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wesens zu geben. Den Schlußstein der medizinischen Sehenswürdigkeiten bot uns das A r m y Medi- cal Wi uf e um, das es in dieser Art bei uns nicht gibt, und das sehr viel Wertvolles enthält. So schien uns Washington der Höhepunkt dieser Reise, aber wir sollten uns auch in dieser Hinsicht in unseren Erwartungen getäuscht sehen.

Es herrschte nicht viel Freude, als wir wieder in die unsaubere, kalte, herzlos wirkende Steinwüste Neuyorks zurückkehrten. Die bemerkenswerten Besonderheiten hatten wir schon gesehen. Alles war Amerika müde geworden, trotz des Erstaunlichen und des Grandiosen, das wir erlebt hatten. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, daß eine Ein­ladung der deutschen Krankenschwe­stern in Neuyork zuerst wenig Gegenliebe fand. Aber irgend etwas führte uns doch dazu, diesen Tag zu opfern und mit deutschen Landsleuten einige Stunden zu verbringen. Keiner hat es be­reut. Der Abend bei den deutschen Schwestern war das schön st e und nachhaltig st e Erleb­nis, das wir in ganz Amerika hatten. In der 83. Straße befand sich mitten in diesem Steinhau­fen ein Haus, nicht anders wie die anderen. Aber gleich bei dem Eintritt begrüßte uns in herzlich­ster Weife eine deutsche Krankenschwester, während sonst nur ein livrierter, steifer Portier auch an den Prioathäuiern Wache hält. In diesem Haus wohn­ten etwa 30 Krankenschwestern unter der mütter­lichen Leitung der Oberin, Frau Auer, die ihrem schweren, aber so segensreichen Beruf der P r i - vat-Krankenpflege nachgehen.

Die Zeiten sind auch für die Krankenschwestern

in Amerika nicht leicht. Die Wirtschaftskrise hat ihnen geschadet, und unter der Boykottbewegung haben auch sie zu leiden gehabt. Aber die sachlichen Vorzüge der deutschen Krankenschwestern sind doch unersetzbar Mannigfache Schicksale haben sie nach Amerika verschlagen. Aus Nord und Süd, Ost und West, aus allen Gauen mit allen Untertönen der Sprache, die in der Fremde doppelt heimatlich wirken, sind sie hierhergekommen. Im ganzen Haus wehte eine andere Luft, als wir sie bisher verspürt hatten. Vielleicht wußten wir es alle noch nicht, als wir das Haus betraten, aber instinktiv fühlten wir es alle. Als dann die deutschen Lieder erklan­gen, wurden auch die amerikanischen Gäste warm. Den deutschen Krankenschwestern aber wurden die Augen feucht anläßlich der lebenden Grüße der Hei­mat. Jene träumte von Schwarzwald, diese vom Neckar, die andere von den Bergen. Kurz, das große Heimweh hatte sie alle ergriffen, die längst Amerika müde waren.

Nun war uns klar geworden, was in ^Amerika allen Deutschen fehlte und wofür dieses Leben der Jagd nach Geld und Gütern ihnen keinen Platz und keine Zeit gegeben hatte: die deutsche Innerlichkeit und Herzlichkeit, für die jedes Haus, jeder Raum, jedes Dorf in Deutschland einen Ausdruck gefunden hatte. So wurde der Abend bei den deutschen Krankenschwestern nicht nur der schönste, sondern auch der l e h r r e i ch st e und der wertvollste der deutschen ärztlichen Stu­dienreise nach Amerika. Wir hatten an diesem Abend ein Stück von Deutschland be­griffen, das wir von Geburt in uns tragen, ohne seines Wertes voll bewußt gewesen zu sein.

Die Katholikenverfolgungen in Irland.

Ein Protest des irischen Bischofs bei Baldwin.

London, 23. August (DNB.) Der Bischof von Down und Connor, Dr. Mageean, richtete an Ministerpräsident Baldwin ein in schärfster Form gehaltenes Schreiben, in dem die Regierung von Nord irl and für die blutigen Katholikenverfolgungen ver­antwortlich gemacht und eine peinlich genaue Untersuchung über die Natur und Ursachen der kürzlichen Ausschreitungen in Belfast gefordert wird.

Der Bischof beruft sich dabei auf ein Gesetz der Regierung von Irland aus dem Jahre 1920, das für alle Teile der Volksgemeinschaft religiöse Gleich­berechtigung vorsehe, und fährt dann fort, daß in sämtlichen sechs Grafschaften von Nordirland den Katholiken jede Spur von Recht und Freiheit verweigert werde. Die Regierung von Nordirland habe bei der Anwendung der Gesetze und bei der Aufrechterhaltung der öffent­lichen Ruhe und Ordnung völlig versagt.

Im weiteren Verlaufe des Briefes schildert der Bischef die Art, in der die Katholiken in Belfast vom Pöbel terrorisiert worden seien.

Unter den entfesselten Leidenschaften der Straße hätten die Katholiken, nur mit Uachtgewändern angetan, um ihr Leben fliehen müssen. Eine Mutter mit ihrem zwei Tage allen Kind aus

dem Arm sei auf die Straße geworfen worden (!), und selbst vor ehemaligen Kriegsteilnehmern habe man nicht halt gemacht. Sie seien gewalt­sam aus ihren Heimstätten vertrieben worden und ihre Möbel habe man verbrannt.

Alles das habe sich unter den Augen der bewaff­neten Streitkräfte Der britischen Krone zugetragen. Die noch unvollständige Liste der aus ihren Woh­nungen vertriebenen Familien gebe 1903 Männer, Frauen und Kinder an, und die Vertreibungen hätten auch dann noch angedauert, nachdem er, der Verfasser- bei dem Ministerpräsidenten Lörd Crai- g a v v n protestiert habe.

Die irischen Katholiken" so schreibt der Bischof zum Schlußhaben ein Recht, in ihrem Heimat­lande zu leben und dort ihr Brot zu verdienen. Dieses Recht ist herausgefordert worden. Die gegen­wärtige Lage ist unhaltbar. Eine Untersuchung vor einem unparteiischen Gerichtshof ist ein zwingendes Gebot der Stunde. Im Auftrage meiner Gemeinde bitte ich Sie, dies veranlassen zu wollen."

Wie verlautet, hat der Bischof von dem Büro des Ministerpräsidenten Baldwin eine kurze Empfangsbestätigung erhalten, in der darauf hin­gewiesen wird, daß Baldwin sich zur Zeit a u f Urlaub befinde.

Die verschütteten Arbeiter in Berlin noch immer nicht geborgen.

Oie Tunnelsohle noch nicht erreicht. - Ungeheure Schwierigkeiten erfordern neue Arbeitsmethoden.

Die Einsturzstelle in der Hermann-Göring-Straße mit dem von den Bergungsmannschaften gegrabenen Stollen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Fast 72 Stunden....

Berlin, 23. Aug. (DNB.) Fast 72 Stunden bangt man um die Opfer der Arbeit in der Her­mann-Göring-Straße. Schon ist schier Uebermensch- liches geleistet worden, aber immer noch ist es nicht gelungen, an die Verschütteten heranzukommen. Auch die Geretteten haben nicht die genaue Lage der Vermißten bezeichnen können. Sie haben wohl angegeben, daß sich, im Augenblick des Unglücks an dieser und jener Stelle Arbeiter befunden haben, aber es ist ja mit Sicher- Sicherheit anzunehmen, daß sich die Arbeiter beim Erkennen der drohenden Katastrophe noch zu retten versuchten und naturgemäß von ihrem Aufenthalts­ort nach beiden Seiten auseinanderstoben. Das Schwergewicht der Bergungsarbeit liegt immer noch auf der Seite nach der Hermann-Göring-Straße. Heute vormittag sind noch einmal die Preßluft- hämmer in Tätigkeit getreten, um einen weiteren Teil der Straßendecke wegzuräumen. Auf diese Weise kann man den steilen Abhang immer weiter abschrägen, die einzelnen Blattformen ver­breitern und damit vollkommene Sicherheit für die Arbeitenden schaffen. Die Tunnelsohle konnte noch immer nicht erreicht werden, da sich, wie an den anderen Stellen, auch hier ein Gewirr von Eisen- und Holzträgern den Arbeitern entgegenreckt. Schweißbrenner und elektrische Sägen müssen oft­mals eingesetzt werden, um Platz zu schaffen. Zim­merleute haben die Aufgabe, den 8 Meter breiten Schacht genügend zu sichern.

Llebermenfchliche Anstrengungen

An der Stätte des Einsturzunglücks gab am Freitagabend Generalleutnant D a l u e g e , der bekanntlich mit der Oberleitung auf der Unglücks- stelle beauftragt worden ist, einen Ueberblick über die seit Einrichtung der zentralen Führung der Ret-

tungs- bzw. Bergungsarbeiten durchgeführten und für die nächste Zeit geplanten Arbeiten.

Wer den Rettungsarbeiten vom ersten Tage an beigewohnt hat, wird zugeben müssen,, daß bisher nach menschlichen und technischen Kräften restlos alles getan worden ist, um einen Vorstoß zu den Verschütteten zu ermöglichen. Wenn diesen übermenschlichen Anstrengungen ein positiver Bergungserfolg noch nicht beschieden war, so liegt das allein an den ungeheuren Schwierigkeiten, die bei der Art des Ein­sturzes den Arbeiten im Wege stehen. Nachdem der Stollenbau der Bergleute insofern zu keinem posi­tiven Ergebnis geführt hat, als man zwar Hohl­räume entdeckt hat, an die Verschütteten aber nicht herangekommen ist, mußte man sich am Donners­tagnachmittag zur Anwendung grundle- gend neuer Methoden entschließen.

Am Freitag sind in der ersten Schicht 680, in der zweiten 743 und in der dritten 800 Mann eingesetzt worden. Schon diese Zahlen beweisen, daß auf dem verhältnismäßig beschränkten Raum die Ansetzung von Kräften in vollstem Umfange erfolgt ist. In jeder dieser Schichten waren vertreten die Wach­truppe Berlin, die Pioniere, die Feuerwehr, außer­dem mit wechselnder Stärke die Technische Nothilfe, die ihre Arbeit noch nach ihrer Berufsarbeit ver­richteten. Ferner sind für jede Schicht 400 Fach- und Spezialarbeiter der namhaftesten Berliner Bau- firmen herangezogen worden. Hinzu kommen wei­ter die Bergleute, die zur Zeit mit Sonderarbeiten betraut sind.

Unter diesen Umständen hat in der Nacht zum Samstag vor allem der Einbau des breiten Längs- stollens, von dem man sich sehr viel für die Ber­gung der Verschütteten verspricht, ansehnliche Fort­schritte gemacht, obwohl man nach der Tiefe zu immer wieder auf wirr durcheinanderliegende Trümmer stößt.

Getäuschte Hoffnung.

Bei den Bergungsarbeiten kam es in der zweiten Morgenstunde zu einer Unterbrechung. Gegen Vz2 Uhr erschien ein Arbeiter aufgeregt bei der Leitung der Rettungsarbeiten und behauptete, er habe an einer Stelle des Tunnels etwa fünf Meter vom Greifkran entfernt Klopfzeichen gehört. Sofort wurde der gesamte Schürfbetrieb eingestellt, um vollkommene Ruhe zu haben. In aller Eile trieb man an der bezeichneten Stelle einen Schacht in das Erdreich hinein, doch waren trotz angespann­tester Aufmerksamkeit irgendwelche Zeichen der Verschütteten nicht zu vernehmen. Nach mehreren Stunden gab man diese hoffnungslose Ar­beit auf, da erfahrungsgemäß Klopfzeichen in lockerem Sandboden einfach nicht wahrnehmbar sein können und zudem ein Vorwärtskommen an dieser Stelle unmöglich ist. Der Arbeiter, der diese Zeichen gehört haben wollte, dürfte in der Aufregung einer Sinnestäuschung zum Opfer gefallen fein.

Das Beileid des Auslandes.

Anläßlich des Brandes im Funkgelände und insbesondere der Einsturzkatastrophe in der Hermann-Göring-Straße in Berlin hat eine Anzahl fremder Missionschefs der Reichsregierung ihre Anteilnahme zum Ausdruck gebracht.

Die Aufräumungsarbeilen auf der Funkausstellung beendet.

Reichsminister Dr. Goebbels ordnete in der Brandnacht an, daß die Aufräumungsar- beiten auf der Funkausstellung mit allen Kräften beschleunigt werden sollten. Freitag früh konnte Reichsminister Dr. Goebbels mit­geteilt werden, daß die Aufräumungsarbeiten Don­nerstag, 22. August, 23 Uhr, beendet waren, und daß die Brandstelle, mit einem Bauzaun umgeben, als solche nicht mehr erkennbar ist. Es ist dem Zu­sammenwirken mit SA., SS., Arbeitsdienst, Reichs­wehr, Landespolizei und Politischen Leitern zu danken, daß die Arbeiten mit überraschender

Schnelligkeit durchgeführt werden konnten. Vek Reichsminister Dr. Goebbels fand eine Besprechung über die Wiederherstellung und die Neuanlage des Ausstellungsgeländes statt, wobei bereits bestimmte Pläne vorgelegt wurden.

Dieses Bild veranschaulicht deutlich die ungeheuren Schwierigkeiten, unter denen die Bergungsmann­schaften arbeiten müssen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Ein Jubiläum der Deutschen Lufthansa.

100 planmäßiqe Flüge mit 4 Millionen Luftpostbriefen im Transozeanverkehr.

Berlin, 24. August (DNB. Funkspruch). Die deutsche Handelsluftfahrt kann am 2 5. 21 u g u ft auf eine einzigartige Luftverkehrs­leistung zurückblicken. An diesem Tage wird der hundertste planmäßige Postflug auf der ersten regelmäßigen Transozean-Luft­verkehrs ftrecke, dem Luftpostdienst Deutsch­land Südamerika der Deutschen Lufthansa, beendet. Obwohl es uns in den anderthalb Jahren seit Eröffnung dieser schwierig­sten aller Luftverkehrsstrecken bereits zur Selbst­verständlichkeit geworden ist, daß allwöchentlich in Stuttgart und in Buenos-Aires die Flugzeuge her Deutschen Lufthansa und der eng mit ihr zusammen­arbeitenden Sydicato Condor Ltda. starten und planmäßig in dreieinhalb Tagen die rund 40 000 Kilometer lange Entfernung in ununterbrochenem Tag- und Nachtfluge überwinden, verdient diese Leistung besondere Beachtung.

Sie ist nicht nur ein Beweis für die sorgfältige Organisation des Dienstes, sondern auch ein sichtbares Zeichen für das können unseres Volkes und den Aufbauwillen des national-

fozialistifchen Deutschland. Vicht besser kann das große vertrauen, das sich der deutsche Trans­ozean-Luftpostverkehr durch feine Regelmäßig­keit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit in den eineinhalb Jahren seines Bestehens errungen hat, verdeutlicht werden, als durch die Beför­derungsleistung: 4 Millionen Luftpostbriefe flogen über den Ozean! Um diese Beförderungs­leistung zu ermöglichen, mußten die deutschen

Flugzeuge 1400 000 Kilometer zurücklegen.

Allein auf dem Transozean-Abschnitt zwischen Bathurst (Britisch-Gambien) und Natal an der Oft- lüfte Südamerikas wurden rund 320 000 Kilometer von den hier verwendeten Dornier-Wal-Flugbooten der Deutschen Lufthansa bewältigt. Berücksichtigt man jedoch, daß der Atlantik von der spanischen Küste, über die Kanarischen Inseln hinweg bis nach Bathurst in seiner Längsrichtung überflogen werden muß, da wir keinerlei koloniale Stützpunkte besitzen, so steigt die Zahl der über dem Ozean zurückgelegten Flugkilometer auf 710 000.

Inseln -es Deutschtums.

Von unserem R.W.-Äerichterstatter.

V.

Das Leben der Volksgenossen in Japan.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tokio, im August 1935.

Wo Deutsche auf der Erde wohnen, schließen sie sich zusammen. Die tägliche Arbeit in fremder Um­gebung und unter fremden Menchen vermag das Gefühl der Zusammengehörigkeit nicht zu unter­drücken. Ob Beamter im auswärtigen Dienst, ob Kaufmann, Lehrer, Ingenieur oder Arzt sie alle suchen Anschluß an die deutsche Gemeinde, die so zum Außenposten der Heimat wird.

In aanz Japan leben heute etwa tausend deutsche Volksgenossen, die sich fast gleich­mäßig auf Tokio, Yokohama, Kobe, Osaka und auf kleinere Plätze verteilen. Während früher der Zu­sammenschluß in ungebundener Form inDeutschen Vereinigungen" mit Klubgebäuden erfolgte, haben die nach der nationalen Erhebung überall entstan­denen Ortsgruppen der NSDAP, für einen festen landsmannschaftlichen Zusammenschluß gesorgt. Der Erfolg der Ortsgruppenführer und ihrer Mitarbeiter gerade auf diesem Gebiete kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, und es wäre der Mühe wert, einmal zusammenfassend über die nationalen Verdienste dieser Männer zu schreiben. Im weitesten Sinne des Wortes wurde hier Pio­nierarbeit geleistet, die sich Verbreitung und Ver­tiefung des nationalsozialistischen Gedankens zur Aufgabe gestellt hat.

In der Hauptsache seien hier die Ortsgruppen Tokio - Jokohama und Kobe - Osaka er­wähnt, deren entschlossene und aufrüttelnde Tätig­keit den Ortsgruppen in der Heimat in nichts nach- steht. Regelmäßig finden Ortsgruppenabende oder Schulungsvorträge statt, zu denen jeder aus dem Schatz seines Wissens oder seiner Erfahrungen bei­trägt. Wie zu Hause werden die Sammlungen für die Winterhilfe oder die Eintopffpenden streng durch- aeführt. Gesellige Veranstaltungen aller Art vertie­fen den Zusammenschluß. An den großen Feiertagen der Nation schart sich das Deutschtum um seinen Botschafter und um feine Ortsgruppenführer, jeder ein überzeugter, treuer Gefolgsmann feines Führers in der Heimat. Feiertage sind ferner die Emp­fangsabende der in -japanischen Häfen einlaufenden deutschen Dampfer. Unseren deutschen Seeleuten wird so Gelegenheit zur Erholung und Ausspan­nung vom schweren Schiffsdienst gegeben. Man er­zählt von Heimat und Ausland, tauscht Erfahrungen aus und gewinnt wieder einmal das beglückende Gefühl der Zusammengehörigkeit in der Heimat und in der Fremde. Früher hat der deutsche See­mann wähl auch die ganze Welt bereist, aber von Land und Leuten hat er nicht viel gesehen. Heute geht es, soweit Zeit und Dienst das erlauben, unter Führung der Ortsgruppen mit Wagen zu den schön­sten Plätzen Japans. Gemeinsame Essen, gute deutsche Kaffee- und Biertafel sorgen dafür, daß Herz und Magen des Seemanns für die Weiterreise

gestärkt werden. Und zum Abschied werden Adressen ausgetauscht, die noch lange die Verbindung mit den Deutschen in allen Teilen der Welt aufrechterhalten.

Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man die Heime der deutschen Vereinigungen im Ausland, die so­genannten Klubs, über ähnliche Einrichtungen anderer Nationen stellt. Nicht etwa, daß sie durch Großartigkeit prunken wollen, im Gegenteil, ge­rade durch ihre Schlichtheit in der Ein­richtung wirken sie auf den deutschen Menschen. Da gibt es reichhaltige Bibliotheken, mit Zeitungen und Zeitschriften wohlausgerüstete Lesezimmer, Billard, Kegelbahn, Speisezimmer, Garten und Sportge­legenheit. Jede Vereinigung schließt eine kleine Theatergruppe oder eine musikalische Gruppe in sich. DieDeutschen Abende" bieten infolgedessen alles nur mögliche an künstlerischen Darbietungen und leisten so Ersatz für vieles, auf das der Deutsche im Ausland verzichten muß. Auch deutsche Filme:Der Führer",Parteitag",Unsere Reichswehr" und andere wertvolle Darstellungen

Oer Erfinder des Fernsehens wurde zum Ehrendoktor ernannt.

In der großen Abendveranstaltung in der Funkaus­stellung am Kaiserdamm feierte der greife Erfinder des Fernsehens, Paul N i b k o w, seinen 75. Geburts­tag. Bei dieser Gelegenheit gab Professor Dr. M. Seddig bekannt, daß die Universität Frankfurt a. M. Paul Nibkow zum Ehrendoktor ernannt habe. Dieser Schnappschuß zeigt den Fernseherfinder Nibkow in aemütlicher Unterhaltung während des Abends. Links von ihm Präsident Dreßler-Andreß. (Scherl-Bilderdienst-M.)