Montag, 25.§ebruarM5
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 4? Zweites Blatt
Ba
rn urde es ein modernes
Die Schatzkammer des SultanSpaL^iÄ.
lung der Firma Z e i ß in
Haüse, Herr Dubourg!"
Der Guckkasten, das Kino unserer Vorfahren.
Die holländische Zeitung „Tijb" berichtet, daß die Regierung von Ankara einen der ersten Juwelenhändler Hollands beauftragt habe, den Inhalt der Schatzkammer des ehemaligen Sultanspalais einer Bestandsaufnahme und Bewertung zu unterziehen. Das ist inzwischen geschehen, und der Juwelier plaudert in der „Tijb" über seine Feststellungen bei dieser interessanten Aufgabe. Wie bei dem hohen Werte der Juwelen verständlich, ist Die Schatzkammer durch dicke Stahlpanzerwande ge- schützt. In Glasgefäßen liegen die Diamanten, V .. -s,. SKnhinön itnh von un-
Zurückdrängen der Rückfälle, die früher eine stete Gefahr für jeden darstellte, der einmal einen Malariaanfall durchgemacht hatte. So konnten die neuen Kampfmittel rasch einen Siegeszug in allen Malariagebieten der Erde antreten.
Sie letzte Stellung des Gegners.
Eine letzte Stellung hält allerdings die Malariamikrobe noch immer, das sind die Sporen in Der Speicheldrüse der Mücke. Gegen diese gibt es noch kein wirksames Mittel. Man kann sie erst packen,
wenn sie als Sichelkeime in das Menschenblut gelangt sind. Ein Mittel gegen die Sporen wäre das entscheidende Borbeugungsmit t e l gegeck Malaria überhaupt. Solange es ein solches noch nicht gibt, das dem Siegeswillen der medizinischen Forschung zweifellos über kurz oder lang glucken wird, muß man mit den vorhandenen Methoden den Kampf aufnehmen. Das Atebrin eignet sich zue Vorbeugung, d. h. zur Verhütung von Krankheits- erscheinungen, ganz besonders.
Zwei italienische Forscher, B i g n a n i und st i a n e l l i, entdeckten den Fehler in der bisherigen Bekämpfung der Krankheit. Das Chinin wirkt nämlich zwar auf die Sichelkeime im Blut des Menschen, auf die Schizonten, läßt aber sowohl die Sporen, die frisch aus Der Mücke kommen, wie auch vor allem Die Gameten, Die geschlechtliche Form des
Kranke einen Fieberanfall. — Je nach der Form der Malaria erfolgt das nach 48 oder 72 Stunden (man spricht dann von Malaria tertiana oder quartana).
Rach einiger Zeit solcher ungeschlechtlicher Vermehrung folgt die letzte Verwandlung der Malariamikröbe, sie bildet nun auch geschlechtliche Formen, Die Gameten. — Diese finD es. Die Die Krankheit mieDer auf Die Mücke übertragen, wenn ie bei einem Stich mit Dem Blut Des kranken Men- chen in Den Mückenmagen gelangen. Dort vereinigt ich Der männliche unD Der weibliche Teil Der Mikrobe, unD Das ProDukt finD roieDerum Sporen, Die schließlich in Die SpeichelDrüse Der Mücke gelangen unD Dort bereit liegen, von neuem Den verDerb- lichen Kreislauf zu vollziehen.
Die Verteidigung hat schwache Stellen.
Eine Mücke mordet auf Ceylon
Schwerer Kampf gegen die Malaria.
Von Or. H. DRebmonn.
Es ich wohl einzig Dastehend in Der Geschichte Der Medizin, daß ein Heilmittel vier Jahr- h u n D e r t e hindurch bis in Die neuere Zeit fast Die einzige Hilfe gegen eine bestimmte Krankheit war. Das gilt für Das Chinin, seitdem es um 1630 in Peru als altes Jndianerrezept in Form eines AbsuD der Chinarinde Den spanischen Kolonisten bekannt rourbe. Natürlich blieb das Chinin sich in seiner äußeren Form nicht gleich. Nach der vor 115 Jahre erfolgten Entdeckung des chemisch reinen Chinins durch zwei französische Chemiker Medikament. Aber auch
einer Stirnwand eine Betrachtungs-Lupe eingebaut ist und in den das zu betrachtende von der Seite her zu beleuchtende Bild eingeschoben wird. Der Kasten soll vor allem dazu dienen, jedes Nebenlicht und andere Störungen auszuschalten. Von Schaustellern wurde er dann auch als Miniatur-Buhne benutzt und dementsprechend mit Kulissen und allen möglichen Dekorationen ausgestattet Der Guckkasten war also ein Vorläufer des Kinos. Er befriedigte besonders das Bedürfnis unserer Vorfahren Bilder aus der „Aufnahme-Perspektive zu betrachten. Der Vortragende äußerte die Vermutung daß die besonders starke Betonung der Perspektive in der Barock-Architektur Die Augen der Menschen des 17. Jahrhunderts in dieser Hmsicht geschult habe, so daß sie auch vom Bild eine gewisse Tiefenwirkung verlangten, Die Der Guck la st en Orderte Der Apparat war nicht nur in Deutsch
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nereis geschmückt. Eine Kette besteht aus Rubinen und wiegt vier Pfund. Den Wert der Juwelen schätzt der Juwelier auf 100 Millionen Gulden. In diesem Betrag ist nicht eingeschlossen ein drei Meter hoher, mit Juwelen übersäter Thron, der in Dem sog. „alten Thronsaal" steht, Dessen WanDe mit vie- len Goldplatten und Edelsteinen besetzt sind. Die Krone, die über Dem Thron an einer golDenen Kette hängt, trägt in ihrer Fassung einen Srna- ragDen, Der 30 Zentimeter lang, 14 Zentimeter breit unD 5 Zentimeter hoch ist. Thron und. Krone repräsentieren einen Wert von mmbeftens 10 M i - Honen GulDen. Im Thronsaal befinDen sich zahlreiche massivgolDene Rüstungen und ein Pokal der mit etwa 2000 geschliffenen Diamanten bedeck ist. Einen Teil dieser Schätze beabsichtigt Die türkische Regierung zu veräußern.
Erregers, ungeschoren. So verlieren sich unter Der Einwirkung von Chinin zwar Die Krankheitserscheinungen rasch, Das Fieber geht zurück, aber Der Patient bleibt weiter ein Änsteckungsherb für Die Mücke. Es können in feinem Blut Die Gameten verborgen bleiben. So kommt es, Daß Die Krankheit sich mit Chinin allein nicht ausrotten läßt, ja Daß Der Kranke nach scheinbarer GesunDung noch Jahre später immer mieDer von Rückfällen be= Droht bleibt.
Deutsche Chemiker helfen.
Die Deutschen Forscher Roehl, Schulemann, Schönhöfer unD Wingler suchten in Dem pharmazeutischen Forschungslaboratorium „Beyer" Der IG. Farben-JnDustrie nach neuen Kampfmitteln unter Der chemischen VerwanDtschaft Des Chinin. Sie fanDen Dabei -Das P l a s m o ch i n. Dieser Stoff erwies sich als hervorragenD wirksam. Nach Vorversuchen an Paralytikern rourDe in Der ganzen Welt Plasmochin bei Den verschieDensten Formen Der Malaria angewendet. Der Erfolg war überraschend: Gerade die Gameten werden vom Plasmochin erfolgreich angegriffen und vernichtet. Das konnte das Chinin allein nicht. Vor allem hatte man aber nun einen leistungsfähigen Bundesgenossen gegen die gefährlichste Form der Malaria, gegen das Tropenfieber.
Aber ein so vielgewandter Feind wie der Malariaerreger läßt sich nicht so rasch lahmlegen. Konnte man mit Hilfe des Plasmochins zwar die Gameten völlig vernichten, so blieben noch immer Die Sichelkeime, Die Schizonten, gegen Die man nun ein gleichfalls Dem Chinin überlegenes Kampfmittel suchte. Hier waren es Die Deutschen Chemiker Mietzsch unD Mauß, Denen es gelang, in Den Beyer- Laboratorien Der IG. Farben-JnDustrie einen weiteren Fortschritt gegenüber Dem Chinin zu fin- Den, Das Atebrin, Das in 5 bis 7 Tagen sicher Die Schizonten zerstört. Mit Diesen beiDen hervor- ragenDen ProDukten moDernen Deutschen Forschergeistes ist nun Die Bekämpfung Der verheerenDen Krankheit wesentlich erfolgreicher geroorDen. Atebrin unD Plasmochin zusammen reinigen Das Blut Des Malariakranken unbeDingt von Den Erregern und machen Die WieDeransteckung Der Mücken unmöglich. Die beiDen Mittel finD bei sachgemäßer AnwenDung . völlig ungefährlich. Das Atebrin wird selbst von kleinsten Kindern gut vertragen. Ein wesentlicher Vorteil bei gleichzeitiger Behandlung mit • Atebrin und Plasmochin liegt in dem auffälligen
das reine Chinin ist ja schließlich nichts anderes als der chemisch-wirksame Stoff der Chinarinde. — Auch jetzt noch brauchte man Den wunDertätigen „China-Baum", Der Der Vizekönigin von Peru, einer Gräfin Chinchon einst das Leben rettete. — Seine Zucht rourDe bei Der ungeheuren Verbreitung Der Krankheit eine Angelegenheit von größter volkswirtschaftlicher BeDeutung.
Zwischen Dem 40. Breitengrad nördlicher und südlicher Breite ist ein großer Teil der bewohnten Erde m a l a r i a - g e f ä h r d e t. Millionen Bäume waren notwendig, um das Heilmittel zu liefern. Biele Tonnen Chinin wurden jährlich verbraucht. Dennoch hat Die Krankheit bisher kaum wesentlich abgenommen. Der Grund dafür findet sich in dem geheimnisvollen Kreislauf Der Malariaerreger.
Die Dreigestalt des Feindes.
In Den SpeichelDrüfen Der Mücke lebt Der Erreger Der Malaria als winzige Spore. In Dieser Gestalt gelangt er beim Stich ins Menschenblut, wo jede einzelne'Spore sich sofort auf ein rotes Blutkörperchen stützt unD sich in Diesem zunächst emkap- selt. Als ein sichelförmiges Gebilbe haust hier nun zusammengerollt Der Bazillus in seiner zweiten Form. Er'wächst unD zeigt balD Das Bestreben sich zu teilen. JeDer Der Teile ist alsbalD ein neuer Erreger unD überfällt seinerseits ein rotes Blutkörperchen. JeDesmal, wenn Die Reifezeit Der Keime — in diesem Stadium heißen sie Schizonten — herangekommen ist und Die Schar Der Durch Teilung neu entstcmbenen Das Blut überschwemmt, bekommt Der
Mochten aber feine Opern unD Konzerte noch so leer sein, niemals fehlte der englische König unter Den Besuchern. Einmal kam Der berühmte C h e - sterfield von Der Aufführung eines Oratoriums in Coventgarden, als er einen Bekannten traf, Der dorthin wollte. „Ist denn heute kein Oratorium? erkundigte er, sich. — „Gewiß", antwortete Chesterfield, „ich bin nur fortgegangen, um Den König nicht in seiner Einsamkeit zu stören."
Bei Der Aufführung seiner Oratorien saß HänDel selbst hinter Dem Orchester wie ein General hinter feiner Armee. Wenn alles gut ging, hatte seine große weiße Perücke eine gewisse Bewegung aus .Der man sehen konnte, daß er zufr.eben war. Ebenso war aber auch zu erkennen daß er bo e wDl Wenn es sich um die Kunst handelte, kannte er kein Ansehen Der Person. Bei Den Proben m Carltonhouse rourDe er immer sehr zornig, wenn Der Prinz und Die Prinzessin von Wales zu ,pat kamen, und wenn Die Damen Der Prinzessin plauderten, pflegte er unmäßig zu.fluchen und ^ter Namensnennung zurechtzuwci en. Dann mahnte auch die Prinzessin selbst:^ „Stille, Handel ist dose .
Zu diesen Probengeschichten gehört auch Die von Der bereits erwähnten Sängerin Cuzzoni, die wieder einmal nicht wollte wie Händel. Da sprang er aus dem Orchester auf Die Bühne, hob ble «angerin in Die Höhe, schüttelte sie und rief: „M^ame, ich weiß, Daß Sie Der Teufel finD — über ich bin Der Oberste Der Teufel!" *
Ein untergeordneter Kirchensänger tarn aus einer kleinen englischen Stadt nach London und verlandte von Händel beschäftigt zu werden. Nachdem er im Chor gesungen hatte, schwoll ihm
er verlangte, eine Arie vortragen zu dürfen. Auch Das geschah, aber er fang fo schlecht, daß er ausgepfiffen wurde. „Es tut mir leid um Euch . tro- stete ihn Händel, „aber ich rote Euch m die Kirche zurückzukehren. Gott wird Euch das hechte Singen wohl vergeben, aber niemals das Volk von London."
wirkte sich in den Gießener Reihen aus, daß schott bald nach Dem Führungstor Der rechte Läufer Mank so verletzt rourDe, Daß er nur noch mit halber Kraft mittun konnte. Die Gastgeber nutzten Diesen Um« ftanD geschickt aus und setzten besonDers ihren linken Flügel ein, Der Dann auch sehr gefährlich wurde, besonders gegen Mitte der zweiten Halb* zeit. Der Platzvere'in riß durch Verwandeln eines Eckballes Die Führung an sich. Man war dabei im Gießener Lager etwas unaufmerksam gewesen. Jetzt bekam Bissenberg etwas Oberwasser und setztg non links zahlreiche gefährliche Angriffe am Vollends entschieden wurde der harte Kampf nach dem dritten Treffer, Der aus einem Mißverständnis in 1900s hinteren Reihen entftanD. Schlarb kam hier zu spät und mußte auch kurz darauf einen prächtigen flachen Schrägschuß von links passieren lassen. Anschließend gab es noch spannende Situationen im Gießener Strafraum, und es sah nach Er- böhunq des Ergebnisses für den Platzverein aus. Die Schuld trug Der Angriff Der Blauweißen, De* fast kaum einen Ball aufnahm und dadurch diS Hinteren Reihen vor schwere Aufgaben stellte. Zeller, Lippert und Schlarb waren aber überragend und ließen keine weiteren Treffer zu. 1900 kam mieDer mehr zu Wort unD hatte jetzt auch wieder Torgelegenheiten. Die Schüsse waren aber 3" ungenau unD größtenteils auch zu schwach, so Laß sie immer eine Beute des aufmerksamen Bissenberger Torhüters würben. Viel zu spät wechselte Der bis dahin kaum in Ersch"inuna getretene Linksaußen Dürr mit Rohn Den Platz. Mit 4:1 blieb Der Gastgeber Sieger, ohne Durch Dieses Ergebnis Den Gießenern Den seither innegehabten zweiten Tabellenplatz streitig machen zu können.
VfB.-MicksSahn Gießen.
VfV.'Reichsbahn Liga — Bad Vilbel Liga 5:3 (1:2).
Das SpielfelD Des WalDsportplatzes glich einem Morast, so Daß ein einroanDfreies Spiel kaum aufkommen konnte. BeiDe Mannschaften bemühten sich, mit großem Eifer, Der Tücken Der BoDenbe- schaffenheit Herr zu werben. Die anstanbige Spiel- weise beiber Mannschaften erleichterte bem Schiedsrichter Volkmar bas Amt sehr.
Die Dilbeler stellten eine Mannschaft, bie mehrere gut veranlagte Einzelkönner aufwies, bie sich aber selten zu einer geschlossenen Einheit zusammenfln- ben konnten. Die Hiesigen waren sehr bei ber Sachs unb verstauben es, bie sich ihnen bietenben Torchancen geschickt auszunutzen.
Vilbel stößt an unb gelangt in ben Strafraum Der i Hiesigen. Schwarz klärt. Ecken für jebe Partei verlaufen ergebnislos. Dann ist Fehling mit einer Vorlage Feusters, feinem Läufer, bavongezogen, feine Flanke kommt zu Mattern, ber ben Ball neben ben Kasten fetzt. Eine Steilkombination ber Gäste schließt ber Halblinke mit unhaltbarem Schuß i ab. 1:0 für bie Gäste! Die Gießener brangen unb ■ können bas Eckenverhältnis auf 5:1 stellen. Ein . Strafstoß Matterns, gut ausgenommen, lanbet neben = bem Pfosten. Bei einem Gebränge im Gießener : Strafraum wehrt Fenster mit ber Brust. Der ■ Schiebsrichter pfeift zu Unrecht Elfmeter, ben Die i Gäste absichtlich bem Gießener Torwart in Die , Hänbe schieben. Ein schönes Zusammenspiel Zwilchen , Halbrechts unb Rechtsaußen — 2:0 für bie Gaste!
lanb, sondern auch in England und in Frankreich weit verbreitet. Es scheint, daß er zuerst von ber französischen Industrie eingeführt worden ist. Die seitenverkehrten Bild-Beschriftungen sind nämlich bis etwa 1820 in französischer Sprache gehalten. Erst im Biedermeier tauchen die deutschen Beschriftungen auf. Wie ber Guckkasten selbst sind auch die Guckkastenbilber ziemlich verschwunden-, sie sind jedenfalls nur noch sehr selten festzustellen, beim Die verkehrten Beschriftungen wurden von den Kunstblättern, nachdem sie ihren Dienst lm Guckkasten verrichtet hatten, als störend abgeschnitten und diese dann in ben Handel gebracht.
Mensch und Musiker.
Kleine Geschichten umGeorg Friedrich Händel
Händel war eine übergroße Erscheinung, deren gewaltiger Eindruck durch eine mächtige Allongeperücke noch vergrößert wurde. Dieser Gestalt entsprach eine niemals erlahmende Schöpferkraft, eine außerordentliche künstlerische und menschliche Entzündbarkeit, ein aufbrausendes Temperamente Es ist feine Fabel, daß er eine Sängerin, die sich wei- aerte eine seiner Arien zu singen, bei einer Probe ergreifen und zum Fenster hinauswerfen wollte. Die Sängerin war die berühmte Cuzzoni, bie Heb in ihrer Not nur dadurch rettete, daß sie ihre SsrytmiUiqteit, zu fingen erttärte ßänbel, nun schnell besänftigt, ließ non ihr ob unb sagte: „San. len Sie dem Himmel, daß er Sie wieder nernunfüg gemacht hat!" *
hpn röhren 1720 bis 1730 war Händel am Londoner Haymarket-Theater beschäftigt Er pflegte w diriaieren, während er dazu gletd)- ? Ha6e Ä P X - unber spielte sie fo schon, sLRMMUU ergrimmte über Mündel so sehr, ß J. herab
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gen mehr Selb nerbienen als durch Ihr Gingen:
Als Händel bie ^uptpenbe fern« Te deum ginnen wollte, rief er dem Vrcheft^ ^err6n! Ein eifrig, wie er immer u>ar, zu. „ __ Mer ^e
Sa?« sri“ sicher wurde. „Meine Herren , rief Handel, „i - war ber Hundsfott!
Ein Sänger Dubourg geriet bei ^ner Aufführung in eine peinliche Verlegenheit. Er vergaß plötzlich ben Operntext, würbe verlegen, kam auch von der Musik ab und irrte eine guvZe Welle hilflos auf der Bühne umher, bis er sich endlich wieder in feine Rolle zurückfand. Da rief ihm Handel laut genug, daß man es im ^"Zen Hanfe l)oren
■, — aus dem Orchester zu: „Willkommen zu
Eine halbe Million Menschen sind in Ceylon an Malaria erkrankt, 12000 starben bereits, obwohl die englische Kolonial- verwaltung die größten Anstrengungen macht, um die verheerende Krankheit einzudämmen. — Das Interesse der ganzen Welt ist wieder einmal auf eine Krankheit gelenkt, die verbreitet ist, als irgendeine andere Seuche, und an der noch immer viele Hunderttau- sende jährlich sterben. Erst in den letzten Jahren konnten deutsche Forscher Erfolge erringen, die auf einen Endsieg hoffen lassen.
Eine furchtbare Geißel ist die kleine Mücke, bie in ihren Speichelbrüsen den Erreger der verbreitetsten aller Seuchen beherbergt. Wo sie lebt, tyrannisiert sie den Menschen, und es gibt ganze Gebiete, bie sie minbestens für ben Europäer unbewohnbar macht. Das Furchtbare ist, baß nicht nur bie Mücke, bie Anopheles mit ihrem Stich bie Malaria auf ben Menschen überträgt, fonbern, daß ber malariakranke Mensch burch sein Blut auch roieber die Mücke ansteckt. Der Runblauf ber Malariamikrobe zwischen Mücke unb Mensch ist außerbem ein Verwandlungsspiel. Die Erreger, Plasmodien genannt, nehmen dabei vielerlei Gestalten an. Ehe die Wissenschaft das erkannt hatte, war der Kampf gegen die Krankheit fast hoffnungslos, denn man wußte ja nicht einmal, daß jede der Formen des Malariaerregers besondere Kampfmethoden erfordert.
400 Jahre Chinin
Fußball der Oau-Ligamannsckost?n ]
Auch am Sonntag hatte der Tabellenführer des । Fußball-Gaues Nordhessen, Hanau 93, einen sehr , schweren Gang. Wieder mußten die Hanauer nach j Fulda, diesmal kämpften sie gegen Germania und ; konnten wenigstens einen Punkt retten, denn bas ■ Treffen enbete unentschieben 1:1. Da ber Tabellen- zweite, Borussia Fulda, in Langenselbold zu einem , überraschend glatten 5:0-Sieg kam, hat sich der Abstand in der' Tabelle auf drei Punkte verringert. Der Kasseler Lokalkampf zwischen Kurhessen und Spielverein endete 1:1. Kurhessen hat dadurch seinen Tabellenstand verbessert und wird bem Abstieg in bie zweite Klasse noch entrinnen.
Aus anberen Gauen.
Gau Sübwest: Union Niederrad — Eintracht Frankfurt 3:2; FK. Pirmasens — Wormatia Worms 3:1; Phönix Lubwigshafen — FC. Kaiserslautern 2:0; Saar 05 Saarbrücken — Kickers Offenbach 1:5.
Gau Bayern: Bayern München — Spvgg. Fürth 3:1; 1. FC. Nürnberg — Wacker München 4:2; Schwaben Augsburg — Jahn Regensburg 0:0; Spvgg. Weiden — München 1860 4:1.
SpieivereimMng 1900 Gießen. Visienberg I — 1900 I 4:1 (1:1).
Mit dieser Nieberlage würben Die Blauweißen in der RückrunDe Dieser Saison erstmals bezwungen. Um es gleich vorweg zu sagen, ber Gastgeber siegte oerbient, benn er präsentierte sich in bester Form. 1900 hatte Schwächen, unb ganz befonbers im Angriff, so baß in ber zweiten Halbzeit bie Hintermannschaft überlastet rourbe unb auch nicht mehr ganz fehlerfrei arbeiten konnte. Absagen hatten fol- genbes Mannschaftsgebilbe entstehen lassen: Schlarb; Zeller, Lippert; Mank, Jäger, Hembach; Letsch, Heilmann, Schmelz, Rohn, Dörr.
Mit bieser Aufstellung roar bas Beginnen schon von vornherein ziemlich aussichtslos. Es kam bes- halb auch kein gutes Spiel zustande, wozu auch du etwas unzulänglichen Platzverhältnisse beitrugen. 400 bis 500 Zuschauer hatten sich eingefunben, bas in Schiri Horn (Bab-Nauheim) einen Leiter hatte, ber es einigen Bissenbergern Zuschauern nicht recht machte. ,
Die Gießener eröffneten ben Kampf, bergauf spielenb, mit einigen flotten Angriffen, jeboch aut) bie Platzbesitzer waren nicht müßig, unb es fiel be- sonbers auf, baß sie mit bem Schuß als Abschluß gutbiirckibachter Angriffe nicht sparten. Schlarb unD seine Vorberleute waren aber auf bem Posten und ließen vorerst keinen Treffer zu. Bei einem energischen Gießener Angriff wehrte ein Bissenberger in : höchster Not mit ber Hanb. Mank (1900) verwandelte ben verwirkten Elfmeter sicher zum 1:0 für : 1900. In ber Folge hatte Schlarb brei fabelhafte : Schüsse zu halten, jeboch auch bie Spielvereinigung hatte einige ganz große Chancen. Eine vergab Dorr : im Ueber'eifer, und bei einer anberen geriet Letsch , in Abseitsstellung. 1900 führte über eine halbe । SEmbe 1:0 bei ausgeglichenem Felbspiel. Erst eine Minute vor ber Pause kam Bissenberg zum Aus- r gleich. Ein Bissenberger hatte sich von links seit- t chärts vor bas Gießener Tor gespielt. Er würbe : nicht energisch genug angegriffen unb fanb Zeit zu t einem Schuß, ber Schlarb im Tor überraschte, da t ihm bie Aussicht versperrt war. Sehr nachteilig
Händel fand anfangs in Sonbon b« -neit m mcht die erwartete Anerkennung, und 1«"« Oxern u Oratorien hatten oft nur fo tnenige: O B
das Orchester stärker besetzt war als das Th-M^ $| Wenn seine Freunbe Dann über den schwach n o such klagten, tröstete er sie: „Das macht nichts, um o besser wird die Musik klingen."
In Goethes „Jahrmarktsfest zu PlunDersweilern" führt Der Guckkasten-Mann bie Schöpfung ber Welt, Sünbenfall, Sintflut unb allerlei anbere biblische Szenen vor, unb sein dürftiger Apparat weitet sich m Der Vorstellung des Dichters zum Sinnbild der Welt die auch so eine Art „schöner Raritäten- Kaste'n" ist, in dem die Schattenfiguren unseres Schicksals in ungewissem Licht vorüberhuschen. In der Romantik wird das Symbol vom „Guckkasten des Lebens" vielfach auraenommen, unb Dl»ses durch die ganze Literatur sich hindurchziehende Bild zeigt, wie vertraut unseren Vorfahren ber Guckkasten roar. Wenn man aber einen Menschen unserer Tage Danach fragen wollte, was er sich wohl unter einem solchen Guckkasten vorstelle, so würbe man kaum eine richtige Auskunft erhalten. Der Guckkasten ist heute völlig verschollen. Wie sehr I dies ber Fall ist, beweist die Mitteilung von Dr.
H. E. von G r o n o ro in einem Vortrag über Guckkästen unb Guckkastenbilder", ben er oor eini= oer Zeit auf ber Tagung ber Deutschen Gesell,chast für angewandte Optik hielt, daß überhaupt nur noch zwei Exemplare von Guckkästen in Deutsch-
»vAs; äs Mrm» - tsyrus


