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Nr. 2« Erster Blatt

185. Jahrgang

Donnerstag, 2§.Iamiar 1935

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Fritzisch gesinnt."

Zum Geburtstag Friedrichs des Großen (24. Januar 1712).

InDichtung und Wahrheit" beschreibt Goethe den Eindruck, den die Gestalt des Preußenkönigs Friedrich II. bei ihrem Eintritt in die europäische Geschichte durch den Einmarsch in Sachsen auf die Wett und die Frankfurter Patrizierfamilie alsein Bild des großen Ganzen" machte ... Der Groß­vater und die Mehrheit der Familie war auf öster­reichischer Seite, der Vater mit der kleineren Fa- milienhälfte neigte zu Preußen.Und so war ich denn auch preußisch oder, um richtiger zu reden, f ritzt sch gesinnt: denn was ging uns Preu­ßen an? Es war die Persönlichkeit des großen Königs, die auf alle Gemüter wirkte."

Der rein persönliche Ausgangspunkt der histo­rischen Sendung Friedrichs des Großen wird in die­ser Kindheitserinnerung des andern großen Deut­schen klar gekennzeichnet: Das Ziel und die Trieb­kraft seiner Taten, die Vermehrung und Festigung des preußischen Staates, die Bildung einer neuen norddeutschen Großmacht, die dazu bestimmt und fähig sein sollte, der deutschen und europäischen Po­litik eine andere Wendung zu geben, wurden im damallgen Reiche, und in der Welt erst recht, ent­weder nicht verstanden, oder mit Unbehagen und Mißtrauen betrachtet, dennwas ging uns Preußen an?" Aberdem einzigen, offen­bar über alle, seine Zeitgenossen erhabenen Manne, der täglich bewies und dartat, was er vermöge," flog die Sympthie und Bewunderung aller zu, derenGemüt von Natur zur Ehrerbie­tung geneigt war." Daswiderspruchsvolle Genie eines Friedrich II.", wie sich C l e m e n c e a u , der Verächter alles Deutschen, in unwilliger Anerken­nung ausdrückte, die geheimnisvolle Macht, die eine einmalige geniale Erscheiung ausübt, das war es, was das Wirken und das Werk Friedrichs des Großen unvergänglich machte, auch wenn sie durch einen Rücklauf der Geschichte zerstört schienen.

Die Siege der ftiderizianischen Fahnen wurden durch Niederlagen in Frage gestellt, sein Staatsideal des aufgeklärten Absolutismus unterlag den Wand­lungen der Zeiten und Menschen, viele seiner wirt­schaftlichen Schöpfungen und Gedanken sind unter­gegangen, seine französischen Verse vergessen, und die deutsche Sprache und Dichtung, die er schlecht kannte, haben trotz ihm ihren Adlerflug genommen; aber der König, der ein großer Feldherr war, in dessen Geist sich alle philosophischen Erkenntnisse feiner Zeit fruchtbar ausdrückten, der seinen Unter­tanen ein Leben der Pflichterfüllung und der harten persönlichen Entsagung zu Gunsten der überpersön­lichen Idee des Staates vorlebte, und der doch dabei ein Mensch mit allen seinen Widersprüchen war, jene einmalige Konstellation des Schicksals, die den Größten einer Generation zum König machte, nur dies alles zusammen konnte es bewirken, daß wir heute, nach fast zweihundert Jahren, seine Gestalt in unsettrm deutschen Schicksal lebendiger erfühlen, als je.

Diefritzische Gesinnung" Goethes mit ihren Vorbehalten, ja Abneigungen gegen Preußen blieb lange eine Tatsache der deutschen geschichtlichen Ent­wicklung.. Die deutsche Sendung Preu­ßens erfüllte sich nur langsam und schrittweise, gehemmt durch die Unzulänglichkeit der preußischen Staatsführung und die dynastischen Gegenkräfte des alten Reiches. Aber immer gründete und erneuerte sie sich a u f der Erbschaft des großen Königs, auf der legendären Nachwirkung feiner Persönlichkeit, auf der von ihm geschaffenen preu­ßischen Armee und Beamtenschaft, auf dem Geiste der Aufopferung des einzelnen für das Ganze, für den Staat. Auch die Bismarcksche Lösung der deutschen Frage trug noch das Gesicht der Goetheschen Formulierung: die preußische Füh­rung wurde hingenommen und anerkannt, weil Preußen die stärkste und tüchtigste Bürgschaft des deutschen nationalen Schicksals bot. Aber die Frage, was geht uns Preußen an, war in den deutschen Fürstenhäusern und in weiten Volkskreisen, nament­lich des Südens, lebendig bis in unsere Tage. Das bewegte Bild des Streits der Gefühle und Meinun­gen in dem Frankfurter Bürgerhause, das uns Goethe hinterlassen hat, wiederholte sich in der Zeit Bismarcks, und noch vor drei Jahren hätte sich etwa in einem, sagen wir, bayrischen Milieu das­selbe abspielen können. Hat nicht ein prähistorischer bayrischer Politiker, der seine Bayern noch schlech­ter kannte als die Preußen, gedroht, er werde einen etwa vom Reich nach Bayern entsandten Kommissar an der Grenze verhaften lassen?

Aber merkwürdig: als nach dem Zusammenbruch Deutschlands die nationale Auflehnung gegen die willenlose und schwächliche Hinnahme des Unglücks einsetzte, war es zuerst die Erinnerung an F r i e d r i ch d e n G r o ß e n, mit der die Republik zu kämpfen hatte, weil sie es nicht verstand, daß Deutschland ohne seine Gestalt nicht leben kann. Das moderne Aufrütterungsmittel des Films weckte mit feinemFridericus Rex" Millionen aus der nationalen Betäubung, und die Märsche seiner Siege, der Dessauer, Torgauer, Hohenfriedberger und der Choral von Leuthen wurden zu schmet­ternden Fanfaren des Kampfes um die Wieder­aufrichtung feines Werkes in einer größeren ge­samtdeutschen Bedeutung. Wohl nie ist die er­greifende und schmucklose Gruft des Königs in der Potsdamer Garnisonkirche von so vielen Deutschen aus allen Gauen und Ländern des Reiches in be­wußter Andacht aufgesucht worden, als in den Jahren, in denen die historische Gültigkeit seines Werkes am meisten umstritten und gefährdet war. Der Tag von Potsdam, der den ersten unter nationalsozialistischer Führung gewählten Reichs­tag vor seinem Sarkophag versammelte, war der

Japanische Truppen im Angriff gegen die chinesische Große Mauer Japan will den Kampf fortfetzen,solange es notwendig ist".

Peking, 23. Jan. (DNB.) Die chinesischen Abendzeitungen melden aus K a l g a n, daß hier japanische Flugzeuge am heutigen Mitt­wochvormittag sieben Bomben über den alten Pallsadenwall im Tschachar-Gebiet abgeworfen haben. Um 11 Uhr setzte ein Artilleriebom­bardement ein und um 12 Uhr begann der Angriff der japanischen Infanterie aus Tuschiku und die Große Mauer.

*

Die Londoner Morgenpresse berichtet ausführlich über das Wiederaufleben der Feind­seligkeiten zwischen japanischen und chinesischen Truppen in Osttschachar. Nach Darstellungen der englischen Berichterstatter in Peking eröffnete am Dienstagabend eine mit vielen Kraftfahrzeugen, 20 Feldgeschützen, 20 Panzerwagen und vier Bom­benflugzeugen ausgestattete Streitmacht von 2000 Mann, japanischen und mandschurischen Soldaten, den Angriff auf die mongolische Provinz Tschachar. Der Angriff richtet sich gegen Kuyuan, Tungschatze und Tuschiku. Die letztere Stadt liegt an einer wichtigen Durchgangsstraße durch die Große Mauer. Die Flügelgruppen der Angreifer waren etwa 40 Kilometer voneinander entfernt. Am Mittwoch bei Tagesanbruch warfen Flugzeuge Bomben aus die chinesischen Stellun­gen. Mittags folgte eine heftige Beschie­ßung, in deren Verlauf 70 Granaten in» nerhdlb der Großen Mauer nieder- gingen, worauf d i e Infanterie vorging. Mit Anbruch der Dunkelheit machten die Angreifer Halt.

Der Militärattache der japanischen Botschaft in Peking, Oberst T a k a h a s ch i, erklärte auf Be­fragen, der Feldzug werde fortgesetzt werden, solange es notwendig sei". Die chinesischen Streitkräfte, deren Verluste unbekannt sind, stehen unter dem Befehl des Gouverneurs der Provinz Tschachar, Sungtschenyuang. In Peking fand eine schleunigst einberufene Konferenz zwi­schen General Sungtschenyuang und dem Kriegs­minister statt, über deren Ergebnis noch nichts be­kannt ist.

Am hie Anerkennung Mandschukuos.

Tokio, 23. Jan. (DNB.) Die japanische Presse läßt durchblicken, daß die Unterzeichnung des Ver­trages über den Verkauf der Ostchinefifchen Bahn tatsächlich eine Anerkennung Mandschu - kuos durch die Sowjetunion bedeuten würde. Die japanische Außenpolitik habe nunmehr vor allem die Aufgabe, in China besseres Verständnis für Mandschukuo zu er­wecken. In diesem Sinne ist auch eine Anfrage im japanischen Unterhaus gehalten, aus der deutlich zu erkennen ist, daß in Japan stärkstes Interesse an einer Besserung der Beziehungen zu China vorhanden ist. In diesem Zusammenhang werden auch die Ausführungen H i r o t a s über China stark beachtet.

In ausländischen Kreisen hat eine angebliche Er­klärung des japanischen Generalkonsuls in Nanking, Suma, Aufsehen erregt, wonach Japan als Vor­aussetzung für engere Beziehungen mit China an* geregt haben soll, China möge f i ch von der Vorherrschaft der fremden Mächte be­freien und endlich feine volle Unabhän­gigkeit Herstellen. Der Sprecher des japanischen Außenministeriums erwiderte auf Anfragen, daß die amtliche Politik Japans gegenüber China in

der Rede Hirotas deutlich zum Ausdruck gekommen fei und daß er diesen Ausführungen nichts hin - ^uzufügen habe. Außer der mittelamerikani­schen Republik Salvador habe nur Estland der durch die Gründung Mandschukuos geschaffenen Lage Rechnung getragen. Ob der Vatikan Man­dschukuo tatsächlich anerkannt habe, fei zweifelhaft, obwohl er in einem amtlichen Schreiben an die mandschurische Regierung die Einsetzung eines Ver­treters in Mandscyukuo angekündigt habe. Zu dem Vorvertrag über den Bahnverkauf wird noch mit­geteilt, daß die vertraglich vorgesehenen Waren­lieferungen von Japan geleistet wür­den, bis auf die Sojabohnen, die von Mandschukuo geliefert werden. Bei dem zur Entlassung gelangenden Bahnpersonal handele es sich um 6000 sowjetrussische Beamte und Ange­stellte.

Moskaus Antwort an Hirota.

Moskau, 24. Jan. (DNB. Funkspr.).Prawda" undJswestija" beschäftigen sich ausführlich mit der Rede Hirotas. DiePrawda" hebt hervor, daß die Erklärungen über eine günstige Entwicklung der Verhandlungen über den Verkauf der Ostchinabahn

der Wirklichkeit entsprächen und daß sich diese Verhandlungen anscheinend einem erfolg­reichen Abschluß näherten. Das Blatt begrüßt die Absichten der japanischen Regierung um eine friedliche Entwicklung der sowjetrussisch- japanifchen Beziehungen durch Verdoppelung der Anstrengungen zur Lösung der übrigen ungelösten Fragen". DiePrawda" drückt bann Erstaunen und Bedauern darüber aus, daß Hirota es für möglich und angebracht gehalten habe, in feiner Rede die Losung aufzustellen, daß die Sowjetunion die Verteidigung ihrer Grenzen im Fernen Osten lockern solle. Die Zeitung betont dann, es sei lügenhaft ifnb unsinnig, zu behaupten, daß die Maßnahmen der Sowjet­regierung nicht für eine Verteidigung der sowjet- rufsifchen Fernostarenzen, sondern für einen Angriff auf Japan bestimmt feien. Die ,^Jswestija" erklärt u. a., die Behauptung Hirotas über eineSowjetisierung Chinesisch-Turkestans" sei unverständlich. Die Sowjetunion sei immer Seaner einer Eroberung fremd en Bodens gewesen. Die Sowjetunion trete für die Wahrung der Unabhängigkeit und Einheit des chine­sischen Reiches ein.

Studentische Jugend im neuen Staat.

Heidelberg, 23. Jan. (DNB.) In einer Kund­gebung Heidelberger Studenten sprachen der Reichs­amtsleiter des NS.-Studentenbundes Derichs­weiler und Pg. Wippermann, der frühere Leiter der Reichsführerschule der PO. in Bernau. Pg. Derichsweiler erinnerte an die Erlebnisse der Jugend, die sie zur Bewegung des neuen Rei­ches stoßen ließ. Mit der Machtübernahme erhiel­ten die nationalsozialistischen Studenten den Auf­trag einer politischen Erziehung der gesam­ten studentischen Jugend. Dieser Jugend mußte der Gedanke der Volksgemeinschaft einge­hämmert werden, damit die Dinge des November 1918 für immer der Vergangenheit angehörten. Wenn der NS.-Studentenbund sich zuerst mit or­ganisatorischen Aufgaben überlastete und seine Tore den Massen der Studenten öffnete, mußte er wie­der auf d i e kleine Kampfgemeinschaft zurückgeführt werden, die ihm den Charakter der Bewegung wieder aufs neue erkämpfen wird. Die Jugend müsse sich bewähren in der Synthese von Wissenschaft, Politik und körper­licher Arbeit. Sie wird die Kollegs wie­der füllen und ihre politische Erzie­hung in die Ferien verlegen. In Lagern werden in kürzester Zeit Kräfte herangebildet, die für die allgemeine Schulung ausreichen. Revo­lutionierung der Wissenschaft muß in Verbindung mit Professoren und nationalsozialisti­schen Berufsverbänden geschehen, lieber den D u - alismus zwischen NS.- Studentenbund und Studentenschaft werde in kürzester Frist eine Entscheidung getroffen, die den Fragenkomplex der studentischen Selb st Verwaltung losen werde.

Eingehend ging der Redner auf die Korpora­tionsfrage ein. Im Augenblick könne nichts Besseres anderen Stelle gesetzt werden, erst wenn ihre Gemeinschaft aus eigenen Kräften nicht mehr begeisternd wirken und sich erhalten könne, habe sie ihre Berechtigung verloren. Die kommende Jugend werde selbst entscheiden, ob sie Mütze und Band tragen wolle. Da die ge­

stellte Aufgabe nur aus dem Leben heraus gelöst werden kann, erwartet Pg. Derichsweiler, daß sich alle alten Kämpfer mit der Hochschule noch einmal mit aller Kraft in den Dienst der Sache stellen und mithelfen, die politische Gemein­schaft aller Studierenden zu bilden, aus der heraus sich alle weiteren Aufgaben lösen lassen. Die Einheit der studentischen Organi­sation sei das Nahziel, der dann das Hochziel der inneren Erfassung der gesamten studentischen Jugend folgen werde. In dieser Gemeinschaft von Führung und allen Kame­raden im Kampf um die Einheit von Wis­senschaft und Politik werden, so schloß der Redner, wir die Erwartung des Führers recht- fertigen.

Pg. Wippermann sprach dann über die all­gemeine weltanschauliche Lage des Nationalsozialis­mus. Fast alle heute geistig Schaffenden wären noch in liberaler Zeit aufgewachsen und hätten sich dort ihre Weltbildung entworfen. Schon darum könne es nicht allein Aufgabe fein, diese noch so nahe Vergangenheit lediglich zu verdammen, sondern das zu erhalten, was gut gewesen fei, und z u zeigen, was anders und besser werden müsse. Viele Begriffe feien als Wort schon vorhanden gewesen, hätten aber jetzt wieder Inhalt bekommen. Die Ehre, früher als Privileg einzelner Stände, ja sogar einzelner Vereine, ge­trübt, fei erst heute wieder zur Volksehre geworden. Treue und Freiheit, ziel- beutige, in ihrer Form spezifisch deutsche Begriffe, hätten erst im deutschen Führerstaat, dem der Red­ner den römischen Caesarenstaat entgegenstellte, politische Bedeutung erringen können. Auf allen dreien baue die nationalsozialistische Erziehung auf, in deren Mitte Schulung durch Lager, sinnvolle Auswertung der Geschichte und Bevorzugung akti­vistischer Haltung vor fruchtloser Beschauerrolle seien. Nicht Dogma, sondern Leben und Be­wegung! Diese Forderung, die Pg. Wipper­manns Ausführungen beherrschte, bildete auch den Ausklang der Kundgebung.

im ganzen deutschen Volke empfundene Ausdruck dafür, daß die nationale Entwicklung Deutschlands in seiner neueren Geschichte in i h m ihren Ur­sprung hat und auf ihn zurückführt.

Es scheint ein seltsames Gesetz zu fein, daß sich auch die dunkelsten und verschlungensten Wege der Geschichte in Symbolen ausdrücken. Die Durch­dringung Deutschlands mit fritzischer Gesinnung und die letzte Vollendung seines Werkes in der volksmäßigen Einheit erfolgte nicht von Preußen aus, sondern aus der südlichen Periphe - rie des Reiches und durch einen Solda - ten bayrischen Stammes. Von diesen, den Bayern, auf die eine von der Vergangenheit hypno­tisierte französische Politik unaufhörlich ihre Erwar­tungen deutscher Zerrissenheit gründete, sagt Cle­rn e n c e a u, daß sie am unerbittlichsten gegenihre keltischen Brüder in Frankreich"! gekämpft hätten. Sie haben ihre eigene Unabhängigkeit schlecht ver­teidigt, die bei Königgrätz durch den Frieden Bis­marcks dahinfank, sie haben alles getan, um Knechte zu werden. Heutzutage besteht ihr Ehrgeiz darin, preußische Gewohnheiten anzunehmen". Wenn man aus dieser Verzerrung des Hasses und aus der Schiefheit der geschichtlichen Einstellung das Rich­tige herausnimmt, so hat der Franzose die deutsche Entwicklung ganz gut gesehen. Er fühlte dieVer- preußung" Deutschlands, wie ein politisch klein­bürgerlicher ober separatistischer Geist lange auch bei uns jenen Prozeß der fortschreitenden politi­schen, geistigen, bis in dieGewohnheiten" reichen­den deutschen Universalität nannte, die nur von dem Preußen Fredrichs des Großen aus­gehen konnte. Das abschließende Urteil aber in die­

sem Prozeß wurde erst gesprochen durch die jüngste deutsche Entwicklung, die die Herrschaft der sritzi- schen Gesinnung etablierte und die Frage Goethes: Was ging uns Preußen an? damit beantwortete: Preußen ist Deutschland und Deutsch­land ist Preußen!

Tagung der Ritter des Ordens pour-le-Msrite.

Berlin, 23. Jan. (DNB.) Aus Anlaß des G e - burtstages Friedrichs des Großen hielt die Ritterschaft des Ordens pour le merite am Mittwochabend im Landwehrkasino ihre diesjährige Tagung ab. Fast 100 Ritter des Ordens waren an diesem Abend zusammengekommen, un­ter ihnen Generalfeldmarschall von Mackensen als Ordensältester.

Fliegerkommodore Christiansen hielt einen Vortrag über die deutsche Luftfahrt. Er erläuterte die Entwickelung des Verkehrs über weite Strecken und ferne Länder und zeigte, wie ein Verkehrs­mittel, wenn es einen gewissen Höhepunkt erreicht hätte, von einem neuen abgelöft wird. Heute stün­den wir im Entwicklungsabschnitt der Transozean- flüge. Die bereits vor einigen Jahren vorgenom­menen Flugversuche über den Mittelatlantik unter Verwendung von Kapapultflügen hätten ihre Durchführbarkeit erwiesen und hatten gezeigt, daß der Ueberquerung mit Stützpunkten im Meer, wie sie das deutsche SchiffWestfalen" darstellt, der Vorzug zu geben sei. Jrn Anschluß wurden drei Filme vorgeführt, die die Versuchsfahrten des Ka- tapultschiffes Westfalen zeigten

Oer neue Verwaltungsrat der Reichsbahn.

Staatssekretär Koenigs zum Präsidenten gewählt.

B e r l i n, 23. Jan. (DNB.) Am 22. und 23. Ja- nuar 1935 trat der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn zu einer ordentlichen Tagung zusammen. An den Sitzungen nahmen erstmalig teil die von der Reichsregierung neu» ernannten Mitglieder Gustav Koenigs, Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium, Ru­dolf L a h s , Konteradmiral a. D., Präsident des Reichsverbandes der Deutschen Luftfahrt-Industrie, Dr. Wilhelm Ohne sorge, Staatssekretär im Reichspoftministerium, Otto Steinbrinck, Ka­pitänleutnant a. D., Herbert Stenger, Stabs­leiter des Verbindungsstabs der NSDAP., Eduard Vogel, Ministerialdirektor im Reichsverkehrs­ministerium. Ferner der als Vertreter der Vorzugs­aktionäre wiedergewählte Staatssekretär a. D. Bergmann. Zum Präsidenten des Ver­waltungsrates wurde einstimmig Staatssekretär Koenigs gewühlt. Zum Vizepräsidenten wurde Freiherr von Schroder (Köln) ein­stimmig wiedergewählt.

Der Verwaltungsrat beschäftigte sich zunächst mit der Finanzlage. Die Gesamteinnahmen des Jahres 1934 belaufen sich auf rund 3,3 Mil­liarden Mark gegen 2,9 Milliarden Mark im Jahre 1933, davon sind 916 Millionen Mark (846 Mil­lionen Mark in 1933) durch den Persone nver-