Ausgabe 
25.6.1935
 
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Ifr.145 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Vien8tag,25.)uni (935

Der Führer besucht die Verletzten von Remsdors.

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5ßie schon gemeldet, stattete der Führer überraschend dem Paul-Gerhardt-Stift in Wit­tenberg einen Besuch ab und erkundigte sich persönlich nach dem Befinden der dort liegenden schwer­verletzten Arbeiter vom Explosionsunglück m Reinsdorf. (Presse-Illustrationen Hoffmann-M.)

Der Vater der deutschen Volkskunde.

Wilhelm Heinrich Viehls Wanderungen durch Deutschland.

Wenn heute Werk und Persönlichkeit Wilhelm Heinrich Riehls wieder aus der Vergessenheit emporgehoben werden,- die sie jahrzehntelang um­geben hat, so geschieht das aus dem Gefühl tiefer Verpflichtung für die Leistungen eines Mannes, der aus der Enge der Studierstuben-Gelehrtheit her­austrat und den.Blick wieder auf das Leben des Volkes lenkte, wie es sich in Alltag und Beruf, in altüberlieferten Bräuchen und Sitten in mannigfaltigen Formen äußert Er bemühte sich ohne falschen Hochmut um die wahre kulturelle Entwicklung des Volkes und suchte das Dasein von Nation und Staat in seinen Quellen zu erforschen, wo es sich unaufhörlich neu gestaltet und verjüngt, in der Vorstellungswelt der einfachen Menschen, der Bauern und Handwerker, der breiten Schichten in Stadt und Land.

Er begründete die Volkskunde als Wis­senschaft und gab das Zeichen zu dem großen Sammeleifer, der gerade jetzt wieder starke An­triebe erfahren hat. Die einzigartige Leistung Riehls aber war sein Wirken aus der tiefen Ueberzeugung, die, wie Gunther Ipsen in der Einleitung der von ihm im Verlag Alfred Kröner, Leipzig, zu­sammengefaßten und herausgegebenenNatur­geschichte des deutschen Volkes" aus­führt, das politische Sein der Deutschen aus dem Geist und der Macht und Wirklichkeit der Volkheit bauen will.

Bücherweisheit erschien Riehl nur als ein not­dürftiger Behelf, der Volkstumsforscher sollte sich selbes in der Welt umsehen, mit klaren Augen und offenem Herzen; auch die anscheinend geringfügig­sten Einzelheiten waren ihm wertvoll.Im Volks­leben ist nichts klein, was aufs Ganze, auf den geistigen Gehalt des Volkstums zielt", schrieb er einmal. Man muß den Leutenaufs Maul sehen", wie es Luther einst gefordert hat, wenn man wirk­

lich erfahren will, wie sie leben, denken und fühlen.

Riehl verlangte deshalb von dem Erforscher des Volkslebens, daß er reise und wandere. In seinen praktischen Anweisungen für das Volksstudium heißt es:Wie der moderne Historiker bei einem quellen­haften Geschichtsbuche nicht mehr bloß Buchstudien, sondern auch Archiostudien fordert, so fordere ich bei einem Beitrage zur deutschen Volkskunde min­destens Wanderstudien. Wandern heißt auf eiaenen Füßen gehen, um mit eigenen Augen zu sehen, mit eigenen Ohren zu hören. Am allerbesten frei­lich wäre es, wenn man mit dem Gehen auch das Sitzen verbände, doch ist dies nur wenigen und nur in Einzelfällen vergönnt. Ich meine zu der Wanderung durch ein Land sollte sich ein längerer oder kürzerer Wohnsitz in demselben gesellen, so daß der Forscher gleichsam nomadisierte, denn das Doppelsymbol des Nomaden ist nicht bloß der Wan­derstab, sondern auch das Zelt. Wer aber sein Zelt nicht aufzuschlagen vermag in dem Lande, welches er wandernd studiert, der mag sich getrösten, daß im Wandern selbst doch der nächste Ersatz für das Wohnen liegt."

Riehl hat in seinem Buch eine Methode des Wanderns gegeben und sie mits e l b ft e r w a n- derten Beispielen" belegt: mit ihr wendet er sich an diefrisch aufstrebende Jugend, welche in anderweitiger Schule ihre Beine noch nicht der­art versessen hat, daß sie gar nicht mehr ordentlich gehen können und ihre Augen noch nicht derart an papierenen und pergamentenen Quellen verlesen, daß sie für die Quellen des leibhaften Lebens blöde geworden find" Dann heißt es:Wer forschen und lernen will auf der Wanderschaft, der gehe allein. Nur der einsame Wanderer lebt mit den Leuten, nur wer allein kommt, wird überall angeredet und ins Gespräch gezogen: kommen ihrer zwei, so läßt man sie vielmehr für sich gewähren, in der Mei­

nung, daß sie sich selbst genug seien. Zum Ver­gnügen reise man mit einem Freunde, zum Stu­dium für sich allein."

Aber nicht bloß die fremden Leute erschließen sich leichter dem Einsamen, auch wir selber sammeln uns und arbeiten doch rfur eigentlich, wenn nfir einsam wandern. Frei durch die Welt zu streifen, das Auge stets geöffnet für Natur und Volk ist eine luftige Arbeit, ein lustiges Spiel ist es nicht... Die besten Gedanken findet man immer dort, wo man die unmittelbare Anschauupg der Tatsachen gefunden hat, und die Gedanken wollen auf der

Landstraße, auf dem Lagerplatz im Abendquartier auch gleich frischweg erfaßt und festgehalten sein. Dies ist das sicherste Mittel gegen die Gefahr, hin­terher Fremdes in den gewonnenen Stoff hinein­zudenken .und die Tatsachen unseren Ideen zu beugen... Um aber recht gründlich allein zu reisen, nehme ich nicht einmal ein Buch mit auf die Wan­derschaft: ich will gezwungen sein durchs Entbehren jeder anderen geistigen Anregung, Geist und Auge fortwährend auf die umgebenden Dinge zu richten und dieselben nach ihrem Zusammenhänge augen­blicklich und in meiner Weise durchzudenken."

strauWrnngdernevenSirauß-OvermDresden.

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Unser Bild zeigt den 71jährigen Komponisten Richard Strauß am Flügel, neben ihm Generalinten­dant Adolph und Generalmusikdirektor Dr. Böhm (früher am Hessischen Landestheater in Darm­stadt; ganz rechts). (Koch-M.)

Die Dresdener Opern-Wochen 1935 begannen mit der Welturaufführung der neuen Oper Die schweigsame Frau" von Dr. Richard Strauß im staatlichen Opernhaus. Die erwar­tungsvolle Stimmung der Bevölkerung kam in der Ansammlung dichter Menschenmassen in der Nähe der Staatsoper und des Hotels Bellevue zum Aus­druck, wo die auswärtigen Ehrengäste abzusteigen pflegen. Das feit Wochen ausverkaufte Haus war bis" auf den letzten Platz gefüllt. Unter den Ehrengästen bemerkte man außer dem Reichskriegs­minister Generaloberst von Blomberg den Reichsstatthalter Martin M u t s ch m a n n mit den sächsischen Staatsministern. Oberpräsident Prinz von Hessen, Staatskommissar Hinkel, den Auslandspressechef der NSDAP. Hanfftaengl sowie die Spitzen der Behörden und Parteistellen.

Die Welturaufführung gestaltete sich zu einem großen Erfolg für den Komponisten.Die schweig­same Frau" entstammt einer Geschichte von Ben I o n s o n , die schon in verschiedenen Fassungen über die Bühne gegangen ist, und handelt von dem Mann, der keinen Lärm vertragen konnte und zur Beruhigung seiner Nerven eine schweigsame Frau sucht. Das drollige Spiel ist ein vor­züglicher und bühnenwirksamer Stoff für eine ko­mische Oper und bot dem Komponisten Gelegen­heit, einem übermütigen Humor die Zügel schießen I zu lassen. Schon die Ouvertüre ist ein Stück voll I

schalkhafter Heiterkeit. Wesentlichen Anteil an der Wirkung hat, wie immer bei Strauß, das Orchester. Für jeden Witz ist eine instrumentale Ausdeutung vorhanden. Die Staatskapelle unter der genialen Leitung von Generalmusikdirektor Professor Böhm vollbrachte eine glänzende Lei­stung. Auf der Bühne setzten sich erste Kräfte mit bestem Gelingen für den Erfolg der Neuheit em. Plaschke, Kremer, Ahlersmeyer und Maria C e b o t a r i waren die verdienstvollen Träger der Hauptrollen. Der Erfolg war durch­schlagend. Nach allen drei Akten wurden der Komponist, die Darsteller und alle, die zum Gelin­gen der Aufführung beigetragen hatten, stürmisch gerufen.

Im Anschluß an die Uraufführung fand zu Ehren des Komponisten ein Empfang im Rathaus statt. Oberbürgermeister Z ö r n e r hieß die Erschienenen

NIVEA

mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmack

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Elefanten trinken und baden bei Nacht.

Don E. W. Strach.

Silbern schien der Vollmond über den schwei- genden Urwald der Magarasürnpfe. Kein Blatt regte sich, es schlummerten die riesigen Shkomoren, es schliefen die Euphorbien, nur der Elelescho duftete süß durch die heiye Rächt. Fünf Monate waren es her, daß in der Regenzeit das letzte Raß die weiten Wälder und Steppen erquickt hatte. Durstend und schmachtend lag das große Afrika seitdem wieder im ewigen Sonnenbrände. Auch die Rächte brachten keine Kühlung, zum Ersticken war die weiche, schwüle Luft.

Ich sand keinen Schlaf und war wieder aus meinem Zelt herausgekrochen, hörte dem eintönigen Lied der Zikaden zu und lauschte den Stimmen des nächtlichen Waldes. Gellend schrie zuweilen em Rachtaffe. Der heulende Auf einer suchenden Hyäne hallte durch den Dom der Bäume. Eulenlocken und das Quaken der Frösche im nahen Sumpfgebiet ver­vollständigten das unheimliche Konzert. Das Lager­feuer war fast niedergebrannt.

Anstrengende Tage halten wir hinter uns. Erst waren wir durch die weiten Steppen, soweit sie passierbar waren, mit dem Lastauto gefahren, lind dann als die Steine immer größer, die Berge immer höher wurden, muhten wir das Auto zurucklaffen. Der Regerhäuptling vom Stamme der Waburgwes nahm meinen Troß in Verwahrung. Ich selbst war nur mit meinen nötigsten Sachen und einigen zu­verlässigen schwarzen Trägern weitergezogen, um in Fußmärschen auf Rashorn-, und Elefantenwech­seln durch den Urwald, zu den Sumpfen des ver­schwiegenen Magara vorzudringen. Run gerade zur größten Trockenheit kamen die Elefanten von weit­her gewechselt, um sich nachts in dem so seltenen Waffer satt zu trinken und zu suhlen. Überall waren wir auf die Fährten der Dickhäuter gestoßen frische Losung zeigte uns, daß wir ihren Standort bereits erreicht hatten. x ,

Run wollten wir hier erst einmal von den be­schwerlichen Märschen ausruhen und am nächsten Morgen die Fährte eines starken Einzelgängers suchen, dem wir tage-, ja vielleicht wochenlang würden folgen muffen auf all feinen vielen Kreuz- und Querwanderungen, bis wir auf Schußnähe an ihn herankamen. Denn nur ein guter alter Bulle lohnt das Elfenbein. Zudem gibt die englische Re­gierung im Mandatsgebiet von Tanganyika nur noch zwei Elefanten im Jahre für den einzelnen Jäger frei, um das gewaltige, imposante Wild vor Schießertr.m und Rekordsucht zu bewahren. Der Ab-

ichuß dieser beiden Elefanten lostet eine Oonberge* bühr außer dem Jagdschein von zusammen taufend Mark. Erlaubt ist nur ein schwerer Bulle, der über fünfzig Pfund Elfenbeingewicht hat, während das Abschießen einer Elefantenkuh schwer bestraft wird. Rur wenn man nachweisen kann, daß man sich in äußerster Rot befunden hat und von einem wütenden Tier angenommen wurde, darf man ein schwächeres Stück erlegen. Rach jeder Expedition hat man sich bei der nächsten englischen Behörde zu melden und seinen Abschuhschein wieder abzugeben. Das Elfen­bein wird dort sofort gewogen, bekommt einen be­hördlichen Stempel und wird damit für die Ausfuhr und zum Verkauf freigegeben. Es ist für den weißen Jäger unmöglich, ein vielleicht fälschlich abgeichos- senes Tier zu verschweigen. Man gibt sich damit sofort in die Hand seiner Reger, die bei ihrer Rück- kehr schon aus angeborener Schwatzhaftigkeit daheim von den Erlebnissen der Expedition erzählen, und bald ist durch Spitzel, die der Engländer drüben unter den Schwarzen hat, der Tatbestand genau festgestellt...

So tag ich sinnend am ichwelenden Feuer und schaute in den sternklaren, blauen Rachthimmel. Mitternacht war schon vorüber. Plötzlich klangen laute Trompetenstöße durch die Rächt. Immer lauter wurden die Rufe, und immer mehr Stimmen fielen in das Konzert ein. Eine Dickhäuter-Herde muhte durch den Wald jenseits des schmalen Sumpfstreifens gezogen und nun auf das belebende Waffer gestoßen sein. Ihre Freude darüber äußerten die Elefanten durch ohrenbetäubendes, lang anhaltendes Trom­peten. Jetzt hörte man sie durch den Sumpf stampfen, vernahm, wie sie Waffer einzogen und es gurgelnd wieder ausstiehen

Rasch war ich aufgesprungen und schlich mit der geladenen Büchse bis an den dicken Affenbrotbaum am Rand des verschilften Waffers. Ich wußte, daß bei einer Herde nie starke Bullen stehen, und ich wollte auch nicht schießen, nur dem urigen Wilde hier im verborgensten Gebiet seines Reiches lauschen. Immer näher zogen die Elefanten im Sumpf meinem Versteck zu. Glücklicherweise bekamen sie meine Wit­terung nicht und tummelten sich vertraut im naffen Element Ihre Rückenlinien ragten über die Wand der Binsen und des Rohres. 3m Sumpf war es lebendig geworden, wir hörten das Suhlen der schweren Koloffe Schlamm und Waffer spritzten auf Schilf und Rohr zerknickten. Und dazwischen das freudige Trompeten jener Riefen aus grauer Vorzeit. Jetzt zogen sie einige Schritte weiter, tarnen auf eine lichte Stelle, wo kein Binsendickicht mir Die Sicht deckte. 3m Gänsemarsch trotteten sie vorwärts, einer hinter dem andern- Abgezehrte Kühe, die ihre Jungen bei sich führten, dahinter wieder ein schwa- cher Dulle. 3mmer mehr traten aus dem Schilfwalde

in den freien Wasserspiegel, der sich hier noch kaum metertief durch die Trockenzeit gehalten hatte. Mit angehaltenem Atem zählte ich die grauen Ungetüme: zweiunddreihig waren es, die größte Herde, die ich je zusammengesehen hatte. Einige alte Kühe suchten mit hohen Rüffeln Wind zu nehmen. Wenn sie mich auf meinem Lauscherposten bemerkten, tonnte es schlimm für mich ausgehen. Der Elefant ist ein ge­fährlicher Gegner. Man glaubt nicht, mit welcher Behendigkeit und Gewandtheit das sonst so schwer­fällige Tier Hinderniffe nimmt, Wendungen macht und seinen 3eind angreift, um ihn in Grund und Boden zu stampfen

3ch preßte mich an den Stamm des alten Affen­brotbaumes und rührte mich nicht, bis ich die Über­zeugung gewonnen hatte, daß die Herde wieder be­ruhigt war. Die Elefanten aber hatten noch gar keine Lust, ihr kühles Bad zu verlaffen. Trompetend zogen sie hin und her, wälzten sich, stampften herum, während im weihen Mondlicht ihre naffen Körper wie Silber glitzerten. Ein unvergeßlicher Anblick! Meine Augen hingen an dem traumhaft schönen Bilde der scheuen, riesigen Dickhäuter, die ich in ihrem Reich aut wenige Meter Rähe belauschen durfte. Das sind Augenblicke im Leben eines Groß­wildjägers, die schöner sind als der Schuß selbst, als das Stehen am Wild, das man nach mühevoller Pirsch endlich zur Strecke gebracht-

Wie lange ich dort stand, ich weiß es nicht: denn alles um mich herum versank. Gebannt sah ich mit brennenden Augen dem nächtlichen Spuk des Ma- garasumpfes zu. Erst als der Morgen langsam graute, zogen die Elefanten wieder auf ihrem alten Wechsel in die gegenüberliegenden Urwaldbestände ab. Einer reihte sich an den andern, und wie traum­hafte Schatten erschienen sie hinter den Stämmen des Urwaldes, der sie wieder aufnahm

Urwaldzauber, Urwaldnacht!

Leise schlich ich zurück in mein Lager. Meine Boys sahen in Angst und Aufregung um das glimmende Feuer herum.Bwana, angalia, tembo kali fana, zu deutsch:Herr, sieh dich vor, Elefanten sind sehr böse", warnten sie mich. Doch einen leidenschaftlichen Jäger kann das nicht zurückhalten. Denn solches Er­lebnis erlischt nicht in der Erinnerung. Dort, wo das sagenhafte Großwild genau wie vor Tausenden von Jahren seine Fährten in unberührte Wildnis gräbt, wo der Urwald schweigt und seine Söhn« schützt und schirmt, dort ist das Reich der Elefanten. Der Mensch kommt sich dort so klein und nichtig vor inmitten dieser dunklen Hallen alter Urwaldbäume, in deren Schatten noch die Tiere grauer Vorzeit wandeln, die menschliche Kultur und Erfindergeist nicht ver­treiben konnten. Das ist die Welt, die dem Tier gehört, die der Mensch ihm noch nicht rauben konnte. Der Jäger aber, der in jene Gebiete vorstöht, ist nur

ein Eindringling, der für kurze Spanne Zeit ins Traumland verseht ist.

Die Sünde der Madelon Maudei/-

Wenn man diesen Film der amerikanischen Firma Metro-Goldwyn-Mayer auf sich wirken läßt, dann fühlt man sich stellenweise unwillkürlich in die Zeit des Kinos vor fünfundzwanzig Jahren zurückversetzt; es ist, nicht das Kostüm und nicht die Darstellung; es liegt am Thema und an der Art, wie es vor­gebracht wird. Von Zeit zu Zeit ist einem zumute, als ob man diese Geschichte schon längst einmal irgendwo gesehen hätte Immerhin darf man ,;u- qeben, daß der Film, welcher mit dem berühmten Wiegenlied von Brahms sehr stimmungsvoll ein­geleitet, so beschaffen ist, daß vor allem der weib­liche Teil der Besucher gegen Ende hin die Taschen­tücher hervorholen wird .. so eine rührende Ge­schichte ist das. Uebrigens wirkt der amerikanische Star Helen Hayes in der Hauptrolle nicht un­interessant: vom Ensemble ist Lewis Stone als Partner von Iannings imPatrioten" bei uns be­kannt geworden. Regie: Edgar S e l w y n. Im Beiprogramm bringt das Lichtspielhaus u a. einen amerikanischen Schwank mit den bekannten Herren Dick und Doof, einen Vorspann zumKampf mit dem Drachen" und die neue Wochenschau.

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Hochschvlnachnchten.

Die folgenden ordentlichen Professoren sind von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden: an der Universität Jena: Rudolf Abel (Hygiene); Ernst Giese (Gerichtliche Medizin); an der Uni­versität Leipzig: Hans A ch e l i s (Kirchenge» schichte); Erich Brandenburg (Neuere Ge­schichte); an der Universität München: Max Borst (Pathologie); Josef Geyser (Philosophie); Heinrich Günter (Geschichte); Johannes G o e 11 s- berger (Alttestamentliche Theologie): an der Uni­versität Heidelberg: Emil Gvtschlich (Hy­giene und Bakteriologie, früher an der Universität Gießen); an der Universität Freiburg: Wilh. van C a l k e r (Völker-, Staats- und Verwaltungs­recht): an der Universität Würzburg: Heinrich Bulle (Klassische Archäologie); an der Technischen Hochschule in Karlsruhe. Hermann Billing und Max L a e u g e r (Architektur); Georg Benoit (Maschinenbau); an der Technischen Hochschule in Dresden : Kurt Hassert (Geographie).

Professor Dr. H. Henkel, Ordinarius für Straf­recht, Strafprozeßrecht und Staatsrecht an der Universität Marburg, ist in gleicher Eigenschaft zum 1. Oktober d. I. an die Universität Breslau berufen worden.