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Aus Natur und Technik

Schweres Waffer und schwerer Wasserstoff

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, , , !iste. Diese Kiste hat eine Höhe von nur zehn Zentimetern. Die Oberseite besteht aus Glas, die untere aus Kupferplatten. In dem engen Raum zwischen dem Glasdeckel und dem mit den Kupferplatten beschlagenen Boden zieht sich in schlangenförmigen Windungen ein Kupferrohr hin. Die Kiste wird schief wie ein Satteldach aufgestellt, so daß sie nach der Sonne zu gerichtet ist. Sie steht also nördlich des Aequators mit ihrer oberen glä-

setzen

Die Sonne erwärmt auch die Gewässer. Im Win­ter reicht ihre Wärmestrahlung in vielen Gegenden nicht aus, das Einfrieren zu verhüten. Eine ganze Anzahl von Fischen bleibt auch in Seen am Leben, die im Winter bis auf den Grund frieren. Sie frie­ren ein und geraten in eine Art von Winterstarre. Im Frühling erwachen sie wieder und dann so lebendig wie zuvor. Da aber das Einfrieren ver­schiedenen Arten von Fischen und auch anderen

Es ist wohl im allgemeinen bekannt, daß der einen Hauptbestandteil des Wassers bildende W a s- serstoff das leichteste aller Gase ist, ' ebenso auch, daß er deshalb zur Füllung von Luftschiffen verwendet wird. Schon aus diesem , Grund wäre die vor etwa zwei Jahren erfolgte Entdeckung der doppelt so schweren Abart des Ga­ses recht bemerkenswert. Denn da für gewöhnlich beide Formen gemischt auftreten, so ist das Gewicht des unvermischten reinen leichten Was­serstoffs noch etwas geringer als bisher angenom­men wurde. Bei der Kleinheit des Bruchteils, der auf dem schweren Wasserstoff entfällt (ungefähr 1/5000), macht dies freilich nicht viel aus.

Sehr merkwürdig und bezeichnend für die pein­liche Genauigkeit, mit der heutzutage in der Wis­senschaft gearbeitet wird, ist die Art, wie er auf­gefunden wurde. Natürlich ist Wasserstoff schon un­zählige Male gewogen worden; es ergab sich aber immer dasselbe Gewicht, wie verschieden auch die Herkunft des gewogenen Wasserstoffs war. Jahre­lang fand man dies in bester Ordnung, bis einige besonders schlaue Köpfe doch einen Haken bei der Sache fanden. Wenn man ll. egt, so muß man vor allem auf die zum Vergleich benutzten Gewichtstücke achten. Man darf nicht erwarten, dieselbe Zahl für das Gewicht zu finden, wenn man bei verschiedenen Wägungen mit verschieden schweren Gewichtsstücken arbeitet. So aber war es hier, denn der Wasser­stoff wird mit Sauerstoff gewogen, von dem es gleichfalls mehrere Arten gibt, die verschie­den schwer sind. Manche Wägungen wurden nun mit gemischtem, manche mitleichtem" Sauerstoff vorgenommen, und sie hätten eigentlich eine ver­schiedene Zahl für das Gewicht des Wasserstoffs ergeben müssen. Da das nicht der Fall war, ver­mutete man das Vorhandensein von verschiedenen Arten Wasserstoff, was sich denn auch bestätigte.

Was heißt es nun aber, wenn wir von verschie­den schweren Arten desselben Grundstoffs sprechen? Um das beurteilen zu können, müssen wir freilich die Grundvorstellung unserer Atomtheorie ken­nen, nach denen jedes einzelne Atom eines Grund­stoffs aus einem Kern und ihn umkreisenden Elek­tronen besteht. Der Kern ist elektrisch geladen, und nach der Größe dieser Ladung richtet sich die Zahl und auch die Anordnung der umlaufenden Elektro­den. Durch diese aber wird wiederum das chemische Verhalten bestimmt. Daher kommt es, daß man auch bei verschiedenem Gewicht des Kerns vom gleichen Grundstoff spricht, wenn die elektrische Ladung des Kerns und sonach das chemische Verhalten diesel­ben geblieben sind. So gibt es z. B. zwei verschie­den schwere Atome des chemischen Grundstoffs Chlor. Eines wiegt 35, das andere 37. (Die Ge­wichte der Atome werden stets im Verhältnis zum Gewicht des Wasserstoffs angegeben. Das Atom-

Waffertieren sowie den Pflanzen schadet, insbeson­dere solchen, die aus tropischen in nördlichere Ge­wässer verpflanzt worden sind, hat man Versuche gemacht, ganze offene, in der freien Natur befind­liche Teiche künstlich zu erhitzen. Zu die­sem Zweck wurden auf dem Boden der Teiche ent­lang ihrer Längsseiten Rohre verlegt, in die inner­halb einer Schutzschicht elektrische Heizkörper einge­bettet waren. Ein an der Wasseroberfläche ange­brachter Wärmeregler sorgte selbsttätig dafür, daß die Wassertemperatur immer die gleiche blieb. Sie ging auch bei großen Schwankungen der Außentem­peratur niemals unter 24 Grad zurück und stieg niemals über 26,5 Grad an. Daher gediehen Blu­men wie Fische genau so wie im Sommer. Wir haben hier also etwas ähnliches wie ein ms Was­ser verlegtes Treibhaus vor uns.

Als ein besonderes Kunststück auf dem Gebiete der Wärmetechnik muß die Erhitzung einer Wasser­masse bezeichnet werden, die ausreichte, um darin ein ganzes Schiff auszukochen. Das Schiff non- 9000 Tonnen enthielt Del, das fest geworden war. Um dieses wieder in den flüssigen Zustand überzuführen, wurde das ganze Schiff in ein englisches Schwimm­dock von.135 Meter Länge und 20 Meter Breite gebracht. Die gewaltige Wassermenge dieses Riesen­behälters wurde durch eingeleiteten überhitzten Dampf bis zum Siedepunkt erhitzt. Im kochenden Wasser ging das Oel wieder in flüssigen Zustand über, so daß es herausgepumpt werden konnte.

gewicht 35 bedeutet also, daß dieses Atom 35 mal chwerer ist als das Atom Wasserstoff.) Diese beiden Atomarten sind im Gas Chlor in einem bestimmten unveränderlichen Verhältnis gemischt. Der Kern der zwei Atome ist also verschieden schwer (das Ge­wicht der Atome wird nämlich nur vom Kern be- timmt, da die um den Kern kreisenden Elektronen o leicht sind, daß ihr Gewicht nicht in Betracht kommt); die elektrische Ladung der beiden Atom­kerne ist aber die gleiche; daher ist auch die Zahl der Elektronen in beiden Atomen gleich. Da aber

schäft. Das heißt, wir roden Wälder, pflügen und hacken im Schweiß unseres Angesichts den Acker­boden, pflegen und betreuen die Feldfrüchte, machen uns zum willigen Diener der Pflanze, alles nur deswegen, weil sie ein größerer Chemiker ist als wir.

Ganz phantastisch aber ist, wie die Pflanze ihr Blattgrün selbst betreut, damit es das Beste an Arbeit leiste. Es braucht, um tätig sein zu können, das Tageslicht, und nun brauchte man ein ganzes Buch, um zu beschreiben, was es alles für Vor­richtungen gibt, um die beste Beleuchtung des Blatt­grüns zu sichern. Ich will nur eine einzige hier her­vorheben, die vielleicht die wunderbarste aller der­artigen Erfindungen ist.

Es gibt in den Teichen uni Seen, aber auch im Meer ganz kleine Pflanzen, die darauf angewiesen sind, sich durch die Tätigkeit ihres Blattgrüns zu er­nähren. Deshalb dürfen sie nicht in die Tiefe sinken, denn Blattgrün braucht Sonnenlicht. Da aber auch eine kleine Pflanze ihr Gewicht hat, sinkt sie doch. Da bedarf es also einer Erfindung, um das zu verhindern. Die einen sind nun so gebaut wie unsere Schiffe; durch Oberflächenvergrößerung verdrängen sie mehr Wasser als ihrem Gewicht ent­spricht. Es gibt aber welche unter diesen Wasser­pflänzchen, die einen Ehrenplatz in einem Museum technischer Meisterwerke verdienen. Sie haben näm­lich T u r b i n e n f o r m. Wenn sie sinken, lenken sie den ihnen entgegenkommenden Wasserstrom ent­lang einer Spiralbahn an ihrer Oberfläche bis da­durch ein Rückstoß entsteht, der ihnen wieder Auf­trieb verleiht. Dann steigen sie wieder und pendeln so zwischen stetem Sinken und Aufsteigen in der belichteten oberen Wasserzone.

Es gibt auch solche kleine Wasserpflänzchen, die durch eigene Bewegung schnell schwimmen. Und diese haben geradezu klassische Strom- linienformen Man weiß doch, was das ist. Jeder Rennwagen hat das heute, nicht weniger der Zeppelin. Eine eigentümliche Zuspitzung nach hin­ten, eine ganz bestimmte Gestaltung, welche den

reines schweres Wasser können Lebewesen nicht ver. tragen, sie gehen an ihm zugrunde.

Ganz besonders wichtig und vielversprechend sind Versuche der folgenden Art: Wenn man etwa ein Stück Zucker in Wasser löst, so wußte man bisher sehr wenig darüber, ob der gelöste Zucker und das Wasser in irgendwelche Beziehungen zueinander tre­ten. Nun enthalten sowohl das Wasser als auch der Zucker Wasserstoff. Wenn man nun Zucker, der kei­nen schweren, sondern nur gewöhnlichen Wasser­stoff enthält, in Wasser löst, in dem sich auch schwe­res Wasser befindet, so kann man nach einiger Ze»t feststellen, daß nunmehr auch der Zucker schweren Wasserstoff enthält. Es hat also in der Lösung ein Austausch stattgefunden. Dieser geht natürlich immer vor sich, auch wenn kein schweres Wasser da ist, nur daß man dann kein Mittel hat, ihn nachzu­weisen. Sehr merkwürdig ist auch, daß, wenn man Wasser durch den elektrischen Strom in Wasserstoff zerlegt, sich das gewöhnliche und das schwere Was­ser durchaus nicht gleichmäßig daran beteiligen, sondern das gewöhnliche Wasser viel stärker. Auf diese Weise gewinnt man auch jetzt schweres Wasser. Man geht von 10 oder 20 Litern Wasser aus und zersetzt es bis auf ein paar Gramm durch den elektrischen Strom; der nicht zersetzte Rest ent­hält überwiegend schweres Wasser.

Sehr wichtig sind auch die Atome des schweren Wasserstoffs für unsere Atomforschung. Das ergibt sich daraus, daß alle Forschung immer vom Ein­facheren zum Schwierigeren fortschreiten muß. Was­serstoff ist aber nicht nur der leichteste, sondern, was damit zusammenhängt, auch der einfachste aller Grundstoffe; es ist also hochwillkommen, daß man ihn nun sozusagen in einer zweiten Ausgabe vor sich hat. Er bewährte sich übrigens auch zur Un­tersuchung anderer Atome, denn bei den jetzt so häufigen Atom-Zertrummerungsversu- ch e n sind schwere Wasserstoffatome als Geschosse ganz besonders wirksam.

So hat sich die Entdeckung des schweren Wasser­stoffs und des schweren Wassers als außerordentlich fruchtbar erwiesen, und es ist wohl verständlich, daß sie dem glücklichen Entdecker, dem Amerikaner Urei), den Nobelpreis eingetragen hat.

Arme und Beine gebaut. Sie sind ein System von Trägern, überaus sinnreich angeordnet, von Fall zu Fall anders, was sich erproben läßt, wenn ein Knochen bricht und dann wieder heilt. Beide An- ornungssysteme, die im Pflanzenstengel oder Kno­chen und die in den Eisenhochbauten folgen dem­selben Gesetz, so verschieden auch die Ausführung im einzelnen ist, und so ist es für einen Techniker gar nichts Widersinniges, wenn man einen Halm, einen Pflanzenknochen oder einen Funkturm einen eisernen Halm nennen würde.

Man staunte diese Tatsache in Fachkreisen zunächst viele Jahre an, bis man auf den Einfall geriet, im Tier- und Pflanzenleib nach weiteren Gegenstücken unserer Erfindungen zu suchen. Nie wurde noch ein Forschen reicher belohnt. Ich habe ein ganzes großes Buch über die Erfindungen geschrieben, die im Bau der Pflanze allein verwirklicht sind und habe darin allein über hundert solche technische Leistungen zusammengestellt. Im Tierleib, in un­serem eigenen Körper sind es nicht weniger, eher mehr, denn er ist viel verwickelter.

Da ist unser Herz und seine großen Blutge­fäße; Pumpen sind es mit Ventilklappen und in manchem so vollkommen, daß es den Neid der Tech­niker herausfordern könnte. Da ist aber das A u g e, eine gutgebaute photographische Kamera mit Linse und Jrisblende, in diesem Fall merkwürdigerweise vom Menschengeist so übertroffen, daß ein be­rühmter Universitätslehrer seinen Hörern sagen konnte: ich würde den Mechaniker einen mittel­mäßigen Meister, ja einen Stümper nennen, wenn er mir nur einen so fehlerhaften Apparat liefern 'be, wie es eigentlich unser Auge ist.

Das Allermerkwürdigste aber, was sich auf diesem Forschungsgebiete herausgestellt hat, bietet immer wieder die Pflanzenwelt.

Es gibt da eine Erfindung, die an sich alles in den Schatten stellt, was menschliche Geisteskraft ge­schaffen hat und das ist das Blattgrün. Blatt- qrün ist ein chemischer Stoff, der aus Kohlensäure und Wasser Mehl, nämlich Stärkemehl, bereiten kann. Weil e r das kann, treiben w i r Landwirt-

Kiefer. Der hat zwei kleine Ballons umgebunden, in denen sich bei Sonnenschein die Luft erwärmt. Dann steigt er hoch über Baum und Wald, schwebt weit im 'Frühlingswind über das Land und finkt ganz sachte in der Abendkühle wieder in das Meer der Kiefernheide zurück, aus dem er aufstieg.

Doch genug der Beispiele. Eine ganze Wissen­schaft (die Biotechnik heißt) ist entstanden aus dem Studium des Tier- und Pflanzenkörpers nach tech­nischen Gesichtspunkten. Wir wissen heute, daß die Technik hunderterlei Anregungen aus diesem Stu­dium schöpfen kann und auch geschöpft hat. Ader das große Wunder, das in dieser Tatsache steckt, ist noch nicht erklärt. Denn es ist nur eine Tat­sache, aber keine Erklärung, daß zwischen Leistung und Form ein gesetzmäßiger Zusammenhang besteht. Ohne die entsprechendetechnische Form" kommt die Leistung nicht zustande, ob sich nun das Ge­schehen in der Natur oder in der Technik abspielt. Das wissen wir heute mit voller Bestimmtheit, und so wundert es uns nicht weiter, daß für die ein­zelnen Leistungen auch die dazu gehörigen Einrich- tungen sich in den lebenden Wesen finden. Aber warum das so ist? Da schweigt die Einsicht man kann da nur, mit einer Abänderung eines Goethe- roortes, das Erkannte sich nutzbar machen, das Un° erforschliche darin aber muß man schweigend ver- ehren.

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das chemische Verhalten der Atome, also ihre Eigen­schaften nur durch die Zahl der Elektronen bestimmt werden, zeigen die beiden Atome mit dem Gewicht 35 und 37 das nämliche chemische Verhalten, beide sind Atome des Elements Chlor. Wichtig ist nun, daß nicht alle denkbaren Gewichte bei den Kernen Vorkommen, sondern, wenn man das Gewicht des gewöhnlichen Wasserstoffs als 1 bezeichnet, nur die ganzzahligen. Es gibt also nur Atome mit den Ge­wichten 1, 2, 3 usw, nicht aber Atome mit den Ge­wichten 1,2 oder 2,5 usw. Bei Atomen desselben Grundstoffs kommen auch nur benachbarte Gewichte vor, und nun sieht man: Wenn Atome desselben Stoffs etwa teils 34, teils 35 ober gar teilweise 200 und teilweise 201 wiegen, so macht das im Ver­hältnis längst nicht so viel aus, wie wenn das Ge­wicht von Atomen desselben Stoffs wie beim Was­serstoff teils 1 und teils 2 beträgt, denn dann liegt ja eine glatte Verdoppelung vor. Aber gerade weil man hier einen so handgreiflichen Unterschied hat, kann man ganz besonders gut den Einfluß des Gewichts untersuchen, und deshalb war der schwere W a s s e r st o f f für die Physiker beson­ders wertvoll.

Wasser, dessen Wasserstoff von der schweren Ab­art ist, heißt schweres Wasser; bei ihm macht sich der Gewichtsunterschied nicht mehr so stark be­merkbar wie beim Wasserstoff. Das ist verständlich, wenn wir uns erinnern, daß der Wasserstoff nur den achten Teil vom Gewicht des Wassers aus­macht.. Aber mit den unheimlich scharfen Verfah­ren der heutigen Naturwissenschaft kann man doch noch sehr gerinfügige Spuren von schwerem Wasser in gewöhnlichem Wasser nachweisen. Wahrhaft er­staunlich ist nun der Fleiß, mit dem man seit der Entdeckung des schweren Wasserstoffs alle Arten von Wasser auf seine Beimengungen von schwerem Wasser untersucht hat. Aus allen Meerestie- f e n hat man Wasser heraufgeholt, man hat pflanz­liche, tierische, menschliche Säfte und Absonderungen von d^r Muttermilch bis zum Harn untersucht, über­all das Verhältnis der Beimengung an schwerem

fernen Seite nach Süden zu und hat dadurch die längste ausnützbare Zeit ständig Sonne. Die Sonne erwärmt die Kupferschlange und den Kupferboden. Beide stehen miteinander in unmittelbarer Berüh­rung. Auch die auf den Kupferboden gestrahlte Wärme wird daher infolge des guten Wärme­leitungsvermögens der Metalle ohne weiteres auf die Schlange übergeleitet und zur Erhitzung ihres Inhalts ausgenutzt. Der Inhalt der Kupferschlange besteht nicht aus dem zu erhitzenden Wasser; dieses befindet sich vielmehr in einem besonderen hinter der Kiste mit dem Kupferboden und dem Glas­deckel stehenden Behälter, der aufs sorgfältigste

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Oer lebende Organismus unterscheidet gewöhnliches und schweres Wasser.

Don Professor Dr. Paul Kirchberger.

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Im gleichen Museum könnte aber auch bei Montgolfiöre, dem Warmluftballon, sein türliches Vorbild abgebildet sein. Das ist nichts deres als der Blüten staub unserer heimischen

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mit Wärmeschutzmitteln umkleidet ist. Die ihm zu­geführte Wärme kann also nicht entweichen. Durch die Kupferschlange wird ein Gemenge von Alkohol und Wasser hindurchgeschickt, das, nachdem es die durch den Glasdeckel eingestrahlte Warme ausge­nommen hat, infolge feiner Erwärmung von selbst nach oben in den etwas höher stehenden Wasser­behälter emporsteigt. Hier umkreist es innerhalb der Wärmeschutzhülle das eigentliche Wasseraefaß, das aus dünnem Metallblech besteht. Durch dieses Blech hindurch wird die Wärme an das Wasser ab­gegeben. Das Alkohol-Wassergemisch fließt wieder in das Schlangenrohr zurück und nimmt hier von neuem Sonnenwärme auf. Auf diese Weise wird durch einen ftänöigen Kreislauf eine Er­hitzung des Wasservorrats herbeigeführt, und zwar auf sehr einfache Art, denn die Anlage arbeitet vollkommen selbsttätig. Es sind weder Spiegel dem Laufe der Sonne nachzuführen, noch sind Pumpen nötig, um die Erhitzungsflüssigkeit in Umlauf zu

Gonnenwärme leistet Arbeit.

Don Or. Helmut Thvmasius

Auf dem Gebiete der Technik gibt es ein Anzahl von Fragen, die nicht zur Ruhe kommen wollen. Seit weit zurückliegenden Zeiten tauchen sie in mehr ober minder großen Zwischenräumen immer von neuem wieder auf. Einige davon haben inzwischen ihre Lösung gefunden. Es sei an die des Fliegens erinnert die uns schon in der Sage von Düdalus und Ikarus entgegentritt. Mit anderen wiederum sind wir auch heute noch beschäftigt. Zu ihnen ge­hört die Ausnutzung der Sonnenwärme. Auch dieser Gedanke ist schon sehr alt, soll doch be­reits Archimedes versucht haben, mit Hilfe von Brennspiegeln die feindlichen Schiffe in Brand zu stecken. Bei diesen Brennspiegeln ober bei Brenn- gläsern ist es im allgemeinen überall geblieben, wo man bie Hitze ber Sonne zu verwerten suchte. Ihre Wärmestrahlen würben mit Hilfe von mächtigen Spiegeln ober von einer Anzahl von Linsen ge­sammelt unb nach einer enger begrenzten Fläche ge­worfen. Das war gewöhnlich ein mit Wasser ge­füllter Behälter, dessen Inhalt sich erwärmte und sogar in Dampf verwandelte.

Wir finden derartige Einrichtungen fast bei allen Arten von Sonnenmotoren wieder, die im

Stromlinie" ist im Laufe der letzten Jahre eines der volkstümlichsten Schlagwörter geworden. Der eigentliche Sinn dieses wichtigen technischen Prinzips wird noch häufig falsch gedeutet. Will man die Wirkung der Stromlinienform in einem einzigen Satz ausdrücken, so kann.man sagen, daß sie die Gestalt des Körpers darstellt, der in seinem Kielwasser was in übertragener Bedeutung auch für die Luft gilt die geringste Menge von Unruhe und Bewegung entstehen läßt. Diese Un­ruhe aber kostet bei der Fortbewegung von Fahr­zeugen Kraft und Brennstoff. Ein Körper wird bei der Verwirklichung der Stromlinienform in seinen Umrissen soweit geglättet, daß er die Lust oder das Wasser mit dem geringsten Widerstand durchschneidet. Deshalb kann man die Stromlinie mit Recht die Mutter der Geschwindigkeit nennen. Wie wichtig ihre technische Verwertung ist, beleuch­tet die Tatsache, daß ein nach diesem Prinzip ge­bauter Körper nur ungefähr ein Zwanzigstel des Widerstandes auslöst, der von einem anderen von gleicher jedoch nicht zugespitzter Vorderfläche aus­geht. Zur Erklärung der Stromlinienform hat man oft auf die Umrisse eines fallenden Regentropfens hingewiesen. Nun ist es allerdings nicht praktisch möglich, ein Auto ober ein Flugzeug vollkommen nach bem Stromlinienprinzip zu bauen, so baß es das theoretisch errechnete Mindestmaß an Unruhe, Widerstand und Geräusch hervorruft. Bei den Autos stören vor allem die Räder, die Kotflügel und die Windschutzscheibe unb bei ben Flugzeugen die Tragflächen unb bas Fahrgestell die reine Ver­wirklichung dieses technischen Gedankens. Bei der Konstruktion von Verkehrsfahrzeugen, denen das Leben von Menschen und die Sicherheit von Gütern anvertraut sind, müssen auch andere Grundsätze be­rücksichtigt werden. Man denke nur an die Mög­lichkeit, genügend Raum für Gepäck oorzusehen, ein Bedürfnis, das dem Stromlinienprinzip bis zu einem gewissen Grad widerspricht. Die Anwendung der Stromlinienform unter weitgehender Zurück­stellung aller anderen praktischen Notwendigkeiten erweist sich erst dort als zweckmäßig, wo wirklich hohe Geschwindigkeiten erzielt werden sollen. Dar»

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Laufe ber Zeiten auftauchten. Um einen Sonnen­motor hanbelte es sich nämlich bei biefen Versuchen fast stets. Die Wärme ber Sonne sollte eine Maschine betreiben. Diese Art, Arbeit sozusagen aus bem Nichts zu gewinnen, war überall ba sehr erwünscht, wo es fein» Kohlen gab. Wir jinben deshalb einzelne Sonnenmotoren an Stellen heißer Gegen­den, wo die Kohlen schon infolge der Kosten für die Beförderung sehr teuer sein müssen. UeberaU fallen uns die riesigen, in einzelnen Fällen lange Reihen bildenden Spiegel auf. Besondere Einrich­tungen sorgen dafür, daß die spiegelnden Flächen dem Lauf der Sonne folgen, unb die Strahlen, wo diese auch stehen mag, nach ber richtigen Stelle laufen. Der Sonnenmotor benötigt zu seinem An­trieb des auf diese Weise erzeugten Dampfes und soll vor allem Arbeit leisten. Es gibt aber auch noch eine andere Seite ber Frage, wie man bie Wärme­strahlen der Sonne ausnützen könnte. Nicht überall ist Dampf nötig, nicht überall handelt es sich um Maschinenbetrieb. In sehr vielen Fällen braucht man bloß Wärme, meist in Gestalt von heißem Wasser. Diese Wärme soll auf möglichst einfachem Wege, also ohne die großen Brennspiegel oder die Verwendung von Brenngläsern erzeugt werden.

, Daß auch durch Sonnenwärme das Wasser f ü r den Haushalt erhitzt werden kann, lehrt uns jeder Dachboden. Wir alle kennen die Hitze, die im Sommer unter unseren Dächern herrscht. Wir lasen mit Schaudern von ben Dualen ber Gefange­nen, die in früheren Jahrhunderten unter den Gluten der Bleikammern von Venedig schmachte­ten, dieser Dachgeschosse, die mit Bleiplatten ein­gedeckt waren. Eigentlich muß man sich wundern, daß man aus diesen Hitzeansammlungen nicht schon früher die nötigen Folgerungen zog. Den Beweis, daß man mit einer Art von eigens für diesen Zweck richtig ausgeführtem Dach wirklich heißes Wasser für den Gebrauch im Haus erzeugen kann, hat jetzt eine Gesellschaft in Kalifornien geliefert. Mit einer verhältnismäßig kleinen und sehr ein­fachen Anlage, die sich in jedem Garten, aber auch auf jedem Dach aufstellen läßt, beschafft sie das für den Haushalt notwendige hinreichend hoch er­hitzte Wasser in sehr bequemer Weise. Die ganze

Technische Modelle in der flatur.

Äon Or. h. r. JRaout $rance

Daß nicht nur der Mensch arbeitet unb werkt, daß nicht nur er im Erdboben gräbt, aus Steinen unb Lehm baut, baß nicht nur er schwimmt, klet­tert, sich Werkzeuge schafft, fonbern baß auch bie Tiere in vielen Techniken Meister sinb man denke nur an die webende Spinne, die k u n st .- vollen Nester der Vogel, die wunderbaren Bauten des Bibers, oder bie straßenanlegen­den und sie vollendet durch Tunnels und Schutz­maßnahmen sichernden Ameisen, das ist nach­gerade ein Gemeingut aller Menschen geworden, die sich ein wenig mit der Natur und ihrem Leben beschäftigen. Das Tier ist ein Techniker und noch ein bewunderungswürdiger dazu.

Damit ist aber das Problem des Technischen in der Natur nicht erledigt. Im Gegenteil, mit dieser Tatsache fängt es erst an. Nicht nur das Tier ist schaffend tätig, sondern auch i m Tier unb Men­schen, mehr noch, auch in ber Pflanze, also in allen lebenben Organismen sinb technische Gesetze wirksam unb schaffen ba wahre Meisterwerke.

Der Beispiele sinb so viele, baß man nur eine kleine Blütenlese geben kann. Da ist bie wichtigste aller Pflanzen, das Ge treibe. Milliarben grüner Halme mögen in jebem Frühling über ber Heimat Boben, schlanke Röhren von rounberbarer Elastizi­tät. Denn wenn sie lustiger Sommerwind mit der oben schwer pendelnden Aehre zu Boden beugt, schnellen sie zurück und nehmen keinen Schaden. Man sehe nun einen Halm im Ouerschnitt an unter Vergrößerung und zeige das einem Ingenieur. So- fort wird er sagen: was ich sehe, ist eine moderne technische Konstruktion. Unsere Eisenhochbauten, wie die Funktürme sind nach diesem Prinzip entwor­fen. Nur erreicht die Pflanze das, was wir mit eiser­nen I-Tragern erreichen, mit elastischem Material, darum lassen sich ihre Hochbauten zu Boden beugen, unsere Eisentürme aber nicht. Nicht anders sind auch die Röhrenknochen, etwa die unserer

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Luftwiderstand so ableitet, daß der Bewegung we­niger Widerstand entgegensteht.

Im Deutschen Museum zu München ist im Saal ber Flugzeuge, bort wo die größten Meisterwerke der Fliegerkunst die Besucher fesseln, ein kleiner Pflanzensamen ausgestellt. Zanonia steht darunter und eine erläuternde Inschrift, die besagt, daß dieser Samen Tragflächen zum Fliegen hat, deren Form technisch so vollendet ist, daß man sie auf die Flug-

Wasser festgestellt, und man ist zu sehr merkwür- hohe Geschwindigkeiten.erzielt weroen louen. nar­bigen Ergebnissen gelangt Es zeigte sich, baß ber über hinaus verbient bieser Gedanke allerdlngs m lebende Organismus sehr wohl zwischen gewöhn- der gesamten Verkehrstechmk größte Beachtung, licher^undschwereniWasser^nterschei^^G^z^emi^ein^Befolgun^chafft^ebeutend^^sparmye.