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dann fühlte er wie sich der Arm des Christkindes um ihn legte und ihn an sich drückte, so, daß er seinen Kopf an seine Schulter legen mußte. Wieder wehte ihn jener seltsame Duft an. Wie schön war das. Von fern klang die Musik des Karussells, hier, beim Christkind, klang sie viel angenehmer, ja, und hier hatte er gar keinen Wunsch mehr: der wichtigste war ja erfüllt. Alles andere war gleichgültig. Traumhaft lief eine Eisenbahn vor seinem Blick vorüber. Er ließ sie verschwinden, ins Nebelhafte. Immer beim Christkind sein, dachte er ...
Plötzlich öffnete er die Augen. Hatte jemand gerufen, seinen Namen? Er sah auf — da unten, vor der Treppe, stand der Vater, und Julius sah seinem Gesicht an, daß er nicht heiter war. Im selben Augenblick fiel ihm ein, daß er seine Hand losgelassen hatte, damals, vor unendlich langer Zeit. Er mochte ihn gesucht und Angst ausgestanden haben um ihn, während er selber so glücklich war. Der Vater tat ihm leid, aber er legte den Finger an den Mund, so daß kein böses Wort fiel. Das Christkind hatte seinen Arm von ihm gelöst; seine Blicke wanderten zwischen dem großen Mann und dem kleinen Jungen. Julius erhob sich. Und mit einem Blick auf den Rest der Zuckerstange, die das Christkind in der Hand hielt, sagte er:
„Behalt' sie."
Er hatte aber das Gefühl, daß damit noch nicht alles getan wäre. Manche Frage konnte ihm vielleicht beantwortet werden, zum Beispiel die nach dem lieben Gott, der womöglich auch, wer weiß es, doch zu sehen ist, wenigstens für das Christkind! Aber es hatte gewiß noch viel zu tun für Weihnachten, so daß er es nicht mit Fragen aufhalten durfte, und ihm hatte es ja schon jetzt mehr geschenkt, als er zu wünschen gewagt hätte. Als er die Treppe herunterqeklettert war, sah er hinauf zu dem rotwangigen Gesicht mit den dunklen, sterngekrönten Locken und sagte:
„Ich will immer brav sein."
Und während ihn der Vater in den Arm hob, um ihn Heimzutragen, hörte er, gleichsam als Abschied, abermals jenes klimpernde Lachen, und er flüsterte, während sie sich entfernten, dem Vater, die Arme zärtlich um seinen Hals schlingend, ins Ohr:
„Das war das Christkind."
Und indem er den süßen Duft, den er da droben auf der Treppe eingeatmet hatte, noch einmal zu empfinden suchte, umfingen ihn schon die weichen Wolken des Schlafes. Mittlerweile aber hatte es wieder angefangen, ganz facht zu schneien, und auf den Wimpern des schlafenden Kindes schimmerte es wie ganz kleine Sterne.
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wie ein heimliches Lachen lautete, „wir wollen zum Weihnachtsmarkt". Und ehe sich's der Junge versah, hatte ihn der Vater in den Mantel gesteckt und auch ihm eine Fellmütze über die Ohren gezogen, so daß er ganz ähnlich aussah wie er selbst. Und nachdem er ihm auch die Hände sorgsam in wollenen Handschuhen versorgt hatte, traten sie aus dem Haus und stapften im Schnee die Straße entlang. Dem kleinen Julius war zumute, als könne er, an der Hand des Vaters, bis ans Ende der Welt marschieren.
Sie hörten ihre Schritte nicht, als sie dahingingen, aber nach einer Weile vernahm der kleine Julius Musik. Er dachte zuerst, das hätte irgend etwas mit Engeln zu tun, aber der Vater erzählte ihm, es gäbe auf dem Weihnachtsmarkt auch ein Karussell, auf dem er mit Musik herumfahren könne, und es werde von einem Pferd gezogen, und dann gäbe es auch eine Art von Zirkus, auf dem die Leute auf einem Seil spazieren gingen, ohne sich festhalten zu müssen. Alles das kam dem kleinen Julius, der so etwas noch nicht gesehen hatte, höchst sonderbar vor, er hörte dem Vater zu wie der Tante Anna, wenn sie ihm Märchen erzählte und glaubte nicht, das Gehörte mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Das war so, wie mit dem Christkind, ging es ihm durch den Kopf.
Aber dann stand er staunend vor einer ganzen Stadt von Zelten, unter deren überschneiten Dächern bei Lampenlicht Dinge zu betrachten waren, wie er sie in solcher Fülle und Mannigfaltigkeit wirklich noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Türme von Schokoladenherzen gab es da, Mauern von Honigkuchen und richtige Berge von Pfeffernüssen, und Leute standen dahinter, die diese schönen Sachen anboten, es war nichts nötig, als die Hand danach auszustrecken? Kein Wunder, daß so viele Menschen hier versammelt waren, daß der kleine Julius gar keine rechte Ruhe zum Sehen bekam und bald hier, bald dort gedrückt und gestoßen wurde und die Hand des Vaters um so fester zu fassen suchte. Dabei hörte sich die Musik des nahen Karussells an, als wolle sie alles andere, das menschliche Wort zumal, völlig verzehren.
Der Vater hatte dem kleinen Julius eine bunte Zuckerstange gegeben und, während er von einem Bekannten in ein Gespräch gezogen wurde, nicht bemerkt, daß der Junge seine Hand losgelassen hatte. Der ließ sich, die Zuckerstange im Mund, von Zelt zu Zelt schieben und fühlte sich, schauend und staunend, um so wohler, je weiter er von dem Lärm der Musik und dem Drängen der Menschen sich ent- , fernte. Auf einmal stand er in einer Zeltgasse, die.
wie er sah, ein Ende hatte. An den Vater dachte er gar nicht mehr; die Buden ringsum im Blick und die Zuckerstange im Mund bot seinen Sinnen angenehme Beschäftigung genug, und obwohl der Boden vom getauten Schnee feucht und schmutzig war, schlenderte er unverdrossen weiter dem Ende der Zeltgasse entgegen. Auf einmal blieb er stehen und nahm die Zuckerstange aus dem Mund.
Am Ende der Zeltgasse stand ein Wagen, wie ein kleines Haus, denn er hatte ein Dach und Fenster. An der Schmalseite war eine Tür, an der eine Laterne hing, und von der Tür ging eine kleine Treppe zur Erde. Und auf dieser Treppe saß — das Christkind. Wenigstens konnte das niemand anders sein, was den kleinen Jungen lächelnd ansah. Denn das Wesen auf der Treppe hatte Locken, freilich dunkle Locken, und einen zackigen Stern um den Kopf, genau so, wie er sich das Christkind gedacht hatte, und rosige Wangen und einen leuchtend roten Mund. Freilich hatte es einen etwas verschlissenen Mantel an, einen kurzen Mantel, aus dem aber der Saum eines glitzernden Gewandes heraussah. In diesem glitzernden Gewände staken, deutlich sichtbar, schlanke, übereinandergeschlagene Beine in Strümpfen, die wie Gold schimmerten.
Das Wesen lächelte noch immer, deshalb hatte der kleine Julius auch keine Angst. Er näherte sich der Treppe, blieb davor stehen und fragte: „Bist du das Christkind?"
Er hörte ein Lachen, das klang, wie wenn die Mutter am Klavier die letzten Tasten spielen ließ. Er bat sie zuweilen um diesen hellen Spaß, und sie konnte es sehr schön. So klang auch das Lachen des Christkindes, ganz hell. Nun war er gewiß, sich nicht geirrt zu haben.
„Darf ich hinaufkommen?", fragte er nun.
Das Christkind winkte, rückte ein wenig, und schon saß der kleine Julius an seiner Seite.
Es war also doch zu sehen! Und noch mehr: es war auch zu fühlen und zu hören! Er war so zufrieden, wie er es sonst nur von Träumen kannte. Er würde nicht unglücklich werden für sein ganzes Leben, weil er es gesehen hatte; er hatte ja auch nicht durch das Schlüsselloch gespäht. Er hat es ganz von selbst gesehen, das liebe, liebe Christkind! Er sah es von der Seite an, und es überlief ihn mit einer fremdartigen Seligkeit, daß er dem Blick des Christkindes begegnete. Ein ungekannter Duft wehte ihn an. Er wußte nicht, was er sagen sollte. Da hielt er ihm seine Zuckerstange hin; es war erst wenig davon verbraucht.
Wieder hörte er das Lachen wie vom Klavier, und
Die Begegnung mit dem Christkind.
Sine Weidnachisgeschichie von Will Scheller.
Lange, endlos lange, so schien es ihm, hatte der Hüne Julius mit den Knien auf dem Sessel, den er mühevoll ans Fenster gerückt hatte, und mit den Ellenbogen auf der Fensterbank gelegen und dem ebneten zugesehen. Das war sehr schön gewesen, 6i. [es schwebende, tanzende Niedersinken ungezähl- ie,, weißer Sterne aus einem, wie es ihm vorkam, zcmz nahen, grauen Himmel, und diese langsame 8:rroanblung der Bäume und Büsche da draußen, dlö ganzen Gartens und der Straße dahinter und |o;iar der Häuser auf der anderen Seite wenigstens 0(~ Dächer, deren rote und dunkle Ziegeln mehr und r chr in diesem weichen Weiß verschwunden waren.
Aa, das war schön und beruhigte ein Herz, das v.irher einen so heftigen Stoß bekommen hatte, als - wann war es doch gewesen? — die Mutter sehr emst gesagt hatte, sein Weihnachtswunsch könne nicht erfüllt werden. Nein, das gehe nicht, das müsse ei sich aus dem Kopf schlagen. Dabei hatte sie ihm Innen blonden Schopf gestreichelt. Das Christkind [wen, — das dürfe er gar nicht einmal wünschen!
käme doch vom lieben Gott, der auch nicht zu [wen sei, und Kinder, die nicht brav, sondern neu- g ?rig wären und vor der Bescherung heimlich durch bes Schlüsselloch zum Weihnachtszimmer spähen sollten, würden am Ende gar nichts bekommen und vielleicht unglücklich davon werden für ihr ganzes ßlben ...
Daran hatte der kleine Julius denken müssen, als ei vor dem Fenster gekniet und in das Schneien hmeingeblickt hatte. Es ist wahr, einige Augenblicke kmg war ihm auch die Vorstellung einer Eisenbahn ichfgetaucht, die ihm die Mutter als Weihnachts- nunfch vorgeschlagen hatte, weil er schon immer einmal gewünscht hatte, so etwas zu haben; aber sie [rwohl wie das Bild des Christkindes, das er sich ir.it einem zackigen Stern um den lichten Lockenkopf virstellte, war verblaßt wie der Tag selber, wenn btnr Schlaf kommt. Das Hineinstarren in den laut’ ; [ren und schier unaufhaltsamen Schneefall, der nun lc-ngsam aufzuhören schien, hatte ihn in ein Gefühl „irsetzt, in dem alles sich verwandelt wie im Traum.
Hatte jemand gerufen? Der kleine Julius rutschte c»im Sessel herunter und sah sich um. Da stand sein toter vor ihm, lächelnd, mit der Fuchsfellmütze auf bim Kopf, in der er immer so stattlich aussah. „ iomm", sagte er mit einer Stimme, deren Klang
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Montag, 23. Dezember sM
Gießener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Gberhessen)
Ur.299 Dritter Mait
Weihnachten in der Kaserne
lüeihnachtsfeier bei der 7. Kompanie Inf.-Regts. 36. — Ein stimmungsvolles Bild aus einem Stall in der Artilleriekaserne.— (Aufnahmen [2J: Photo-Pfaff.)
Wer-Ägend und VDK feiern Sonnenwende
Gedenket der hungernden Vögel!
deutschen Jungen und jedem Mäd-
ein Alltägliches bedeuten. Und
so
Zu
heilige
HI. am brennenden Holzstoß. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
Zarte, Lieder rechte
»mß das jedem chin mehr als if es auch?
ist ein Ros' entsprungen" und auch das wurderbare „Stille Nacht", diese beiden wecken bei allen deutschen Menschen die Weihnachtsstimmung.
Wenn wir bei dem Liede „Stille Nacht,
Nacht" auch Verfasser und Komponisten kennen, so macht uns das gar nichts aus. Dieses schönste
deutsche Jugend um die HJ.-Fahne zu scharen, in sich immer disziplinierter zu werden und dem Führer neue Anerkennung abzuringen. Mit einem Gedenken der Toten'der HI., die in den Kampfjahren fielen und mit dem Bekenntnis der Liebe zur deutschen Nation schloß Unterbannführer Günther seine Ansprache am Sonnwendfeuer.
Mit dem Sieg-Heil auf den Führer Adolf H i t - l e r und den Reichsjugendführer sowie mit dem gemeinsam gesungenen Liede „Vorwärts, vorwärts" klang die Sonnwendfeier der Hitler-Jugend aus.
BOM. vor dem Bismarckturm.
Der Schnee leuchtete seltsam im bläulichen Widerschein des sternenübersäten Nachthimmels, als die Mädchen des Gießener BDM. am Sonntagabend im Scheine der Fackeln über den unteren Hardthof hinaufmarschierten zur windumwehten Höhe des Bismarckturmes.
Vor dem wuchtigen Turm war ein hoher Holzstoß errichtet worden. Im Kreise scharten sich die Mädchen darum, sangen gemeinsam zwei Verse des Liedes „Heilig Vaterland!", in dem, wie kaum in einem anderen Liede, der.Stimmung der Stunde
Es ist eine schöne und dankbare Aufgabe der knutschen Jugend, die uralte Sitte der Sonnwend- ftzr und der Sonnwendfeuer zu pflegen, zu vertiefen und in ihrem Sinne immer neu zu erfassen. A?hr und mehr wird dabei der Jugend bewußt, sehr wir Menschen der Gegenwart und eines xi! inten Volkes in einer Kette als Glied stehen, die t>n den Ahnen her in ferne Zukunft führt. Dar- Ül2r hinaus aber gewinnt der junge Mensch die Drbindung seines eigenen Seins mit dem gewal- iiicen Geschehen in der Natur, mit ihren Erscheinun- 6tn, mit ihren Kräften. Wenn unter dem blinkende Sternenhimmel im felsumschlossenen Bruch v!»r auf windumwehter Höhe Feuer auflohen, dann
Bild der Heimat taucht auf, und bald summen rauhe Seemannskehlen das Liedlein mit.
So ist's um das deutsche Herz bestellt. Ein Lied kann auch das härteste Gemüt erweichen.
Wir wissen, daß auch so das Weihnachtsfest überall auf der Welt mit einem Lied gefeiert wird. Wenn die Gaben ausgeteilt sind, wenn alle mit leuchtenden Augen sich anschauen und an ihre fröhlichen Jugendtage zurückdenken, beginnt wohl manch einer ganz zaghaft: O Tannenbaum, o Tannenbaum ... zu fingen. Es ist ja oft fein Weihnachtsbaum da, auch die Kerzen fehlen manchmal, und trotzdem fingen sie das alte bekannte Lied, und die Augen werden ihnen feucht.
Oder sollen wir uns erzählen lassen von Stunden, die unsere Soldaten erlebten, wenn sie am Heiligenabend das kleine Päckchen aus der Heimat öffneten und darin ein Tannenzweiglein oder ein kleines künstliches Weihnachtsbäumchen vorfanden? Ja, es waren schöne, aber auch wehmütige Stunden: Weihnachten in fremden Landen? Die Gedanken waren zu Hause bei Weib und Kind, im Geiste sah man die brennenden Kerzen am Tannenbaum, die jubelnden Kinder und die besorgte Mutter ... Und dann fing da in der Ecke ein alter bärtiger Krieger an zu fingen: Stille Nacht, heilige Nacht! Da war es dann mit der Fassung der andern aus. Da war auch nicht einer, der sich seiner Tränen schämte...
Klingende, singende Weihnachten! Es ist merkwürdig: Wir kennen so viele schöne, zarte Weih- nachtslieder, aber wir können uns nicht entsinnen, daß wir sie irgend einmal „gelernt" haben, daß wir sie „aufgehabt" haben. Sie sind uns einfach zugeflogen. Schon die Mutter fang sie uns vor. Und dabei werden sie doch eigentlich nur an einem Tag im ganzen Jahre gesungen. Aber sie sind mit uns verwachsen. Sie sitzen in unferm Herzen.
Schon die kleinsten Kinder haben ihre Lieder, die auch wir gern mitfingen. „Morgen kommt der Weihnachtsmann", „Alle Jahre wieder", „Vom Himmel hoch", „Am Weihnachtsbaum die Kerzen brennen" u. v.a. Das uralte Volkslied aber „Es
Hitler-Jugend im Steinbruch an der Hardt.
Am Samstagabend zog die Hitler-Jugend
Ausdruck gegeben werden konnte. Nach Sprechchor und klar vorgetragenen Sinnsprüchen hielt die Untergauführerin Pfeffer in ihrer bestimmten, ernsten, ruhigen Art eine kurze Ansprache, in der sie an unsere Vorfahren erinnerte, von all dem sprach, was uns mit ihnen verbindet, aber auch von dem, was unsere Aufgabe für die Zukunft bedeutet. Die Stunde der Sonnwendfeier soll eine Stunde der Besinnung sein auf uns selbst und unser Sein. Wir müssen uns dessen bewußt sein, so sagte die Sprecherin u. a., daß es noch viel zu tun gibt, daß es noch weiter zu kämpfen gilt. Aber Arbeit und Kampf werden die Kameradschaft erhärten und die Kameradschaft beides leichter werden lassen. Wir wollen Taten zeigen und nicht davon reden! Die Kameradschaft soll unwandelbar sein! Wer Kameradschaft recht erlebt hat, wird nicht mehr von ihr lassen! Im Glauben an die Ewigkeit unseres Volkes, im Wissen darum, Glied in der Kette und im Blutstrom zu fein, müssen wir unsere Missionen erfüllen.
Nach einem schönen Feuerspruch, im Sprechchor wiedergegeben, gedachte die Untergauführerin der Toten der Bewegung der deutschen Jugend im Dritten Reich, und dann des Führers Adolf Hitler mit einem dreifachen „Sieg-Heil!". Mit lo- ■ bernben Fackeln gingen bann einige Hitlerjungen
Aus öer Proviuzialhaupistadt.
Klingende Weihnachten.
Wir können uns eigentlich keine Volksfeste und keine Familienfeiern vorstellen, bei denen nicht auch gesungen wird. Mit einem Liede wird die Feier eingeleitet, und mit einem Liede schließen wir. In unfern Liedern steckt ein Stück unserer Seele. Wenn die Stimmung den Höhepunkt erreicht hat, wenn die Freude am größten ist, dann fingen wir unsere alten bekannten Volkslieder.
In unseren Volksliedern steckt eine urgewaltige Krafts „Alles, was ein Menschenherz, aber auch alles, was ein Volk bewegt, enthält das Vokslied." Und es geht mit uns Deutschen bis in die fernsten Erdteile. Deutsche Lieder erklingen am Rande der Wüste, in den Steppen Afrikas, im Urwald Süd- amerikas, im fernen Japan und in den Regionen des ewigen Eises. Ueberall auf der Welt, wo Deut- che wohnen, ist auch das Volkslied zu Haufe.
Und wenn weit draußen, auf stürmischem Meer, ein Schiffsjunge feine Mundharmonika hervorzieht und ein deutsches Lied spielt, dann ruhen für Augenblicke alle fleißigen Hände und die Augen bekommen auf einmal einen hellen Glanz. Das
iher Sonnwendfeier hinaus. Aus Oswaldsgarten lanmelten sich die Gefolgschaften des Unterbannes 1:16 und marschierten bann geschlossen mit ihren Ahnen bie Krofborfer Straße unb bann ben Glei- Irger Weg hinaus zur Harbt. Schweigenb zog bie 5»genb ihre Straße.
Draußen im Steinbruch traten bie Gefolgschaften ir Kreise um ben Holzstoß an, unb halb loberten d Flammen empor, nachbem ein Flammenspruch b Feier eröffnet hatte. Ein gemeinsam gesungenes 2"b „Ein junges Volk steht auf" unb ein Sprecher gingen ber Ansprache bes Unterbannführers Mnther voraus. Er sprach von ber Jugenb, bie hlUte überall in ben (Bauen bas Fest ber Winter- [oinenroenbe erlebt, unb von ber Naturbeobachtung, bi: unsere Vorfahren pflegten, bie mit bem Wech- ■ fei ber Jahreszeiten Stunben der Einkehr verban- td. Er erinnerte daran, daß ein Volk, das die reite Flamme verehrt, immer rein und stark blei» bin wird.
Die Jugend der Gegenwart soll stolz darauf fein, it unsere Zeit hineingeboren zu fein, bestimmt, mit’ ^wirken an der Gestaltung der Zukunft. Kompro- irftzlos wird die Hitler-Jugend auch im neuen Jahre fyen Weg gehen, auf jenem Weg, den der Führer ais dem Dunkel in das Licht wies. Noch gilt es, |k jagte der Redner u. a. weiter, Kampf gegen Tamtelmänner zu führen. Der Kampf wird siegreich ! b-'tanben, unb aus reinem Feuerbranb wirb bie ! fygenb bie Kraft bazu gewinnen. Die Jugenb will bme Gemeinschaft mit bem Welken unb Morschen.
i ftir bie Jugenb war ber 30. Januar 1933 ber An- fmg einer neuen lOOOjährigen beutschen Geschichte. Dis Ziel für bas fommenbe Jahr ist, bie ganze
Ian ben Holzstoß, unb nachbem noch einige Gedichtworte zum Vortraa gebracht worden waren, fand die Feier mit dem Liede der Jugend ihren Abschluß.
Im Scheine der Fackeln machten sich die Mädchen dann wieder auf den Weg in die Stadt zurück.
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