Obstbaumpflege in der Gemarkung Gießen.
Kein Baumbesitzer darf glauben, daß sein Baum nicht ein lebendes Wesen sei. Was würde man aber wohl von einem Menschen sagen, der sich nicht wäscht und kämmt, von einem Tierhalter, der seine Trere nicht pflegt, sie nicht striegelt und bürstet? Nur die Garteninhaber und Baumbesitzer sollten bei der Baumpflege eine Ausnahme machen dürfen? Mit Nichten! Daß menschliche und tierische Seuchen — wer wollte sie alle aufzählen? — bekämpft werden müssen, daß der kluge Landwirt und der Winzer einen niemals ruhenden Kampf gegen pflanzliche und tierische Schädlinge führen, daß der Winzer geradezu mit der Spritze auf dem Rücken zur Welt kommt, das wissen wohl die meisten Obstbaumbesitzer. Aber was tun sie selbst, nicht nur, um sich vor Schaden zu bewahren, sondern um sich selbst und der Allgemeinheit zu nützen? Man wandere doch einmal durch die Gemarkung Gießen und werfe einen Blick in die Gärten. In manchen sind seit Jahren die Obstbäume kaum gepflegt worden. Da stehen Zwet- schenbäume, die wie Besenstiele gen Himmel ragen und mit Moos und Flechten bedeckt sind, dort stehen Apfel- oder Birnbäume, die in ihrer festen lederartigen Rinde die Schlupfwinkel für die verschiedensten Arten von Ungeziefer bilden. Die Rinde, die in der Jugend einmal glatt und geschmeidig
war, ist zur rechten Zeit nicht gepflegt, nicht mit der Baumscharrc abgekratzt und mit der Drahtbürste gepflegt worden und ohne jede wohltätige Spritzung geblieben. Aber dennoch soll der Baum wohlausgebildete, schön aussehende, gesunde und zahlreiche Früchte bringen! Ja, verlangt man denn von dem Lebewesen, Obstbaum genannt, Wunder? Lieber Baumbesitzer, denke hierüber einmal nach.
Warst du, lieber Baumbesiher, bisher ein Baumpfleger? hast du wirklich, wie es die Verwaltung vorschreibt, deine Obstbäume zum Zwecke der Bekämpfung von pflanzlichen und tierischen Schädlingen aller Art jetzt endlich abgekraht, gebürstet und gereinigt, hast du die Baumkrone, wenn du es verstehst, selbst ausgelichtet oder es von einem fachkundigen Wanne besorgen lassen, hast du die Bäume von büren Aeslen, den Brutstätten zahlreicher Sorten Ungeziefers, befreit?
Nunmehr naht die Zeit, in der die Bäume wieder sachgemäß bespritzt werden müssen. Die Spritzung ist vorgeschrieben. Wenn es auch zulässig ist, daß sie von dem Baumbesitzer selbst vorgenommen werden darf, so kommt das doch für die
Allgemeinheit nicht in Frage. Zunächst müßte sich jeder Baumbesitzer eine eigene Spritze anlegen. Leiht er sie sich, so kostet das vielleicht Geld. Kauft er sich eine Spritze, so wird er viel Geld anlegen müssen, um eine solche von dauerhaftem Wert zu erhalten. Die Frage der Zusammensetzung der Spritzbrühe ist eine solche der Erfahrung und der Wissenschaft. Der einzelne ist nicht Fachmann und versteht zumeist nichts von der Sache. So kann er sich selbst mehr schaden als nützen. Dazu beschmutzt er regelmäßig seine Kleider. Kommt ihm die Spritzbrühe in die Augen, so ist er nicht gegen diesen Unfall versichert! Dazu fehlt den meisten die Zeit, um alles ordnungsmäßig zu erledigen. Der Laie überläßt deshalb die Spritzung am besten wirklich geschultem Personal.
Zu Anfang der kommenden Woche beginnt die allgemeine Obstbaumsprihung wieder in der Gemarkung Gießen, hierzu stehen wieder die der Stadt Gießen gehörenden Spritzen sowie die des Instituts für Pflanzenschutz unserer Universität zur Versügung, so daß in diesem Jahre zeitig der Generalangriff auf die Schädlinge aller Art erfolgen kann.
In dankenswerter Weise hat der Herr Oberbürgermeister die Mithilfe des Feldschutzpersonals zur Bildung und Ueberwachung der Spritz- kolonnen zugesagt, ebenso das Institut für Pflanzen
schutz bei der ordnungsmäßigen Herstellung und' Ueberwachung der Spritzbrühe.
Wie im vergangenen Jahre die Stadt einen Kredit für die allgemeine Obstbaumsprihung eröffnet hat, so wird sie das auch wieder im laufenden Jahre tun. Die Kosten der Spritzung sind denkbar niedrig gehalten. Irgendwelche Einnahmen hat die Stadt nicht, im Gegenteil wird die von ihr geleistete Arbeit vollkommen frei zur Verfügung gestellt.
Um so bedauerlicher wäre es, wenn einzelne Gartenbesitzer glaubten, die von ihnen geschuldeten Spritzungskosten unbezahlt lassen zu können. Sie hätten selbstverständlich ein solches unsoziales Verhalten nur mit den Kosten der Beitreibung zu büßen. Die Kosten der Spritzung werden, wie wir hören, in diesem Jahre voraussichtlich bestimmt noch niedriger sein, als im Jahre 1934.
Bei den jetzt zu leistenden Arbeiten wird eine größere Anzahl bisher erwerbsloser Volksgenossen, insbesondere Gärtner, für etliche Wochen Arbeit und Brot finden.
Die Gartenbesitzer werden gebeten, die Schlüssel, der Gartentüren mit einem Erkennungszeichen versehen, dem Feldschutzpersonal abzuliefern, auch die angelegten Leimringe zu entfernen und die Unterkulturen mit Matten oder Zeitungspapier abzudecken. Wer es einrichten kann, wohne selbst der Bespritzung seines Baumbestandes bei.
Joh. Grün.
Gießen, Neuen Baue 15.
Heuchelheim, den 23. Februar 1935.
074^
0739
Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. Februar nachmittags 2% Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.
0764"
Allen denen, die unserer lieben Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen haben, sowie für die Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Ihm.
Wieseck, den 22. Februar 1935
Im Namen der Hinterbliebenen.
Christian Lenz
Gestern entschlief nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Lina Grün,geb. Ziegler
im 67, Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 21. Februar meine liebe Frau, treusorgende Mutter, unsere gute Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Frau Franziska Lehmann
geb. Schmidt
im Alter von 21 Jahren ganz plötzlich zu sich in die Ewigkeit zu rufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Erich Lehmann und Kind Familie Heinrich Schmidt Familie Max Lehmann
Gießen (Steinstraße 48). Annerod, den 22 Februar 1935 Die Beerdigung findet am 25. Februar, nachmittags 13."° Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt __________________________________________________________________0732.
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Karl Sch ad eck, Gast- und Landwirt
im fast vollendeten 60. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Schadeck, geb Müller
Salzböden, den 23 Februar 1935.
Dje Beerdigung findet statt: Montag, 25 Februar, nachmittags 2 Uhr.
'09L D
im Alter von 73 Jahren.
Rodheim, den 22. Februar 1935.
Heute morgen 4 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein Heber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Pausch II. Otto Pausch Wilhelm Schlierbach nebst allen Angehörigen.
Beerdigung am Sonntag, dem 24. Februar, nachmittags 2*/,1 Uhr.
0742
Todesanzeige.
Heute morgen 31/, Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder
Herr Andreas Pausch II., Müller
1074 0
Nachruf.
Wieder ist ein lieber Kämpfer aus unseren Reihen geschieden,
KameradWilhelm Lenz
Wir werden ihm ein treues Gedenken bewahren.
Ortsgrunpe Gießen des NS. Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm).
Gießen. 22. Februar 1935.
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147154
202968
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292611
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300 M
Gewinne zu 5000 M.
Gewinne zu 3000 M.
Gewinne zu 2000 M.
Gewinne zu 75000 M. 131618
Gewinne zu 10000 M. 70
109065 150439 19e2^4
28 Gewinne zu 1000 M.
105101 114745 147092 190394 213787 250499
337408 361822 372516 377528 394461
62 Gewinne ,u 500 M. 836 7638 14310 17288
119146 255670
47764 167879 321276
7034 17200 84457 88466
266339 367125
30960 67841 98845
5. Klaffe 44. Preußisch-Süddeutsche (270. P reich.) Klassen-Lotterie
23912 45524 47277 78308 84353 96581
111778 139874 143390 167023 223780
249837 283940 297063 298519 314770
361009 362628 363871 364212 370688
391089
2 Gewinne zu 5000 M. 256058
12 Gewinne zu 3000 M 32166 143904 178996 184723 246565 372300
416 Gewinne zu
11670 15720 '
94 Gewinne zu 500 M 9272 31771 33249 44810 60015 61472 61922 65609 68899 71348 99178 102545 ------ ------- ------ ------ ------
28 Gewinne zu 2000 M. 31416 79036 87608 143057
162002 188899 190430 ------ ------ ------
340119 359070 375215
28 Gewinne zu 1000 M.
134101 142751 182735
355005 358249 369663
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
23730 36732 52701 63615 77799 87875
95834 < 109240 114800 130392 137246 150084 153750 172200 194869 204944 208818 220867 231330 239760 245212 253955 263934 273958 283545 300819 309289 332010 344522 362312 378777
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heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
20 Tagespramien.
Auf sede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu se 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 9061 21210 33098 34534 73771 167899 212014 263199 301983 315513 2I2UI*
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und -war je einer
auf die Lose gleicher Nummer in den beiden
Abteilungen I und II
Im Gewinnrade verblieben: 340 Tagesprämien zu je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 100000, 2 zu je 50ouu, 4 zu je 30000, 8 zu je 20000, 36 zu je 1C000, 110 zu je 5000, 236 zu e 3000, 488 zu je 2000, 1112 zu je 1000, 2752 zu e 500, 10648 zu je 300 Mark. 61


