im Wanderer
Die schwersten Gefahren bringen die sommerlichen
lebendigen überhaupt noch keine Kultur. Am stärksten empfindet diese Unzulänglichkeit der deutsche G e i st; denn er ist der lebendigste. Er fand seinen treffendsten symbolischen Ausdruck in Jünglings
ein tönend Wort, nirgends eine tonnende Schelle, er scheinen, da bleibt nur der nüchterne Zug der harten Stunden, und jede ist Anfang, jede' wird Demut und Dienst sein.
Ein besonderes Kapitel stellt die Frage „W a s- s e r und Obst" dar. Im allgemeinen gilt die Regel, man solle Wasser nicht auf Obst trinken. Auch hierbei kommt es in erster Linie auf die genossenen Mengen und auf die Art des Obstes an. Wer nach reichlichem Genuß von rohem Obst viel trinkt, setzt sich nicht nur der Gefahr des bakteriell verursachten Darmkatarrhes aus, sondern kann sich, wenn er besonderes Pech hat, auch einen regelrechten Darmoerschluß zuziehen. Das rohe Obst saugt begierig das hinterherkommende Wasser auf, es quillt zu unförmigen Massen und versperrt in ver- hängnisvoller Weise die Darmpassage. In solchen Fällen wird dem unvorsichtigen Patienten unter Umständen die Operation nicht erspart bleiben.
Eine ebenso wichtige Frage lautet: Wann, wie und was soll man in der Sommerhitze trinken? Die Wissenschaft gibt hierauf Antworten, die manchem noch unbekannt sein werden. Zunächst einmal hat man zwei Arten von Durst zu unterscheiden: die eine Art, d e r „r i ch t i g e" D u r st, beruht auf einer Austrocknung des ganzen Körpers. Sämtliche Zellen lechzen nach Wasser, das Blut beginnt sich einzudicken und automatisch krampft sich die Speiseröhre zusammen und meldet so den dringenden Ruf nach Wasser. Wenn man in solchen Fällen die Wasserleitung erst lange laufen läßt, um dann dis eiskalte Getränk hinunterzustürzen, so ist das grünte falsch. Das beste Mittel heißt hier: warmerTee! Denn die Körperzellen können nur Wasser gebrauchen, das 37 Grad warm ist, und wenn man kaltes Wasser trinkt, so dauert es lange, bis es im Magen- Darmkanal erwärmt wird. Erst dann kann es ins Blut fließen und dem durstigen Körpergewebe zugute kommen. Ganz anders ist es, wenn der Durst nicht auf einer Austrocknung und Wafferverarmung
dern ausreichenden Urlaub zum Besuch der Zeltlager der Hitler-Jugend bzw. des Bundes deutscher Mädel zu gewähren, hat einen überaus guten und vollauf befriedigenden Erfolg gehabt. Allein in unserem Gebiet haben seither Tausende die straffe, Körper und Geist stählende Lagergemeinschaft sowohl in den Lagern der Jungens, wie in denen der Mädels erlebt. Sie danken es ihren Eltern und Erziehern und besonders ihren Betriebsführern und Meistern.
Im kommenden Monat August sollen alle Jungen und Mädel, die noch keine Gelegenheit zum Besuche der Zeltlager hatten, erfaßt werden. Ich erwarte, daß die Betriebsführer des Wirtschaftsgebietes Hessen hierzu der Hitlerjugend und dem Bund deutscher Mädel auch weiterhin die erforderliche Unterstützung gewähren.
Es gibt wohl nur wenige Menschen, die nicht schon einmal die „Kehrseite" des Sommers am eigenen Leibe erfahren haben. Fast jeder hat es schon erlebt, daß er bei seinen schönsten Ferien- und Erholungsreisen von allerlei üblen Zwischenfällen, unangenehmen Magen- und Darmstörungen und sonstigen „Sommerkrankheiten" überrascht und gestört wurde. Diese typischen Krankheiten, die sich fast durchweg bei vernünftiger Lebens- und Ernährungsweise vermeiden ließen, gehören trotz aller Fortschritte der modernen Hygiene noch immer zu den häufigsten und gewöhnlichsten Ereignissen.
So ist es eine altbekannte Tatsache, daß zahlreiche Infektionskrankheiten im Sommer einen Gipfel an Häufigkeit erreichen. Die Ursache liegt zum Teil darin, daß sich die Krankheitskeime, die verschiedenen Bakterien, bei der hohen Temperatur außergewöhnlich wohl fühlen; sie wachsen und vermehren sich viel schneller und g e - d e i h e n besser als in den kühleren Jahreszeiten. Das wird leider von unzähligen Menschen täglich vergessen. Auch der „gewöhnliche" Darmkatarrh, besonders die sogenannten „plötzlichen Verdauungsstörungen", die ja oft keine ansteckenden, eigentlichen Infektionskrankheiten darstellen, beruhen auf einer derartigen Ueberproduktion und Ueberwucherung qon Gärungsbakterien im Darmkanal. Verdorbenes Bier, schlecht ausgebackenes Brot, unreifes Obst stellen die besten Nährböden für diese kleinen Lebewesen dar. Es beginnt eine überstürzte Zerstörung der Nahrungsstoffe, bei dieser schnellen bakteriellen Zersetzung bilden sich giftige Substanzen, die den Darm reizen und zum großen Teil für das nun entstehende, höchst unangenehme Krankheitsbild verantwortlich zu machen sind. Jeder kennt die Symptome dieses Leidens; es ist von heftigsten Leibfchmerzen, Uebel- keit und Erbrechen begleitet, geht mit qualvollen Blähungen und Poltern im Leibe einher. Oft kommt der Patient einige Tage lang überhaupt nicht zur Ruhe, fein erzürnter Darm empört sich immer wieder. Bei diesen „einfachen" Verdauungsstörungen und Katarrhen gelingt es ja meist schnell, den Schaden zu reparieren und vor allem die Darmbakterien zur Raison zu bringen. Der Patient muß sich in schweren Fällen allerdings oft einer kleinen Hungerkur unterziehen, Bettruhe und warme Umschläge um den schmerzenden Leib tun immer wohl. Dann wird er allmählich unter vorsichtiger Diät (Breikost) wieder ans normale Leben gewöhnt. Wie man sich am besten vor all diesen üblen Störungen schützt, braucht kaum gesagt zu werden. Jeder weiß, daß er sich vor zu viel rohem Obst, vor verdorbenem Bier, verdächtigem Fisch und Fleisch, aber auch vor nicht einwandfreien Eisläden zu hüten hat — er vergißt es bloß leider immer wieder im entscheidenden Momente.
mit Recht als „Prptreptik" bezeichnet, d. h. als Höherführung — setzen wir hinzu artgemäße Höherführung — des Menschentums, also des Volkstums.
Allein diese Welt konnte unmöglich von Dauer fein, weil sie sich Täuschungen über das Wirkliche hingab und darum schließlich mit Übersehenen Wirklichkeiten zusammenstieß. Die Ausrichtung der Daseinsbereiche auf den Menschen erfolgte noch naiv, ohne klares Bewußtsein von der Stellung des Menschen in der Welt. Sein Wohnsitz, die Erde, galt als Mittelpunkt des Weltalls; die Naturkräfte wuren wie menschliche Strebungen vorgestellt. Alles wurde naiv aus dem Gesichtswinkel des Menschen, genauer des Hellenen, angesehen. Die Grundanschauung war naiver Anthropomorphismus, ja eigentlich „naiver Hellenomorphismus"; denn auch der Fremdling wurde als „Barbar" gering geschätzt und unterschätzt.
6. Die Kultur der Neuzeit brachte, nach einer kurzen Blüteperiode des Menschlichen in der Renaissance eine zunehmende Abwendung von allem Menschlichen und damit vom Volkstum. Das entscheidende Grunderlebnis waren damals die großen Erfindungen und Entdeckungen. Erstmals tauchte der Gedanke eines ins Unendliche gehenden Fortschritts auf, weil eine Entdeckung die andere überflügelt, eine jede dem Menschen neue Kräfte verleiht und ein Ende hierbei nicht abzusehen ist. Das scharfsichtigste Auge — eine Stümperei gegenüber den vom Menschengeist erfundenen Instrumenten, dem Mikroskop, das die Kleinwelt, und dem Teleskop, das den Weltenraum erschließt! Den Menschen in einem Stadion, auf der Rennbahn, schnellfüßig machen? Pfuschwerk und überholter Gedanke! Wir haben jetzt das Fahrrad, das bezeichnenderweise in seinen Anfängen „Velozi- ved", also „Schnellfuß" hieß; wir haben vor allem die moderne Schnellzuglokomotive. Verbessern wir lieber diese Maschinen, statt des kläglichen, von der Natur geschaffenen Transportinftrümentes! lieber« Haupt: Weg von allem Menschlichen! Der Anthropomorphismus, diese Neigung, alles nach dem Bilde des Menschen zu denken, hatte, so hieß es, die Naturerkenntnis verbaut, und damit den
hat über sein eigenes Sterben ebenso nüchtern geschrieben wie über einen Vormarsch nach Sachsen, dennoch —
Um den Mund ein Zucken: dennoch sind diese Papiere vergilbt und ihre Tinte verbleicht; dennoch wirken heute Worte wie die Verse eines Mimen, der vor leerem Hause agiert; dennoch —
Der König blickt in die Kerze, still und hoch leuchtet sie vor dunklem Grunde, über dem Sarkophag der Toten eine heilige Flamme, Ja, sie sind zu Tausenden gefallen und geblieben, aber ihn selbst hatte das Schicksal aufgehoben und zurückgestellt von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr bis zu dieser Stunde in Trümmern. Das Schicksal verschmähte sein Opfer und sparte ihn auf — und zu welchem Ende.
Als er die Tür öffnet und auf die Straße tritt, erscheint ihm in der Nacht die Antwort. In den Reigen der kalten Sterne ragen die Mauerstümpfe der Häuser und die Sparren eines ausgebrannten Daches — und da wollen ihn die Berliner mit Glockenläuten und Galakutsche erwarten! Seine Lippen bewegen sich und bilden'"die Worte, mit denen der Bürgermeister anzufahren ist: „Sag Er seinen Leuten, daß der Krieg ein schweres und gefährliches Handwerk ist, aber es ist nicht das höchste. Sag Er, daß es mir königlicher und würdiger dünkt, dieses Dorf wieder aufzubauen, daß mir Feiern ohne Verdienst und Leistung höchst verhaßt seien, daß die Untertanen meinen Namen nicht unnütz im Maule führen sollen, und daß wir einmal auch vielleicht feiern wollen — später, wenn ich das Werk meines Friedens vollendet habe, zu dem ich Mich in dieser Stunde bereite —" dann hat seine Stimme wieder den schneidenden Klang der Fanfare, als er in die Nncht hinausruft, um den Aufbruch nach Berlin zu befehlen.
Gegen Morgen trifft er am Frankfurter Tor ein, öa find die Straßen verlassen, Schnee kommt, und m seinem Fall rattert die alte Kutsche nach dem Schloß, wo ihn die Diener empfangen und die Treppen hinaufleuchten. Da bleibt er einmal stehen J- erstarrten Finger gegen die Kerzen:
öie Warme.
Später streckt er sich im dunkeln Raum über sein Vett, der Kamin prasselt, und feine Röte bringt in Den beginnenden Schlaf: einmal noch glühen die Hauser von Hochkirch durch die blutende Nacht, daß er zornig emporfährt: was wollen diese Gespenster noch immer? 1
Sommerliche Krankheiten
Gesundheitsstörungen, die sich vermeiden lassen.
Von Or. H. karstens.
Erkrankung, die mit größter Sorgfalt und Ausdauer bekämpft — ober noch besser verhütet werben muß. Der sicherste Schutz ist selbstverstänb- lich öie natürliche Ernährung an der Mutterbrüst; wenn dies nicht möglich ist, sollte jede Mutter es sich zum Gesetz machen, die Milch nicht nur morgens kurz abzukochen und bann kalt zu stellen, fonbern jebe eizelne Mahlzeit — unmittelbar bevor sie bas Kind zu trinken bekommt — kurze Zeit (etwa drei Minuten) a u f k o ch e n zu lassen. Dann bleiben die. hitzeempfindlichen wertvollen Substanzen der Milch trotzdem zum größten Teil erhalten, und das Kind wird vor schweren Ernährungsstörungen und Infektionskrankheiten geschützt. Wenn sich aber die ersten Zeichen des sommerlichen Brechdurchfalls gezeigt haben, dann bars nicht erst mit ber Nahrung herumprobiert werben, dann heißt es, s o f o r t z u m Arzt! Durch vorsichtige Diät, anfängliche Nahrungspause, Tee, Reisschleim und später allmähliche Milchzufuhr wird man den oft schwer geschädigten Darmapparat und den gestörten zarten Organismus wieder in Ordnung bringen.
Sehnsucht.
11. Diese Kultur ist völkisch; denn in jedem lebendigen Organismus hängt der Teil vom Ganzen ab, und so auch das Individuum vom Volk. Nur eine Denkweise, die ganz am Unterlebendigen orientiert war, konnte dies vergessen. Dieses Unterlebendige — Maschinenwesen und Technik im weitesten Sinne — wird dabei nicht ausgeschaltet, wohl aber den Gesetzen des Lebendigen u n t e r st e l l t werden. Sv ist es auch in der Natur, die sich unorganischer Hilfsmittel, also einer Art von „Technik" bedient, aber diese stets mit ihren lebendigen Kräften beherrscht. Unsere jungen Flieger, in denen sich die alte Jkarussehnsucht Der Menschheit erfüllt, können uns für diese neue Stellung zur Technik ein Symbol sein.
12. Im Unterschied zur Neuzeit ist dasjenige, was heute aufgebaut wird, eine Kultur des Lebendigen. Vom Altertum unterscheidet es sich dadurch, daß wir nicht mehr naiv, sondern mit Hellem und klarem Bewußtsein vorgehen und so die Wirklichkeit streng realistisch ins Auge fassen. Die letzten Jahrhunderte sind an uns nicht spurlos vor- übergegangen. Das in voller Bewußtseinshelle entworfene Werk wird tiefer, gründlicher und vor allem b e ft ä n b i ge r fein; nicht mehr im selben Maße, wie bas naiv Entstandene, ber Gefahr ausgesetzt, an übersehenen Wirklichkeiten zu scheitern.
Oes Königs Heimkehr.
Von Gerhard Bohlmann
Der Siebenjährige Krieg war beendet, und die Truppen waren schon vor einigen Wochen in Ber- lin eingezogen, als sich auch der König zur Heimkehr entschloß. Er wollte unerkannt bleiben, darum einer dürftigen, schwarzgestrichenen Kutsche durch den kalten Winter; klar und hoch wurden die Tage, und überall glitzerte unter dem Schein einer harten Sonne ber bichte Schnee.
Die Vorhänge an ben Wagenfenstern waren herabgelassen, unb nichts war um ben König als Du bammernbe Dunkelheit bes Kutschraums,' bas Knarren ber Riemen unb bie Schläge ber Hufe auf knirfchenbem Schnee, bazu bas Schaukeln unb in den Gleisen ber zerfahrenen und ?ur$I°$ertcn Straßen: da kamen die sieben Jahre des Krieges noch einmal über ihn, aber erst jetzt wirkten ihre düsteren Geschehnisse mit einer so erdrückenden Wucht und von ihren Gesichten ging eine solche Lähmung aus, daß der Körper bes Fünfzigjährigen sich in einen bleiernen Schlaf flüchtete ber von brennenben Träumen burchsetzt würbe' Da waren es nicht die hohen Stunben bes Krieges Die ihn heimsuchen; es nahten bie Träume, bie mit einem todestraurigen Dunkel erfüllt waren, bas er« glühte bann unb entflammte sich, unb bie Häufer oon Hochkirch brannten unb erhellten bie blutenbe Nacht. Ober es schälten sich aus ber Finsternis sei- nes Schlafes graue Wolken über einer Ebene: sie bebeuteten Staub unb Pulverschwaben, barüber eine zerfetzte Fahne flatterte, bas Knarren ber Kutsch- riemen stieß bazwischen wie der zerrissene Schrei einer Trompete, und bas war wieder eine verlorene Schlacht unb sie hieß Kolin.
Der hagere Körper bes Königs, über bem ein verschabter Uniformmantel zu weit geworden war, suchte im Schlaf nach Halt im schwankenden Wagen, und da nun dem Gesicht das Licht der Augen fehlte unb ber erschreckenbe hellblaue Blick verschlossen blieb, erschienen bie Zeichen ber vergangenen 3af)re: hart war bas Kinn geworben unb spitz ber Rücken ber Nase, schmal unb scharf lagen die Lippen, Verachtung unb Bitterkeit hatten sich in bie welkende Haut gesetzt.
Der König erwachte, als an einem Nachmittag Der Leibjäger ben Wagenschlag öffnete unD einen Brief hineinreichte. Der König las, unb als er Dom Blatt aufsah, erschrak der Jäger vor ber blauen pärte ber Augen unb dem herben Hohn, der um den Mund ging.
Auf Fahri.
Schon lange sehnten wir Jungen uns danach, einmal eine schöne Radtour zu machen durch die schöne deutsche Heimat. Am Himmelfahrtstag wurde uns dieser Wunsch erfüllt. Die Führer hatten beschlossen, nach Münzenberg zu fahren. Schon am vorhergehenden Tage waren alle Jungen aufgeregt, sie packten die Tornister, brachten ihre Räder in Ordnung und bereiteten sich für diesen Taa vor. Am frühen Morgen waren alle Jungen versammelt, und nun wurde abgefahren, mit Sang und Klang zum Dorf hinaus. Das Wetter war sehr schön, und allen machte diese Fahrt große Freude.
Gegen Mittag wurde es warm, und alle Jungen fingen an zu schwitzen. Den Jungen dauerte es schon zu lange, doch endlich kamen wir nach Münzenberg. Wir Jungen besichtigten hier die Ruine und bestiegen bann ben Turm. Natürlich gab es auch Schwächlinge, bie ben Turm nicht bestiegen. Man konnte von bem Turm aus außerorbentlich weit sehen. Auf ber Ruine konnten wir nicht rasten unb fuhren beshalb weiter zum Kloster Arnsburg. Vor ber Abfahrt gingen alle Jungen an bas Denkmal des früheren Gauleiters Peter Gmeinder.
Auf der neu mit Kies hergeftellten Straße mußte mehrere Male geflickt werden. Einer der Jungen verstand das sehr gut, im Nu war der Schaden wieder geheilt und dann wurde weitergefahren. Erst nach einer Stunde kamen alle nach Kloster Arnsburg. Allmählich machte sich ein großer Hunger bei allen Jungen bemerkbar. Im nahen Walde wurde eine Kochstelle gebaut und vorschriftsmäßig abgekocht. Das einfache Essen schmeckte allen sehr gut. Nach dem Essen wurde einen Augenblick ausgeruht.
Nach langem Hin- und Herüberlegen, wo die Fahrt weiter hingehen sollte, kam einer auf ben Gebauten, einmal nach Grünberg zu fahren unb bas Lager bes Jungvolks aufzusuchen. Diesem Vorschlag stimmten alle zu, schnell würbe alles gepackt unb bie Weiterfahrt angetreten. Auch auf biefer Strecke mußten wir roieber mehrere Male flicken; boch kamen wir enblich nach Grünberg. Nach langem Suchen fanben wir bas Lager auf einer Wald- roiefe. Die schmucken Rundzelte gaben bem Lager einen schönen Anblick. Doch balb kam bie Nacht heran, unb bie Heimfahrt mußte angetreten werden.
Ernährungsstörungen aber bem Säugling mit bes Körpergewebes, fonbern auf einer Trocken- femem zarten, noch nicht widerstandsfähigen Or- heit in Mund u n d H a l s beruht. Hier braucht ganismus. Hier handelt es sich bei den Sommer- man nur Erfrischung und keine körperwarme Was- durchfallen nicht etwa um einen unangenehmen und serzufuhr. In diesen Fällen ist uns natürlich mit loggen Zwischenfall rote beim Erwachsenen, fon« einem „kühlen Trünke" viel besser gedient, als mit bem um eine sehr ernste und gefährli ch e einigen Tassen Tee.
„Das werde ich ihnen verderben!" rief er aus. Er hatte nach manchen stummen Tagen wieder ben schneibenden unb hinreißenden Ton ber Fanfare, als er befahl, bie Fahrt sogleich zu unterbrechen; denn in dem Schreiben wurde mitgeteilt, das Gerücht von seiner Ankunft habe sich in Berlin verbreitet, und gegen Abend würden ihn die Behörden am Frankfurter Tor erwarten, dort solle er in eine Galakutsche gesetzt und unter dem Geläut aller Glocken in langsamem Zuge festlich zum Schloß geleitet werden — das war's, was ihn aufbrachte.
Als er aus dem Wagen stieg; erglühten ringsum die verschneiten Felder unter ber sinkenden Sonne, unb bie Stämme eines nahen Kiefernwäldchens brannten rot auf; er befand sich in der Mark, we- nige Stunden von Berlin entfernt. Verheerend waren die Russen hier durchgezogen, und als ber König neben ber Kutsche ging, vornübergebeugt, unb die Hande auf dem Rücken verschränkend, tauchten vor ihm geschwärzte Trümmer auf, die Brandstätte eines Dorfes. Er blieb stehen, deutete grabaus unb sah nach dem Leibjäger hin. Blick Er dorthin, wollte er rufen, ift das zu Galakutsche und Fackelzug gemacht? — aber er nahm wortlos seinen gestreckten Arm zuruck unb nur um ben Munb bas Gefält wurde herber und tiefer, als schmecke er Bitteres.
Seer roar das Dorf. Um feine Mauerftümpfe ging ber Wmb, er pfiff an ben Fensterrahmen, fauste öunfel zwischen ben verübelen Wänben ber Stuben unb entbanb ben Geruch von kalter Asche. Noch immer atmete ber Krieg ihn an, ber König ging in einem eisigen Brobem von Branb. H M
Darüber fam bie Dämmerung, ber Schnee er« EÄ» geschwärzten Himmel stürzt
sich bie Nacht über bas verlassene Lanb. — Sie haben bem König eine Art Unterkunft eingerichtet m einem Hausflur flackert auf einer Tonne eine Äerje, bie Fenster würben mit Decken verhängt, unb Da sitzt er nun unb wartet, bis bie Berliner nach Hause gegangen sein werben. Aus einem alten Kof- fer hat er sich einige Papiere geholt und vor sich hingelegt. Da ist bas kleine Blatt, bas er am Vor- abenb ber Leuthener Schlacht schrieb: „Disposition was geschehen soll, wenn ich getötet werbe". Hier em zweites: „Drbre an meine Generals, wie sie sich m dem Fall zu verhalten haben, falls ich sollte tot« geschossen werden"; bas war im Lager von Küstrin bevor er gegen bie Russen aufbrach, und so geht es biese Blatter sind feine Verfügungen vor großen Entscheidungen, er f)at sie im Angesicht des Todes geschrieben.
Der König lieft hier und da und nickt: nirgends
Anzeigen von anno dazumal.
Es ist zuweilen vergnüglich, in alten Zeitungen zu blättern. Nicht nur ihres zeitgeschichtlichen Inhaltes wegen, sondern auch wegen des Inseratenteils. Die nachfolgenden Anzeigen, die von ber Schwierigkeit der beut« ften Sprache zeugen, fand ich in hannoverschen, westfälischen, märkischen unb thüringischen Zeitungen aus ber Zeit vor 50 Jahren.
Warnung bes Magistrats in Grüneberg: „Bei ber vorgenommenen Butterrevision würben wieberum brei Frauen erwischt, welche nicht bas richtige Gewicht hatten!" »
„Echte Rügenwalder Zervelatwurst, welche zu Spazierfahrten sich eignet, wirb hiermit empfohlen."
„Alle, welche noch Akten aus bem Nachlasse meines verstorbenen Mannes beanspruchen, werden aufgefordert, sich zu melden, widrigenfalls sie ein- gestampft werden. Frau Advokat Müller."
„Eine ältere, zuverlässige Person empfiehlt sich als Krankenpflegerin oder Wöchnerin."
Anzeige einer Heil- und Massageanstalt: „Ich bitte, mein Institut nicht mit ähnlichen Schwindelunternehmen zu vergleichen."
'„Ein Hausmetzger sucht noch einige Kunden zum Schlachten."
„Magen- und Lungenleidende werden sicher beseitigt. Dresdner Straße 82."
Amtsbericht über Typhuserkrankungen: „Die Quelle der Erkrankungen, eine Einzelperson, ist ermittelt und unschädlich gemacht."
Anzeige eines Gemeindevorstehers: „Es ist ein bunter Hund verlorengegangen, auf Befehl des Herrn Landrat, welcher eine schwarze Schnauze hat, wer ihn findet, soll ihn totschlagen."
Fortschritt. Schon darum verlangt der Fortschritt die Parole: „Los vom Menschentum!" Er verlangt sie auch deshalb, weil sich der „unendliche Fortschritt" nur auf unorganischem Wege, durch Maschinenwesen im weitesten Sinne, vollziehen kann, nicht durch lebendige Mittel.
7. Diese unorganische, lebensferne Denkweise wurde schließlich bis in den innersten Kern des menschlichen Daseins hineingettagen, in die W e r t e ro e 11. Das geschah im Kapitalismus und im Marxismus, ber ihm auf bem Fuße folgte. Ehemals galt etwa ber Wert bes heroischen, opferbereiten unb treuen Menschen bes Charaktervollen, Eblen unb Guten, Weisen ober Heiligen. Diese reiche und lebendige Wertmannigfaltigkeit wurde nun ersetzt und zerstört durch die tote Zahlenreihe von Verdienst- und Geldesziffern. Schon die Knder wurden wohl vor allem nach bem Platze beurteilt, ben sie in biefer Zahlenreihe voraussichtlich einst einnehmen würben, nicht aber banach, ob sie richtige unb echte Kinber waren.
8. Wo blieben in dieser unlebendigen, dieser unterlebendigen Kultur die seelisch tieferen Menschen, denen ihr instinktives Gefühl sagen mußte, daß dies nicht die ganze Welt sein kann? Da die unterlebendige Denkweise den gesamten Bereich der Wirklichkeit einnahm und für sich beanspruchte, blieb ihnen nichts anderes übrig, als bie Flucht in einen Bereich bes Ueberlebenbigen, rein Geistigen. Romantik, Neuhumanismus und besonders idealistische Philosophie waren solche wirklichkeitsferne Asyle. Die beiden ersten entrückten ben Oebilbeten in eine verklungene ferne Zeit, ber philosophische Jbealismns in eine ber Wirklichkeit überhaupt enthobene reine Jbeenwelt.
9. Die Kultur ber letzten brei Jahrhunberte war, in der Breite des Daseins, eine Kultur des Ueber- lebendigen; daneben stand, gleichsam als Ergänzung, bei einer kleinen Schicht von Gebildeten eine Kultur des Ueberlebenöigen, rein Geistigen. Der Bereich des Lebendigen fiel aus.
10. Der Begriff „Kultur" stammt von „Agri- cultura", d. h. aus dem bäuerlichen Lebenskreis der Feldbestellung. Kultur ist Aufzucht, Pflege, Höherführung eines Lebendigen. Darum ist eine Kultur des Unterlebenbigen ober lieber«
Die Straße bis zu unserem Dorfe war neu her- gestellt worden, und deshalb waren wir in einer halben Stunde wieder zu Haufe. Vor dem Rathause wurde weggetreten. Diese Fahrt hatte allen Jungen große Freude bereitet. In Zukunft werden noch mehrere Fahrten unternommen, damit die deutsche Jugend die engere Heimat kennenlernt.
H. Größer.
Zeltlager der HZ und des BOM.
3m August sollen die restlichen Jungens und Mädels erfaßt werden.
LPD. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen teilt mit:
Meine im Frühjahr dieses Jahres an die Betriebsführer des Wirtschaftsgebietes Hessen gerichtete Mahnung, den jugendlichen Gefolgschaftmitglie-
gestalten: in Siegfried, Parzifal, zwischen beiden Welten, in Horst Wessel. Er ist der Typus des ständigen Wachsens und Werdens, der bleibende Jünglingstypus, und darum d e r lebendigste. Das ist der Grund, weshalb die „beiden Altersklassen der Jugend", wie wir oben sagten, fest zusammenstehen müssen beim Aufbau der werdenden deutschen Kultur des Lebendigen, die auf der von unserem Führer gelegten Grundlage erwachsen wird, in Erfüllung einer alten deutschen
Bekanntmachung: „Sollten wegen der jetzigen Tollwut Besitzer von Hunden ohne Maulkorb angetroffen werden, so erhalten sie nicht bloß 20 Mark Geldstrafe, sondern sie werden mittels Gift ober Abbecker unschäblich gemacht."
„Mein Abkömmling, Holsteiner brauner Hengst, 21ber hinfor ho« 5 Fuß Zoll groß, steht zum Verkauf. Hofbesitzer E/
und es beainnt dar Ä " ergraut ber Morgen, „Ein gut empfohlener Gehilfe finbet bei 200 Taler Frieden — bn clcS lm * fofort ober früher eine angenehme Stellung
tfneoen — Da werden die Gesichte nicht mehr er- bei Apotheker B " foe.


