Or. Goebbels spricht in Kassel.
Die feierliche Einführung der zwei GroßenSenatedesReichsgerichts durch den Reichsjustizminister Dr. Gürtner, den man auf unserem Bilde bei der feierlichen Verpflichtung der einzelnen Senatsmitglieder sieht. — (Weltbild-M.)
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K a ssel, 23. Nov. (DNB.) Eine einzigartige Kundgebung, die in ihrer Größe und Geschlossenheit ein beredtes Zeugnis von der Stärke des Nationalsozialismus ablegte, fand am Freitagabend in der Kurhessenhalle in Niederzwehren bei Kassel statt. Reichsminister Dr. Goebbels sprach zum erstenmal nach der Machtübernahme zu der kurhessischen Bevölkerung. Fansaren- klänge künden kurz nach 20.30 Uhr das Erscheinen des Reichsministers an. Ein ungeheurer Jubel der vieltausendköpfigen Menge bricht los. Langsam durchschreitet Reichsminister Dr. Goebbels das Spalier der SA. Die Beifallskundgebungen wollen kein Ende nehmen. Immer und immer wieder feiert mit Begeisterung die Menge ihren Dr. Goebbels. Nun erklingen die Landsknechtstrommeln des Jungvolks, unterbrochen von Fanfarenklängen. Wuchtig hämmert ein Sprechchor der HI. das Bekenntnis zum Führer und zum deutschen Volk in die Herzen Der Zuhörer.
„Politik ist die Kunst, mit allen geeigneten Mitteln die Interessen eines Volkes zu vertreten" so begann Dr. Goebbels seine Ausführungen. „Während die Welt immer mehr in Unruhe versinkt, während Streiks, Revolutionen und Kriege die Welt durchtoben, ist Deutschland zu einer Insel der Disziplin und Ordnung, des Friedens und der Arbeit geworden." Dr. Goebbels würdigte dann die Verdienste der alten Garde, der „kleinen H l t l e r", an all dem, was bisher erreicht worden ist. Der Nationalsozialismus sei eine Sache der l.nneren E r a r i f f e n h e i t. Er sei keine poli- nsche Lehre, sondern eine Weltanschauung, die alle Dinge von einem bestimmten Gesichtspunkt aus ansehe. „Der Nationalsozialismus ist keine Angelegenheit der Bücher, sondern eine Sache der Praxis, eine Lehre für das Leben. Und darum ist die Partei die einzige Hüterin des politischen Lebens. Aus ihr allein werden in Zukunft die politischen Führer der Nation hervorgehen."
Der Minister gab ein Bild von der Unsumme an Sorgen und Mühen, die mit der Wiedereingliederung der fünf Millionen Erwerbslosen in den Arbeitsprozeß und anderen Taten der Regierung verbunden waren. Es sei unfair, die Ergebnisse dieser Taten nun als Selbstverständlichkei-
LPD Frankfurt a. M., 22. Nov. In Anwe- senheit des Reichsleiters der DAF. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und des Gauleiters Sprenger, trat die neugebildete Arbeitskammer Hessen im Frankfurter Rathause zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Die Arbeitskammer Hessen umfaßt die beiden Gaue Hessen-Nassau und Kurhessen. Sie setzt sich aus 46 bewährten Männern der Arbeitsfront der beiden Gaue zusammen. Der Leiter der Arbeitskammer Hessen, Gauwalter der DAF. Hessen- Nassau Pg. Willi Becker, erteilte sogleich dem
Heichsleiter Or. Ley
das Wort zu längeren bedeutsamen Ausführungen, denen wir folgendes entnehmen:
Heute muß der deutsche Mensch unter einer Parole stehen: Deutschland. Alles, was wir tun, in Staat und Wirtschaft, im Kontor, auf dem Arbeitsplatz, alles müssen wir unter die Parole stellen: Nützt es meinem Volk? Wir müssen Deutschland sehen als eine Gemeinschaft von Männern und Frauen, die vom Schicksal eine Mission haben, nämlich für ihren Teil und ihr Geschlecht die Geschichte Deutschlands weiterzuführen. Wenn wir Deutschland so sehen, dann müssen wir die Ordnung der Soldaten annehmen, dann müssen wir wieder gehorchen lernen. Jeder muß wissen, daß er kämpfen muß. Klassenhaß, Dünkel, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände wie auch die vergangenen politischen Parteien konnten nur gedeihen auf unserer falschen Lebensweise. Wir verstanden die Sprache des deutschen Volkes nicht mehr, wir verstanden uns untereinander nicht mehr. Heute aber vermag unser Volk Ungeheures zu leisten, weil es seine Lebenskräfte wieder spürt und wieder leben will, weil es seine völkische Krankheit überwunden hat und aus der Welt der Massenpsychose erwacht ist.
ten entgegenzunehmen, um bann an Kleinig- f eiten herumzukritisieren. In diesem Zusammenhang kam Dr. Goebbels auch wieder auf öie augenblickliche Knappheit an Butter und Schweinefleisch zu sprechen und fertigte mit beißender Ironie jene kleine Zahl von Kritikastern ab, die nicht bereit sei, auf etwas Butter zu verzichten, um dadurch hungernden Erwerbslosen wieder zu Arbeit und damit zu Brot zu verhelfen. Wenn manche heute fragen, wer denn alles das bezahle: die Autobahnen und die großen Bau- ten, die Wehrpflicht und die Arbeitsdienstpflicht, so gab Dr. Göbbels unter stürmischem Beifall die Antwort: „Das bezahlen wir alles wenn jeder sich etwas einschränkt' Wenn wir uns andere Völker ansehen, die heute um die Interessen der Nation willen viel größere Opfer auf sich nehmen, dann müssen die Klagen um Butter und Schweinefleisch schnell verstummen."
Zum Schluß wandte sich Dr. Goebbels noch einmal an die Partei und die alte Garde. Wenn diese Partei an das Volk appelliere, so bekunde das Volk seine Uebereinstimmung mit dem Führer Kemer habe das Recht, heute pessimistisch zu sein und sich in den Schmollwinkel zurückzuziehen. „Wir haben das Recht dazu, unsere Taten vor der Geschichte zu verantworten."
Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang der beiden Nationallieder schloß die gewaltige Kundgebung. Noch einmal brandete der Jubel empor, als Dr. Goebbels die Halle verließ, um sich mit Gauleiter Weinrich zum Hotel Schirmer zu begeben. Kurz nach Mitternacht traf Reichsminister Dr. Goebbels dann mit dem Gauleiter Staatsrat Weinrich vor dem Adolf-Hitler- Haus ein, wo sich außer der Generalität Vertreter der Behörden mit dem Oberpräsidenten an der Spitze und Vertreter der verschiedenen Parteigliederungen eingefunden hatten. Auch hier brachte die zahlreiche Volksmenge dem Minister eine außerordentliche Huldigung dar. Immer und immer wieder ertönten Heilrufe und die Rufe: „Wir wollen unseren Goebbels sehen!". Der Minister nahm dann den von den verschiedenen Gliederungen der Partei gebildeten Fackelzug ab.
Unsere Sozialordnung ist kein Himmelreich, unsere soziale Ordnung geschieht um Deutschlands willen. Dir können keinem den Lebenskampf abnehmen. Das war der Trugschluß und die große Lüge der früheren Gewerkschaften, daß sie erklärten, sie könnten dem arbeitenden Menschen den Kamps abnehmen. Wir können die Gemeinschaft stark machen, wir können Dir Befehle geben, aber den Kampf mußt Du selbst führen. Wir können Dich durch Berufsberatung und Berufserzie- hung für den Beruf stark machen, wir können Dir den Weg öffnen, aber nicht Deinetwegen, sondern Deutschlands wegen, wir dürfen nicht dulden, daß es in Deutschland ein Heer von ungelernten Arbeitern gibt. Wir müssen den Arbeiter gesund erhalten. Wir dürfen nicht zulassen, daß er durch ein falsches Arbeitssystem kaputt geht. Wer verlangt und fordert, der muß auch t w a s l e i st e n. Bescheidenheit heißt nicht schwächlich sein, sondern Bescheidenheit heißt, die Grenzen seiner Fähigkeit zu kennen. Wer diese Grenzen kennt, der muß aber auch bis an diese Grenzen gehen.
Wenn wir auf dem Wege über „Kraft durch Freude" dem Arbeiter Erholung und Urlaub geben, so wird der Unternehmer selbst den Vorteil davon haben, da er wieder frische Leute in seinem Betrieb sieht. „Kraft durch Freude" soll das Lebensniveau des Arbeiters heben. Diese Organisation steht beispiellos in der Welt da. 35 Millionen Menschen haben durch „Kraft durch Freude" über eine Milliarde Mark mobil
aemacht. Von den 3,3 Millionen Menschen, die sportlich erfaßt wurden, haben bisher über 90 v. H. überhaupt keinen Sport betrieben. Das alles wurde erreicht ohne jeden Zuschuß vom Staat.
Dr. Ley streifte dann kurz die Fett- und Butterfrage und sagte: Hier geht es um die Frage: Entweder die.fehlenden 20 Prozent Fett oder um vier Millionen Erwerbslose. Wir können genügend Fett besorgen, aber dann bist du in vier Wochen arbeitslos und dann wirft du in vier Wochen das Fett nicht mehr kaufen können; dann wird es dir noch schlechter gehen wie heute.
Dr. Ley umriß zum Schluß die Zuständigkeiten in der sozialen Ordnung. Der Betrieb ist eine Einheit, er baut sich allein auf dem Vertrauen auf. Der Betrieb ist die lebendige Zelle, auf der sich die deutsche Wirtschaft aufbaut. Arbeitsfront und Partei werden nichts tun, was diese Harmonie stört. Wir drängen uns nicht hinein. Wir melden uns erst bann, wenn ihr nicht fertig werdet, wenn ihr Unvernünftiges tut. Alle Fragen, die vor den Vertrauensrat gehören, müssen im Vertrauensrat gelöst werden. Eine Berufungsinstanz gibt es nicht. Was über dem Betrieb liegt und fachlich ist, kommt vor den Arbeitsausschuß, während allgemein sozialpolitische Fragen vor die Arbeitskammer gehören. Was endlich die Wirtschaft von der sozialpolitischen Seite her berührt, wird im A r b e i t s - und Wirtschaftsrat behandelt. Jede dieser Einrichtungen liegt auf einer bestimmten Ebene. Alle zusammen dienen sie der Gemeinschaft, die Interessengegensätze auszugleichen sucht.
Darauf verpflichtete Dr. Ley den Leiter der Arbeitskammer Pg. Willi Becker und verlas die Eidesformel, die von den Mitgliedern der Arbeitskammer nachgesprochen wurde. Sie lautet: „Ich gelobe Adolf Hitler die Treue — Ich gelobe die Gemeinschaft zu üben und zu fördern — Ich gelobe den Arbeitsmenschen ein ehrlicher Helfer in allen ihren Sorgen zu sein — Ich gelobe immerdar die Interessen der Nation allen anderen ooran- Zusetzen."
Aus aller Wett.
Schwere Stürme
am Schwarzen und am Kaspischen Deer.
Aus den Küstenstädten des Schwarzen Meeres kommen Berichte über schwere Sturmschä - d e n. In Noworossijsk wurden große Verwüstungen angerichtet. Im Hafen riß sich ein griechischer Dampfer vom Anker los und kam ins Treiben. Auf See gaben mehrere Schiffe Notsignale. Aehnlich lauten die Meldungen von der Nordküste des Kaspischen Meeres. Bei dem Hafen Gurjew rissen sich sechs größere und 45 kleinere Schiffe von den Ankern los
und wurden mit insgesamt 78 Mann Besatzung in See getrieben. Ihr Schicksal ist äußerst ungewiß. Rettungsversuche mit Eisbrechern und Flugzeugen werden unternommen. Der schwere Nordoststurm hat die Temperatur weit unter den Nullpunkt sinken lassen.
Explosion in einer französischen Dynamitfabrik.
Eine Explosion zerstörte einen Teil der Dy- namitfabrik in St. Martin de (Trau bei Arles. Vier Arbeiter wurden getötet und zwar zwei Franzosen, ein Italiener und ein Annamit. Das Un- glück ereignete sich in der Nitroglycerinmischerei.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Im Zusammenhang mit einem Mittelmeerwirbel sind feuchte Luftmassen über den Balkan nach Deutschland vorgestoßen und geben seit Samstag früh Anlaß zu verbreiteten Niederschlägen, die im Osten und Norden des Reiches sowie in Gebirgslagen meist in Form von Schnee fallen. Da sich über Deutschland gleichzeitig ein flaches Tiefdruckgebiet ausgebildet hat, mutz vorerst noch mit der Fortdauer der überwiegend unfreundlichen Witterung gerechnet werden.
Aussichten für Sonntag: Vielfach neblig und noch überwiegend bewölkt, sowie einzelne Niederschläge, Temperaturen wenig geändert, veränderliche Winde.
Aussichten für Montag: Teilweise neblig, sonst veränderlich, bewölktes Wetter mit nur ganz vereinzelten Niederschlägen, für die Jahreszeit zu kalt.
Lufttemperaturen am 22. November: mittags 3,0 Grad Celsius, abends 3,9 Grad; am 23. November: morgens 3,4 Grad. Maximum 4,1 Grad, Minimum 1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. November: abends 4 Grad Celsius; am 23. November: morgens 4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,0 mm.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Erste Sitzung -er Ar-eitskammer Hessen
Oer Reichsleiter der OAF. Or. Ley verpflichtet die Mitglieder der Kammer.
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»RUNDE SORTE«


