Frankfurt Höchst, einer in Höchst (Nidder), in Oppershofen (Hessen), Groß-Steinheim, Niederdieten (Biedenkopf), Marburg, Ansefahr (Marburg), Rittershaufen (Dill), Bellnhausen (Marburg), Bergebersbach, zwei in Wetzlar, einer in Gießen, Ehringshausen (Wetzlar), Niederwald (Marburg) und Stetten v. d. Rhön.
Daten für den 24. August.
79 v. Ehr. (bis 26): Pompeji, Stabiae und Her- culanum durch Besuoausbrüche verschüttet; — 1899: die Dichterin, Graphikerin und Bildhauerin Ruth Schaumann in Hamburg geboren;— 1919: der Politiker Friedrich Neumann in Travemünde gestorben (geboren 1860); — 1921: Friedensschluß zwischen Oesterreich und Amerika.
Daten für den 25. August.
1744: der Dichter Johann Gottfried von Herder in Mohrungen geboren (gestorben 1803); — 1822: der englische Astronom Friedrich Wilhelm Herschel in Slough gestorben (geboren 1738); — 1900: der Philosoph Friedrich Nietzsche in Weimar gestorben (geboren 1844); — 1924: das Ruhrgebiet geräumt- — 1925: der österreichische Feldmarschall Franz Conrad von Hötzendorf in Bad Mergentheim gestorben (geboren 1852);— 1928: der Vizeadmiral Alfred Meyer- Waldeck in Bad Kissingen gestorben (geboren 1864).
Vornotizen.
— Tageskalender fürSamstag: NSG. „Kraft durch Freude": 20 Uhr in der Volkshalle Bunter Abend mit Willy Reichert. — HI. und ID.: Sportfest des Bannes und Jungbannes 116 auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg, ab 15 Uhr Sonderveranstaltungen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Herr Senator".
— Tageskalender für Sonntag: HI. und JV. Sportfest des Bannes und Jungbannes 116, 20.30 Uhr großes Singen der HI. und des JV. auf dem Brandplatz, anschließend Schloßbe- leuchtung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Herr Senator".
Gießener Wochenmarktpreife.
* Gießen, 24. Aug. Arrf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis
1,55 Mark, Laydbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 12, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 25 bis 35, Tomaten 15 bis 22, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Kürbis 8, Kartoffeln 5 Pf., der Zentner 4 bis 4,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 20 bis 45 Pf., Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 45 bis 50, Brombeeren 45, Preiselbeeren 45, Birnen 15 bis 35, Zwetschen 15 bis 20, Mrabellen 30, Renekloden 25 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 85, Salat 5 bis 12, Salatgurken 5 bis 25, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, "Lauch 5, Rettich 5 bis 20, Suppengrünes 8 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 15 Pf.
* * D i e Denkmalspfleae in Oberhef- f e n. Das Kreisamt Gießen gibt bekannt, daß sich an der Bestellung des Privatoozenten Dr. Heinrich Richter an der Universität Gießen zum Denkmalspfleger für die B o d e n a l t e r t ü m e r in der Provinz Oberhessen nichts geändert habe.
Amtsgericht Gießen.
Der E. D. wurde durch Strafbefehl mit 35 Mark Geldstrafe belegt, da er in zu schneller Fahrt mit seinem Kraftwagen die Ludwigstraße hinauffuhr und an der Ecke Wilhelmstraße einen Zusammenstoß mit einem Motorradfahrer verursachte, so daß dieser Verletzungen davontrug. Auf den Einspruch des Angeklagten verblieb es bei der erkannten Strafe.
Der H. St. war wegen fahrlässiger falscher Anschuldigung angeklagt. Er schrieb einen Brief an hie Verwaltung der Universität, in dem er einem Buchbinder der Universitätsbibliothek den Vorwurf machte, Schwarzarbeit zu dulden. Außerdem habe er bei Aufgabe seines Geschäfts die an die Bibliothek gelieferten Maschinen weit über Preis verkauft. Das Urteil in dieser Sache ergeht am 30. August.
Große Neuerung für Theaterbesucher.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben:
Um allen Theaterbesuchern, denen ein Abonnement mit 32 Vorstellungen zu umfangreich ist, die sich aus beruflichen Gründen nicht auf einen bestimmten Tag festlegen können, oder die unter den zur Aufführung gelangenden Werken (Schauspiel, Oper und Operette) selbst wählen wollen, trotzdem die Möglichkeit eines verbilligten, ständigen Theaterbesuches zu bieten, führt das Stadttheater Gießen erstmalig für die kommende Spielzeit
das Wahlabonnement
ein. Das Wahlabonnement umfaßt 16 Vorstellungen bei einer Preisgestaltung und bei Zahlungsbedingungen, die es jedem ermöglichen, an den großen Ereignissen der kommenden Spielzeit teilzunehmen. Jeder Wahlabonnent erhält eine Karte mit je 4 Abschnitten für den I. Ring (Sperrsitz Reihe 1 bis 7, I. Rang Reihe 1 bis 2), II. Ring (Sperrsitz Reihe 8 bis 11, I. Rang Reihe 3 bis 6), III. Ring (Sperrsitz Reihe 12 bis 15) und IV. Ring (Sperrsitz Reihe 16 bis 18). Das Wahlabonnement ist gültig jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag. Wer das Theater besuchen will, geht also an einem beliebigen Tag an die Kasse, tauscht einen Abschnitt
seiner Karte gegen eine entsprechende Tageskarte ohne jegliche Aufzahlung ein; die Karte ist übertragbar, und es können zu jeder Vorstellung beliebig viel Abschnitte eingetauscht werden. Umtausch gegen eine höhere Platzkategorie ist gegen Auszahlung der Differenz jederzeit möglich.
Der Preis des Wahlabonnements liegt 20 v. H. unter dem durchschnittlichen Tagespreis. Die Karte gilt für die ganze Spielzeit und kann beliebig oft erneuert werden.
Meldungen werden ab Montag, 26. August, täglich entgegengenommen an der Theaterkasse während der Kassenstunden werktäglich von 10 bis 13 Uhr, oder bei unfern Werbern.
Da infolge der erfreulich großen Zahl von Neu- anmeldungen zum Dauerabonnement die Zahl der freien Plätze beschränkt ist, werden nur soviel Wahlabonnements ausgegeben, als gute Plätze wirklich zur Verfügung stehen. Wer daher die großen Borteile des Wahlabonnements benutzen, wer an der kommenden ereignisreichen Spielzeit regen Anteil nehmen und wer mit Freunden und Verwandten gemeinsam das Theater besuchen will, bestelle sofort sein
Dahlabonnement!
Umfassende berufserzieherische Maßnahmen der OAF.
Die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung der Deutschen Arbeitsfront, die auf Grund einer Anordnung des Führers vom 24. Oktober 1934 für die berufliche Ertüchtigung aller schaffenden deutschen Volksgenossen Sorge zu tragen hat, hielt eine vorbereitende Sitzung zur Durchführung ihres Winterarbeitsplanes ab.
Die Referenten der einzelnen Berufsgruppen waren vollzählich erschienen, um die Richtlinien für die Berufserziehungsarbeit, die von dem Kreisbe- rufswalter Pg. M e r t e s gegeben wurden, ent- aegenzunehmen. Im Gegensatz zur liberalistischen Auffassung ist berufliche Ertüchtigung zur höchsten Berufsleistung heute feine Privatsache mehr, sondern eine nationalsozialistische Forderung. Wenn die Presse die Berufsertüchtigung herausstellt, führende Männer der Bewegung sich für den Berufs- wettkampf einsetzen, so deshalb, weil Berufserziehung und Berufsertüchtigung eine Grundforderung an jeden einzelnen um der Existenz des Volkes und der Nation willen ist.
Dem Recht auf Arbeit entspricht die Pflicht zur Leistung.
Aus der Kraft der Weltanschauung erfährt auch die geringste und kleinste Arbeit ihren Wert und ihren Ausdruck. Wenn sich erst einmal die Liebe zur Arbeit bei dem Werktätigen entwickelt hat, dann muß aus dieser Liebe Qualität entspringen.
An allen Plätzen des Reiches und in allen Berufen, die in 16 Berufshauptgruppen eingeteilt sind, setzt die notwendige berufliche Schulung ein. Von berufserfahrenen Männern, die in der Spitze der Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung arbeiten, werden Richtlinien für die einzelnen Reichsberufshauptaruppen ausgearbeitet, die den Gauen und Kreisen für die parktische Berufserziehungsarbeit dienlich sind. Diese Richtlinien werden, entsprechend den verschiedenartigen Voraussetzungen, auf die einzelnen Gebiete jeweils zuge- schnitten und in die Praxis umgesetzt. Die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahmen wird durch die Gauberufsreferenten und den zuständigen Kreis- berufswalter überwacht. Während in verschiedenen Städten bereits Arbeitsschulen der DAF. entstanden sind, die über Werkstätten verfügen, welche Schulung und Umschulung der verschiedenen Berufsgruppen ermöglichen, wird die Arbeit in Gießen stark vorangetrieben.
Auch in Gießen bestehl bereits eine solche Arbeitsschule, die es sich zur Aufgabe macht, in Tageslehrgängen stellenlosen Arbeitskameraden
eine Ausbildung zu geben, die die Wiedereinsetzung dieser Arbeitskameraden in den Wirt- schaslsprozeß ermöglicht.
In Abendlehrgängen soll allen Arbeitskameraden die Möglichkeit der beruflichen Weiterbildung gegeben werden. Den Referenten der Abteilung, die sich aus Praktikern der einzelnen Berufsgruppen zusammenfetzen, konnten Vorschläge für die in Angriff zu nehmenden Maßnahmen bereits ausgehändigt werden. In den nächsten Tagen werden in Einzelbesprechungen mit den Referenten die für jede Berufsgruppe aufzustellenden Arbeitspläne besprochen, und es ist zu erwarten, daß die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung im Oktober dieses Jahres einen Plan der Öffentlichkeit unterbreiten wird, der allen strebsamen Volksgenossen aus allen Berufen die Möglichkeit gibt, durch Teilnahme an den Veranstaltungen sich umfassende Berufskenntnisse anzueignen.
Die DAF. gibt jedem die Möglichkeit, nicht zuletzt in seinem Interesse das nötige Rüstzeug zum Existenzkampf sich anzueignen.
Facharbeiter sind fast in allen Berufen gesucht, auch diesem Mangel wird durch umfassende Berufsausbildung gesteuert werden können. Der Reichsberufswettkampf gab ein gutes Bild über den Ausbildungsstand des Berufsnachwuchses. Auf den hierbei gewonnenen Erfahrungen läßt sich aufbauen. Selbstverständlich muß an jeden Interessierten die Forderung eines ungeheuren Fleißes gestellt werden.
Hunbfunfprogramm.
Sonntag, 25. August.
6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnasttk. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier, veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik, Frankfurt a. M. 9.45: „Künstler und Philosoph". Friedrich Nietzsche zum 35. Todestag. Von Dr. Karl Kraft. 10: Deutsche Morgenfeier der HI. 10.30: Chorgesang. 11.10: Bekenntnisse zur Zeit: Paul Aloerdes Der Dichter und die Jugend". 11.30: Deutsches Schatzkästlein. „In der Sommerlaube". Eine Funk- folge 12: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. „Kasperl verfolgt das Nachtgespenst". Ein Kasperlspiel. 14.45: Das Volk erzählt. Saarländisches und Pfälzisches. Gesprochen, gesungen und gespielt von Saarländern und Pfälzern. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugend- fünf. Die Hitlerjugend hat das Wort! 18.30: „Der Hamstereinkauf." Funkhumoreske. 19: Kammermusik.
19.30: Deutscher Sport. Ringsendung Hamburg- München—Leipzig—Stuttgart. 20: Rundfunksprecher- Wettbewerb. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnach- richten, Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Saar - Befremnas - Sportfest des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. Es spricht Reichssportführer von Tfchammer-Osten. 22.40: Sportspiegel des Sonntag. 23: Tanz in der Nacht. 24 bis 2: Nachtkonzert.
Montag, 26. August.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nach
richten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Mitten im Werttag. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Jugendfunk. 16: Nachmittagskonzert. 18: Ein Dichter seines Volkes. 18.15: Bücherfunk. 18.30: Weltpolitischer Monatsbericht. Von Prof. Dr. Karl Haushofer. 19: Unterhaltungskonzert. Marschmusik älterer und neuerer Zeit. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Saar und Pfalz. 21: Ballettmusiken. Konzert des Rundfunk-Orchesters. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.30: Musik zur guten Nacht. 24 bis 2: Nachtmusik.
Oberheffen.
Derkehrsnnfall bei Lollar.
8 Lollar, 23. August. Heute gegen 10.30 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Lollar—Sichertshausen in der Kurve bei Kirchberg, in der kürzlich erst ein Auto verunglückte, wieder ein Verkehrsunfall. Der 39 Jahre attb Konrad Schmidt aus Bistum (Holland) und feine auf dem Soziussitz mitfahrende Ehefrau kamen mit dem Motorrad ins Rutschen und stürzten. Oberwachtmeister Keil aus Fronhaufen, der zufällig die Unfallstelle passierte, sorgte schnell für die erste ärztliche Hilfe und rief das Sanitätsauto der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen herbei. Das verunglückte Ehepaar wurde nach Gießen in die Chirurgische Klinik überführt, wo der Mann mit einem Unterschenkelbruch und Kopfverletzungen darniederliegt, während die Ehefrau mit einigen Hautabschürfungen, Prellungen und einem Nervenschock noch glimpflich davon- gefommen ist. Das Ehepaar, beide Deutsche, hat seinen Wohnsitz in dem holländischen Orte und -befindet sich zur Zeit bei Verwandten im Kreise Marburg zu Besuch.
Landkreis Gießen.
# Lollar, 24. Aug. In völliger geistiger und körperlicher Frische feierte gestern Briefträger i. R. Ludwig Rohrbach feinen 75. Geburtstag.
wg. Großen-Buseck, 24.Aug. Dieser Tage hielt die hiesige Spar- und Darlehnskasse ihre 57. Generalversammlung bei Mitglied W. WagnerV. ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Pg. Drtm ein, eröffnete die Versammlung und gab nach einleitenden Worten dem Direktor Damm das Wort zum Geschäftsbericht des Vorstandes. Aus diesem Bericht ging hervor, daß die Kasse in dem Jahr 1934 einen sehr starken Aufschwung genommen hat. Anschließend sprach der Vorsitzende des Aufsichtsrats und erklärte, daß ein harmonisches Zusammenarbeiten von Vorstand und Aufsichtsrat — wie es jetzt hier der Fall ist — sich immer zum Wohle der Kasse und sämtlicher Kunden auswirke. In der Zeit vom 6. Juni bis 14. Juni 1935 habe die gesetzliche Revision durch zwei Reoisionsbeamte stattgesunden. Diese Revision sei zur vollsten Zufriedenheit ausgefallen. Die Kasse sei liquide und rentabel und die Verwaltung besitze das volle Der- trauen des ganzen Dorfes. Er forderte die Anwesenden auf, auch weiterhin treu zur Kasse zu stehen, da dadurch weitere Vorteile für die Anhänger der Kasse zu erreichen seien. Besonders empfahl er den neueingerichteten, wöchentlichen Kleinsparverkehr und betonte, daß sich gerade dieser größter Beliebtheit unter den Volksgenossen erfreue. Anschließend gab der Rechner Roll die Bilanz in ihren Einzelheiten bekannt. Der Jahresumsatz betrug für bas Berichtsjahr 5089 000" RM., und überstieg somit den Umsatz aus 1933 um rund eine Million RM. An Spareinlagen wurden 51 000 RM. in 1934 neu eingelegt. Dieselben haben sich trotz größerer Abhebungen für die Feldbereinigung, erhöht. Der gesamte Spareinlagebestand betrug 374 675 RM. Die ausgeliehenen Kredite 397 732 RM. Der Reingewinn betrug 4711,94 RM. An Mitgliedern traten acht neu bei und sechs schieden aus, so daß am Schluß des Jahres noch 246 Mitglieder verblieben. Die Kaste bearbeitet zur Zeit rund 500 Konto- Korrent- und rund 1100 Spareinlage-Konten. Die Schuldzinfen wurden wiederum um 0,5 v. H. gefehlt. Die Bilanz wurde einstimmig mit der vom Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Gewinnverteilung angenommen und genehmigt. Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Für das ausgeschiedene Aufsichtsratsmitglied Wilhelm Schmidt IX. wurde einstimmig Pg. Wilh. H e n ß V. gewählt. Pg. Ortwein schloß die Versammlung in her üblichen Weise. — In der Wirt- fchaft „Zur Germania" fand durch die Gaufilmstelle der NSDAP, die Vorführung des Filmes „I ch für dich und du für mich" statt, zu dem auch noch ein Beifilm aus Danzig gezeigt wurde. Die Darbietungen fanden starken Anklang. — Am heutigen Samstag feiert der Landwirt und Glaser- meister Heinrich B o n a r i u s , Bahnhofstraße, feinen 8 7. Geburtstag. Der hochbetagte Mann, der noch sehr rüstig ist, versieht noch bis auf den heutigen Tag sämtliche Haus- und Feldarbeiten.
h. Großen-Linden, 23. August. Im Laufe dieser Woche verstarben zwei unserer
ältesten Einwohner. Am Dienstag wurde die nahezu 82jährige Witwe Marie Velten, geb. Lang, Obergaffe 12, zu Grabe getragen, und heute der älteste männliche Mitbürger, der Landwirt Philipp Peppler, der im nächsten Monat sein 91. Lebensjahr vollendet hätte. Beide hatten sich bis in ihr hohes Alter eine verhältnismäßig gute Gesundheit bewahrt. Das älteste Glied unserer Gemeinde überhaupt ist die Landwirtswitwe Kath. Wagner, die im 92. Lebensjahre steht. Arn kommenden Somitag kann die Witwe Christine Pepp- ter, geb. Stamm, Bahnhofstraße 110, ihren 8 5. Geburtstay feiern. Auch sie erfreut sich noch geistiger und körperlicher Rüstigkeit.
<£ Göbelnrod, 24. Aug. Am heutigen Samstag feiert der Landwirt Johannes Römer III. in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Er schafft noch Tag für Tag in der Landwirtschaft und ist ein treuer Leser des Gießener Anzeigers. — Nachdem die Getreideernte trocken und gut eingebracht worden ist und zur Zeit die Dreschmaschine in unserem Orte weilt, hat man jetzt mit der Grummeternte begonnen, die aber in diesem Jahre infolge der langen Trockenheit schlecht ausfällt.
ch Lauter, 23. Aug. In der gestrigen G e» rneinderatssitzung wurde beschlossen: „Jedem, der mit Juden handelt ober sonstige Geschäfte macht, wirb bie Gerneinbeviehwaage gesperrt. Außerdem kann er sein Vieh nicht zum Faselvieh bringen. Jeber, ber mit Juben handelt, ist ein Volksoerräter. Die Namen dieser Volksverräter werden öffentlich angeprangert. Der Beschluß tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft."
Kreis Friedberg.
Friedberg, 23. Aug. (LPD.) Der Chauffeur Kautz aus Nieder-Florstadt wurde bei Arbeiten an einem Motor von einer Stichflamme getroffen, die feine Kleider in Brand setzte. Obwohl alles zu seiner Rettung geschah, ist K. nun im hiesigen Krankenhaus fein en schweren Verletzungen erlegen.
= Butzbach, 23. August. Gestern abend veranstaltete die hiesige Stadtschule einen gutbesuchten Elternabend in der Aula des neuen Schulhauses. Nach einem Eingangsmarsch der Hauskapelle betonte der Leiter der Schule, Rektor Bach, baß im Mittelpunkt ber Veranstaltung diesmal bas Schulkino stehe, bas eine dankenswerte Einrichtung des Reichserziehungsministers Ruß sei. Das Schulkino und damit ber Reichsschulfilm sei ein Anfchau- ungsmittel bester Art. Die vierteljährlichen Lernmittelbeiträge der Schulkinder von 20. Pf. feien bisher nur zur Herstellung von Apparaten und 9timen verwandt worben. Nun bekämen die Kinder die Filme unentgeltlich zu sehen. Anschließend zeigte der Bezirkssilmwart, Lehrer Schneider, einige Filme, u. a. „Beim Seiler", „Die Herstellung ber Emmenthaler Käse", „Seltene Schwimmvögel (Bläßhühner)". Die Vorführungen würben von ben Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen, die die Ueberzeugung gewonnen hatten, daß der Lernmittelbeitrag der Kinder zu einem wahrhaft nützlichen Zwecke angelegt worden seien. Rektor Bach bankte zum Schluß allen Mitwirkenden und beschloß in ber hergebrachten Weise den anregend verlaufenen Elternabenb.
Kreis Bübingen.
ch Nidba, 23. Aug. Die schon längst als notwendig erkannte Verbreiterung der Eisenbahnüberführung über die Salzhäuser Straße wird zur Zeit von einer hiesigen Baufirma ausgeführt. Der Sandsteinsockel, über den das Geleise Nidda—Friedberg führt, wird in erheblich verbreitetem Maße durch Eijenbeton von Grund auf ersetzt. Da der Wagenverkehr auf erwähnter Straße äußerst groß ist, daß Viadukt aber durch Baumaßnahmen nur zur Hälfte in Anspruch genommen werden kann, so wird der Straßenverkehr an dieser unübersichtlichen Kurve van feiten der Eisenbahn überwacht. Der Wachhabende stellte dort an einem der letzten Sonntage von 7 bis gegen 23 Uhr, also in etwa 16 Stunden, 543 Kraftwagen fest, das macht je Stunde rund 34 ober alle zwei Minuten etwa einen Wagen. Die zahlreich passierenden Motorradfahrer blieben unberücksichtigt. Vorstehende Zahlen beweisen die ungeheure Bedeutung des Kraftwagenverkehrs auf den Landstraßen.
Bezirkssparkasse Grünberg.
GeschästSbericht für 1934.
+ Grünberg, 23. Aug. Am 21. b. M. fanb im Sparkassengebäude bie biesjährige orbent- liche Mitgliederversammlung ber B e - zirkssparkasse Grünberg statt. Außer 32 Gemeinbevertretern waren erschienen: als Vertreter ber Aufsichtsbehörde, Ober - Regierungsrat Dr. S ch ö n h a l s (Gießen), ber Vorsitzende des Hessischen Sparkaffen- und Giroverbandes, Oberbürgermeister a. D. Rahn (Darmstadt), und von der Landeskommunalbank-Girozenttale für Hessen, Direktor Seip, sowie bie Mitglieber bes Verwal- tungsrats unb bes Vorstandes.
Der Vorsitzende des Derwaltungsrats, Lehrer Bocher (Grünberg), eröffnete die Versammlung und begrüßte bie Anwesenben. In einleitenden Worten wies der Vorsitzende darauf hin, daß es der Zweck ber Mitgliederversammlung sei, ben Gemeinbevertretern Einblick in bie Entwicklung unb ben Stand ber Kasse zu geben; für die Verwaltung unb ben Vorstand biete sie Gelegenheit, Rechenschaft abzulegen über ihr Wirken. Daß die Ver- jammlung in diesem Jahr später als sonst üblich stattfinde, sei auf eine Anordnung der Landesregierung zurückzuführen, nach welcher die Rech
nung unb ber Jahresabschluß erst burch bie Ver- banbsrevision geprüft und von ber ßanbesregierung genehmigt werben müsse, bevor eine Drucklegung unb Veröffentlichung erfolge. Es fei zu hoffen, daß für bie Folge diese Prüfung so rechtzeitig erfolgen könne, daß eine frühere Anberaumung der Mitgliederversammlung möglich sei.
Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten, welche nur zwei Punkte aufwies. Der
Geschäftsbericht für das 3ahr 1934
mit einem eingehenden Vorbericht lag in Druck vor und war ben Gemeinbevertretern bereits zugegangen. Er würbe in feinen wesentlichsten Punkten vom Vorsitzenden erläutert unb bietet ein
erfreuliches Bild überaus günstiger Entwicklung. Der Gesamtumsatz steigerte sich gegen bas Vorjahr um annähernb zwei Millionen Reichsmark, unb bie Bilanzsumme erhöhte sich um über 300 000 RM. Die Zahl ber neuen Spareinlagen hat sich um 178 Konten vermehrt. Der Zugang an Spareinlagen betrug nach Abzug ber geleisteten Rückzahlungen 148 074 RM.; ferner würben noch aus ber Aufwertungsabteilung übernommen 85 019 RM., so baß bie Spareinlagen am Jahresenbe einen
Rhein-Mainischeri
Eine
Mainifche Wirtfdiaft SS
Schaffens • Frankfurt a. M. Festhallengelände • vom 24. Aug. bis 8. Sept. 193 5


