Ausgabe 
25.1.1935
 
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Bunter Abend der Gasgemeinschast

eger Weise weitergearbeitet unt Kilometer Kunststraßen gebaut.

i.Vh 0 rf . KUUK« Iturmijojer xouegen erschienen war, brachte der Abend ^terkeit^und^einem allgemeinen Geschunkel, also | dem noch allerlei Unterhaltsames. Friedl G

l e r g a

17 Fortsetzung.

Nachdruck verboten!

Reisen und Forschungen in Oftasien.

Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde hatte für gestern zu einem Vortragsabend in die Aula der Universität eingeladen, bei dem Professor Dr. Panzer, Berlin, der früher als Prioatdozent an der Universität Gießen wirkte, an Hand zahlreicher Lichtbilder über das ThemaReisen und Forschun­gen in Ostasien" sprach.

Der Vortragende berichtete dabei über seine Reisen und Wanderungen auf der japanischen Insel For­mosa, wo er u. a. auch das von Europäern bis­her nur sehr selten betretene Gebiet der Kopfjäger durchstreifte und weitgehend studierte, ferner von seinem Besuch auf der zu den Philippinen gehörigen amerikanischen Insel Luzon. Er machte dabei eingehend mit den landschaftlichen Eigenschaften und m großen Zugen auch mit den Bewohnern dieser Gebiete bekannt. '

aU5 fcincn Erzählungen und vielen Lichtbildern zunächst die Insel F o r m o s a als ein außerordentlich waldreiches Land kennen, dessen Berge sich bis zu 3900 Meter erheben, das in der Hauptsache von Menschen malaischer Rasse bewohnt wird m wirtschaftlicher Hinsicht aber stark unter chinesischem Einfluß steht, während die Japaner ihre Hoheitsrechte in großzügiger Weise ausüben. Bei der Bevölkerung handelt es sich vornehmlich um Ackerbauer, die an den steilen Berghänqen un- Cr Aoßer Mühe ihre Nahrung anbauen, aber auch im Waldbau mancherlei Ueberraschendes leisten Be- sonders bedeutsam für das Wirtschaftsleben der - !? ?,e große staatliche Holzoerwertung, die

m Verbindung mit einer nach europäischen Gesichts­punkten durchgeführten Forstwirtschaft steht und in den Händen der Japaner liegt, während die Chine­sen in der Hauptsache den Teeanbau, sowie die Ge- wlnnung von Reis und Bananen betreiben. Im Der CJnfßl sind namentlich Schwefelquellen von Bedeutung, tätige Sultane sind aber bort nicht Mehr vorhanden. '

3m Saale des Caf6 Leib veranstaltete die Gas- , gemeinschaft Gießen am gestrigen Donnerstag einen : Bunten Abend. Die Gießener Hausfrauen waren , sehr zahlreich erschienen. Auf der Bühne waren in ' schöner Ordnung Gasgeräte aller Art aufgestellt. Mitglieder des Stadttheaters hatten sich zur Ver­fügung gestellt, um durch Tanz und Gesang, durch lustige Vorträge und gesangliche Darbietungen einige vergnügte Stunden zu bereiten. Mit einem flotten Marsch der Musikkapelle wurde der Abend eröffnet. Der Geschäftsführer der Gasgemeinschaft, Dr. G o e r e s, Gießen, begrüßte die Gäste. Er gab bekannt, daß zu dem von der Gasgemeinschaft veranstalteten Preisausschreiben über 1100 Lösun­gen eingegangen seien.

Dann sprach der Vorsitzende der Gasgemeinschaft, Herr Rödiger-Gießen, der ausführte, daß man sich heute mitten in der Arbeitsschlacht befinde. Man wisse, daß der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ein warmes Her§ für alle Volksgenossen habe, besonders habe er auch das Handwerk bedacht. Oft müsse man staunen, wenn man in vielen Woh­nungen feststellen könne, wie schlecht die Gasappa- rate und -Anlagen in Ordnung seien. Es liege im Interesse der Haushaltungen selbst, diese Apparate und Anlagen von Zeit zu Zeit einer Prüfung un­terziehen zu lassen oder durch Neuanschaffungen zu ergänzen. Bei allen Anschaffungen sei zu bedenken, daß damit vielen Volksgenossen Arbeit- und Brot­möglichkeiten gegeben werde. Die mit großem Bei­fall aufgenommenen Ausführungen des Redners klangen aus in einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer. Anschließend wurde gemeinsam das Horst-Wessel-Lied gesungen.

Frau Kalbfleisch wies im weiteren Verlauf des Abends zunächst auf die Bedeutung des Ein­topfgerichtes hin. Sie betonte, daß mit der Ein­führung des Eintopfsonntags die Reichsregierung eine vorzügliche Maßnahme getroffen habe. Das Eintopfessen sei nicht nur gesundheitsfördernd, son­dern erspare der Hausfrau auch viel Zeit und Geld, i Es sei die älteste Kochweise, die nur durch fremden : Einfluß verdrängt wurde. In vielen Gegenden i Deutschlands seien aber die Eintopfgerichte heute i noch an der Tagesordnung, besonders in Schlesien, i Westpreußen, und vor allen Dingen in Thüringen. ! Dabei habe die Verabfolgung des Eintopfgerichtes i einen erzieherischen Wert: Es zwinge jedes Fami- i

Da Harry Cobler nicht etwa allein, sondern mit feiner lustigen Kölner Bühne, mit Kolleginnen und Kollegen erschienen war, brachte der Abend außer- dem nocb fiflprfpi IlntprhnlHnwioc ra : _ _

er > v tyi* hcucui.

jein und auserlesen, aber nicht üppig waren die Speisen. Aber Gersheim war der Hunger, ver­gangen.

Er nur ein paar Weinbeeren und schälte fast gedankenlos eine Apfelsine, die er halb liegen ließ, dann eilte er in sein Ankleidezimmer und zog sich'

Lustiger Abend der AGG. »Krast durch Freude".

Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER.

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.).

mehr den Einfluß wie früher. Die spanischen Mis­sionare haben schon frühzeitig mit dem Bau von um» angreichen Kunststraßen begonnen. Amerika hat eit der Inbesitznahme der Insel im Jahre 1899 auf dresem Gebiete in veaer Weise weitergearbeitet und viele Tausende von Kilometer Kunststraßen gebaut In wirtschaftlicher Hinsicht ist die Insel wei^ehend entwickelt worden, wie sich aber ihr politisches Schicksal gestalten wird, ist heute noch völlig un­gewiß. Der Vortragende wies in diesem Zusam- ?en«i?rn8 ^ur3 die SeLständigkeitsbestrebungen der Philippinen-Inseln hin, betonte dabei, daß die Philippinos selbst sich noch sehr uneinig und unklar über die Wege zu ihrem Ziele sind und deutete dabei auch kurz auf gewisse japanische Pläne hin, die hierbei eine Rolle spielen können.

Der fesselnde Vortrag, der durch reichhaltige Licht- bilder in guter Weise ergänzt wurde, fand den leb- haften Beifall der Zuhörer.

Ja, ich höre schon! Ria, aber ... sieh doch bitte em, es geht heute wirklich nicht!"

So!" Zum Glück hörte Günter von Gersheim nicht, daß Ria drüben leise durch die Zähne pfiff Sie beherrschte sich aber und zeigte größte Liebens­würdigkeit.

Gersheim schien absolut nicht zu bewegen zu sein. Schade, sie hätte sich ihren Trumpf gern noch ein wenig aufgespart. So aber mußte sie ihn jetzt schon ausspielen, sonst war er bestimmt nicht aus dem Hause zu kriegen.

.. "^"n,, ich will dir sagen, Günter, weshalb ich dich bat! Du erinnerst dich doch unseres Gesprächs von damals? Du wirst wissen, es handelte sich um jenes fremde Mädchen um diesen Mannequin Öen du unbegreiflicherweise so verteidigtest ..."

Günter von Gersheim fühlte, wie ihm auch in ^^c^^enblick wieder das Blut in den Kopf schoß. Wie kam Ria dazu, Gerlinde andauernd on- zugreifen? Warum ließ sie ihr nicht Ruhe? Eifer­sucht r

"Weil du Fräulein Steinbrück fortgesetzt angreifst, sagte Gersheim ziemlich heftig und laut Ich sage dir noch heute, daß ich jede Dame in Schutz nehme, deren guter, reiner Name irgendwie, id) weiß nicht, aus was für Gründen, durch den Schmutz gezogen wird."

Ria Velten bebte vor Zorn. Ah, also immer das- rlv0^ ^Utc flc abschieben, das war doch klar ersichtlich. Noch immer also spukte ihm dieser Mannequin im Kopfe?

2)anie? Daß ich nicht lache!" klang es von drü- bcn böse.Em ganz raffiniertes Kokottchen, wie ich dir schon sagte, ist sie ..." ;

D? erklang schon das bekannte Hupensignal

Ria war bereit. 1 a

Halten Sie heute den Daumen für mick Tnmi Ster !" Ria hatte ihr Geldtäschchen geöffnet und Schoß^^ crftaunicn Zofe em Fünfmarkstück in den

Dann eilte sie davon, während das iunae Mäh, chev bas blanke Selbftütf nach immer'2-rwund-r zwischen den Fingern drehte.

Wie tarn das? Ria Velten war doch gerade heute wieder einmal ganz besonders unerträglich und launisch zu ihr gewesen. Nichts hatte sie ihr recht macht können Ueberhaupt die Zofe wußte, feit bic Sache mit dem Herrn Baron nicht mehr so M 'n Ordnung war, hatte sie bei Ria böse Tage Aehabt. Aber vielleicht wurde das wieder gut.

Verzeihe Ria, wenn ich das Gespräch jetzt un- terdreche! Ich kann nicht dulden ... Oder sage mir: Hast du mich nur angerufen, um wieder solche ärgerlichen Unterhaltungen mit mir zu führen?" Jegt war Gersheim beinah wütend geworden. Dann muß ich auf die Ehre, mit dir ein Gespräch 3u fuhren, jetzt und für alle Zeit verzichten, Rio!"

So überzeug' dich doch. Günter! Was hab' ich ur Interesse? Ueberzeug' dich selbst! Deshalb wollte uut dir heute in die Verdi-Diele gehen. Dieses ... dieses Mädchen tanzt dort abends und ist die Freundin des berüchtigten Doktor von Sachs. Na - du kennst ihn ja!"

Ist das die Wahrheit, Ria?" Günter von Gers- heim schrie es fast in den Apparat.

Sie selbst Günter, wenn du mir nicht glaubst! ^age dort Erkundige dich! Ich meine es .. doch mir gut nut dir , setzte Ria mit der Sanftheit einer Taube hinzu. v

Ich bin kurz nach neun bei dir mit hnu W?gen Muß mH erst noch umziehen. Bitte, halt dich fertig. Auf Wiedersehen!"

Ziemlich heftig legte Gersheim den Hörer auf Die Gabel. Dann ging er mit großen Schritten ins

raten werden, ob der Junge oder das Mädel für Den Angestelltenberuf geeignet ist, denn nur der Tüchtigste soll diesen Berus ergreifen. Gerade viele Schüler der höheren Schulen, die nicht das End­ziel, das Abitur, erreicht haben, glauben, daß der Kaufmannsberuf der letzte Anker fei. Es ist kein Ge­heimnis, daß auch die meisten Betriebsführer der­artige Lehrlinge ablehnen, weil sie sich sagen, daß bei Nichterreichen des Klassenzieles der Junge auch kein fähiger Kaufmann werden kann. Bei dieser Gelegenheit richten wir gleichzeitig an alle Be­triebsführer die herzliche Bitte, Lehrstellen zur Ver­fügung zu stellen, damit wir auch in der Lage sind. Den entsprechenden Nachwuchs, der uns ja so bitter nottut, mitheranbilden zu können. Ein ganz be­kannter Wirtschaftsführer hat einmal gesagt:Don meinen vier Söhnen wird nur der hellste Kauf­mann, die anderen müssen eben studieren." Um den Eltern Gelegenheit zu geben, mit uns zu bespre­chen, haben wir Dienstags und Freitags von 10 bis 13 Uhr Sprechstunden eingerichtet. Die Ge­schäftsstelle der Berufshauptgruppen in der Deut­schen Arbeitsfront befindet sich in den Räumen der früheren Deutschen Angestelltenschaft, Gießen, Lonn- straße 18. (Siehe heutige Anzeige.)

Dre NS.-GemeinschaftKraft durch Freude i m Kreise Gießen hatte für den gestrigen Abend im Suge ihrer Bemühungen um anregende Freizeitgestaltung zu einem lustigen Abend in das hiesige Stadttheater eingeladen und den zahlreichen Teilnehmern einige unterhaltende Stunden bereitet. Der Abend begann mit einem vergnüglichen Schmunzeln und endete in ftürmifcher (ÄoilorPnit iimS -11______:_____ sr. r , 1 * , '

Ria Vellen machte sich für den Abend mit ganz besonderer Sorgfaltzurecht".

Ein Abendkleid aus silbrigglänzendem Seidenstoff umspannte ihre schöne, schlanke Figur. Das dunkle, tiesschwarze Haar lag streng zurückgekämmt. Lange, kostbare Ohrringe schmückten die feingeformten Ohren.

Ria schaute in den Spiegel und lächelte sich zu. War sie nicht schön? Bezaubernd schön, wie die Reklameanzeigen es in alle Welt hinausschrien?

Ganz dicht neigte sie ihr Gesicht an den Spiegel pin, zog noch einmal mit dem Lippenstift die herz­förmige Linie der Lippen nach. Dann griff sie noch ewrnal zur Puderquaste und betupfte Stirn und Wangen.

In ehrfürchtiger Bewunderung stand ihre Zofe hinter ihr und staunte ihre Herrin an. Dann legte te JKia das Cape aus Hermelin um die blendend schonen Schultern.

Ria Velten fieberte innerlich. Oh, von ihr aus konnte der Kampf beginnen. Sie dachte gar nickt daran, ihren Freund Gersheim so mir nichts dir nichts an einen kleinen Mannequin hinzugeben.

Im Grunde genommen, fand Ria, war Gers- heim so dumm wie alle Männer! Mit Lift imh einem bißchen Lüge würde sie bald zum Ziel kommen. Wenn sie erst Gersheims Frau war bann fjatte sie erreicht, was sie wollte.. Dann mochte er tun was er wollte. Die eheliche Treue brauchte er nicht so genau zu nehmen. Die Hauptsache daß sie dann.ferne Sorgen mehr hatte. So schön' das Leben beim Film war, Ria war klug genug sich einzugestehen daß sie älter wurde und auf U Dauer ihre Gesundheit dabei aufrieb. ° e

mit einer Situation, die man im Stadttheater sonst fetten erlebt Es mag dies aber für diesen Abend Charakteristische und auch das Richtige gewesen

Harry Cobler, der in der jüngsten Zeit schon in verschiedenen Orten Oberhessens gastierte, bestritt. öen größten Teil des umfangreichen Programms mit feiner quicklebendigen Art des Vortrags mit einen vielen Schnurren, die nur fo aus ihm heraus- Ipruöetten und ihm außerdem noch Zeit zu etlichen Stegreifwitzen mit dem Publikum ließen. Er über­raschte seine Zuhörer immer wieder mit neuen mit manchem Witz, bei dem erst um etliche Ecken gedacht werden mußte, und sich dadurch der Oachersolg um Sekunden verzögerte. Er erzählte mit allen Mitteln, die einem fo virtuosen Komiker » c -ßrr 3,ur Verfügung stehen, kleine eigene Er- lebnijfc m jenen Uebertreibungen, die den Erfolg verbürgen. Alles was er sagte, unterstrich er immer irgenbmie durch fein Gesicht, seinen Körper, seine

®an3 besondere Erfolge waren seine rein mimischen Darstellungen, die in jeder einzelnen Geste verstanden wurden, so daß er kein Wort zu Hilfe zu nehmen brauchte. Die vielgestaltige Reihe feiner Darbietungen beschloß er mit einem origi­nellen amerikanischen Jazz, der einige Wiederholun- gen erfahren mußte.

3m Geiste folgte man dem Vortragenden bann nad) der «mmkaniichen Ins«! Luzon, deren Sänge °°n Homburg bis Wien ent- IF* 5 besonders bemerkenswert bezeichnete der Wiedner hier die gewaltigen Urwälder mit Bäumen bis zu 30 unb 40 Meter Höhe, ferner mochte er mit öen angestammten Bewohnern bekannt, den Negri- tos, die ,n ihrer Art sehr stark an afrikanische Ne- gerrassen erinnern. In wirtschaftlicher Hinsicht tormtJur, diese Insel insbesondere eine umfang. ""F..Ausfuhr von Kopra in Betracht, daneben «ob fr Truahrungswirtschaft die Fischerei eine grofee Rolle. Weiter wurden die Zuhörer mit den Ergebnissen der kolonisatorischen Arbeit durch die Karche, bei der besonders der spanische Einfluß herr- fchend ist, und durch die Bemühungen Amenkas be- kanntgemacht. Die Bevölkerung ist zum größten Teil christlich, immerhin hat die Kirche heute nicht

Während Frau Kalbfleisch noch erklärte und kochte, erschien plötzlich mit lautemHallo!" Paul Nieren vorn Stadttheater Gießen, bewaffnet mit Kochlöffel, Notizblock und Bleistift, um als Vertreter Derßiga der Junggesellen" Kochrezepte zu notieren und auch Kochproben entgegenzunehmen. Damit hatte der lustige Teil des bunten Abends feinen Anfang genommen und brausender Beifall erscholl, als der lernbegierige, in alle Töpfe guckende zur besonderen Verwendung gestellte Unterkoch" sich an den verschiedenen Geräten fast die Finger ver­brannte. Nach allerlei Späßen und Witzen machte er schließlich mit seinem Humor den Ansager. Luise Decker vom Stadttheater Gießen fang zwei unter­haltsame Lieder.

Inzwischen hatte das Preisrichterkollegium auf ber Bühne Platz genommen. Paul Nieren machte mit demEinzug der Gladiatoren", Trauermärschen und einemTanz der Freude" die Zeremonien zu »er feierlichen Handlung, die den Zweck haben ollte, die Gewinner des Preisausschreibens festzu- tellen. Die Preisträger wurden anschließend be­kanntgegeben. Im weiteren Verlaufe des Abends ah man verschiedene Tanzeinlagen von Fräulein Haase und Herrn B e l l o f. Fräulein Haase eF.ra.n9 sich einen Sonderapplaus mit einer vor­züglich einstudierten Tanzaroteske. Herr Bauer (Gießen) brachte mit großer Geschicklichkeit einen Xylophonvortrag zu Gehör; Hansi Salz mann vom Stadttheater Gießen sang mit viel Tempera­ment und guter Laune das LiedHeute könnte ich die ganze Welt umarmen", während Karl Volck im Frankfurter Dialekt ein Gedicht zum Vortrag brachte, das großen Beifall fand. Eine Tombola war ebenfalls eingerichtet, an der allerlei praktische Gegenstände für den Haushalt zu gewinnen waren. Der Erlös der Tombola und des Abends in Höhe oon 157,40 RM. fließt dem Winterhilfswerk zu. In angeregter Stimmung ging man nach Hause.

fang einige Lieder und versuchte sich u. a. auch mit einem schwäbischen Volkslied. Es gab dankbaren Beifall. Trude M o n t a n i tanzte sehr graziös einen Walzer, dann ein Piccicato und schließlich einen kurzen bewegten Matrosentanz. Auch hier hielt das beifallfreubige Haus nicht zurück. Die fröh­lichen Fünf fangen mit der ihnen eigenen Technik verschiedene Lieder und durch die Art der Wieder­gabe originelle Szenen. Auch dieser Teil des En­sembles hatte immer wieder starken Beifall zu quittieren.

Der Illusionist Orizawa trug auch fein Teil zur Unterhaltung bei. Er ließ kleine Bälle ver­schwinden und auf rätselhafte Weise wieder auf- tauchen, er zauderte, eine Taube irgendwo hervor, er hatte auf einmal eine große Fahne in der Hand, von der man nicht recht wußte, wo sie herkam, ja, er rüttelte den Leuten Geldstücke aus den Jacken und aus der Nase und gab damit dem Publikum allerlei Rätsel auf. Schließlich aber tat er so, als gäbe er Aufklärungen über einige feiner Zauber­kunststücke, damit es, wie er sagte, die Leutezu Hause auch nicht fertig bringen!" Seine Darbietun­gen wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Geo Jett (einMeenzer") bradjte zuerst ein lustiges Liedchen zur Laute, fang dann ein Rhein- Heb, das die Zuhörer nach vorheriger freundlicher Einladung in ein allgemeines Schunkeln geraten ließ schließlich beendete das LiedIm Mainz im schönen Rhein" mit abermaligem heftigem Ge- chunkel den bunten Abend. Man fühlte sich drei Stunden lang gut unterhalten und ging befriedigt nach Hause.

Daten für den 25. Januar.

1390: ber deutsche Name der Stadt Bromberg wird zum ersten Male urkundlich genannt; 1776: Der Schriftsteller Joseph von Görres in Koblenz geboren (gestorben 1848); 1855: der Historiker ebuarb Meyer in Hamburg geboren (gestorben 1930)» 1886: der Tonkünstler und Staatsrat Wilhelm Furtwängler in Berlin geboren.

vornolizen.

Auf einer Anhöhe, von dunklen Tannen umgeben, stand ein Schloß, märchenhaft schön in seiner Ver- traumtheit Schloß Gersheim.

Dort war er geboren, dort hatte er gelebt; wie feine Eltern und Voreltern, die feit alten Zeiten hatten "" ®icnftc derer von Gersheim gestanden

Tränen tropften auf das Bild. Tränen der Freude Die Heimat sollte er Wiedersehen? Die lmar Unö der junge Herr würde endlich wieder einmal lachen und würde eine liebe, junge Frau beimfuhren und es wurde wieder Glück geben auf Dem Schlosse.

Du lieber Vater im Himmel, Lob und Dank, Satz du dem Leid meines armen, guten Herrn end- iid) em Ende bereiten willst, murmelte der Alte fromm.

*

Unten in seinem Arbeitszimmer stand Günter von Gersheim sinnend.

Was sollte er tun? Ach ja, er sollte Ria anrufen sm;; ?cI*en/ *c tzewiß wieder irgendwelche Wunsche bezüglich des Abends hatte.

Aber wenn er nun heute wirklich nicht aufgelegt tolr;obm 2Ib,cnb "J1* Nia zu verbringen? Wirklich nicht? Nun, so mußte er doch schon der Pflicht ge­nügen und sich entschuldigen.

Zögernd griff er zum Hörer. Nahm ihn langsam von der Gabel herunter und wählte Rias Telephon- nummer. v 1

Cine le^te Hoffnung noch vielleicht war sie nicht zu Hause!

Doch er hatte sich getäuscht.

Ria meldete sich selbst.

Hier Günter Gersheim! Guten Abend, Ria! Du wünschtest meinen Anruf?"

Guten Abend, Günterchen!" Ueberaus freund­lich klang Rias Stimme durch den Apparat.Vie­len Dank! Du... ich wollte dich nur fragen: Willst Du mich heute abend nicht in die Verdi-Diele be­gleiten? Ich war jetzt lange nicht aus. Möchte gern mal ein bißchen Menschen sehen und vielleicht auch ein bißchen tanzen. Du holst mich nach neun Uhr mit deinem Wagen ab, Günter nicht?"

Ach. Ria ... Sei mir nicht böse. Ich ... ich fühle mich gerade heute gar nicht recht in Stirn- mung."

Was heißt in Stimmung, Günter, wenn ich dich bitte? Hörst du?"

Kamps um Kraft" ist ein Tonfilm vom Bergbau und Kraftfahrt betitelt, der am kommen- den Sonntagvormittag im Lichtspielhaus, Bahnhof- ftraße, gezeigt wird. (Siehe heutige Anzeige.)

h **rn23 ?rnr b c r 2 a n b e 5 u n i D e r f i t ä t. Don r-?Fe^fle bev Universität Gießen wird uns Der ordentliche Professor für Kirchen- geldjidjtc an unserer Universität, D. Heinrich -öornramm, hat den an ihn ergangenen Ruf an hbCnii°rbenr!^Cno aeWW für Kirchengeschichte an der Universität Leipzig zum 1. April 1935 an- 95no!n- ~ Dr. Rudolf Gerber, Professor für Musikwisienschaft, ist von dem Herrn Reichs- und preußischen Minister für Wissenschaft, Er-

PnCrfTÖ Volksbildung zum Mitglied des musi-

Seite -^lerausschusies im Reichsinstitut für

Deutsche Musikforschung berufen worden.

Lächelnd nahm Jie neben Gersheim an einem D'fchchen Platz, von dem man wunderbar die Tanzfläche übersehen konnte.

Nun du wirst deinen Engel gleich sehen Gunter! Gott, wer kann es so einem Mädelchen verdenken, wenn es noch einen kleinen Nebenver. ^enst sucht? Wird auch nicht so sehr fürstlich be- zahlt werden im Merkur' - meist sind dies?-

nUr fa,f0nme,fe aIs Mannequins ver- pflichtet.

Ria, liebes Kind ... Ich faqe ^r, dak du dick irrst-,Eine Aehnlichkeit hat dich gennn? !0as $ alles. 1

Die Filmschauspielerin lächelte siegesgewiß Wozu ftreiten, Günterchen? Dielleicht hnft d,. recht. Vielleicht ich." ^aft Du

Lautlos fast bediente der Ober. Stellte di- min. fer auf den Tisch. Schenkte den edttn Wein ^n

hob ihr Glas und zeigte nun ihr verführe-' rischstes Lächeln: ' uci|uyre»

"Aus Dein Wohl heute, Günter! Nein Vtehor auf Dem armes, liebeskrankes Herz'" 1 b r ©unter Gersheim tat Ria höflich Bescheid Es war ihm nicht möglich, auf ihren Tn«

ünmiltKirfid) fiel iV Gerlinde ein, und er n°ch I-tzt, wie glücklich er in dem kleinen

(Fortsetzung folgt t)

^;h?,e?ats fünf Mark mehr. Das war

roieöer em Kopfbezug für die Aussteuer.

^."^""^effen fuhr Ria Belten an Gersheims Seite lange durch die Straßen Berlins. Sie hüllte Schweigen. Auch Gersheim war eifria m f hn9t rT Sprei,en unb fat- a[s achte er eifrig auf das Steuer.

Doch Dann waren sie am Ziel. Der Wagen hiell.

Als Gersheim neben Ria die teppichbelegten Stu- ^nein Vad)dk cr selbstzufrieden in sich

mn2rrmieohRia!- Was mochte ihr die Eifersucht wohl ttnde d7-gegeben haben?! Ach, die kleine Ger- Bpttck^ . xa0 SLcm$ schon lange daheim in ihrem ftr/te. b nUf)te bx? müden Glieoer vom ange- strengten Dienst aus. Und dann ... Gerlinde hatte Nun mnnf ^°nken Mütterchen gesprochen. Nun, mal sehen, was Ria vor hatte!, dachte Gers-

und begann an der ganzen Geschichte eigen!« e. .5 Spaß zu gewinnen, wobei ihm nur noch Ria in ihrem blinden Eifer leid tat.

Ria aber überließ sich ihrerseits wieder ihren bedanken. Ihre Spannung stieg unaufhörlich. Wie wurde der Anblick des Mädchens auf Steinbrück wirken?

. DH, wie sie Günter kannte. War er so eingestellt war? Mädchen dann für ihn einfach erledigt

Tageskalender für Freitag t NSLB., Fachschaft Höhere Schule, Biologische Ar- beltsgemeinschaft, 17 Uhr: Zusammenkunft im Leh- rerzimmer des Realgymnasiums. Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr:Ein Volksfeind". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Frasquita". Astoria-Licht- fpiele, Seltersweg:Heldentum und Todeskampf unserer Emden". Goethe-Bund und Kaufmänni- cher Verein, 20 Uhr, in der Neuen Aula, Licht- bilberoortrag:Der Durchbruch der Goeben und Breslau . Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Abteilung für Naturkunde und En- tomologenverelnigung Gießen-Wetzlar, 18 Uhr, im Forstinstitut, Braugasse 7: Gemeinsame Sitzung.

~ ® ö 11 ie at e r Gießen. Heute abend: Em Volksfeind , Schauspiel in fünf Akten von Henrik Ibsen; Spielleitung hat Wolfgang Kühne.

- D i e Volkshochschule macht darauf auf­merksam, daß heute (Freitag) der dritte Vortrags­abend von Lehrer Falls stattfindet. Näheres siehe heutige Anzeige.

lienmitglieb, zu feinem Teil etwas zum WHW. bei- zusteuern und damit unseren armen unb notleiden­den Volksgenossen zu helfen. Damit handele man im besten Sinne unseres Führers. Dann begab sich Frau Kalbfleisch an die Arbeit und führte praktisch eine Anzahl von Eintopfgerichten vor, die das größte Interesse ber Hausfrauen fanben. Um jeben von ber Güte dieser Gerichte zu überzeugen, wurden Kochproben verteilt.