München feiert zum 125. Male sein Oktobersest.
Auf der Theresienwiese in München begann das berühmte O k 1 o b e r f e st, das in diesem Jahre zum 125. Male gefeiert wird. Zu einem fröhlichen Triumphzug gestaltete sich der Einzug der Bräu-Rosel, die unser Bild zeigt. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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lieber dem Flugplatz von Mannheim kreisen die Flugzeuge. Jene Staffel, der man hier die Waffen abgenommen hatte, landet, und die Offiziere begeben sich zum Soldatenrat. Sie haben ein Ultima- tum des Kommandeurs des Jagdgeschwaders Richthofen zu überbringen: falls die Offiziere nicht sofort mit ihren Waffen wieder aufsteigen könnten, würde der Platz dem Erdboden gleichgemacht. In wenigen Minuten hat der entsetzte Soldatenrat die Waffen ausgeliefert, die Staffel startet, und das Geschwader fliegt wieder nach Darmstadt zurück."
Wie ein Phönix aus der Asche, so ist in diesem Jahre die deutsche Luftwaffe neu erstanden. Symbolisch ist durch die Namensgebung „Richthofen" an das erste fertige Fluggeschwader der feste Wille bekundet, die Flugwaffe im Geiste jenes ritterlichen Mannes auszugestalten, damit sie jederzeit bereit sei, ihr Leben mit Erfolg einzusetzen für die Ehre und die Freiheit ijjres Landes. General Göring läßt sein tief empfundenes Geleitwort zu dem ausgezeichneten Buch in die Worte ausklingen: „Und damit schließt sich der Ring." Wir hoffen, daß dieses Gleichnis, das nach einer ruhmvollen Vergangenheit und dem jähen Sturz die Morgenröte einer neuen Freiheit und Größe aufsteigen läßt, geschichtliche Wahrheit wird.
Aus aller Wett.
Vulkanausbruch und Erdbeben auf der japanischen Insel kiuschu.
Aus dem südlichen Teil der japanischen Insel Kiu- schu wird ein schwerer Ausbruch des Vulkans Sakurajima gemeldet, der von einem starken Grd beb en und heftigen Stürmen begleitet war. Die Ernte hat durch Gasausströmungen und Rauchschwaden erheblichen Schaden genommen. Für den Schutz der Bevölkerung wurden umfangreiche Vorbereitungen getroffen, da die Ausbrüche des Vulkans nach Ansicht sachverständiger Kreise schwerer sind als im Jahre 1914, wo auf der Insel furchtbare Verwüstungen angerichtet wurden. Gleichzeitig wurde der Osten der Insel Kiuschu von verheerenden Taifunen heimgesucht, die sich, begleitet von ungeheuren Wolkenbrüchen, nach Nordosten in Richtung auf Tokio ausdehnen.
Zwei tödliche Abstürze in den Bergen.
Im Allgäu stürzte am Ostgipfel der Nordwand des Aggensteins der 17jährige Mechanikerlehrling Hugo Wagner aus Kempten tödlich ab. Der junge Mann war mit mehreren Kameraden in Pfronten eingetroffen und hatte eine Besteigung des Aggensteines in Angriff genommen. Bei einer Kletterei stürzte er plötzlich vor den Augen seiner Kameraden etwa 150 Meter tief ab und blieb mit zerschmettertem Kopf im Geröll der Wand liegen. Der Gebirgsunfalldienst übernahm die Bergung der Leiche.
Kurz nach dem Einstieg in die bekannte und schwierige Watzmann-Ostwand stürzte der Jäger K u tz n i a k aus München ab. Er war auf der Stelle t o t.
Sechs spanische Bergarbeiter verschüttet.
In der Grube San Feliz bei Mieres in Spanien ereignete sich ein Einsturzunglück, bei dem sechs Bergarbeiter verschüttet wurden. Die Rettungsarbeiten wurden sofort ausgenommen, doch besteht keine Hoffnung, die Unglücklichen lebend zu bergen.
Zwölf Tote bei einem Vootsunglück in Lettland.
Auf dem Düna-Kanal in Lettland ereignete sich ein schweres Bootsunglück, bei dem zwölf Personen den Tod fanden. Ein Motorboot, auf dem Angehörige eines lettischen *Frontkämpferver- bandes einen Ausflug gemacht hatten, stieß gegen einen Brückenpfeiler um) sank nach wenigen Minuten. Zwölf Insassen ertranken.
Zwei schwere Eisenbahnunfälle in Polen.
Auf der Eisenbahnstation Skierniewice fuhr ein Triebwagen, der auf der Fahrt von Warschau nach Kattowitz war, in voller Fahrt auf einen h artenden Güter zug auf. Der Triebwagen wurde
aus den Schienen geschleudert und schwer beschädigt. Drei Fahrgäste erlitten bei dem Unfall schwere Verletzungen, neun weitere wurden leichter verletzt. — Ein zweites Eisenbahnunglück ereignete sich zwischen Hohensalza und Bromberg. Dort entgleiste in einer Weiche em Arbeiterzug, und fünf Wagen stürzten von einem ziemlich hohen Damm herunter. Eine größere Zahl von Arbeitern erlitt Verletzungen, darunter vier sehr schwere. Einer der Schwerverletzten st a r b auf dem Wege zum Krankenhaus.
Rumänisches Militärflugzeug verunglückt.
Bei einer Notlandung auf einem See in der Nähe von Constanza am Schwarzen Meer wurde ein rumänisches Militärwasserflugzeug zertrümmert. Die dreiköpfige Besatzung wurde getötet.
Chinesischer Militärzug verunglückt. —
200 Tote. 200 Verwundete.
Ein aus Lokomotive und fünf Wagen bestehender Militärzug der Lunghai-Bahn, der die 109. Division zur Bekämpfung der Kommunisten nach der Provinz Schensi beförderte, e n t g I e i ft e in der Nähe von Schentfchau in Westhonan und stürzte einen 30 Meter tiefen Bergabhang hinab. Es werden bisher 200 Tote und etwa 200 Verwundete gemeldet.
Todessturz aus 75 Meter höhe.
In der chemischen Fabrik Buckau, Werk Mannheim-Rheinau, ft ü r 31 e ein Arbeiter, der mit der Ausbesserung eines Kamins beschäftigt war, aus 75 Meter Höhe ab und war sofort t o t.
Spielerei
mit einem Blindgänger fordert vier Todesopfer.
Im Lager der Arbeitsabteilung 3 in Obechice bei Pribram in Mittelböhmen ereignete sich ein schweres Explosionsunglück. Trotz strengen Verbots hatte ein Artillerist in das Mannschaftszimmer das Kopfstück eines 10-Zentimeter-Schrapnells mitgebracht und hantierte daran herum. Plötzlich explodierte der Blindgänger. Vier Soldaten wurden
tödlich verletzt, zwei erlitten lebensgefährliche Verwundungen.
Das Handgemenge Itn Flugzeug. — Die beiden Flieger freigesprochen.
Das Schwurgericht in Toronto sprach die beiden amerikanischen Flieger frei, die, wie gemeldet, mit dem bekannten Baseballspieler K ö n n e ck e aufgestiegen waren und ihn in einem Handgemenge in der Luft getötet hatten. Das Gericht erklärte, die beiden Flieger hätten in Notwehr gehandelt. Die Verhandlung habe ergeben, daß Könnecke schwer betrunken gewesen fei und daß sein Kampf mit den beiden Flugzeugführern für diese die Gefahr eines Absturzes mit sich gebracht hätte. Könnecke hatte, wie erinnerlich, versucht, während des Fluges in dem von ihm gemieteten Flugzeug den Piloten vorn Steuer wegzureißen, was zu einem Handgemenge zwischen dem Beobachter, dem Piloten und Könnecke geführt hatte, in dessen Verlauf Könnecke von dem Piloten mit einem Feuerlöscher niedergeschlagen worden war.
Täglich 6,5 Millionen Ferngespräche in Deutschland.
Nach den neuesten Aufzeichnungen waren Ende Juni 1935 im gesamten deutschen Reichsgebiet 3 171 856 Fernsprechanschlüsse vorhanden, darunter 1 848103 Haupt- und 1 239 387 Nebenanschlüsse sowie 84 366 öffentliche Fernsprechstellen. Welchen Umfang der Fernsprechverkehr unserer Zeit angenommen hat, ist daraus ersichtlich, daß in den Monaten April, Mai und Juni d. I. insgesamt 594,3'3 Milionen Telephongespräche geführt wurden. Das ergibt die stattliche Zahl von täglich rund 6,53 Millionen Telephongesprächen. Der Löwenanteil entfällt natürlich auf die Ortsgespräche: die Ferngespräche machen ungefähr 8 bis 9 v. H. der überhaupt geführten Gespräche aus.
Aushebung einer „schwarzen Börse" in Danzig.
Der Fahndungsabteilung der Danziger Devisen- überwachungssteste gelang es, eine Anzahl pol- nischer Juden festzunehmen, die einen eifrigen Tauschhandel mit eingeschmuggelten
Devisen betrieben. Die jüdischen Vertreter dieser sogenannten „schwarzen Börse" hatten polnische Zloty noten in großem Umfang nach Danzig gebracht, um sie unter Umgehung der Danziger Devisenbestimmungen an Markthandler aus Pommerellen zu verkaufen, die auf diese Weise erhebliche Beträge aus Danzig heraus- schmuggeln konnten. Auch einige pommer e l- l i sch e Händler, die ihre Gulden gerade m Zloty umtauschen wollten, konnten verhaftet werden. Der beschlagnahmte Kassenbestand dieser Börse beläuft sich auf viele Tausende von Zloty und Gulden.
Kunst und Wissenschaft.
Hauptversammlung
des Allgemeinen Deutschen Musikvereins.
Im Rahmen des 66. Tonkünstlerfestes hielt der Allgemeine Deutsche Musikverein (ADMV.) in Berlin seine 66. Hauptversammlung ab, die vom stellvertretenden Vorsitzenden und Präsidenten der Reichsmusikkammer, Prof. Dr. Raabe, .eröffnet wurde. Oberbürgermeister Dr. ß a h m begrüßte die Teilnehmer. Prof. Dr. Raabe dankte ür die herzliche Begrüßung. Nach der Vorlegung )es Geschäftsberichtes durch Schatzmeister Dr. Ti- ch e r wurde Prof. Dr. Raabe als Nachfolger des auf eigenen Wunsch zurücktretenden Geheimrats Dr. Hausegger zum Vorsitzenden gewählt. Er nahm die Wahl an. Einstimmige Annahme sand folgende Entschließung: „Der Allgemeine Deutsche Musikverein sieht in der überragenden Wirkungs- möglichkeit des Rundfunks zugleich auch ein wertvolles musikalisches Erziehungsmittel, das die volks« verbundene Mitarbeit aller deutschen Musiker erfordert. Ueberzeugt von der damit sich ergebenden Verpflichtung zur Förderung musikalischer Kultur durch den Rundfunk tritt der ADMV. mit dem Ersuchen an die Reichsmusikkammer heran, im Interesse einer kraftvoll geführten Entfaltung der deutschen Musik die Verbindung zum deutschen Sendewesen tatkräftig aufzunehmen und getragen vom Verantwortungsbewußtsein dem deutschen Volke gegenüber, nachdrücklich auszubauen." Nachdem die Einfügung des Arierparagraphen in die Satzungen beschlossen war, fand die Tagung mit einem Sieg- Heil auf den Führer ihren Abschluß.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Der Zustrom kühlerer Meeresluft hat zur Ausbildung eines kontinentalen Hochdruckgebietes geführt. Unter seinem Einfluß ist auch bei uns Aufheiterung eingetreten, die in vergangener Nacht kräftige Ausstrahlung und Abkühlung begünstigte. Durch einen neuen Tiefdruckwirbel wird das Hochdruckgebiet wieder rasch abgebaut, doch ist eine nachhaltige Verschlechterung der Witterung durch die Einflußnahme der Tiefdruckausläufer nicht wahrscheinlich.
Aussichten für Mittwoch: Nach Bewölkungszunahme und Regentätigkeit, hie aber voraussichtlich nur im Norden auftritt, wieder vielfach aufheiternd, bei lebhaften südwestlichen Winden ausgeglichene milde Temperaturen.
Lufttemperaturen am 23. September: mittags 16,7 Grad Celsius, abends 18,7 Grad; am 24. September: morgens 4,9 Grad. Maximum 17,9 Grad, Minimum 2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. September: abends 14,7 Grad; am 24. September: morgens 11,6 Grad Celsius.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter/ Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. EmzelverkausspreiS 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
im Alter von 76 Jahren.
Gießen, den 22. September 1935.
In tiefer Trauer:
Frau Karl Schott Witwe
5415 D
Grünberg, den 22. September 1935.
Die Beerdigung findet statt Mittwoch, den 25. September, nachmittags y23 Uhr.
54 ? l D
Helene Sommeriad Witwe.
Wieseck, den 23 September 1935.
5419 D
Herrn Louis Haubach, Schlossermeister
sagen wir allen unseren innigsten Dank.
Gießen (Löberstraße 2), den 24. September 1935.
5422 D
Am Sonntagnachmittag V26 Uhr verschied sanft nach kurzem schweren Leiden meine liebe Schwiegermutter, unsere treue Großmutter, Schwester und Tante
Für die uns bei dem Heimgang unseres liebeq Entschlafenen erwiesene Teilnahme sage ich im Namen der Hinterbliebenen herzlichen Dank.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Tode unseres lieben Entschlafenen
Karl Schott und Frau Lisa, geb Lein
Friedel Hofmann und Frau Mariechen, geb Schott
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Marie Haubach, geb Rühl
Frau Elisabethe Schott Witwe
geb. Zwick
Die sind. Re onnterhiodoBß im V.D.B. »Adelohla«.
Robert Lung.
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