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uli 1934 gültig

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Ur. 94 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag. 23. April (935

Geographie aus dem Meeresgrund.

Mit demMeteor^ zwischen Grönland und Island.

Bon Dr.J. Frische

Soeben ist das deutsche Vermessungsschiff Meteor" von einer wissenschaftlichen Expe­dition in die isländischen Ge­wässer zurückgekehrt. Prof. D e f a n t, der Direktor des Berliner Museums für Meereskunde, der die Forschungen leitete, gab unserem Mitarbeiter einen interessanten Ueberblick über die vielseitigen Forschungs­arbeiten, die mit dieser Fahrt erfolgreich ab­geschlossen werden konnten.

10 Jahre Forschungsfahrten.

Den größten Teil unserer Erde kennen wir noch immer nicht, trotz vieltausendjähriger Mensch- yeitgeschichte, trotz der großen Entdeckungsfahrten eines Columbus, Nansen und A m u n d - sen, eines Cook, Livingstone und Sven Hedin. Der größte Teil der Erde liegt nämlich in der Tiefe der Ozeane. Bisher hat nur der Atlan­tik Geheimnisse seines Grundes preisgeben müssen, als deutsche Wissenschaftler mit dem Vermes­sungsschiffM e t e o r" von 1925 bis 1927 zwischen Europa, Amerika und Afrika kreuzten und mit Messungen und Echo-Loten den Meeresboden systematisch erforschten. Sie brachten u. a. die sen­sationelle Nachricht mit, daß dort, wo nach der Sage der ErdteilAtlantis" in der Tiefe des Ozeans seinen Todesschlaf hält, das größte Gebirge der Erde, dieAtlantische Schwelle" aus dem Grund emporragt. Von der Antarktis bis nahe an Island zieht sich dieser unterseeische Bergrücken: seine tiefste Stelle liegt 9000 Meter unter dem Meeresspiegel, seine höchsten Spitzen kennen wir als dieAzoren". DerMeteor" hat dann sein Arbeitsfeld in den N o r d a t l a n t i k verlegt und die Gewässer zwischen Island und Ostgrönland nach allen Richtungen befahren, um auch dort von dem Profil des 'Meeresbodens eineT i e f en­tarte" aufzunehmen, den namentlich für den Fischreichtum so wichtigen Gehalt an Salzen und anderen chemischen Bestandteilen des Meerwassers in seinen verschiedenen Schichten festzustellen. So­eben ist er von feiner letzten Reise zurückgekehrt, die die Erforschung der grönländischen Gewässer beendet. Sie führte die deutschen Forscher in Mee­resteile, deren Bodenbeschaffenheit noch nie unter­sucht worden sind. Das Hauptergebnis dieser Fahrt ist überraschend für alle Geographen und wichtig für die Theorien über die Entstehung des heutigen Gesichtes der Erde: DieNeufundland- sch welle" ein unterseeischer Gebirgszug, der sich nach bisheriger Annahme der Wissenschaft von der nördlichen Spitze jenes Atlantikgebirges, westlich bis zur Halbinsel Neufundland hinziehen sollte- existiert nicht

OaS Problem

»esatlantischen Tiefenwaffers".

Die Jahreszeit unserer Reise", berichtete der 'Expeditionsleiter Prof. Defant,war bedingt durch eine besondere Forschungsaufgabe: Fridtjof Nansen hat einst die Theorie aufgestellt, daß das atlantische Tiefenwasser" eine merkwürdige 'Schicht 2000 bis 3000 Meter unter dem Meeres­spiegel des Ozeans mit auffallenden Temperaturen einer eigenartigen chemischen Zusammensetzung, i 'sich in derDänemarkstraße" zwischen Island und | Grönland um diese Jahreszeit bilde und in den At­lantik absinke. Die Hinreise wie auch die Rückfahrt : war sehr stürmisch. Namentlich auf der Rückkehr von ,Neufundland nach Reykjavik hatte der kleine 1200= ' Tonnen-Dampfer schwer zu kämpfen. Fünf Tage : lang tobte ein Orkan aus Nordost, also gerade un­serem Kurs entgegen, der mit Windstärke 10 bis 12 die Brecher über das Schiff warf, so daß jedes­mal die Brücke überflutet wurde. Zeitweilig konnte

derMeteor" überhaupt nicht dagegen aufkom­men und kaum feine Position feststellen."

Labrador- und Nordamerika-Becken hängen zusammen

Aber wenigstens in dem eigentlichen Arbeitsgebiet war das Wetter günstig, so daß das Programm vollkommen bewältigt werden konnte. Während der ganzen Kreuzfahrt wurden Tag und Nacht alle fünf Minuten Lotungen vor- aenommen. Ein Teil der Besatzung machte abwech­selndLot-Wache", so daß keine Unterbrechung ein­trat und der Meeresboden sozusagen meterweise ab­getastet wurde.Durch die Lotungen unserer vier Fahrten und die wenigen, schon vorher dort an­gestellten Messungen ist jenes Gebiet das bestdurch- lotete des ganzen Atlantischen Ozeans." Da ergab sich nun: Zwischen dem Reykjanes-Rücken dem Nordausläufer der Atlantischen Schwelle, und Neufundland find wohl eine ganze Reihe unter­seeischer Bodenerhebungen vorhanden, aus denen man auf ein ganzes Gebirge schließen konnte. Solche Erhebungen finden sich aber häufig im Weltmeer. Daneben finkt jedoch der Meeresboden zum Teil sehr tief ab, so daß das Labrador-Becken mit den nordamerikanischen Becken in Tiefen von über 4000 Meter zusammenhängt. Von einer geschlossenen Bank" oderSchwelle" kann man also nicht sprechen.

Wafferproben aus 4500 Meter Tiefe.

Für die ozeanographischen Arbeiten wurde sozu­sagen einSchnitt" durch das Nordmeer gelegt, der ziemlich genau dem 45. Längenkreis west­lich Greenwich folgte und vom Kap Tarvel, der Südspitze Grönlands, bis in das Gebiet des Golf­stroms reichte. Auf dieser Linie wurden 12Statio­nen" gelegt.Wir besprachen mit dem Komman­danten, Fregattenkapitän Kurze, jeweils den Standort für die nächste Untersuchung: An der be­treffenden Stelle stoppte das Schiff dann so, daß es auch bei schärferem Seegang sich kaum vom Platze rührte. Für den Steuermann war das oft keine leichte Aufgabe, denn wir mußten z. T. noch bei Windstärke 8 unsere Untersuchungen durchführen." An einem Stahlseil wurden dann Serien von Schöpfbechern" hinabgelassen, die mit Tiefen­thermometern und anderen Aufnahmeinstrumenten verbunden waren. Die Abstände der Becher wurden so gewählt, daß die erste Serie Proben aus den Meeresschichten von der Oberfläche bis zu 1000 Me­ter Tiefe, die zweite etwa von 1000 bis 2500 uff. entnahmen. An Deck wurden die Inhalte der Behäl­ter teils in Flaschen gefüllt, um in der Heimat ihren Salzgehalt erforschen zu können, z. T. wurden Pro­ben zur sofortigen chemischen Untersuchung entnom­men. Außerdem verzeichneten die Mannschaften die Temperaturen der einzelnen Proben. Nach vier bis fünf Stunden ging die Meldung zur Brücke, daß die verschiedenen Serien bis zum Meeresgrund alle Schichten erforscht hatten, und derMeteor" fuhr weiter. Dann hatten die Gelehrten 5 bis 6 Stunden Zeit bis zur nächsten Station, um die chemischen Untersuchungen des Wassers auf seinen Gehalt an Sauerstoff, an Phosphaten und Nitraten durchzuführen.

Monographie des Nordmeers.

Ich glaube kaum", sagte Prof. Defant zum Abschied,daß sobald wieder eine Expedition tn dies, von uns nun gründlich erforschte Gebiet fah­ren wird. Die Ergebnisse dieser letzten Fahrt, na­mentlich auch über die Frage desAtlantischen Tiefenwassers", die wir jetzt an Hand des mitge­brachten Materials beantworten wollen, und das Material der früheren drei Fahrten werden wir in den kommenden Monaten zu einerMonographie der isländisch-grönländischen Gewässer" auswerten. Sie wird wohl für lange Jahre der letzte Bericht aus jener Gegend werden, denn dort herrscht ein s c» unangenehmes Wetter, daß kein Schiff ohne Not dieses Gebiet aufsucht. Wir haben viele Tage nur Himmel und Wasser gesehen. Nur einmal zeigte sich uns die zackige Küste Grönlands auf eine Entfernung von 300 Seemeilen in ihrer weißen verschneiten Pracht.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Es dringen Blüten aus jedem Zweigs

Wir erleben jedes Jahr die Baumblüte und müssen immer wieder staunend vor der Pracht stehen. Noch vor wenigen Tagen sahen die Bäume leer und öde aus, streckten ihre Aeste und Zweige wie totes Reisig in die Luft, und nun erscheinen auf einmal die Blüten in großen Mengen.

Wenn wir von der Höhe eines Berges nieder- schauen in die Täler, grüßen die blühenden Stra- tzenbäume wie weiße Perlenschnüre herauf. Jeder Baum tritt deutlich hervor und bildet einen Strauß für sich. Wie wundervoll fügt sich dieser Blüten­streifen in die Landschaft ein! Links und rechts

OieGartenstadt Gchgärten" in plan und Querschnitt.

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Oben: Die neue Straßen- und Teichanlage in den Eich­gärten, wie sie geplant ist. Die Schlageterstraße wird als Parallelstraße zur Kaiserallee erscheinen. Die kräftig gezeich­nete Schlageterstraße ist als Allee für Fußgänger gedacht, neben der sich Radfahrweg, Reitweg und Autofahrbahn hinziehen werden. Die Schla­geterstraße, die fortgesetzte Wolfstraße und die sinngemäß verlängerte zukünftige Jahn- ftraße umschließen zusammen mit dem Wieseck-Damm den Bootsteich. In den Teich vor­geschoben sind die Halbinseln, die deutlich erkennbar sind. In der Zeichnung (links unten) ist das Sporthäuschen des Eisvereins mit dem anschlie­ßenden zukünftigen Boots­anlageplatz zu sehen. Rechts des Teichs ist die Spielwiese sichtbar.

Unten: Die untere Dar­stellung zeigt die Straßen» und Teichanlage im Quer­schnitt.

Das Gebiet an den Eichgärten wird wir berichteten bereits am Samstag eingehend darüber zurGartenstadt Eichgärten" ausgestaltet. Die beiden hier wiedergegebenen Pläne lassen das Projekt in großen Zügen erkennen. DieGartenstadt Eichgärten, insbesondere die Allee- und Teichanlage, dürfte nach ihrer Fertigstellung zu einem gern besuchten Erholungsplatz unserer einheimischen Bevölkerung werden.

Barcaroie."

Lichtspielhaus.

Die berühmteste Melodie ausHoffmanns Er- , zählungen" bildet das Leitmotiv zu diesem Film, den der Dramatiker Gerhard Menzel geschrieben hat und der offenbar vonMaskerade" beeinflußt wurde ohne freilich die künstlerische Geschlossen­heit dieses Filmes zu erreichen. Die heitere Welt des alten Venedig vor dem Kriege gibt hier den Schauplatz ab wie dort das kaiserliche Wien. Und es kann kein Zweifel fein, daß dieser Schauvlatz in Verbindung mit der graziösen, schwärmerischen und wahrhaft amourösen Musik einen bestechenden Rahmen für eine Liebesgeschichte schafft. Dabei ist, soviel uns bekannt ist, das ganze Venedig samt dem Rialto, samt seinem Karneval, seinen Gondeln und seinen Palästen im Atelier von Neubabelsberg auf- gebaut worden. Eine interessante und (auch archi­tektonisch) geschickt gelöste Aufgabe für die Jnsze- mierung von Gerhard Lamprecht, dessen Starke uns hier in der Ausgestaltung gewisser Einzel­heiten und Episoden zu liegen scheint^ Wir denken etroa an die auf den Höhepunkt der Spannung ge- i triebene Szene mit der Glücksprobe im Palazzo : ßorcban; oder an die hübsche und natürlich durch- aus symbolisch gemeinte Szene mit dem Schlff- «chen-Orakel: die Liebenden lassen eine Papiergondel i von der Rialto-Brücke ins Wasser fallen und roei5= sagen sich aus der mehr oder minder glückhaften Fahrt des Spielzeugs das Schicksal ihrer meist flüdp i tigen Neigung. Die Welt, in der die Handlung sich I begibt, läßt sich rein bildmäßig und filmisch üder- iaus vielseitig, malerisch und stimmungsvoll ausge­istalten. ist uns freilich innerlich, nicht nur landschaft- Ilich, zeitlich und im historisch wirkenden Kostüm von 1911, bereits sehr fern gerückt: in einer feudalen ^Herrengesellschaft werden die leichtfertigsten Spiele «gespielt und die frivolsten Wetten abgeschlossen; der jjunge Kavalier Colloredo, ein Günstling der Frauen lunb Liebling des Glücks, verpflichtet sich vor seinen 'Freunden, angestachelt von einem eifersüchtigen INebenbuhler und ohne auf wohlmeinende Wär­mungen zu hören, im Laufe einer Nacht die Gunst «einer ihm bis dahin völlig fremden Frau zu ge- itmnnen und am andern Morgen ihren Lieblings- jschmuck zum Zeichen feines Sieges vor allen Zeu- ,gen der Wette vorzuweifen. Da der Gatte dieser :^rau, ein finsterer Mexikaner, im ungeeignetsten lAuaenblick in der Herrengesellschaft erscheint, ist der Ikavaliermäßig-blutige Abschluß des Abenteuers von ivornhereirt gesichert. Doch die Entscheidung fällt

schon früher auf eine allen Beteiligten unerwartete Weife: Colloredo erlebt nach seinen zahllosen Liebe­leien zum ersten Male in dieser Nacht unter den verwirrenden und betörenden Klängen der Bar- carole die erste und einzige große Liebe seines Lebens. Die gegebene Lösung, mit der hier auch gespielt wird, wäre die Flucht der beiden in ein neues Leben. Aber die Frau will ihr Kind nicht zum Opfer ihrer Leidenschaft werden lassen, und Colloredo ist natürlich gefühlsmäßig nicht in der Lage, feine Wette mit einem billigen Triumph zu gewinnen. Ihm genügt das reine und wunschlose Glück, die Verwandlung und Verzauberung dieser einen Nacht; er stellt sich am andern Morgen sei­nem Gegner und fällt im ersten Gang von der Hand feines roaffengeübten und in Ehrenhändeln erfah­renen Gegners.

Gustav Fröhlich spielt den jungen Colloredo: welch eine Verwandlung vom Berliner Oberwacht­meister Schwenke zum venezianischen Kavalier. Da­bei liegt iym diese Rolle ohne Zweifel, und er be­herrscht sie von Anfang bis zuletzt mit einer über­zeugenden Selbstverständlichkeit. Zwar fehlt ihm oer dämonische Zug, den Wohlbrück seinerzeit in der Maskerade" aufbrachte. Aber das Leichte, Leicht­sinnige und Spielerische dieser Rolle gelingt ihm ausgezeichnet, und man begreift auch die jähe Ver­wandlung unter dem Eindruck eines großen und einmaligen Erlebnisses. Minder glücklich ist für unser Gefühl die Besetzung der Partnerin Giacinta: diese Rolle spielt Lida B a a r o v a , ein neuer Star der Ufa, der hier zum ersten Male gerausgebracht wird. Man muß sich immerfort vorstellen, was wohl die Wessely aus solcher Aufgabe gemacht hätte, ob­wohl sie nicht einmal der Typ wäre, der hier ge­meint war. Die Baarova ist kaum die große Lieb­haberin, die man hier zu sehen erwartet; sie wirkt elegant, gepflegt, aber immer etwas kühl und un­gelöst, ein Eindruck, der noch durch das spröde und etwas fremdländisch klingende Organ unterstrichen wird. Erft spät gelingt ihr die Lockerung und die Andeutung einer zarten und weichen Hingabe. Recht gut und scharf charakterisiert gibt Willy Birgel, ebenfalls ein neuer Mann der Ufa, den Zudaran; sehr geschickt und lebendig in kleineren Rollen Hubert von M e y e r i n ck , Will Dohm, Elsa Wagner und Hilde Hildebrand

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Der Film erschien gestern, am zweiten Dftertag, zum ersten Male im Lichtspielhaus; im Vor- progrartim sah man die neue Wochenschau und ein etwas langatmige» Lustspiel.r

Kampf mit einem Tintenfi *.

Einen ungewöhnlichen Kampf hatten kürzlich zwei Fischer zu bestehen, die in der Nähe desGoldenen Tores" am Eingang der Bucht von San Franzisko an der Küste des Stillen Ozeans ihrem Handwerk nachgingen. Der eine der Fischer, Frank Coltrin, watete bis zum Gürtel in dem seichten Wasser, um seine Netze einzuholen, als er plötzlich von einem Tintenfisck angegriffen wurde. Das Tier umschlang ihn mit feinen Armen, so daß er sich kaum mehr bewegen konnte, und zog ihn langsam ins tiefere Wasser. Verzweifelt rief Frank Coltrin um Hilfe, und ein zufällig in der Nähe beschäftigter Fischer, Harry Simmons, lies herbei, um ihn aus den Armen des gefährlichen Tieres zu befreien. Als Waffe hatte er nur ein kurzes Messer zur Hand, mit dem er dem Tintenfisch zunächst einen Arm abhieb. Aber das Tier ließ sich dadurch nicht abwehren, die Um­schlingungen wurden nur um so heftiger, und der bewußtlose Coltrin wäre beinahe unter die Wasser­oberfläche gezogen worden. Da gelang es Simmons, dem Fisch einen tiefen Stich zwischen die Augen zu versetzen. Sofort ließ der Druck der Arme nach, das Tier löste sich von dem Fischer und schwamm lang­sam in die See hinaus. Simmons trug den völlig erschöpften Freund ans Ufer; die Befreiung war in allerletzter Minute erfolgt, denn länger hätte Col­trin dem Druck der Fänge nicht mehr widerstehen können. Nach einiger Zeit wurde der Tintenfisch tot an den Strand geschwemmt.

Zeitschriften

sind die Wege für eine künftige Eheberatung be­reits klar gezeichnet. Die folgenden Kurznachrichten über raffenhygienische und bevölkerungspolitische Maßnahmen und Ereignisse machen auch den übri­gen Teil des Heftes interessant und lesenswert.

Hochschulnachnchten.

Der Literarhistoriker Geheimrat Professor Dr. Ernst Elster an der Universität Marburg feiert am 26. April feinen 7 5. Geburtstag. Geheim­rat Elster, ein geborener Frankfurter, wurde 1903 in Marburg zum Ordinarius ernannt und lebt jetzt im Ruhestand. Don seinen zahlreichen Arbeiten nennen wir vor allem diePrinzipien der Litera­turwissenschaft" undDeutschtum und Dichtung".

Professor Dr. phil. Dr. rer. pol. h. c. Andreas Voigt, der entpflichtete Ordinarius der Volks­wirtschaftslehre an der Universität Frankfurt, beging dieser Tage feinen 75. Geburtstag.

Professor D. Dr. Robert Winkler, Ordina­rius für Religionsphilosophie und systematische Theologie an der Universität Heidelberg, hat einen Ruf an die Universität Breslau ange­nommen.

Dr. Karl Friedrich Schmidhuber, Privat­dozent für Zahnheilkunde an der Universität Bonn, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Heidelberg ernannt worden.

Der Privatdozent Dr. Paul L. Strack an der Universität Bonn hat einen Rus auf den Lehr­stuhl für alte Geschichte an der Universität Kiel erhalten.

Im Aprilheft der ZeitschriftVolk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München, Ein­zelpreis 70 Pf.) weift u. a. Enno Folkerts in einem reich bebilderten AufsatzDie Bedeutung der Lei­besübungen für den rassischen Bestand des deut­schen Volkes" auf die auffallende Aehnlichkeit in Haltung und Ausdruck bei griechischen Statuen und jungen nordischen Sportsleuten hin. Wie weit die Wissenschaft in der Vorhersage erbkranker, erb« gesunder und erbbegabter Kinder, einer der wesent­lichsten Grundlagen künftiger Eheberatung, vorge­schritten ist, zeigt Pros. Rüdin, der Reichsleiter der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene. Das SondergebietNasse und bösartige Gewächse" un­tersucht an Hand gründlicher Versuche an Tieren Prof. Dr. Hans Auler, Berlin. Aus dem Gebiete der Vererbbarkeit der Psychopathie ist die Wissen­schaft schon weiter fortgeschritten, wie Prof. H. F. Hoffmann, Gießen, in seinem Beitrag .PwGo- i natnie und 'Eheberatung" zeigt:' auch fver steht die I I Wissenschaft erst am Anfang ihrer Arbeit doch |

Professor Dr. Behrens, Extraordinarius für Pharmakologie an der Universität Berlin, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Kiel ernannt worden.

Professor Dr. Georg Joos von der Unioersi- tat Jena erhielt einen Ruf auf den Lehrstuhl der theoretischen Physik an der Universität Göt­tingen.

Geh. Rat Professor Dr. Karl M a r b e, Ordina­rius für Philosophie und Psychologie an der Uni­versität Würzburg, ist auf sein Ansuchen mit Ablauf des kommenden Sommersemesters von sei­nem Lehramt entbunden worden.

Professor Dr. Wilhelm Blaschke, Ordinariu» für Mathematik an der Universität Hamburg, ist zu Gastvorlesungen an der Universität Sofia (Bulgarien) eingelaben worden.

Professor Karl Ehrenberg an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln ist zum ordentlichen

I Vrof-'ssor an der Staatlichen Akademie der Ton- I kunst in München ernannt worden