Dienstag, 24. Dezember 1935
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für OberWen)
lr 300 Dritter Blatt
Aus der Provinzialhauptstadt
Weihnachten.
Darbietungen. Die Kinder und ihre Eltern wurden! des Vereins und ^'ne Ausgaben schilderte Er sprach von den Gastgebern auch zu dem mächtigen, ge- u. <l der NS-Frauenschast h-rzl chen Dank aus die
aße 94
0543]
ÄäjtmNftrtith D111
i mit mm L^Vttschi.Zeit".
irfldjtn tW!
!N hinein in ‘a
Weihnachten im Stall
Don Hans Iriedrich Blunck
igoÖ£tnuif)lti
Verlag ö
3:
j.Möhltf
g
9
ar: d.
schmückten Christbaum inmitten des Kasernenhofes geführt, ferner wurden ihnen die Kasernen und die darin für die Soldaten geschaffenen Einrichtungen
gezeigt.
Hochbeglückt durch die schöne Weihnachtsfreude verließen'die Kinder mit ihren Eltern die Kaserne, in der die Soldaten unserer Gießener Garnison erneut durch eine vorbildliche und in hohem Maße anerkennenswerte Tat bekundet haben, wie stark bei ihnen das Bewußtsein der Volksverbundenheit aller deutschen Menschen und die daraus sich ergebende Verpflichtung zur Hilfeleistung des einen für den anderen, kurzum die echte soldatische Kameradschaft auch gegenüber der Zivilbevölkerung lebendig ist.
auch diesmal wieder den Verein in seiner Arbeit nach besten Kräften unterstützte.
Dann hielt Pfarrer Becker eine weihnachtliche Ansprache, in der er davon sprach, wie unser deutsches Weihnachtsfest nicht ohne das Weihnachtslied und nicht ohne das milde Licht der Weihnachtskerzen zu denken fei. In sinngemäßer Uebertragung sprach er von dem Licht, das für uns besonders zu den Weihnachtsfeiertagen von Jesus Christus aus» geht, als ein Abglanz von Gottes tragender Liebe. Dann sangen alle Teilnehmer das Lied: „D du
Walter. Die Spielleitung liegt in den Händen von Heinz Weiser. Mitwirkende: Damen: For- nallaz, Hagemann; Herren: Greif, Hille, Hub, Tank, Wrede. Die Vorstellung ist außer Abonnement. An-
,kp v. Ä v r unb ®. Ml
.» Buch W®
Gießen Itersweg^
ra'H die Lichter an." —
Ilio wieder eine Stunde vergangen war, kam chmann zum drittenmal.
pie drüben sind jetzt fertig mit ihrer Feier;
umgeworfen, weil er zu sauertöpfisch dremschaute, und dem kleinen Busemann klopften sie auf seine dürren Schenkel und wünschten ihm auf seine alten Tage, daß er noch etwas wüchse.
Wirklich, der halbe Garten kam mit Smgen und Klingen und Tanzen bei den Leuten im Stall zu Besuch. Immer mehr Leute fanden sich ein; die Kühe warfen die Köpfe, als könnte ihre Art noch tanzen lernen, und die Schweine grunzten und standen auf den Hinterbeinen.
Dann aber, auf einmal geriet alles ins Laufen; hin und her, husch, husch, husch, und auf und davon. Alle Lichter, die die Kleinen trugen, waren auf einmal fort, nur das Brunnenfräulein, das die Größte im Ommegang war, hatte Mühe, durchs Tor wieder hinauszufahren. Auch die Tiere trappelten und trabten wieder an ihre Plätze, steckten die Köpfe ins Geschirr und taten, als wenn sie von nichts wußten.
Da ging die Tür auf, und der junge Bauer leuchtete in den Stall.
„Mein Gott, wie bist du hierhergekommen, Vater?" fragte er. „Wir suchen dich überall."
Der alte Krohn wollte erst böse antworten, aber er verbiß seine Worte. Er sah noch in die Ecke, wo der bunte Ommegang verschwunden war. „Laß mich heute abend nur hier."
„Willst du nicht zu uns kommen, Vater?", bat der Junge. Er sah das feine Tischtuch über der gedeckten Krippe, wunderte sich und hatte ein schlechtes Gewissen. ‘
Aber der alte Bauer winkte ihm. „Laß, id) habe noch was zu bereden, da ist ein alter Freund", sagte er, „der wird gleich wieder da sein!"
Weihnachtsmann bei den Eskimos.
In alten Märchen wird der Weihnachtsmann oft als eine Art Nordpolforscher dargestellt, in dickem Pelz und warmer Kapuze, der seine Gaben unter lustigem Geklingel auf einem von Renntieren gezogenen Schlitten herbeiführt. Aber auch heute noch gibt es solche Weihnachtsmänner, die merkwürdiger Weise im Hauptberuf Schutzleute sind. Es sind die Mitglieder der kanadischen berittenen Polizei, die in den kanadischen Gebieten des Polarkreises ihre Pflicht tun. Sie sind nicht nur Hüter der Ordnung und Mehrer des Unrechts, sondern den verlassenen Ansiedlern und Trappern und den armen Eskimos, die hier ihr Leben fristen, erscheinen sie wie gütige Helfer und väterliche Freunde. Wenn sie um die Weihnachtszeit in ihren roten pelzverbrämten Rocken in irgendeiner eisumstarrten Ansiedlung oder in den Schneehütten der Eskimos auftauchen, dann werden sie mit so heller Freude begrüßt, wie selten ; ein Weihnachtsmann. Ende November und Anfang
haus, Bahnhofstraße: „Ich war Jack Mortimer". — VfB. Gießen: ab 15 Uhr gemütliches Beisammensein im Vereinsheim.
Weihnachten im Stadttheater! — Der Spielplan der Festtage!
Aus dem Gießener Stadttheaterbüro wird uns mitgeteilt:
Um den Theaterfreunden Gelegenheit zu bieten, die Frage: „wie verbringe ich die Festtage? zu beantworten", gibt die Intendanz den für die Weihnachtsfeiertage angesetzten Spielplan bekannt.
Dienstag, 24. Dezember, bleibt das Theater geschlossen!
Am Mittwoch, 25. Dezember (1. Weihnachtsfeiertag), geht als Auftakt des Festtagsprogramms der Opernersolg: „Der Waffenschmied", komische Oper von Lortzing, in Szene. Am Dirigentenpult: Paul
M<uv„..... _____ Uhr in der Turnhalle am
v.ldsgarten Familienabend. — Großscher Män-
Jm Saale des Cafe Ebel hielt gestern nachmittag der „Fechtverein Waisenschutz", der es sich zur Aufgabe gemacht hat, im Rahmen des Hilfswerkes der NSV. den Halbwaisen unterstützend zur Seite zu stehen, seine Weihnachtsbescherung ab, bei der, wiederum wie in den vorhergegangenen Jahren, etwa 40 Kinder reichlich beschenkt wurden.
Verwaltungsamtmann K e i tz e r vom Städtischen Wohlfahrtsamt hielt einleitend eine kurze Ansprache, in der er in kurzen Zügen den Sinn der Arbeit
Äidttheater: 19 bis 22 Uhr „Waffenschmied".
Lm-Palast, Seltersweg: „Mazurka". — Licht- ~ ' rr' r : „Schwarze Rosen". —
Kinderweihnachtsfeiern in Gießen.
3n der Infanteriekaserne. - Beim „Iechtverein Waisenschutz".
abwechslungsreich zu gestalten. Die Vorstellung ist außer Abonnement.
Freitag, 27. Dezember (3. Weihnachtsfeiertag), 15—18 Uhr außer Abonnement das Weihnachtsmärchen: „Der kleine Muck" von W. Burggraf. Spielleitung: Karl V o l ck. Von 19.30—22.30 Uhr außer Abonnement Verdis Meisteroper „Masken- ball": die Oper konnte bei ihrer Erstaufführung im Stadttheater Gießen einen nachhaltigen und starken Erfolg erringen. Am Dirigentenpult: Paul Walter.' Die Spielleitung liegt in den Händen des Intendanten. Mitwirkende: Damen: For- nallaz, Hagemapn, Wacker; Herren: Bley, Greif, Tank, Weiser.
Unsere Gießener Theaterbesucher werden Gebeten, die vorbe st eilten Karten möglichst bis Dienstag, 24. Dezember, 13 Uhr, an der Tageskasse abzuholen, um vor allem dem auswärtigen Publikum eine beschleunigtere Abfertigung während der Passenstunden an den Feiertagen und an der Abend-
Vornotizen.
ligeskalender für den 1. Weihnachlsfeierlag.
Am gestrigen Montagnachmittag versammelte der Kommandeur des II. Bataillons unseres Infanterie- Regiments 36 etwa 100 hilfsbedürftige Kinder, die von der Kreisamtswaltung der NSV. aus allen vier Ortsgruppen von Gießen namhaft gemacht worden waren, zu einer schönen Weihnachtsfeier im großen Speisesaal des Wirtschaftsgebäudes der Waldkaserne.
Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Schmidt, seine Offiziere und ihre Gattinnen empfingen die kleinen Gäste mit ihren Eltern in herzlichster Weise und waren dann um ihr Wohlergehen bei der Feierstunde und darüber hinaus auch während des Weihnachtsfestes in weitgehendem Maße besorgt. Die Kinder und ihre Eltern wurden an den festlich geschmückten Tischen beim Glanze der brennenden Kerzen der Weihnachtsbäume mit Kuchen und Kakao in reichlicher Weise bewirtet, wozu von dem Bataillon so ausgiebig vorgesorgt war, daß die Gäste die Kuchenberge beim besten' Willen nicht bewältigen konnten, sondern noch ansehnliche Kuchenportionen für die Feiertage mit nach Hause nehmen konnten. Im Verlaufe der festlich- frohen Stunden erschien auch, von den Kindern mit großem Jubel begrüßt, der Nikolaus, der jedem Kinde eine Tüte Mit Kleingebäck aller Art und em Geschenk mitbrachte. Weihnachtslieder wurden gemeinsam gesungen, und einige Musiker des Musikkorps bereicherten die Feier mit guten musikalischen
Ä
fröhliche".
Eine feine Vertiefung fand die Feier durch ein rezitatorisches Weihnachtsspiel, das von der Gießener Deutschen Frauenkultur aufgeführt wurde und in der vollendeten Wiedergabe auf jedermann Ein- druck machte. Nachdem ein Chor der NS.-Frauen- schäft noch ein weihnachtliches Lied zum Vortrag gebracht hatte und gemeinschaftlich das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht" gesungen war, wurden die Kinder an den großen Gabentisch geführt, der ihnen auch in diesem Jahre wieder neben praktischen Ge- schenken Lebkuchen usw. bot. Mit großer Freude und sichtlich dankbar nahmen die Kinder die Gaben an sich und machten sich dann mit ihren Muttern auf den Heimweg.
Links: Bescherung in der Waldkaftrne. «Aufnahme: Photo-Pfaff.) - Recht - : Beim F-chtv-rein „Waisenfchutz". (Ausn.: Neuner, Gießener Anzeiger.)
fang 19 Uhr, Ende 22 Uhr.
Arn Donnerstag, 26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag), von 15—18 Uhr, das Weihnachtsmärchen: „Der kleine Muck" von W. Burggraf. Spielleitung: Karl V o l ck. Die Vorstellung ist außer Abonnement. 19 Uhr: Erstaufführung der Tanz- und Schlageroperette: „Die Tanzgräfm" von R. Stoltz, in musikalischer Neubearbeitung von Rudolf Loh und Cord Wüpper, sowie szenischer Neubearbeitung von Paul Wrede. Musikalische Leitung hat Kapellmeister Ernst Bräuer, Spielleitung: Paul Wrede. Mitwirkende: infolge Erkrankung von Frau Perry singt die Partie der Colette Lisfy Chilla vom Operettentheater Stuttgart a. G.; es wirken weiterhin mit: Cissie Henckell; Frickhöf- fer, Geiger, Hille, Kühne, Lindt, Mosbacher, Seitz, Tank. Choreographische Leitung hat Ballettmeisterin Thery Schultheis; sie wird mit solistischen .. , ,
Tanzeinlagen dazu beitragen, den Abend bunt und > den Feiertagen. Von 11-
* 58* -
Ä l
uk, 180**
kam mit einem Kragen von kleinen Glocken um den Hals und mit einem Krüglein wegen der Weihnachtsmilch. Als die beiden aber den Altenteils- bauer sahen, vergaßen sie, warum sie gekommen waren; der Igel machte einen höflichen Kratzfuß, holte eine Pfeife aus der Tasche und fragte, ob einer der Herren eins mit ihm rauche. Und die Schlange hob und drehte sich. Wäre der alte Krohn nicht so taub gewesen, hätte er sicher gemerkt, daß die kleinen Glocken in ihrer Halskette wie ein Weihnachtslied klangen.
Dann war es aber so weit: als sie schon zusammenrücken wollten, schlug es draußen vom Kirchturm Mitternacht. Im nächsten Augenblick fielen allen Tieren die Ketten ab, sie begannen sich wie die Menschen über allerhand Dinge zu unterhalten. Don Koben und Raufen kamen sie, stellten sich, so gut es ging, zum Tisch und fragten nach des Gastes Gesundheit; die alte Stute sagte ihm ein gutes Hausmittel gegen die Gicht, und jeder fügte einen Wunsch für Weihnachten hinzu. Aber die Tiere waren alle sehr höflich; keines von ihnen fragte, warum Peter Krohn gerade hier im Stall und nicht bei den Menschen Weihnachten feierte.
So wurde es wirklich eine schöne, gemütliche Stunde; der Igel legte etwas Tabak auf das Tischtisch, er hatte genug für jedermann, und der alte heisere Wachhund, Der drüben bei den Menschen weggejagt war und humpelnd zum Stall hereinkam, wußte eine ellenlange, traurige Geschichte von einer Magd, der alle kopfschüttelnd zuhörten. Sogar tue fünf großen Balken über'm Stall bekamen in dieser Stunde die Sprache und redeten ernst und weise von der Zeit, wo Bauer Krohn jung gewesen war. Sie wußten noch jede Kuh beim Namen, die er einst gehabt hatte. , m .
Sonderbar, dachte der alte Bauer, da muß man von seinen Kindern vergessen werden, um zu erfahren, wer alles an einen denkt.
,Ob er sich nicht auch eine Pfeife anstecken wolle", fragt der Igel gerade und reicht den Tabaksbeutel
, Gewiß!", sagte der Altenteiler. „Da hätte er jetzt
Lust drauf." , .
Während er sich aber noch verwunderte, wo er eiaentüdi hauste, und wie alles nur möglich wäre, begann eine sanfte Musik vom Stallende. Alle Leute liefen zusammen und riefen, der Ommegang aus dem Garten fei da. Kamen auch schon mit Lichtern wie aus einem großen Tor der Erde sieben Unterirdische und hinter ihnen das Brunnenfraulem, danach drei dicke Apfelknechte und neun Hollerweibchen. Sie hatten noch Schnee an den Füßen, schüttelten sich, tanzten doch gleich wieder und trieben mit allen Tieren ihnen Schabernack. Der alle Hund wurde
Kohl611 Kok$ ßrike*15 Eitorf
fbraft mit mir?"
D: nickte der alte Mann trübsinnig; Busemann f! ktTte blitzschnell auf den Stuhl und zog ihm fi m£ alte Mütze über den Kopf. Was glaubt ihr, i ir Augenblick, wo der Mützenrand die Brauen be- rüine, saß der Alte, hui, durch Wand und Tür bin- biurc bei den Tieren im Stall. Die Ohren sausten einoenig, sonst war nicht viel Besonderes dabei.
Im Weihnachtsabend war Vater Krohn nie lange ii rr :5tatl gewesen, er sah aber bald, daß man zu cilir Lebzeiten noch zulernen muß. Was hat dieser S Bi| mann sich's da gemütlich eingerichtet! Nahe der ci(:t Laterne, die über die Kuhkvpse hinflimmerte lit) mod) die Pferde beschien, hatte er ein Laken Hfl eine alte Haferkiste gehängt. So fein und r v r «erlich war das Muster, da hatte wohl jemand f jiitert Jahr dran gewebt. Und eine alte Milch- lltf stand darauf und zwei Messer und zwei Teb l t — und der alte Krohn rieb sich die Augen, das m er doch nicht für möglich gehalten!
Mur aber noch längst nicht genug! Busemann «tat wie durch ein Mauseloch fort und kam auf cfiirml mit einer brutzelnden Pfanne Bratkartoffeln lüiHr Und als der Duft davon durch den Stall c:, ruschelte der Igel aus dem Stroh, wünschte Ischiches Fest und hielt den Hut hin, um sich et- 1 e = Abendessen zu leihen. Und die.Ringelnatter, IL :zei den Kühen wohnt, solange man denken kann.
Dezember treten diese Schutzleute ihre Weihnachtspatrouillen an, und zwar zu dem menschenfreundlichen Zweck, Post und Gaben in diese fernen Gegenden des hohen Nordens zu bringen. In der bittersten Kälte und unter dem Geheul der Schneestürme finden sie ihren Weg zu den Eskimos, denen sie den Sinn des Weihnachtsfestes klarmachen und deren überaus magere Speisezettel sie mit allerlei Leckerbissen verschönen. Wenn dabei auch die Lichter, die für den Christbaum bestimmt sind, in die Magen wandern, so muß man diese Verwendung hinnehmen, die dem Geschmack dieser Söhne des Schnees mehr entspricht.
So manche Patrouille ist aber schon elend umgekommen, wie jene Weihnachtsexpedition von Fits- geralö, die vor Jahren mit Post und Gaben von Fort Macpherson nach Dawson unterwegs war. An Abenteuern und aufregenden Erlebnissen fehlt es diesen Weihnachtsmännern wahrlich nicht. So rettete Inspektor Wilcox im Dezember 1923 zu Pangnirtung auf der Baffins-Jnsel einige Eskimo- Familien durch seine reichen Weihnachtsgaben vor dem drohenden Hungertod. Auch 1927 fand Sergeant Baker auf seiner Fahrt von Bernard Harbour nach dem Tree-River eine Anzahl verkrüppelter oder sonst verletzter Eskimos, die er pflegte und reich beschenkte. Im selben Jahre meldeten Indianer das traurige Schicksal eines weißen Trappers Walter Lanner dem Korporal Lloyd-Walters, der in Fort Smith stationiert war. Der Unglückliche sollte sich irgendwo am oberen Lauf des Slave- Rioer befinden, und sofort machte sich der Schutzmann auf den Weg, um die Reise von mehr als 1000 Kilometer durch die weglose Schneewüste zurückzulegen. Er fand auch den Trapper, aber nur als Toten; er war bereits verhungert.
Die Polizisten selbst feiern in ihren von aller Kulturwelt abgeschnittenen Stationen Weihnachten mit all dem Glanz dieses Festes. Die Ansiedler und Eingeborenen aus der Umgebung sind eingeladen, und alle hängen am Heiligen Abend ihre langen Strümpfe aus Renntierhaut auf, damit der „Weihnachtsmann" ihnen recht viele Geschenke hineintue. Die Eingeborenen bekommen Messer und Kleidungsstücke, Seife, Munition und seltene Kostbarkeiten wie Spiegel und Glasperlen. Am ersten Feiertag findet dann ein Gottesdienst statt, dem ein Festmahl folgt, bei dem Renntierlenden und Bärenschinken, Robbenflossen und ähnliche Leckerbissen der nördlichen Tafel, neben Tee, Biskuits und Tabak die Hauptrolle spielen. Dann vertreibt man sich die Zeit mit Schneeschuhwettlaufen, mit Ringen und Springen und Tanzen, und heutzutage bringt sogar der Rundfunk die Stimmen der Heimat, von der man träumt,.
Mhkninis der Weihnacht, das Kind in der Krippe )qt ivch heute über Menschenherzen die Macht, sie bildender Weihnachtsfreude, zum unzerstörbaren 3ö>tt<i'frieben und nie versagender Lebenskraft zu
H|t.
Hskkam in eine sterbende Welt, in der Unglaube obtr Aberglaube herrschte und die Liebe fehlte. In jenter Welt triumphierte die Gewalt, wurde das . gebeugt, gab es Kampf und Krieg ohne Ende,
elrware« Di lit sich der Himmel auf. Die Zeit der Not war ■r«>aratuteeiTÜl ®ott stieg in dem Kind von Bethlehem her- > Liehi2?n’i’!bf-’ um die sterbende Welt zu. retten, und be- terroea ihr das Größte: ewige Liebe. Denn dieses
Kd wurde zum Manne und fein ganzes Leben nmWertlwlir Diebe. In der Kraft dieser Liebe ging er für ndero.bietder Menschheit nach Golgatha. Krippe und Kreuz ’schenDnjcken ücreiMen sich zu dem Erlösungswerk an der Welt. Üllllllllliniiii; De- Geheimnis der Weihnacht wird für uns zum SSSHp«» Erlebnis. Was Gott allen gibt, soll deutk»^,m7 sich jüder von uns aneignen. Wir sollen das Kind —VE Bethlehem nicht nur als eine geschichtliche * /zi GW kennen, sondern sollen es besitzen als den '/lllfljlebei igen Christus, der den Quell seiner Freude uiflere Herzen strömen läßt. Mein Heiland ist z) nrar geboren — das verheißt mir, daß ich gewiß IfrlWl! fkssn i'ann: nichts scheidet mich von Gottes Liebe, o j für mich gnadenbringende Weihnachtszeit ge
käste zu ermöglichen.
Kassen stunden der Theaterkasse: An I den Feiertagen: Bon 11—12.30 Uhr und an der
LtdensgMir WV ÜiN. .
|t bes btöifcn Ir Lichte dieser Freude laßt uns am Fest der ibes m Silben ßiiobi andere erfreuen. Je mehr wir solches tun -ignit Naiwll!. uuid O0 Weihnachten begehen, um so sicherer wird ienauebtmlici uunei Herz zu einem Bethlehem, aus dem in unser flanjtnWenöö CCflrl,5 Leben das selige Weihnachtslied klingt: „D r ' Nhliche, o du selige, gnadenbringende Weih-
Dsnspropst u. Superintendent Lic.Sorrmann , Jriibe ist an diesem Abend in unferm Herzen H, ^.rwil Ln Lichtem des Tannenbaums aufgeleuch et. ^eu(6n..Ü> be doch auch das Herzstück von Weihnachten -WjWir häuslichen Feier nicht gefehlt, haben: die 111 (SefLtilte beschichte aus dem zweiten Kapitel des Lukas- e. Ski u.ES°Mliums, die anbebt trat bem &ebot bes «Ms Augustus, daß alle Welt geschätzt wurde, -nh eA imd oie so herrlich mit der Anbetung der Hirten 0 cnöar Kinde in der Krippe ausklingt!
,a)nee. 3n Weihnachtseoangelium öffnet sich die himm- lif'heWelt; aus Engelsmund erklingt die Botschaft -5 Freude: Euch ist heute der Heiland geboren!
e, $UI?Dtar hat alle Menschenfehnsucht seligste Erfüllung ifahhJ;g6finnen, aller Hunger der Menschheit nach Licht, Äe unb Leben ist gestillt. Gott unb bte Seele,
Hehr n «bi» L?e(e unb ihr Gott haben sich gefunben.
Zsi das noch unsere Geschichte unb unser Weih- Hält bieser Traum noch vor am Morgen? Hält er stanb gegenüber ber lOrWeit bes Alltags? Werben wir nicht aufs )ncuc Kinber ber Sorge, Gefährten bes Leibs unb n Äfeen ber Sünbe, bie in wenigen Tagen nichts n mchrnvisten von der Weihnachtsfreude? So soll es Nichtwerden! Denn es ist uns möglich, ein Weih- ncWm zu erleben, das nie mehr vergeht, und der 5feit* gewiß zu werden, aus der unser ganzes Liche neu wird. Das Wunder von Bethlehem, das
bmilftinfitar*
inSigt,w«K sch dlnus, Bahnhofstraße: »achten und L Turnverein von 1846: 20 lenAugendrutk ________
lieSS njrch"r: 19.3O UHr: Weihnachtsfeier im Katholischen
i in ihrer n°v renshaus.
StbÄ wgeskalenber für den 2. weihnachlsfeierlag.
iMafrerW Sudttheater: 15 bis 18 Uhr „Der kleine Muck"; ÄttlLj is 21.30 Uhr „Tanzgräfin". - Gloria-Palast, «ngeb.W (ffilt-sroeg: „Krach im Hinterhaus . — Lichtfpiel- t verlangen A enlosunltitbibv rnMrbebliM.
zBuch ist durchs
-Handlung z.
<5i alt war Bauer Krohn, daß er sich auf bas zjeuuh J eii- nicht mehr verlassen konnte, das ihm doch bis- dirf.f.tftili larnqut gedient hatte. Immer glaubte er, es kä- d S nt a schritte, — er wartete ja, daß die von drüben AMM ihv^lr Weihnachtsfeier holten, — aber er wartete sä nllange, sie hatten ihn wohl vergessen. Niemand tciifiu ihm in seine gichtige Einsamkeit.
teSSM U; er da nun trübselig saß und überlegte und IjOuut seine Gedanken vor sich hin sprach, stand
-**■ iiänmal der kleine Busemann vor ihm, das ist ilmirps aus dem Stall, den man nur zu hohen „ "Im sieht. Kindsgroß war er und hatte eine n je rote Mütze auf dem Kopf.
.Kämmst mit, Vater Krohn?"
JEiie soll ich mit dir gehen," knurrte der Alte, rHie Kinder werden mich gleich holen!" — üch einer Weile kam Busemann wieder.
Lvmmst jetzt mit, Vater Krohn, das Essen ist bali gar!"
schönen Dank, Busemann, aber sie zünden wohl


