Ausgabe 
25.2.1935
 
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Ganz Deutschland feiert die Rückkehr -er Saar am 1. März.

Berlin, 23. Febr. (DNB.) Nach dem Willen des Führers soll der Tag der Heimkehr der Saar­deutschen in ihr Vaterland einer der erhebendsten Feiertage des Jahres 1935 sein. Er wird deshalb vom deutschen Volk festlich begangen. Die Heber- gäbe der Regierungsgeschäfte an Gau­leiter Bürckel wird auf alle deutschen Sen­der übernommen. Gleichzeitig läuten die Kir­chenglocken, die Sirenen der Fabriken und der Schiffe ertönen. In diesem Augenblick wird auch die Beflaggung der öffentlichen Ge­bäude und der Prioathäuser vorgenom­men. Zur selben Zeit beginnt auch im ganzen Reich eine Verkehrs st ille von einer Minute, die sich, soweit es sich ermöglichen läßt, in einer Arbeitsruhe von gleicher Dauer in den Be­trieben auswirken wird.

In allen deutschen Orten finden am Abend Kundgebungen statt, bei denen der höchste politische Leiter des Ortes sprechen wird. An den Kundgebungen nehmen sämtliche Gliederungen der NSDAP, sowie alle sonstigen Vereine und vor allem die Bevölkerung teil. Die Abendkundgebun­gen schließen mit Fackelzügen. Auf den Höhen werden Freiheitsfeuer brennen, die öffent­lichen Gebäude, wichtige Denkmäler usw. werden angestrahlt.

Am Vormittag finden in den Schulen kurze Feiern statt, nach denen der Unter­richt ausfällt. Für den Festtag der Rückkehr der Saar ins Reich ist schließlich die Polizei- stunde aufgehoben.

Schon am Tage (oder vielleicht zwei Tage) vor­her beginnen Sternfahrten des DDAC. und des NSKK. nach Saarbrücken. Die Abfahrt der Wagen wird in jedem Orte feierlich ausgestaltet werden. Außerdem wird der Luft­sportoerband am Vormittag des 1. März einen Sternflug nach Saarbrücken durch­führen, an dem sich 30 Maschinen beteiligen. Auch dieser Abflug erhält ein besonders festliches Gepräge.

Die Wehrmacht veranstaltet an ihren Stand­orten im ganzen Reich Appelle, in denen die Saarbrücker Uebertragungen gehört werden. Gleich­zeitig werden auf den Gebäuden der Wehrmacht die Flaggen gehißt. Am Abend werden in den Standorten der Wehrmacht Zapfen st reiche veranstaltet, nachdem der ausführende Musikzug

der Reichswehr an der Spitze der Fackelzüge zum Versammlungsort marschiert ist.

Am 1. März Mnm heraus!

23 e r [ i n, 23. Febr. (DNB.) Der Tag der heim- kehr der Saardeutschen in ihr Vaterland soll nach dem Willen des Führers einer der erhaben­sten Feiertage des Jahres sein; er wird vom ganzen deutschen Volk festlich be­gangen werden. Das deutsche Volk wird in dem Augenblick, in dem die Kirchenglocken und die Si­renen der Fabriken und Schiffe im ganzen Reich und im Saargebiet die erfolgte Rückgabe der Saar an Deutschland verkünden, die Häuser beflag­gen. Unsere Brüder und Schwestern hielten trotz Drangsal und Rot ihrem Volke die Treue. Deutsches Volk, bekenne du dich zu ihnen und nimm sie in deine Gemeinschaft auf.

Der Reichsminister

für Volksaufklärung und Propaganda.

(gez.) Dr. Goebbels.

Aus Anlaß der Aebernahme der Regierungsge- fchäfte im Saarland flaggen am Freitag, 1. 2N ä r z, die Gebäude des Reiches, der Län­der, der Gemeinden, der Körperschaf­ten des öffentlichen Rechtes und der öffentlichen Schulen. Diese Anordnung wird hiermit amtlich mit dem hinzufügen bekanntge­geben, daß eine schriftliche Benachrichti­gung der Behörden nicht erfolgt.

Oer Dreier-Ausschuß vollzieht die Uebergabe.

Genf, 23. Febr. (DNB.) Die Zustimmun des Völkerbundsrates zu der Reise des Dreier-Aus- schusses nach dem Saargebiet wird vom Dölker- bundssekretariat mit folgendem Wortlaut bekannt- gegeben: Der ausübende Ratspräsident des Völker­bundsrats Dr. T. R. Aras hat dem Vorsitzenden des Saarausschusses, Baron A l o i s i, die Bitte übermittelt, daß die drei Mitglieder des Ausschusses sich zur Uebergabe des Saargebiets an Deutschland am 1. März nach Saarbrücken begeben mögen.

Der österreichische Besuch in Paris und London.

Der Abschluß

Vertreter der Wehrmacht und der Landespolizei, der SA., SS., der PO., HI. und des Arbeits­dienstes.

Ein feierliches Orgelvorspiel von Johann Sebastian Bach leitete die Weihestunde ein. In die letzten Klänge der Orgel mischte sich dumpfer Trommel­wirbel, der den Einmarsch der Fahnen der PO. und SA. begleitete. Dann erklingt der Festmarsch von Richard Wagner, von dem NS.- Reichssymphonieorchester unter der Stabführung Franz Adams meisterhaft zu Gehör gebracht. Sodann spricht der Gauleiter des Traditionsgaues München-Oberbayern,

Staatsmimfler Adolf Wagner, der, nachdem er des Führers gedacht und den Stell­vertreter des Führers mit einem Sieg-Heil begrüßt hatte, u. a. ausführte: Heute vor 15 Jahren ver­kündete Adolf Hitler im Hofbräuhaus-Festsaal zu München die 25 Thesen, d. h. das weltanschau­liche Programm der Nationalsozia­listischen Deutschen Arbeiterpartei. Der 24. Februar 1920 kann daher als der eigent­liche Parteigründungstag angesprochen werden. Die 25 Thesen stehen heute noch un­verändert so da, wie sie damals der Welt bekanntgegeben wurden. Kein Wort davon ist im Lause der Jahre hinweggenommen oder hinzuge­fügt worden. Diese Thesen werden auch in aller Zukunft unverändert bleiben, denn als Schlußsatz wurde damals verkündet, daß die Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sich mit ihrem Leben dafür einsetzen, daß das mit den Thesen verkündete politische und weltanschauliche Programm durchgeführt wird. 300 deutsche Männer haben ihr Leben und Tausende haben ihr Blut hergegeben für die Verwirklichung des politischen und weltanschaulichen Wollens Adolf Hitlers. Das verpflichtet über die heutige Genera­tion hinaus alle bis in die fernsten Geschlechter, das Vermächtnis zu wahren und zu hüten.

Die große Tal Adolf Hitlers am 24. Februar 1920 bestand darin, daß er mit der national­sozialistischen Weltanschauung dem deutschen Menschen wiederdenWegzusichfelbst zurück zeigte und ihm den Wert seines eige­nen Blutes und seiner eigenen Art wieder vor Augen führte. Erst Adolf Hitler schuf mit der nationalsozialistischen Bewegung und mit Hilfe der am 24. Februar 1920 verkündeten Thesen die gewaltige Weltanschauung, die imstande war, das ganze Volk zu erfassen. Adolf Hitler goß die Gedanken über Art und Rasse, über Mensch und Volk in eine Form, die nicht nur jedem Menschen sichtbar und verständlich wurde, sondern imstande war, diese Menschen so zu begeistern, daß sie alle sonstigen weltanschau­lichen Brücken hinter sich abbrachen und nur dem einen großen von Adolf Hitler gezeichneten Ziel zustrebten.

Schwer war der Weg, der in den letzten 15 Jah­ren zurückzulegen war. Bis zum Jahre 1923, bis zu jenem denkwürdigen 8/9. November, an dem schnöder Verrat das Gelingen der nationalen Er­hebung hier in München verhinderte, war die Na­tionalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei gewillt, mit allen, auch den revolutionärsten Mitteln, dem Staat von Weimar als der In­karnation des deutschen Verderbens entgegenzu­treten. Nachdem Adolf Hitler nach überstandener Festungshaft am 27. Februar 1925 die Partei neu gründete, ging sie auf dem legalen Wege ihrem Ziele zu. Damit begann ein unendlicher Lei­densweg, ein Kampf, der nur von stahlharten Männern gekämpft werden konnte. Wer nicht stark blieb in diesem Kampfe, blieb am Boden liegen, wer schwach wurde, wurde abgefchüttelt, wer feig wurde, wurde nicht geduldet. Der in der national­sozialistischen Bewegung unter der Führung Adolf Hitlers zusammengeballten Kraft der deutschen Na­tion und der in ihr lebenden Stetigkeit und Zähig­keit gab am 30. Januar 1933 das Schicksal und ein litiger Gott den Lohn.

Wie ein Aufatmen ging es durch die ganze Ration. Die von den Schlacken befreite deutsche Seele begann sich wieder zu ent­falten. Die kommenden Generationen werden in einem Reich der wahrhaftigen Ordnung, der wahrhaftigen Ehre und Stärke, der wahrhafti­gen Freiheit und Würde leben. Richt Fürsten- c<reif und Fürstenhader, nicht Monarchismus und Separatismus, nicht Hausmacht- und kirch- turmspotitik werden die Quellen sein, aus denen die Grundsätze zum Reubau des Deutschen Reiches kommen. Der Rationatsozialismus wird das Reich bauen nach deutschen Grund­sätzen zur Erfüllung deutscher Le­bensnotwendigkeiten. In dem gleichen Maße, wie sich innerhalb Deutschlands das Selbstvertrauen und der Glaube an die Zu­kunft hebt, in demselben Maße steigt auch die Achtung, die unserem deutschen Volk von der Welt entgegengebracht wird.

Die Geschichte der Nationalsozialistischen Deut­schen Arbeiterpartei und des nationalsozialistischen Deutschlands ist und wird anders sein als das, was bisher von deutscher Geschichte geschrieben wurde. Die Geschichte der Bewegung und die Geschichte des neuen Deutschlands ist die Geschichte Adolf Hitlers. Ohne ihn wären wir nicht, ohne ihn wäre Deutschland nicht. 15 Jahre führt uns nun Adolf Hitler und zwei Jahre führt er die ganze deut­sche Nation. Das gütige allmächtige Geschick hat ihn und damit uns alle auf seinem Wege begleitet. Möge es ihm auch in aller Zukunft zur Seite stehen zum Segen für Volk und Vaterland. Der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, dem deutschen Volk und Vaterland, dem Führer und Reichskanzler Adolfs Hitler Sieg-Heil!

Das NS.-Reichssymphonieorchefter spielt nun den vierten Satz aus der ersten Brahms-Symphonie. Dann intoniert die Kapelle die Nationalhymnen, das Deutschlandslied und das Horst-Wessel-Lied, un­ter deren weihevollen Klängen der A u s m a r s ch der Fahnen erfolgt. Voll innerer Ergriffenheit werden die nationalen Lieder von der Menge ge­sungen, nach deren Verklingen der Gauleiter Staats­minister Wagner, gefolgt von den Ehrengästen, den Saal verläßt. Bei der Abfahrt werden den führen­den Männern der Bewegung von den Massen, die sich hinter den spalierbildenden SS.-Mannschaften drängen, begeisterte Huldigungen dargebracht.

der pariser desyrechmgen.

Die Wiener Negierung wünscht keine Feststellung des Bolkswillens.

Paris, 23. Febr. (DNB.) Die französisch-öster­reichischen Ministerbesprechungen haben am Sams­tagabend ihren Abschluß gefunden. Es wurde eine amtliche Verlautbarung ausgegeben, in der es u. a. heißt: Die französischen und österreichischen Mini- ter erkannten einmütig die Vorteile, die alle inter­essierten Länder aus dem Abschluß eines Mitteleuropa Paktes im Gei st e völli­ger Gleichberechtigung ziehen müssen. Sie begrüßen das Einvernehmen zwischen der franzü- ischen und der englischen Regierung, die den Plan eines solchen Paktes als ein Sicherheitselement an­sehen, das mit den anderen Pakten re­gionalen Charakters ein unteilba­res Ganzes von Friedensgarantien bildet und das geeignet ist, die Lösung der noch offenstehenden allgemeinen Probleme zu erleichtern.

DasPetit Journal" bringt eine bemer­kenswerte Erklärung des österreichischen Außen­ministers B e r g e r - W a l d e n e g g, der zur Frage der Wiedereinsetzung der Monarchie in Oesterreich sagt, diese Frage werde in O e st e r - reich selbst gar nicht erörtert, sondern eigentlich nur im Ausland. Allerdings sei dazu zu sagen, daß die Würde Österreichs es nicht zulasse, daß dem Lande verboten werde, sich diese oder jene Regierungsform zu geben. Auf die Frage einer etwaigen Volksabstimmung in Oesterreich erklärte Berger-Waldenegg lächelnd, daß man ebenso gut den deutschen Reichskanzler Hitler zum Rücktritt auffordern könnte. Die Oester- reicher verlangten' das nicht, weil sie als wohl­erzogene Leute gelten wollten. Die Forderung nach einer Volksabstimmung in Oesterreich sei einfach närrisch.

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Die Erklärung des österreichischen Außenministers wird in Deutschland stärkstes Befrem­den Hervorrufen. Sie zeigt, auf welch schwan­kendem Boden in Wirklichkeit die gegenwärtige österreichische Regierung steht. Während die natio- n alsoziali st ische Regierung in Deutsch­land im wahrsten Sinne oolksverbunden ist und keine Abstimmung zu fürchten braucht, wie die Erfahrungen der letzten zwei Jahre einwandfrei bewiesen haben, in denen sie die Feuerprobe des Vertrauens bestanden hat, läßt die ö st e r r e i - chische Regierung deutlich erkennen, von welchen Angstgefühlen sie schon bei dem Gedanken an die Möglichkeit einer Abstimmung des österreichischen Volkes erfüllt ist. Sie weiß, daß sie bei einer Volksabstimmung von der Mehrheit des Volkes hinweggefegt würde, und nur darauf ist es zurückzuführen, daß sich die regierenden Männer in Oesterreich mit allen Mitteln dagegen st r ä u b e n, das Volk sprechen zu lassen.

scharfe Angriffe auf den französischen Innenminister.

Paris, 25. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Rechts­stehende Pariser Blätter richten im Zusammenhang mit dem Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Schuschnigg scharfe Angriffe gegen den französischen Innenminister Regnier. DasEcho de Paris" teilt mit, daß der Bundes­kanzler gebeten worden sei, im Interesse sei­ner Sicherheit an einem zu seinen Ehren veranstalteten Gottesdienst nicht teilzu­nehmen. Nachdem schon die heimliche An­kunft der österreichischen Gäste auf einem Pariser Dorortbahnhof als ein schwerer Fehler der Regie­rung bezeichnet werden müsse, verstehe man nicht, wie sich der Innenminister nun ein zweites Mal unfähig zeigen könnte, die Sicherheit eines

befreundeten Regierungschefs zu ge­währleisten.Jour" wirft dem Innenminister vor, im Dienst der Logenbrüder zu stehen. Deshalb habe er es auch nicht wagen dürfen, gegen die Mitglieder der kommunistisch-marxistischen Einheitsfront ener­gisch vorzugehen. DieDictoire" bezeichnet es als eine Flegelhaftigkeit und Tölpelei des französischen Innenministers, den österreichischen Bundeskanzler daran gehindert zu haben, der Messe beizuwohnen, während mehrere hundert Persön­lichkeiten ihn in der Kirche erwartet hätten. Der marxistischeP o p u l a i r e" ist natürlich zufrieden und ruft Schuschnigg, den er als Jesuiten bezeichnet, ein Nimmerwiedersehen nach.Ami du Peuple" will wissen, daß tatsächlich gegen Schuschnigg e i n Anschlag geplant gewesen sei. Die Polizei habe wenige Tage von der Ankunft des Bundes­kanzlers aus sicherer Quelle erfahren, daß gewisse gefährliche Elemente in der französischen Haupt­stadt eingetroffen seien, um Schuschnigg zu ermorden.

Kühler Empfang in London.

London, 24. Febr. (DNB.) Bundeskanzler Schuschnigg und Außenminister B p r g e r - Waldenegg sind am Sonntagnachmittag auf dem Viktoria-Bahnhof eingetroffen. Zum Empfang waren u. a. Außenminister Simon und der fran­zösische Botschafter erschienen. Eine Viertelstunde, nachdem die Minister in ihren Kraftwagen den Victoria-Bahnhof verlassen hatten, langte, von einem Polizeiaufgebot begleitet, ein 300 Mann star­ker Zug von Marxisten und K o m m u n i - st en am Bahnhof an, um eine Kundgebung gegen die österreichischen Minister zu veranstalten. Ver­schiedene Zeitungen erheben Einwände wegen der Absicht der Oesterreicher, die Frage der Wieder­einsetzung der Habsburger und die Unter­bringung einer neuen Anleihe in London zu erör­tern.Österreich kommt, um neues Geld von Euch zu betteln", verkündetSunday Expreß" sei­nen Lesern in Fettdruck. In beiden Fragen wird die Antwort der britischen Regierung, so betonte das Blatt, ein höflichesNein" fein. Wie stark die Stimmung innerhalb der Arbeiterpartei im Un­terhaus wegen der Gefangenhaltung von 21 Mit­gliedern des österreichischen Schutzbundes ist, geht aus der Tatsache hervor, daß dem österreichischen Kanzler gleich bei seiner Ankunft in London eine von 46 Parlamentsmitgliedern unterzeichnete E i n- g a b e überreicht wurde, in der betont wird, daß die politischen Verhältnisse in Oesterreich dazu ange­tan seien, die innere Befriedung der österreichi­schen Republik zu verhindern.

Daily Telegraph" bemerkt, Dr. Schuschnigg sei anscheinend von dem Ergebnis seine Pariser Bespre­chungen, soweit sie sich auf den Romplan zur Sta­bilisierung der politischen Lage im Donaugebiet be­zögen, zufrieden. Seine Pariser Unterredungen und ein im voraus von der britischen Regierung gegebener Wink hätten die österreichischen Minister überzeugt, daß der Augenblick für eine Erörterung einer baldigen Wiedereinsetzung der Habsburger nicht geeignet sei. Er werde daher die Frage in London nicht aufwerfen; dagegen werde er um britische Unterstützung bei Erlangung der Gleichberechtigung auf dem Gebiete der österreichischen R ü st u n g e n ersuchen. Er werde dieses Verlangen mit dem Hinweis auf die Notwen­digkeit der Aufrechterhaltung der Ord­nung im Innern begründen.

Oie italienischen Truppenverschiffungen nach Ostafrika.

Rom, 24. Febr. (DNB.) Die Truppenoerschiffun­gen nach Jtalienisch-Ostafrika nehmen von N e a p e l und Messina aus ihren normalen Fortgang. Vulcania" ist seit Samstagabend mit viel Material, 54 Offizieren und 1200 Mann nach Italienisch - Somali unterwegs. Am

Sonntagabend hatB i a n c a m a l o" von Messina aus mit gleichem Ziele die Anker gelichtet. An Bord befinden sich zwei Bataillone mit 1900 Mann, 37 Offizieren und eine große Anzahl Spezialtruppen, darunter motorisierte Artillerie, Auto« mobilparks und Telegraphisten. Ins­gesamt wurden am Sonntag in Neapel und Mes­sina 100 Offiziere, 2600 Mann und 3000 Tonnen Material eingeschifft. In der ersten Hälfte der kom­menden Woche werden von Neapel aus w e i t e r 6 Truppenteile nach Jtalienisch-Ostafrika in See gehen.

Oie britische Fühlungnahme in Berlin.

Der britische Botschafter beim Reichsaußen­minister.

Berlin, 23. Febr. (DRB.) Auf Grund der deutschen Stellungnahme vom 13. Februar zu dem Londoner Kommunique hat gestern d i e e r st e Fühlungnahme englischerfeits in Berlin siattgefunden, indem der englische Bot­schafter Sir Eric Phipps den Reichsminister des Auswärtigen Frh. von Reurath am Rach­mitlag zu einer Aussprache aufgesucht hat.

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Seit der Uebergabe der deutschen Antwort ist erst eine verhältnismäßig kurze Zeit verflossen. Es hat natürlich nicht an tausendfältigen Stimmen in der Welt gefehlt, die mit uns nicht zufrieden waren. Die wirklich maßgebenden Kreise des Auslandes und besonders Englands haben aber die deutsche unvoreingenommene Verhandlungsbereitschaft mit Befriedigung zur Notiz genommen. Und so ist so­eben der englische Botschafter, Sir Eric Phipps, in der Wilhelmstraße vorstellig geworden, um mit gewissen Rückfragen das diplomatische Gespräch aufzuneh­men. Ein erster Schritt also. Ein erstes politisches Entwicklungsstadium. Aber man darf Hoffnung haben. Hoffnung nicht etwa in bezug aus die deutsche Situation. Die kann gar nicht besser und eindeutiger sein, nach­dem wir in einer so positiven Weise unsere Ver­handlungsbereitschaft zu erkennen gaben. Aber man darf hoffen, daß vielleicht doch aus dem Tohuwa­bohu der fernöstlichen, der südwestlichen, der Gen­fer, der vagen Abrüstungstendenzen etwas Brauchbares herauskommt. Man weiß, daß im Vordergründe von London die L u ft- ko n v e n t i o n stand. Nun gut: das ist auch unser erster Punkt. Das O st a b k o m m e n ist längst an­geschnitten: wir warten auf Antwort; unsere Fra­gen und Gegenvorschläge sind längst überreicht. Hinsichtlich der Donau ist uns eine Rückäußerung in Aussicht gestellt worden. Zur R ü st u n g s- frage bleibt für uns nichts mehr Neues zu sagen: Gleichberechtigung, nachdem die anderen darauf verzichteten, vertragsmäßig abzurüsten. Und der Völkerbund? Kein Gespräch für uns, bis des- sen trauriger Zustand aufgebessert und gesundet ist.

Sir Eric Phipps hat den ersten Schritt vor­wärts getan. London hat die deutsche Antwort ver­standen. Die Verhandlungen scheinen in Gang zu kommen. Sie werden einen Weg gehen, der mit Dornen belegt ist; aber man wird sich gutes Schuh­werk anzuziehen haben, um mitzukommen. Wir wollen in Ruhe abwarten, was die nächsten Wochen bringen. Der erste Schritt ist getan.

Simons Reise.

Britische Bedenken gegen einen Besuch in Moskau.

London, 25. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Times" meldet, Freiherr von Neurath hak dem englischen Botschafter mitgeteilt, daß Reichs­kanzler Hitler dem Umfang der Besprechun­gen über die europäische Lage nicht von vornherein besondere Grenzen setze. Es sei jetzt wahr­scheinlich, daß Anfang März der britische Besuch in Berlin stattfinde. In allererster Linie sei es notwendig, daß sich beide Parteien über die Natur der Besprechungen im klaren sind. Der Zweck der Berliner Besprechun­gen, an denen nur zwei Regierungen beteiligt seien, könne natürlich nur eine Sond ierung sein. Ein formelles Abkommen sei deshalb als unmittel­bares Ergebnis des Berliner Besuches nicht zu er­warten. lieber die Möglichkeit eines Besuches in Moskau werde die englische Regierung wahr­scheinlich vor Anfang nächster Woche noch keinen Beschluß fassen. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Sowjetrußland seien weit davon entfernt, herzlich zu sein. Sie würden wahrscheinlich schwierig bleib eji. Die vorgeschlagene Kom­bination eines Besuches in Berlin und Moskau werde daher wahrscheinlich an den Takt des englischen Ministers erhebliche Anforde­rungen stellen.

Daily Mail" schreibt, die Vorbereitungen für die Berliner Reise Simons seien so gut wie beendet. Man erwarte, daß die Sowjetregierung in dieser Woche an Simon die Einladung richten werde, von Berlin nach Moskau weiterzureisen. Simon wünsche anscheinend dringend, eine Rundreise zu unternehmen, die nicht nur nach Moskau, sondern auch nach Warschau und Prag führen werde. Aber die Minister, denen die Stimmung der Konservativen im Unterhaus bekannt sei, fürchteten, daß ein Moskauer Besuch einen schlechten Eindruck machen werde. Die endgültige Entscheidung dürfte auf der Kabinetts­sitzung am nächsten Mittwoch fallen. Die britische Regierung habe in Paris Anregungen unterbreitet, die sich auf die besonderen Fragen bezögen, die Deutschland und Polen hinsichtlich der Form des östlichen Sicherheitssystems aufgeworfen hätten, oder die britischen Minister würden wahr­scheinlich im Flugzeug reisen, um ihre Abwesen­heit von England möglichst zu verkürzen. Aber auch in diesem Falle werde die Reise nicht weniger als zehn Tage beanspruchen.

Oie Leistungswoche der Hitlerjugend.

Die AbteilungErtüchtigung und Schulung" der Reichsjugendführung gab in Berlin in Form einer Leistungsschau den führenden Männern des natio- nalsozialistlschen Staates einen anschaulichen Rechen­schaftsbericht über ihre Tätigkeit. An Hand von Statistiken, Photographien und anderen Ausfüh- rungsgegenftanöen vermittelt die Schau einen leben­digen Einblick in die an der Jugend geleistete Er­ziehungsarbeit. Die Führerschulen der Hitlerjugend, die sportlichen Hebungen zur körperlichen Ertüchti­gung, das Fahrten- und Lagerleben, die weltan­schauliche Schulung und die Heimarbeitgestaltuna waren m überaus klarer und eindrucksvoller Weise dargestellt. Die Schau wurde u. a. besichtigt von den Reichsministern Generaloberst v. Blomberg, Su s (urti) Seldte, ferner von Reichsleiter ZHfreö Rosenberg, dem Reichsführer der SS. Himmler, Admiral Dr. h. c. Raeder, Reichs-