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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 24. September 1955
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31 der Herbstblumenjchau am Sonntag haben
e mf dem Neuheitentifch stehende Rankenpflanze,
e mii” hier zum erstenmal gezeigte Neuheiten bei d r Jütte der ausgestellten Blumen nicht die Be- achtma gefunden, die ihnen zukommt. So die neue i N'rolühende und duftreiche Rankrose New Dawn,
Blumenstttleben zu ebener Erde.
lllufnahmen [3]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
8 e iourd) die kalten Nächte etwas mitgenommen aluzich, unter dem Namen Tovarid* volubilis. Diese 1 jlcrize wird in nächster Zeit als überaus schönes U nt) raschwachsendes Schlinggewächs eine wichtige | oL spielen. Die Anzucht ist die gleiche, wie von fl ibiea. Dieses einjährige Gewächs stammt aus i lli imerika und ist dort eine der häufigsten Balkon- -Z ch'iuckpflanzen. Ferner war eine Herbstaster zu si l)e-., die bei überreichem Blühen polsterartigen IBiris von nur 25 Zentimeter Hohe erreicht und sich äkrim sowohl für den Steingarten, wie auch für
Die Gießener Herbstblumenschau im Bild
Ein reicher Blumenflor grüßt allenthalben die Besucher.
Ein riesiger Melonenkürbis von etwa 1 Zentner Gewicht. •
zuziehen, mit dem erhaltenen Gelde ihre Schulden i Pünktlich zu bezahlen und mit den verbleibenden Beträgen I zu eigen macht.
Aus der Provinzialhauptstadt
Uraufführung im Sladttheater: „Holzappel".
>g. Weber, am Tag des Deut
eln lustiges Volksstück von S). Au, Sonntag, 6. Oktober, 20 Uhr, am '
„Pünktliche Leistung des Handwerks — Pünktliche Bezahlung des Kunden"
Reichsstand will dadurch den Handwerkern Gelegenheit geben, ohne Verärgerung ihrer Kunden in einer einheitlichen Aktion ihre fälligen Forderungen ein»
schen Bauern. Preise der Plätze sind: 0,70—1,50 Mark. Kartenvorverkauf in den bekannten KdF.- Vorverkaufsstellen: Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, Oberhessische Tageszeitung, Kreisdienststelle Schanzenstraße 18, sowie alle Ortswarte.
Gportamt „Kraft durch Freude".
heute folgende Kurse:
Allgemeine Körperschule: Von 18 bis 19.15 Uhr, Universitätssportplatz.
Fröhliche Gymnastik und Spiele: Von 20.30 bis 21.30 Uhr nur für Frauen, Alte
einen Blick vom Innern des Wagens erhaschen kann. Er ist ein Wohnwagen, wie ihn das fahrende Volk benutzt. Und wirkttch ist er auch gegenwärtig bewohnt, denn man sieht die Profile einiger Gestalten und außerdem ringelt aus dem Rohr des Schornsteins blauer Rauch lustig in den Tag.
Der zweite Wagen birgt Gerätschaften. Bohlen und Träger. Leitern und Gerüstteile. An den Breitseiten kündet ein farbiges Transparent den Namen des Unternehmens. Es ist ein tönender Titel, der mehr für eine Weltstadt-Revue als für diese zwei Wagen mit den mageren Pferdchen paßt. Aber großartige Ankündigungen gehören nun mal zu diesem Fach, das die Jllrkfivn ur Grundlage hat.
So ziehen sie durch die moderne Stadt. Der Mann mit der Peitsche ist wahrscheinlich der „Herr Direktor" selber. Seine Frau am Kochherd im Wohnwagen wird die gefeierte Spitzen- und Seiltänzerin sein und der junge Mann auf dem Bock des Gerätewagens der Spaßmacher, Parterreakrobat
Topfkultur und zu winterharten Einfassungen und Beeten eignet. Sie heißt Astra dumosus Victor. Unter dem überaus üppig gewachsenen Gemüse des Universitäts-Versuchsgutes dürfte aufgefallen sein, daß man auch im Spätherbst von der Salatsorte Maikönid einen unerwartet guten Erfolg erzielen kann. Nicht unerwähnt dürfen auch die herrlichen Koniferen der Heuchelheimer Baumschule Engelhard bleiben.
pünktliche Bezahlung der Handwerker-Rechnungen.
Abbau der Vorgwirlschaft.
Der Reichsstand des Deutschen Handwerks hat den bevorstehenden Vierteljahrestermin zum Anlaß genommen, um für die pünktliche Bezahlung der handwerkerrechnunaen einzutreten und gleichzeitig für den Abbau des Borgunwesens im Handwerk und für die Hebung der Schuldnermoral zu wirken. Der
und Reiterkönig. Vielleicht ist er daneben noch Kunstschütze und Feuerschlucker, während der „Herr Direktor" als Verwaltungskünstler und Schlangenbeschwörer die Zuschauer bannt. Aber sicher ist damit ihr Programm noch längst nicht erschöpft.
Die Stadt ist für sie nur Durchgangsstation. Keine Stätte des Aufenhalts. Der Aufenthalt winkt draußen, auf der anderen Seite der Stadt. In Dörfern und kleinen Ortschaften, wo man zwischen ein paar Bäumen die Arena aufbauen und die ganze Bevölkerung als Publikum laden kann. Dort finden sich dankbare Zuschauer und was wichtiger ist, will- ährige Spender kleiner Münzen. Nein, die Stadt lockt sie nicht.
Aber die Bewohner der Stadt schauen ihnen nach, wie sie im gemächlichen Trott die Stadt durchqueren, um draußen wieder die Landstraße zu gewinnen. Ein Bild, das anziehend und zugleich schmerzlich-komisch wirkt. Denn es ist die sterbende Romantik vergangener Zeiten, die dort langsam vorüberzieht. Das Traumbild eines längft verklungenen Märchens ... H. W. Sch.
Keine Aufträge an gewerbefremde Personen.
(DNB.) Reichsschatzmeister Schwarz veröffentlicht im „Völkischen Beobachter" folgende Anordnung:
„Dienststellen der NSDAP, haben bei der Vergebung von Aufträgen aller Art ausschließlich Mitglieder von anerkannten Spitzenverbänden bzw. ihrer Untergliederungen, die sich als solche durch ihre Mitgliedskarte auszuweisen haben, zu berücksichtigen. Werden Arbeiten und Lieferungen im ganzen vergeben, so müssen die Unternehmer vertraglich verpflichtet werden, auch ihrerseits bei der Vergebung von Aufträgen, die die in Frage kommenden Gewerbezweige angehen, ebenfalls nur Mitglieder anerkannter Verbände zu berücksichtigen, soweit solche am Ort vorhanden sind. Es soll damit erreicht werden, daß gewerbefremde Personen möglichst zugunsten des ordentlichen Gewerbes ausgeschaltet werden.
Berwaltungsbetriebe der Vereine und Verbände!
Die Gaupressewaltung der DAF. teilt mit: Laut Anordnung 1/35 des Organisationsamtes im „amtlichen Nachrichtenblatt der DAF.", Folge 2, sind die Derwaltungsbetriebe der Vereine und Verbände, deren Betriebsführer, Angestellte und Arbeiter innerhalb dieser Vereinigungen Hauptamt- l i ch tätig sind, von der Deutschen Arbeitsfront, Reichsbetriebsgemeinschaft 10 „Verkehr und öffentliche Betriebe", zu erfassen. Die Verwaltungsbetriebe von Vereinen und Verbänden aller Art werden daher aufgefordert, sich zwecks Erfassung mit der Gau-Betriebsgemeinschaft 10 „Verkehr und öffentliche Betriebe" Gaufachgruppe „A", Frankfurt a. M., Bürgerstraße 69/77, III. Stock, Zimmer 8/9, in Verbindung zu setzen.
die Weihnachtsumsätze zu finanzieren; von einer Arbeitsbeschaffung vor Weihnachten durch Propagierung des handwerklichen Weihnachtsgeschenkes verspricht man sich nämlich gute Erfolge. Nach Einziehung der fälligen Forderungen soll dann das verhängnisvolle Borgunwesen im Handwerk abgebaut werden, denn der Handwerker ist nicht zum Bankier geschaffen; nach den großen Kapitalverlusten der Inflationszeit und der Wirtschaftskrise braucht er seine erarbeiteten Gelder mehr denn je zur Fortführung seines Betriebes.
In einigen Tagen werden die Handwerker im ganzen Reiche damit beginnen, ihre fälligen Mahnungen und Rechnungen zu versenden; diese werden mit Klebezettel versehen, die eine freundliche Aufforderung des Reichsstandes zur Zahlung enthalten und dem Kunden zeigen, daß es sich hier nicht um ein Vorgehen des einzelnen Handwerkers, sondern um ein gemeinschaftliches Vorhaben des ganzen Handwerks handelt. Das Ziel ist, daß sich nach Bereinigung der jetzigen Außenstände das ganze Handwerk den Grundsatz
Sterbende Romantik
Mitten im Verkehrsgewühl. Autos flitzen vorbei, Motorräder rattern. Die Straße ist erfüllt vom tosenden Lärm, der herrisch die Stadt durchpulst. Straßenbahnen klingeln, Autobusse hupen. Fahrzeuge und Passanten bewegen sich nach den Weisungen des Polizeibeamten am Straßenkreuz.
Da kommen sie angefahren. Zwei altertümlich anmutende, etwas schaukelnde Wagen, von mageren Pferden gezogen. Vorauf geht ein sonnenverbrannter Mann mit der Peitsche. Sein Schritt paßt sich dem Trott der Pferde an, deren Gangart dem Tempo der Kraftfahrzeuge Hohn spricht. Ein eigenartiges Bild, das oon zeitfremder Gemächlichkeit redet.
Die Wagen erregen Auflehen. Kein Wunder, denn es scheint, als sei mit einem Male ein Stück vergangener Zeit lebendig geworden. Der erste Wagen sieht aus wie braun getäfelt. Er hat Fensterscheiben, hinter denen hübsche weiße Gardinen leuchten. Eines der Fensterchen ist geöffnet, so daß man
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Sepiembernachmütag auf dem Wasser.
5m übrigen sind wir nicht in Holland, sondern in ihssm; die Landschaft, die in ihrer sanften und ge- f idr mgenen Linienführung sehr lieblich genannt tDT en darf, ist uns nah und vertraut. Das ist Uli! Lahn, dort drüben, merkwürdig nah heran- jjd'fft, die markanten Konturen des Gleibergs, da i st hie Napoleonsnase, der Hangelstein, da hinten i Irrunt Wißmar...
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; k- ist gar nicht kalt, die Sonne hat immer noch jtr,:, der leichte Wind, der uns von Zeit zu Zeit das Ufer hin abtreibt, weht angenehm über 8 i'Boot hin und spielt in unseren Haaren; er ihdit Lust zu essen, und auch wenn es nicht Pflau- > Machen wäre, was der kundige Seefahrer aus geräumigen Tiefe des Klepperbootes appetitlich am Vorschein bringt, und wenn nicht die Aepfel iteir klein und nicht sehr zahlreich) von den Bäu- irman der Landstraße bis zu uns heruberleuchte- i Io, Müßten wir, daß es Herbst ist oder doch stark «(Lüben Herbst zugeht. Es liegt in der Luft, uns an im würzigen Wind: September, blau tid ;golbener Tag, Abschied vom Sommer, letzte
Wiesen und warme Nächte, an stille Wanderwege und kühles Bad im lauen Wasser.
Von einem der schon meist verlassenen Sommerhäuschen her, wo sich eine lustige weibliche Gesell- chaft zusammengefunden hat, tönt eine Stimme grüßend zu uns herüber: Ahoi! Dies ist ein kleiner Fluß und ein stilles Wasser — aber ahoi! klingt die Stimme wie aus der Feme, und wenn wir die Augen schließen, sind wir auf hoher See, auf einem Piratenschiff, zum mindesten in einem Jndianerkanoe: alle Jugendträume und Abenteuer von ehedem sind für einen Augenblick wieder lebendig geworden
Wir lassen uns treiben von der milden Strömung und schauen in den hohen Spätsommerhimmel hinein und betrachten die wunderlich geformte, riesige Wolke über uns — „wie ein Gaul mit einem Reiter drauf", phantasierte der junge Peer Gynt, im Heidekraut auf dem Rücken liegend und den Himmel suchend —, aber wir sehen weder den Reiter noch ein altes Weib auf einem Besen oben im Blauen, wie der verlorene Träumer im Norden, sondern wir sehen, näher und wirklicher, die Drachen steigen im Septemberwind, hier einen, da einen, noch einen und noch — wie lange ist das her, daß wir selber die Schnur in den Händen hielten und über Stoppeläcker liefen, hinter uns hochfahrend,, knatternd und schwankend, das papierene Ungetüm, zinnoberrot, zitronengelb, mit langem, schlagenden Ouastenschwanz . inzwischen ist allerhand Zeit vergangen, und wir müssen uns wohl darauf gefaßt machen, daß eines Tages ein kleiner Mensch mit unseren Augen vor uns hinttitt, uns bei der Hand nimmt und begehrt, wir möchten mit ihm gehen, hinaus ins Freie, aufs Feld, Drachen steigen lassen.
Man braucht bloß in den Himmel zu schauen einen Augenblick im September, um zu merken, wie die Zeit an uns vvrübergerauscht ist. Und zwischen den Drachen von damals, ach, weit vor dem Kriege, in einer sagenhaften, unvorstellbaren Vergangenheit — zwischen unseren Drachen und den Drachen von morgen ober übermorgen, die unsere Kinder steigen lassen werden (aber wir dürfen bloß dabei stehen und zuschauen) zwischen diesen beiden schweben — abermals einen Zeitraum, ein Stück Lebenschronik, einen Wendepunkt sichtbar und sinnfällig an den Himmel malend — die unzähligen Punkte der gelben Fesselballons über den Fronten in Frankreich, von weitem nicht unähnlich, kaum weniger harmlos und spielerisch anzuschauen als die bunten Papierflieger über uns . . an diesem stillen Septembernachmittag auf dem Wasser.
i tri; golbener Tag, Abschieb vom öommer, legte Dies jedenfalls ist gewiß: um in den Himmel zu (Erienmg an das Paradies der Ferien, an blühende | gucken und einmal gar nichts flu tun, bloß so suh
Ü.f.f einmal kommen wir um eine Biegung, eine fLfs, oon hohem und dichtem Schilf besäumte Ml-ise im schmalen Fluß, und wenn wir uns h Wenig zurücklehnen, die Augen klein machen
> unseren Blick so hmgehen lassen über das üi:i;e Bild des Hellen Nachmittags, dann können Eins vorstellen, wir trieben auf einem der lan- ki i uni) geraden Wasserläufe in Holland dahin, Eil und Ufer, ein wenig Gebüsch, viel Schilfrohr, me und leichter Wellenwind, rotes Dach hinter jiijixm Laubwerk: man könnte sich denken, so 1 hif,e es hier ober dort aussehen, wo der lustige tu) saftige, lebensfrohe Pallieter von Timmer- ruiriiö zu Hause ist, und wo der „Flachskopst f liitö Landmannes Ernest Claes wohnt. Doch uns die Windmühle, die wohl dabei sein tlilfie und eigentlich dazu gehört; statt ihrer taucht Ipiro dem Ufergebüsch die mächtige Silhouette ' fliie Pferdes auf; da ist ein Mann auf dem Acker ini Heinern Gespann, und der Schimmel ist nicht $ |iif ?r als andere Pferde auch, aber wenn er, wie eit’r jetzt, auf der höheren Böschung wendend, als t uuter Schattenriß vor der glühenden Sonnen- ftoiiie steht, wirkt er für uns, die wir so flach auf | <n Wasser dahin treiben und zu ihm hinaus- jjlda^n, wie ein Standbild, überlebensgroß, düster, «ml Licht umrandet.
treiben zu lassen und allerhand unverbindlichen Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen und Wunschbildern nachzuhängen, ist kein Platz besser geeignet als so ein schlankes, flaches Boot Es mag nun Raum bieten für einen ober für zwei, bas ist nicht so wichtig. Wichtig ist, baß bu gar nichts tust, es sei benn, ab unb zu ein paar Schläge mit bem Padbelruder, baß bu still gewiegt wirst zwischen hohen Wolken und blinkendem Wasserspiegel, worin sich pastellen die sanften und schwebenden Farben des sinkenden Nachmittags und des frühen Abends malen ... Wenn du ein richtiger Seefahrer bist, der sich den Wind schon ganz wo anders hat um die Nase wehen lassen als auf der Lahn oder auf dem Main, dann wirst du auch alsbald eine kurze Pfeife hervorholen, sie mit dem seinen, goldgelben Tabak stopfen, kunstgerecht Feuer machen gegen den Wind und mit Genuß einen blauen Rauch über das Wasser wehen lassen. Der Duft des Tabaks aber, der Duft des Wassers unb der Spätsommer- Hauch von den abgeernteten Feldern herüber hüllen dich ein und regen dich an, umwölken ein ernsthaftes Männergespräch und viele laute und leise Gedanken und Träumereien, die von weit her kommen (aus der Zeit der bunten Drachen der Kindheit, ober aus her Zeit ber gelben Fesselballons unb ber weißen Schrapnellwölkchen) unb die weit hinaus reichen . über die dunklen Waldsäume am verschwimmenden Horizont, die sich verfangen hoch oben am ersten Stern des klaren Abends. Da Halen sie inne, und während du ihn betrachtest, bemerkst du mit Staunen, wie nah er ist, benn siehe, er steht auch über bem Haus, zu bem bu nun heimkehrst, und über den Kindern, deren Träume er begleiten wird in der Nacht. —y—
Kunst und Wissenschaft.
Neuerscheinungen
des Verlags Alberl Langen/Georg Müller.
Der Verlag Albert Langen/Georg Müller in München kündigt folgende Neuerscheinungen an: Margarethe von Wrangell: Das Lebensbild einer deutschen Frau. Mit 18 Abbildungen. Romane und Erzählungen: Gerhard G e f e m a n n : „Die Flucht". — Friedrich Griese: „Die Wagenburg". — Paula Grogger: „Der Lobenstock". — Gunnar Gunnarsson: „Der Weiße Krist". — Marie Hamsun: „Die Langerudkinder in Winter". — Hanns I o h st: „Maske unb Gesicht". — Abolf Meschenbörfer: „Der Büffelbrunnen". — Josef Fr. P e r k o n i g : „Honigraub". — Lub- wig Tugel: „Pferbemusik". — Wilhelm Schäfer: „Die unterbrochene Rheinfahrt". — Erwin Witt stock: „Die Freundschaft ooa Kockeiburg"
— Lyrik: Georg Sritting: „Der irdische Tag". Max R e u s ch l e: „Volk, Lanb unb Gott". — Drama: Ernst Wiechert: „Der verlorene Sohn". — Ferner: Paul Ernst: „Ein Credo". — Franz Stuckert: „Wilhelm Schäfer, ein Volksdichter unserer Zeit". — Als Volksausgaben erscheinen oon Paul Ernst: „Das Kaiserbuch", von Verner von Heiden st amm: „Karl XII. und seine Krieger", von Wilhelm Schäfer: „Die Anekdoten". — Außerdem erscheinen eine Reihe neuer Bände in den bekannten Buchreihen: „Die kleine Bücherei", „Sturm und Sammlung" und „Die junge Reihe". — Der Almanach „Ausritt 1935/36" enthält zahlreiche dichterische Arbeiten, Beiträge aus neuen Büchern und Bilder.
Hochschulnachrichten.
Geh. Rat Professor Wilh. Pinder, Ordinarius der Kunstgeschichte an der Universität München, ist zum 1. Oktober b. I. an bie Universität Berlin versetzt worden. Der bisherige Inhaber des Berliner kunstwissenschaftlichen Lehrstuhles, Professor Dr. A. E. Brinckmann, wird bas Ordinariat für Kunstgeschichte an der Universität Frankfurt übernehmen, während Professor Dr. Hans I a n - tz e n, der bisherige Vertreter der Kunstgeschichte in Frankfurt, zu Geh. Rat Pinders Nachfolger in München bestimmt wurde. Die drei Versetzungen sind durch den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung angeorbnet worden. — Wilhelm Pinder, gebürtig aus Kassel, wurde 1910 Ordinarius der Kunstgeschichte in Darmstadt, lehrte später in Breslau, Straßburg und Leipzig und kam 1927 als Nachfolger Heinrich W ö l f f l i n s nach München. Von Pinders Arbeiten nennen wir vor allem jene über das deutsche Barock, über deutsche Dome, über die mittelalterliche Plastik Würzburgs unb über bie Naumburger Plastik, Brinckmann hat sich durch seine Arbeiten zur Baukunst der romanischen Länder und über Barock-Plastik einen Namen gemacht. Sanken ist ein Schüler Pinders; 'er arbeitete u. a. über niederländischer Malerei, über Rembrandt, über deutsche Bildhauer des 13. Jahrhunderts.
Professor Dr. Otto Pretzl, Extraordinarius für Jslamwissenschaft an der Universität München, ist 3um ordentlichen Professor in der Münchener Philosophischen Fakultät ernannt worden.
Professor Dr. Kurt-Diettich Schmidt, Ordinarius für Kirchengeschichte an der Universität Kiek, ist auf Grund des § 6 des Berufsbeamtengesetze» von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden.


