Ausgabe 
23.3.1935
 
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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Nr. 70 Zweites Blatt

Des Führers Aufenthalt in Wiesbaden

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Würmlein gefunden, fein Fleisch ist gar lieblich und zart und für ein Herren-Essen gehalten wird."

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dem blendend weißen Kragen ragt auf einem hohen Hals ein zierlicher Raubvogelkopf hervor. In dem schmalen Gesicht mit der graben, kräftigen Nase funkeln ein paar kluge und scharfe Augen, die Augen eines Mannes, der Klarheit und Ordnung liebt. Der Mund ist schmal und zieht sich wohl zu einem iro­nischen oder höflichen Lächeln, selten aber zu einem breiten und befreienden Lachen auseinander. Den­noch rühmen manche Engländer, die ihn näher ken­nen und die nicht wie die Beamten des Foreign Office nur dienstlich mit ihm zu tun haben, seinen sense of humour", was mitSinn für Humor" nur notdürftig übersetzt ist. Simon soll fröhliche Menschen gern um sich haben, aber schneidend scharf und eiskalt werden, wenn ihm Gedankenträgheit und geistige Langsamkeit begegnen.

Sollte man ihn im Foreign Office denmarmor­nen Minister" nennen, weil dort noch immer jene Eigenschaften, die Sir John höchst unsympathisch sind, eine Freistätte haben? Wie dem auch sei, be­liebt ist Simon als Minister nicht, und es hat be­kanntlich auch nicht an Versuchen gefehlt, ihn aus der Nationalen Regierung auszubooten. Aber Sir John hat einen steifen Nacken und ist kein Mutter­kind des Lebens. Der Weg bis zur Downingstreet war ihm nicht leicht gemacht und wenn er auch ge­rade war, so war er doch auch lang und vor allem am Anfang mit allerlei Mühseligkeiten gepflastert.

Mit den äußeren Glücksgütern des Lebens war die Familie Simon ebenso wenig gesegnet wie mit einem klingenden Adelstitel. (Die Ritterwürde und damit den TitelSir" erhielt Sir John Simon 1910, als ihn der König zum Generalstaatsanwalt ernannte.) Sein Großvater war Steinmetz, sein Va­ter Landgeistlicher im Waliser Bezirk von Pem- brokshire. Die akademische Laufbahn konnte der junge Allsebrook, wie ihn seine noch heute lebende Mutter nannte, nur mit Hilfe von Stipendien ein­schlagen, die dem 1873 geborenen, hochbegabten Jungen allerdings reichlich zur Verfügung standen.

Der dortige Revierjäger begab sich in den Wald, nicht zum Schnepfenstrich, denn hieran dachte da-

Simon wurde nicht Arzt, wie es der Wunsch der Mutter war, sondern Anwalt. Sein Studienkame­rad in- Oxford war F. E. Smith , der Mitwelt als Lord Birkenhead wohlbekannt und neben Simon einer der Leuchten des englischen Rechts. Die Honorare fielen dem jungen Anwalt Simon anfangs durchaus nicht in den Schoß. Wären nicht die Leitartikel für denManchester Guardian" und für andere liberale Blätter dagewesen, so hatten die sauer erworbenen Guineas kaum für den Erwerb eines recht teuren Anwaltbüros in der City gelangt. Bald indessen wurde man auf den Hu gen Rechts­kundigen aufmerksam, und als ihn die Regierung vier Jahre nach Beginn seiner Tätigkeit an der Temple-Bar", dem altehrwürdigen Gericht Lon­dons, in eine Kommission zur Beilegung eines Grenzzwischenfalls in Alaska berief, war Simon, dem man bereits in Oxford eine glatte Karriere vorausgesagt hatte, ein gemachter Mann.

Die 'Laufbahn, die Simon eingeschlagen hatte, führt in der Tat auf dem geradesten Wege zu po­litischen Aemtern und Würden in England und bie­tet auch heute noch einen festen materiellen Rück­halt; denn ein englischer Kronanwalt verdient in einem Monat mehr als ein Richter am Reichsge­richt in Leipzig in einem Jahre. So stieg. Simon in kurzen Abständen von Stufe zu Stufe hinauf auf die Höhen von Downingstreet und White Hall. 1910 bis 1913: Generalstaatsadvokat. 1913 bis 1915: Generalstaatsanwalt mit Sitz im Kabinett. 1915 bis 1916: Innenminister im Kabinett Asquith. 1917 bis 1918: Major bei den englischen Fliegern in

ser der Führer kostete, einer eingehenden Besichti­gung unterzogen. Das Publikum, das den Garten in dichten Scharen umdrängte, hatte hier besonders Gelegenheit, dem Führer seine tiefe Er­gebenheit zu bezeugen. Am Abend wohnte^ der Führer einer Vorstellung vonAida" im Staatstheater bei. Unser Bild zeigt den Führer wäh­rend seines Spaziergangs am Donnerstagnachmit­tag auf dem Neroberg bei Besichtigung des Opel- Rades. Hinter dem Führer in Zivil fein Adjutant Obergruppenführer Brückner.

LPD. Wiesbaden, 22. März. Auch am heu­tigen Freitag verweilte der Führer längere Zeit i m Kurgarten und nahm später im Kurhaus das Mittagessen ein. Daran schloß sich eine Fahrt auf die Platte, die dem Führer erneut Ge­legenheit zu einem prächtigen Ueberblick über die in hellem Sonnenschein daliegende Stadt und ihre weitere Umgebung ermöglichte. Unter Führung von Kreisleiter Bürgermeister Piekaxski und Kur­direktor Freiherr von Wechmar wurde schließlich noch der Kochbrunnen, dessen Was-

wesen ist, der durch die nationalsoMlistische Macht­ergreifung veränderten Lage in Europa nach man­cherlei Schwankungen gerecht zu werden. Das wird Sir John gewiß oft nicht gonz leicht gewesen sein. Denn er ist ja mehr ein Mensch des Kopfes als des Herzens, und den Nationalsozialismus kann man nun einmal nicht nur intellektuell zu begreifen illchen.

Die Frage, ob Sir John deutschfreundlich ist, ift von vornherein falsch gestellt. Ohne eigentlich ego­zentrisch zu sein, ist Simon keines Menschen und keines Volkes Freund oder Feind. Sein Beruf allein lehrte ihn ja, auch wenn man Partei nimmt, über den Parteien zu stehen. Sein Wesen ist nicht dazu angetan, Freunde zu gewinnen, aber der Hochach­tung aller konnte er sich stets bewußt sein. Vielleicht täte ihm selbst und auch den von ihm geführten Verhandlungen ein Schuß Warmherzigkeit gut. Doch auch seine Art, an schwierige Probleme kühl und mit größter Distanz heranzugehen, hat in dieser auf­geregten Zeit ihre Vorzüge. Und im übrigen wird unsere kleine Radierung Sir John Simons in weni­gen Tagen bereits um eine charakteristische Nuance reicher sein. Denn bann werden wir wissen, wie er, der erste englische Außenminister, der nach dem Kriege in großer politischer Mission in Berlin ein­trifft, eine solche Mission durchzuführen weiß.

Oer gläserne Mensch."

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Derabenteuerliche" Vogel.

13 on Dr. Ludwig Roth

Der März steht im Zeichen des Vogel-Zuges, der sich für den Jäger imS ch n e pf e n st r i ch" be­merkbar macht. Es ist ja eine ganz eigentümliche Sache um die Regelmäßigkeit des Vogelzuges. Die lateinischen Sonntage Oculi da kommen sie, Laelare das ist das Wahre, Judica sind sie vuch noch da, Palmarum Tralarum, sind sozu­sagenvolkstümlich" auch unter denZivilisten" geworden.

Gar mancher, der einen Freund unter der Jagerei hat interessiert sich dafür, obsie" (die Schnepfen) nun wirklich da sind und wer der glückliche Erleger derersten" in diesem Jahre geworden ist.

DieserVogel mit dem langen Gesicht" heißt mit seinem wohlklingenden NamenScolopax Rusti- cola; wer sich des näheren für die Naturgeschichte interessiert, kann in jedem Lexikon, in jeder Natu^ geschichte, alles Wissenswerte finden und doch manches nicht. Das ist gerade das Reizvolle an die- fem Vogel, daß wir so manches noch nicht von

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schiedenem Gewürz recht gut zubereitet wird, aller­dings zu den köstlichsten Speisen gehört, wird das Gescheide, klein gehackt, beigemischt." Man hat dem­nach schon im Jahre 1805 und früher recht wohl gewußt, was gut schmeckt.

In diesem Jahre wird das Berschen vom Sonn­tag Okuli allerdings nicht zutreffen. Der Sonntag Okuli fällt in diesem Jahre auf den 24. März. Nach meinen, in ein und demselben Revier wäh­rend 40 Jahren gemachten Beobachtungen trifft die Waldschnepfe am 8. März ein, am 31. März ist der Strich beendet. Am Tiburtius-Tage (14. April) pflegt in den hiesigen Waldungen zum ersten Male wieder der Ruf des Kuckucks zu ertönen. Um Johanni (24. Juni) verstummt er. Bei den Bauern meiner Heimat ist der Glaube verbreitet, daß er sich dann in einenSperber" (Habch, Habicht) ver­wandelt.

Gießener GiaMheaier

Als Zanga in Grillparzers SchauspielDer Traum, ein Leben" sahen wir gestern abend Herrn Schorn, der sich mit Herrn Neubaus in die Rolle geteilt hat. Herrn Schorns Darstellung weicht von der feines Kollegen nicht unwesentlich ab: er wirkt im Außenbilde kleiner, schmächtiger, jugendlicher, und er nimmt die Figur im übrigen mehr von der leichtkomlschen Seite, mit bestechender körperlicher Geschmeidigkeit, mit behendem Witz, ganz hinge- geben an das theatralische Pathos der Rede und der ausholenden Gebärde. Eine recht persönliche, nicht uninteressante Leistung, bei der freilich die mephisto- vhelischen Züge des Schwarzen für unser Gefühl ein wenig zu kurz kamen. Rein dialektisch war die umfängliche Rolle fließend bewältigt; doch sollte auch bei den Temposteigerungen auf eine saubere Artikulation der Verse geachtet werden. Für den am Tage der Aufführung plötzlich erkrankten Herrn Kühne war der Spielleiter geistesgegenwärtig einge­sprungen: Herr Löser sprach die Rollen oes Massud und des Königs mit anerkennenswerter Ruhe und Sicherheit. hth-

Hochschnlnachnchlen.

Professor Dr. Max G a e n ß l e n von der Univer­sität Tübingen hat einen Ruf auf das Ordinariat der Medizinischen Poliklinik an der Universität Frankfurt erhalten.

Professor Dr. Ernst F o r st h o f f, Ordinarius für öffentliches Recht an der Universität Frankfurt, hat einen Ruf an die Universität Hamburg an- 9e©TXfrat Professor Dr. Walther L o tz, der bekannte Nationalökonom, Finanzw'ssenschaftler und

Snmarmorne" Minister.

Wie mit welchen Mitteln sollten wir Gestalt und Charakter von Sir John Allsebrook Si­mon, der nach einer Reihe ereignisreicher Tage am Sonntag nun doch zu feinem Besuch in der Reichshauptstadt eintrifft, zeichnen? Pinsel und Pa­lette scheinen uns für ein Porträt des britischen Staatssekretärs des Aeußeren ebensowenig geeignet wie weiche Pastellkreide und fließende Wasserfar­ben; aber auch eine Holzfchnittfigur ist Sir John nicht. So greifen mir am besten zur Radiernadel, mit der es uns noch am leichtesten fallen wird, die Konturen seines Charakters und seiner politische^ Laufbahn nachzuziehen. Wir brauchen ja auch dazu keine Farben.

Anders als fein Namensvetter John Bull, mit dem Winston Churchill noch am ehesten etwas ge­mein hat, pflegt sich Sir John jederzeit höchst reser­viert und destingiert zu tragen. Selten hat man ihn in anderen als schwarzen Anzügen gesehen, lieber

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Frankreich. Aber immer blieb er mit festen Füßen bei feinem Anwaltsberuf, sammelte ein beträcht­liches Vermögen und focht mit scharfer Klinge gegen Lloyd George um die Führung -er Liberalen Par- tei. .

Wir wissen nicht, ob Sir John Neigung zum Sichwundern" hat. Dennoch mußte es ihn wohl überrascht haben,, daß ihm der Führer der Natio­nalen RegierungRamsey Macdonald, nicht die Führung des Schatzamtes, sondern des Foreign Office übertrug. Wollte Macdonald damit bekunden, daß England in seiner Außenpolitik zu den Tradi­tionen eines Lord Curzon zurückzukehren wünschte? In der Tat hat Sir John mit Curzon mancherlei gemeinsam. Wie ^dieser verkörpert er tra­ditionelles englisches Führertum in reinster Form. Wie bei diesem ist seine Haltung kühl, überlegen und von größter persönlicher Reserve. Sir John ist nicht umsonst durch die Oxforder Schule gegangen. Ein falsches Zitat, sei es von Thukidides, Plutarch oder Moliere, vermag er ebenso sicher zu korrigieren, wie Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes zu zitieren.

Gentleman im wahrsten Sinne des Wortes vorn Scheitel bis zur Sohle,british im allerkorrekte­sten Sinne, Advokat und Richter, der stets das audiatur et altera pars, das Anhören auch der anderen Seite, gewöhnt ist, fehlt es ihm trotzdem nicht an Einfühlungsvermögen. Der berühmte Be­richt über Indien trägt feinen Namen, obwohl Si­mon niemals in Indien war. Man wird auch zu­geben können, daß Sir John Simon bemüht ge-

mals nod) niemand, sondern um Holzfrevler zu beschleichen. Plötzlich sah er jene holden Frühlings- qäfte, deren Ankunft das Evangelium des Sonn­tages Okuli uns zu verkünden pflegt. Die Vogel waren ihm völlig unbekannt, die da puf einer Waldwiese emsig mit dem langen Schnabel in dem feuchten Erdboden bohrten. Staunend betrachtete er diese fremden, in seinem Forste noch niemals bemerkten Gäste mit ihrer sonderbaren Gestalt. Vor allem mußte er den langen Schnabel bewundern, den der Revierjäger in seiner Beschreibung mit dem .Stengel einer Tabakspfeife" vergleicht. Aber der Gebieter trägt Bedenken, die Fremdlinge zu kosten, weil sie gar soabenteuerlich" aussehen, und ist sogar geneigt, sie für giftig zu halten. End­lich siegt aber doch die Neugierde: sie schmecken vortrefflich. Ist die Erzählung auch nicht wahr, so ist sie doch sicherklassisches Jäger-Latem .

Auch der berühmte Jagdschriftsteller Georg Lud­wig H artig (1764 bis 1837) urteilt:Das 9Btlb= bret von der Schnepfe ist wohl das schmackhafteste oon allen. Man schätzt sogar die Eingeweide a s einen vorzüglichen Leckerbissen. Er erzählt.Als man noch wenig geübt im Flugsihießen war weswegen es damals mehr Waldschnepfen gab als jetzt fing man viele Schnepfen in ,Stoß- und ! KlebgarnenL Diese wurden zwischen und m den jungen Waldungen aufgerichtet, und man fing oft an einem Abend ein Dutzend dieser vortrefflichen Vögel. Heutzutage macht man von diesen Netzen keinen Gebrauch mehr, da es zu wenig Wald­schnepfen gibt."

Der Naturforscher Dr. Harald Othmar Lenz, der Lehrer an der bekannten Anstalt zu Schnepfen­thal, weiß vor hundert Jahren Anno 1830 zu berichten:Will man sie mit SA/"9en oder ; Netzen fangen, so lockert man im Gebüsch un vor­aus den Boden auf und bestreut ihn nut Misü Die - erbeutete Schnepfe wird als großer Leckerbissen i gebraten, meist samt den Eingeweiden, oder man bratet auch letztere als sogenannten ,Schnepfen- i öred allein, hackt sie klein, und genießt sie mit ge=

ihm wissen. , ...

Seit Jahrzehnten ist eine ganze Literatur über ihn entstanden; neuerdings ist es der Wissenschaft gelungen, ungefähr die Flugwege auf dem Zug^ von Süd nach Nord im Frühling und umgekehrt von Nord nach Süd im Herbst festzustellen.

Besonders amüsant ist die Vorstellung, welche sich unsere Altvordern von dem geheimnisvollen Geschöpf gemacht haben. In dem von Rud. t u ß = lin zu Zürich 1557 herausgegebenen Werke Kon­rad Geßners heißt es:Don den Wald-schnapf- fen":Dieser Schnäpff aber wohnet meist in Wal­dern, barumb er von den Teu Ischen Waldschnapss und Holzschnäpff genannt wird. Er ist größer, denn der Riedschnäpff und einer Hennen ähnlich. Er hat and) eine gliche Färb, doch etwas dicker und satter; seine Beine sind eschenfarben; sein Schnabel nit jo lang wie die Figur ausweist, so ich von einem Maler aus Straßburg empfangen. Man sähet -hn mit Garnen oder mit Stricken." Gehn er erzählt auch vonHeerschnäpffen" (Galinago Rusticola): In dies Vogels Magen habe ich Käferlein und

Köstlich die Erzählung, die der alte Jagdklassiker Karl EnUl Diezel (1779 bis 1892) in H"'* Nieder-Jagd" wiedergibt. Nack) ihr sollen im L , 1616 die ersten in Hessen geschossenen Schnepfen in Langenheim erbeutet worden sein.

röfteter Semmel."

Herr Georg Franz Dietrich aus dem Win­ke 11 aber meint im Jahre 1804: "^^eresse, Jagd­liebhaberei und Leckerei machen den Menschen zum erbittertsten Feinde dieses überall eifrig verfolgten, durchaus unschädlichen, ja, indem er manches ver­derbliche Insekt aus dem Wege räumt sogar nutz- leiuer liehen Vogels. Das Schnepfen-Wildbret ist in der <Lurc Pat vorzüglich im Herbst, so wohlschmeckend und W gesund, daß man es nicht mit Unrecht dem meisten wilden und zahmen Geflügel vorzieht Dem Schnepfen-Ragouf, welches, wenn es nut Bur­gunder, Zitronen- oder Orangen-Saft und ver-

Wohl der intereffantefte Ausstellungsgegenstand der großen SchauW under des Leben s", die am Samstag in Berlin der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ist dergläserne Mensch". Nach dem Modell einer griechischen Statue wurden hier die inneren Organe, Nerven- und Blutbahnen des menschlichen Körpers naturgetreu nachgebildet und mit durchsichtigem Cellophan überzogen.

Statistiker an der Universität München, wurde dieser Tage 7 0 I a h r e alt. Er studierte in Straß­burg als Schüler von Knapp und Brentano, habi­litierte sich 1890 in Leipzig und wurde 1892 außer­ordentlicher, 1897 ordentlicher Professor in München. Von seinen Arbeiten nennen wir vor allem das sehr verbreitete Lehrbuch der Finanzwissenschaft: außerdem befaßte er sich mit aktuellen Problemen des Bank- und Börsenwesens, der Verkehrs- und Sozialpolitik. Geh. Rat Lotz ist Mitglied der Baye­rischen Akademie der Wissenschaften.

Professor Dr. Arthur Hansisch, früherer Ordi­narius der Chemie an der Universität Leipzig,, ist im Alter von 78 Jahren in Dresden g e st o r - b e n. Der Gelehrte war Mitglied der Leipziger Akademie der Wissenschaften und der Gesellschaft für Wissenschaften in Göttingen; die Schweizer Naturforschende Gesellschaft in Zürich hatte ihn zum Ehrenmitglied ernannt, die Universität Leipzig und die Technische Hochschule Dresden hatten ihnr die Ehrendoktorwürde verliehen. Von seinen Ar­beiten sei vor allem derGrundriß der Stereo­chemie" genannt, der auch ins Englische und Französische übersetzt wurde.

Professor Dr. Ernst Kohlmeyer, Ordinarius für Kirchen- und Dogmengeschichte an der Universi­tät Halle, ist in gleicher Eigenschaft in die evan­gelisch-theologische Fakultät der Universität Bonn berufen worden.

Professor Dr. ®o garten, Ordinarius für syste- matische Theologie an der Universität Breslau, wurde beauftragt, im Sommersemester in der evan­gelisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn die systematische Theologie in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Professor ©ogarten über­nimmt damit den Lehrstuhl von Professor Dr. Karl Barth. .

Professor Dr. Freiherr von Schwerin an Dir Universität Freiburg erhielt einen Ruf auf einen ordentlichen Lehrstuhl für germanische Rech s- geschichte und Privatrecht an der Universität München. , ..

Professor Dr. Richard Dietzel, Extraordinarius an der Universität München, erhielt einen Ruf auf den Lehrstuhl für angewandte Chemie an der Universität Erlangen.

Professor Dr. Viktor H a 11 e r © r a f v o n H a I- lernte in, außerordentlicher Professor an der Um- versität Berlin, erhielt einen Ruf auf den Lehr- stuhl für Anatomie an der Universität Halle.

Professor Dr. Rupprecht Matth ae i, außer- ordentlicher Professor an der Universität Tu bin- - gen auf den Lehrstuhl für Physiologie an d?r Uni- ) versität Erlangen berufen worden.

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