Straub wurde beauftragt, auf Grund des Paragraphen 4 der Verordnung zur Sicherung der Staarsführung vom 7. Juli 1933 einen neuen S t a d t r a t zu berufen.
Frühjahrs-pferoemarki in Friedberg.
* Friedberg, 22. Febr. Die Bürgermeisterei Friedberg kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil den Friedberger Frühjahrspferdemarkt mit Prämiierung am 5. Mär z an. Anmeldungen werden bis zum Tage der Prämiierung angenommen. Weiteres ist aus der Bekanntmachung ersichtlich.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 22. Febr. Im Saale des Gasthauses „Zur Burg" wurde am gestrigen Donnerstagabend die Verpflichtung der Mitglieder der NS.-Frauenschaft vorgenommen. Die stellvertretende Frauenschaftsleiterin, Frl. Keil, eröffnete die Versammlung. Dann sprach derKreis- rvalter der Deutschen Arbeitsfront, Pa. Wagner (Gießen) über die Stellung und die Aufgaben der deutschen Frau im nationalsozialistischen Staat. Anschließend folgte die Verpflichtung. Die Versammlung wurde in der üblichen Weife geschlossen.
* Großen-Linden, 22. Febr. Hier ereignete sich heute abend ein Verkehrsunfa I I. Ein Personenkraftwagen aus Schleswig-Holstein stieß mit einem Kraftwagen der Reichspost zusammen. Der Personenkraftwagen wurde schwer beschädigt. Der Postwagen wurde weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.
# Oppenrod, 22. Febr. Dieser Tage trat der hiesige Gemeinde- und Kirchenrechner Wilhelm Gaub (Vornweg 16) in den wohlverdienten R u h e st a n d. Seit dem Jahre 1908 hat er ununterbrochen beide Aemter mit vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit geführt. Gesundheitshalber mußte er nun beide Aemter, mit denen er während seiner 27jährigen Tätigkeit eng verwachsen war, niederlegen. Auch der Kirchenvorstand verliert nur ungern seinen treuen und zuverlässigen Rechner, dem er auch an dieser Stelle für seine treuen Dienste herzlichen Dank aussprechen möchte.
# Großen-Buseck, 22. Febr. Am Sonntag, 24. Februar, vollendet der Landwirt Christoph Wagner XX. (Wilhelmstraße 1) sein 8 8. Le
bensjahr. Er ist der Zweitälteste Einwohner unserer Gemeinde. Nachdem er vor einiger Zeit das Bett hüten mußte, geht es ihm jetzt erfreulicherweise wieder besser. Es sei noch bemerkt, daß Herr Wagner auch am Kriege 1870/71 teilgenommen hat und heute der einzige überlebende Veteran unserer Gemeinde ist. — Die allwöchentlich stattfindenden Vereinsabende des Alice- Frauenvereins des Roten Kreuzes erfreuen sich eines sehr guten Besuches. Beim Singen der alten Volkslieder, beim Vorlefen eines guten Buches und fleißigem Handarbeiten vergehen die Stunden nur zu schnell. Der letzte Mittwoch brachte den Frauen eine Ueberraschung. Der Schriftführer des Vereins, Pfarrer Müller, zeigte eine Reihe sehr klarer und schöner Lichtbilder, die in Freud und Leid der Kinderzeit hinein- führten und den Frauen und Müttern außerordentlich gut gefielen. Möge der Verein auch weiterhin treu zu Führer und Reich seine wichtigen und unentbehrlichen Pflichten und Aufgaben erfüllen!
wg. Großen-Buseck, 22. Febr. Bei der jüngsten Eintopfgerichtsammlung wurden in der hiesigen Ortsgruppe 120,60 Mark aufgebracht. Auf Oppenrod fielen 12,35 Mark, auf Burkhardsfelden 29,20 Mark, auf Großen-Buseck 79,05 Mark.
<5 Saubringen, 22. Febr. Am Mittwochabend fand im Saale der Gastwirtschaft Ludwig Schäfer ein Ortsgruppenappell der Ortsgruppe Daubringen des NSDFB. (Stahlhelm) statt, zu dem die Kameradschaft III der Ortsgruppe Gießen des NSDFB. (Stahlhelm) mit einem Spielmannszug als Gäste erschienen war. Die Gießener Kameraden waren um 20 Uhr mit der Bahn nach Lollar gefahren und marschierten in ansehnlicher Stärke mit klingendem Spiel durch Lollar, wo sich zu dem Durchmarsch eine stattliche Zahl Lollarer Einwohner als Zuschauer eingefunden hatte. Ein Teil der Lollarer Stahlhelmkameraden schloß sich hier der Marschkolonne an. Nach dem Einrücken in den Saal in Daubringen begrüßte Kam. Opper (Daubringen) die Kameraden, besonders die Gäste von Gießen. Den Dank für den Empfang der Kameradschaft III sprach deren Führer, Kam. Mangold (Gießen), aus, wobei er besonders die Treue des alten Frontsoldaten zum Führer betonte. In Treue, so sagte er, übertreffe niemand den alten Frontkämpfer. Sein begeistert
aufgenommenes Front-Heil! galt dem Führer und Kanzler des Deutschen Reiches. Ein Vortrag des Kam. Hilb er g (Daubringen) in der Reihe der laufenden Schulungsvorträge gehalten, behandelte den Vertrag von Versailles. Der Vortragende verstand es vortrefflich, den aufmerksamen Zuhörern in leichtverständlicher Form den Widersinn und die Ungerechtigkeiten dieses sog. Friedensvertrages klar zu machen. Für den ausgezeichneten Vortrag wurde dem Kam. H i I b e r g wärmster Dank zuteil. Nach einigen herzlichen Begrüßungsworten des Kreisführers Kam. Wolf entwickelte sich echte kameradschaftliche Unterhaltung, bei der der Gießener Spielmannszug Proben seines Könnens gab.
—.— Li ch, 22. Febr. Bei der gestern im Licher Stadtwald durchgeführten letzten Holzoer st ei- gerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 8,50 bis 9,50 RM., Hainbuchenfcheiter 6 bis 7 RM., Eichenscheiter 3,50 bis 4 RM., Fichten 5,50 bis 6 RM., Buchenknüppel 6 bis 7 RM., Hainbuchenknüppel 5,50 bis 6,50 RM., Fichten- und Weymuthskiefernknüppel 5 RM. und 2 RM. je Raummeter. Buchen-Ast- und Forstwellen 3,50 bis 4 RM., Eichenwellen 2 RM. je 50 Stück. Außerdem gelangten geringe Mengen Nutzholz zum Verkauf.
* Li ch, 22. Febr. Frau Anna Schmitt, die kürzlich durch einen unglücklichen Sturz einen Oberschenkelbruch erlitt, erlag heute in der Klinik zu Gießen den Folgen der schweren Verletzung. Die bedauernswerte Frau stand im Alter von 83 Jahren.
Kreis Friedberg.
* Bad-Nauheim, 22. Febr. Am Samstag, 2. März, findet in den Sälen des hiesigen Kurhauses der große Kurhaus-Maskenball statt. (Siehe heutige Anzeige.)
Kreis Büdingen.
CD Nidda, 22. Febr. Am gestrigen Donnerstagabend verstarb am hiesigen Bahnhof in dem Aufenthaltsraum für auswärtige Beamte der 50 Jahre alte Lokomotivführer Schmidt aus Schotten. Der Beamte hatte den Personenzug von Schotten, der um 6 Uhr an kommt, hierhergefahren und sich für die Ruhepause von zwei Stunden zur Erholung in den Aufenthaltsraum begeben. Nach einiger Zeit wollten ihn andere Beamte von dort
abrufen, wobei sie den Kameraden auf dem Gesicht liegend regungslos vorfanden. Zwei schleunigst herbeigerufene Aerzte konnten nur noch den Tod des bedauernswerten Mannes feftfteüen, der schon auf der Fahrt von Schotten nach Nidda von einem Unwohlsein befallen worden war und offensichtlich einem Herzschlag erlegen ist. Der auf so tragische Weise aus dem Leben abberufene Beamte ist Vater von 14 Kindern, von denen 7 noch schulpflichtig sind. m
< Babenhausen I, 22. Febr. Der G e ■ sangverein „Frohsinn" hielt im Schulsaal seine Generalversammlung ab. Nach der Eröffnung durch den Vereinsführer Otto A l b r a n d t II. erstattete der Rechner Karl Nies III. den Kassenbericht. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Nachdem noch die Dirigentenfrage Erörterung gefunden hatte, wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. — Die hier herrschende Grippe hat in diesen Tagen ein drittes O p - f e r gefordert. Nach kurzer Krankheit starb Frau Lina A l b r a n d t im 62. Lebensjahr.
Briefkasten der Redaktion.
k. 5., Wieseck. Nach fünfjähriger Anstellung beim Staat kann die Anstellung nicht mehr widerrufen werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, im Wege eines Disziplinarverfahrens, oder nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums den Beamten zu entlassen.
h. D., Gießen. Ihr Nachbar kann Ihnen nur solche Einwirkungen auf fein Eigentum verbieten, die dasselbe erheblich beeinträchtigen. Das zeil- roeiüge Krähen eines Hahnes dürfte aber als wesentliche Einwirkung auf das Nachbargrundstück nicht anzusehen sein.
Weltkrieg. Im Entschuldungsverfahren angemel« bete rückständige Steuern brauchen Sie nicht zu bezahlen. Den laufenden Steuerverpflichtungen da- gegen müssen Sie nachkommen. Nach unserer Ansicht ist die Steuerbehörde nicht verpflichtet, Steuerschulden durch Arbeitsleistung tilgen zu lassen. Sie müssen deshalb die Zinsen bezahlen.
k. 186. Auch der Verpächter muß Reichsnährstandsbeiträge bezahlen, wenn nicht durch den Pachtvertrag der Pächter zur Zahlung verpflichtet ist. Beitragspflichtig ist der Grundbesitz von 1300 Mark Landessteuerwert ab aufwärts.
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