meinsamem Marsche, nicht etwa vom hohen Thronsessel oermeinlicher Weisheit herab, sonderen aus suchendem, strebendem, jungem Herzen.
5. Große Dinge muß man, um ihre Umrisse deutlich zu sehen, aus ganz weiter Vogelperspektive betrachten. Nur von solchem Standort aus wird das Wesen der Kulturen sichtbar und der Weg zur Kulturwende, den heute unser deutsches Leben einnimmt.
Die Kultur des Altertums, aus einer uns verwandten Art heraus geschaffen, steht unle- rem neudeutschen Wollen näher als die Ledens« formen der letzten drei Jahrhunderte. Alle Daseinsbereiche waren auf die Pflege, Erhöhung und artgemäße Ausprägung des Menschentums gerichtet, also auf das Volkstum und die Polis (den Stadtstaat). Die Kunst stellte, in Plastik und Dichtung, d"n leiblichen und seelischen Kanon des griechischen Menschen auf. Die griechische Philosophie hat man
Hr.UO Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 24.Zuli M5
Junge deutsche Nation.
Helfe oder Fahrt?
Die Iungmädelsachbearbeiterin in der Reichsjugendführung, Gauführerin Lydia Schürer-Stolle, beantwortet in diesem Aufsatz die Frage nach der Notwendigkeit der Fahrt des Jungmädels. Gerade zur Reisezeit verdient dieser Beitrag besonderes Interesse.
Alle zehn- bis vierzehnjährigen Mädel sind noch Kinder. Aber es ist etwas Besonderes um das Jungmädel, das im Sommer mit sauber aepacktem Rucksack, mit der Kluft unseres Bundes hinter seinem Wimpel auf Fahrt geht oder i n s Sommerlager abrückt. Es ist etwas Besonderes um die Jungmädel, die sich von den Eltern die Erlaubnis erbettelten, mit den übrigen auf Fahrt zu gehen, um dasselbe Leben führen zu können, wie alle übrigen, statt mit ins Seebad oder in die Berge zu reisen. Es kommt diesen Mädeln nicht darauf an, ob sie mehr Vergnügung und Bequemlichkeiten haben, sondern es geht ihnen darum, daß sie das Fahrtenleben in seiner einfachsten und kameradschaftlich st enForm in der eigenen Jungmädelschaft erleben tonnen. Es ist dabei für sie nicht ausschlaggebend, ob die Fahrt durch die Streusandbüchse der Mark Brandenburg oder durch die Ilandschaftlich schönste Gegend Süddeutschlands geht; lausschlaggebend ist für sie vielmehr der G e i st, der über der Fahrt und über dem einzelnen steht. Es äst der Kameradschaftsgeist dieser Mädel, der sie nicht eher ruhen läßt, als bis nicht auch das letzte 'Mädel der Jungmädelschaft mit auf Fahrt kann, idenn keine darf um des fehlenden Geldes willen mus dem Erlebnis ausgeschlossen sein.
Ein rechtes Jungmädel kann nicht mit ganzer -Freudigkeit seine Ferien zwischen Strandkörben, Hotels und Pensionen, beim Kurkonzert auf den -Promenaden oder in einer vielbesuchten Sommerffrische verleben, wenn es an die Kameradinnen idenkt, die ein Fahrtenleben der Einfachheit und der »Gemeinsamkeit führen. Ein rechtes Jungmädel kann micht die Vergnügungen und Freuden einer solchen Sommerreise genießen, wenn es weiß, daß es einige fin der Jungmädelschaft gibt, die niemals heraus- Vamen aus der Stadt, die nur das Stück Himmel Rennen, das sie über dem Hof ihres grauen Häuser- gblockes sehen, und die so die Schönheit ihres Landes nur ahnen können.
Dieser Geist der Kameradschaft, der nicht eher ruht, als bis auch die letzte erfaßt wird vom gleichen llErleben, und dieser Geist des Einsatzes und der Zucht, der sich in der Anspruchslosigkeit und Straffheit unseres Fahrtenlebens zeigt, ist es, der unsere Jungmädel vom Bloß-Kind-Sein" trennt, und der sie als jüngste Mädelschaft hineinstellt in ein Aufgabengebiet, an dem sich die einzelne charakterlich entscheiden muß
Die Mütter unserer Junqmädel, die das Leben einer solchen Jungmädelschaft wirklich kennen, wissen, daß Fahrt unb Lager die st ä r k st e Ausdrucksform unseres Jungmädel- I ebene ist, weil der Kameradschaftsgeist und der Fingliederugswille der einzelnen sich hier besonders beweisen muß; sie wissen, daß die -Bindung des Jungmädels an Familie und Elternhaus keineswegs Barunter leidet, wenn es mit den übrigen auf Fahrt geht, statt die Sommerreise der Eltern mitzumachen. So ziehen unsere Junqmädelschaften als festgefügte Kameradschaft alljährlich unter der Verantwortung hrer Führerin auf Fahrt, um das Land aus eigenem Erleben heraus als ihre Heimat zu spüren
Es ist etwas Eigenes um diese Junamädel. die auf Fahrt gehen, um schon früh ihren Blick zu weiten ■:ür die Schönheiten ihrer Heimat und darüber hinaus für die volitische Lage ihres Landes Sie wollen das Wesen unseres Volkes versehen lernen, so wie es sich in Sitten und Liedern, in der Lebensweise unserer Bauern und Fischer, unserer Arbeiter und Werktätigen zeigt.
So werden durch das Erleben des deutschen Lan- »es aus der straffen Zucht der Jungmädelschaft her- iU5 und durch das Erfassen unserer politischen Lage and damit der deutschen Grenzlandnot bereits die ningsten Jungmädel in die Wirklichkeit u n - eres Volkes gestellt, und die Fahrt erzieht ■ ne neben allem Frohsinn zu Mädeln, die an ihrem
Teil im Dienst stehen für ihr Volk
l.Preie
für Grieb mit Pflaumen
Die Wiese wimmelte von lustigen Jungmädeln Wimpeln flattern überall, und an einigen Stellen aben sich die Jungmädel besonders dicht geschart. Was mag dort bloß los sein? — Mitten in der Menge steht ein großer Fahrtenpott, und längs herum liegen Päckchen und Säckchen. Heute \"t das große W e 11 k 0 ch e*n der fünf Jung- nädelschaften.
Vorläufig sind noch alle bei der Beratung und Lemterverteilung. Gleich darauf laufen Trüppchen in den Wald, um nach einiger Zeit ganze Zeltbahn- hbungen voll Reisig anzuschleppen. Kochlöcher wer- iien gebaut und Wasser wird herbeigeholt. Bei der Äungmädelschaft 1 steigt schon blauer Rauch in die h)öhe. Haben die sich sogar einen Kohlenanzünder riitgedracht?
Unten, wo die Jungmädelschaft 2 ihren Platz hat, ~t irgend etwas los Klage- und Zornrufe werden hüt, und ein Jungmädel saust in voller Fahrt zu Ma, der Gruppenführerin. Schnell spricht es sich herum: Der K 0 chp 0 tt i st umgekippt! Gerda wollte es besonders gut machen und das Wasser 110m Steg aus holen. Aber sie bekam den schweren mit Wasser gefüllten Pott nicht mehr in die Höhe.
Leises Jammern aus der entgegengesetzten Richtung: Das kostbare, mit soviel Mühe mitgebrachte Ci für den Grieß ist in' Ernis Schuh geklatscht! Eifrige Debatte: Kann man es noch retten? — Wie sie es gemacht haben, erfährt niemand, darüber bewahrt die gesamte Jungmädelschaft eisiges Schweifen. Der Grieß hat nachher ausgezeichnet geschmeckt, Md man hat nichts gemerkt ...
Allmählich beginnt es überall nach Mittagessen duften. Geschnuper: Was mögen wohl die an- Isrn kochen? Bei Gretes Feuerstelle riecht es sogar nach Gebratenem. Jungmädelschaft 3 ist ganz bekümmert. Mit so feinen Gerichten kann man sich na- törlich nicht messen, wenn im eigenen Topf nur tnfacher Grießbrei ist. Die Mädel sind von ihrer Niederlage fest überzeugt. Ein einziger Hoffnungsschimmer blinkt noch Es geht nicht nur nach der
Qualität, sondern auch nach der aufgewendeten Zeit; und sie sind gleich fertig. Aber schon meldet Jungmädelschaft 1 bei Ulla, daß das Essen fertig fei. Da kommt auch Inge angerannt. „Los, Fips, melde du auch, der Grieß ist ja schon gar!"
In der Mitte der Wiese tagt das Preisgericht. Ulla und Hanna als Ehrengäste und Schiedsrichter gehen feierlich von Pott zu Pott und bekommen von der betreffenden Jungmädelführerin immer einen Klex oder kleinen Happen aufgetan. Da sieht man auch endlich, was alles eigentlich gekocht wurde. „Himmel und Erde", mit Zimt und Zucker — fabelhaft! Inge hat Frühlingssuppe mit richtigen grünen Kräutern von der Wiese. Jungmädelschaft 4 behauptet, ihre Erzeugnisse seien Ringelpietze, hat man so etwas schon gehört? Und die Jungmädelschaft 2 mit dem versenkten Kochpott? Sie haben ihre Ehre als Köche gerettet und in einer Schale Rohkost fabriziert, die mindestens sehr schön aussieht, und mit Nüssen und Aepfeln verziert ist
Ulla verkündet den Richterspruch. Alles sei sehr schön geraten, meint sie. Aber den Preis hätte ... Jungmädelschaft 3 gewonnen. Freudengeschrei auf der einen Seite — Staunen auf der anderen. Ja, denn Fips hätte ein richtiges Fahrten- e’ffen gekocht: Grieß mit Pflaumen. Sie wären schnell fertig geworden und hätten gut gekocht. Ach, und nun kommt es heraus: Bei den einen ist der Brei versalzen, bei den anderen die Rohkost zu süß. Die Frühlingssuppe bekam den zweiten Preis, sie sei fabelhaft, aber ihre Herstellung hätte zu lange gedauert. Und die Ringelpietze? Die sind zwar auch sehr schön geworden, aber davon würden die Mädel bestimmt nicht satt, und darum sei es kein Fahrtenessen. Als die Sieger ihren Preis bekommen haben — einen Handball für den Grieß und einen Schlagball für die Frühlingssuppe — er» schallt für alle der Ruf: „Guten Hunger!!" und jede Jungmädelschaft ißt nun zufrieden ihren eigenen Pott leer. Kat.
Mgvolk-Zungen aus allen Simmelsrichlungen.
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Eine hübsche Gruppe auslandsdeutscher Jungvolk-Jungen, die an dem Weltjugendlager in Kuhl- mühle bei Strelitz teilnehmen. Der erste (von links) ist aus Rom, der zweite aus Asuncion (Paraguay), der folgende aus der Türkei, der nächste aus Bellavista (Paraguay) und der letzte Junge aus Schanghai in China. (Weltbild-M.)
Von Vrasinen aus dem Weg zum Deuischlandlager
Wir fahren nordwärts, wir fahren nach Deutschland! Leise wiegend zieht das Schiff seinen Weg dahin, Wasser spritzt am Bug auf, Möwen flattern hinterher, und wieder glänzt das große Staunen aus den Augen unserer Jungens. Noch fehlt ihnen etwas die Sicherheit der Bewegung an Bord. Sie wissen noch nicht recht, wo sie hingehören.
Bei Tisch spritzten einige plötzlich wie von der Tarantel gestochen hoch. Wir wissen, was sie treibt und schauen ihnen mitleidig nach Aber das geht vorüber, wenn die neuen Kameraden in Rio dazu kommen werden, sind wir gewiß schon weitgehend seefest
Am zweiten Tage schon rollt em fester Dienstplan: Wecken 7 Uhr, raus aus der Falle, rin in die Turnsachen, Morgengymnastik mit Rundlauf um die Deckaufbauten usw.. Waschen, Anziehen. 8 Uhr klingelts zum Kaffeetrinken. Allmählich hat sich ein steifer Appetit entwickelt, schon weil alles so lecker und frisch auf den Tisch kommt. Nach dem Essen ist Bordbetrieb, man macht sich etwas mit dem Schiff vertraut, 11 Uhr ertönt das Kommando: Angetreten! Marfchübungen!
Es gilt, Musik in die Bande zu bringen, denn wir wollen als disziplinierte Gemeinschaft nach drüben kommen und zeigen, das uns Mumm in den Knocken steckt, trotz aller klimatischen „Einflüsse" Es entwickelt sich ein Leben wie auf einem kleinen Kreuzer Kommandos tönen, Marsch- schritt klingt über Deck, bald nimmt alles festere Formen an, und ein Sekretär der Berliner Gesandtschaft Uruguays ist hell begeistert, grüßt uns mit dem deutschen Gruß und meint, diese Jugend sei „fulminant". Die Passagiere, denen der Trupp Jungens in Montevideo erst etwas Schrecken einjagte, beginnen langsam Interesse zu zeigen und freuen sich üby den munteren Betrieb.
Nach dem Mittagessen ist Bvrdruhe, dann liegen alle auf den Ladeluken und pennen oder schreiben Tagebuch oder unterhalten sich mit Leuten von der Mannschaft, zu denen sie rasch ein gutes Verhältnis gesunden haben. Oft steht d e r Kapitän bei uns. Er ist das Vorbild eines Kapitäns für solch ein Jungenschiff. Unermüdlich sinnt und grübelt er, wie er für uns sorgen kann, und Stewards, Matrosen, Maschinisten, Ingenieure, Offiziere wetteifern darin, seine Anregungen und Befehle durchzuführen.
Heute hat der 1. Offizier an Achterdeck eine Brause anbringen lassen, damit sich die Jungen im Freien baden können. Für den Fahrtleiter wurde ein Büroraum eingerichtet, kurz wir fühlen uns behütet und betreut und werden nur schwer von diesem liebgewordenen Schiff und seiner Mannschaft scheiden können, das fühlen wir jetzt schon. Um 16 Uhr gibts Nachmittagskaffee, um 17 Uhr tritt olles auf der vorderen Ladeluke zum Singen an. Unsere Kapelle spielt neue Lieder vor, alte Weisen klingen dazwischen, das Publikum und die freie Mannschaft lauschen den Liedern. Besonderen Anklang finden auch hier wieder unsere brasilianisch en Volkslieder. Glutrot sinkt im Westen die Sonne und vergoldet mit ihren Strahlen die weißen Wolkenkämme. Schon steigen über den Sonnenball hinweg die Abendwolken hoch. Wunderbar solche Abendstunde auf dem weiten Meer. Manchmal summen auch die Seeleute unsere Lieder mit.
Wasser spritzt am Bug auf. Meile auf Meile. Wir fahren nach Deutschland ...
Als unsere Meldeliste schon geschlossen war, wurde plötzlich noch ein Mann nachgemeldet, aber noch ehe wir ihm absagen konnten, war er bereits mit Sack und Pack da. Im Zwilberuf ist er Schneider. Oben in der Kolonie verkaufte er seine Nähmaschine, um überhaupt nach Porto Alegre kommen zu können. Nun sollte er womöglich wieder nach Hause. Das ging doch wohl nicht. Also Telegramm nach Sao Paulo. Antwort: Unmöglich. Verdammt — was machen? Schließlich wurde er auf gut Glück mitgenommen, und siehe da, er ist noch an Bord und es geht. Und was das Wertvolle ist: er ist ein fabelhafter Geiger und hält unsere Musikanten gut in Schwung. Außerdem zeichnet er verantwortlich für alles, was mit Schneiderei zu- sammenhängt und hat uns zusammen mit der Kompaniemutter und mit einem noch zur Meute gehörigen Schneider-lehrling für Rio und die anderen Häfen eine große Flagge genäht, die der freundliche Kapitän in den Häfen aufziehen läßt und die besonders in Rio großes Aufsehen erregt hat
Ueberhaupt war in Rio großer Betrieb: noch 72 Jungen kamen an Bord; Besucher, Eltern und Geschwister waren dabei, neue Passagiere kamen, kurz es war ein Durcheinander, daß es einem Angst werden konnte. Durch schärfste Kontrolle wurde Sorge getragen, daß keiner verschütt gehen konnte. Dann ging’s an Land.
Um 15 Uhr sammelte sich alles wieder auf dem Schiff. Der deutsche Gesandte, Herr Minister von Schmidt-Elskop p, hatte Kaffee und Kuchen gestiftet und war zum Abschied erschienen. Unter vielen Tränen und Liedern fuhr das Schiff um 19 Uhr und ließ die lichtübersäte Stadt hinter sich. Erst jetzt konnte man überblicken, wie voll das Schiff nun geworden war
Ein ganz besonderes Ereignis muß ich noch am Schluß dieses Berichtes erwähnen: Wir wußten, daß der „Graf Zeppelin" etwa unsere Route kreuzen müßte. Der Kapitän ließ deshalb telegraphisch um Ansteuerung bitten. Bald hatten wir ein Telegramm vom Zepp: Werden Sie wahrscheinlich ansteuern. Was das ausmacht, wenn 100 deutsche Jungens an Bord sind! Nun begann die große Spannung: Kommt er oder kommt er nicht? Zum Nachmittag wurde Uniform befohlen Erst hieß es: wenn er kommt, dann er uns gegen 16 Uhr überholen; dann wurde 18 Uhr daraus. Unsere Gesichter wurden schon länger. Da kam auf einmal ein Telegramm: Steuern Sie an. Nach den letzten Posittons- melbungen waren wir gar nicht mehr so weit von einander entfernt. Inzwischen war es dunkel geworden. Der Kapitän ließ ba£ Vorschiff mit Scheinwerfern beleuchten, wir stellten uns in brei Glie- bern auf; hell leuchteten unsere weißen Tropenhelme in bie Nacht hinaus. Unsere große Fahne würbe von vier Mann waagrecht gehalten. Da melbete bie Wache auch schon das Luftschiff — balb sahen wir am Horizont einen Lichtpunkt, der rasch näher kam, unser Schiff brannte Leuchtfeuer ab, bie Dampfpfeife tutete — ba war er schon heran. Unsere Arme flogen zum beutschen Gruß empor, brau» senb bröhnte er über uns hinweg. Als ganz beson- bere Ehrung machte er einen Bogen unb überflog uns nochmals. Laut klang aus 100 Kehlen bas Deutschlanblieb.
Pioniere einer Kuliurwende.
Worte an Oie Hitlerjugend
Von Professor Erich Laensch, Marburg.
Liebe Kameraden! So rede ich euch an, weil aUe, die jung sind, — ob den Jahren nach oder nur im Herzen —, zusammengehören und heute fest zusammenstehen müssen. Das gewaltige Werk dieser Tage fordert die jungen Menschen von beiderlei Art zum Einsatz auf, und zwar in enger Verbundenheit. Nur wen diese „beiden Altersklassen der Jugend" wie Pech und Schwefel auf Gedeih und Verderb zusammenhalten, kann bas Werk gelingen
1. Der Kampf um die Macht ist beerbet. Aber nun beginnen bie geistigen Kämpfe. Unser Führer hat immer mieber erklärt, baß bie ganze Tragweite besten, was heute bei uns geschieht, erst nach langen Zeiträumen erkennbar sein wirb. In ber Tat, wir jetzt lebenben Deutschen haben die Sendung, Pioniere einer Kulturwende zu fein. Natürlich wollen wir mit heißer Liebe Deutschland, und nichts als Deutschland. Aber um bas beutsche Schicksal zu meistern, müssen wir Die Wege, bie bas Leben in ben letzten Jahrhunberten gegangen ist, vielfach verlassen unb aus ben Kräften unseres Blutes heraus, wie bie alten Wikinger, einen Vorstoß unternehmen zu ganz neuen Ufern. Es wirb sich zeigen, daß wir damit eine Kulturwende einleiten. Wir richten gleichsam am Gestade des Lebens einen Leuch11urm auf; natürlich zur Rettung unserer eigenen Schiffbrüchigen. Aber er wird auch noch vielen anderen, bie mit ben Wogen ringen, zur Orientierung bienen; ganz von selbst, ohne baß wir unsererseits etwas bazu tun. Darüber mochte ich euch heute einige Worte sagen.
2. Und dann vor allem über bie Notwenbigkeit des Zusamm en stehens bei diesem großen Werk. Das ©schick, eine Sendung zu besitzen, ist immer mit Leid verknüpft. Das wird den tapferen unb Helbischen Menschen nicht entmutigen, fonbern in ihm nur bie Kräfte straffen, bie bas Leid besiegen. Schon biefe Schwere unserer Sendung erfordert den unlöslichen Zusammenhalt aller Mitstreiter. So war es immer, wenn eine menschliche Gemeinschaft eine Sendung hatte. Aber über dieses Zusammenstehen hinaus macht unsere deutsche Aufgabe noch etwas Besonderes und Einmaliges erforderlich: einen vordersten Sturmtrupp eine schwarze Schar gleichsam Verschworener; und dieser vorderste Sturmtrupp muß aus denjenigen bestehen, bie ich eben bie „beiben Altersklassen ber Jugend" nannte, aus den den Jahren nach und den im Herzen jungen Menschen. Das ist das andere, was ich euch in diesen Zeilen nahebringen mochte.
3. Welches sind nun bie neuen Ufer, denen wir, gleichsam als Wikinger des 20. Jahrhunderts, heute zustreben? Mit einem Worte gesagt: Wir wollen eine Kultur des Lebendigen erbauen. Wir wollen alle ©biete des Daseins auf die Lebensgesetze des Menschentums gründen; und natürlich unseres deutschen Menschentums, da wir eben Deutsche sind, und da Menschentum nie als ein allgemeines und abstraktes, sondern immer nur als ein besonderes existiert. Die für alles andere grundlegende Tat des Führers hat den Staat, der zu einem toten Paragraphensystem erstarrt war wieder auf seine lebend ig en Wurzeln zurückgeführt, auf das Volkstum. Alle anderen Dafeinsbereiche werden nachfolgen und in der kommenden neudeutschen Kultur des Lebendigen zum Leben erweckt werden.
4. Der Aufbau einer Kultur des Lebendigen aber verlangt als vordersten Sturmtrupp die Menschen von größter Lebendigkeit. Das find natürlich die „beiden Altersklassen der Jugend". Die „ältere" Jugend wird mehr gebraucht zum „Rate n". die jüngere mehr zu „Täte n". Beides aber muß in untrennbarer Perbindung geschehen; das Raten insbesondere wie am Feuer, auf Fahrt oder nach ge»
Jungvolk auf Briefmarken.
Die Reichspost gibt zum Welttreffen ber HI. im Deutschlanblager Kuhlmühle bei Wittstock zwei Postwertzeichen zu 6 unb 15 Rpf. heraus, beren Marken- bilb einen Fanfarenbläser bes Jungvolks zeigt. Die Marken würben von bem Münchener Maler Diebisch entworfen. (Scherl-M.)


