bringen.
Kreis Wetzlar.
bekam einen
geglaubt, er würde ihr die Glieder brechen. Das Kind wurde über das Bett gelegt und dann ge-
Auch Deine Zähne brauchen jeden Abend Chlorodont !
schlagen."
Die angeklagte Tochter erklärte hierzu, daß sie sich des Vorfalls nicht mehr genau erinnere, aber sie möchte behaupten, daß sie auf den bloßen Körper geschlagen worden sei, und zwar mit einem
schlagen Der Teller stieß aber gegen eine Lampe und zerbrach. Kam er aus dem Dienst und zog die Stiefel aus, so warf er die Stiefel nach mir Emma! wurde ich gegen den Leib getreten, so daß ich zusammenbrach. (Einmal warf er ein Messer nach mir. Durch einen Faustschlag verletzte er mich an der Schläfe. Die Zustände waren so trostlos, daß Snv Trx-M.ir (Ätfhr'rtnrh Hilf PinPT VllNk
sich so geäußert hat dreimal Selbstmorb-
eine Narbe. o- v- „ , . •
bei den Schwiegereltern ergaben, bezog das Ehepaar Höfelb eine neue Wohnung. Schon nach einigen Tagen ging es hier in der gleichen W Ne zu
Hofeld?
Angeklagte: Ich kann es Ihnen ehrenwort- lich sagen. , v , ..
Die Angeklagte bekundete bann, daß ihr Mann manchmal äußerte, er könne sie nicht mehr riechen. Mehrfach vertrieb er sie durch seine Mißhandlungen aus dem Haus. Einmal, mitten im Winter, war sie die ganze Nacht über im Klosett unb zitterte vor Kälte. Wenn sich nachts bis Kinber im Schlaf wälzten, wurden sie ebenfalls von dem Dater geschlagen. .
Hofeld gab zu, daß er feine Frau manchmal aus dem Haufe trieb, die schlafenden Kinder habe er aber nicht geschlagen. Frau Höfeld: „Wenn er uns verhauen hat, gab es immer blaue Mäler. Wo er hingeschlagen hat, danach hat er nicht gefragt"
Die Vernehmung der angeklagten Tochter.
Das Gericht beschloß bann, die Tochter Minna in Abwesenheit ber Eltern zu vernehmen; bie Eltern mürben barauf abgeführt. Die angeklagte Tochter berichtete, baß sie einmal von dem Vater
H ö s e I b bestreitet, daß er und wies darauf hin, daß er ,
versuche unternommen habe. Er habe seine Frau gebeten, ihm 350 Mark zu geben, dann wollte er aus dem Leben scheiden. Er sei durch ihre Duck- mäuserigkeit sein Leben satt geworden. Der Angeklagte behauptet, er habe seiner Frau die 2000 Mk. Sterbegeld zugute kommen lassen wollen. Als ber Angeklagte gefragt wurde, was er mit den 350 Mk. machen wollte, erklärte er, er habe 1912 ein Kind aus ber Taufe gehoben, und da hätte er noch etwas zu zahlen gehabt. Mit dem Rest habe er sich ein paar gute Tage machen wollen. Höfeld brachte nun 3um Ausdruck, daß er dm Verdacht habe, daß ihn
Oer Kall Höfeld vor dem Schwurgericht.
Eltern wollten ihr Kind in den Tod treiben, die Schwester als Mithelferin
Preußen.
Diebeslager durch Feuer entdeckt.
LPD. Buchenau (Kreis Biedenkopf), 22. Febr. Im Anschluß an einen Brand im Anwesen des Gasthauses Nassauer fand wegen der Aufklärung der Brandursache bei dem benachbarten I. Imme! eine Haussuchung statt. Hierbei stieß man überraschenderweise auf ein großes Diebeslager; Anzugstoffe, Bettkoltern, Hemden, Autodecken, Rauchwaren, Schuhwaren, ferner Waffen und Munition sowie Sprengstoff wurden beschlagnahmt. Die aufgefundenen Sachen stammen zum größten Teil von Diebstählen aus parkenden Autos. Der Dieb wurde verhaftet.
Grenzsteine schaffen Arbeit.
LPD. L ix selb (Kreis Biedenkopf), 22. Febr. Der hiesigen Steinbruchindustrie ist ein Auftrag zur Lieferung von 10000 Grenzsteinen erteilt worden. Es handelt sich um einen Spezialstein, den sogenannten Grünstein. Durch diesen Auftrag ist es möglich, zahlreiche Volksgenossen neu in Arbeit zu
§ Gladenbach, 22. Febr. Unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt Bünting wurde hier ein Verkehrsamt gegründet, daß sich für den Verlauf des Jahres verschiedene Aufgaben gestellt hat, deren Erfüllung der Stadt dienen soll. Es steht zu erwarten, daß das Amt auch von Seiten der Bürgerschaft bie gebührenbe Beachtung finbet. — Die NSV. führt zur Zeit in der hiesigen Volksschule eine Kinderspeisung mit Milch durch. Es werden täglich 45 Kinder damit bedacht. Die Speisung oll bis in den Frühling hinein durchgesuhrt werden. Die Aktion findet bei den Kindern großen
S^^To lzhausen b. Gladenbach, 22. Febr. Dieser Tage wurde der Bau einer Verbin- dungsstraße zwischen Holzhausen und Dbereifenhaufen in einer Lange von zwei Kilometern zu Ende geführt. Der Straßenbau brachte für geraume Zeit den Erwerbslosen der Gemeinde gute Verdienstmoglichkeit. Es mußten 7000 Quadratmeter Erde bewegt.werden. Die Er- werbslosen können erfreulicherweise bet Rodungsarbeiten weiterbeschäftigt werden.
$ Riederweidbach, 22. Febr. Im Saale von Fuß gelangte gestern das im ®e™tnbe”aIb geschlagene Brennholz zur ® 6 r ft e t g fl. Zu Beginn der Versteigerung wurden sehr hohe Preise geboten. Buchenscheite wurden mtt 8; bis 9 Mark je Raummeter bezahlt. Spater wurden nur noch 6 Mark geboten. Buchenknuppel kosteten 4 bis 4,50 Mark. .. ~
$ Bischoffen, 22. Febr. Im hiesigen Ge- meindesaal fand im Zusammenhang mit per u - zeugungsschlacht eine Versammlung statt, ti = zirksbauernsührer Klein und Direktor M o h l e r » Herborn hielten Vorträge über aktuelle landwirtschaftliche Fragen.
Amtsgericht Gießen.
Der 25jährige, schon vorbestrafte O. H. stieg um 30. November v. I. auf dem Lagerplatz .einer hiesigen Baufirma ein und versuchte eine Anzahl Rundhölzer zu entwenden. Dabei wurde er von zwei SA.-Männern ertappt. Das Gericht verurteilte ihn zu 3 Monaten Ge'fängnis.
seine Frau vergiften wollte.
Es kamen bann mehrere Fälle zur Sprache, die kleine Verfehlungen der Hildegard Höfeld betreffen. , Don Limburg aus war sie zu einem Onkel nach Forst im Hunsrück geschickt worden. Bald darmch telefonierte die Tkinte nach Limburg, man mochte die Hildegard zurückholen, sie sei ein nettes Früchtchen. Als die Hildegard zurückkam. äußerte sie sich abfällig über Onkel und Xante. Es wurden auch Vorgänge aus der Schulzeit der Hildegard erwähnt. Eine Lehrerin hatte einen Trauerfall und hatte sich ihr Kleid schwarz färben lassen. Sie gab der Hilde 12 Mark, um die Rechnung zu bezahlen. Hilde un- terschlug den Betrag und kaufte sich eine Armband- uhr und Kleinigkeiten. Die Mutter wußte von der Sache nichts, denn Hilde trug die Uhr nur in der Schule. Als die Sache herauskam, mußte die Mut- ter schweren Herzens von den 26 Mark Lohn, den fie von ihrem Mann erhielt, die 12 Mark ersetzen. Ein andermal brachte Hilde eine Basttasche nach Hause und sagte, sie hätte fie von einer ßehrerin gefcfrnft bekommen. Tatsächlich aber hatte Hilde die Tasche auf den Namen der Lehrerin auf Kredit gekauft.
Es wurde bann der angeklagten Mutter vorgehalten, baß sie zu der Hilde einmal gesagt hätte: „Wenn etwas passiert, dann mußt du Selbstmord begehen." Das bestreitet die Angeklagte und erklärt, sie habe geäußert: „Wenn du ein schlechtes Kind wärest, würde ich dich lieber auf dem Friedhof sehen."
Die Verhandlung wurde bann auf Samstag vertagt.
Neues Bauerndorf im hessischen Nied.
LPD. D a r m ft a b t, 22. Febr. In unmittelbarer Nähe von Bürstadt beabsichtigt das hessische Staatsministerium im Rahmen des Meliorationsund Siedlungsprogramms ein neues Bauerndorf mit einer Größe von durchschnittlich 30 Morgen Land (30 Bauernhöfe) anzulegen. Da die Ländereien bereits bestellt sind, soll die Uebernahme dieser Stellen schon im Spätsommer 1935 erfolgen. Der Kaufpreis für eine Siedlerstelle von 30 Morgen beträgt einschließlich der neuen Gebäude 24 000 Mark, wovon der Siedler mindestens 4000 Mark als Anzahlung aufzubringen hat.
Als Höfeld 1899 in Königstein eine Engländerin kennenlernte, die in England eine große Pferdezucht besaß, gelang es ihm, von der Engländerin ange=: HCIl ...... --- -
stellt zu werden und mit nach England zu gehen. ; wie früher. Die Minna bezog furchtbare schlage, 1903 stürzte er dort vom Pferde und kam bann zur weil sie nach der Schule nicht gleich nach Hause Genesung nach Königstein. Don dort aus besuchte: gekommen war. Frau Höfeld bekundete chörtlich: er seine Eltern.Der Vater nahm ihm seine Papiere | „Der Vater hat ihr die Füßchen gedreht, ich habe und bas Geld ab und ließ ihn nicht wieder nach ' ‘L ----
England. Höfeld wurde 1906 zum Militärdienst nad) Kolmar eingezogen. Dort wurde er von seiner früheren Dienstherrin besucht, die ihn aufforderte, wieder nach England zu kommen. Auf einmal waren aber die Beziehungen abgebrochen.
Durch den Aufenthalt in England, wo der Angeklagte ein gutes Einkommen hatte, war er gewohnt, gut zu leben. Es fiel ihm daher schwer, mit seinem Einkommen in Deutschland auszukommen, zumal er monatlich 25 Mark Alimente bezahlen mußte. 1910 erlitt er einen Unfall und war sechs Wochen im Krankenhaus. Auch 1913 stieß ihm ein Unfall zu, der zeitweiligen Gedächtnisschwund zur Folge hatte. Am 10. Oktober 1912 heiratete er seine erste Frau, die 1916 starb. Als sich der Angeklagte über die Kriegsereignisse äußerte, erwähnte er auch einen Zusammenstoß mit einem Hauptmann. Er wurde verhaftet und sei dann in Gießen auf seinen Geisteszustand beobachtet worden. Auf Grund des Untersuchungsergebnisses sei er freigelassen
Q Krofdorf, 22. Febr. Bei ber gestern im Moßschen Saale in Gegenwart zahlreicher Kauflustiger abgehaltenen staatlichen Holzver- stei'gerung mürben, wie bei der vorhergehenden Versteigerung, gute Preise erzielt. Es galten je Raummeter Buchen sch eit 8 bis 9,50 Mark, Buchenknüppel 5,50 bis 6,50 Mk., Eichenscheit 4,50 bis 5 Mark, Eichenknüppel 3 bis 3,50 Mark, Buchen- reifer 1,10 bis 1,30 Mark. Gut geboten wurde auch auf nichtaufgearbeitete Reifer; ber DiftriktsabfchniU (schätzungsweise je 50 Raummeter) kam bis 40 Mk. — Die Meisterprüfung für Schlosser und Mechaniker bestanden vor der Prüfungskommission in Diez a.d.Lahn Hermann Schmidt und Wilhelm Wagner von hier. .
* Königsberg, 22. Febr. Der 36jahrige Bergmann Gottlieb Schlaudraff von hier erlitt einen schweren Unfall. Er mußte mit Brustquetschungen zur ärztlichen Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.
Kreis Biedenkopf.
groben Unfugs und Irreführung der Behörde vor Gericht gestellt, das ihn, unter Würdigung seines merkwürdigen Beweggrundes, nur zu einem halben Jahre Gefängnis verurteilte.
Der neue Inspektor — jetzt beginnt die Geschichte ungewöhnlich zu werden — gab sich damit jedoch noch nicht zufrieden. Er prüfte vielmehr bie einzelnen Angaben der Briese nach. Und so war er schließlich in der Lage, zur nicht geringen Überraschung aller Beteiligten und der Oeffentlichkeit einwandfrei nachzuweisen, daß die Angaben der Zuschriften über die Mitwisserschaft und Mithilfe Vandettis an den meisten Einbrüchen der letzten Zeit — durchaus der Wahrheit entsprachen! Das Vorgehen des Polizisten Vandetti, der seiner Behörde gegenüber den von anonymen Briefschreibern verfolgten biederen Beamten spielte und in diesen anonymen Briefen sogar die Wahrheit sagte, wird mit Recht als Gipfel der Raffiniertheit bezeichnet. Einer Raffiniertheit allerdings, die sich durch ihre Uebertriebenheit selbst entlarvt...
Komplizierter Krankentransport.
(n) Moskau.
Die Nordmeer-Luftlinie hatte eine Kurzwellen- Nachricht aufgefangen, daß an der Laurent-Bucht in Emma (d. i. auf der Halbinsel Tschukotka in Ost- fibirien) eine Frau schwer erkrankt sei. Man schickte ein Flugzeug hin. Aber als die Maschine auf dem steinharten Eisschnee landete, brach eine der Schneekufen.
Mit den Schwimmern war aber ein Start auf dem Eis nicht möglich. Was konnte man da also tun? Der Pilot machte in zwei Kilometer Entfernung einen See ausfindig, dessen Eisdecke infolge besonderer Wasserverhältnisse nicht sehr dick war. Nun machte man sich daran und schleppte das Flugzeug und die Kranke bis an den See. Hier wurde das Eis mit einem Dutzend Patronen aufgesprengt — und in der Fahrrinne gelang es der Maschine, mit der Kranken an Bord zu starten ...
worden. , , , _, ....
Im Dezember 1917 verheiratete er sich Mit seiner jetzigen Frau, die mit ihm verwandt ist, denn die Schwiegermutter ist eine Kusine von ihm. Am 8. September 1918 sei die Tochter Minna geboren. Die Ehe ohne Einmischung fremder Personen war sehr glücklich, sagte der Angeklagte, der weinend erzählte, daß ihm die Frau treu und brav zur Seite gestanden habe, daß aber durch Schicksalsschläge und Einwirkung frember Personen bas Verhältnis sich verschlechterte. Der Angeklagte berichtete bann, daß er während seiner zehnjährigen Berufstätigkeit drei Jahre sieden Monate arbeitsdienstuntauglich und krank gewesen sei. Von 1925 bis 1934 bekam er zwölf Unterstützungen, aber auch die feien nicht ausreichend gewesen, so daß man mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.
Am 2. Juli 1934 verzog die Familie nach Frankfurt a. M. Seine Frau suchte sich eine Stelle als Monatsfrau, die Hildegard war schon einige Zeit in einem Haushalt in Frankfurt untergebracht, und auch die Minna verdiente in einem Haushalt. Höfeld betonte, daß man oft hungerte. Der Angeklagte beschwerte sich dann, daß er seinen Willen me durchzufetzen vermochte. Alles sei immer so gegangen, wie seine Frau es gewollt habe.
Vorsitzender: Haben Sie Ihren Willen auch nicht mit der Reitpeitsche durchgesetzt?
Angeklagter: Das Beste habe ich gewollt, und immer wurde ich hintergangen.
Der Angeklagte sagte weiter, daß feine Frau die Reitpeitsche zerhacken wollte; ein anderes Züchtigungsmittel habe ihm nicht zur Verfügung gestanden. Der Angeklagte erfuhr von Kollegen, daß
mit der Reitpeitsche geschlagen wurde, als sie einmal Milch verschüttet hatte. Die Angeklagte erinnert sich, daß die Mutter mehrmals nachts nicht im Schlafzimmer war und sich in der Küche aufhalten mußte. Der Vater habe den Kindern verboten, mit anderen Kindern zu spielen, weil sonst die Schuhe kaputt gemacht würden. Sie hätten viel zu Hause bleiben müssen. Der Grund sei aber gewesen, daß der Vater befürchtet habe, andere Kinder würden sie ausfragen. Die Mutter sei häufig geschlagen und getreten worden.
Ein Beisitzer fragte: Ist der Vater auch mal lieb gewesen?
Angeklagte: Ja, er war auch mal gut zu uns.
Der Vorsitzende fragte: Hast du sehr viel Angst vor den Eltern gehabt? Angeklagte: Nur vor dem Vater.
Auf die Frage, ob der Vater beide Töchter gleichmäßig behandelt ober die eine der andern vorgezogen habe, erklärt Minna, das sei sehr verschieden gewesen. Als an die Angeklagte die Frage gerichtet 'wurde, ob der Vater sich einmal in unsittlicher Weise ihr genähert habe, wandte sich das Mädchen an seinen Rechtsanwalt, der nach Rücksprache Ausschluß der Oeffentlichkeit beantragte. Die Punkte, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit besprochen werden sollen, wurden vom Gericht vorerst noch zurückgestellt.
Die Angeklagte schilderte dann die Züchti- gung, die der Hildegard am 19. August vorigen Jahres zuteil wurde und sagte: Wir waren sehr aufgeregt, als der Vater die Hildegard mißhandelte. Wir konnten nicht Hinsehen und haben geweint. Der Wütende schlug ziemlich lange auf die Hilde ein. Sie sollte dann in einer Kammer zwei Tage bei Wasser und Brot sitzen und nur jeden dritten Tag richtig Essen bekommen. Tatsächlich sei die Hilde dort acht bis neun Tage eingesperrt gewesen.
Die Angeklagte mußte sich bann zu bem Verhältnis ber Geschwister zueinanber äußern und sagte, baß das Verhältnis gut war. Die Mutter habe bie Kinber immer vor bem Vater zu schützen gesucht und sei auch au* au ihn-m gewesen.
Es wurden bann die (Eltern wieder in den Saal geführt und ihnen die Aussage der Minna mitgeteilt. Als über einen Mißhandlungsfall berichtet wurde, fragte der Angeklagte Höfeld nach dem Datum. Es wurde dann
weiter vernommen. Sie erzählte, baß die Weihnachten 1933 geradezu furchtbar waren. Als die Kinder ein Stück essen wollten, wurde ihr der Vorwurf der Verschwendungssucht gemacht. Als einmal eines der Kinder nicht richtig gekaut harte, wollte er dem Kind einen Teller auf ben Kopf
die Hilde mit einem jungen Mann spazieren ging. Er erfuhr ferner, daß fie sich von einem 24jährigen i Mann küssen lieh, und als das Mädchen aus der Schule nach Hause kam und er ihre Schulmappe durchsuchte, fand er Liebesbriefe von zwei Liebhabern. Daraus habe er das Mädchen gezüchtigt. Die Hilde sei immer dreist gewesen. Er sei von dem Arzt und der Lehrerin darauf aufmerksam gemacht worden, daß fie ein sehr sinnliches Wesen zur Schau trage. Das Mädchen sei durch diesen Umgang frühreif gemacht worden. Die Minna sei immer bas Aschenbröbel zu Hause gewesen. Seine Frau habe immer alles getan, bamit ja bie Hübe gut aussehe. Höselb hat bamals, als er bie Liebesbriefe fanb, das Mädchen mit einem Kochlöffel gezüchtigt, wobei der Löffel zerbrach. Die Hilde fei einmal zu Verwandten im Hunsrück gebracht worden. Dort habe sich irgend etwas zugetragen und das Mädchen mußte zurückkehren.
Vorsitzender: Sie wissen ja, daß Ihre Angehörigen sagten, Sie hätten die Hilde sehr häufig mit der Reitpeitsche geschlagen.
Angeklagter: Es kann möglich sein, aber die Beweggründe, die mich dazu brachten, waren die Aufregung und die Hänseleien meiner Kollegen. Der Angeklagte äußerte sich bann über einen be- fonberen Fall, der sich am 9. August 1934 zutrug. Da kam die Dienstherrin der Hilde zu den Eltern und beschwerte sich. Hierbei erfuhr der Angeklagte, daß die Dienstherrin schon früher Beschwerden oor- gebracht hatte, die ihm von seiner Frau verheimlicht worden waren. Als die Hilde entlassen war und nach Hause kam, fragte er sie, was geschehen sei. Das Mädchen antwortete: Nichts. Die Hilde mußte sich ausziehen, um ihre alten Sachen anzuziehen. Als sie mit den Schuhen den Boden zerkratzte, befahl er ihr bie Schuhe auszuziehen. Da fanb er in einem Schuh 3 Mark unb eine golbene Uhr. Das Gelb stammte von einem Manne in Limburg, bei bem Hübe geputzt hatte. Hierauf erhielt bas Kinb mehrere Schläge mit ber Reitpeitsche auf das Gefäß, „es können 10 bis 12 gewesen sein. Nach militärischem Muster habe ich ber Hübe bann Arrest gegeben." Der Angeklagte schilberte bann, wie sich bie Hübe bann in eine Kammer legen mußte, in ber sich nur zwei Kissen unb eine Chaiselonguebecke befanben. Das Kinb sollte nur jeben dritten Tag warmes Essen bekommen, sonst aber nur Wasser und Brot. Bei der Züchtiaung waren die Frau und die älteste Tochter des Angeklagten anwesend. Der Angeklagte will ausdrücklich gesagt haben, daß das Kind während der Einsverrung nicht beschäftigt werden dürfe, weil die Kost zu schmal wäre. Aber die Mutter habe ihr heimlich Zulagen gegeben. Hilde war 8 bis 9 Tage eingesperrt. Der Angeklagte sagte zu seiner Frau, daß, wenn die Hilde sich nicht bessere, sie in eine Erziehungsanstalt komme. „Aber mein vollster „Ernst war das nicht, sondern nur ein Schreckschuß."
Die Vernehmung der Muster
Klopfer.
Der Vater erklärte, daß er bie Minna nie mit einer Reitpeitsche geschlagen habe, aber die Tochter sagt das Gegenteil.
Frau Höfeld erwähnte dann weiter, daß auch ein Ochsenziemer zu den Tätlichkeiten benutzt wurde. Sie sei einmal mit diesem Ochsenziemer furchtbar geschlagen worden, sie habe acht Tage nicht ausgehen können. Bei der Geburt des dritten Kindes, das nach sechs Tagen gestorben ist, bat die Mitangeklagte Tochter als sechsjähriges Kind derartige Hiebe bekommen, daß heute noch eine Narbe vorhanden ist. Das Kind sollte, als es verletzt war, dem Arzt sagen, es sei gefallen. Höfeld bezeichnete diese Aussage seiner Frau als unwahr. Frau Höfeld erwähnte bann, daß auch Hilde oft aus nichtigen Gründen Schläge bekommen habe. Wenn das eine Kind etwas erhielt, ginge auch über das andere her. ,Abends, wenn ich von der Arbeit müde war, bekam ich erst meine Prügel. Dann durfte ich mich so lange im Bett aufhalten, wie es ihm gefallen hat. Ich mußte des Moments gewärtig sein, daß mich seine Faust ins Gesicht traf." ~
Vorsitzender: Ist das auch wirklich so, Frau
LPD. Frankfurt a. M., 22. Febr. Unter i großem Andrang des Publikums begann heute vor < dem Schwurgericht bie Verhanblung gegen ' bie Eheleute Wilhelm unb Mma Höfeld und 1 deren 16jährige Tochter Minna. Es handelt sich hier i um einen Fall, wie er sich in ber Kriminalgeschichte ! noch nicht ereignet hat.
Das (Eifernpaar wollte unter Beihilfe der älteren Tochter die jüngste, erst 14'/- Jahre alte Tochter durch seelische Beeinflussungen und physische Einwirkungen in den Tod treiben.
Es ist ein Zufall geworden, daß nicht vollendeter Mord vorliegt, da sich bas unglückliche Mäbchen noch in letzter Minute retten konnte.
Am 5. Dezember v. I. pochte bie Berufsschülerin Hilbegarb Höfelb, vor Kälte zitternb unb völlig burchnäßt, an bie Pforten eines Kinberheims, das in unmittelbarer Nähe der Deutfchherrnbrücke gelegen ist. Das Mädchen sagte dem Heimverwalter, es sei
von seinem Vater auf die Brücke gebracht und veranlaßt worden, in den Main zu springen.
Am Morgen des 6. Dezember wurden ber Vater, feine Frau unb bie älteste Tochter verhaftet. Die polizeilichen (Ermittlungen entrollten ein furchtbares Bilb menschlicher Brutalität. An jenem 5. Dezember hatten bie (Eltern erfahren, daß bie Hilbegarb tags- zuvor bie Berufsschule geschwänzt unb ein Kino besucht hatte. Als Hilbegarb verspätet nach Hause kam, fiel ber Vater mit ber Hunbepeitsche über sie her. Die Kleine war so eingeschüchtert, baß sie auf Drängen ber (Eltern einwilligte, mit bem Vater zum Main zu gehen. Man verlangte von ihr, sich ber guten Kleider zu entledigen und schlechtere anzuziehen. Dann wurde dem Kind der Abschiedsbrief in die Feder diktiert. Beim Abschiednehmen soll die Mutter bewegt gewesen sein, die Schwester aber zeigte sich falt.
Der gefühlsrohe Vater begleitete das Kind bis zur Mitte der Brücke. Aus einiger Entfernung schaute er zu, wie sich sein Kind in die Fluten stürzte.
Dann ging er heim unb äußerte zu seiner Frau: „So schlecht wie die Hilde im Leben war, so tapfer war sie im Tod."
Zu Beginn der heutigen Verhandlung stellte der Verteidiger der angeklagten Tochter den Antrag, das Verfahren gegen fie abzutrennen und bezüglich ihrer Person die Sache einem Jugendgericht zu überweisen Der Staatsanwalt widersprach und das Gericht beschloß Ablehnung des Antrages. Es folgte dann
die Vernehmung des Vaters KöfeW.
Von den drei Angeklagten scheint er bie einzige Perspn zu fein, bie seelisch bebrütft ist. Er kann die Tränen nicht verbergen unb bricht wieberholt in Weinen aus. (Er ist einmal vorbestraft mit einem Monat Gefängnis wegen Körperverletzung. Diese Strafe hat er 1913 erhalten, burch ein ©nahem gesuch an ben Kaiser brauchte er bie Strafe nicht zu verbüßen. Höfelb ist ber Sohn eines Zuschneibers. Der Vater sei sehr streng gewesen. Der Angeklagte besuchte bie Volksschule unb hatte bann als großer Naturfreunb ben Wunsch, Förster zu werben. Dieser Wunsch würbe burch ben Vater unterbrückt.
In ber Nachmittagssitzung schilberte Frau H ö -
feld verschiedene Mih^ndlung-sSlle, die ^mit" d-rT-chter^ Hildegard auf einer Bank
OZW-MW MZZM-M . Zufolge ber Unz'uträglichkeiten, bie sich mit mir zu Ende geht, dann mache ich euch alle orirnhon hPlOO das Ehe- orel l-Olt. .... .......


