen in Stellung gegangen und hatten ihre Vorbereitungen getroffen, um den bei Ober-Schmitten zu erwartenden Gegner bei feinem Erscheinen unter Feuer zu neh­

Tage vorher auch jetzt in Schotten, Ein arts- Hause n, Betzenrod, Rudingshain und Michelbach ausgenommen, wo es am heutigen Donnerstag einen Ruhetag verbringt, um sich für die neuen Aufgaben am morgigen Freitag zu er­holen, die das Bataillon bis in die Gegend von Feldkrücken führen werden.

Die Kompanien hatten bei dem gestrigen heißen Tag und bei den großen Anforderungen des Ge­fechts besondere Anstrengungen zu ertragen. Um so mehr war ihnen dasiir der herzliche Empfang in den Quartieren zu gönnen.

Das II. Bataillon.

Am gestrigen Tage war das II. Bataillon bereits um 5 Uhr früh auf der Straße Mainzlar T r eis a. d. L d a. Allendorf a. d. Lda. Die einzelnen Verbände marschierten in bestimmten Abständen, den sogenannten Flieger-Marschtiefen, wobei noch innerhalb jeder Kompanie einem Zug der eigentliche Fliegerschutz übertragen wurde. Auf dem Weitermarsch wurde die Truppe verschiedent­lich von feindlichen Fliegern (angenommen) be­lästigt. Hierbei kam es darauf an, innerhalb we­niger Sekunden die Marschstraße zu verlassen und sich jeglicher Beobachtung aus der Luft zu entziehen. Nachdem Allendorf a. d. Lda. erreicht war, ging der Weitermarsch in nördlicher Richtung vor sich.

Auf den Höhen von Winnen richtete sich das Bataillon zur Verteidigung ein. Es kam hier darauf an, den jungen Soldaten auch im fremden Gelände zu zeigen, rote man auf dem Gebiete der Verteidigung dem Gegner hartnäckigsten Wider­stand zu leisten vermag.

Gegen 11 Hhr war die Hebung beendet. Anschlie­ßend fand bei Leidenhofen die Besprechung des Hebungsverlaufs durch den Leiter statt. In den Mittagsstunden bezog das Bataillon in den herrlich gelegenen Dörfern des Ebsdorfer Grun­des Quartier, lleberall fand auch hier die Truppe bei der Bevölkerung die herzlichste Aufnahme.

Am heutigen Donnerstag ist Ruhetag. Am mor gigen Freitag werden die Hebungen bis in die Gegend von Homberg (Ohm) fortgesetzt.

Das III. Bataillon.

Lage Blau: Seit einigen Tagen geht Blau, hinhaltenden Widerstand leistend, durch den Taunus I vor überlegenem Feind nach Osten zurück. Das! Jnf.-Regt. 15, beiderseits angelehnt, hatte am Mor-1 gen des 24. Juli das I. Bataillon als Nachhut an I

Die Fahrer untereinander werden fast immer mit sich fertig, aber die größte Kunst des Fahrers ist und bleibt, die Fußgänger zufrieden zu stellen.

Wenn sich die große Menge der Nichtfahrer auch allmählich an den Gedanken gewöhnt hat, daß die Kraftwagen kein notwendiges Hebel, sondern ein erstrebenswerter Gegenstand sind, so unterscheidet jeder Fahrer aber schon auf hundert Meter Freund und Feind.

Hnd Autofeinde gibt es noch genug, wenn ihre Zahl auch von Tag zu Tag geringer wird. Der Autofeind haßt aus irgendeiner Vererbung heraus den Kraftwagen. Sein Haß gibt sich durch Ge­bärden und Redensarten kund. Er macht keinen Hnterschied zwischen Marken und Größen der Wagen. Auch Zylinderinhalt und Hubraum sind ihm gleichgültig. Man kann annehmen, daß er in­folge des Siegeszuges des Kraftwagens selbst Auto- besttzer wird oder später an Auszehrung stirbt, da der menschliche Organismus so viel Wut auf die Dauer nicht ertragen kann.

Eine große Rolle im Leben des Kraftfahrers spielt der Aengstliche. Er sieht in jedem Auto eine übernatürliche Erscheinung, der er schon von weitem zu entfliehen versucht. Wenn man sich im ersten Gang ihm auf etwa 30 Meter genähert hat, springt er in ein Haustor. Auf Landstraßen macht er den Versuch, auf einen Baum zu klettern. Am sicher­sten fühlt er sich, wenn er an einem Wagen vorbei­geht, an dem zufällig ein Reifen montiert wird. Da weiß er, daß nichts passieren kann. Er erreicht meistens kein hohes Alter, da er infolge feiner Aengstlichkeit Anlaß und Opfer von Unfällen wird.

Auch der Widerständler gehört zu den Auto­feinden. Er beschleunigt vor allem nicht seine Schritte, wenn er vor einem herankommenden Wagen die Straße zu kreuzen hat. Um Hupen­zeichen kümmert er sich grundsätzlich nicht. Zu Hause muß er ein unausstehlicher Gatte und Vater sein. An seinem innern Widerstand prallen alle Versuche, ihn umzustimmen, in jeder Lebenslage

lehr nachhaltigen, wenn auch letzten Endes erfolg­losen Widerstand.

Der Verkehrsschreck muß noch in die Reihe der Autofeinde eingereiht werden, wenn sich seine Tätigkeit auch nicht unmittelbar gegen den Fahrer richtet. Der Verkehrsschreck steht meistens schon in vorgeschrittenem Alter. Er kreuzt die Fahrbahn stets mit aufgeregten Gebärden. Er wird wohl immer sehr alt, da die Fahrer selbst ihn außer­ordentlich fürchten, und manchmal sogar, wenn sie abergläubisch sind wie die Jäger, lieber umkehren, als mit ihm in Berührung zu kommen.

Zu den Autofreunden gehört vor allem der Ken­ner. Er besitzt zwar selbst keinen Wagen, indessen verfolgt er mit großem und sichtbarem Wohlwollen die schnelle Entwicklung des Krastwagenverkehrs. Er kennt jede Marke, weiß die Vorzüge des einzel­nen ins rechte Licht zu setzen, obwohl er sich fast immer täuscht. Den haltenden Fahrern gibt er gute Ratschläge und fragt sie nach ihrer Zufriedenheit und den bisher zurückgelegten Kilometern. Jeden fahrenden und stehenden Wagen betrachtet er mit angeblich fachlichem großem Interesse und stirbt oftmals eines plötzlichen Todes, da er während einer feiner vielen Besichtigungen von einem ande­ren Wagen leider angefahren wird.

Das Mädchen, das nur für Zweisitzer schwärmt, ist allen Fahrern eine wohlbekannte Erscheinung. Zu seiner Ehrenrettung muß gesagt werden, daß es selber häufiger zur Mitfahrt eingeladen wird, als daß es darum ersucht. Großen, mit Familien besetzten Limousinen bringt es nicht das geringste Interesse entgegen. Ja, man kann sogar sagen, daß es in diesem Falle autofeindliche Gedanken hegt. Auch würdigt sie Wagen, die von Damen gesteuert werden, keines Blickes. Sie erreicht meistens ein normales Alter, da sich ihr Interesse mit vor­schreitenden Jahren vom Kraftwagen dem Kinder­wagen zuwendet. M. A.

Gießener Wochenmnrktpreise.

den Waldrändern westlich Nauheim eingesetzt, die Masse des Regiments war in den frühen Morgen­stunden im Zurückgehen auf die neue Widerstands- linie auf dem Dftufer der Horloff zwischen Bisses und Leidhecken. Das III. Bataillon hatte bei diesem Zurückgehen mit den vordersten Teilen um 7 Hhr den Westrand von Reichelsheim erreicht.

Lage Rot: Rot, in erfolgreichem Vorgehen nach Osten, hatte in breiter Front den Taunus durch­schritten und am 24. Juli in den frühen Morgen­stunden den Ostrand des Taunus mit nördlichsten Teilen westlich Nauheim erreicht.

Der verlauf der Hebung.

Bei Hebungsbeginn um 7 Hhr war das III. Batl. auf der Straße W eckeshei mR e i ch e l s h e i m im Zurückgehen auf feine neue Widerstandslinie. Der Bataillonsführer mit seinen Kompanieführern und dem Zugführer des Minenwerferzuges ritt voraus, um im Gelände vor Eintreffen des Bataillons feine Kompanieführer einweisen zu können. In der Widerstandslinie, die über den Kronberg-Strenzel- berg verlief, wurde die Masse der schweren Waffen in breiter Front eingesetzt, um den Feind schon auf weite Entfernung beschießen und aufhalten zu kön­nen und ihm eine möglichst starke Besetzung vorzu- täuschen. Die schweren Infanteriewaffen sind die Seele des hinhaltenden Widerstandes, die Gewehr­schützen kommen bei dieser Kampfart nur selten zum Einsatz.

Gegen 10.30 Hhr bekam der Bataillonsführer die ersten Meldungen vom Feind. Entwickelt und breit und tief gestaffelt war er im Vorgehen durch Nauheim nach Osten. Schon von weither, auf drei Kilometer, wurde er von dem Feuer der schweren Maschinengewehre beschossen. Nur langsam kam der Gegner in der weiten und flachen Ebene vor­wärts, jede Bewegung konnte von den beherrschen­den Höhen erkannt und mit Feuer beantwortet werden. Es wurde 13 Hhr, bis der Feind sich unter starkem Feuerschutz dem Horloff-Abschnitt näherte. Vorher waren bereits die Erkundungs­kommandos vom Bataillon zurückgeeilt, um hinter dem Nidd a-Abschnitt die neue Widerstandslinie und die Rückzugswege dahin zu erkunden. Als der Feind am Ostrand von Bingenheim und Leidhecken heraustrat, wurde er noch einmal von starkem Feuer empfangen, das ihn niederzwang und den erneuten Einsatz seiner schweren Waffen erforderlich machte. Damit hatte Blau seinen Kampfzweck erfüllt und dem Gegner einen langen Aufenthalt bereitet. Als der Feind nun zum ent­scheidenden Angriff auf die beherrschenden Höhen

ab. Infolge seiner beharrlichen und zähen Veran­

lagung erreicht er meistens ein hohes Alter und ^..unticiuunci, uu» -piunu ±,uu uu>

leistet dem herannahenden Tod gleichfalls einen 1,55, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis

Du oller Benzin-Duffel!"

Kraftwagenfahrer und Publikum.

Der Kraftwagen trägt ungemein viel zur allge­meinen Verbrüderung bei. Das erkennt man schon allein daran, daß die meisten Fußgänger den Kraft­wagenfahrer mit dem traulichen Du anreden. Je nach Ort, Mundart und Landessitte fallen diese Gespräche, die meistens im Vorüberfahren geführt werden, verschieden aus:

Menschenskind! Du kannst deinen Winker ooch wohl nid) früher raushängen, oller Benzin-Dussel!" Das scheint Berlin zu sein.

Baids dira so pressirt, kannst ja laafa." Hier spricht München.

Was gloobst de denn eechendlich? Gannste nich noch een bißchen tauber hubben, alber Lumich?" Mein Leipzig lob ich mir...

Auch bie Fahrer untereinander scheinen, beson­ders anläßlich kleinerer oder größerer Zwischen­fälle, bei benen bekanntlich immer ber anbere bie Schuld hat, einem allgemeinen Verbrüderungsver- ein anzugehören.

Mensch! Du hast woll uff'n Roller fahren je- lernt!"

Deinen Führerschein haste woll jeklaut!"

Wird die Hnterhaltung etwas lebhafter, so gibt es wohl kein Kraftwort beutscher Zunae, vom Benzinstrolch bis zum allgemein beliebten Rindvieh, das nicht zur bilderreichen Belebung herangezogen wird. Das darf man alles nicht so heftig bewerten, denn man muß die Erregung in Rechnung stellen, aus der heraus die gekränkte Hnschulb brüllt.

Die ausgleichende Gerechtigkeit aber sorgt auch dafür, daß die Dame am Steuer gleichfalls in traulicher, wenn auch gemilderter Form angespro­chen wird:

Mit' Staubsauger fannfte woll besser fahren, wat?"

Natürlich! Guckt in den Spieael und nicht auf die Straße! Mädel, Mädel, da hast du noch mal Schwein gehabt!"

Den möcht ich sehen, der dir den Führerschein ausgestellt hat!"

DasZnsantene-Regiment Gießen übi in Oberheffen

Der zweite ttebungstag.