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Dienstag, 24-Dezember lsM

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Nr. 300 Zweites Blatt

Die iiaiiemsche Preise zur Ernennung Edens.

anderswo zu sein scheint!

der

es dem Kindlern yane icyenrcn lunntn, utgunn 311 weinen und mochte nicht mehr hineingehen.

den Dölkerbundsmächten zu vergewissern, so eilige, am Sonntag eingebrachte W e h r v 0 r -

bei die

ihrem Angestryr, uno oe,av nuy» uuD -- aeklunaen' Wh-/..... -- ri ,

dem Kindlein hätte schenken können, begann -S 1° W« ^^^^^nd nicht wäs Maria meinte, nichts anderes ist als der von feinem stolzen Roste

läge des Kriegsministeriums für die Reorganisa­tion und Motorisierung der Landarmee, die man bisher aus Wehrmüdigkeit und Sparsamkeit unter­lassen hatte, und endlich die Ankündigung, daß Eden es als eine seiner ersten Pflichten betrachten werde, einen Ausgleich mit Aegypten zu treffen, um diese schwache Stelle Englands nicht zu einer großen Gefahr sich auswachsen zu lassen.

Durch eine merkwürdige Ungunst sachlicher und personeller Zufälle ist England in der letzten Woche die Führung der großen internationalen Politik aus

der -and geglitten, die es sich in der Entwicklung der abessinischen Frage zu sichern gewußt hatte. Ja es schien, daß England die Führung seines Selbst, die Kontrolle seiner eigenen Verantwortlichkeit ver­loren habe. Aber seine Staatsmänner und das ganze Land waren über diese Tatsache selbst so er­schrocken, haben sie mit so harter schonungsloser Selbstkritik erkannt, daß darin auch die Gewähr für ein neues Sichaufraffen Englands liegt. Die­sem Werk werden alle und die besten Kräfte! in den nächsten Wochen gewidmet sein.

Da hörte es die Mutter Maria sagen: Was weint da draußen vor unserem Stall, ist nicht große Freude nun überall?

Joseph, der soeben für Maria ein Süppchen kochte, und der sich dabei nicht stören lassen wollte, antwortete:

Es ist der Wind, geht ein und aus,

er singt um die Hütte, er singt um das Haus.

Sagte Maria wiederum:

Es ist nicht der Wind, geh', schau doch geschwind, mir wollte doch scheinen, ich hörte ein Weinen?

Da fand Joseph draußen das Kleine, nahm es an die Hand und führte es herein. Sie meinten aber, es weine, weil es nackend fei, und Maria bat Joseph: Nimm es ein wenig unter deinen Mantel. Als es aber darum nicht still ward, sprach sie: Vielleicht ist es hungrig? Gib ihm ein Löffelchen von meiner Suppe! Ünd als auch das seine Tränen nicht versiegen ließ, wußten sie sich keinen Rat, bis sie merkten, daß es sein Füßchen an einen Dorn geritzt hatte und wollten ihm ein Läppchen darum binden, und Maria nahm es auf ihren Schoß.

Da gewann es ein wenig Mut und gestand, daß es sein himmlisches Spielzeug zerbrochen, sein Hemd zerrissen und sein Kränzlein verloren habe und nun nichts mehr besitze, was es dem Jesuskinde schenken könne, und darum müsse es weinen.

Da ging ein Lächeln über das Angesicht Ma­rias, und'sie drückte es in ihrer Freude an ihr Herz und küßte es, wollte es aber noch überdies trösten und flüsterte ihm zu: Wenn du dem Kinde gerne etwas schenktest und hast nichts dazu, ei so singe ihm doch ein Lied in seinen Schlummer, das wird ihm lieber sein als Kranz und Glockenspiel.

Das wollte das Kleine nun gern genug, es traute sich nur nicht recht, so ganz allein, und Maria hob es empor, daß es in die Krippe schaue und seine Tränen darüber vergesse.

Da sah es nun das Kind in seinem ersten Schlum­mer liegen und wurde darüber in seinem Herzen so froh, daß es vor Freude erst recht nicht zu sin­gen vermochte und stumm blieb wie ein Fisch im

eines italienischen Angriffes auf die britischen Streitkräfte im Mittelmeer gebeten worden sind, stattfinden werden. England werde sich dabei nicht mit bloßen mündlichen Versicherungen begnügen, sondern es wolle genau über die Art der militärischen Unter st ützung unter­richtet sein, sowie über die etwaigen Vorbehalte und die Schnelligkeit, mit der die Maßnahmen durchgeführt werden könnten.

Vorerst keine Wendung im Abessinienkonflikt zu erwarten.

Werden die bisherigen Sanktionen ausreichen, um den Frieden herbeizuführen?

Frankreich noch nicht festgelegt.

Sie Türkei und Griechenland nehmen in Paris Fühlung.

men anwenden würde.

Die konservativeE v e n i n g News" äußert ihre tiefe Genugtuung darüber, daß durch Edens Uebersiedlung ins Auswärtige Amt der Versuch eines besonderen Völkerbundsmini st ers zu Ende sei. Das Vorhandensein dieses Postens habe in der Vergangenheit bei den anderen Ländern fälsch­licherweise den Eindruck erweckt, als ob England beabsichtige, eine ArtPflegemutter des Völkerbundes" zu werden. Edens erste Auf­gabe als Außenminister müsse darin bestehen, diesen Eindruck zu beseitigen. Der liberaleStar" glaubt, der neue Außenminister werde im Augenblick seine Aufmerksamkeit auf drei Aufgaben richten: 1. Sicherstellung der militärischen Zusam­menarbeit mit den Ländern des ö st - lichen Mittelmeeres. 2. Engere Zusammen­arbeit zwischen England und Aegypten. 3. Klä­rung der Haltung Frankreichs gegenüber E n g- l a n d und dem Völkerbund. DerStar glaubt, aus der Tatsache der Entsendung der nord- französische!' Flotte nach dem Süden auf einen be­merkenswerten Frontwechsel Lavals schlie­ßen zu können. Erst vor vier oder acht Wochen sei Laval von London gebeten worden, der britischen Flotte in Gibraltar oder Alexandrien ein oder zwei französische Kriegsfahrzeuge zuzuteilen, damit bei einem italienischen Angriff auf die britische Flotte gleichzeitig auch die französische Flotte angegriffen werde. Diesen britischen Vorschlag habe Laval damals abgelehnt.

Französisch-britische Flottenbesprechung

London, 23. Dez. (DNB:) In letzter Zeit haben Besprechungen zwischen den Stä­ben der britischen und der französi­schen Flotten- und H e e r e s st e l l e n in der Frage der g e g e n s e itigen militärischen

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^Äls^nun eine große Stille darüber entstand, und Joseph sich nicht wenig verwunderte daß es als ein rechtes Kind des Himmels nicht des kleinsten Liedchens mächtig sei, ward es noch befangener als vorhin und so beschämt, daß es beide Hande vor das Gesicht legte und sein Köpfchen im Kleide Ma­rias verbarg, als wäre es feine Mutter

Da lächelte Maria von neuem, liebkoste es mit ihrer milden Hand und sagte leise zu Joseph: Sieh wie das Kind in r---

Paris, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Unter­redungen, die Ministerpräsident Laval am Mon­tag mit dem italienischen Botschafter und anschließend mit dem griechischen Gesand­ten und dem türkischen Außenminister gehabt hot, bezogen sich in der Hauptsache auf die Frage der englischen Regierung bei den Mittelmeer-Mächten wegen des Beistandes im Falle eines italienischen Angriffes. Die französische Regierung, so verlautet, sei erst gestern amtlich von dieser englischen Anfrage in Kenntnis gesetzt worden, obgleich sie nach englischen Darlegungen bereits mehrere Wochen zurückliegen solle. Der grie­chische Gesandte Po litis habe in der Aussprache mit Laval darauf hingewiesen, daß seine Regierung entschlossen sei, sich streng an die Volker- bundssatzungen zu halten. Man legt diese Antwort hier dahin aus, daß England auf die Unter st ützung Griechenlands rechnen könne, wenn es vom Völkerbund Auftrag er­halte, die Durchführung der Sühnemaßnahmen sicher zu stellen. Der türkische Außenminister soll Lavol erklärt hoben, die Zustimmung der Türkei habe nur für den Fall Gültigkeit, daß auch alle anderen von England befragten Mittel­meer-Mächte bejahend antworteten. Dies ist nicht der Fall, da Spanien bisher noch nicht end- gültig Stellung genommen hat. Für Frankreich

Sammlung in England.

Mit der Ernennung des bisherigen Völkerbunds­ministers Anthony (Eben zum Nachfolger des un- cer f° dramatischen Umstanden zuruckgetretenen Außenministers S)o ar e beginnt sich die englische Politik nach der unglaublichen Verwirrung der letz­ten acht Tage wieder zu samm-ln und nach einer neuen Grundlage für eine kräftige Vertretung der englischen Interessen zu suchen. Es hat ziemlich Lange gedauert, bis das Kabinett Baldwin besten Führer sich selbst burch die lungften Ereignisse stark 'n seiner noch vor kurzem so glänzenden Autori- tätsstellung erschüttert suhlt diese wichtige Per- fnnenfroge losen konnte. Als bevorzugte Sanin- Laten aalten bekanntlich die beiden Chamber­lains: Sir Austen, der frühere Außen­minister und Mitunterzeichner des Locarnovertra- r,cs, und sein Stiefbruder Neville Chamber­lain, der Schatzkanzler des Kabinetts, der als Liner der schärfsten Gegner des Pariser Friedens- planes derlogische" Nachfolger Hoares gewesen märe. Ob man aus der Ernennung des j ü n g -

Weihnachtsreiter und Pflaumenmann. Von Johann Otto Bringezu.

Mit der Volksethymologie ist es so eine Sache. Sie spielt nicht nur manchem gelehrten Laien, son­dern fast ebenso häufig auch den Gelehrten einen Streich, einen lustigen oder einen verdrießlichen, das kommt auf die Gemütsart des Betroffenen an. Die Philologen wissen ein Lied davon zu singen, und von den Kinderliedern, den Spruchreimen, den Aufsageversen ein ganz besonderes. Aber in diesem Fall braucht man sich keine Sorgen zu machen. Es darf des gelehrten Rüstzeuges nicht mehr, um neue Verbindungen zwischen Wude-Wotan-Niko- laus-Weihnachtsmann und worauf es hier ja besonders ankommt, zwischen demWilden Jäger' und dem lustigen Weihnachtskuchenrelter herzu­

hatte er doch nicht einen einzigen Ton vernom­men, schüttelte darum den Kopf und nahm das Kleine ein wenig brummend an die Hand, ihm ein Lager auf der Streu zu machen und deckte es mit einem Mantel zu.

Als nun alle zur Ruhe gegangen waren, kamen ein paar der größeren Engel, um bei dem Kinde zu wachen. Die fanden das Kleine mit glühenden Bäckchen unter Josephs Mantel herausschauen, wunderten sich nicht wenig, wie es hierhergekom­men, und nahmen es in seinem Schlummer in der Frühe wieder mit zum Himmel hinauf.

ist die Frage des gegenseitigen Beistandes durch' den Notenaustausch vom 20. Oktober geregelt.

Oeuvre" schreibt, die Regierung von Ankara habe ihre Zustimmung von der Aufhebung der Artikel des Lausanner Vertrages ab­hängig gemacht, die die B e f e st i g u n g de r D a r- danellen verbieten. Die englische Regierung habe die Forderung im günstigen Sinne be­antwortet, und Laval habe den türkischen Außen­minister wissen lassen, daß Frankreich eben­falls nichts einzuwenden habe, voraus­gesetzt, daß England der gleichen Auffassung sei.

In der Unterredung zwischen Laval und dem i t a li e n i s ch e n B o t s ch a f t e r soll Cerruti den französischen Ministerpräsidenten in erster Linis davon in Kenntnis gesetzt haben, daß die italienische Regierung nicht geneigt sei, auf den Pariser Einigungsplan zu antworten. .Oeuvre" be­richtet weiter, Frankreich habe in der ganzen Angelegenheit, trotz der Ende der ver- gangenen Woche in Paris stattgefundenen Be­sprechungen zwischen französischen und englischen militärischen und Flottensachverständigen, seine endgültige Haltung noch nicht fe st ge­legt. Es sei vielmehr wahrscheinlick, daß Laval zunächst einmal die außenpolitische Aussprache in der Kammer am kommenden Freitag abwarten werde, um sich ein genaues Bild über die Ansichten der Abgeordneten zu machen.

. Diese Besprechungen sind befriedigend verlaufen. Sie wurden in Paris durchge­führt, Mitglieder des britischen General- und Ad­miralstabes hatten sich zu diesem Zwecke nach der französischen Hauptstadt beaeben.Evenmg News berichtet, daß ähnliche Besprechungen voraussicht­lich zwischen England und den übrigen Mittelmeermächten, die von England um die Zusicherung tätiger Unterstützung im Falle

in die Niederungen des bürgerlichen Lebens herab­gezogene profanierte Wotan und Wildjäger. Gewiß war die rein sinnliche Freude am Genüsse mit eine Ursache zur Verfeinerung des Kuchenrezepts man hat schon immer und bei allen Völkern an Festtagen reichlich und gut gegessen, aber dies allein war es auch nicht. Der uralte Fruchtbaskeits» mythos spielt im Verborgenen hier noch seine große Rolle, im Gehalt des Kuchenteiges wie in der Form des Gebäcks, ähnlich wie zu Ostern im Osterei; man könnte auch von den Stollen sprechen, die besonders im Sächsischen zu Hause sind und die dort von Weihnachten bis Ostern in keinem rechten Haushalt ausgehen dürfen; oder von den Pfannkuchen, auch Krapfen oder Prilken genannt, die man in manchen Gegenden Deutschlands gerade zu Weihnachten viel ißt und nicht nur wie im Süden und Westen um die Fastnachtszeit. Sie haben ihrGebild" nicht von ungefähr erhalten, wie der Nikolaus oder der Weihnachtsmann nicht fein Pferd und die Rute.

Die Rute ist eigentlich kein Kinderschreck; sie war viel mehr als dies ein Zauberstab^>der Fruchtbarkeit bringen sollte. Man schlug das Vieh damit, um es fett und milchreich und fruchtbar werden zu lassen, und man strich später in heiterer Kurzweil und ohne den verborgenen Sinn zu kennen Men­schen mit der Rute, die man lieb hatte und denen man Gutes wünschte.

Von einem anderen Weihnachtsgebildbrot ser ebenfalls noch kurz die Rede. Neben dem Stutzen- oder Weckenreiter wird, in Mitteldeutschland insbe­sondere, noch ein Stutzenmädchen gebacken. Nicht nur als Gegenstück zum männlichen Reiter oder zum Pflaumenmann, nickt nur, um den Mädchen ein weibliches Kuchenwesen zu verehren wie den Jungen einen Gebäckmann, sondern auch einer glei­chen, uralten Ueberlieferung folgend, um die man nicht mehr weiß, wenn sie auch nach außen hin treu bewahrt wird. Frija, auch Holda oder Berchta genannt, ging in den zwölf Nächten von Haus zu Haus, sah, ob die Mägde fleißig waren, ob der Flachs vom Spinnrocken oder Spinnwocken abge­sponnen und ob an der Wäsche kein Fehl war. Sie strafte mit bösen Träumen, mit mancherlei Schaber­nack und Ungemach, und sie belohnte mit unver­hofftem Glück und nicht selten mit einem schmucken Bräutigam. Wer es genau wissen will, mag es im Märchen von der Frau Holle nachlesen, die ja niemand anders ist als Berchta ober griia (Freia), wie das Volk sie sah und liebte. So liebte und so vertraut mit ihr war, daß man sie zuletzt auch wie den Wotan-Weihnachtsmann als süßen Kuchen buk, mit zwei großen Rosinenaugen, zwei Kuchenhenkeln als Armen und mit einen, Mandelsplittersaum am kurzen Rock, der sich mit seinen bunten Zuckerfadenmuster in seiner ganzen weihnachtlichen Festschönheit präsentiert.

Völkerbundsratstagung keine neue Wendung zu erwarten. Gegenwärtig sei man geneigt, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Die in Kraft befind- lichen Maßnahmen hätten eine gute Wirkung und es werde keineswegs für sicher gehalten, daß ihre Verschärfung durchführbar oder erwünscht sei. Die Wichtigkeit der Oelsperre sei, wie man jetzt glaube, sehr übertrieben worden, da es bei der gegenwärtigen Lage nahezu unmöglich wäre, sie wirksam zu machen. Der wirkliche Druck auf Italien bestehe darin, ihm seine Auslands­devisen zu entziehen, ohne die es außer­stande sei, auch die ihm nicht versagten Rohstoffe wie Oel, Kohle und Eisen zu kaufen. Andererseits werde darauf hingewiesen, daß die Auferlegung einer Oelsperre zweifellos die Gefahr vergrößern würde, der bereits die an den Sühnemaßnahmen beteiligten Länder ausgesetzt seien, das nämlich Ita­lien militärische Vergeltungsmaßnah-

daß es zu nichts mehr nutze war.

Da mußte es nackend weiter gehen, stillte aber seinen Kummer zum anderen Male und sagte: Habe ich nicht noch das Kränzlein in meinem Haar?" Aber kaum hatte es das gedacht, nahm es ihm der Wind vom Kopfe, und solange es auch auf dem finsteren Felde danach suchte, fand es die Blu­men nicht wieder.

Als es nun vor die Tur des Stalles kam und sah die Mutter Maria darinnen sitzen, und den Widerschein von dem hellen Licht aus der Krippe auf ihrem Angesicht, und besaß nichts mehr, daß nur

Pt e n Bewerbers weitreichende politische Schlüsse 1 ziehen kann, ist sehr fraglich. Immerhin ist es in- ! Leressant, die Wirkung dieser unvorhergesehenen , Berufung Edens auf das Ausland zu beobachten.

Sie wird zunächst in Italien mit deutlichem I Mißtrauen aufgenommen, weil Eden dort als der z unbedingte Vertreter der Völkerbundsgrundsätze und 31s der Mann gilt, der die englische Politik eigent- I [jd) auf diesen Weg geführt und der auch Den Widerstand des Kabinetts gegen die von Hoare iin Paris getroffenen Vereinbarungen geleitet hat. Man erwartet also von ihm die Fortsetzung Der Politik, die Italien hart an die verhängnisvollen Oelsanktionen herangeführt hatte, denen es nur 1 Durch die unerwarteten Ereignisse der letzten Woche | vorläufig entgangen ist. Aehnlich werden wohl die Gefühle s»in, mit denen der neue englische Außen­minister in Frankreich ausgenommen wird, tmenn sich auch die Presse bemüht, dies nicht zu zei­gen. Sie kann eskalier nicht verheimlichen, daß der j ..Favorit" Frankreichs Sir Austen Chamberlain mar, dem sein bekanntes Wort, daß erFrankreich liebe, wie eine Frau", die unbegrenzte Hoffnung gganz Frankreichs eingebracht hat, die er als Außen­minister vielleicht nicht in vollem Maße befriedigen könnte. Da man in Frankreich außerdem alle poli­tischen Fragen und Ereignisse von einiger Wichtig­keit mit einem Seitenblick auf Deutschland zu be­urteilen pflegt, so hatte sich Chamberlain durch seine in letzter Zeit offen und oft zur Schau getragene Abneigung gegen das neue Deutschland in Paris genügend empfohlen.

Mit ausgesprochenem Wohlwollen wird Eden und dies ist immerhin interessant und merkwür- ibig in Moskau empfangen. Wahrscheinlich .geht biese Freunblichkeit in ber Hauptsache zurück iauf jenen Besuch, ben Eben in diesem Frühjahr rim Anschluß an die Berliner Aussprache zwischen idem Führer und Reichskanzler und dem damaligen 'Außenminister Sir John Simon in Moskau ab- - stattete. Die Sowjets hatten damals, als es sich ibarum hanbelte, England von der Völker- Ibundsfähigkeit des bolschewistischen Regimes iund von der Rechtgläubigkeit des Ost Paktes mit 'Frankreich im Sinne der Genfer Lehre zu über- ueuqen, den ganzen Zauber der berühmten, etwas .asiatisch durchsetzten russischen Gastlichkeit spielen llassen und damit sichtlich auf den jungen Diplo­maten einen günstigen Eindruck gemacht. Man sieht also wohl in Moskau in dem vorurteilslosen jungen Konservativen, dem außerdem eine starke Vorliebe für die französische Kultur nachgesagt wird, eine Stütze für den Gedanken, die russisch-französische Freundschaft als einen Grundpfeiler ber europäischen Politik zu betrachten, ber evtl, burch bie Beiziehung Englanbs verstärkt werben kann, bamit bann ber Vorkriegszustanb wieberhergestellt wäre, was ja bas Jbeal vieler Leute in Paris, Moskau unb auch

Wechnachtslegende.

Von Wilhelm Scharrelmann.

In ber Heiligen Nacht, als bas Jesuskinb geboren war, ben Hirten bie Botschaft ber Freube verkun- bet, bie himmlischen Heere ihren Lobgesang üoUenbet unb bie Tore bes Himmels sich banach roieber schlos­sen, geschah es, baß einem ber kleinsten aus ber se­ligen Schar, bas sich in seinem Fürwltz allzuweit oorgebrängt hatte, unversehens, aber bei allem Mißgeschick boch so weich unb gelinbe wie eine Pfir- sichblüte an einem winbstillen Frühlingabenb, auf bie nachtbunkle Erbe herabglitt.

Da ftanb es nun, wußte nicht rechts noch links unb war nach der schimmernden Freude, aus ber es kam, in ber rabenschwarzen Finsternis ringsum« her mit einem Male so allein unb verlassen wie ein Stein auf bem Felbe. Nur ber Schein bes Sternes über bem Stall, in bem bas Jesuskinb lag, leuch­tete fremb unb heilig groß.

Als es seinen ersten Schrecken em wenig über­wunden hatte, aber noch immer mit pupperndem Herzen dastand und sich keinen Rat wußte, was es tun sollte, um wieder zu den ©einigen zuruckzukom- men, kam es daraus, die Mutter Maria und das Christuskind aufzusuchen, ob es nicht dort Hufe fände, und ward darüber so froh, daß es sich so­gleich auf den Weg machte.

Ich werde dem Kinde das Glockenspiel schenken, das mir gehört, dachte es und faßte das zierliche kleine Instrument, das es aus ber himmlischen Höhe mit herabgebracht hatte, unwillkürlich ein we­nig fester in ben Arm, um es in ber Dunkelheit nicht unvermutet zu verlieren. Aber kaum, baß es ein paar Schritte gegangen war, stolperte es so un­glücklich über einen Stein, baß es ihm aus ben Hänben fiel unb bie feinen silbernen Glöckchen ba- ran zerbrachen.

So will ich ihm mein Hernbchen schenken, tröstete es sich nach bem ersten Schrecken unb ging weiter. Da es aber im Finstern zu nahe an einen Dornen­strauch geriet, verwickelte sich sein Hernbchen barin, und die Dornen zerrissen das zarte Gespinst so arg,

litik Englands, die die Sicherheits- und Ausbeh« nuhgsbebürfniffe Italiens mit allen Mitteln be­kämpfe, um eine Demütigung Italiens unb bie Erbroffelung feiner berechtigten Bestrebun­gen zu erreichen. .....

Der offiziöseP o p o l o b'Italia" schreibt, die allgemeine Lage Europas habe sich sichtlich ver­schlimmert. Nach ber Versenkung des Planes zur Schlichtung des italienisch-abessinischen Konfliktes, dem sich Laval aufrichtig gewidmet habe, stehe Europa vor einem drohenden Krieg, wie es die blutgierigen Sanktionisten gewünscht

Mailand, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Ob­wohl gegenüber der Ernennung Edens in ber Presse noch Zurückhaltung bewahrt wirb, herrscht in ber Betrachtung ber allgemeinen Lage mieber bie pessimistische Note vor. DieStamva schreibt, nach ber Ernennung (Ebene zum britischen Außenminister seien keine Schlich tun gs- versuche im abessinisch-italienischen Konflikt mehr zu erwarten. Nach ben bisher keines­wegs ermutigenben Erfahrungen zu urteilen, werbe Eben ben Zwang ber Versöhnung vorziehen. Die (Ernennung Ebens bilbe nur eine Episobe ber Po-

Mit ber (Ernennung bes Außenministers hat bas englische Kabinett jeboch nur bie Vorbereitung für bie wichtigere Aufgabe ber Wieberherstellung bes gesunkenen Krebits unb ber Herausarbeitung einer klaren politischen Linie getroffen. (Einige Grunb- züge biefer Arbeit finb bereits zu bemerken, so bas Bemühen bes Kabinetts, sich burch biplomatische Schritte über ben Umfang bes tätigen Sanktionswillens auch für ben Kriegsfall

26.12. M Uhr 7$md rin? Call öeitti beiün.-Feiei'

ab 15 Ubv. mütlickrs M« vereinslch ^aldworiM )er Verein* liiiÄ ighttfc Spielplan r Dezember ontag/ZvK on-23 W laskenbail per von Bem Mvorstell. e ausgesalM orst. a. Il-Jl amst., lon 20-22U&

Komödie »er Irrungen mShakelM tontag, 8.M 20-22.15 M

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London, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Unterstützung M i t t e l m e^e r staftge^ Morning Post" schreibt, abgesehen von einem ben.

Meinungsaustausch in ber Frage gegenseitigen Bei- ftanbes sei in bem italienisch-abessinischen Streit vor Mitte Januar, also bem Zeitpunkt der

stellen.

Daheim, am Harz, wenn bei den Großeltern der Weihnachtstisch gedeckt war, gehörte er in jedem Jahr unweigerlich auf den Bescherungskuchenteller Er war ausStutzenteig", einer mürben mit viel Fett gebackenen Kuchenmasse, die reich mit Rosinen durchwirkt und sehr süß war. Sein Roß konnte feu­rig dahersprengen oder in gemächlichem Paßgang einherschlendern, das kam darauf an, wie es um den Phantasiereichtum des Bäckergesellen bestellt war- nur bie Rute in ber Hanb bes Reiters, bie auch manchmal ein kunstvoll mit Manbelsplittern verziertes Teigstück, manchmal ein Tannenreisig war burfte niemals fehlen, ebenso mußte ber Kuchen selbst sehr süß unb mit viel Fett gebacken sein.

Dies beibes: Fett unb Süße, finb überhaupt bie charakteristischen Merkmale bes sogenanntenKult- aobätfs" ober berGebilbbrote", bie man heute noch in allen Gauen Deutschland zu Ostern wie zu Weihnachten bäckt, unb mit Vergnügen verzehrt. Unb nicht nur in Deutschland sonbern in ben nor- laatc lene zu ^oiepy: oieu bischen ßänbern wie in Rußlanb auch. Sie gehören ftknem Schlummer lächelt, dazu wie die Rute zum Reiter oder die Leiter zum Pflaumenschornsteinfeger, ber im Grunbe auch